[
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    "end": 3.72,
    "text": "Hallo und herzlich willkommen, lieber Gisie gegen Gutenberg-Fans."
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    "text": "Sommer!"
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    "text": "Das heißt ja irgendwie auch immer Reisen, Sommerferien in der Flughafenschlange stehen."
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    "text": "Das kann einen ganz schlimmen viel Geduld kosten."
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    "text": "und genau darum soll es heute gehen oder eher darum, wenn man es nicht hat, nämlich um die Ungeduld."
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    "end": 27.3,
    "text": "Da spricht Kathi Gutenberg über Silvester, über den Flughafen, aber egal was er erzählt, ich wette, sie finden sich in einer seiner Geschichten heute wieder."
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    "end": 31.06,
    "text": "Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei, Ihr Team Giese gegen Gutenberg."
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    "text": "Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, willkommen zurück zu drei neuen Kolumnen."
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    "text": "Heute geht es um Ungeduld und das damit verbundene Verhalten."
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    "text": "Flughafen München."
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    "text": "Die Warteschlange vor der Sicherheitskontrolle ist beachtlich."
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    "text": "Ebenso die Laune der meisten Fluggäste, überwiegend Geschäftsreisende."
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    "text": "Plötzlich Unruhe."
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    "text": "Eine Familie presst sich durch die Reihen."
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    "end": 62.64,
    "text": "Der Vater fragt immer wieder höflich, ob man sie vorlassen könnte, das Boarding hätte bereits begonnen."
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    "text": "Eine Situation, wie sie mir oft begegnet ist."
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    "text": "Gelegenlich war ich es selbst, damit Schweißnasser stören roten Ohren und kleinlaut um diesen Gefallen bitten musste."
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    "end": 75.36,
    "text": "Ein Stauf oder Autobahn-Ticket-Probleme, die dämliche Trödelife oder Abfahrt."
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    "text": "In vielen Ländern, die ich bereist habe, wird man zuvor kommend noch vorne geschläust."
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    "text": "Der deutschsprachige Raum zeigt sich hingegen gerne als Hochburg der Unerbittlichkeit."
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    "text": "Vorzugsweise verbunden mit einer Lehrstunde."
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    "text": "So auch heute."
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    "text": "Murren statt Großmut."
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    "text": "Die Familie zwingt sich weiter."
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    "text": "Kaum einer tritt ernsthaft zur Seite."
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    "text": "Ein Mann versperrt bewusst den Weg."
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    "text": "Dürfte ich sie bitten uns vorbei zu lassen."
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    "text": "Die Stimme des Familienvaters klingt flehend."
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    "text": "Sie können sie hinten anstellen wie jeder andere auch."
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    "text": "Die Begleitung des Mannes offenbar eine Geschäftspartnerin mischt sich ein."
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    "text": "Aber unser Flug geht doch erst in eine Stunde, ist mir egal."
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    "text": "Die Begleiterin macht der Familie schließlich Platz."
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    "text": "Der Blick des Mannes lässt die Atmosphäre zwischen den beiden für den Rest des Tages aahnen."
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    "text": "Ich verliere die Familie aus den Augen."
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    "text": "Die Taschenkontrolle ist endlich in Sichtweite."
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    "text": "Am Screening Band öffnet eine ältere Dame ihren Rollkoffer."
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    "text": "Sie muss eine Drogerie geplündert haben."
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    "text": "Flaschen, Sprays, Cremendosen, kein Plastiksäckchen."
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    "text": "Der Flughafenangestellte gibt ihr eines und weist sie freundlich darauf hin, dass sie sich von einigen Produkten trennen müsste."
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    "text": "Die Dame entschuldigt sich."
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    "text": "Sie würde nicht häufig fliegen."
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    "text": "Hinten maulen wieder einige."
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    "text": "Vor mir stehen drei Holländer."
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    "end": 158.3,
    "text": "Sie bieten der Dame an, einige der Flächen auf ihre Tüten zu verteilen."
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    "text": "Ich auch."
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    "end": 161.12,
    "text": "Der Kontrolleur drückt ein Auge zu."
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    "end": 164.16,
    "text": "Alle anderen rührten keinen Finger."
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    "text": "Abends."
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    "text": "Flughafen Köln."
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    "text": "Abflugschalter."
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    "text": "Ein Gedrängel, als ob es hinter der Schranke Freibier geben würde."
