[
  {
    "start": 0.62,
    "end": 11.58,
    "text": "Das ist der längste Hirnnerv, den wir haben, der tatsächlich eine Leitung sozusagen zwischen Gehirn, Bauchraum, Herz und Magen-Darm-Trakt herstellt."
  },
  {
    "start": 12.16,
    "end": 17.24,
    "text": "Und wir wissen selber, umso ruhiger das Herz schlägt, umso stärker ist die Vargusaktivität."
  },
  {
    "start": 18.02,
    "end": 34.3,
    "text": "Also man weiß inzwischen tatsächlich, dass die Angst ein Risikofaktor ist, genauso wie eine Depression bei Herzerkrankten, nochmal das Risiko verstärkt, wieder erneut, ein Ereignis zu entwickeln, also ein akutes Coronasyndrom oder auch eine Herzgutmusstörung."
  },
  {
    "start": 35.4,
    "end": 46.26,
    "text": "Es geht darum, erst mal im Außen wieder die Wahrnehmung zu stärken, um dann vielleicht ein bisschen den Mut zu haben, auch auf das Innere zu schauen, denn gerade das Innere ist ja mit Ängsten belegt."
  },
  {
    "start": 48.76,
    "end": 50.48,
    "text": "der Podcast der Deutschen Herzstiftung."
  },
  {
    "start": 51.08,
    "end": 53.38,
    "text": "Für alle, die mehr über ihr Herz wissen wollen."
  },
  {
    "start": 57.52,
    "end": 61.68,
    "text": "Hallo und herzlich willkommen bei Impulse, dem Podcast der Deutschen Herzstiftung."
  },
  {
    "start": 62.52,
    "end": 67.58,
    "text": "Heute dreht sich alles um Gefühle und wie unser Herz mit unserem Gefühlsleben zusammenhängt."
  },
  {
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    "end": 69.98,
    "text": "Und zwar nicht nur, wenn wir verliebt sind."
  },
  {
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    "end": 76.08,
    "text": "Ein Nerv spielt dabei eine Hauptrolle, der sogenannte Vargusnerv, auch Entspannungsnerv genannt."
  },
  {
    "start": 76.82,
    "end": 82.84,
    "text": "Wie hängt dieser Nerv zum Beispiel auch mit negativen Gefühlen, wie Stress, Angst und Depression in unserem Herzen zusammen?"
  },
  {
    "start": 83.7,
    "end": 86.48,
    "text": "Können wir den Entspannungsnerv vielleicht sogar gezielt stärken?"
  },
  {
    "start": 87.22,
    "end": 90.66,
    "text": "Genau das erläutert in dieser Folge mein Gast, Privatozentin Dr."
  },
  {
    "start": 90.74,
    "end": 91.76,
    "text": "Korra Stefanie Weber."
  },
  {
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    "end": 93.98,
    "text": "Und damit, hallo, schön, dass Sie da sind."
  },
  {
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    "end": 96.02,
    "text": "Ja, ich freue mich sehr, hier zu sein."
  },
  {
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    "end": 97.4,
    "text": "Dr."
  },
  {
    "start": 97.46,
    "end": 104.12,
    "text": "Weber ist Chefärztin der Abteilung psychosomatischer Medizin und Psychotherapie der Oberhafeldkliniken in Hennigsdorf."
  },
  {
    "start": 104.94,
    "end": 113.5,
    "text": "Sie ist ebenfalls Gastwissenschaftlerin der Charité, Universitätsmedizin Berlin und Dozentin für Psychokardiologie bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie."
  },
  {
    "start": 114.34,
    "end": 115.22,
    "text": "Mein Name ist Ruth Neu."
  },
  {
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    "end": 117.76,
    "text": "Ich bin Medizinredakteurin der Herzstiftung."
  },
  {
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    "end": 119.5,
    "text": "Frau Dr."
  },
  {
    "start": 119.56,
    "end": 121.42,
    "text": "Weber, fangen wir gleich damit an."
  },
  {
    "start": 121.66,
    "end": 130.22,
    "text": "Was macht denn den in der Anmoderation erwähnten Vargus-Nerv so besonders, dass er für unser Herz und die Auswirkungen von Stress und auch anderen Gefühlen so bedeutsam ist?"
  },
  {
    "start": 130.56,
    "end": 132.12,
    "text": "Wo sitzt genau dieser Nerv denn bei uns?"
  },
  {
    "start": 133.7,
    "end": 157.3,
    "text": "Der Vargusnerv ist der zehnte Hirnnerv und er hat die Besonderheit, dass er im Gehirn entspringt und dann über den Hals hinter dem Ohr lang am Hals hinunter in den oberen Torax, also in den Brustraum hinein wandert, dann die Speiserohre hinunter bis in den Magendarmtrakt hinein und zwar sogar bis zur oberen Kolon, also Dickdarmflexur."
  },
  {
    "start": 157.84,
    "end": 161.4,
    "text": "Das heißt, es ist ein Nerv, das ist der längste Hirnnerv, den wir haben."
  },
  {
    "start": 162.0,
    "end": 170.96,
    "text": "tatsächlich eine Leitung sozusagen zwischen Gehirn, Bauchraum, Herz und Magen-Darm-Trakt herstellt."
  },
  {
    "start": 171.7,
    "end": 189.0,
    "text": "Er wird Vagus genannt, der herum gabundierende, herumbandernde Nerv, weil er so ein weites Verbreitungsgebiet hat und deshalb so besonders wichtig ist für die Kommunikation zwischen Gehirn und Organen."
  },
  {
    "start": 189.98,
    "end": 192.14,
    "text": "Also wirklich ein spannend wichtiger Nerven."
  },
  {
    "start": 192.68,
    "end": 198.72,
    "text": "Aber normalerweise haben wir ja auch ein Gleichgewicht im Nervensystem zwischen eben anregenden und beruhigenden Impulsen."
  },
  {
    "start": 199.26,
    "end": 202.36,
    "text": "Was kann denn dieses Gleichgewicht im Alltag zum Kippen bringen?"
  },
  {
    "start": 202.44,
    "end": 203.62,
    "text": "und was passiert denn da so?"
  },
  {
    "start": 203.78,
    "end": 205.82,
    "text": "Gerade mit Blick auf unser Herz und den Vargusnerv?"
  },
  {
    "start": 207.1,
    "end": 214.7,
    "text": "Der Vargusnerv ist deshalb so wichtig, weil er eine inhibitorische, also hemmende Funktion auf unser Herz hat."
  },
  {
    "start": 215.38,
    "end": 220.94,
    "text": "Wir haben ja das sogenannte vegetative Nervensystem oder auch autonomes Nervensystem."
  },
  {
    "start": 221.36,
    "end": 230.06,
    "text": "Das ist sozusagen ein unbewusstes Nervensystem, was automatisch unsere Organfunktion reguliert und sie in einem Gleichgewicht hält."
  },
  {
    "start": 230.5,
    "end": 231.72,
    "text": "Also zum Beispiel nehmen wir das."
  },
  {
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    "end": 235.66,
    "text": "Herz oder die Atmung, die funktionieren ganz automatisch."
  },
  {
    "start": 235.98,
    "end": 242.66,
    "text": "Wir können vielleicht einen kleinen Moment die Atmung anhalten, aber dann stellt sich ganz automatisch wieder die Atmung ein."
  },
  {
    "start": 243.14,
    "end": 250.26,
    "text": "Und wir wissen auch, dass zum Beispiel die Atmung oder eben auch der Herzschlag sehr davon abhängig sind, in welcher Situation wir uns gerade befinden."
  },
  {
    "start": 250.66,
    "end": 256.399,
    "text": "Wenn wir in Ruhe sind, wenn wir entspannt sind, dann schlägt das Herz ruhig und gleichmäßig."
  },
  {
    "start": 256.74,
    "end": 258.82,
    "text": "Die Atmung ist sehr tief und entspannt."
  },
  {
    "start": 259.18,
    "end": 268.22,
    "text": "Wenn wir in Stress kommen, wenn wir uns über etwas Ärgern, wenn wir aufgeregt sind oder auch wenn wir Angst haben, dann fängt das Herz sofort schneller an zu schlagen."
  },
  {
    "start": 268.86,
    "end": 280.22,
    "text": "Und es gibt diesen sogenannten Antagonismus von Parasympathikus und Sympathikus, also dieses autonome Nervensystem, vegetative Nervensystem hat zwei Anteile."
  },
  {
    "start": 280.66,
    "end": 287.38,
    "text": "Das eine ist das Ruhe- und Entspannungssystem und dazu gehört eben auch dieser zitierte Vargosnerv."
