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    "text": "Ja und wir sind, zwar historiker, die sich Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte erzählen, immer abwechselnd und immer so, dass der einig nie weiß, was der Anderem erzählen wird."
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    "text": "Ja, das bedeutet, dass wir jetzt an dem Punkt stehen, wo wir bald mehr Folgen unter unserem neuen Namen veröffentlicht haben als unter unserem alten Namen."
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    "text": "Genau, also wir stehen kurz davor."
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    "text": "Wir stehen kurz davor."
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    "text": "Oh man."
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    "text": "Sehr gut."
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    "text": "Es wird nicht weniger faszinierend, diese ganze Geschichte."
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    "text": "Sehr gut."
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    "text": "Ja, Richard, haben wir doch irgendwelche hausmeisterlichen Dinge, die wir besprechen wollten oder sollten?"
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    "text": "eine Sache noch, weil ich... Du erinnerst dich, wir haben ja drüber gesprochen, dass wir jetzt diese Postkartenkarte haben."
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    "text": "Und ich bin vornezu am Eintragen der alten Karten oder überhaupt der Karten, also die neuen, die kann man eh sofort, aber dann habe ich hier einen Stapel, wo ich noch durch zwanzig fünf und zwanzig durchgehe."
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    "text": "Und mir ist das gestern aufgefallen, auch so inzwischen drin, als ich da noch so Mails gesehen habe, die reinkommen sind von PayPal oder so, wie viel Feedback und Unterstützung wir kriegen."
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    "text": "möchte ich einfach noch einmal hier anmerken, weil es ist ja selbstverständlich, dass wir jede Woche etliche Karten kriegen, dass wir ständig Spenden kriegen und all solche Dinge und das würde ich einfach gerne noch einmal rausstreichen, wie sehr mich das freut und was wir zeichnen, der Wertschätzung, das für uns ist, wenn wir solche Dinge kriegen."
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    "text": "Also, für mich ist es eine wahnsinnig große Freude, diese Karten einzutragen, weil sie halt auch die, die ich schon gesehen habe, die wir auch schon besprochen haben, bei Feedgags, einfach nochmal zu sehen, wie die Leute an uns denken, dass sie uns Sachen schicken und wie wir auch teil des Lebens unserer Hörerinnen und Hörer sind."
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    "text": "Absolut."
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    "text": "Also, vielen herzlichen Dank hier nochmal."
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    "text": "Das auch."
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    "text": "Daniel, stelle ich vor, wir stehen auf einem weiten Feld in Polen."
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    "text": "Ganz in der Nähe der Stadt Lignitz."
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    "text": "Ein kühler Frühlingstag."
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    "text": "Das ist nämlich ein Schlachtfeld, aber die Schlachte ist jetzt schon vorbei."
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    "text": "Im blutgetränkten Schlamm liegt die Blüte des europäischen Ritterthums."
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    "text": "Tausende Männer, polnische Erdlinge, deutsche Ordensritter, Templer, alles sind sie tot."
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    "text": "Und diese Gestalten sind die Mongolen."
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    "text": "Sie machen keine Gefangenen, sie plündern auch nicht wild drauf los."
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    "text": "Sie machen Inventur."
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    "text": "Sie zählen die Toten allerdings nicht per Strichliste."
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    "text": "Stattdessen gehen sie von Leiche zu Leiche und schneiden jedem gefallenen Feind ein Ohr ab."
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    "text": "Nur eins reicht für die Statistik."
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    "text": "Am Ende des Tages füllen sie damit, so wird es zumindest in den Chroniken der Zeit dargestellt, ein bisschen übertrieben ist es wahrscheinlich zu Propaganda-Zwecken, aber sie füllen damit neun große Säcke."
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    "text": "Also neun Säcke voller menschlicher Ohren."
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    "text": "fertig zum Abtransport zu ihrem Anführer Batu."
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    "text": "Das ist ja schon grausig."
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    "text": "Und der Herzog Heinrich von Schlesien, der am Morgen dieses neunten April noch gedacht hat, er könnte das Abendland retten."
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    "text": "Sein Kopf steckt jetzt am Abend auf einer Lanze und wird vor den Mauern der Festung zur Schau gestellt."
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    "text": "Das ist die Realität in Polen."
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    "text": "Totale Vernichtung durch Erfolg, dass man bis zu diesem Zeitpunkt für Fabelwesen kalten hat."
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    "text": "der Großteil der Bevölkerung zu jener Zeit weiß nicht, wer diese Mongolen sind."
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    "text": "In den Kroniken heißen sie Tartaren."
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    "text": "Anglehnt einerseits an das Volk der Tartaren, die selbst von Chingiskarn erobert worden sind, dann aber vermengt mit Tartarus, der antiken Hölle."
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    "text": "Die Leute denken wirklich, hier reiten Dämonen an."
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    "text": "Er erzählt sich Schauergeschichten."
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    "text": "Sie ist ein Missgeburt mit riesigen Oberkörpern und kurzen Beinen."
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    "text": "Sie hätten Hundeköpfe, sie würden Menschenfleisch fressen und Blut trinken."
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    "text": "Und für die christlichen Ritter Europas war das keine fremde Armee."
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    "text": "Das war die Geißelgott, das ist eine biblische Strafe für ihre Sünden."
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    "text": "Und sie denken quasi, sie kämpfen gegen den Antichristen persönlich."
  },
  {
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    "text": "Gegen den Antichristen mögen Gebete helfen."
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    "end": 438.4,
    "text": "gegen die schnellen und wendigen Reiter des unbesiegten Feldherren Subutai helfen sie nicht."
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    "text": "Und während der Rauch über Liegnitz noch aufsteigt, sollten wir eigentlich meinen, dass die Schockwelle dieser Katastrophe ganz Europa wachrüttelt, dass man sich vorbereitet."
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    "text": "Aber so ist es nicht."
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    "text": "Wir springen jetzt ein paar hundert Kilometer nach Süden, nach Ungarn."
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    "text": "Und hier ist die Situation Auch schon sehr gefährlich."
  },
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    "text": "Hier nämlich sind die Mongolen schon seit März, seit Mitte März."
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    "text": "Sie verhalten sich aber seltsam."
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    "text": "Sie tauchen auf, sie plündern ein bisschen und sobald sich Appariter zeigen, fliehen sie."
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    "text": "Für den ungerischen Adel ist die Sache damit klar."
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    "text": "Diese Tatan sind keine Krieger."
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    "text": "Sie sind feige Hunde."
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    "text": "Es gibt sogar einen österreichischen Herzog Friedrich, der eine kleine mongolische Vorhut besiegt und dann Großspurekarum erzählt."
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    "text": "König Bela von Ungarn, der zur Vorsicht mahnt, der wird als Feigling beschimpft."
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    "text": "Die Barone, die drängern auf einen Kampf, sie wollen ruhen."
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    "text": "Sie treiben den König dazu, den Mongolen hinterher zu jagen, und zwar bis an den Fluss Chaio."
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    "text": "Sie denken tatsächlich, sie sind die Jäger."
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    "text": "Sie haben aber keine Ahnung, dass sie gerade in eine riesige Falle getrieben werden."
  },
  {
    "start": 512.96,
    "end": 524.76,
    "text": "In der Nacht vom zehnten auf dem elften April, zwölfhundert, einundvierzig, also nur zwei Tage nach der Schlacht von Lignitz, dann lagert das Ungerische her, an eben diesem Fluss dem Chaio, in der Ebene von Mochi."
  },
  {
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    "end": 530.64,
    "text": "Und ob Mitternacht passiert genau das, was das Schicksal der Ungarn endgültig besiegeln wird."
  },
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    "end": 542.84,
    "text": "Mungolische Vorhut versucht, über die Brücke zu schleichen, aber die Ungarn sind wach und der Bruder des Königs und der Erzbischof, die stürmen mit ihren Armbrustschützen und Rittern zur Brücke."
  },
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    "text": "Und sie gewinnen."
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    "text": "Sie drängen sie in den Fluss, das wie Sikronik schreibt, die Wasser sich rot färben."
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    "text": "Und um zwei Uhr in der Früh, da kommen diese Helden dann zurück ins Lager."
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    "end": 555.26,
    "text": "Sie werden gefeiert."
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    "text": "Sie haben den ersten großen Schlag geführt und sie haben gewonnen."
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    "text": "Klopft sich quasi auf die Schulter und sagt so, ja, morgen machen wir dann den Rest."
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    "text": "Sie gehen schlafen."
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    "text": "Aber sie haben die Rechnung ohne den vorhin erwähnten Subuteig gemacht."
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    "text": "den legendären mongolischen General zu dem Zeitpunkt schon halb blind in seinen Sechzigern und so beleibt, dass ihn kein Pferd mehr tragen kann."
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    "text": "Dieser alte General am anderen Ufer, der hat dieses kleine Schermützel auf der Brücke wahrscheinlich eingeplant."
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    "end": 602.44,
    "text": "Während die Ungarn, nämlich ihren Sieg feiern oder schon schlafen, da arbeiten Subothais Pioniere nicht an einer Brücke, wo alle hinschauen, sondern flussabwärts, wo er sich hingeführt hat, im Dunkeln."
  },
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    "end": 610.84,
    "text": "An der Stelle dieses Flusses, die eigentlich als unpassierbar gilt, dort hemmern sie jetzt in Rekordzeit der Hilfsbrücke übers Wasser."
  },
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    "end": 622.26,
    "text": "Und weiter oben am Fluss bringen sie dann was in Stellung, dass die Europäer so noch nicht gesehen haben, nämlich sieben riesige Belagerungskartepulte mitten im Feld."
  },
  {
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    "text": "Als die Dämmerung hereinbricht, schnappt diese Falle dann zu."
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    "text": "Der Morgen beginnt für das Ungerische Heer mit einem Donnern."
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    "end": 636.06,
    "text": "Der Historiker James Chambers, der beschreibt so als Donnernden Lärm und Feuerblitze."
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    "end": 646.46,
    "text": "Die Katapulte, die ja eigentlich für die Belagerung von Festungen gedacht sind, die feuern jetzt nicht auf den Mauern, sie feuern direkt in das dicht gedrängte Zeltlager der Ungarn."
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    "text": "Steine, brennen, das Pech nafter."
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    "text": "Nafter ist so ein dünnes Erdöl."
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    "end": 658.0,
    "text": "Diese Schlaftrunkernenritter, die stolpern jetzt aus ihren Zelten und sehen plötzlich... dass wir im Zingel sind."
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    "text": "Also die Mongolen haben sich nicht zurückgezogen, sie sind jetzt überall."
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    "text": "Diese Wagenburg, in der sie das Lager aufgebaut haben, die sie schützen sollt, die wird jetzt zu ihrem Sach."
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    "text": "Es ist so eng, dass sie ihre Pferde nicht zatteln können und Panik bricht aus."
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    "text": "und die, die es schaffen, auf ihre Pferde zu steigen, die tappen direkt in eine Falle, die Subutei ihnen stellt."
  },
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    "text": "Er sorgt nämlich dafür, dass diese Umzingelung durch seine Männer eine kleine Öffnung hat."
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    "text": "Und er hofft, dass die Ungarn versuchen, dort durchzubrechen, was sie auch machen."
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    "text": "Und sie werden einfach von seinen Männern, die weiter hinten sind, getötet."
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    "text": "Also das Ganze ist keine Schlacht mehr."
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    "text": "Es ist eine Hinrichtung."
  },
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    "end": 707.62,
    "text": "Als am nächsten Tag die Sonne aufgeht, da haben die Mongolen mehr oder weniger die gesamte Verwaltung, die kämpfen der Elite Osteuropas und Teile der Elite Westeuropas vernichtet."
