[
  {
    "start": 0.22,
    "end": 2.16,
    "text": "Hallo, liebe Hörerinnen und Hörern."
  },
  {
    "start": 2.42,
    "end": 4.08,
    "text": "Wir melden uns kurz aus der Zukunft!"
  },
  {
    "start": 4.56,
    "end": 8.6,
    "text": "Seit Folge twohundertsitzig heißt dieser Podcast Geschichten aus der Geschichte."
  },
  {
    "start": 8.98,
    "end": 11.3,
    "text": "Mehr dazu findet ihr unter geschichte.fm."
  },
  {
    "start": 11.78,
    "end": 13.74,
    "text": "Und jetzt geht's zurück in die Vergangenheit."
  },
  {
    "start": 14.06,
    "end": 14.58,
    "text": "Viel Spaß!"
  },
  {
    "start": 29.76,
    "end": 34.12,
    "text": "Hallo und herzlich willkommen bei Zeitsprung Geschichten aus der Geschichte!"
  },
  {
    "start": 34.28,
    "end": 35.44,
    "text": "Mein Name ist Richard."
  },
  {
    "start": 35.76,
    "end": 35.9,
    "text": "Und"
  },
  {
    "start": 36.02,
    "end": 36.94,
    "text": "mein Name ist Daniel."
  },
  {
    "start": 37.54,
    "end": 41.02,
    "text": "Ja, wir sind im neuen Jahr angekommen."
  },
  {
    "start": 46.28,
    "end": 47.2,
    "text": "Es geht weiter wie immer?"
  },
  {
    "start": 48.02,
    "end": 49.46,
    "text": "Wir erzählen uns gegenseitig Geschichten."
  },
  {
    "start": 51.36,
    "end": 57.84,
    "text": "Wir erzählten uns abwechslend Geschichten und du hast die Ehre in diesem Jahr die erste Geschichte erzählen zu dürfen."
  },
  {
    "start": 59.98,
    "end": 68.18,
    "text": "Da muss man natürlich dazu sagen, dass du ja immer geprellt wurdest im letzten Jahr um die vielen Jubiläumsfolgen, die wir gemacht haben."
  },
  {
    "start": 68.62,
    "end": 79.98,
    "text": "Also die hundertste, die zwei Jahresfolge und jetzt sagst du dafür mit der ersten Folge in den neun Jahren starten?"
  },
  {
    "start": 80.38,
    "end": 83.02,
    "text": "Ja Richard dann freue ich mich das Jahr eröffnen zu dürfen!"
  },
  {
    "start": 84.0,
    "end": 89.22,
    "text": "Mit einer Geschichte wo es zum ersten Mal um Theatergeschichte geht."
  },
  {
    "start": 90.84,
    "end": 104.64,
    "text": "Zumindest habe ich meine Hauptquelle aus der Abteilung Theatergeschichten in eine Bibliothek geholt, also ich muss nämlich gleich einschränken dass das wahrscheinlich etwas irreführend ist wenn ich jetzt sage wir reden über Theater Geschichte aber als Spoiler für den Moment finde ich passt ganz gut."
  },
  {
    "start": 105.26,
    "end": 120.48,
    "text": "Es ist nämlich ein Thema über das du sicher einiges Bescheid weißt Aber ich hatte in der Vorbereitung einige AHA-Erlebnisse und mir ist aufgefallen Darüber erschreckend wenig weiß und ich dachte mir, vielleicht geht es ja einigen unserer Zuhörerinnen und Zuhäner ähnlich."
  },
  {
    "start": 121.68,
    "end": 122.38,
    "text": "Lose geht es nochmal."
  },
  {
    "start": 122.44,
    "end": 127.18,
    "text": "wenn du der Meinung bist dass sie über irgendwas eh viel bei ist dann weise ich eigentlich gar nichts drüber."
  },
  {
    "start": 127.72,
    "end": 133.22,
    "text": "Schauen wir mal Es geht heute um Ting-Stätten Um die Ting Bewegung Und um Ting Spiele."
  },
  {
    "start": 133.94,
    "end": 137.38,
    "text": "Ja... You lost me already"
  },
  {
    "start": 138.08,
    "end": 144.56,
    "text": "Aber ich nehme an das Du mit dem Begriff Ting was anfangen kannst Also geschrieben THING wie das"
  },
  {
    "start": 145.7,
    "end": 145.88,
    "text": "Nein."
  },
  {
    "start": 146.32,
    "end": 147.52,
    "text": "Ja, umso besser ich hatte!"
  },
  {
    "start": 149.7,
    "end": 149.82,
    "text": "Also"
  },
  {
    "start": 150.54,
    "end": 156.16,
    "text": "es kann sein dass sie irgendwann in der Mitte der Folge drauf kommt, dass sie eh irgendwas drüber weiß."
  },
  {
    "start": 156.24,
    "end": 168.68,
    "text": "aber das ist eine dieser Sachen die irgendwo im Hinterkopf sind und die bin man jetzt sicher denke ich weiss was drüber weil ihr Artischer View habt und ja eigentlich nichts darüber weiß oder weiß wirklich etwas drüber."
  },
  {
    "start": 168.72,
    "end": 171.66,
    "text": "deswegen sag einfach mal nein und lass dich die Geschichte erzählen."
  },
  {
    "start": 172.34,
    "end": 177.26,
    "text": "Ich glaube du wirst recht schnell merken, dass es ein paar Punkte gibt wo du auf jeden Fall schon mal davon gehört hast."
  },
  {
    "start": 178.68,
    "end": 181.9,
    "text": "Weil das dein historisches Spezialgebiet betrifft."
  },
  {
    "start": 182.86,
    "end": 192.66,
    "text": "Aber nur noch einmal an der Ting steht für Ding und kommt als Begriff aus dem Germanischen und bedeutet so viel wie Gericht Sache oder Klage."
  },
  {
    "start": 195.1,
    "end": 195.8,
    "text": "Jetzt habe ich dich wieder!"
  },
  {
    "start": 199.68,
    "end": 199.98,
    "text": "Sehr gut."
  },
  {
    "start": 200.76,
    "end": 212.78,
    "text": "Also als Ting haben die Germanen Volks- oder Gerichtsversammlungen bezeichnet und Tingstätten waren Versammlungsorte der Germanen, also man hat es als Richtstättingerichtsplätze oder als Versammungsplätze genutzt."
  },
  {
    "start": 214.66,
    "end": 223.82,
    "text": "Und ein Aha-Erlebnis hatte ich zum Beispiel beim Wort Ding fest denn wer sich dem Ting entzogen hat der galt das Ding flüchtig und muss dingfest gemacht werden."
  },
  {
    "start": 224.32,
    "end": 224.84,
    "text": "daher kommt er."