  },
  {
    "start": 288.06,
    "end": 291.22,
    "text": "Und auf der anderen Seite gibt es den sogenannten Sympathikos."
  },
  {
    "start": 291.3,
    "end": 295.02,
    "text": "Das ist unser Stress, Aufregungs- und auch Leistungssystem."
  },
  {
    "start": 295.66,
    "end": 304.34,
    "text": "Und zwar ganz egal, ob wir emotional, mental, also geistig oder physisch körperlich uns anstrengen oder uns in Aufregung."
  },
  {
    "start": 304.78,
    "end": 310.32,
    "text": "bringen oder gebracht werden, immer springen diese beiden Systeme wechselseitig an."
  },
  {
    "start": 310.98,
    "end": 316.28,
    "text": "Und man hat sich bis jetzt immer vorgestellt, dass es sozusagen ein Antagonismus ist, dass es Gegenspieler sind."
  },
  {
    "start": 316.68,
    "end": 321.58,
    "text": "Wenn der Sympathikus aktiviert ist, geht der Parasympathikus runter."
  },
  {
    "start": 321.72,
    "end": 326.7,
    "text": "Das heißt, wir sind entweder in Ruhe oder in einen Leistungsmodus."
  },
  {
    "start": 327.3,
    "end": 337.46,
    "text": "Jetzt hat man aber durch neue Studien festgestellt, dass gar nicht immer so dieser automatische Antagonismus da ist, sondern dass es auch so Mischformen gibt."
  },
  {
    "start": 337.56,
    "end": 344.58,
    "text": "Und dazu gehört zum Beispiel, wenn wir uns konzentrieren, also wenn wir zum Beispiel am Schreibtisch schützen, wenn wir etwas mit Freude tun."
  },
  {
    "start": 345.18,
    "end": 349.66,
    "text": "Ich hatte gestern eine Gruppentherapie und da haben wir so ein bisschen über Ressourcen nachgedacht."
  },
  {
    "start": 350.38,
    "end": 354.44,
    "text": "Also jeder sollte so sagen, was tut ihm gut und was verbessert sein."
  },
  {
    "start": 355.12,
    "end": 357.42,
    "text": "seelisches und physisches Wohlbefinden."
  },
  {
    "start": 357.8,
    "end": 360.14,
    "text": "und dann haben wir so nach Ressourcen und Hobbys geschaut."
  },
  {
    "start": 360.2,
    "end": 374.1,
    "text": "und dann hat ein siebenfünfzigjähriger Teilnehmer in dieser Gruppe gesagt, er bastelt, er bastelt Flugzeuge, also so Hobby-Sägeflugzeuge und findet dabei Ruhe und Entspannung."
  },
  {
    "start": 374.14,
    "end": 393.0,
    "text": "und man könnte ja sagen, das ist so etwas, was unser Flow erhöht, was unser Nervensystem anregt, also das zentrale Nervensystem und wo wir gleichzeitig in einer konzentrierten Art und Weise arbeiten und das ist ein Beispiel dafür, dass wir da sowohl sympathisch als auch fahrersympathisch aktiviert sind."
  },
  {
    "start": 393.42,
    "end": 407.14,
    "text": "Also wir stellen uns erstmal vor auf der einen Seite Leistung Stress und auf der anderen Seite Ruhe Entspannung und wir stellen uns diese beiden Schenkel vor, die sozusagen miteinander arbeiten oder sich auch antagonisieren."
  },
  {
    "start": 407.58,
    "end": 410.66,
    "text": "Und ganz wichtig ist der Vargus bremst das Herz."
  },
  {
    "start": 410.94,
    "end": 420.72,
    "text": "Also der Vargusnerv, wenn wir zentrale Impulse aus dem Nervensystem bekommen, dann wird das Herz über diese Vargusfasern verlangsamen."
  },
  {
    "start": 420.78,
    "end": 429.02,
    "text": "Das heißt, es kommt zu einer ruhigeren Herzschlagfolge und das können wir zum Beispiel durch Meditationstechniken, Entspannungstechniken, Beruhigung."
  },
  {
    "start": 429.3,
    "end": 430.26,
    "text": "Da kommen wir gleich noch drauf."
  },
  {
    "start": 431.8,
    "end": 432.3,
    "text": "Einflussend."
  },
  {
    "start": 432.78,
    "end": 434.82,
    "text": "Sehr spannendes und auch sehr komplexes System."
  },
  {
    "start": 435.3,
    "end": 448.64,
    "text": "Gibt es denn dabei so etwas wie eine Messgröße, Gefühle, wenn wir merken, wir sind im Stress, das Herz fängt an zu rennen, um zu erkennen, dass ein Gleichgewicht vielleicht was sonst günstig da ist, aus dem Not geraten ist?"
  },
  {
    "start": 449.16,
    "end": 464.48,
    "text": "Ja, also man kann zum Beispiel ganz einfach selber seinen Puls messen, indem man also zwei Finger zum Beispiel auf die Arteriaradialis, also hier auf den Handrücken legt und da den Puls ertastet."
  },
  {
    "start": 464.9,
    "end": 471.38,
    "text": "und wir wissen selber, umso ruhiger das Herz schlägt, umso stärker ist die Vargusaktivität, umso entspannter sind wir."
  },
  {
    "start": 472.0,
    "end": 479.64,
    "text": "Man kann zum Beispiel morgens seinen Ruhepuls messen, wenn man noch im Bett liegt, noch nicht aufgestanden ist und nachts geht der Puls so auf."
  },
  {
    "start": 480.18,
    "end": 485.18,
    "text": "Manchmal bei manchen Menschen in vierzig bis üblicherweise sechzig Schlägen pro Minute runter."
  },
  {
    "start": 485.78,
    "end": 494.8,
    "text": "und wir wissen, umso langsamer das Herz schlägt, umso höher ist dann auch die Dynamik der Herzschläge und das nennt man dann Herzratenvariabilität."
  },
  {
    "start": 495.44,
    "end": 502.32,
    "text": "Herzratenvariabilität ist also praktisch die Unterschiede in den Abständen zwischen den einzelnen Herzschlägen."
  },
  {
    "start": 503.82,
    "end": 518.58,
    "text": "Und das ist etwas, was Zum Beispiel abgeleitet werden kann auch mit Uhren mit diesen Smartwatches und was auch Leistungssportler nutzen können, um ihre Erholungsfähigkeit bzw."
  },
  {
    "start": 519.039,
    "end": 522.62,
    "text": "ihren Trainingszustand zu untersuchen oder abzubilden."
  },
  {
    "start": 523.2,
    "end": 535.08,
    "text": "Das heißt also einmal ganz klassisch tatsächlich am Handgelenk oder eben mit einer Smartwatch den Puls testen, aber dann auch, wie sich dieser Puls verändert und anpasst über diese Herzraten Variabilität, wie die Abstände sind."
  },
  {
    "start": 535.5,
    "end": 546.94,
    "text": "Genau, also da unterscheidet man, man hat schon immer... untersucht, wie steigt der Puls an, also die Herzfrequenz pro Minute, wie steigt der Blutdruck an."
  },
  {
    "start": 547.44,
    "end": 549.32,
    "text": "Es gibt auch so andere Messgrößen wie z.B."
  },
  {
    "start": 549.64,
    "end": 550.98,
    "text": "Hautleitfähigkeit."
  },
  {
    "start": 551.74,
    "end": 557.58,
    "text": "Also wir wissen, dass wir, wenn wir sehr aufgeregt haben, so nasse, schweißige Finger, so Hände kriegen."
  },
  {
    "start": 558.02,
    "end": 562.8,
    "text": "Das ist so dieser Angstschweiß, dieser berühmtberüchtigte in Bewerbungsgesprächen oder Prüfungen."
  },
  {
    "start": 563.14,
    "end": 564.52,
    "text": "Also das merkt jeder selber."
  },
  {
    "start": 565.04,
    "end": 575.22,
    "text": "Also diese Herzratenvariabilität oder Herzratenreaktion Das haben Sie eben schon so ein bisschen angesprochen, das beinhaltet Dynamik."
  },
  {
    "start": 575.76,
    "end": 583.42,
    "text": "Und wir wissen eben, in den Sechziger, Siebziger Jahren hat man sehr viel Reagibilität gemessen, also Amerikaner sagen Stressreaktivität."
  },
  {
    "start": 583.76,
    "end": 592.12,
    "text": "Also ich setze mich irgendeinem definierten Stress aus, zum Beispiel einer Rechenaufgabe über fünf Minuten, das sind so typische Experimente."
  },
  {
    "start": 592.68,
    "end": 597.32,
    "text": "Oder ich soll eine Bewerbungsrede halten, vor allem fingiert Publikum, das sind so typische."