  },
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    "end": 713.9,
    "text": "Es gibt in dem Moment Tatsächlich nichts mehr, was zwischen den Mongolen und Atlantik steht."
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    "end": 717.84,
    "text": "Keine Armee, keine Festungslinie, kein Wundergeneral."
  },
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    "end": 725.2,
    "text": "Europa liegt jetzt offen da und der nächste Halter vom Fahrplan der Mongolen ist recht logisch."
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    "end": 727.06,
    "text": "Es ist das Tor nach Westeuropa."
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    "text": "Es ist Wien."
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    "text": "Und dort wissen sie es schon."
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    "text": "Wir sind als nächstes dran und es gibt eigentlich keinen drinnen."
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    "end": 742.36,
    "text": "Es ist nämlich nicht nur so, dass die Heere in Polen und Ungarn vernichtet sind, das eigentliche Problem ist, es kommt jetzt niemand mehr."
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    "text": "Man sollte mal in einen Angesicht seiner Apokalypse aus dem Osten, wird sich jetzt das christliche Abendland zusammenraufen."
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    "text": "Aber das Gegenteil ist der Fall."
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    "text": "Kaiser Friedrich II."
  },
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    "start": 751.82,
    "end": 755.4,
    "text": "und der Papst, die haben gerade Wichtigeres zu tun, als Wien zu retten."
  },
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    "end": 765.36,
    "text": "Vielleicht erinnerst du dich noch an meine Folge über den Eimerkrieg, GRG-Fierhundertneunzwanzig, wo ich über die Guelfen und die Gibelinen spreche."
  },
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    "end": 766.96,
    "text": "Papst gegen Kaiser."
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    "end": 773.52,
    "text": "Und wir befinden uns jetzt zeitlich gerade in einer Eskalationsphase dieses Konflikts."
  },
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    "end": 775.34,
    "text": "Also die sind mit sich selber beschäftigt?"
  },
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    "end": 776.76,
    "text": "Die sind mit sich selber beschäftigt."
  },
  {
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    "end": 790.9,
    "text": "Der Kaiser tatsächlich, der wird nachdem im späteren Unterwerfungs-Aufforderung zukommt, da wird er Witze machen, wird er sagen, dass er halt am Hof des Karns als Falkner anfangen könnte, anstatt Truppen zu schicken."
  },
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    "end": 800.46,
    "text": "Und König Wenzel von Böhmern zum Beispiel, der hier auch noch was tunke, der hat sich in seinen Burgen verschanzt, Zugbrücken hochgezogen und der rührt keinen Finger mehr."
  },
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    "text": "Ja, Wien ist jetzt auf sich allein gestellt."
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    "text": "Und jetzt steht er die Stimmung in der Stadt vor."
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    "text": "Die Flüchtlinge des Umlands, die strömen jetzt rein, die Kirchen sind voll, es wird eigentlich nur noch gebetet."
  },
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    "text": "Die Menschen beten aber nicht einmal für ein Sieg, sie beten einfach nur für ein schnelles Ende."
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    "text": "Und weil diese Ängste, wenn Thiel braucht, sucht sie sich auch Opfer."
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    "text": "Also in diesem Moment verbreitet sich ein tödliches Gerücht in Wien und eigentlich im ganzen Reich und zwar die Juden seien schuld."
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    "end": 840.14,
    "text": "Man erzählt sich, die Mongolen seien gar keine fremden Eroberer, sondern die verlorenen Stämme Israels, die jetzt zurückkehren und die heimischen Juden, die würden ihnen heimlich helfen."
  },
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    "end": 846.6,
    "text": "Das heißt plötzlich jüdische Kaufleute würden Waffen an die Mongolen schmuggeln, versteckt den Weinfässern."
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    "end": 859.64,
    "text": "Völlig absurder Vorwurf, die Mongolien haben die besten Waffen der Welt, die brauchen sicher keine Schwerte aus Europa, aber logisch spielt da keine Rolle, wenn der Antikrist vor der Tür steht."
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    "end": 868.0,
    "text": "An den Zollstationen zum Beispiel werden jüdische Händler aus den Setteln gerissen, ihre Fässer werden zertrümert, es kommt auch zu den ersten Lünchmorden."
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    "text": "Während draußen also die echte Apokalypse wartet, beginnt drinnen schon die Suche nach dem Inneren Feind."
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    "text": "Und dann tauchen sie auf."
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    "text": "Die erste mongolische Vorhut steht schon bei Wien und Neustadt."
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    "text": "Man sieht den Rauch der brennenden Dörfer am Horizont."
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    "text": "Die Leute stehen auf den Stadtmauern und wissen, das war es jetzt."
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    "text": "um."
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    "text": "Die Reiter machen kehrt, der Rauch verzieht sich."
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    "text": "Die Leute fragen sich, ist es ein Wunder?"
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    "text": "Gläubige würden sagen, ja."
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    "end": 913.88,
    "text": "Nicht gläubige würden sagen, es war schlicht und ergreifend Biologie."
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    "text": "Hm."
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    "text": "Sechstausend Kilometer weiter östlich."
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    "text": "In der Mongolei, da ist nämlich was passiert, dass die Weltgeschichte mehr verändern wird als jedes Schlacht."
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    "end": 927.5,
    "text": "Der Großkahn Ögeday, der ist tot."
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    "end": 931.76,
    "text": "Er ist nicht im Kampf gefallen, sondern er hat sich höchstwahrscheinlich zu Tod exof."
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    "end": 939.42,
    "text": "Nach einer Nacht mit viel zu viel Wein hat sein Körper am frühen Morgen des elften Dezember zwölf, einundvierzig."
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    "text": "Und das Gesetz der Steppe bzw."
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    "end": 950.5,
    "text": "das Gesetz der Mongolen verlangt, das setzt alle zur Neuwahl eines neuen Karns in die Heimat zurückkehren."
  },
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    "end": 957.18,
    "text": "Also Batu, der Anführer dieses Fähzugs, bricht den Angriff auf Europa sofort ab."
  },
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    "end": 963.76,
    "text": "Er allerdings erreitet Er ist schlau, er wittert nämlich Gefahr in der Heimat."
  },
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    "text": "Also bleibt er mit seiner eigenen, riesigen Armee an der Wolge stehen, in sicherer Entfernung und erwartet er mal an."
  },
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    "end": 973.38,
    "text": "Bringt sich für das, was noch kommen mag, in Stellung."
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    "end": 978.76,
    "text": "Der Rest der Mongolen allerdings, die machen sich jetzt auf den Weg zurück in die Mongolei."
  },
  {
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    "end": 987.54,
    "text": "Man kann es halt anders sagen, das christliche Armland wurde nicht durch Schwerte, sondern durch Erlebenshirose krettet."
  },
  {
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    "end": 995.84,
    "text": "Der eigentliche Konflikt, der wird sich jetzt tatsächlich in der Mongolei abspielen."
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    "end": 1001.34,
    "text": "Denn dieses Machtvakuum, dass der Torte Kahn hinterlässt, das ist gefährlicher als jede Armee."
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    "end": 1010.34,
    "text": "Seine Söhne oder seine Enkel, die denken jetzt vielleicht, sie hätten das sagen, aber im Hintergrund, da werden jetzt ganz andere die Fäden ziehen."
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    "end": 1015.08,
    "text": "Der Feldzug der Männer ist vorbei, jetzt beginnt der Krieg der Witwen."
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    "text": "Und Daniel?"
  },
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    "text": "Genau dort steigen wir heute ein."
  },
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    "text": "Wir schauen uns eine Zeit an, die in den meisten Geschichtsbüchern wie ein Fußnote wirkt, ja, wie eine kurze Pause zwischen den großen Eroberungen und der Mongolen."
  },
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    "text": "Aber diese Pause, die wird zehn Jahre dauern."
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    "text": "Wir sprechen über die Zeit von zwölf, einundviertzig bis zwölf, einundviertzig."
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    "end": 1041.8,
    "text": "Ein Jahrzehnt, in dem die Welt den Atem anhält, in dem die Grenzen in Europa einfrieren."
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    "text": "Wir werden darüber sprechen, warum das passiert."
  },
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    "end": 1054.08,
    "text": "Es geht heute um ... drei Witwen, die sich gegenseitig bis aufs Blut bekämpfen und dabei fast zufällig, würde ich nur meinen, das Schicksal der Welt verändern."
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    "end": 1061.16,
    "text": "Wir sprechen über das mongolische Interregnum, oder wie man es besser nennen könnte, das Jahrzehnte der Königinnen."
  },
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    "end": 1066.34,
    "text": "Wir sprechen über Thöregene, Ogul Chaimisch und Sorgaktani."
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    "text": "Richard, was für eine Einleitung."
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    "text": "Fantastisch."
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    "text": "Also ich glaube, du hast dich selbst übertroffen."
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    "text": "Ich bin sehr gespannt."
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    "text": "Ich freue mich sehr."
  },
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    "end": 1077.86,
    "text": "Ich habe noch nie davon gehört."
  },
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    "text": "Weißt du, was mir aufgefallen ist?"
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    "text": "Nee."
  },
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    "text": "Zehn Jahre lang machen wir diesen Podcast."
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    "end": 1085.4,
    "text": "Keine einzige Folge bisher über die Mongolen."
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    "text": "Keine einzige Folge."
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    "text": "Also, deswegen, wenn ich mal anschaue, wie viele geschrieben haben, es dauert vielleicht ein bisschen länger heute."
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    "text": "Aber schauen wir mal."
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    "text": "Daniel, die Name an Töregene Ogul Keimisch und Sorgakt Dani."
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    "end": 1103.76,
    "text": "Die sagen dir wahrscheinlich erst einmal nix, oder?"
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    "end": 1104.8,
    "text": "Genau, nie gehört."
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    "text": "Es ist keine Schande."
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    "text": "Die wurden nämlich in der Geschichtsschreibung oft einmal vergessen."
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    "text": "Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir jetzt erst einmal einen Blick auf die goldene Familie werfen."
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    "text": "Die goldene Familie des Chingis Khan."
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    "text": "Jene Familie, die dieses Mongolenreich geerbt hat."
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    "text": "Wir dürfen uns diese Männer, die jetzt nach dem Tod des Großkarns nach Hause reiten, nicht als so eine freundschaftliche Truppe vorstellen, die meisten davon die Wandtodfeinde."
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    "end": 1139.82,
    "text": "Da musst du dir so ein bisschen vorstellen, wie eine Gruppe rivalisierender Clans."
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    "text": "Da ist vor allem auf der einen Seite Batu, von dem wir vorher schon gehört haben, aus dem Haus des Jöji, der der älteste Sohn von Shingis Khanbar."
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    "text": "Und Batu, der gilt als der Oberer von Ungarn, gilt als der Kieferus im Grund, der Oberer all dieser Gebiete zwischen der Mongolei bis nach Wien."
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    "text": "Er ist der militärische Superstar natürlich unterstützt von General Subutai."
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    "text": "Und auf der anderen Seite ist Gyryk, der älteste Sohn des verstorbenen Großkanz, Ögeday."
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    "text": "Und die beiden hassen sich akkremtiv."
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    "text": "Also der Ursprung dieses Hasses passiert vor allem auf den diversen Machtansprüchen."
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    "text": "Es gibt allerdings einen Auslöser, der das fast zum Überlaufen bringt und der ereignet sich auf einem Siegesbankett."
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    "end": 1199.72,
    "text": "Als dort nämlich Batu, der Feldherr, es wagt, als erster den Becher zu heben, erzürnt das Güyük und einen Gefolgsmann namens Büri komplett."