  },
  {
    "start": 224.88,
    "end": 225.96,
    "text": "der Begriff Dingfest machen"
  },
  {
    "start": 226.76,
    "end": 227.08,
    "text": "sehr schön"
  },
  {
    "start": 228.02,
    "end": 235.82,
    "text": "Gab unterschiedliche Varianten je nach Stamm- und Zeitraum, aber es gab zum Beispiel ein jährliches Allting."
  },
  {
    "start": 236.58,
    "end": 238.46,
    "text": "Ein Ting fand immer unter freiem Himmel statt."
  },
  {
    "start": 238.76,
    "end": 245.04,
    "text": "die Tingstätten waren immer an markanten Plätzen unter großen Eichen oder Linden oder auf bestimmten Bergen oder Hügeln."
  },
  {
    "start": 245.68,
    "end": 249.24,
    "text": "Es gibt heute auch noch ganz viele Gerichtslinden oder Gerichtseichen."
  },
  {
    "start": 249.72,
    "end": 253.04,
    "text": "Die sind heute auch oft als Naturdenkmäler in vielen Orten erhalten."
  },
  {
    "start": 255.1,
    "end": 258.66,
    "text": "Das hat natürlich auch damit zu tun, dass die Teilnehmer den Ort gut finden sollten."
  },
  {
    "start": 258.76,
    "end": 267.26,
    "text": "Deshalb waren es halt oft markante Plätze und die Ting treffen, die standen, die fanden häufig um Neu oder um Vollmond statt."
  },
  {
    "start": 267.34,
    "end": 271.74,
    "text": "also das hat man sozusagen noch eine zeitliche Orientierung."
  },
  {
    "start": 273.6,
    "end": 280.44,
    "text": "Nach der Christianisierung wurden die Ting-Plätze weiter genutzt und hat zum Beispiel Kirchen die Nähe gebaut oder an dem Ort selbst eine Kirche gebaut."
  },
  {
    "start": 282.02,
    "end": 285.24,
    "text": "Wichtig war auch noch, dass keine Waffen getragen werden durften innerhalb der Tingstätten."
  },
  {
    "start": 285.36,
    "end": 290.16,
    "text": "Also die waren abgegrenzt und innerhalb dieser Tingstädten durfte man dann auch keine Waffen mit reinnehmen."
  },
  {
    "start": 290.86,
    "end": 300.4,
    "text": "Und es gibt heute noch Parlamente in Europa, die sich an diese Tradition erinnern – also an die Ting-Tradition zum Beispiel Island um an eine deiner letzten Episoden anzuknüpfen."
  },
  {
    "start": 301.54,
    "end": 303.86,
    "text": "Das isländische Parlament heißt bis heute Allting."
  },
  {
    "start": 304.98,
    "end": 305.82,
    "text": "Ah!"
  },
  {
    "start": 305.9,
    "end": 310.66,
    "text": "Das nächste AHA-Erlebnis hatte ich beim Blick auf den mythischen Ursprung des Ting."
  },
  {
    "start": 311.62,
    "end": 318.42,
    "text": "Den Schutz her der Ting-Versammlung war in der germanischen Götterwelt ZIU, das ist also die althochdeutsche Variante."
  },
  {
    "start": 318.98,
    "end": 321.32,
    "text": "Ich entschuldige mich gleich für meine alte Hochdeutscher Aussprache."
  },
  {
    "start": 323.02,
    "end": 328.36,
    "text": "Alte Hochdeutsmittel, Hochdeutes nicht so... ...habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung von."
  },
  {
    "start": 328.96,
    "end": 339.72,
    "text": "Also jedenfalls in der Germanischen Göttterwelt war der ZIYU auch als Tiu, germanisch auch als Tür oder Tiwaz bezeichnet wurde."
  },
  {
    "start": 340.48,
    "end": 343.82,
    "text": "Das ist der Gott des Gerichts und der Beratungen und der Gerechtigkeit."
  },
  {
    "start": 345.02,
    "end": 351.04,
    "text": "Und vielleicht ist es auch völlig trivial, und das wissen schon alle... Für mich war's aber neu, dass der Dienstag danach benannt ist."
  },
  {
    "start": 351.4,
    "end": 353.32,
    "text": "Germanisch war das nämlich der Tius-Tag."
  },
  {
    "start": 353.96,
    "end": 355.58,
    "text": "Und jetzt kommt's aber noch besser!"
  },
  {
    "start": 357.0,
    "end": 359.32,
    "text": "Auch das Wort Deutsch leitet sich daran ab."
  },
  {
    "start": 359.9,
    "end": 364.76,
    "text": "Im achten Jahrhundert findet sich nämlich das Wort dieutsch, also da kommt schon dieser Tiu vor."
  },
  {
    "start": 365.06,
    "end": 366.46,
    "text": "Dieser Tiu-Ziu."
  },
  {
    "start": 367.64,
    "end": 378.32,
    "text": "Und er findet sich im achten Jahrhundert zum ersten Mal in den Quellen Und Deutsch bedeutet in der Karolinger-Zeitz zunächst mal einfach nur Volkssprachig, also Abgrenzung zu nicht Lateinisch."
  },
  {
    "start": 378.76,
    "end": 379.28,
    "text": "Das hab ich wusst!"
  },
  {
    "start": 380.28,
    "end": 381.04,
    "text": "Aber das sag' schon alles..."
  },
  {
    "start": 382.92,
    "end": 388.5,
    "text": "Also diesen Sammelbegriff von Germanen für eine Vielzahl an Stämmen, den gab's schon vorher."
  },
  {
    "start": 388.58,
    "end": 402.02,
    "text": "aber dann dieser Begriff Deutsch oder eben in dem Fall dieses Dieutsch, das existiert so seit dem zehnten Jahrhundert als Eigenbezeichnung für die Germanen und Das war auch für mich ein Sohn Haar-Erlebnis."
  },
  {
    "start": 402.08,
    "end": 407.36,
    "text": "Also das Deutsch, also tatsächlich von diesem Ting... Ja, dass sich das auch von diesen Ting ableiten lässt."
  },
  {
    "start": 409.14,
    "end": 411.7,
    "text": "Entscheidend für unsere Geschichte ist es allerdings überhaupt nicht!"
  },
  {
    "start": 413.94,
    "end": 421.88,
    "text": "Zu erwähnen ist noch, dass mit den Merovingern die Christianisierung beginnt,... ...das Claude Wick."
  },
  {
    "start": 421.94,
    "end": 430.88,
    "text": "der Erste war der erste, der nach einer Schlacht gegen die Allermannen vierhundertsechsundneunzig nach der Zeitenwende lässt er sich taufen."
  },
  {
    "start": 431.6,
    "end": 442.24,
    "text": "Und die Christianisierung dauert danach noch eine ganze Weile, das setzt sich dann ja zum Beispiel auch fort bei Kalim Großen, der auch bekannt ist für ... Die brutale Christianisierung der Sachsen."