  },
  {
    "start": 598.24,
    "end": 602.34,
    "text": "Genau, Puls geht hoch und die Herzratenvariabilität fällt."
  },
  {
    "start": 602.54,
    "end": 604.44,
    "text": "Also die beiden sind antagonistisch."
  },
  {
    "start": 606.32,
    "end": 607.94,
    "text": "Jetzt guckt man sich genauso an."
  },
  {
    "start": 608.04,
    "end": 616.98,
    "text": "In den letzten Jahren hat man genauso den Fokus oder noch mehr fast den Fokus darauf gelegt, nicht nur wie ist die Reaktivität, also wie steigt das an, sondern wie erhole ich mich wieder."
  },
  {
    "start": 617.46,
    "end": 619.74,
    "text": "Und da unterscheiden sich Menschen sehr stark."
  },
  {
    "start": 620.92,
    "end": 626.62,
    "text": "Das heißt, bei den einen geht der Puls schnell wieder runter und bei den anderen bleibt er auch, wenn der eigentliche Stressauslöser weg ist."
  },
  {
    "start": 627.38,
    "end": 629.98,
    "text": "dann trotzdem das Herzrasen auch länger bestehen."
  },
  {
    "start": 630.46,
    "end": 634.08,
    "text": "Ein erhöhter Puls, also nicht wahnsinnig hoch, aber so latent hoch."
  },
  {
    "start": 634.54,
    "end": 636.9,
    "text": "Und das kann man zum Beispiel auch beim Blutdruck sehen."
  },
  {
    "start": 637.68,
    "end": 651.1,
    "text": "Wenn wir einen guten Hausarzt, Kardiologen oder Internist haben, dann untersucht er, wenn er einen erhöhten Blutdruck feststellt, die sogenannte vierundzwanzig Stunden Blutdruckaufzeichnung."
  },
  {
    "start": 651.48,
    "end": 658.1,
    "text": "Und da kommt es sehr stark darauf an, ob wir nachts ein sogenanntes Nightdipping haben, also eine Nachtabsenkung."
  },
  {
    "start": 659.74,
    "end": 662.32,
    "text": "die gestresst sind, die konstant grübeln."
  },
  {
    "start": 662.86,
    "end": 687.9,
    "text": "Das ist auch ein typisches depressive Symptom, dass ich morgens ab drei, vier aufwache, nicht mehr schlafen kann, mich wälze und die ganze Zeit so ein Gedankenkausel habe oder Kopfkino, sagen manche Patienten auch, dann wissen wir, dass wir eben auch nicht richtig zu hoch kommen, dass die Stresshormone erhöht sind und dann ist eben auch die Herzratenvariabilität nicht so dynamisch, wie wir uns das idealerweise wünschen würden."
  },
  {
    "start": 688.94,
    "end": 695.32,
    "text": "Also solche Pulsuren, die einmal den Puls selber zum Teil aber auch die herzratend Variabilität angeben, durchaus hilfreich sein."
  },
  {
    "start": 695.44,
    "end": 704.02,
    "text": "Oder kennen Sie das auch, dass vielleicht Menschen, die sowieso per se ängstlich sind, dann sogar eher durch den ständigen Blick auf die Smartwatch ihre Ängste noch forcieren?"
  },
  {
    "start": 704.56,
    "end": 706.92,
    "text": "Ja, das ist was ganz Wichtiges, was Sie da ansprechen."
  },
  {
    "start": 707.78,
    "end": 725.34,
    "text": "Ich arbeite ja in einer Klinik in Hennigsdorf mit einer... psychosomatischen Abteilungen und die Hauptdiagnose sind sicherlich so Depressionen, Erschöpfungssyndrome, Rückenschmerzen, Schmerzsyndrome, aber eine weitere wichtige Diagnose sind im Herz bezogene Ängste."
  },
  {
    "start": 726.96,
    "end": 730.86,
    "text": "In einem Bereich der Psychokardiologie, darüber haben wir uns jetzt hier auch getroffen unterwegs."
  },
  {
    "start": 731.36,
    "end": 754.78,
    "text": "Gerade wenn wir Patienten haben, die zum Beispiel Rhythmusstörungen haben, Vorruflemmaren oder vielleicht sogar auch mal eine ventrikuläre Tachikadie gehabt haben oder sogar mal eine Reanimation haben mussten, weil das Herz still gestanden hat, dann kommt es dazu, dass sie eben diese Uhren tragen und sich immer wieder vergewissern müssen, dass das Herz ruhig schlägt, dass es keine Unregelmäßigkeiten gibt."
  },
  {
    "start": 756.1,
    "end": 757.92,
    "text": "richtigen Herzangstnerose werden."
  },
  {
    "start": 758.26,
    "end": 767.68,
    "text": "Und dann raten wir natürlich eher davon ab, die ganze Zeit praktisch diesen Puls zu kontrollieren, was dann ja wiederum die Angst noch mal verstärkt."
  },
  {
    "start": 768.48,
    "end": 771.42,
    "text": "Es gibt ja auch noch weitere Erkrankungen und auch das zunehmende Alter."
  },
  {
    "start": 771.46,
    "end": 774.48,
    "text": "Also bei der Erkrankung ist es zum Beispiel Diabetes oder die Herzschwäche."
  },
  {
    "start": 775.2,
    "end": 779.34,
    "text": "Und wie gesagt, mit dem Alter dann sinkt dann auch die Herzratten Variabilität häufig."
  },
  {
    "start": 780.24,
    "end": 784.36,
    "text": "Wenn man so etwas feststellt, was bedeutet das dann für die gesundheitliche Prognose dieser Menschen?"
  },
  {
    "start": 785.56,
    "end": 803.02,
    "text": "Man weiß schon seit den Ende der Achtziger Jahre, dass die Herzratenvariabilität, wenn die fällt, ein Predictor, also eine Vorhersagegröße ist, für kardiobaskuläre Erkrankungen, aber sogar auch für das Sterberisiko und sogar für das Gesamtsterberisiko."
  },
  {
    "start": 803.72,
    "end": 813.6,
    "text": "Man hat diese Messgröße, Herzratenvariabilität in den Fünfziger Jahren das erste Mal entdeckt in der Diagnose von fetalem Distress."
  },
  {
    "start": 814.64,
    "end": 825.48,
    "text": "Wer Kinder hat, kennt diese CTG-Untersuchung, also Schwangere bekommen so einen Hurt um und dann wird der Puls oder der Herzschlag des Phytos aufgezeichnet."
  },
  {
    "start": 825.54,
    "end": 831.16,
    "text": "Man hört dann diesen schnellen Herzschlag und weiß, der Phytos lebt."
  },
  {
    "start": 831.34,
    "end": 842.36,
    "text": "Also es ist normal, dass Phöten... So um die hundertvierzig haben bis hundert achtzig oder der sogar mal bis zweihundert gehen kann, umso älter wir werden, umso langsamer wird unsere Herzfrequenz."
  },
  {
    "start": 842.82,
    "end": 863.98,
    "text": "Und man hat das erste mal in den fünftiger Jahren festgestellt, dass der Anstieg der Herzfrequenz und noch sensitiver der Abfall der Herzraten Variabilität ein ganz früher ein ganz frühes Warnsignal ist, dass diese Fäden Distress haben und sogar auf den drohenden Tod oder eben Sauerstoffnot hinweisen können."
  },
  {
    "start": 864.74,
    "end": 869.66,
    "text": "Etwa später, so in den siebziger, achtziger Jahren, hat man bei Herzinfarkt-Patienten festgestellt, bzw."
  },
  {
    "start": 870.04,
    "end": 877.5,
    "text": "Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit, dass ein Abfall der Herzraten-Vereabilität so ein prognostischer Marker ist."
  },
  {
    "start": 877.86,
    "end": 879.3,
    "text": "Achtung, hier muss ich aufpassen."
  },
  {
    "start": 879.7,
    "end": 883.98,
    "text": "Und sie hat mir eben schon so gefragt, was kann ich denn tun, gerade so bei älteren Menschen."
  },
  {
    "start": 885.6,
    "end": 904.02,
    "text": "Man sollte auf jeden Fall die Risikofaktoren kontrollieren, spätestens ab dem Alter von ... ... forty-fünf bei Männern und bei Frauen, sagt man so, ab den Wechseljahren, also so um das ... ... fünftigste Lebensjahr, weil wir einfach wissen, dass ab da die Risikofaktoren ... ... Hypertonie, also Hochdruck ..."
  },
  {
    "start": 904.32,
    "end": 908.16,
    "text": "Genau, die Schützen in Ostrogene fallen weg ... ... und die Gefäße werden dann schneller steif."