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    "text": "Also für den Sohn des Großkarns ist es eine Unverschämtheit, dass Batu vor ihm trinkt."
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    "text": "Es kommt somit klar, Büri brüllt einen verhängnisvollen Satz."
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    "text": "Er brüllt, Batu sei gar kein Krieger, sondern nur eine alte Frau."
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    "end": 1219.24,
    "text": "Und Güyük, der stürmt gemeinsam mit seinem Kumpanen, quasi meutern davon."
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    "text": "Und die Quittung erhält er recht schnell."
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    "text": "Also Batu beschwert sich beim Croscan und Ökledai."
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    "end": 1233.58,
    "text": "Der ist so außer sich über die Arroganz seines Sohnes, dass er ihn als Nichtsnutz beschimpft und zur Strafe sofort nach Haus zitiert."
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    "text": "Es heißt sogar, Irgeday wollte ihn zur Strafe an die chinesische Front schicken, was damals quasi so ein Himmelfahrtskommando war."
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    "text": "Güyük muss jetzt also den Heimweg zurück in die Mongolei antreten und eins ist klar, wenn sich diese beiden Männer das nächste Mal sehen, wird einer von ihnen uns nicht überleben."
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    "text": "Güyük hat allerdings, wie soll ich sagen, mehr Glück als Verstand."
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    "text": "Während Güyük nämlich noch auf dem langen Ritt zurück in die Heimat ist, Da passiert das, was ich vorhin erwähnt habe."
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    "text": "Sein Vater Ögedai stirbt."
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    "text": "Als Kühek den endlich ankommt, da ist der Thron leer."
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    "text": "Und für ihn ist das so was wie ein Checkpot."
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    "text": "Also statt einer Bestrafung winkt jetzt plötzlich der Thron."
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    "text": "Er ist vor Ort und sein großer Rivalibato ist sechstausend Kilometer weit weg."
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    "text": "Die Frage ist, greift er sich jetzt sofort die Krone?"
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    "text": "Weil die Frage ist ja, wie ist die Thronregelung?"
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    "text": "Also haben die eine fixierte Thronfolgeregelung?"
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    "text": "Sprechen wir gleich drüber."
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    "text": "Ein großer Teil dieser Folge, da geht es vor allem darum."
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    "text": "Gürg ist politisch isoliert."
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    "text": "Er geht nicht nur bei seinem Vater, sondern auch für ihn anderen als Hitzkopf und auch wie sein Vater als Säufer."
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    "text": "Und hier kommt jetzt die erste Frau ins Spiel."
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    "text": "Die erste Witwe, die diesen Moment der Verwirrung nutzt."
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    "text": "Es ist Gürg's Mutter."
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    "text": "Töregene."
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    "text": "Töregene."
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    "text": "war eine von Ögedaisfrauen."
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    "text": "Sie war allerdings nicht einmal seine Hauptfrau."
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    "text": "Ursprünglich war sie Kriegsbeute, also eine Frau vom Volk der Merkith, das von Chingis Khan beinahe ausgelöscht worden ist."
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    "text": "Und Teuregene verfügt über was, das in diesen Tagen Gold wert ist."
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    "end": 1348.48,
    "text": "Sie verfügt über den wahrscheinlich schärfsten, rücksichtslosesten politischen Verstand am Hof."
  },
  {
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    "text": "Der persische Historiker Rashid Aldin der am Hof des Karns lebt, der beschreibt sie als Frau von sehr herrischer Natur."
  },
  {
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    "end": 1364.72,
    "text": "Was für ihn negativ ist, werden wir auch nachher noch drüber sprechen, was dieser Blickwinkel, dieser Chronisten, bedeutet."
  },
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    "text": "Allerdings, er beschreibt es so und es zeigt sich auch gleich ein bisschen."
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  {
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    "end": 1372.66,
    "text": "Ögedeine, mich der hat ein klares Testament hinterlassen."
  },
  {
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    "end": 1376.96,
    "text": "Der neue Großkarn soll nicht güllig werden."
  },
  {
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    "end": 1380.2,
    "text": "Der außerbählte Erbe ist Shiremon."
  },
  {
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    "end": 1384.76,
    "text": "der Sohn des Lieblingssohns von Ögeday, also sein Enkel."
  },
  {
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    "text": "Und was macht Törregene?"
  },
  {
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    "end": 1392.44,
    "text": "Sie nimmt dieses Testament und, metaphorisch gesprochen, wirft es ins Feuer."
  },
  {
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    "text": "Sie ignoriert es einfach komplett."
  },
  {
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    "end": 1399.36,
    "text": "Sie weiß aber, ihr Sohn Güyük ist unbeliebt."
  },
  {
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    "end": 1404.64,
    "text": "Und die Nachfolge des Karns werden nicht einfach bestimmt, sie muss gewählt werden."
  },
  {
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    "end": 1412.92,
    "text": "Und sie weiß, wenn sie jetzt wählen lässt, dann verliert er gegen den Willen des toten Karns oder gegen Konkurrenten."
  },
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    "end": 1414.9,
    "text": "Ihr Plan ist also simpel."
  },
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    "end": 1416.04,
    "text": "Sie spielt jetzt auf Zeit."
  },
  {
    "start": 1416.8,
    "end": 1425.2,
    "text": "Sie wird das Reich einfach so lang allein regieren, wird den Kurultai, also diese Zusammenkunft, bei der der neue Karn gewählt wird."
  },
  {
    "start": 1425.88,
    "end": 1431.8,
    "text": "Sie wird denn so lange verzögern, bis sie genug Stimmen für einen eigenen Sohn gekauft hat."
  },
  {
    "start": 1433.38,
    "end": 1436.62,
    "text": "Bevor wir uns anschauen, wie sie das macht, müssen wir allerdings noch über eine Sache sprechen."
  },
  {
    "start": 1437.1,
    "end": 1439.76,
    "text": "Dass eine Frau die Regentschaft übernimmt."
  },
  {
    "start": 1440.04,
    "end": 1445.64,
    "text": "Das war für die Mongolen nicht so abwege, wie es zum Beispiel in Europa zu jener Zeit war."
  },
  {
    "start": 1446.36,
    "end": 1453.22,
    "text": "Also die Frauen der Mongolen, die waren in vielen Dingen gleichberechtigt und waren auch vor allem so was wie das organisatorische Rückgrat des Imperiums."
  },
  {
    "start": 1453.9,
    "end": 1458.82,
    "text": "Also während die Männer auf Feldzügen waren, haben die Frauen den Fortbestand des Staats gesichert."
  },
  {
    "start": 1459.56,
    "end": 1476.04,
    "text": "Also ein mongolischer Haushalt, ein Ordo, das Wackereien im Wohnstädte, das war im Grunde ein mobiles Stadt mit Tausenden von Wagen, riesigen Herden, hunderten Bediensteten und jede Hauptfrau eines Karns, die verwaltet ihren eigenen Ordo wie ihr eigenständiges Wirtschaftsunternehmen."
  },
  {
    "start": 1476.36,
    "end": 1485.82,
    "text": "Kontrolliert die Finanzen, organisiert Nachschub und... was besonders bemerkenswert ist, sie befähigen oft sogar eigene Abteilung der Leibwache."
  },
  {
    "start": 1486.92,
    "end": 1489.56,
    "text": "Also Thürigene weiß ganz genau, wie man Macht ausübt."
  },
  {
    "start": 1489.74,
    "end": 1492.74,
    "text": "Sie ist keine Unbedarfte, die jetzt plötzlich auf den Thron stolpert."
  },
  {
    "start": 1492.78,
    "end": 1497.7,
    "text": "Sie ist eine erfahrene Verwalterin, die jetzt halt die höchste Stufe der Macht erreicht hat."
  },
  {
    "start": 1498.94,
    "end": 1500.46,
    "text": "Thürigene ist aber auch Realistin."
  },
  {
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    "end": 1504.4,
    "text": "Sie weiß, Allein gegen die alte Garde wird sie nicht bestehen."
  },
  {
    "start": 1504.48,
    "end": 1512.42,
    "text": "Die mongolischen Generäle, die respektieren zwar ihre organisatorischen Fähigkeiten, aber politisch lassen sie sich ungern von einer Frau dominieren."
  },
  {
    "start": 1513.52,
    "end": 1515.6,
    "text": "Schon gar nicht von einer ehemaligen Kriegsgefangenen."
  },
  {
    "start": 1516.56,
    "end": 1521.86,
    "text": "Also trifft Hörigene eine Entscheidung, die an diesem Hof sehr unbeliebt sein wird."
  },
  {
    "start": 1522.98,
    "end": 1526.2,
    "text": "Sie holt sich eine Verbündete, also keinen General, auch kein Prinzen."
  },
  {
    "start": 1526.64,
    "end": 1528.7,
    "text": "Sie wählt eine gewisse Fatima aus."
  },
  {
    "start": 1529.32,
    "end": 1532.32,
    "text": "Und Fatima selbst ist auch eine Außenseiterin."
  },
  {
    "start": 1532.4,
    "end": 1542.22,
    "text": "Sie ist tatsächlich eine persische Sklavin, eine Kriegsgefangene aus der Stadt Meshet, die ursprünglich wahrscheinlich als Soazof in diesem Haushalt gearbeitet hat."
  },
  {
    "start": 1542.74,
    "end": 1547.36,
    "text": "Aber Thüringenen macht Fatima zur mächtigsten Ministerin dieses Weltreichs."
  },
  {
    "start": 1548.1,
    "end": 1551.46,
    "text": "Sie wird jetzt ihre engste Vertraute und Geheimnisträgerin."
  },
  {
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    "end": 1555.74,
    "text": "Man muss sich die Dimension dieses Skandals vor Augen führen."
  },
  {
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    "end": 1560.74,
    "text": "Also hier sind diese stolzen mongolischen Generäle, die im Grunde halbe Welt unterworfen haben."
  },
  {
    "start": 1561.14,
    "end": 1568.78,
    "text": "Und sie müssen jetzt, wenn sie eine Audienz bei ihrer Herrscherin wünschen, an einer persischen Sklavin vorbei."
  },
  {
    "start": 1569.44,
    "end": 1571.48,
    "text": "Und Fatima, die ist knallhart."
  },
  {
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    "end": 1574.18,
    "text": "Sie kontrolliert tatsächlich den Zugang zu Macht."
  },
  {
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    "end": 1578.02,
    "text": "Also die alteingesässige Elite, die hasst sie abgrundtief."
  },
  {
    "start": 1578.62,
    "end": 1587.62,
    "text": "Und weil sie sich auch den rasanten Aufstieg dieser fremden Frauen erklären können, greifen sie zum ältesten Vorwurf der Geschichte grundsätzlich."
  },
  {
    "start": 1587.76,
    "end": 1588.64,
    "text": "Sie nennen sie eine Hexe."
  },
  {
    "start": 1589.9,
    "end": 1593.9,
    "text": "Also, man flüstert sich auch so zu sie, sie hätte die pterogene Verhext."
  },
  {
    "start": 1595.72,
    "end": 1599.82,
    "text": "Fatima allerdings, die arbeitet nicht mit Magie, sondern sie arbeitet mit Kapital."
  },
  {
    "start": 1600.88,
    "end": 1607.36,
    "text": "Gemeinsam entlasten nämlich die beiden Frauen die alten Sparsahmen, Beamten und ersetzen sie durch aggressive Steuerpächter."
  },
  {
    "start": 1609.38,
    "end": 1610.18,
    "text": "Das Ziel ist simpel."
  },
  {
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    "end": 1611.66,
    "text": "Sie brauchen Liquidität."