  },
  {
    "start": 442.8,
    "end": 447.56,
    "text": "und üblich war es damals dass im Zuge der Christianisierung alte Tingplätze umgewitmen wurden."
  },
  {
    "start": 448.02,
    "end": 461.6,
    "text": "also häufig wurde dann eben wie ich das vorhin auch schon gesagt habe dann Kirchen dort gebaut Und mit der Unterwerfung der germanischen Stämme dann durch die Franken und in dieser Folgezeit endet auch die politische Selbstbestimmung der Germanen."
  },
  {
    "start": 462.46,
    "end": 471.34,
    "text": "Diese Tingstätten waren ja genau ihre entscheidende Plätze eben für diese politische selbstbestimmung, die die Germanen bis dahin noch hatten."
  },
  {
    "start": 472.18,
    "end": 481.16,
    "text": "Aber das war jetzt eigentlich nur die Vorgeschichte denn jetzt geht es nicht um die Tingstädte der Germaninnen sondern es geht um die Germaninnen als mystisch idealisierte Vorfahren der Deutschen."
  },
  {
    "start": 481.94,
    "end": 483.5,
    "text": "Und wer hat sich da massiv hervorgetan?"
  },
  {
    "start": 484.46,
    "end": 484.84,
    "text": "Ich weiß nicht."
  },
  {
    "start": 485.38,
    "end": 485.76,
    "text": "Die Nazis!"
  },
  {
    "start": 485.8,
    "end": 485.88,
    "text": "Ach"
  },
  {
    "start": 487.08,
    "end": 493.12,
    "text": "so, eh so... Okay, ich hab gedacht du wolltest jetzt irgendwie jemanden speziell entwiesen."
  },
  {
    "start": 495.46,
    "end": 495.48,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 495.86,
    "end": 496.4,
    "text": "die Nazis."
  },
  {
    "start": 496.72,
    "end": 496.82,
    "text": "Jetzt"
  },
  {
    "start": 496.86,
    "end": 499.08,
    "text": "geht's um die Ting-Bewegung im Nationalsozialismus."
  },
  {
    "start": 500.68,
    "end": 516.679,
    "text": "Also das ist aus meiner Sicht eine sehr spannende Geschichte über die gestolpert bin und von der ich auch vorher noch gar keine Ahnung hatte dass es die gibt dass es einen Grund gibt, warum die nicht sehr bekannt ist diese Tingbewegung bei den Nationalsozialisten."
  },
  {
    "start": 516.919,
    "end": 521.0,
    "text": "Die Ting-Bewegungen gab es schon vor den National-Sozialisten."
  },
  {
    "start": 521.1,
    "end": 530.16,
    "text": "also das startet schon Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wo Großveranstaltungen als Ting bezeichnet wurden und das greifen dann die Nationalsozialisten auf."
  },
  {
    "start": 532.2,
    "end": 537.72,
    "text": "Die greifen diese Tingkultur aber nicht nur auf sondern überformen sie nach ihren eigenen Vorstellungen."
  },
  {
    "start": 538.44,
    "end": 541.74,
    "text": "Die wollen eine neue Art von Massenspektakel erfinden."
  },
  {
    "start": 542.4,
    "end": 550.48,
    "text": "Der Tingplatz sollte ein Ort werden, an dem sich die Volksgemeinschaft an Festtagen trifft und vielleicht kennst du das Hollywood Bowl?"
  },
  {
    "start": 551.38,
    "end": 554.86,
    "text": "Das ist ne sehr bekannte Freilicht-Bühne und die gehen... Ah"
  },
  {
    "start": 555.24,
    "end": 557.88,
    "text": "so ja, die kenne ich aus Kulambu vor allem!"
  },
  {
    "start": 558.64,
    "end": 559.04,
    "text": "Achso echt?"
  },
  {
    "start": 559.12,
    "end": 560.34,
    "text": "Da kenne Ich sie nachher."
  },
  {
    "start": 560.4,
    "end": 564.1,
    "text": "Es gibt ein Episode wo dann Dirigent der Mörder ist."
  },
  {
    "start": 564.18,
    "end": 564.62,
    "text": "Ah verstehe."
  },
  {
    "start": 565.16,
    "end": 566.14,
    "text": "Tutte um für den Spoiler."
  },
  {
    "start": 570.24,
    "end": 573.94,
    "text": "Also das ist so mit einer der bekanntesten Freilichtbühnen, die es gibt."
  },
  {
    "start": 574.38,
    "end": 580.96,
    "text": "Und sie gilt als ein unbekanntes Vorbild für den Nationalsozialistischen Ting-Plätze."
  },
  {
    "start": 582.14,
    "end": 584.94,
    "text": "Im Grunde waren das freilicht bühnen nach antikem vorbild."
  },
  {
    "start": 585.04,
    "end": 586.76,
    "text": "also das ist der entscheidende Knift."
  },
  {
    "start": 586.8,
    "end": 595.5,
    "text": "Das ist quasi keine normale Theaterbühne sondern das ist eine nach antiken nach griechischem Vorbild und das war in den zwanzig Jahren nicht unüblich."
  },
  {
    "start": 595.58,
    "end": 600.04,
    "text": "also da gibt's einige Beispiele dafür solche Art von freilich Bühnen zu zu errichten."
  },
  {
    "start": 600.46,
    "end": 618.5,
    "text": "Aber der entscheidende Punkt jetzt bei den Nationalsozialisten ist, dass Goebbels nachdem die Nazis an der Macht waren, haben die starke Hoffnung in das Theater gesetzt als Mittel zur Propaganda und er fordert, dass das Freilichttheater zum Theater des neuen Volksstaates werden sollte."
  },
  {
    "start": 619.06,
    "end": 627.6,
    "text": "Er sprach da vom Theater der Hunderttausend und die Nazis haben sich dann daran gemacht einen Konzept zu entwickeln."
  },
  {
    "start": 628.1,
    "end": 631.7,
    "text": "In den letzten Jahren kam der Begriff Ting auf."
  },
  {
    "start": 632.48,
    "end": 635.02,
    "text": "Und in den nächsten Jahren war das Jahr der Ting-Euforie."
  },
  {
    "start": 636.44,
    "end": 640.78,
    "text": "So hat es ein Historiker bezeichnet, dass die Jahre der Ting Euforie war."
  },
  {
    "start": 642.0,
    "end": 644.84,
    "text": "Im Frühjahr wurde dann ein großes Bauprogramm gestartet."
  },
  {
    "start": 645.54,
    "end": 655.24,
    "text": "Ziel war aber auch, dass nicht nur diese Bühnen gebaut werden sondern auch ein neues Theater inhaltlicher Art geschaffen wird."