  },
  {
    "start": 908.66,
    "end": 909.06,
    "text": "Richtig."
  },
  {
    "start": 909.66,
    "end": 914.22,
    "text": "Und mit der Atherosklerose ... ... Herzratenvariabilität in dem Namen ist es schon drin."
  },
  {
    "start": 914.84,
    "end": 918.4,
    "text": "eben diese dynamische Anpassung an unterschiedliche Bedingungen."
  },
  {
    "start": 918.76,
    "end": 921.36,
    "text": "Und das können wir eben mit zunehmendem Alter nicht mehr so gut."
  },
  {
    "start": 921.44,
    "end": 928.34,
    "text": "Das heißt, die Wände sind wortwörtlich steif oder verstopft, atherosklotisch mit Ablagerungen."
  },
  {
    "start": 928.74,
    "end": 939.2,
    "text": "Und wir können aber durch eine optimale Risikofaktorkontrolle sehr viel dafür tun, dass dieser Prozess verlangsam wird oder gar nicht erst so schlimm wird."
  },
  {
    "start": 940.14,
    "end": 961.1,
    "text": "Vielleicht muss man an der Stelle auch sagen, es gibt dann bei der Herzraten Variabilität auch nicht so einen typischen Grenzwert, wie man es zum Beispiel vom Bluthochdruck kennt, wo man sagt, ab hier liegt tatsächlich ein Bluthochdruck vor, sondern es ist eher dieser Verlauf eben, weil diese Variabilität und einen Absinken dann sozusagen festgestellt werden kann."
  },
  {
    "start": 962.32,
    "end": 962.94,
    "text": "Ganz genau."
  },
  {
    "start": 963.98,
    "end": 974.58,
    "text": "Was eine weitere Studie hat gezeigt, dass schon vor der Diagnose eines Diabetes mellitus die Herzratenvariabilität absenkt."
  },
  {
    "start": 975.08,
    "end": 978.52,
    "text": "Also der Diabetes ist ja so, wir haben jetzt schon gesprochen über den Bluthochdruck."
  },
  {
    "start": 979.02,
    "end": 983.62,
    "text": "Wir haben, glaube ich, auch schon gesprochen über das Cholesterin oder zumindest kurz erwähnt."
  },
  {
    "start": 984.54,
    "end": 995.62,
    "text": "Also wir wissen alle, dass die negativen Blutfette, wenn die zu stark erhöht sind, so atherosclerose, also Versteifung der Gefäße und auch zum Zusetzen der Gefäße beitragen."
  },
  {
    "start": 996.2,
    "end": 1007.02,
    "text": "Und der Diabetes ist eben so ein weiterer Risikofaktor und der sollte auf jeden Fall optimal eingestellt werden von einem Facharzt mit einer diabetologischen Expertise."
  },
  {
    "start": 1007.64,
    "end": 1012.38,
    "text": "Und dann kann man eben sehr viel schädigende Folgen aufhalten und verhindern."
  },
  {
    "start": 1015.56,
    "end": 1021.24,
    "text": "Wenn auch Ihnen die Herzgesundheit wichtig ist, unterstützen Sie die Arbeit der deutschen Herzstiftung mit einer Spende."
  },
  {
    "start": 1022.14,
    "end": 1026.52,
    "text": "Infos dazu finden Sie im Internet unter herzstiftung.de."
  },
  {
    "start": 1032.28,
    "end": 1034.42,
    "text": "Wir haben es auch schon ganz kurz so anklingen lassen."
  },
  {
    "start": 1034.48,
    "end": 1044.619,
    "text": "Es gibt noch eine weitere Risikogruppe und das sind die Patienten mit Angststörungen, die auch eine sinkende oder eine reduzierte Herzratenvariabilität haben."
  },
  {
    "start": 1045.42,
    "end": 1051.6,
    "text": "Was weiß denn da die Wissenschaft inzwischen zu den Prozessen, die eben bei Angst in Herz und Hirn dann ablaufen?"
  },
  {
    "start": 1053.4,
    "end": 1062.36,
    "text": "Also, da kommt das sogenannte neuro-wisterale Integrationsmodell ins Spiel, beziehungsweise die Interaktion, die Kommunikation zwischen Herz und Gehirn."
  },
  {
    "start": 1063.06,
    "end": 1068.78,
    "text": "Angst ist ja so etwas, was jeder Mensch kennt, was Kinder kennen, was aber auch Tiere kennen."
  },
  {
    "start": 1069.04,
    "end": 1076.18,
    "text": "Also, jeder Mensch, der ein Haustier hat, weiß, wie Tiere erschrecken können, wie zum Beispiel Bester."
  },
  {
    "start": 1076.22,
    "end": 1077.22,
    "text": "Man muss sich auch ein bisschen"
  },
  {
    "start": 1077.26,
    "end": 1080.34,
    "text": "gewissen gerade gut, damit wir auch dann Fluchtreflex haben, zum Beispiel."
  },
  {
    "start": 1080.68,
    "end": 1081.12,
    "text": "Richtig."
  },
  {
    "start": 1081.26,
    "end": 1086.44,
    "text": "Und es gibt eben Tiere, die haben mehr die Neigungen zu flüchten, wie zum Beispiel Rehe oder Hasen."
  },
  {
    "start": 1086.9,
    "end": 1088.58,
    "text": "Und es gibt eben Tiere, die eher kämpfen."
  },
  {
    "start": 1088.66,
    "end": 1093.0,
    "text": "Da wissen wir, dass die Stresshormone da so etwas unterschiedlich gelagert sind."
  },
  {
    "start": 1093.7,
    "end": 1100.92,
    "text": "Bei uns Menschen ist es so, dass wir wohl eher zum Flüchten oder zum Wecklaufen vor der Gefahr neigen."
  },
  {
    "start": 1101.58,
    "end": 1105.28,
    "text": "Also da gibt es natürliches jährlich Persönlichkeitsunterschied und auch Geschlechterunterschiede."
  },
  {
    "start": 1105.76,
    "end": 1109.72,
    "text": "Aber es ist jedenfalls so, dass wir auf Angst getrimmt werden."
  },
  {
    "start": 1109.88,
    "end": 1117.22,
    "text": "Und wir wissen aus der Neuroforschung, dass wir die Angst tonisch inhibieren oder unterdrücken."
  },
  {
    "start": 1117.74,
    "end": 1126.14,
    "text": "Und diese Funktion nimmt ganz wesentlich der präfrontale Cortex dar, also unser Stirnlappen, der ja auch so ein Zivilisationsmerkmal ist."
  },
  {
    "start": 1126.26,
    "end": 1128.26,
    "text": "Also was unterscheidet uns von Tieren."
  },
  {
    "start": 1128.32,
    "end": 1131.48,
    "text": "Wir haben eine wesentlich höhere Gehirn."
  },
  {
    "start": 1131.86,
    "end": 1133.44,
    "text": "Gewicht oder unser Gehirn hat sich."
  },
  {
    "start": 1133.84,
    "end": 1149.4,
    "text": "der Neocortex hat sich also in den letzten Millionen Jahren ausgeprägt und wir können ja nicht die ganze Zeit in Angst leben wenn ich zum Beispiel hier in Berlin unterwegs bin auf der Straße und die ganze Zeit Angst hätte könnte ich nicht agieren oder mich nicht bewegen."
  },
  {
    "start": 1149.94,
    "end": 1160.12,
    "text": "und dieser frontale Cortex oder präfrontale Cortex ist dazu da Angstreflexe tonisch also ständig oder auf Dauert zu unterdrücken."
  },
  {
    "start": 1160.58,
    "end": 1169.18,
    "text": "Und wenn wir Angst, eine Angststörung haben, sowas wie Panikattacken, dann versagt sozusagen diese hemmende Funktion des prefrontalen Cortex."
  },
  {
    "start": 1169.56,
    "end": 1185.08,
    "text": "Diese Angstreflexe brechen durch und wir wissen eben, dass dieser Im Gehirn Schrägreflexe vermittelt werden über verschiedene Gehirnzentren, die dann wiederum mit den motorischen Zentren verbunden sind."
  },
  {
    "start": 1185.26,
    "end": 1192.92,
    "text": "Also zum Beispiel, es kommt eben zum Fluchtreflex zur Aktivierung unserer Muskeln, zum Anstieg des Herzschlages, zur Erhöhung des Blutdrucks."
  },
  {
    "start": 1193.24,
    "end": 1194.42,
    "text": "Wir sind sofort hellwach."
  },
  {
    "start": 1194.98,
    "end": 1199.96,
    "text": "Und da ist sozusagen das Haupthormon, was dafür verantwortlich ist, das Adrenalin."