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    "text": "Ich spüre einen elbogenen Rippen."
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    "text": "Lassen Sie mich durch, ich bin Senator."
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    "text": "Beim Karneval?"
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    "end": 179.26,
    "text": "Der Herr Senator versetzt sich selbst den Todesstoß."
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    "end": 180.2,
    "text": "Nein, bei der Lufthansa."
  },
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    "end": 185.22,
    "text": "Die Reaktionen der umstehenden Reichen von Glückwunsch zu Armleuchter bis zu alle Achtung hoch würden."
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    "end": 187.78,
    "text": "Die Dame am Gate empfängt ihn mit breiten Grenzen."
  },
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    "end": 194.78,
    "text": "An jedem seiner drei Handgepäckstücke baumelt ein roter Anhänger, der seine Meilen sammelnde Wichtigkeit unterstreicht."
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    "text": "Er könne einer der Taschen gleich wieder abgeben, da Flieger sei ausgebucht, auch andere würden die Gepäckfächer benötigen."
  },
  {
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    "end": 205.84,
    "text": "Von hinten ruft einer, er sei bereit, seinen Stauraum vor ihnen aufzugeben, wenn der Senatur sich selber hineinlegt."
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    "text": "Heiterkeit."
  },
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    "end": 214.1,
    "text": "Es sind nicht die vermeintlichen Eliten unseres Landes, die sich an diesem Tage von ihrer besten Seite zeigten."
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    "end": 216.1,
    "text": "Die zweite Kolumne."
  },
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    "end": 217.38,
    "text": "Silvester."
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    "end": 220.94,
    "text": "Vorgestern eine letzte Telefonkonferenz vor dem Jahreswechsel."
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    "end": 223.7,
    "text": "Ich bin ungnädig und lustlos."
  },
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    "end": 228.76,
    "text": "Nach wenigen Minuten denke ich mir, man hätte sie auch in den Januar legen können."
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    "end": 232.48,
    "text": "Inhaltlich eigentlich vollkommen verzichtbar, verschieben wäre sinnvoll."
  },
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    "end": 236.88,
    "text": "Passt aber offenbar nicht in die vorauseilende Vorsatzromantik mancher Mitstreiter."
  },
  {
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    "end": 240.48,
    "text": "Was ist schon befriedigender als ein Lehrer schreibtisch am ersten Januar?"
  },
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    "text": "Nun, mir fiede einiges ein."
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    "end": 247.12,
    "text": "Und drei Tage später dürfte die Ablage ohnehin wieder dem dreißigsten Dezembergleichen."
  },
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    "end": 250.82,
    "text": "Eine Teilnehmerin bittet darum, von der Tagesordnung abzuweichen."
  },
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    "text": "Wie ordnet ihr das vergangene Jahr ein?"
  },
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    "text": "Nicht geschäftlich, das war gut, sondern allgemein."
  },
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    "end": 259.68,
    "text": "Ich fühle mich orientierungslos, manchmal sogar hoffnungslos."
  },
  {
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    "text": "Ich habe erstmals Zukunftsängste."
  },
  {
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    "end": 267.46,
    "text": "Ein ungewohnter Tonfall in einer Gruppe, die ihre Gefühle in der Regel dem Zahlenwerk vorbehält."
  },
  {
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    "end": 270.5,
    "text": "Ein Kollege springt er bei, es ging ihm ähnlich."
  },
  {
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    "end": 277.06,
    "text": "Ein erstaunliches Jahr, bedrückend nein, entsetzlich, wenn man auf die Kriegsgebiete in unserer Nachbarschaft schaut."
  },
  {
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    "end": 279.06,
    "text": "Die Einschläge rücken näher."
  },
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    "end": 281.92,
    "text": "Die Welt erscheine im zunehmend dunkler."
  },
  {
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    "end": 293.96,
    "text": "Meine Anmerkung, jede Dunkelheit würde durch Hoffnungsschimmer durchbrochen, mag es ein Kinderlachen sein, ein wissenschaftlicher technologischer Durchbruch findet wenig Resonanz."
  },
  {
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    "end": 298.9,
    "text": "Verständlich, wenn eine Nachrichtenwelle die nächste jagt."
  },
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    "text": "Problematisch ist unser Umgang damit."
  },
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    "end": 310.92,
    "text": "Wir drängen den Wogen entgegen, lassen uns von Strömungen mitziehen, anstatt einen Schritt zurückzutreten und innezuhalten."