  },
  {
    "start": 1611.74,
    "end": 1615.34,
    "text": "Sie brauchen Unmengen an Geld, weil Törigener eine Wahl kaufen muss."
  },
  {
    "start": 1616.02,
    "end": 1620.0,
    "text": "Der Sohn Güyük, da ist er nicht Kahn und der Kurultai."
  },
  {
    "start": 1620.82,
    "end": 1624.7,
    "text": "Diese Wahlversammlung steht noch aus und Törigener, die hat es auch nicht eilig."
  },
  {
    "start": 1625.34,
    "end": 1628.8,
    "text": "Sie verzögert diese Versammlung in den nächsten Jahren immer wieder."
  },
  {
    "start": 1629.48,
    "end": 1633.16,
    "text": "Insgesamt regiert sie über vier Jahre lang einfach selber."
  },
  {
    "start": 1634.28,
    "end": 1640.94,
    "text": "Und sie nutzt diese Zeit tatsächlich, um die Loyalität der Prinzen und der Generäle systematisch zu erkaufen."
  },
  {
    "start": 1641.02,
    "end": 1644.2,
    "text": "Also sie verteilt kaiserliche Pässe, sogenannte Gerege."
  },
  {
    "start": 1644.64,
    "end": 1645.8,
    "text": "Sie verteilt sie wie Flugblätter."
  },
  {
    "start": 1647.9,
    "end": 1655.12,
    "text": "Diese Pässe, womit man quasi umsonst das Postsystem nutzen kann und sicher auf Staatskosten bereichern kann."
  },
  {
    "start": 1655.96,
    "end": 1659.62,
    "text": "Damit sichert sie jetzt dieses Imperium für ihren Sohn Stück für Stück."
  },
  {
    "start": 1660.68,
    "end": 1697.24,
    "text": "Und dann ... Im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer gewisser Giovanni da Pian del Carpini oder bei uns Johannes de Plano Carpini, der ist ein Franziskarnemönch, der vom Papst persönlich als Missionar dorthin geschickt worden ist."
  },
  {
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    "end": 1698.7,
    "text": "Auch so ein bisschen als Spion."
  },
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    "start": 1698.92,
    "end": 1699.92,
    "text": "Ja, weil du musst er vorstellen."
  },
  {
    "start": 1700.26,
    "end": 1704.2,
    "text": "Im Westen beim Papst, da wissen sie noch immer genau, was hat's eigentlich mit diesen Mongolen auf sich."
  },
  {
    "start": 1704.52,
    "end": 1710.4,
    "text": "Die wollen heute wissen, was da los ist, also schicken sie diesen Giovanni da Pian del Carpini dorthin."
  },
  {
    "start": 1711.08,
    "end": 1717.16,
    "text": "Auf jeden Fall, er ist gerade erst angekommen, als dieser Kohltei beginnt."
  },
  {
    "start": 1717.3,
    "end": 1719.96,
    "text": "Und Cappini, der kann es kaum fassen."
  },
  {
    "start": 1720.56,
    "end": 1730.48,
    "text": "Also da draußen in der Einöde, am Flustamir, in der Nähe der Hauptstadt Caracorum, da versammeln sich über viertausend Gesamte aus der gesamten bekannten Welt."
  },
  {
    "start": 1730.66,
    "end": 1740.52,
    "text": "Da sind Herzöge aus der Kielferruß, da sind die Söhne des Königs von Georgien, da ist der Gesamte des Kalifen von Baghdad mehr als zehn Sultane."
  },
  {
    "start": 1740.96,
    "end": 1742.38,
    "text": "Das Sarazenen sind vor Ort."
  },
  {
    "start": 1742.82,
    "end": 1744.84,
    "text": "Chinesische Beamte, koreanische Prinzen."
  },
  {
    "start": 1745.7,
    "end": 1747.52,
    "text": "Alle sind da und alle bringen sie Tribute."
  },
  {
    "start": 1748.32,
    "end": 1750.28,
    "text": "Allerdings, einer fehlt."
  },
  {
    "start": 1750.76,
    "end": 1752.74,
    "text": "Und das ist quasi so der Elefant im Raum."
  },
  {
    "start": 1753.54,
    "end": 1755.3,
    "text": "Batu kommt nicht."
  },
  {
    "start": 1756.06,
    "end": 1759.84,
    "text": "Batu, der sitzt jetzt in seiner neuen Hauptstadt Sarai an der Volga."
  },
  {
    "start": 1760.44,
    "end": 1762.86,
    "text": "Der zentrale, der sogenannten goldenen Horde."
  },
  {
    "start": 1763.04,
    "end": 1766.94,
    "text": "Also jene Mongolen, die bei ihm geblieben sind und die er jetzt befähigt."
  },
  {
    "start": 1768.54,
    "end": 1789.86,
    "text": "Er baut sich dort gerade sein eigenes Imperium auf, das fast unabhängig vom Großkarn agiert, lebt dort wie ein Zah, kontrolliert den Handel, Schäffeltreichtümer und es ist eigentlich Pflicht, dass er auftaucht bei diesem Kurltei, aber er hat ein Attest, er lässt sich krank schreiben, er hat Gicht und könnte deswegen nicht reiten."
  },
  {
    "start": 1791.12,
    "end": 1796.14,
    "text": "Tatsächlich weiß er, wenn er hier auftaucht, der lässt Güe gehen hinrichten."
  },
  {
    "start": 1797.08,
    "end": 1801.96,
    "text": "Und dieser Boykott ist natürlich eine riesen Erfragung, die Zentralmacht."
  },
  {
    "start": 1802.36,
    "end": 1809.96,
    "text": "Also Batus sitzt in Sarei, empfängt Russische Fürsten, verteilt Lizenzen an Sultane und zeigt eigentlich, ich brauche euch gar nicht."
  },
  {
    "start": 1810.22,
    "end": 1811.6,
    "text": "Ich bin mein eigener Herr."
  },
  {
    "start": 1813.92,
    "end": 1817.88,
    "text": "Naja, und in der Hauptstadt der Zentralmacht in Karakorum bzw."
  },
  {
    "start": 1817.92,
    "end": 1826.32,
    "text": "ein bisschen außerhalb, da steht jetzt diese Zeltstadt aus Filz und Leder und in der Mitte ist das Sira-Order."
  },
  {
    "start": 1826.66,
    "end": 1827.66,
    "text": "Das goldene Zelt."
  },
  {
    "start": 1830.2,
    "end": 1831.82,
    "text": "Schaut euch mal Folgendes vor."
  },
  {
    "start": 1832.1,
    "end": 1837.22,
    "text": "Cappini, also dieser Franziskaner, der gerade angekommen ist, ist ein älterer Mensch."
  },
  {
    "start": 1837.82,
    "end": 1841.5,
    "text": "Wie er dort steht, in seiner braunen, schmutzigen, wahrscheinlich ein bisschen abgeranzten Kutte."
  },
  {
    "start": 1842.82,
    "end": 1845.72,
    "text": "Monatelang hat er sich nur von Hirse und Wasser ernährt."
  },
  {
    "start": 1846.4,
    "end": 1853.08,
    "text": "Der steht jetzt plötzlich vor diesem goldenen Zelt und es ist ein riesiger Pavillon aus feinster gelber Seide und Samt."
  },
  {
    "start": 1853.34,
    "end": 1857.9,
    "text": "Die Säulen sind mit Goldplatten verkleidet und mit goldenen Nägeln beschlagen."
  },
  {
    "start": 1859.18,
    "end": 1862.72,
    "text": "Dieser Pavillon ist so groß, dass zweitausend Menschen darin Platz finden."
  },
  {
    "start": 1863.48,
    "end": 1873.18,
    "text": "Draußen stehen die Pferde der Adeligen und ihre Settel und Rüstungen, die sind mit so viel Gold beschlagen, dass Capini schätzt, allein das Pferdegeschirr sei er vermögen wert."
  },
  {
    "start": 1875.42,
    "end": 1876.94,
    "text": "Die Menschen maßen dort die Trinken."
  },
  {
    "start": 1877.72,
    "end": 1879.04,
    "text": "Die trinken Tag und Nacht."
  },
  {
    "start": 1879.16,
    "end": 1884.14,
    "text": "Sie trinken fermentierte Stutenmilch, sie trinken Wein und Reisbier und zwar bis sie umfallen."
  },
  {
    "start": 1884.2,
    "end": 1887.26,
    "text": "Also das ganze ist eine Orgel aus Macht und aus Reichtum."
  },
  {
    "start": 1888.4,
    "end": 1891.82,
    "text": "Und im Zentrum von all dem steht Thürigene."
  },
  {
    "start": 1892.88,
    "end": 1896.8,
    "text": "Und wir müssen uns kurz anschauen, wie sie ausschaut."
  },
  {
    "start": 1897.7,
    "end": 1904.0,
    "text": "Während wir von europäischen Herrscherinnen gewohnt sind, dass sie Kronen tragen, trägt sie den Bocktag."
  },
  {
    "start": 1905.7,
    "end": 1909.12,
    "text": "Und der Bocktag, das ist eigentlich schon gar kein Kopfbedeckung mehr, das ist mehr Architektur."
  },
  {
    "start": 1911.26,
    "end": 1917.68,
    "text": "Stell dir einen fast Meter hohen Zylinder aus Birkenrinde vor, bespannt mit Kostbarster roter Seide."
  },
  {
    "start": 1918.26,
    "end": 1923.38,
    "text": "Und obendrauf wippen dann auch noch Pfauenfedern, oft auch noch Versehen mit Edelsteinen."
  },
  {
    "start": 1924.48,
    "end": 1937.46,
    "text": "Also Augenzeugen beschreiben das so, wenn eine Gruppe von Frauen, die diesen Bocktag tragen, angeritten kommen, dann schaut's aus der Ferne nicht aus wie Damen, die hier auch vom Pferd sind, sondern schaut's aus wie ein Staffelritter, mit ihren Helmen und Lanzen."
  },
  {
    "start": 1939.44,
    "end": 1944.34,
    "text": "Dazu trägt Töregene einen Weitenkafter aus schwerm Goldbrokat."
  },
  {
    "start": 1944.88,
    "end": 1947.84,
    "text": "Also, weißt du, Stoffe, in die Gold eingewoben ist."
  },
  {
    "start": 1948.24,
    "end": 1949.32,
    "text": "Ihr Gesicht ist bemalt."
  },
  {
    "start": 1950.04,
    "end": 1955.68,
    "text": "Sie wirkt im Grund wie so eine monumentale Statue, die jetzt auf diese versammelten Würdenträger runterschaut."
  },
  {
    "start": 1956.7,
    "end": 1960.06,
    "text": "Und schon allein daran sieht man, sie ist hier einfach der Chef."
  },
  {
    "start": 1960.88,
    "end": 1966.86,
    "text": "Also sie empfängt die Gäste, sie nimmt die Huldigungen entgegen, die Musik spielt auf, die Leute klatschen, wenn sie erscheint."
  },
  {
    "start": 1968.46,
    "end": 1970.76,
    "text": "Und sie schafft's."
  },
  {
    "start": 1971.38,
    "end": 1978.16,
    "text": "Ihr Sohn Güryük, der wird jetzt auf den Trunk setzen, er wird jetzt als der neue Großkahn gewählt."
  },
  {
    "start": 1979.32,
    "end": 1984.42,
    "text": "Er sitzt jetzt auf diesem Thronen, ein geschnitzter Stuhl aus Ebenholz und Gold."