  },
  {
    "start": 1200.14,
    "end": 1219.56,
    "text": "Das ist das schnellste Stresshormon, was wir selber produzieren im Nebendierenmark, also im Körper, im Bauchraum und was dann sofort in jede Zelle des Körpers ausgeworfen wird über die Blutbahn und was sofort dazu führt, dass wir eben in einem Bereitstellungsmodus, in einem Stressmodus sind."
  },
  {
    "start": 1220.22,
    "end": 1222.04,
    "text": "Da kommt der Vargusnerv auch da nicht dagegen an."
  },
  {
    "start": 1222.48,
    "end": 1222.78,
    "text": "Genau."
  },
  {
    "start": 1222.94,
    "end": 1223.14,
    "text": "In diesem"
  },
  {
    "start": 1223.22,
    "end": 1223.54,
    "text": "Augenblick."
  },
  {
    "start": 1224.06,
    "end": 1231.18,
    "text": "Es ist ja natürlich auch so, dass gerade Angststörungen und auch Depressionen leider bei Patienten mit Herzerkrankungen gar keine Seltenheit sind."
  },
  {
    "start": 1231.98,
    "end": 1238.56,
    "text": "das Einviertel der Patienten nach einem Herzinfarkt dann so eine Angststörung entwickeln und das setzt den Körper natürlich enorm unter Stress."
  },
  {
    "start": 1239.54,
    "end": 1244.8,
    "text": "Wie kann man denn hier eventuell gezielt entgegenwirken mit den Erkenntnissen, die man genau zum Vargusnerv inzwischen hat?"
  },
  {
    "start": 1245.86,
    "end": 1262.14,
    "text": "Also man weiß inzwischen tatsächlich, dass die Angst ein Risikofaktor ist, genauso wie eine Depression bei Herzerkrankten, nochmal das Risiko verstärkt, wieder erneut ein Ereignis zu entwickeln, also ein akutes Coronasyndrom oder auch eine Herzrhythmostörung."
  },
  {
    "start": 1262.66,
    "end": 1277.46,
    "text": "Und deswegen ist es ganz wichtig, überhaupt erstmal sensibilisiert zu sein, dass genauso eben wie die klassischen Risikofaktoren, die wir eben genannt haben, eben auch die psychischen Erkrankungen oder Reaktionen, die ja auch ein Stück weit normal sind, auch so eine Herzerkrankung."
  },
  {
    "start": 1277.84,
    "end": 1279.24,
    "text": "überhaupt erst mal erfasst werden."
  },
  {
    "start": 1279.34,
    "end": 1289.52,
    "text": "Und dazu bilden wir in der deutschen Gesellschaft für Kardiologie, in Psychokardiologie aus, beziehungsweise allgemeiner gefasst psychosomatische Grundversorgung."
  },
  {
    "start": 1289.92,
    "end": 1302.14,
    "text": "Also wir erfassen überhaupt erst mal, wer hat ein über das normale Maß hinausgehendes Maß an Angst oder Depressivität nach einem Herzinfarkt oder nach einem, vielleicht nach einer Reanimation."
  },
  {
    "start": 1302.7,
    "end": 1307.74,
    "text": "Und wenn so etwas länger als Vier Wochen, würde ich mal sagen, besteht."
  },
  {
    "start": 1307.82,
    "end": 1317.96,
    "text": "Also erst mal kann das sicherlich vom Hausarzt oder Kardiologen mit erfasst werden und häufig gehen solche Symptome dann auch innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurück."
  },
  {
    "start": 1318.48,
    "end": 1332.9,
    "text": "Idealerweise geht der Patient in eine kardiologische Reha nach dem Krankenhausaufenthalt und in den meisten Reha-Kliniken gibt es inzwischen auch Psychologen, die zumindest ein oder zwei Gespräche anbieten, um ein bisschen zu stabilisieren."
  },
  {
    "start": 1333.74,
    "end": 1347.92,
    "text": "Ganz wichtig, dieser Hinweis auf diese Rehabilitation, damit man dort auch zur Ruhe kommt, zum Teil vielleicht auch Stress, Entspannungsverfahren lernt und sich aussprechen kann, welche Sorgen und Ängste nach so einer Herzerkrankung sind, die einen dann in die Reha geführt haben."
  },
  {
    "start": 1348.36,
    "end": 1351.68,
    "text": "Genau, also sie sprechen was Weiteres ganz Wichtiges an."
  },
  {
    "start": 1351.78,
    "end": 1359.96,
    "text": "Also wir wissen, dass das Sprechen über Gefühle, über Ängste hilft, diese Gefühle besser zu bewältigen."
  },
  {
    "start": 1361.1,
    "end": 1369.0,
    "text": "implizit dann auch diese physiologischen Marker zu verbessern, also auch die Herzratenvariabilität wieder zu verbessern."
  },
  {
    "start": 1369.28,
    "end": 1376.1,
    "text": "Wir nennen das in der Psychotherapie oder in der psychosomalischen Versorgung mentalisieren oder auch emotionales Bewusstsein schaffen."
  },
  {
    "start": 1376.26,
    "end": 1384.2,
    "text": "Wir wissen, dass das wirklich Techniken sind, die dazu helfen, die Herzratenvariabilität wieder zu erhöhen."
  },
  {
    "start": 1385.8,
    "end": 1396.28,
    "text": "Sie haben da auch in einem Artikel in unserer Mitgliederzeitschrift Herz heute genau darauf hingewiesen, dass ein besseres Bewusstsein eben genau für die eigenen Gefühle dann auch mit einer stabileren Herzaktion einhergeht."
  },
  {
    "start": 1397.5,
    "end": 1401.34,
    "text": "Und das nennt sich dann, wenn ich es hier richtig verstanden habe, Mentalisierungsfähigkeit."
  },
  {
    "start": 1401.82,
    "end": 1412.12,
    "text": "Da gibt es verschiedene Begriffe für die Amerikaner sagen so was auch wie emotional awareness, also Bewusstheit für emotionale Prozesse."
  },
  {
    "start": 1413.22,
    "end": 1427.48,
    "text": "Die Mentalisierung ist ein ein neuerer Begriff, der von Phonagi und anderen Psychoanalytikern in die Psychotherapielandschaft gebracht wurde, wie auch immer man das nennt, also durch Dringeln, Benennen, Erkennen von Gefühlen."
  },
  {
    "start": 1428.1,
    "end": 1437.1,
    "text": "Richard Lane ist ein amerikanischer Forscher und Psychator, der hat so ein Levelmodell, so ein Stufenmodell der Emotional Awareness beschrieben."
  },
  {
    "start": 1438.46,
    "end": 1443.58,
    "text": "In der Psychosomatik haben wir es ja häufig zu tun mit Menschen, die fühlen sich einfach erschöpft."
  },
  {
    "start": 1443.98,
    "end": 1455.1,
    "text": "Die haben körperliche Diffuse-Symptome, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, wissen nicht so richtig, woher das kommt, haben vielleicht Rhythmusstörungen, haben Verdauungsstörungen, fühlen sich in ihrem Körper nicht wohl."
  },
  {
    "start": 1455.5,
    "end": 1463.5,
    "text": "Und dann geht es darum, diese Faktoren überhaupt erst mal aufzudröseln, zu diagnostizieren, zu schauen, ist vielleicht irgendwo eine Organfunktion nicht in Ordnung?"
  },
  {
    "start": 1463.92,
    "end": 1473.26,
    "text": "oder ist es eben so ein Zustand von wenig Zugang zu seinen Gefühlen haben, weil man vielleicht noch gar kein Bewusstsein hat, wo die Störung da ist."
  },
  {
    "start": 1473.76,
    "end": 1484.42,
    "text": "Bei Herzpatienten ist es umgekehrt, da wissen wir, da ist zum Beispiel ein Infarkt passiert, ein Gefäß war verstopft, ein Stand musste eingesetzt werden und dieser Herzinfarkt macht was mit den Menschen."
  },
  {
    "start": 1487.6,
    "end": 1491.94,
    "text": "Nachvollziehbar ist mein Leben erst mal unterbrochen, sozusagen mein normales Leben."
  },
  {
    "start": 1491.98,
    "end": 1493.72,
    "text": "Ich bin eine Weile erst mal nicht arbeitsfähig."
  },
  {
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    "end": 1497.06,
    "text": "Ich mache mir vielleicht Sorgen, kann ich diesen Beruf wieder so ausüben?"
  },
  {
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    "end": 1498.3,
    "text": "Bin ich wieder leistungsfähig?"
  },
  {
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    "end": 1501.12,
    "text": "Und ist das Vertrauen in meinen eigenen Körper wieder da?"