  },
  {
    "start": 656.76,
    "end": 669.16,
    "text": "Da waren die Planungen aber noch nicht so weit, sodass sie zunächst nur diese Tingstätten bauen wollten und dann – wie Sie es nannten – Zitat aus der Spielpraxis heraus den Darstellungsstil erarbeiten."
  },
  {
    "start": 670.58,
    "end": 676.92,
    "text": "Also die wollten erst diese Städte bauen und dann wollten sie eine Neuart von Theater auch dort spielen lassen."
  },
  {
    "start": 678.38,
    "end": 689.1,
    "text": "Die größte Anlage war in Gelsenkirchen geplant mit insgesamt zweihunderttausend Zuschauern Und der Reichspunt der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele sollte dann ein Konzept für ein gemanisches Theater entwickeln."
  },
  {
    "start": 689.62,
    "end": 699.46,
    "text": "Also die Nazis wollten in neue Formen des Theaters ein gemaneses Theater etablieren, und auf diesen Tingstätten sollten kultische Sprechkoadramen sogenannte Ting-Spiele stattfinden."
  },
  {
    "start": 701.5,
    "end": 705.54,
    "text": "Das Ziel war also eine germanische Variante des griechischen Theaters in neuzeitlicher Form."
  },
  {
    "start": 705.92,
    "end": 710.52,
    "text": "Im Grunde so ne Mischung aus Festspiel und Kundgebungen."
  },
  {
    "start": 710.96,
    "end": 714.2,
    "text": "Geplant war ein Netz von insgesamt vierhundert Ting-Plätzen."
  },
  {
    "start": 715.78,
    "end": 721.2,
    "text": "Und das Ting spielte zunächst eine wichtige Rolle in der Kulturpolitik und wurde auch hoch priorisiert."
  },
  {
    "start": 721.6,
    "end": 734.04,
    "text": "Das hatte zur Folge, dass sie als sogenannte Notstandsarbeiten durch Reichsmittel mitfinanziert wurden, weshalb sich ganz viele Städte darum beworben haben ne Ting-Städte errichten zu dürfen oder zu können."
  },
  {
    "start": 735.14,
    "end": 736.76,
    "text": "Das fiel dann aber bald weg."
  },
  {
    "start": 737.92,
    "end": 740.88,
    "text": "Das war dann den Nationaldeutscherlisten doch ein bisschen zu teuer."
  },
  {
    "start": 742.02,
    "end": 749.22,
    "text": "Es gab einen sogenannten Ting-Erlass im Oktober, und ab da merkt man auch schon dass sich so ein bisschen Skepsis breit macht."
  },
  {
    "start": 749.78,
    "end": 757.02,
    "text": "Man merkt es zum Beispiel auch daran das die Ting Spiele, die dann entwickelt werden sollten als neue Form des Theaters, die entwickelten sich auch mäßig."
  },
  {
    "start": 757.4,
    "end": 771.3,
    "text": "also bis nineteenhundertfünfunddreißig gab's nur vierzehn Stücke, die als Ting Spielen genehmigt waren Die so entwickelt wurden, war Goebbels auch nicht besonders zufrieden und es führt dann letztlich auch zum Ende der organisierten Tingbewegung."
  },
  {
    "start": 771.66,
    "end": 775.72,
    "text": "Nur kurze Zeit nachdem sie als ins Leben gerufen wurde nämlich Ende, nineteenhundertdreißig."
  },
  {
    "start": 777.34,
    "end": 781.86,
    "text": "Goebbes sagt da Zitat das Reich verfügt noch nicht über die Bühnen."
  },
  {
    "start": 781.94,
    "end": 787.48,
    "text": "Dichter die divisionäre Kraft besitzen den zählischen Gehalt unserer Zeit in dramatische Formen zu gießen."
  },
  {
    "start": 787.92,
    "end": 793.92,
    "text": "also Sie hatten zwar die Idee, diese neue Theaterform zu gestalten."
  },
  {
    "start": 794.1,
    "end": 802.44,
    "text": "Aber sie hatten zunächst mal jetzt nur die Aufführungsorte... ...aber sie waren sich intern auch nicht ganz einig wie die dann tatsächlich umgesetzt werden sollten."
  },
  {
    "start": 803.74,
    "end": 814.64,
    "text": "Also die ersten Tingspiele, die davon also Autoren wurden dann eben aufgefordert, Tingspiele zuschreiben und irgendwie fanden die Nazis alle nicht überzeugend."
  },
  {
    "start": 815.84,
    "end": 821.24,
    "text": "Eines Drohdecker hat diese diese Tink-Spiele dann mal als komprimierte Wagneropern bezeichnet."
  },
  {
    "start": 824.3,
    "end": 830.6,
    "text": "Also es war sozusagen der Versuch, Theater und Propaganda zum nationalsozialistischem Volksschauspiel zu verbinden."
  },
  {
    "start": 831.32,
    "end": 836.32,
    "text": "Und dieser Versuch wurde aber dann abgebrochen und nicht weiterverfolgt."
  },
  {
    "start": 836.74,
    "end": 850.34,
    "text": "Goebbels hat dann verlautbart dass das ein falscher Übereifer war mit dem sie da gestartet sind, Und im Oktober, der Begriff Ting wurde überhaupt verboten in dem Zusammenhang."
  },
  {
    "start": 851.28,
    "end": 864.02,
    "text": "Es heißt dann, es wird angeordnet dass mit dem heutigen Tag keinerlei Begriffe wie Ting oder Tingstätte in Verbindung mit Parteipolitischen Veranstaltungen oder staatlichen Unternehmungen verwandt werden darf."
  },
  {
    "start": 865.46,
    "end": 873.04,
    "text": "Die Ting-Stätten sollten jetzt in Zukunft Freilichtbühnen heißen und Ting Spiele sollten jetzt anerkannte politische Koadrahmen heißen."
  },
  {
    "start": 874.24,
    "end": 884.98,
    "text": "Einer der Höhepunkte der Ting-Bewegung war dann die Einweihung der Heidelberger Tingstätte am Zweiundzwanzigsten Juni, also kurz vor dem Verbot."
  },
  {
    "start": 886.26,
    "end": 910.72,
    "text": "Da war Goebbels auch selbst anwesend als diese Tingstädte eingeweiht wurde und es war das einzige Mal dass die Tingstättel wirklich voll besetzt war weil sie dann im Anschluss nur noch für kleinere Feiern verwendet wurden aber eben nicht mehr als echte Tingstätten wie sie vorher mal geplant waren Und in seiner Rede bezeichnet er dann auch die Heidelberger Tingstätte als steingewordener Nationalsozialismus."
