[
  {
    "start": 0.86,
    "end": 13.4,
    "text": "Wenn wir frühkindlich im Stress ausgesetzt sind, dann haben wir lebenslang ein erhöhtes Risiko, immer sehr schnell in Stressbereitschaft zu sein, mehr Cortisol auszuschütten, mehr Adrenalin auszuschütten."
  },
  {
    "start": 14.16,
    "end": 20.1,
    "text": "Da haben wir dann auch noch einen sogenannten Gender-Effekt, also einen Effekt, den wir besonders eben bei jungen Mädchen bzw."
  },
  {
    "start": 20.58,
    "end": 28.64,
    "text": "jungen Frauen sehen, die da ein erhöhtes Risiko haben, dann auch mit einem kardiovaskulären Risiko zu reagieren."
  },
  {
    "start": 29.72,
    "end": 32.8,
    "text": "Impuls, der Podcast der deutschen Herzstiftung."
  },
  {
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    "end": 34.66,
    "text": "Für alle, die mehr über"
  },
  {
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    "text": "ihr Herz wissen wollen."
  },
  {
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    "end": 43.42,
    "text": "Hallo und herzlich willkommen bei Impuls, dem Podcast der deutschen Herzstiftung."
  },
  {
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    "end": 51.9,
    "text": "Lähnen Sie sich entspannt zurück und freuen Sie sich auf ein inspirierendes Gespräch über den Zusammenhang zwischen der Psyche und unserem Herz."
  },
  {
    "start": 52.7,
    "end": 62.12,
    "text": "Grob haben sie ja bestimmt schon gehört, dass psychische Belastungen, Herzkreislauferkrankungen günstigen können und umgekehrt aber in Herzleiden auch die Psyche belastet."
  },
  {
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    "end": 71.44,
    "text": "Doch die Wissenschaft ist hier schon viel weiter in dem konkreten Wissen, was genau in unserem Körper und Geist passieren und ja auch teils unterschiedlich bei Männern und Frauen."
  },
  {
    "start": 72.0,
    "end": 78.04,
    "text": "Und über solche aktuellen Erkenntnisse und auch praktische Konsequenzen spreche ich heute mit Privatozentin Dr."
  },
  {
    "start": 78.16,
    "end": 79.22,
    "text": "Korra Stefanie Weber."
  },
  {
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    "end": 86.14,
    "text": "Sie ist Chefärztin der Abteilung psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Oberhavel-Kliniken in Hennigsdorf."
  },
  {
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    "end": 93.88,
    "text": "Und sie ist ebenfalls Gastwissenschaftlerin der Charité in Berlin und Dozentin für Psychokardiologie bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie."
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    "text": "Hallo Frau Dr."
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    "text": "Weber, sehr schön, dass Sie da sind."
  },
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    "text": "Hallo, ich freu mich."
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    "end": 103.46,
    "text": "Mein Name ist Ruth Nei, ich bin Medizinredakteurin bei der Herzstiftung."
  },
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    "text": "Vorneweg eine persönliche Frage an Sie."
  },
  {
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    "end": 114.4,
    "text": "Wenn ich seelisch aus dem Gleichgewicht gerade in solchen Momenten, verhalte ich mich nämlich oft auch ganz automatisch ungesünder."
  },
  {
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    "text": "Geht das denn nicht allen Menschen so?"
  },
  {
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    "text": "Ja, das geht sicherlich allen Menschen so."
  },
  {
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    "end": 132.38,
    "text": "Aber in unterschiedlichen Ausprägungen, wir sprechen ja heute über das Kardiovaskuläre und das metabolische, also das Stoffwechselrisiko, was uns besonders für Herz-Kreislauferkrankungen predisponiert, also empfindlich macht."
  },
  {
    "start": 133.08,
    "end": 138.4,
    "text": "Und da gibt es ebenso nach Persönlichkeit und bisherigen Lebensstilunterschiede."