  },
  {
    "start": 1501.64,
    "end": 1504.92,
    "text": "Und da ist es eben auch sehr gut, so eine psychokardiologische Verhandlung."
  },
  {
    "start": 1505.28,
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    "text": "Es müssen manchmal einfach nur ein paar Gespräche sein."
  },
  {
    "start": 1507.82,
    "end": 1509.24,
    "text": "Die können auch Niederfrequenz sein."
  },
  {
    "start": 1509.32,
    "end": 1514.08,
    "text": "Es muss gleich eine Richtlinie im Psychotherapie bei einem niedergelassenen Therapeuten sein."
  },
  {
    "start": 1514.48,
    "end": 1518.58,
    "text": "Das hilft schon den Menschen so ein... wiederzugeben, eine Sicherheit zu geben."
  },
  {
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    "text": "Wir sind hier ein Behandlernetz."
  },
  {
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    "end": 1522.42,
    "text": "Sie können zu uns kommen."
  },
  {
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    "end": 1533.38,
    "text": "Wir bieten auch Gruppen an, psychokardiologische Gruppen, in denen über Strategien besprochen wird und in denen es erstmal zu dem Austausch kommt und zur Bewusstmachung dieser ängstlichen Faktoren."
  },
  {
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    "text": "Ja, sehr wichtig."
  },
  {
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    "text": "Auf der anderen Seite, das Bewusstwerden ist natürlich eine ganz wichtige Sache, aber kann man dann auch etwas noch... aktiver machen, also dieses Bewusstsein für die Gefühle und den Wagers sogar richtig trainieren und damit vielleicht mit Ängsten und Stress auch ganz allgemein besser umgehen und mit Gegenwirken, weil Stress ja nur mal auf Dauer toxisch von der Herd sein kann."
  },
  {
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    "text": "Genau."
  },
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    "text": "Das ist auch was ganz Wesentliches, was Sie sagen."
  },
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    "text": "Also es geht nicht nur darum, den Austausch mit anderen, den man vielleicht so in Selbstiffgruppen machen kann oder Psychotherapiegruppen, sondern es geht ja darum, dass ich selber wieder lerne, mich zu regulieren."
  },
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    "text": "Also die emotionale Regulation und auch die Regulation meiner Körperfunktion, so gut wie möglich wieder Vertrauen zu fassen zu meinem Körper, zu den natürlichen Prozessen."
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    "text": "Und da kann ich zum Beispiel Entspannungstechnik... anwenden oder auch Meditationstechniken."
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    "start": 1587.66,
    "end": 1591.84,
    "text": "Und wir wissen inzwischen, dass ja nicht jede Methode für jeden Menschen gleich gut ist."
  },
  {
    "start": 1592.18,
    "end": 1600.54,
    "text": "Zum Beispiel sagt mir jemand, der vierzig Jahre lang auf dem Bau gearbeitet hat und der sich dann plötzlich in eine Meditationsgruppe setzen soll."
  },
  {
    "start": 1600.9,
    "end": 1602.64,
    "text": "Also damit kann ich überhaupt nichts anfangen."
  },
  {
    "start": 1602.7,
    "end": 1617.66,
    "text": "Und dann kann man zum Beispiel sagen, wie wäre es, wenn wir einen gemeinsamen Spaziergang probieren und dann machen wir sowas wie Achtsamkeitsübungen oder gehen in den Wald, versuchen die Wahrnehmung von zu fördern, erst mal im Außen."
  },
  {
    "start": 1617.96,
    "end": 1621.76,
    "text": "Also es hilft meistens erst mal im Außen anzufangen, auf den Wind zu hören."
  },
  {
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    "end": 1624.28,
    "text": "Wie riecht etwas jetzt im Herbst?"
  },
  {
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    "end": 1626.22,
    "text": "Es ist besonders schön in den Wald zu gehen."
  },
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    "start": 1626.28,
    "end": 1628.9,
    "text": "Wir haben diesen herbstlichen Geruch in der Luft."
  },
  {
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    "text": "Wir haben vielleicht den Wind."
  },
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    "end": 1632.64,
    "text": "Wir haben Blätter, die vielleicht rascheln und fallen."
  },
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    "start": 1632.76,
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    "text": "Es geht darum erst mal im Außen."
  },
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    "end": 1641.04,
    "text": "wieder die Wahrnehmung zu stärken, um dann vielleicht ein bisschen den Mut zu haben, auch auf das Innere zu schauen."
  },
  {
    "start": 1641.42,
    "end": 1643.62,
    "text": "Denn gerade das Innere ist ja mit Ängsten belegt."
  },
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    "start": 1643.72,
    "end": 1646.62,
    "text": "Ich höre vielleicht auf mein Herzschlag, auf meine Atmung."
  },
  {
    "start": 1646.7,
    "end": 1649.2,
    "text": "Ich denke, oh Gott, ist da jetzt gerade ein Fehlschlag gewesen."
  },
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    "text": "Funktioniert da auch alles richtig, nicht?"
  },
  {
    "start": 1651.74,
    "end": 1653.98,
    "text": "Das ist ja so diese typischen Körperängste."
  },
  {
    "start": 1654.42,
    "end": 1657.06,
    "text": "Und so würden wir dann therapeutisch daran gehen."
  },
  {
    "start": 1657.8,
    "end": 1661.0,
    "text": "Und dann eben im dritten Schritt, also erst mal außen, dann innen."
  },
  {
    "start": 1661.42,
    "end": 1673.02,
    "text": "Und dann sollen die Patienten auch lernen, das selber zu tun und dazu können dann eben Entspannungstechniken oder manchmal auch so angeleitete Entspannung plus Musik hilfreich sein."
  },
  {
    "start": 1673.9,
    "end": 1679.44,
    "text": "Und wenn das alles nicht so gut funktioniert, dann kann ich auch weiter sagen, machen Sie einen Spaziergang."
  },
  {
    "start": 1679.98,
    "end": 1700.5,
    "text": "Bauen Sie sich täglich eine Strecke ein, die sollte nicht zu lang sein, der Puls sollte auch nicht höher als vielleicht bei einem sechzigjährigen erst mal Hundertzehn höchstens sein, also schnelles Gehen, hundert bis hundertzehn, so dass man wirklich noch in Ruhe atmen kann, aber schon so ein bisschen sich auch aktiviert und lernt, dass man seinem Körper wieder vertrauen kann."
  },
  {
    "start": 1701.76,
    "end": 1706.32,
    "text": "Und so wie sie gesagt haben, jeder Mensch reagiert ein bisschen unterschiedlich auf Entspannungstechniken."
  },
  {
    "start": 1707.22,
    "end": 1717.24,
    "text": "Habe ich im Vorfeld Vorbereitung auf unser Gespräch ist, auch durchaus, wie die Menschen auf Stress reagieren und vielleicht aufgrund von Stress, dass es zu einem Herz hinfragt kommt."
  },
  {
    "start": 1717.28,
    "end": 1718.92,
    "text": "Das kann auch durchaus sehr unterschiedlich sein."
  },
  {
    "start": 1718.98,
    "end": 1726.32,
    "text": "Also das ist nicht unbedingt nur der Manager, der, wo man denkt, okay, der ist im Dauerstress, der zu einem Herz hinfragt und neigt."
  },
  {
    "start": 1727.18,
    "end": 1754.5,
    "text": "Absolut, da hat sich die Forschung praktisch um hundertundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund Persönlichkeit gewesen, die von zwei New Yorker-Kardillogen beschrieben wurde, also der immer so von Stress und Ärgze und nie zur Ruhe kommt, getrieben ist, Konkurrenzdenken."
  },
  {
    "start": 1755.0,
    "end": 1760.7,
    "text": "Und das hat man bis in die achtziger Jahre hinein in den US auch als eigenständigen Risikofaktor mit aufgenommen."
  },
  {
    "start": 1761.14,
    "end": 1782.14,
    "text": "Und dann hat man aber größere Studien gemacht, wo man gesehen hat, dass eben gerade die Menschen, die in unteren Sozialstatus haben, die benachteiligt sind, die finanziellen Stress haben, die nicht wissen, wie sie ihre Miete und die Essen... bezahlen sollen, wie sie ihre Kinder versorgen können, die vielleicht von Jobunsicherheit gedroht sind, dass die besonders gefährdet sind, einen Herzinfarkt zu bekommen."
  },
  {
    "start": 1782.18,
    "end": 1784.02,
    "text": "Und das hat sich bis heute auch bewahrheitet."
  },
  {
    "start": 1784.46,
    "end": 1788.62,
    "text": "Und da wissen wir eben, dass es große Risikogruppen gibt in allen Ländern der Welt."