  },
  {
    "start": 911.84,
    "end": 925.88,
    "text": "Tingstetten wurden dann im Anschluss vor allen Dingen für Kundgebungen Sonnwendfeiern und Fahnenwein verwendet, und man hatte – das hatte ich vorher nicht gesagt – dass Tingspiel sollte vor allem von Leinen getragen werden?"
  },
  {
    "start": 926.88,
    "end": 931.44,
    "text": "Daher wurden in den letzten Jahren auch Spielgemeinschaften gegründet."
  },
  {
    "start": 931.74,
    "end": 933.32,
    "text": "Und die wurden jetzt aber auch wieder aufgelöst."
  },
  {
    "start": 933.86,
    "end": 939.72,
    "text": "Es geht aber noch ein Schritt weiter, nämlich es folgt dann das sogenannte Sprechkohrverbot."
  },
  {
    "start": 940.18,
    "end": 943.58,
    "text": "Im Mai neunzehnhundertzechsendreißig lässt Göbbels dann Sprechnöhre verbieten."
  },
  {
    "start": 944.3,
    "end": 946.4,
    "text": "Das wirkt im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich."
  },
  {
    "start": 946.7,
    "end": 958.64,
    "text": "mit Blick auf die Begründung wird die Absicht aber sehr deutlich Also die Sprechköhre, die sollten ein wichtiges oder ein zentrales Moment auch sein dieser Tingspiele."
  },
  {
    "start": 959.24,
    "end": 976.54,
    "text": "Und in der Begründung sagt also warum es zu diesem Sprecherverbot kommt, sagt Goebbels Zitat Es muss betont werden dass Banalitäten und Phrasen nicht wie man vielfach zu meinen scheint dadurch gehaltvoll werden das man sie im getragenen Ton vorträgt oder durch Köhre sprechen lässt."
  },
  {
    "start": 976.76,
    "end": 985.94,
    "text": "Diese geschwollene und pathetische Ausdrucksweise wirkt erst recht peinlich und unerträglich, wenn sie nur dazu dient altbekanntes selbstverständliches oder gar alltägliches zu sagen."
  },
  {
    "start": 986.34,
    "end": 999.1,
    "text": "Und jetzt kommt der Punkt wo Goebbels nochmal betont warum dieses Sprechkorverbot sinnvoll ist und da erkennt mir auch was damit bezweckt wurde dass es zu dem Sprechenkorverbot kommt."
  },
  {
    "start": 999.74,
    "end": 1012.3,
    "text": "Er sagt Zitat Die Dichtungsform des Sprechkores, die vorbildlicherweise bei den großen Aufmärschen auf den Parteitagen verwandt wurde, solle nicht zu einer Lieblingsbeschäftigung von Konjunkturdichtern herabgewirkt werden."
  },
  {
    "start": 1013.66,
    "end": 1020.3,
    "text": "Also man sieht daran... Es ging darum dass die Sprechlöre die wahnsinnig wirkmächtig waren und bei den Parteittagen ja eingesetzt wurden."
  },
  {
    "start": 1021.38,
    "end": 1026.72,
    "text": "Damit wollten sie aber hin und das es hier so ein Gewöhnungseffekt gibt durch Leinen, die auch eben diese Sprellöre verwenden."
  },
  {
    "start": 1027.42,
    "end": 1034.16,
    "text": "Und die dann halt dazu führen, also dass sie den Effekt an den Parteitagen dann bindern hätten können."
  },
  {
    "start": 1034.64,
    "end": 1035.7,
    "text": "Das ist so der eine Aspekt."
  },
  {
    "start": 1035.76,
    "end": 1053.92,
    "text": "und der andere Aspekt, das es auch gleichzeitig in einer NS-interne Debatte gab nämlich hatten die Sprechkürre eine kommunistische Vergangenheit Und es gab wohl einige in der NSDAP, die ein anderes Verständnis von der Volksgemeinschaft hatten und die SpRECHKÜRRE, die hatten eine pädagogische und agitatorische Funktion."
  },
  {
    "start": 1055.56,
    "end": 1062.34,
    "text": "Aber es gab im internen Streit über die Ausrichtung der Ting-Spiele und dann eben auch der Sprechkörer."
  },
  {
    "start": 1062.66,
    "end": 1064.46,
    "text": "Also eine Sprechnkörern hat sich das dann entzündet."
  },
  {
    "start": 1064.84,
    "end": 1079.26,
    "text": "Tja, obwohl die Tingbewegungen jetzt nicht mehr unterstützt wurde und sogar umbenannt wurden – und es einen Sprechenkorverbot gab – kam es jetzt trotzdem überhaupt erst zum Höhepunkt der Tingbewegerung nämlich mit der Aufführung eines Tingspiels auf der Dietrich Eckhardt Bühne in Berlin."
  },
  {
    "start": 1079.76,
    "end": 1090.56,
    "text": "Am zweiten August neunzehnhundertsechsunddreißig wurde im Rahmen der olympischen Spiele auf der heutigen Waldbühne Dietrich Eckhardt Bühne, das Frankenburger Würfelspiel aufgeführt."
  },
  {
    "start": 1091.0,
    "end": 1099.94,
    "text": "Die Aufführung war gleichzeitig die erste Veranstaltung der Bühnen, die mehr als zwanzig Tausend Sitzplätze hatte und war benannt nach Dietrich Eckardt dem ersten Redakteur des Völkes schon beobachtet."
  },
  {
    "start": 1100.28,
    "end": 1106.34,
    "text": "Nach dem Krieg wurde die Bühner in Waldbühne umbenannt und seit den sechteren Jahren finden dort Fallningen Konzerte statt."
  },
  {
    "start": 1106.92,
    "end": 1108.36,
    "text": "Ich weiß nicht ob du die Waldbühne kennst?"
  },
  {
    "start": 1108.86,
    "end": 1109.0,
    "text": "Nein!"
  },
  {
    "start": 1109.76,
    "end": 1114.34,
    "text": "Ist mit einer der, würde ich sagen ja bekanntesten deutschen Konzertbühnen."
  },
  {
    "start": 1114.82,
    "end": 1118.44,
    "text": "Okay Ich war bisher auf wenigen Konzerten in Deutschland, muss ich zugeben."
  },
  {
    "start": 1118.7,
    "end": 1119.16,
    "text": "Ja, verstehe."
  },
  {
    "start": 1119.68,
    "end": 1125.88,
    "text": "Die Waldbühne ist schon legendär und unter anderem zum Beispiel gab es mal einen Auftritt der Rolling Stones in nineteen fünf und sechzig."
  },
  {
    "start": 1127.86,
    "end": 1130.94,
    "text": "Nach diesem Auftritt hat sieben Jahre lang gedauert die Bühne wieder entstandzusetzen."
  },
  {
    "start": 1134.58,
    "end": 1135.12,
    "text": "Sieben Jahre?"