  },
  {
    "start": 1985.92,
    "end": 1992.34,
    "text": "Aber jeder in diesem sierer Order, in diesem goldenen Zelt weiß, er sitzt da nur, weil seine Mutters so wollt."
  },
  {
    "start": 1993.2,
    "end": 1999.3,
    "text": "Sie hat das Testament ihres Mannes ignoriert, sie hat die Generäle ausmanövriert, sie hat die unterschiedlichen Prinzen bestochen."
  },
  {
    "start": 2000.98,
    "end": 2032.94,
    "text": "Und in diesem Moment, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, Er will jetzt die absolute Kontrolle."
  },
  {
    "start": 2033.48,
    "end": 2039.42,
    "text": "Und um die Macht seiner Mutter zu brechen, muss er ihre wichtigste Stütze zerschlagen."
  },
  {
    "start": 2040.64,
    "end": 2041.38,
    "text": "Also Fatima."
  },
  {
    "start": 2042.6,
    "end": 2042.86,
    "text": "Richtig."
  },
  {
    "start": 2043.4,
    "end": 2043.76,
    "text": "Fatima."
  },
  {
    "start": 2044.62,
    "end": 2047.98,
    "text": "Einerseits Fatima, andererseits aber auch seinen eigenen Bruder."
  },
  {
    "start": 2048.679,
    "end": 2049.94,
    "text": "Einen eigenen Bruder Köthen."
  },
  {
    "start": 2050.28,
    "end": 2051.76,
    "text": "Köthen ist nämlich alles, was Ehrenheit ist."
  },
  {
    "start": 2051.82,
    "end": 2055.62,
    "text": "Er ist beliebter, er ist gesunder, er ist der, den viele gerne auf dem Thron gesehen hätten."
  },
  {
    "start": 2056.34,
    "end": 2057.699,
    "text": "Und den muss er auch beseitigen."
  },
  {
    "start": 2057.74,
    "end": 2059.74,
    "text": "Und dann spielt ihm der Zufall in die Hände."
  },
  {
    "start": 2060.139,
    "end": 2063.06,
    "text": "Ja, Köten wird nämlich plötzlich krank."
  },
  {
    "start": 2063.88,
    "end": 2066.02,
    "text": "Er sieht dahin und er stirbt."
  },
  {
    "start": 2066.82,
    "end": 2071.9,
    "text": "Aber bevor er stirbt, flüstert er laut Güyük ihm noch etwas ins Ohr."
  },
  {
    "start": 2073.139,
    "end": 2076.219,
    "text": "Er glaubt nämlich nicht an der natürliche Kranke, er glaubt, er wurde verhext."
  },
  {
    "start": 2076.84,
    "end": 2076.96,
    "text": "Und"
  },
  {
    "start": 2077.38,
    "end": 2080.54,
    "text": "die Schuldige, so wie es Güyük darstellt, ist Fatima."
  },
  {
    "start": 2081.24,
    "end": 2082.08,
    "text": "Klar, die Hexe."
  },
  {
    "start": 2082.639,
    "end": 2082.86,
    "text": "Genau."
  },
  {
    "start": 2083.139,
    "end": 2085.36,
    "text": "Und das ist genau der Hebel, auf den Güyük gewartet hat."
  },
  {
    "start": 2085.86,
    "end": 2085.9,
    "text": "Er"
  },
  {
    "start": 2085.96,
    "end": 2090.36,
    "text": "verlangt jetzt von seiner Mutter Töregene, die Auslieferung ihrer Ängsten vertrauten."
  },
  {
    "start": 2090.76,
    "end": 2094.6,
    "text": "Töregene weigert sich, sie fleht, sie droht, aber sie hat keine Chance mehr."
  },
  {
    "start": 2095.32,
    "end": 2096.52,
    "text": "Güyük ist der Großkarn."
  },
  {
    "start": 2097.56,
    "end": 2099.02,
    "text": "Güyük macht Fatima den Prozess."
  },
  {
    "start": 2099.08,
    "end": 2102.58,
    "text": "Sie wird gefoltert, bis sie gesteht, den Prinzen verflucht zu haben."
  },
  {
    "start": 2103.22,
    "end": 2105.42,
    "text": "Und sie wird verurteilt und zwar zu tot."
  },
  {
    "start": 2106.82,
    "end": 2116.32,
    "text": "Um zu verhindern, dass ihre vermeintlich böse Seele entweichen kann und weiter Unheil anrichten kann, wird sie ihnen einen schweren Filzsack eignet und lebendig im Fluss versenkt."
  },
  {
    "start": 2119.34,
    "end": 2124.58,
    "text": "Und die Regene, die Frau, die gerade noch die Welt regiert hat, die muss soweit zusehen, ist komplett machtlos."
  },
  {
    "start": 2125.58,
    "end": 2130.22,
    "text": "Und hängt ein bisschen davon ab, welchen Quellen man hier traut bzw."
  },
  {
    "start": 2130.96,
    "end": 2131.92,
    "text": "wie man es interpretiert."
  },
  {
    "start": 2131.98,
    "end": 2134.68,
    "text": "Aber so wie es dargestellt wird, bricht sie das."
  },
  {
    "start": 2135.02,
    "end": 2139.32,
    "text": "Also nur wenige Monate nach Fatimas Hinrichtung stirbt auch Töregene."
  },
  {
    "start": 2139.72,
    "end": 2142.42,
    "text": "Manche sagen, es sei ein gebrochenes Herz gewesen."
  },
  {
    "start": 2143.84,
    "end": 2148.7,
    "text": "Aber wie so oft in solchen Berichten ist es vielleicht auch einfach nur ein Euphemismus für ein Giftmord."
  },
  {
    "start": 2150.2,
    "end": 2151.92,
    "text": "Also vielleicht auch einfach ermordet worden."
  },
  {
    "start": 2152.86,
    "end": 2156.24,
    "text": "Allerdings... Der Triumferesones Güyük ist kurz."
  },
  {
    "start": 2156.84,
    "end": 2162.54,
    "text": "Er hat jetzt seine Mutter beseitigt, hat seine Feinde, die es gibt, angefangen zu terrorisieren."
  },
  {
    "start": 2163.14,
    "end": 2172.04,
    "text": "Allerdings nur zwei Jahre nachdem er auf dem Thron landet, im Jahr zwölf, achtundvierzig bricht auch er mitten auf dem Feldzug zusammen und stirbt."
  },
  {
    "start": 2173.06,
    "end": 2174.72,
    "text": "Wahrscheinlich war es auch bei ihm der Alkohol."
  },
  {
    "start": 2176.56,
    "end": 2178.6,
    "text": "Das Reich steht jetzt also wieder ohne Kopf da."
  },
  {
    "start": 2179.04,
    "end": 2183.96,
    "text": "und jetzt tritt die zweite Frau auf den Plan, die ich vorhin erwähnt habe."
  },
  {
    "start": 2184.92,
    "end": 2185.6,
    "text": "Die allerdings."
  },
  {
    "start": 2185.68,
    "end": 2190.96,
    "text": "Im Gegensatz zu Thürigene ist das, was wir als eine tragische Fehlbesetzung bezeichnen müssen."
  },
  {
    "start": 2192.0,
    "end": 2197.58,
    "text": "Sie versuchte es zu tun, was ihre Schwiergermutter Thürigene gemacht hat."
  },
  {
    "start": 2197.62,
    "end": 2202.0,
    "text": "Sie greift jetzt tatsächlich auch nach der Regentschaft, aber sie ist keine Thürigene."
  },
  {
    "start": 2202.7,
    "end": 2208.04,
    "text": "Während Thürigene so etwas wie ein politisches Raubtier war, ist Thürigene völlig überfordert."
  },
  {
    "start": 2208.4,
    "end": 2209.86,
    "text": "Und sie hat wahrscheinlich keine Fatima."
  },
  {
    "start": 2211.12,
    "end": 2212.0,
    "text": "Sie hat auch keine Fatima."
  },
  {
    "start": 2213.78,
    "end": 2219.0,
    "text": "Die Quellen, die später von ihren Feinden geschrieben worden sind, muss man auch dazu sagen, die sind knabenlos mit ihr."
  },
  {
    "start": 2219.08,
    "end": 2220.3,
    "text": "Also sie stellen sie als unfähig."
  },
  {
    "start": 2220.38,
    "end": 2226.0,
    "text": "Da behaupten sie, verbringe ihre Zeit nicht mit Ministern, sondern sitzt nur mit Schamanern in ihrem Zelt."
  },
  {
    "start": 2226.84,
    "end": 2231.5,
    "text": "Ob das die Wahrheit ist oder eher so die klassische Siegerpropaganda, das wissen wir nicht."
  },
  {
    "start": 2232.62,
    "end": 2234.94,
    "text": "Was wir wissen ist, sie verliert die Kontrolle."
  },
  {
    "start": 2235.46,
    "end": 2241.28,
    "text": "Sie ist politisch so schwach, dass sogar ihre eigenen Söhne jeweils eigene Höfe gründen und gegen sie intrigieren."
  },
  {
    "start": 2242.0,
    "end": 2245.2,
    "text": "Und unter ihr leidet die Wirtschaft, die Verwaltung bricht zusammen."
  },
  {
    "start": 2245.7,
    "end": 2251.86,
    "text": "Ein Zeitzeuge, ein gewisser Wilhelm von Ruhbrocken, flehmischer Franziskano."
  },
  {
    "start": 2252.86,
    "end": 2253.34,
    "text": "Der Ruhbrock."
  },
  {
    "start": 2253.8,
    "end": 2254.08,
    "text": "Kennst du den?"
  },
  {
    "start": 2255.74,
    "end": 2258.82,
    "text": "Für unser erstes Buch habe ich seinen Reisebericht als Thema vorgeschlagen."
  },
  {
    "start": 2259.76,
    "end": 2260.42,
    "text": "Ah, sehr."
  },
  {
    "start": 2261.44,
    "end": 2262.64,
    "text": "Wir haben es aber nicht gemacht."
  },
  {
    "start": 2263.88,
    "end": 2270.32,
    "text": "Also Wilhelm von Ruhbrock, der zitiert dann später einen Kahn, dass Ogel quasi komplett unverägt gewesen wäre."
  },
  {
    "start": 2272.26,
    "end": 2278.66,
    "text": "Und genau diese Schwäche, die ist jetzt ein Signal für die dritte Frau, über die wir sprechen werden."
  },
  {
    "start": 2278.74,
    "end": 2286.6,
    "text": "Während nämlich Ogül Kamis, so wie sie es dargestellt haben, mit ihren Schamanern tanzt, wetzt im Hintergrund, eine andere Witwe, schon die Messer."
  },
  {
    "start": 2287.14,
    "end": 2290.88,
    "text": "Und sie gehört zum Klaren des jüngsten Sons, Tolui."
  },
  {
    "start": 2291.7,
    "end": 2293.94,
    "text": "Sie ist klug, sie ist geduldig."
  },
  {
    "start": 2295.14,
    "end": 2298.52,
    "text": "Und auch sie hat vier Söhne, mit denen sie viel vorhat."
  },
  {
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    "end": 2300.84,
    "text": "Und ihr Name ist Sorgaktani."
  },
  {
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    "end": 2306.68,
    "text": "Und mit ihr betritt jetzt im Grund die wahre Meisterin der Macht die Bühne."
  },
  {
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    "end": 2314.26,
    "text": "Saga Gdani Beki ist das absolute Gegenteil ihrer Rivalin in diesem Moment, nämlich Ogöl Keimisch."
  },
  {
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    "end": 2321.04,
    "text": "Sie ist eine Nestorianische Christin, sie ist hochgebildet und von fast beängstigen der Disziplin."