  },
  {
    "start": 1789.08,
    "end": 1801.94,
    "text": "Also weltweit, weiß man das, sind ja inzwischen die Herzkreislauferkrankungen tatsächlich an der Top-Liste der Todesursachen bis auf die allerärmsten Länder, wo es vielleicht dann noch eine Infektionskrankheit ist."
  },
  {
    "start": 1802.54,
    "end": 1807.0,
    "text": "Das ist etwas, was uns weltweit tatsächlich betrifft und auch, was wir angehen müssen."
  },
  {
    "start": 1808.72,
    "end": 1816.8,
    "text": "Sehr wichtig, dass man da erkennt, an welchen oder vielleicht auch in welchen Bevölkerungsgruppen man noch anders rangehen muss, um präventiv zu arbeiten."
  },
  {
    "start": 1817.3,
    "end": 1820.0,
    "text": "Aber vielleicht kommen wir jetzt nochmal auch zu den ganz konkreten Stellschrauben."
  },
  {
    "start": 1820.04,
    "end": 1830.2,
    "text": "Ich denke, damit unsere Zuhörerinnen und Zuschauer auch etwas mitnehmen können, welche Interventionen funktionieren denn nach ihren Erfahrungen nachweislich am besten, um den Varus zu aktivieren?"
  },
  {
    "start": 1831.04,
    "end": 1832.3,
    "text": "Was kann man alles machen?"
  },
  {
    "start": 1833.54,
    "end": 1842.2,
    "text": "Also, gerade wenn so Angst und Angstimpone vorliegen, würde ich immer erst mal sagen eine leichte körperliche Aktivität."
  },
  {
    "start": 1843.74,
    "end": 1845.72,
    "text": "so was wie spazieren gehen."
  },
  {
    "start": 1846.02,
    "end": 1854.0,
    "text": "Wenn man Lust hat, Tischtennis zu spielen, ist das etwas, was einen erst mal aus diesen Anschleifen rausbringen kann, ohne dass man sich zu sehr anstrengen muss."
  },
  {
    "start": 1855.18,
    "end": 1863.48,
    "text": "Man kann auch Muskelübungen an so Geräten machen, wenn man zum Beispiel vielleicht in einer Reha-Sportgruppe ist oder in einem Fitnessstudio."
  },
  {
    "start": 1863.88,
    "end": 1870.48,
    "text": "Ich würde immer empfehlen, erst mal in eine leichte körperliche Aktivität zu gehen, bevor ich mich dann im Innen zuwende."
  },
  {
    "start": 1871.06,
    "end": 1872.02,
    "text": "Idealerweise."
  },
  {
    "start": 1872.5,
    "end": 1875.02,
    "text": "Stress, Stressball nehmen und knautchen kann auch dann helfen."
  },
  {
    "start": 1875.4,
    "end": 1876.42,
    "text": "Das kann auch helfen."
  },
  {
    "start": 1877.04,
    "end": 1878.02,
    "text": "Ich habe hier einen liegen."
  },
  {
    "start": 1878.84,
    "end": 1881.14,
    "text": "Also der liegt immer hier so an meinem Schreibtisch."
  },
  {
    "start": 1881.2,
    "end": 1890.0,
    "text": "Also ich kann durchaus mal, wenn wir keine anderen Möglichkeiten gerade gegeben sind, kann ich einfach mal so irgendwas in die Hand nehmen und meine Handmuskulatur ballen."
  },
  {
    "start": 1890.42,
    "end": 1893.9,
    "text": "Und dann sind wir ja auch schon fast in der progressiven Muskelrelaxation."
  },
  {
    "start": 1894.0,
    "end": 1897.62,
    "text": "Wenn ich diesen, ich kann etwas in die Hand nehmen, ich kann es aber auch einfach so machen."
  },
  {
    "start": 1897.7,
    "end": 1900.16,
    "text": "Also ich kann sonst die Hände beide fest ballen."
  },
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    "start": 1900.22,
    "end": 1902.64,
    "text": "Ich kann das dann auch an die Atmung koppeln."
  },
  {
    "start": 1903.08,
    "end": 1903.22,
    "text": "Also."
  },
  {
    "start": 1903.68,
    "end": 1905.92,
    "text": "Anspannen immer mit der Einatmung."
  },
  {
    "start": 1906.88,
    "end": 1908.6,
    "text": "entspannen mit der Ausatmung."
  },
  {
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    "end": 1912.12,
    "text": "Ich halte die Spannung über sieben Sekunden ungefähr."
  },
  {
    "start": 1912.6,
    "end": 1917.9,
    "text": "Jetzt kann das innerlich zählen, atme dabei weiter und lasse dann die Spannung wieder los."
  },
  {
    "start": 1918.3,
    "end": 1921.28,
    "text": "Und das kann ich eben anfangen mit den Fäusten, was ganz einfach ist."
  },
  {
    "start": 1921.56,
    "end": 1924.96,
    "text": "Ich kann aber auch die Schulterblätter nach hinten ziehen."
  },
  {
    "start": 1925.1,
    "end": 1929.0,
    "text": "Dann kann ich meinen Rücken ein bisschen in Spannung bringen und dann wieder entspannen."
  },
  {
    "start": 1929.38,
    "end": 1931.26,
    "text": "Ich kann die Schulterblätter nach oben ziehen."
  },
  {
    "start": 1931.34,
    "end": 1936.02,
    "text": "Damit habe ich sozusagen diese Halssternocleidomastoidiosmaske."
  },
  {
    "start": 1936.2,
    "end": 1942.12,
    "text": "Muskulatur, die ja sehr häufig bei uns schreibt, es steht dann und Büro-Tetern verspannt ist, also fast immer."
  },
  {
    "start": 1943.12,
    "end": 1949.1,
    "text": "Und ich kann so schrittweise meinen Körper entspannen mit der progressiven Muskulatization."
  },
  {
    "start": 1949.54,
    "end": 1955.18,
    "text": "Und ich empfehle für den Alltag, um überhaupt erstmal in die Möglichkeit zu kommen, zu entspannen."
  },
  {
    "start": 1955.82,
    "end": 1960.0,
    "text": "vorweg mindestens zwanzig Minuten irgendetwas Aktives zu tun."
  },
  {
    "start": 1960.2,
    "end": 1964.16,
    "text": "Also zum Beispiel eine kleine Strecke zu gehen, ein Spaziergang zu machen."
  },
  {
    "start": 1964.52,
    "end": 1967.48,
    "text": "Wenn ich so ein Fahrradargometer habe, kann ich mich auch aus Fahrrad setzen."
  },
  {
    "start": 1968.58,
    "end": 1969.22,
    "text": "Was auch immer."
  },
  {
    "start": 1970.52,
    "end": 1973.44,
    "text": "Also der berühmte Gang um den Block, um erstmal runterzuklühen."
  },
  {
    "start": 1974.38,
    "end": 1975.6,
    "text": "Genau, ganz genau."
  },
  {
    "start": 1975.64,
    "end": 1976.3,
    "text": "Können"
  },
  {
    "start": 1976.36,
    "end": 1983.46,
    "text": "wir auch, könnten Sie einmal eine ganz einfache Atemübung auch anleiten, die Hörerinnen in zwei, drei Minuten ausprobieren können."
  },
  {
    "start": 1983.54,
    "end": 1985.68,
    "text": "und zu erklären, wie das genau funktioniert."
  },
  {
    "start": 1986.46,
    "end": 1995.38,
    "text": "Ja, wir wissen, dass kontrollierte Atmung oder bewusste Atmung sehr gut ist, um die Herzrate runterzubringen, die Herzratenvariabilität hochzubringen."
  },
  {
    "start": 1995.84,
    "end": 1999.78,
    "text": "Und wir können jetzt mal die einfachste Übung machen, die mehr bewusst ist."
  },
  {
    "start": 2000.3,
    "end": 2002.7,
    "text": "Wir stellen uns einen Quadrat vor."
  },
  {
    "start": 2003.32,
    "end": 2007.8,
    "text": "Also ist das, was Kinder schon malen, also eine ganz einfache Figur."
  },
  {
    "start": 2009.7,
    "end": 2011.72,
    "text": "Suchen uns so einen Blick in der Ferne."
  },
  {
    "start": 2011.94,
    "end": 2017.2,
    "text": "Ich schaue jetzt einfach mal so in die Bäume hier von meinem Fenster und wir stellen uns jetzt vor."
  },
  {
    "start": 2017.42,
    "end": 2019.2,
    "text": "Sie können den Finger mit dazunehmen."
  },
  {
    "start": 2019.64,
    "end": 2020.46,
    "text": "Ich mache es mal vor."
  },
  {
    "start": 2021.04,
    "end": 2025.04,
    "text": "Wir nehmen den Finger und atmen über vier Sekunden nach oben."