  },
  {
    "start": 1135.34,
    "end": 1135.4,
    "text": "Ja"
  },
  {
    "start": 1135.82,
    "end": 1137.3,
    "text": "dieses Konzert gibt's auch."
  },
  {
    "start": 1137.54,
    "end": 1139.62,
    "text": "ein Haufen Fotos also Rolling Stones an der Waldbüne."
  },
  {
    "start": 1139.68,
    "end": 1146.7,
    "text": "das ist eines der legendären Rolling Stones Konzerte aber eben interessanterweise eine national sozialistische Tingstätte."
  },
  {
    "start": 1147.18,
    "end": 1148.98,
    "text": "Jetzt noch zum Frankenburger Würfelspiel."
  },
  {
    "start": 1149.02,
    "end": 1153.68,
    "text": "Du hast dich ja wahrscheinlich gefragt, was hat es mit diesem Ting-Spiel Frankenburger Würfelspielen auf sich?"
  },
  {
    "start": 1154.58,
    "end": 1158.5,
    "text": "Ja allerdings klingt so ein bisschen nach so."
  },
  {
    "start": 1158.6,
    "end": 1159.3,
    "text": "Bau und Theater"
  },
  {
    "start": 1159.6,
    "end": 1163.9,
    "text": "Klingt so aber ist dann tatsächlich ganz anders."
  },
  {
    "start": 1164.68,
    "end": 1173.4,
    "text": "Es ging um eine Gerichtszene und damit knüpft das Würfespiel an die alte Bedeutung von Ting an Also Ting als Gericht."
  },
  {
    "start": 1173.46,
    "end": 1182.78,
    "text": "Und diese Gerichtszene hat folgende Bewandlung Dieses Frankenburger Würffespiel war das bekannteste und meistgespielte Tinkspiel, wurde geschrieben von Eberhard Wolfgang Müller."
  },
  {
    "start": 1183.8,
    "end": 1186.9,
    "text": "Und der historische Bezug ist – vielleicht kennst du den sogar zufällig!"
  },
  {
    "start": 1187.34,
    "end": 1195.12,
    "text": "Das Würffespiel war der Auftakt zum oberösterreichischen Bauernkrieg-Sechzehnundundvonzwanzig."
  },
  {
    "start": 1196.16,
    "end": 1202.08,
    "text": "Was da passiert ist, dass im Zuge der Gegenreformationen kam es zum Aufstand in Frankenburg."
  },
  {
    "start": 1202.68,
    "end": 1207.46,
    "text": "Die Habsburger hatten das Gebiet in der Zeit an den bayerischen Herzog Maximine, den Ersten verpfendet."
  },
  {
    "start": 1208.22,
    "end": 1215.66,
    "text": "Und die Bayern griffen da hart durch und haben thirty-six Personen als Rädelsführer indifiziert und zum Todeverurteilt."
  },
  {
    "start": 1216.12,
    "end": 1218.24,
    "text": "Und jetzt kommt das Würfespiel ins Spiel."
  },
  {
    "start": 1218.96,
    "end": 1230.42,
    "text": "Die Hälfte, der zum Toteverurteilten sollte begnadigt werden, die mussten allerdings ein paar Weisen um ihr Leben würfeln Und die Verlierer wurden dann jeweils gehängt."
  },
  {
    "start": 1231.2,
    "end": 1237.22,
    "text": "Diese Gerichtszene, das ist eben das Thema dieses Ting-Spiels der Frankenburger Büffelspiele."
  },
  {
    "start": 1239.28,
    "end": 1248.62,
    "text": "Das war eben dieser Höhepunkt der Ting-Bewegung, und ab dem Jahr von hier war dann praktisch schon wieder vorbei mit der Tingbewegung."
  },
  {
    "start": 1249.4,
    "end": 1256.82,
    "text": "Goebbels hat das Tingspiel in jede Form des Freilichtheaters Wie man das bezeichnen hat, Reichswichtigkeit entbunden."
  },
  {
    "start": 1257.24,
    "end": 1258.14,
    "text": "Bis dahin wurden ca."
  },
  {
    "start": 1258.28,
    "end": 1259.96,
    "text": "vierzig Ting-Stätten fertig gebaut."
  },
  {
    "start": 1260.98,
    "end": 1268.62,
    "text": "Die Freilichtbühne wurden zwar weiter genutzt aber vor allen Dingen zum Beispiel bei Sonnwend feiern Aber fast nicht mehr als Tingstätten im Sinne der Tingbewegung."
  },
  {
    "start": 1269.04,
    "end": 1276.6,
    "text": "Und die Frage ist natürlich warum verlieren die Nazis jetzt Interesse an den Tingstädten oder an dieser Sache?"
  },
  {
    "start": 1277.62,
    "end": 1287.58,
    "text": "Und ein Grund ist, dass Sie eingesehen haben, dass das Theater nicht in der Form wie sie es geplant habe, nicht massenwirksam genug war und haben stattdessen auf Film und Radio gesetzt."
  },
  {
    "start": 1288.46,
    "end": 1288.52,
    "text": "Ja!"
  },
  {
    "start": 1289.04,
    "end": 1289.3,
    "text": "Und wenn?"
  },
  {
    "start": 1289.4,
    "end": 1290.78,
    "text": "Auf Theater dann eher auf Operetten."
  },
  {
    "start": 1291.68,
    "end": 1299.32,
    "text": "Also was Massenveranstaltungen betrifft wurden dann stattdass mehr Aufmarsplätze in den größeren Städten verwendet, statt diese Tingstätten."
  },
  {
    "start": 1300.4,
    "end": 1303.66,
    "text": "Und hast sich ja wahrscheinlich schon gewundert warum Wien keine NS-Tingstätte hat?"
  },
  {
    "start": 1305.94,
    "end": 1309.54,
    "text": "Aber das lag natürlich daran, dass die Tink-Bewegung schon wieder vorbei war."
  },
  {
    "start": 1310.86,
    "end": 1311.18,
    "text": "Sehr gut!"
  },
  {
    "start": 1313.22,
    "end": 1321.06,
    "text": "Und Plätze wie der Heldenplatz sich für die NS-Specke ja sehr gut geeignet haben und der Helbenplatz nämlich auch als Tinkstätte Großdeutschlands bezeichnen wurde."
  },
  {
    "start": 1323.4,
    "end": 1326.26,
    "text": "Also insgesamt, wie gesagt, vierhundert Tinkstäten waren geplant."
  },
  {
    "start": 1326.42,
    "end": 1334.98,
    "text": "Zweiunddreißig wurden dann offiziell als genehmigte Tinkstände gebaut, dreiunddreizig wurden begonnen aber nicht vollendet und einundzwanzig wurden ohne Genehmigung gebaut."
  },
  {
    "start": 1336.6,
    "end": 1343.02,
    "text": "Die bekanntesten Anlagen sind die Waldbühne in Berlin, die Tinkstätte auf dem heiligen Berg in Heidelberg."