  },
  {
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    "end": 315.74,
    "text": "Nachdenklichkeit weicht einer Kultur des Reflexes."
  },
  {
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    "end": 321.64,
    "text": "Wir nehmen uns kaum noch die Zeit, Dinge einzuordnen, sagt einer Totalnehmer."
  },
  {
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    "end": 328.22,
    "text": "Dabei beginne Einordnung nicht bei der Klage, dass sie nicht gewährt wird, sondern bei sich selbst."
  },
  {
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    "end": 330.86,
    "text": "Die Tonalität der Debatte ist wohltunt."
  },
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    "end": 332.94,
    "text": "Außerhalb ist es meist anders."
  },
  {
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    "end": 338.44,
    "text": "Jeder Provokation in den sozialen Medien folgen atemlose Bistigkeiten."
  },
  {
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    "end": 342.08,
    "text": "Sachliche Auseinandersetzungen verkümmern zur Randerscheinung."
  },
  {
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    "end": 346.76,
    "text": "Selbst abgewogene Posts werden gerne als Empörungssprungbrett gesehen."
  },
  {
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    "end": 352.5,
    "text": "Verächtlichmachung und Schuldzuweisung als Definitionsmerkmale einer Gesellschaft?"
  },
  {
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    "end": 354.7,
    "text": "Ein unumkehrbarer Trend?"
  },
  {
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    "end": 360.14,
    "text": "Ich glaube nicht, auch wenn einige meinen, der Einzelne könne ohnehin nichts mehr ausrichten."
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  {
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    "text": "Wohl selten kam es mehr auf uns selbst an."
  },
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    "end": 370.5,
    "text": "Die Wirkmächtigkeit digitaler Buschtrommeln ist letztlich an das Verhalten Einzelner gebunden."
  },
  {
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    "end": 378.86,
    "text": "Von dem Philosophen Michel de Montagne stammt der Satz, Furcht, Sehnsucht, Hoffnung drängen uns in die Zukunft."
  },
  {
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    "end": 383.58,
    "text": "Am virtuosesten wird heute die Klaviatur von Furcht bespielt."
  },
  {
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    "end": 389.16,
    "text": "Die beiden anderen Gemütslagen unterliegen häufig nacheilender Enttäuschung."
  },
  {
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    "end": 396.22,
    "text": "Auf den Gedanken in eine per se neutrale, vorurteilslose Gegenwart zu drängen kommen nur wenige."
  },
  {
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    "end": 402.74,
    "text": "Sie wäre das eigentliche Kraftfeld, um eine bessere Zukunft zu gestalten."
  },
  {
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    "end": 404.78,
    "text": "Nun drängen wir ins neue Jahr."
  },
  {
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    "end": 407.1,
    "text": "Vielleicht mit Leonard Cohen."
  },
  {
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    "end": 409.46,
    "text": "There's a crack in everything."
  },
  {
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    "end": 411.34,
    "text": "That's how the light gets in."
  },
  {
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    "end": 417.38,
    "text": "Den Inhalt des dritten Textes mag der ein oder andere schon so oder ähnlich einmal erlebt haben."
  },
  {
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    "end": 420.22,
    "text": "Mitte vergangener Woche im Flieger."
  },
  {
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    "end": 424.18,
    "text": "Die Mehrzahl der Passagiere reist offenbar in die Osterferien."
  },
  {
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    "end": 427.12,
    "text": "Dazwischen einige Geschäftsreisende."
  },
  {
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    "end": 430.58,
    "text": "Hinter mir sitzt ein kleiner Junge mit seiner Mutter."
  },
  {
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    "end": 432.66,
    "text": "Es ist wohl sein erster Flug."
  },
  {
    "start": 433.66,
    "end": 435.96,
    "text": "Während des Abhebens überschlägt sich seine Stimme."
  },
  {
    "start": 436.02,
    "end": 437.54,
    "text": "Mami, das ist ein komisches Gefühl."
  },
  {
    "start": 437.62,
    "end": 439.44,
    "text": "Die Häuser, die Autos werden immer kleiner."
  },
  {
    "start": 439.48,
    "end": 440.4,
    "text": "Da unten ist ein Pool."
  },
  {
    "start": 440.48,
    "end": 441.88,
    "text": "Der Wald ist so winzig."