  },
  {
    "start": 2027.06,
    "end": 2029.74,
    "text": "Halten dann über vier Sekunden den Atem."
  },
  {
    "start": 2030.58,
    "end": 2043.46,
    "text": "und atmen dann wieder aus über vier Sekunden und wir schließen dann das Quadrat, indem wir eine Atempause machen, kommen wieder an dem Ursprungsort an und dann stellen wir uns vor, wie wir das nochmal wiederholen."
  },
  {
    "start": 2043.58,
    "end": 2052.42,
    "text": "Also vier Sekunden einatmen, vier Sekunden halten, vier Sekunden ausatmen, vier Sekunden Pause."
  },
  {
    "start": 2053.3,
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    "text": "Soll ich das"
  },
  {
    "start": 2053.739,
    "end": 2054.04,
    "text": "einfach?"
  },
  {
    "start": 2055.46,
    "end": 2060.679,
    "text": "Also vier mal vier, vier mal vier, eine ganz einfache Übung, das einfach mal ausprobieren."
  },
  {
    "start": 2061.38,
    "end": 2061.88,
    "text": "Und prima."
  },
  {
    "start": 2062.34,
    "end": 2063.58,
    "text": "Geduldig mit sich sein."
  },
  {
    "start": 2063.739,
    "end": 2069.78,
    "text": "Also nicht denken, ich krieg das nicht hin, einfach immer wieder anfangen und einfach probieren, in den Tag einbauen."
  },
  {
    "start": 2070.62,
    "end": 2092.179,
    "text": "Genau, und wenn das nicht hilft, Sie hatten es auch schon erwähnt für Herzpatienten, die merken, dass sie doch stärkere Ängste haben, dann wirklich ist das auch... die die Chance nutzen, sich in eine psychokardiologische Behandlung oder wenn sie direkt nach dem Herz hinfragt, nicht merken, dass sie loslassen können, dann eben die Reha-Angebote auch tatsächlich dann anzunehmen."
  },
  {
    "start": 2092.94,
    "end": 2095.52,
    "text": "Das ist wahrscheinlich auch egal, ob sie stationär oder ambulant erfolgen."
  },
  {
    "start": 2095.84,
    "end": 2106.7,
    "text": "Ist beides gut, wenn ich zum Beispiel, ich habe eben Patienten häufig, die sagen, ich kann jetzt meine Haustiere nicht alleine lassen oder ich möchte abends wieder auch in... wieder zu Hause sein."
  },
  {
    "start": 2106.76,
    "end": 2108.94,
    "text": "Ich möchte vielleicht bei meinem Mann oder meiner Frau sein."
  },
  {
    "start": 2109.32,
    "end": 2111.94,
    "text": "Dann ist eine ambulante Reha genauso gut."
  },
  {
    "start": 2112.76,
    "end": 2115.64,
    "text": "Da gibt es sehr, sehr gute Einrichtungen inzwischen."
  },
  {
    "start": 2115.7,
    "end": 2125.6,
    "text": "Und gerade in den Reha-Kliniken ist das Gewusstsein für diese psychokardylogischen Prozesse viel ausgeprägter, naturgemäß als in den Akut-Kliniken."
  },
  {
    "start": 2126.1,
    "end": 2129.28,
    "text": "Ich habe meistens ja auch ein Ort, wo ein bisschen Natur um mich rum ist."
  },
  {
    "start": 2129.34,
    "end": 2132.56,
    "text": "Ich habe vielleicht idealerweise einen Sportraum, eine Turnhalle."
  },
  {
    "start": 2133.14,
    "end": 2138.42,
    "text": "Ich habe Psychologen oder Pflegekräfte, die Entspannungstherapien anleiten können."
  },
  {
    "start": 2138.86,
    "end": 2143.16,
    "text": "Und ich habe den Austausch mit Gleichgesinnten, die das Gleiche erlebt haben."
  },
  {
    "start": 2143.24,
    "end": 2145.18,
    "text": "Und das sind sehr, sehr förderliche Faktoren."
  },
  {
    "start": 2145.26,
    "end": 2155.94,
    "text": "Also ich unterstütze auf jeden Fall, erst mal eine Reha zu machen, für jeden Patienten, der einen in Farb entlitten hat oder vielleicht einen, die wie eingebaut bekommen hat oder ähnliches."
  },
  {
    "start": 2157.02,
    "end": 2163.6,
    "text": "Wenn Sie so zum Abschluss unseres Gesprächs unseren Hörerinnen eine Sache mitgeben könnten, was sollten Sie ab heute anders machen?"
  },
  {
    "start": 2164.16,
    "end": 2166.08,
    "text": "um Herz und Psychie gemeinsam zu stärken."
  },
  {
    "start": 2168.1,
    "end": 2179.3,
    "text": "Also neben dem schon berühmt berüchtigten Gang um den Block, also dem kleinen Spaziergang, würde ich auf jeden Fall sagen, nehmen Sie sich jeden Tag zehn Minuten Zeit."
  },
  {
    "start": 2180.8,
    "end": 2189.86,
    "text": "für eine innere Einkehr, für einen Bewusstmachen von dem, was sie tagsüber erlebt haben und was sie dabei gefühlt haben, gehen sie nicht über ihre Gefühle hinweg."
  },
  {
    "start": 2190.28,
    "end": 2209.84,
    "text": "Und wenn es noch so stressig ist, also bevor sie den Tag beschließen, nehmen sie sich jeden Tag zehn Minuten auf ihrem Sofa, in ihrer Lieblingscouch, in ihrem Lieblingssessel, auf ihrem Küchenstuhl, wo auch immer und versuchen sie ihre Gedanken einmal zu fokussieren und zu überlegen, wie ist es mir heute gegangen, was hat mich heute belastet, was hat mich vielleicht gefreut."
  },
  {
    "start": 2210.2,
    "end": 2211.4,
    "text": "Was hat mich vielleicht geärgert?"
  },
  {
    "start": 2211.44,
    "end": 2212.56,
    "text": "Was hat mich aufgeregt?"
  },
  {
    "start": 2212.98,
    "end": 2225.54,
    "text": "Und versuchen Sie, wenn Sie merken, da ist irgendwie noch so ein Rest, können Sie auch einen Stichwort machen, irgendwie auf ein Zettel schreiben und sagen Sie sich, und ich hake das jetzt ab und gehe das morgen oder in einem Gespräch oder einer anderen Stelle nochmal an."
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    "start": 2226.02,
    "end": 2232.94,
    "text": "Also wirklich dieses bewusste Mentalisieren von dem, was ich tagsüber erlebt habe und nicht einfach den Ärger runterschlucken."
  },
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    "start": 2235.2,
    "end": 2239.34,
    "text": "diese Bewusstmachung für mentale, emotionale Prozesse."
  },
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    "end": 2245.8,
    "text": "Und dazu gehört eben auch, dass ich mein Gefühl das Leben wichtig nehme, dass ich nicht darüber hinweg gehe, dass ich mich auch wichtig nehme."
  },
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    "end": 2247.44,
    "text": "Zehn wichtige Minuten."
  },
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    "text": "Herzlichen Dank, Frau Dr."
  },
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    "end": 2254.92,
    "text": "Weber, für diese klaren Einordnung und ja, ebenfalls danke, liebe Zuhörerinnen, für's Zuhören."
  },
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    "text": "Vielen Dank."
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    "end": 2264.5,
    "text": "Mehr Informationen zur Psychokardiologie und zu cardiologischen Rehabilitationen, die finden Sie auch im Servicebereich der deutschen Herzstiftung."
  },
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    "start": 2264.62,
    "end": 2268.22,
    "text": "Dort gibt es zum Beispiel Adressen, Psychokardiologisch geschulter ExpertInnen."
  },
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    "start": 2269.04,
    "end": 2277.22,
    "text": "Und außerdem hat sich unsere Mitgliederzeitschrift HerzHeute in der Ausgabe zwei, fünf und zwanzig schwerpunktmäßig mit dem Thema Herz und Hirn beschäftigt."
  },
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    "start": 2277.86,
    "end": 2280.72,
    "text": "Sie können ein kostenfreies Exemplar über die Herzstiftung anfordern."
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    "end": 2283.98,
    "text": "Die Infos dazu, die können Sie in den Shownots unten nachlesen."
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    "end": 2288.4,
    "text": "Ja und wenn Ihnen diese Folge gefallen und geholfen hat, empfehlen Sie uns weiter."
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    "text": "Ich sage jedenfalls Tschüss für heute und bleiben Sie achtsam."
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    "end": 2300.8,
    "text": "Für Ihr Herz und für sich selbst."
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