  },
  {
    "start": 1344.12,
    "end": 1350.72,
    "text": "Die Galter, die habe ich jetzt vorhin auch schon genannt, das war die wo Goebbels auch da war zur Einweihungsfeier."
  },
  {
    "start": 1352.3,
    "end": 1357.04,
    "text": "und die Galter ist als vorbildliche Anlage und diente auch anderen Tinksten als Vorbild."
  },
  {
    "start": 1357.82,
    "end": 1368.6,
    "text": "Die Anlage in Heidlberg ist nämlich heute noch sehr bekannt, nämlich wurde sie in den achtziger Jahren renoviert und wird heute in der Nacht auf den ersten Mai genutzt."
  },
  {
    "start": 1369.48,
    "end": 1375.52,
    "text": "Jedes Jahr kommen da bis zu zwanzigtausend Menschen, nehmen da an der Walpurgisnacht-Feier teil."
  },
  {
    "start": 1376.14,
    "end": 1389.34,
    "text": "Aber sehr aktuell im Dezember noch, zwei Tausend Siebzehnte verbot jetzt die Stadt Heidelberg die kommenden Walpogisnachtsfeiern dort aufgrund der zuvor durch Besuche ausgelösten Waldbrände."
  },
  {
    "start": 1390.16,
    "end": 1393.8,
    "text": "Ja also was du noch kennen könntest ist die Tingstätte in Bad Segeberg."
  },
  {
    "start": 1394.56,
    "end": 1397.46,
    "text": "Die wird heute nämlich auch noch sehr aktiv genutzt."
  },
  {
    "start": 1398.48,
    "end": 1399.98,
    "text": "Ketzt du Barzegeberg für irgendwas?"
  },
  {
    "start": 1401.3,
    "end": 1402.62,
    "text": "Barzeegeberg, nein!"
  },
  {
    "start": 1403.92,
    "end": 1411.68,
    "text": "Barzegeeberg ist in der Nähe von Hamburg und dort finden seit twohneunzehnundzwanzig jedes Jahr die Karl-Mai Spiele statt."
  },
  {
    "start": 1412.66,
    "end": 1413.7,
    "text": "Ja natürlich, ja."
  },
  {
    "start": 1414.5,
    "end": 1419.02,
    "text": "Und diese Tingstätte heißt heute Kalkbergstadion."
  },
  {
    "start": 1419.74,
    "end": 1422.46,
    "text": "Da wird immer so Alcetta enthalten"
  },
  {
    "start": 1423.1,
    "end": 1423.62,
    "text": "Richtig, genau."
  },
  {
    "start": 1423.68,
    "end": 1423.82,
    "text": "Und?"
  },
  {
    "start": 1424.06,
    "end": 1425.14,
    "text": "Wenete und diese Geschichten."
  },
  {
    "start": 1426.14,
    "end": 1429.22,
    "text": "Genau eine ehemalige Tingstätte der Nationalsozialisten."
  },
  {
    "start": 1430.22,
    "end": 1431.08,
    "text": "Ja das ist spannend!"
  },
  {
    "start": 1431.6,
    "end": 1436.94,
    "text": "Also dass wirklich so viele gibt die heute noch verwendet also in Verwendungssinn eigentlich."
  },
  {
    "start": 1437.34,
    "end": 1442.34,
    "text": "Also jetzt gemessen an der Anzahl die gebaut worden sind wahrscheinlich nicht mehr so viel aber trotzdem dass sie noch gibt."
  },
  {
    "start": 1443.44,
    "end": 1449.06,
    "text": "Es ist wahrscheinlich dann so nach dem zweiten Wirkung nach einem Regime."
  },
  {
    "start": 1450.0,
    "end": 1456.14,
    "text": "Hat man die dann auch nicht irgendwie zerstören müssen, um irgendwie auch Zeichen zu tilgen?"
  },
  {
    "start": 1457.62,
    "end": 1459.24,
    "text": "Nachdem das Ganze schon vorher vorbei war."
  },
  {
    "start": 1459.6,
    "end": 1461.66,
    "text": "Genau, das finde ich sehr interessant!"
  },
  {
    "start": 1462.82,
    "end": 1475.84,
    "text": "Man hat da ein Beispiel eines gescheiterten Propagandaprojekts eigentlich Und hat das dann jetzt gar nicht mehr so Nazi besetzt?"
  },
  {
    "start": 1476.4,
    "end": 1479.18,
    "text": "Weil diese Freilichtbühne, die gab es ja auch schon vorher in diesem Stiel."
  },
  {
    "start": 1479.24,
    "end": 1484.02,
    "text": "Also ich habe das Hollywood-Bau auch angesprochen also... Das war jetzt nichts was wirklich nationalsozialistisch besetzt waren."
  },
  {
    "start": 1484.66,
    "end": 1492.7,
    "text": "Ja Richard und das war mein Zeitsprung über Tingstätten und die NS-Tingbewegungen ein gescheiterter Versuch eine neue Form des Theater zu etablieren."
  },
  {
    "start": 1494.04,
    "end": 1494.38,
    "text": "Sehr schön!"
  },
  {
    "start": 1494.78,
    "end": 1500.76,
    "text": "Du hast wirklich geschafft dass sie wirklich fast bei jeder Frage wurde mir aufs Charakter auf nein antworten habt."
  },
  {
    "start": 1503.04,
    "end": 1507.68,
    "text": "Also eine völlig originale Geschichte hier für mich, von dir."
  },
  {
    "start": 1509.04,
    "end": 1529.94,
    "text": "Sehr schön und so viele schöne Dinge drin auch also mit Ethnologie der Dienstag Deutsch und Dingfest machen Und dann diese ganze geschicht die ja von denen noch nie was gehört habe und die sich aber Ja bis in die heutige Zeit rein sieht eigentlich Manifestiert"
  },
  {
    "start": 1530.0,
    "end": 1531.58,
    "text": "hat absolut mit diesen"
  },
  {
    "start": 1531.94,
    "end": 1537.9,
    "text": "mit diesen noch immer Verwendung seienden Tingstätten."
  },
  {
    "start": 1538.58,
    "end": 1554.2,
    "text": "Also mich hat dann die Geschichte vor allen Dingen deshalb gepackt, als ich gemerkt habe dass eben dieser Versuch der Nationalsozialisten noch mit dabei hängt sozusagen nachdem die Dreiunddreißig an die Macht kommen sich überlegen naja wie können wir denn das Theater auch propagandistisch nutzen?"
  },
  {
    "start": 1554.24,
    "end": 1564.62,
    "text": "und dann aber merken er eigentlich gelingt es uns gar nicht obwohl sie es ja wirklich erstmal ... mit enormer Kraftanstrengung auch versuchen."