  },
  {
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    "end": 145.86,
    "text": "Zum Beispiel der Raucher greift dann bei Stress mehr zur Zigarette und andere Menschen gehen vielleicht mehr in den Wald laufen."
  },
  {
    "start": 146.94,
    "end": 154.92,
    "text": "Und es kommt ja auch noch dazu, dass die Stressbelastung und die psychischen Erkrankungen direkte negative Effekte auf unsere Körperfunktionen haben."
  },
  {
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    "text": "Ganz genau."
  },
  {
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    "text": "Was"
  },
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    "start": 157.08,
    "end": 159.9,
    "text": "können Sie denn da vor allem nennen, die besonders vorrangig sind?"
  },
  {
    "start": 160.52,
    "end": 163.82,
    "text": "Also das Wichtigste, was man sicherlich nennen kann, ist die Blutdruckerhöhung."
  },
  {
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    "text": "Wir haben bei akutem Stress, egal ob der emotionaler oder sozialer oder auch körperlicher Herkunft, ist immer eine sogenannte Neuadrenalin, Adrenalin Stressreaktion."
  },
  {
    "start": 177.1,
    "end": 182.6,
    "text": "Das heißt, die Stresshormone steigen innerhalb von Bruchteilen, von Sekunden im Körper an."
  },
  {
    "start": 182.72,
    "end": 183.78,
    "text": "Wir spüren das auch."
  },
  {
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    "end": 189.78,
    "text": "Wir sind sofort hellwach und sozusagen bereit, entweder zu kämpfen oder zu flüchten."
  },
  {
    "start": 190.74,
    "end": 203.24,
    "text": "Und gerade in den letzten Jahren, Sie haben schon Stresshormone genannt, hat die Forschung ja viel herausbekommen, auch zu Entzündungsbotenstoffen, die dann das vorzeitige Alter unseres Herzkreislaufsystems begünstigen."
  },
  {
    "start": 203.78,
    "end": 205.26,
    "text": "Wie ist denn hier der aktuelle Stand?"
  },
  {
    "start": 205.3,
    "end": 208.76,
    "text": "Was sind da so besonders aktuelle Forschungsergebnisse?"
  },
  {
    "start": 210.1,
    "end": 235.94,
    "text": "Wir wissen, dass die Atherosclerose, also die Gefäßverkalkung oder die Ablagerung von schädlichen Stoffen in der Gefäßwand eben nicht nur so eine rein physikalische Angelegenheit ist, sondern dass es zu einem richtigen Umbau der Gefäßwand kommt mit Entzündungsprozessen, die über viele Jahre und auf Jahrzehnte gehen und die wir in den meisten Fällen erst mal so gar nicht bemerken, weil sie im Schleichen sind."
  },
  {
    "start": 236.64,
    "end": 248.42,
    "text": "Das sind so Entzündungsprozesse, wo Bodenstoffe, sogenannte Interleukine, Entzündungsmediatoren, so ein bisschen am Gefäßbett knabbern könnte man sagen."
  },
  {
    "start": 248.98,
    "end": 262.68,
    "text": "Und lange Zeit bleibt das nicht bemerkbar und kann sich dann eben, wenn noch andere Belastungsfaktoren wie Stress dazukommen, irgendwann in einer Corona-Herzerkrankung äußern."
  },
  {
    "start": 263.7,
    "end": 266.24,
    "text": "Und welch Rolle spielt auch zum Beispiel das Cortisol?"
  },
  {
    "start": 266.3,
    "end": 271.12,
    "text": "Das wird immer wieder erwähnt, dass das auch bei Stress deutlich erhöht ist und ungünstig sich auswirkt."
  },
  {
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    "end": 271.92,
    "text": "Ganz genau."
  },
  {
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    "end": 275.88,
    "text": "Wir haben in erster Linie unser Feueralarm sozusagen."
  },
  {
    "start": 275.94,
    "end": 283.36,
    "text": "Das ist das Adrenalin und Neuadrenalin, was eben sofort ansteigt, die sogenannten Katicholamine oder Akkutstress-Hormone."