  },
  {
    "start": 2321.94,
    "end": 2333.6,
    "text": "Nachdem ihr Mann Tolui, also der jüngste Sohn des Chinges Kahn schon früh gestorben war, hat sie schon früh ein neues oder ein einziges Lebensziel entwickelt, nämlich ihre vier Söhne auf den Thron zu bringen."
  },
  {
    "start": 2334.82,
    "end": 2338.74,
    "text": "Die Quellen beschreiben sie tatsächlich als die klügste und fähigste Frau ihrer Zeit."
  },
  {
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    "end": 2346.18,
    "text": "Also, während Ogül Keimisch eher durch Geisterbeschwörungen regiert, knüpft Sorgaktani sorgfältig Netzwerke."
  },
  {
    "start": 2346.3,
    "end": 2348.18,
    "text": "Und sie hat sich auch schon bewiesen."
  },
  {
    "start": 2348.88,
    "end": 2354.12,
    "text": "Sie verwaltet nämlich selbstständig in Nordkina ihr eigenes Lähen, die Provinz Hebei."
  },
  {
    "start": 2355.66,
    "end": 2357.38,
    "text": "Hier zeigt sich auch ihr wahres Chemie."
  },
  {
    "start": 2357.64,
    "end": 2367.78,
    "text": "Während die alten mongolischen Generäle am liebsten immer alles niederbrennen wollen, um Weideland zu schaffen für ihre Pferde, hat sie eine kaufmännische Erkenntnis."
  },
  {
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    "end": 2370.82,
    "text": "Ein toter Bauer wird nur einmal geplündert."
  },
  {
    "start": 2370.86,
    "end": 2373.46,
    "text": "Ein lebender Bauer, der zahlt jedes Jahr Steuer."
  },
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    "end": 2377.28,
    "text": "Sie reagiert schon wie eine moderne Staatsfrau."
  },
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    "end": 2385.54,
    "text": "Und obwohl sie selbst überzeugte Christin ist, finanziert sie Koran-Schulen und buddhistische Tempel, einfach nur um die Bevölkerung zu stabilisieren."
  },
  {
    "start": 2386.24,
    "end": 2388.9,
    "text": "Und sie denkt auch in Generationen."
  },
  {
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    "end": 2398.96,
    "text": "Also sie lässt ihren Sohn Kublai chinesisch lernen und bereitet ihn gezielt darauf vor, nicht nur über die Steppe, sondern über eine Hochkultur wie die chinesische zu herrschen."
  },
  {
    "start": 2399.84,
    "end": 2402.98,
    "text": "Und genau dieses neue Mindset, also verwalten, statt vernichten."
  },
  {
    "start": 2403.96,
    "end": 2409.4,
    "text": "Das ist der Schlüssel, der später dann auch die Gründung der Yuan-Dynastie unter den Mongolen in China möglich machen"
  },
  {
    "start": 2409.44,
    "end": 2409.6,
    "text": "wird."
  },
  {
    "start": 2411.64,
    "end": 2414.08,
    "text": "Aber zurück noch einmal zur internen Politik des Reichs."
  },
  {
    "start": 2414.18,
    "end": 2423.58,
    "text": "Also Sorgaktani, sie weiß, dass der Hass zwischen den Häusern der Mongolen, dass das ihre stärkste Waffe ist, um ihr Ziel zu erreichen, nämlich ihre Söhne auch am Thron zu sehen."
  },
  {
    "start": 2424.54,
    "end": 2428.82,
    "text": "Und genau das schafft sie schließlich im Jahr, zwölfhundert-einundfünfzig."
  },
  {
    "start": 2429.86,
    "end": 2431.98,
    "text": "Und wie soll ich sagen, mit dem Meisterstück."
  },
  {
    "start": 2433.06,
    "end": 2435.24,
    "text": "Sie holt sich nämlich Batu ins Boot."
  },
  {
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    "end": 2438.78,
    "text": "Wir erinnern uns, der regiert die Goldene Horde an der Wolga."
  },
  {
    "start": 2439.98,
    "end": 2443.3,
    "text": "Die beiden verbindet nämlich schon eine recht dramatische Vorgeschichte."
  },
  {
    "start": 2444.14,
    "end": 2449.94,
    "text": "Drei Jahre vorher wollten nämlich der damalige Groskahn Güyük sowas wie ein Bürgerkrieg anzetteln."
  },
  {
    "start": 2450.02,
    "end": 2456.9,
    "text": "Er marschiert mit einer Armee nach Westen, offiziell um ein Lehen zu besuchen in Wahrheit aber, um Batu zu vernichten."
  },
  {
    "start": 2457.64,
    "end": 2458.88,
    "text": "Sorgaktania allerdings."
  },
  {
    "start": 2458.92,
    "end": 2464.3,
    "text": "die über einen ihrer Spione davon informiert worden ist, die schickter Warnung an Batu."
  },
  {
    "start": 2464.64,
    "end": 2468.56,
    "text": "Sie schreibt quasi der Kahn, kommt nicht zum Tee, er kommt zum Krieg."
  },
  {
    "start": 2469.92,
    "end": 2472.12,
    "text": "Batu mobilisiert daraufhin sofort seine Truppen."
  },
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    "start": 2472.56,
    "end": 2480.38,
    "text": "Allerdings, der blutige Bürgerkrieg, der wird vorher schon verhindert und zwar, weil Güyük, wie ich es vorhin schon erwähnt habe, stirbt."
  },
  {
    "start": 2480.86,
    "end": 2485.38,
    "text": "Also, bevor er bei Batu ankommt, und das ist dieser Fahrzeug, auf dem er sich befunden hat, der stirbt da."
  },
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    "start": 2486.56,
    "end": 2487.9,
    "text": "Seitdem weiß allerdings Batu."
  },
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    "end": 2490.38,
    "text": "Diese Frau hat mich gerettet bzw."
  },
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    "end": 2502.48,
    "text": "hat mich gewarnt und als sie ihm jetzt, zwölfhundert-einundfünfzig, quasi sagt, hey, hilf mir dabei, meinen Sohn Mönke auf den Thron zu bringen, das sagt er nicht nein."
  },
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    "start": 2504.26,
    "end": 2509.06,
    "text": "Und es ist ein klassischer Putsch, den die beiden jetzt planen und durchführen."
  },
  {
    "start": 2510.28,
    "end": 2520.1,
    "text": "Sie brechen nämlich gemeinsam dieses Gesetz der Nachfolge, weil Eigentlich sollte der Klaren der Ögedais, aus dem er auch Greek kommt, soll hier der Nachfolger kommen."
  },
  {
    "start": 2521.66,
    "end": 2522.84,
    "text": "Was Bato macht, ist Folgendes."
  },
  {
    "start": 2522.9,
    "end": 2525.56,
    "text": "Zuerst lässt er einen illegalen Kurltei ausrufen."
  },
  {
    "start": 2525.66,
    "end": 2529.52,
    "text": "Also eine Wahlversammlung, allerdings nicht in der Mongolei, sondern in Zentralasien."
  },
  {
    "start": 2529.62,
    "end": 2533.86,
    "text": "Also so weit weg, dass er von zwei Familienboykottiert wird."
  },
  {
    "start": 2534.62,
    "end": 2536.62,
    "text": "Mönke allerdings wird dabei trotzdem nominiert."
  },
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    "end": 2540.1,
    "text": "Dann wird dann weiterer Kurltei abkalten in der Mongolei."
  },
  {
    "start": 2540.48,
    "end": 2542.9,
    "text": "Dorthin schickt Bato allerdings seinen Bruder Berke."
  },
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    "start": 2543.42,
    "end": 2544.84,
    "text": "mit dreißigtausend Soldaten."
  },
  {
    "start": 2545.8,
    "end": 2548.48,
    "text": "Und die Botschaft hier ist recht unmissverständlich."
  },
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    "start": 2549.18,
    "end": 2552.26,
    "text": "Also entweder ihr wählt jetzt hier Mönke oder es rollen Köpfe."
  },
  {
    "start": 2553.44,
    "end": 2554.7,
    "text": "Und genau so passiert es dann auch."
  },
  {
    "start": 2555.34,
    "end": 2555.64,
    "text": "Es rollen"
  },
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    "text": "Köpfe."
  },
  {
    "start": 2557.4,
    "end": 2565.4,
    "text": "Es rollen keine Köpfe, denn die Prinzen und die Würdenträger, die hier wählen, die wissen, es bringt nicht viel, die dagegen zu wählen."
  },
  {
    "start": 2565.46,
    "end": 2571.5,
    "text": "Und deswegen wählen sie Mönke, Sohn, Tolluis und Sorgaktanis zum neuen Großkahn."
  },
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    "end": 2575.72,
    "text": "Es wird noch versucht, es zu verhindern."
  },
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    "start": 2576.34,
    "end": 2588.82,
    "text": "Seine Gegner, angeführt vom vorhin schon erwähnten Skiremon, also der, der zugunsten Güyiks übergangen worden ist, die versuchen jetzt noch einen letzten verzweifelten Schlag gegen den neuen Großkarn."
  },
  {
    "start": 2588.86,
    "end": 2590.66,
    "text": "So eine Art Trojanisches Pferd, wenn man will."
  },
  {
    "start": 2591.26,
    "end": 2598.34,
    "text": "Sie schmuggeln Waffen, verstecken den Karn voller Geschenke auf das Festgelände, wo er zum Großkarn ausgerufen wird."
  },
  {
    "start": 2598.62,
    "end": 2602.74,
    "text": "Sie wollen den neuen Karn tatsächlich während der Feier ermorden."
  },
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    "end": 2605.18,
    "text": "Aber das Schicksal bzw."
  },
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    "end": 2607.58,
    "text": "das Sorgaktanis Glück schlägt jetzt hier wieder zu."
  },
  {
    "start": 2608.18,
    "end": 2621.38,
    "text": "Ein einfacher Falkner, der auf der Suche nach seinem entlaufenden Kamele ist, der stolper zufällig über diese Ladungen klingern, verstrickt einen dort in ein Gespräch und findet raus, okay, hier ist eine Ermordung geplant."
  },
  {
    "start": 2621.72,
    "end": 2630.28,
    "text": "Also dieser Hinterhalt fliegt auf und das liefert Sorgaktani auch gleich den perfekten Vorwand für eine totale Säuberung."
  },
  {
    "start": 2630.98,
    "end": 2639.18,
    "text": "Was jetzt für mich folgt ist, Im Grunde eine komplette Auslöschung der politischen Gegner und vor allem auch das Ende der Linie des Ögedei."
  },
  {
    "start": 2641.52,
    "end": 2647.04,
    "text": "Die Witwe von Güyük, die wird vor Gericht gestellt, man werft ihr Verrat und natürlich Hexerei vor."
  },
  {
    "start": 2647.94,
    "end": 2650.6,
    "text": "Sie wird vor Gericht gedemütigt und schließlich verurteilt."
  },
  {
    "start": 2650.64,
    "end": 2656.02,
    "text": "und das Urteil ist dasselbe, dass ihre Familie nur wenige Jahre vorher Fatima angetan hat."
  },
  {
    "start": 2656.08,
    "end": 2659.08,
    "text": "Sie wird in einen Filzack genäht und ertränkt."
  },
  {
    "start": 2659.12,
    "end": 2669.16,
    "text": "Übrigens ist das Ganze unblutig, weil die Mongolen überzeugt davon waren, dass es den Geister Erde beleidigt, wenn das Blut hochrangiger Personen oder Adligen auf die Erde tropft."