  },
  {
    "start": 442.4,
    "end": 444.3,
    "text": "Es ist wirklich ein komisches Gefühl."
  },
  {
    "start": 444.72,
    "end": 446.2,
    "text": "Man kann es gar nicht beschreiben."
  },
  {
    "start": 446.62,
    "end": 450.66,
    "text": "Jede Turbulenz, jedes Vorkommnis im Flugzeug erfährt seine Kommentierung."
  },
  {
    "start": 451.5,
    "end": 456.2,
    "text": "Er ist für sein Alter sehr artikuliert und lässt ihm mitreißend an seinen Gefühlen teilhaben."
  },
  {
    "start": 456.58,
    "end": 462.94,
    "text": "Ein amerikanischer Publizist sagte einmal, In den Augen eines Kindes gibt es keine siebenwunderter Welt."
  },
  {
    "start": 463.6,
    "end": 465.38,
    "text": "Es gibt sieben Millionen."
  },
  {
    "start": 466.58,
    "end": 469.84,
    "text": "Treffender kann man das Phänomen des Staunens kaum formulieren."
  },
  {
    "start": 470.14,
    "end": 477.2,
    "text": "Im Laufe des Lebens schleift sich die Fähigkeit, ab sich ganz dem Moment hinzugeben und ohne inneren Kritiker zu staunen."
  },
  {
    "start": 477.66,
    "end": 483.62,
    "text": "Was früher wundersam und erstaunlich war, wird mit den Jahren alltäglich und verliert seinen Zauber."
  },
  {
    "start": 484.74,
    "end": 489.56,
    "text": "Wir entziehen uns der Faszination indem wir sie zur Tode rationalisieren."
  },
  {
    "start": 490.36,
    "end": 493.6,
    "text": "Manche wollen sich nicht einmal mehr am Staunen anderer erfreuen."
  },
  {
    "start": 494.18,
    "end": 495.6,
    "text": "Empfinden es gar als Ärgernis."
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    "text": "So mein Sitznachbar im Flugzeug."
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    "text": "Ob es nicht auch leiser ging im Murmelt-Erfurt sich hin und dreht sich immer wieder mit entnervten Gesichtsausdruck um."
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    "text": "Meditative Kräfte sind ihm eher nicht gegeben."
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    "text": "Irgendwann rüffelt er die Flugbegleiterin an, die ihn versehentlich mit dem Getränkewagen gestreift hat."
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    "text": "Sie bringt ihn mit maliziösem Lächeln einen Schokoladen Osterhasen."
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    "text": "Als der Junge anfängt, lautstark die Dörfer in seinem Sichtfeld zu zählen und er beherrscht die meisten Ziffern bis hundert, entfernt man im esch auf vierten Nachbarn einen Fauchen."
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    "text": "Wollen Sie die Schokolade nicht im Jungen geben, frage ich Ihnen, nennt man Win-win."
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    "text": "Er freut sich und Sie können sich dreißig Sekunden entspannen."
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    "text": "Er packt den Osterhasen aus und steckt in sich in den Mund."
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    "text": "Ein Trotzverhalten, das ihn ungebremst in die Altersklasse seines Ruhestörers katapultiert."
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    "text": "Mit einem differenzierenden Merkmal."
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    "text": "Er verfügt Überlebenserfahrung."
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    "text": "Für die meisten ein positiv konnotierter Begriff."
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    "text": "Zuweilen aber nichts anderes als ein amalgam wachsender Bitternis und Entrüstung unter der Aufgabe der Freude am Staunen."
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    "text": "Gilt es doch vielen als Zeichen von Schwäche und Unwissenheit."
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    "text": "Thomas von Aquin schenkte uns den Gedanken, staunen sei nichts anderes als eine Sehnsucht nach Wissen."
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    "text": "Vielleicht im Bewusstsein, dass vieles sich besser mit kindlicher Neugierder ertragen lässt."
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    "text": "Als wir aussteigen, strahlt der kleine Premierenflieger, als würde ihn die ganze Welt umarmen."
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    "text": "Nun ja, mit einer Ausnahme."
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    "text": "Am Ausgang steht die Flugbegleiterin mit einer Schachtel Osterhasen."
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    "text": "Der Junge stofft sich juchzent die Taschen voll."
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    "text": "Mein Sitznachbar hatte bereits großlos und ohne Schokolade."
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    "text": "die Maschine verlassen."
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