  },
  {
    "start": 283.88,
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    "text": "Und ein paar Minuten später steigt dann auch das Kortisol im Körper an."
  },
  {
    "start": 289.36,
    "end": 309.64,
    "text": "Auch das ein lebenswichtiges Hormon, was aber eben gerade bei sozialem Stress, also wenn man in Beurteilungssituationen ist oder chronischem Arbeitsstress, langfristig in eine Dysbalance gerät und eben auch sehr schiedigend sich auf das Gefäßsystem auswirkt und als Blutdruck hat."
  },
  {
    "start": 310.46,
    "end": 315.56,
    "text": "Also wir haben Blutdruck genannt, aber ich habe auch immer mal wieder gehört, dass auch die Blutgerinnung beeinflusst wird."
  },
  {
    "start": 315.92,
    "end": 317.28,
    "text": "Ist das so durch den Stress?"
  },
  {
    "start": 317.46,
    "end": 331.32,
    "text": "Ja, also wir haben verschiedene Auswirkungen von Stress im Körper, die praktisch auf unsere Vorfahren zurückgehen, evolutionsbiologisch war es eben wichtig, zum Beispiel Verletzungen sofort zu stoppen."
  },
  {
    "start": 331.88,
    "end": 350.98,
    "text": "Und wenn man eben zum Beispiel in einem Kampf oder wenn man angegriffen wurde oder sich verletzt hat, hat der Körper sozusagen sofort reagiert und schickt Trombozytten, also weißen Blutkörperchen verstärkt in die Blutbahn, um eben so eine Verletzung zum Beispiel am Arm oder Bein sofort möglichst zu stoppen und den Blutverlust zu stoppen."
  },
  {
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    "end": 356.06,
    "text": "Wenn wir jetzt in unserer modernen Zivilisationsgesellschaft sind, brauchen wir das nicht mehr."
  },
  {
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    "end": 359.52,
    "text": "Wir haben aber immer noch die gleichen Stressreaktionsmechanismen."
  },
  {
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    "end": 372.86,
    "text": "Das heißt, uns stoppt sozusagen der Atem, das Herz schlägt schneller, der Blutrung steigt und wir sitzen aber vielleicht gerade im Stau, in Berlin oder in Frankfurt oder wo auch immer und hängen fest und kommen nicht weiter."
  },
  {
    "start": 373.4,
    "end": 378.88,
    "text": "Und das ist eben sehr schädlich für uns, weil wir diesen Stress nicht körperlich ausagieren können."
  },
  {
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    "end": 387.16,
    "text": "Wo liegt denn die eigentliche Gefahr, dass wir eben diese akute Aktivierung nicht ausleben können, weil wir eigentlich gar keine akute Gefahr haben?"
  },
  {
    "start": 387.22,
    "end": 390.14,
    "text": "oder ist es eher auch so ein schleichender Prozess, der dann gefährlich wird?"
  },
  {
    "start": 390.6,
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    "text": "Sowohl als auch."
  },
  {
    "start": 391.6,
    "end": 410.22,
    "text": "Wir haben eben auf der einen Seite diesen akuten Stress, wenn wir zum Beispiel eben im Stau stehen oder plötzlich einen Unfall vor uns sich abspielt und wir in einen Schockmoment kommen, dann kann es eben zu einem sehr schnellen Ludruck-Anstieg kommen, der sogenannte Scherkräfte auf die Gefäßwände ausübt."
  },
  {
    "start": 410.56,
    "end": 418.64,
    "text": "Und dann kann es eben, wenn schon so eine Prädisposition, also Neigung, ätheresklerose besteht, zu einem Herzinfarkt kommen."
  },
  {
    "start": 419.46,
    "end": 427.5,
    "text": "Die schleichenden Prozesse, die Sie ansprechen, haben wir in den letzten fünfzig Jahren ungefähr immer mehr erforscht oder wissen immer mehr darüber."