  },
  {
    "start": 2672.48,
    "end": 2679.64,
    "text": "Über siebzig weitere Adlige fallen dann auch diesen Säuberungen des, wie es genannt wird, toluidischen Staatsstreichs zum Opfer."
  },
  {
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    "end": 2693.56,
    "text": "Und damit ist der letzte Widerstand gebrochen, dass mongolische Interregnen um diese zehn Jahre des Chaos, die sind jetzt vorbei, Sorgaktani hat gesiegt, das reiche Zitz unter ihrem Sohn wieder geeint."
  },
  {
    "start": 2694.92,
    "end": 2698.54,
    "text": "Und das ist der Moment, in dem die Welt jetzt den Atem anhalten muss."
  },
  {
    "start": 2699.36,
    "end": 2709.28,
    "text": "Weil die riesige mongolische Kriegsmaschine, die seit twelvehundertundvierzig mehr oder weniger im Leerlauf stand, die wird jetzt wieder angworfen."
  },
  {
    "start": 2710.0,
    "end": 2714.36,
    "text": "Die Schwärter sind jetzt nicht mehr nach innen gerichtet, sie zeigen jetzt wieder nach außen."
  },
  {
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    "end": 2722.78,
    "text": "Naja, und hier schließt sich jetzt auch der Kreis zu meinem Beginn auf dem Schlachtfeld von Lignitz und vor den Tourenwien."
  },
  {
    "start": 2722.92,
    "end": 2728.26,
    "text": "Also die Mongolen waren zwar abgezogen, aber Europa blieb in so einer Art Schockstarre zurück."
  },
  {
    "start": 2729.0,
    "end": 2738.18,
    "text": "Die Menschen starren dort jahrelang noch zittern in Richtung Osten, warten jeden Tag im Grunde auf die Staubwolken am Horizont, berechnen eigentlich fest mit ihrem Ende."
  },
  {
    "start": 2739.6,
    "end": 2742.08,
    "text": "In diesen zehn Jahren kamen diese Staubwolken nicht."
  },
  {
    "start": 2743.3,
    "end": 2751.28,
    "text": "Europa hat im Grunde überlebt, weil die mungolischen Armeen von zwölf, einundvierzig bis einundfünfzig aufgrund dieses Interregnums still standen."
  },
  {
    "start": 2752.04,
    "end": 2757.48,
    "text": "Und es war ein Kampf, der nicht auf dem Schlachtfeld, sondern eben in den Zelten der Macht geführt worden ist."
  },
  {
    "start": 2757.7,
    "end": 2759.36,
    "text": "Gelenkt von eben drei Witwen."
  },
  {
    "start": 2759.9,
    "end": 2767.98,
    "text": "Thürigene, die den Ehrgeiz gehabt hat, okulkaimisch, die quasi daran zerbrochen ist und Zorgaktani, die ganz am Ende dann triumphiert hat."
  },
  {
    "start": 2768.48,
    "end": 2774.94,
    "text": "Also ihr Kampf um die Krone ihrer Söhne kauft im Grund, dem Abendland die Zeit, die es zum Überleben braucht."
  },
  {
    "start": 2777.28,
    "end": 2790.68,
    "text": "Wenn wir heute auf dieses dann doch sehr dramatische Erzehnt zurückschauen, müssen wir uns allerdings schon die eine Frage stellen, warum erinnern wir uns wenig an Thürigene Ogul Keimisch und ihre vertraute Fatima?"
  },
  {
    "start": 2790.9,
    "end": 2794.76,
    "text": "und wenn wir uns erinnern oft nur als Hexen oder als manipulative Intrigantinnen."
  },
  {
    "start": 2795.34,
    "end": 2800.32,
    "text": "Und die Antwort, wie so oft, liegt natürlich in der Feder jener, die diese Geschichten aufgeschrieben haben."
  },
  {
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    "end": 2811.18,
    "text": "Also Männer wie der persische Chronist Juwaini oder der Vizier Rashid Aldin, die haben in ihrem Weltbild eine weibliche Herrschaft einfach nicht akzeptieren können."
  },
  {
    "start": 2812.22,
    "end": 2816.64,
    "text": "Also für sie war eine Frau auf dem Thron ein Fehler im System, was unnatürlich ist."
  },
  {
    "start": 2817.06,
    "end": 2822.28,
    "text": "Wenn eine Frau Macht aussübt laut ihrer Logik, dann konnte es gar nicht mit rechten Dingen zugehen."
  },
  {
    "start": 2822.88,
    "end": 2829.24,
    "text": "Es muss Dunkle Magie im Spiel sein, wie bei Fahrthema oder einfach auch nur so was wie hinterhältige Verführung."
  },
  {
    "start": 2829.98,
    "end": 2831.72,
    "text": "Das, was man diesen Frauen im Zug geschrieben hat."
  },
  {
    "start": 2832.84,
    "end": 2840.54,
    "text": "Diese Chronisten haben im Grund die Frauen zu Sündenböcken für das politische Chaos gemacht, auch um die Schwächen der männlichen Herrscher zu kaschieren."
  },
  {
    "start": 2841.6,
    "end": 2843.76,
    "text": "Die heutige Forschung ist da zum Glück ja schon weiter."
  },
  {
    "start": 2843.82,
    "end": 2847.84,
    "text": "Die Realität war halt tatsächlich viel nüchterner."
  },
  {
    "start": 2848.9,
    "end": 2850.06,
    "text": "damit aber auch beeindruckend."
  },
  {
    "start": 2850.66,
    "end": 2854.98,
    "text": "Also Frauen wie Therigene und Zorkaktani, die waren natürlich keine Hexen."
  },
  {
    "start": 2855.64,
    "end": 2861.94,
    "text": "Tatsächlich waren sie eher sowas wie... CEOs oder Geschäftsführerin eines multinationalen Konzerns."
  },
  {
    "start": 2862.92,
    "end": 2864.64,
    "text": "Und so eines, der kurz vor dem Bankrott steht."
  },
  {
    "start": 2865.66,
    "end": 2867.36,
    "text": "Also sie haben ein Machtvakuum ausgefüllt."
  },
  {
    "start": 2867.84,
    "end": 2869.44,
    "text": "Eines, das die Männer hinterlassen haben."
  },
  {
    "start": 2869.68,
    "end": 2878.02,
    "text": "Männer, die entweder durch Alkoholhandlungsunfähig waren, wie Ögeday und Güyük, oder die sich einfach gegenseitig in internen Streitereien zerfleischt"
  },
  {
    "start": 2878.08,
    "end": 2878.24,
    "text": "haben."
  },
  {
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    "end": 2887.62,
    "text": "Tatsächlich ist es so, dass ohne dieses harte Durchgreifen der Witwen, das riesige Mongolenreich vielleicht schon zwölf, einundvierzig implodiert wäre."
  },
  {
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    "end": 2899.7,
    "text": "Sie haben um Salopp auszudrücken, den Laden zusammengehalten, sie haben die Finanzen verwaltet, sie haben die Logistik organisiert, oft während die Thronfolger noch ihren Rausch ausgeschlafen haben."
  },
  {
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    "end": 2903.06,
    "text": "Es ist die große Ironie dieser Geschichte."
  },
  {
    "start": 2903.54,
    "end": 2909.38,
    "text": "Die männlichen Chronisten haben diese Ära ein dunkles Zwischenspieg nennt, eine Anomalie."
  },
  {
    "start": 2910.42,
    "end": 2915.36,
    "text": "Aber tatsächlich war es genau dieses Jahrzehnte der Frauen, in dem die Weichen für die moderne Welt gestellt werden."
  },
  {
    "start": 2915.82,
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    "text": "hier interner Machtkampf."
  },
  {
    "start": 2917.3,
    "end": 2921.44,
    "text": "Der hat dafür gesorgt, dass die Armeensteg standen sind und Europa verschont geblieben ist."
  },
  {
    "start": 2921.84,
    "end": 2930.68,
    "text": "Und es war ihre Politik, die dann schießt sich den Weg für die Eroberung Chinas und damit da vorhin erwähnt ein Dynastie in China geebnet hat."
  },
  {
    "start": 2930.92,
    "end": 2935.32,
    "text": "Also diese Frauen waren tatsächlich keine Lückenbüster der Geschichte."
  },
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    "text": "Sie waren ihre Architektinnen."
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    "text": "Faszinierend, Richard."
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    "text": "Also ich habe, also nicht nur, dass ich noch nie davon gehört habe, auch, ja, diese Diese Tragweite ist, die muss ich jetzt erst mal sagen lassen."
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    "text": "Ich bin ja überhaupt kein Mongolen-Spezialist."
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    "text": "Verblüffend wenig habe ich gewusst drüber, als ich begonnen habe, also bin draufgekommen, dass ich verblüffend wenig drüber weiß, als ich angefangen habe, mit dieser Geschichte zu beschäftigen."
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    "text": "Aber wenn wir das so ließ, denken wir sich, es hätte alles ganz anders kommen können."
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    "text": "Es hätte alles ganz anders kommen können."
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    "text": "Es ist interessant, weil du ja vor kurzem erst eine Geschichte gemacht hast, wo es darum ging, dass ein Weltreich zerbricht."
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    "text": "Und jetzt machst du eins, wo ein Weltreich eben nicht zerbricht, wo es an der Schwelle des Zerbrechens steht."
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    "text": "Ja."
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    "text": "Ich weiß auch nicht ganz genau, warum erstens einmal wir bisher noch nichts über die Mongolen gemacht haben, weil jetzt, weil ich mich damit eingehender beschäftigt habe, es ist so faszinierend, was hier passiert ist und was der Roll in der Weltgeschichte."
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    "text": "Denn Mönke, vorhin angesprochen auch, aber noch nicht so weiter erzählt, aber Kublai wird ja auch zum Kahn."
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    "text": "Es sind ja tatsächlich gar nicht so viele, also wir haben hier nicht so dieses Herrscher-Chaos, wie wir es in Europa zu jeder Zeit haben."
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    "text": "Also wenn wir uns Europa anschauen und diesen flicken Teppich, ja, in unterschiedlichen Herrschern und Herrscherinnen und ihren Gebieten, und das dann vergleicht mit dem Mongolen und ihrem Reich."
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    "text": "ist ein großer Unterschied."
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    "text": "Es wird dann mehr oder weniger in vier Teile geteilt, also mit China und dann festlich von China noch eins und dann das klassische Mokronoi und dann noch die Goldene Rorde."
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    "text": "Aber wie lange die zumindest noch, wie soll ich sagen, das Mungolentum miteinander teilen, das ist schon sehr beeindruckend."
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    "text": "Es gibt zum Beispiel auch die Geschichte."
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    "text": "Ich glaube, es ist Mönke oder Kublai, aber ich glaube Mönke, es kommt dann ein Boote vom Papst zu ihm und will ihn dazu bringen, dass gemeinsam mit den Christen gegen gegen den Islam vorgeht."
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    "text": "Und es ist auch so, dass die goldene Horde zum Beispiel, die wird islamisiert."
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    "text": "Und grundsätzlich ist der Glaube bei den Mongolen so ein Art Schamanismus vermischt mit Buddhismus gewesen."
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    "text": "Also was vor allem immer so im Vordergrund stand, war so ein Gott, er ist jetzt sein Name entfallen, aber das ist im Grund der, der auch Chingis kann, gesagt hat, dass er dazu auserwählt wurde, über die Welt zu herrschen."
  },
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    "text": "Also es gibt da unterschiedliche Ansätze, aber nichts ist wahnsinnig strikt."
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    "text": "Es ist ja jetzt nicht so, dass ich glaube, ich habe es nicht erwähnt, aber Karakorom, die Hauptstadt, die von Genghis Khan gegründet wird und dann von Ögeday ausgebaut wird."