  },
  {
    "start": 1565.42,
    "end": 1568.68,
    "text": "Ja, und ich muss ehrlich sagen... ...ich habe nichts davon gewusst vorher."
  },
  {
    "start": 1568.86,
    "end": 1570.5,
    "text": "Also ich kannte diese Geschichte überhaupt nicht?"
  },
  {
    "start": 1572.46,
    "end": 1572.48,
    "text": "Ja!"
  },
  {
    "start": 1572.58,
    "end": 1579.84,
    "text": "Und ich darf mich bedanken bei der Hinweisgeberin, nämlich den Hinweis für dieser Episode hat es gegeben."
  },
  {
    "start": 1579.98,
    "end": 1593.24,
    "text": "Tine Novak,... ...die ja auch vielen wahrscheinlich als Podcasterin sehr bekannt ist, die den Kulturkapital-Podcast macht... Tief ist bei den Podcastpartnern."
  },
  {
    "start": 1593.92,
    "end": 1598.02,
    "text": "Der Inter-Podcast Austausch hier, der lebt?"
  },
  {
    "start": 1599.08,
    "end": 1599.32,
    "text": "Genau!"
  },
  {
    "start": 1600.22,
    "end": 1601.3,
    "text": "Ja und dann..."
  },
  {
    "start": 1601.76,
    "end": 1604.24,
    "text": "Sehr gut sehr schöne Geschichte."
  },
  {
    "start": 1605.32,
    "end": 1609.52,
    "text": "Würde ich sagen es ist ein würdiger Eintritt ins Jahr zwölfund achtzehn."
  },
  {
    "start": 1612.36,
    "end": 1613.62,
    "text": "Wieso lachst du findest du nicht?"
  },
  {
    "start": 1613.82,
    "end": 1615.2,
    "text": "Doch doch also ja ich will hoffen."
  },
  {
    "start": 1617.98,
    "end": 1624.72,
    "text": "Oh das haste gedacht Was redet ihr jetzt hier für Platytüden und macht nicht einfach den Feedback-Hinweis-Block?"
  },
  {
    "start": 1624.8,
    "end": 1627.0,
    "text": "Ja genau, macht euch mal ein Feedback Hinweis-Lock Richard."
  },
  {
    "start": 1629.52,
    "end": 1629.72,
    "text": "Gut!"
  },
  {
    "start": 1631.0,
    "end": 1632.3,
    "text": "Machen wir einen Feedback Hinweis Block?"
  },
  {
    "start": 1632.4,
    "end": 1632.44,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 1632.82,
    "end": 1633.24,
    "text": "machen wir den."
  },
  {
    "start": 1634.06,
    "end": 1642.04,
    "text": "Also wer Feedback geben will zu dieser Episode oder auch anderen Episoden kann das machen zum Beispiel auf unserer Website, Zeitsprung.fm oder auf Twitter."
  },
  {
    "start": 1642.08,
    "end": 1644.32,
    "text": "da sind wir mit einem Account auch privat bzw."
  },
  {
    "start": 1644.74,
    "end": 1645.56,
    "text": "persönlich unterwegs."
  },
  {
    "start": 1646.8,
    "end": 1648.5,
    "text": "Auf Facebook kann man es auch."
  },
  {
    "start": 1648.56,
    "end": 1650.3,
    "text": "dort findet man uns unter facebook.com."
  },
  {
    "start": 1650.44,
    "end": 1660.86,
    "text": "slash Zeitsprung FM und wer uns Oldschool Feedback schicken will, kann es auch über eine E-Mail Adresse machen und zwar feedbackedzeitsprunk.fm nicht zu verwechseln mit den Hinweis-Emailadressen."
  },
  {
    "start": 1660.9,
    "end": 1669.88,
    "text": "die sind Richard oder Daniel etz Zeitssprung.fmm bitte nicht beide weil sonst haben wir bei den Hinweisen gekriegt und dann macht's keiner."
  },
  {
    "start": 1670.66,
    "end": 1684.98,
    "text": "und natürlich können wir uns bewerten Sterne vergeben Rezensionen schreiben hilft uns natürlich wenn über uns Schreibbeziehungs-Saison auf den Plattformen, wo auch immer Podcasts gehört werden rezinsiert."
  },
  {
    "start": 1685.04,
    "end": 1692.9,
    "text": "Weil dann ja Erhöhung der Sichtbarkeit zum Beispiel auf iTunes oder auch Panoptikum.io."
  },
  {
    "start": 1693.8,
    "end": 1696.66,
    "text": "Und da gibt es ja noch die Möglichkeit, Richard uns auch finanziell zu unterstützen."
  },
  {
    "start": 1698.4,
    "end": 1705.32,
    "text": "Wir haben auf der Seite alle möglichen Hinweise wie man uns etwas zukommen lassen kann."
  },
  {
    "start": 1706.2,
    "end": 1710.56,
    "text": "Es gibt da Bankverbindungen oder auch PayPal."
  },
  {
    "start": 1711.32,
    "end": 1717.58,
    "text": "Ja und wir bedanken uns in dieser Woche bei Claudia, Philipp und Henning."
  },
  {
    "start": 1717.84,
    "end": 1719.68,
    "text": "Vielen vielen Dank für eure Unterstützung!"
  },
  {
    "start": 1720.56,
    "end": 1720.98,
    "text": "Vielen dank."
  },
  {
    "start": 1721.46,
    "end": 1721.68,
    "text": "gut."
  },
  {
    "start": 1722.04,
    "end": 1734.92,
    "text": "In diesem Fall würde ich sagen freuen wir uns auf ein neues Jahr mit viel Zeitsprung jede Woche und überlassen auch so wie immer einem das letzte Wort der es immer hat Bruno"
  },
  {
    "start": 1744.8,
    "end": 1744.92,
    "text": "Das"
  },
  {
    "start": 1747.1,
    "end": 1748.34,
    "text": "war jetzt"
  },
  {
    "start": 1751.18,
    "end": 1752.68,
    "text": "ein bisschen... Richard, wie soll ich sagen?"
  },
  {
    "start": 1753.0,
    "end": 1753.64,
    "text": "Uninspiriert."
  },
  {
    "start": 1755.76,
    "end": 1762.4,
    "text": "Ich möchte das gerne bessere so schönes neues Jahr wünsche machen."
  },
  {
    "start": 1762.44,
    "end": 1763.72,
    "text": "War da jetzt jetzt inspiriert genug?"
  },
  {
    "start": 1763.9,
    "end": 1764.54,
    "text": "Ja, der sah gut!"
  },
  {
    "start": 1766.3,
    "end": 1766.58,
    "text": "Sehr schön."
  },
  {
    "start": 1767.34,
    "end": 1768.06,
    "text": "Passt."
  }
]