  },
  {
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    "end": 433.64,
    "text": "Und das sind eben diese schleichende Arudierungen der Gefäßwand durch chronische Entzündungsprozesse."
  },
  {
    "start": 434.06,
    "end": 438.5,
    "text": "Und die sind natürlich besonders schädlich, weil sie eben häufig so lange nicht erkannt werden."
  },
  {
    "start": 439.66,
    "end": 442.14,
    "text": "Und dann auch nicht mehr ohne weiteres rückgängig zu machen sind."
  },
  {
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    "text": "Genau."
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  {
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    "end": 450.14,
    "text": "Wenn es jetzt auch um eine Predisposition geht, dann werden ja immer wieder unsere Gene ins Feld geführt."
  },
  {
    "start": 450.72,
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    "text": "Was ist denn inzwischen zur genetisch bedingten Stressanfälligkeit bekannt?"
  },
  {
    "start": 454.5,
    "end": 457.02,
    "text": "Ist das ein relevanter Faktor oder eher weniger?"
  },
  {
    "start": 457.54,
    "end": 473.86,
    "text": "Ja, das ist sehr interessant, weil es da Studien gibt an Tieren, besonders an Mäusen und an Ratten, weil man die eben sehr gut untersuchen kann und die eine hohe genetische Übereinstimmung oder eine hohe Ähnlichkeiten mit unseren Stressreaktionsmustern aufweisen."
  },
  {
    "start": 474.44,
    "end": 485.72,
    "text": "Und da haben verschiedene Arbeitsgruppen eben gezeigt, dass wenn Ratten frühkindlich oder in sehr frühem Alter Stress ausgesetzt werden, die Cortisol-Systeme anspringen."
  },
  {
    "start": 486.68,
    "end": 493.28,
    "text": "lebenslang bestehen bleibt und auch zu Beeinträchtigungen bis ins spätere Leben hineinführt."
  },
  {
    "start": 493.86,
    "end": 507.1,
    "text": "Also diese Tiere sind dann schreckhafter, sind immunologisch anfälliger, haben mehr Infektionen, haben sogar eine kürzere Lebensdauer und haben praktisch lebenslang diese erhöhte Bereitschaft auf Stress zu reagieren."
  },
  {
    "start": 507.72,
    "end": 511.92,
    "text": "Und man erklärt das über sogenannte epigenetische Mechanismen."
  },
  {
    "start": 512.44,
    "end": 544.06,
    "text": "Also der Stress wird sozusagen in einem werden angeschaltet, abgeschaltet, es gibt Reparaturprozesse über Nacht und wenn wir frühkindlich im Stress ausgesetzt sind, das gilt also auch für uns Menschen, dann haben wir lebenslang ein erhöhtes Risiko immer sehr schnell auf in Stressbereitschaft zu sein, mehr Cortisol auszuschütten, mehr Adrenalin auszuschütten und diese chronische erhöhte Stressreagibilität, die predisponiert eben auch zu einem höheren kardiovaskulären Risiko."
  },
  {
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    "end": 556.76,
    "text": "Das heißt, wenn Sie in Ihrer Arbeit auf die Suche gehen, woher das eigentlich herrühlt, dass jemand so extrem vielleicht auf Stresssituation reagiert, dann gucken Sie auch durchaus bis in die Kindheit zurück, weil da vielleicht die Erklärung liegt."
  },
  {
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    "text": "Ganz genau."
  },
  {
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    "end": 582.56,
    "text": "Also wir wissen aus großen Studien, aus den USA, aber auch weltweit, dass eben gerade so frühe kindliche Stresserfahrungen, frühe Trennungen, Gewalterfahrungen, aber auch Armut, keinen Zugang zu ausreichend Lebensmitteln, zu gesonnen Lebensmitteln, dass das prädisponiert und natürlich auch sowas wie frühe Gewalterfahrung."
  },
  {
    "start": 583.32,
    "end": 585.82,
    "text": "die erhöhen das Risiko nachweislich."