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    "text": "Die hat buddhistische Tempel, die hat Moscheen und auch eine christliche Kirche."
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    "text": "Das ist auch faszinierend."
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    "text": "Also, dass da diese Gleichzeitigkeit möglich ist."
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    "text": "Also, das ist ja auch ein bisschen das Absurde an den Mongolen bzw."
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    "text": "Gleichzeitig aber haben sie halt auch den Handel zwischen Ost und West massiv gefördert, dass sie immer reich gehabtes Tolerant war, was Religion angeht."
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    "text": "Sie waren Förderer von Kunst und Kultur und Handwerk und all solchen Dingen."
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    "text": "Also diese Beschreibung an der Zeltstätte und da haben sie westliche Künstler oder auch aus China und Japan."
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    "text": "Und sonst haben sie gehabt, die all diese Dinge für sich gemacht haben."
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    "text": "Das war nicht die erste und letzte Folge zum Thema Mongoleim."
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    "text": "habe ja ein bisschen gesucht, was wir tatsächlich gesagt haben über Mongolia und wann wir sie erwähnt haben."
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    "end": 3224.8,
    "text": "Du hast sie zum Beispiel erwähnt im Zusammenhang mit den Assassinen, weil das ist auch ganz interessant."
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    "text": "Es passiert so gut wie ganz wenig Kampfhandlung in diesem Jahrzehnt."
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    "text": "Aber die Assassinen stellen sich als Gegner raus und geschickt dann tatsächlich auch einmal her, dorthin, um sich der Assassinen anzunehmen."
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    "end": 3250.14,
    "text": "Und ich glaube, du hast es irgendwie auch beschrieben, dass ich glaube im Jahr zwölf, sechs und fünfzig gibt es dann auch so eine große Schlacht, wo die Assassinen dann verlieren gegen die, gegen die Mongolen."
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    "text": "Aber ja, wir haben echt sehr wenig gemacht oder halt einfach noch nix so spezifische Übungen geholt."
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    "text": "Und jetzt, nachdem ich mich einmal damit beschäftigt habe, weiß ich, es war ein Fehler."
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    "text": "Wie schaut es aus, bist du über ein Hinweis drauf gestoßen worden oder bist du selber draufgekommen?"
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    "end": 3275.22,
    "text": "Tatsächlich habe ich was gelesen über Thüringen und habe mir gedacht, es wäre interessant, aber zu machen, es gibt nämlich."
  },
  {
    "start": 3275.36,
    "end": 3288.88,
    "text": "Und da sehen wir auch schon bei der Literatur, es gibt ein Buch von... Jack Wetherford, das heißt The Secret History of the Mongol Queens, ist angelehnt an Geschichtswerk, also eines der Geschichtswerk der wichtigsten über die Mongolen, das heißt The Secret History of the Mongols."
  },
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    "end": 3295.66,
    "text": "Und er schreibt eben darüber, wie systematisch mongolische Herrscherinnen von der Geschichte ignoriert bzw."
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  {
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    "end": 3298.16,
    "text": "rausgestrichen worden sind."
  },
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    "text": "Es stimmt, dass sie über Gangen bzw."
  },
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    "end": 3307.8,
    "text": "rausgeschrieben haben, aber es gibt unterschiedliche Beurteilungen, warum das passiert."
  },
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    "text": "Vor allem der Meinung, dass es ist, weil sie Frauen waren, ein Broadbridge zum Beispiel, die auch über mongolische Frauen geschrieben hat."
  },
  {
    "start": 3316.34,
    "end": 3320.38,
    "text": "Die ist eher der Meinung, dass es vor allem mit dieser Feindschaft der unterschiedlichen Clans zu tun hat."
  },
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    "end": 3321.38,
    "text": "Dass"
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    "end": 3323.9,
    "text": "es nicht spezifisch ist, weil sie Frauen waren."
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    "end": 3327.92,
    "text": "Aber es gibt hier sehr interessante Literatur dazu."
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    "text": "Springe am besten gleich dazu."
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    "end": 3333.5,
    "text": "Also Jack Weatherford habe ich schon gesagt, das heißt Secret History of the Mongol Queens."
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    "end": 3357.26,
    "text": "Anne Broadbridge hat geschrieben, Women and the Making of the Mongol Empire, das war das im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im von Göttingen, Jan und Sweeney."
  },
  {
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    "end": 3365.1,
    "text": "Das ist ein bisschen älter im Stereo-Verlag geschehen als im Fünfundachtzig, aber hier haben wir vor allem diese Primärquellen, solche Sachen wie mit den Ohren beschreiben."
  },
  {
    "start": 3366.64,
    "end": 3371.48,
    "text": "Und dann Bruno de Nicola hat auch noch geschrieben, Women in Mongol Iran, The Catoons."
  },
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    "end": 3377.32,
    "text": "Und dann gibt es eben noch so ein paar dieser Primärquellen, also der William of Rubruk."
  },
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    "end": 3383.28,
    "text": "Da gibt es eine Ausgabe, die heißt The Mission of Fryer, William of Rubruk, editiert von Peter Jackson."
  },
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    "text": "Das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem"
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    "end": 3387.72,
    "text": "Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus"
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    "end": 3390.68,
    "text": "dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr,"
  },
  {
    "start": 3390.72,
    "end": 3392.86,
    "text": "das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus"
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  {
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    "end": 3409.5,
    "text": "dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist aus dem Jahr, das ist Das Werker ist eigentlich der Successor auf Chinggis Khan."
  },
  {
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    "end": 3415.46,
    "text": "und schließlich noch diese Yuvaini, von dem ich vorher noch gesprochen habe, auch übersetzt von John Andrew Boyle."
  },
  {
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    "end": 3418.16,
    "text": "Das heißt, The History of the World Changing Conqueror."
  },
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    "end": 3421.5,
    "text": "Also das sind so diese Hauptprimärquellen, die wir haben über diese Zeit."
  },
  {
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    "end": 3424.0,
    "text": "Fantastisch."
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    "end": 3425.14,
    "text": "Also ich bin begeistert."
  },
  {
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    "end": 3429.7,
    "text": "Ich habe so viel gelernt, wie selten es hätte ich in diesem Wollkast machen."
  },
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    "end": 3431.26,
    "text": "Sehr gut."
  },
  {
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    "end": 3436.14,
    "text": "Es sind ein bisschen viele Namen, aber ich glaube grundsätzlich eh ganz einfach zu merken."
  },
  {
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    "end": 3437.94,
    "text": "Sehr gut."
  },
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    "end": 3444.52,
    "text": "Ich meine, es ist immer, wenn sich so Welten auftun, da gibt es immer viele unbekannte Namen und das gehört einfach dazu."
  },
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    "text": "Und das Gute ist ja, man muss sich ja nicht alles immer gleich merken, man darf auch Dinge vergessen und dann nochmal nachhören und nochmal nachlesen."
  },
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    "text": "Genau, das ist ja auch das Rezept."
  },
  {
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    "end": 3456.72,
    "text": "Schau, da liest dann wieder und dann verfestigt sich das so."
  },
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    "end": 3460.46,
    "text": "Also ich glaube, ich würde schon gerne mal noch ein bisschen mehr machen über Subutei."
  },
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    "start": 3461.06,
    "end": 3470.16,
    "text": "Subutei war auf jeden Fall der... beste General- oder Feldherr, den die Mongolen jemals gehabt haben, also besser noch als Stringeskarn."
  },
  {
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    "end": 3476.44,
    "text": "Und es gibt sogar Stimmen, die sagen, dass er quasi der beste Feld der aller Zeiten war."
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    "end": 3478.52,
    "text": "Und er ist unbesiegt."
  },
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    "text": "Und zu jedem Zeitpunkt als wir in Europa ist es auch unbesiegt, und man merkt es auch einfach."
  },
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    "text": "Er ist so ein genialer Strategie."
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    "text": "dass die europäischen Ritter, die wissen ja gar nicht, wie ihnen geschieht."
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    "text": "Ja, ich hätte vielen, vielen Dank fürs erzählen, diese Geschichte und auch fürs recherchieren."
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    "text": "Ich kann mir vorstellen, es war eine gewisse Herausforderung."
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    "text": "Bissle Herausforderung, aber eben auch so interessant."
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    "end": 3519.76,
    "text": "Ich weiß nicht, kennst du das, wenn du... Wenn du anfängst zu erbuchtest, dann sagst du, mach, ist das interessant."
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    "text": "Ich wünsch, die hätte noch viel mehr Zeit."
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    "text": "Ja, absolut."
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    "text": "Aber du kannst dich in weiteren Folgen noch austoben, insofern."
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    "text": "Genau."
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    "text": "Jetzt haben wir mal den Start gemacht, nach zehn Jahren zum ersten Mal."
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    "text": "Aber es passt, denkt wie, dass wir über das zehnjährige Interregnum der Mongolen erst nach zehn Jahren sprechen."
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    "text": "Sehr gut."
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    "text": "Ja, Richard, hast du diese Geschichte dann, also du hast sicher noch einige, sind so zufügen, aber an dieser Stelle jetzt."
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    "text": "Ich würde sagen, wir gehen über zum Feedback-Hinweiß-Block."
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    "text": "Wer Feedback geben will zu dieser Folge oder anderen, kann das per E-Mail machen."
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    "text": "Feedback.get-Geschichte.fm kann es auf den diversen Social-Media-Plattformen tun, wo wir gemeinhin Geschichte.fm heißen, außer im Fediverse."
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    "text": "Da gibt man am besten Geschichte.fm in einem Browser ein und landet dann direkt auf unserem Profil."
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    "text": "Und wer uns Reviewen will, Sterne vergeben und solche Dinge kann das zum Beispiel auf Apple Podcasts tun oder grundsätzlich einfach überall, wo man Podcasts bewerten kann."
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    "text": "Wir freuen uns immer sehr, vor allem wenn es gute Bewertungen sind."
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    "text": "Und wer unsere Folgen hören will und gleichzeitig kommentieren an spezifischen Stellen, wer ein bisschen Hintergrund, Wissen oder Bilder und so weiter sehen will, installiert sich am besten Campfire."
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    "text": "Unter joincampfire.fm die App installieren, unserer Community beitreten und all diese Vorzüge genießen."
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    "text": "Wir haben auch ein Spiel gemacht, das heißt Geschichten aus der Geschichte."
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    "text": "Das gibt es unter geschichtepunkt.shop und dort gibt es auch weiteren Merch zu erwerben."
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    "text": "Außerdem gibt es zwei Möglichkeiten diesen Podcast werbefrei zu hören."
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    "text": "Bei Apple Podcast gibt es den Kanal Geschichte plus und bei Steady kann man sich den Feed kaufen für vier Euro im Monat."
  },
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    "text": "Da gibt es alle Infos unter geschichtepunkt.fm slash Steady."
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    "text": "Wir bedanken uns in dieser Woche bei Peter, Tamara, Sabine, Björn, Dale, Reich, Ferdinand, Natja, Philipp, Julius, Melanie, Marc, Martin, Michael und Ulrike."
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    "end": 3647.36,
    "text": "Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung."
  },
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    "end": 3653.46,
    "text": "Ja, vielen herzlichen Dank und danke an Lene Kiebal fürs Schneiden dieser Folge."
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    "text": "Tja, Richard."
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    "text": "Und dann würde ich sagen, machen wir halt das, was wir immer machen."
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    "text": "Ja, gehen wir dem einen das letzte Wort, das immer hat, nämlich Pono Kraiski."
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    "start": 3680.36,
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    "text": "Und ich stoppe hier."
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