  },
  {
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    "end": 592.32,
    "text": "Und da haben wir dann auch noch einen sogenannten Gender-Effekt, also einen Effekt, den wir besonders eben bei jungen Mädchen bzw."
  },
  {
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    "end": 601.1,
    "text": "jungen Frauen sehen, die da ein höhes Risiko haben, dann auch mit einem kardiobaskulären Risiko zu reagieren."
  },
  {
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    "end": 612.58,
    "text": "Also das geht dann tatsächlich nicht nur einfach, dass man reagiert körperlich, sondern wirklich dann auch auf lange Sicht das Herzinfarkt-Risiko wirklich erhöht wird durch solchen frühkindlichen besonderen Stress."
  },
  {
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    "end": 634.78,
    "text": "Ja, wir haben Übereinstimmungen in der Neurobiologie, wie auch so in der Stressbiologie, was das kardiovaskuläre Risiko angeht, aber auch was eben zu Depressionen oder auch Traumervollgestörungen disponiert, weil bei beiden oder bei allen diesen Erkrankungen dieses Stressachsen schneller anspringen."
  },
  {
    "start": 635.24,
    "end": 653.82,
    "text": "Und das sehen wir auch im Gehirn an bestimmten Prozessen, dass zum Beispiel die Angstunterdrückung, die normalerweise so ein Lerneffekt vom Kindesalter hin zum Erwachsenen ist, dass die Schaden nimmt, wenn ich immer wieder grünen Stresserfahrungen ausgesetzt war."
  },
  {
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    "end": 659.46,
    "text": "Und da bleibt sozusagen lebenslang bestehen, so ähnlich wie das Schmerzgedächtnis, kann man sagen."
  },
  {
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    "end": 669.12,
    "text": "Da hätte ich nämlich jetzt auch gedacht, kennt ihr ja von Schmerzen, dass wir da ein Schmerzgedächtnis ausbilden und dann eben auf erneute Schmerzreize dann auch schneller reagieren."
  },
  {
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    "text": "Und tatsächlich so ein Stressgedächtnis."
  },
  {
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    "end": 673.66,
    "text": "Dächten ist, das gibt es dann auch bei häufiger Belastung?"
  },
  {
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    "end": 685.98,
    "text": "Man könnte sagen, dass es diese Analogie auch beim Stress gibt durch epigenetische Veränderungen, durch Veränderungen der Stressreaktivitätsachsen, also insbesondere eben des Cortisolsystems."
  },
  {
    "start": 686.44,
    "end": 690.04,
    "text": "Es kommt zu einer chronisch erhöhten Cortisol."
  },
  {
    "start": 690.68,
    "end": 692.72,
    "text": "im Balance, Cortisol-Erhöhung."
  },
  {
    "start": 693.34,
    "end": 706.46,
    "text": "Und es kommt dann auch zu einem abstumpfen Teilweise der Reaktionsmuster, sodass der Körper dann immer wieder mehr Cortisol noch nachschiebt, um vermeintlich eben auf diese Bedrohung zu reagieren."
  },
  {
    "start": 709.9,
    "end": 714.7,
    "text": "Wenn auch Ihnen die Herzgesundheit wichtig ist, werden Sie Mitglied der deutschen Herzstiftung."
  },
  {
    "start": 715.4,
    "end": 719.6,
    "text": "Infos dazu finden Sie im Internet unter Herzstiftung.de."
  },
  {
    "start": 722.98,
    "end": 735.24,
    "text": "Und gibt es speziell an diesem Punkt, Sie hatten es ja schon mal kurz erwähnt, dass es da durchaus auch zwischen Männern und Frauen Unterschiede gibt, gibt es an diesem Punkt tatsächlich etwas, wo man sagt, ja das ist Frauen spezifisch oder neigen wir Frauen generell."
  },
  {
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    "end": 738.28,
    "text": "eher dazu psychische Belastungen anzuhäufen, als Männer."
  },
  {
    "start": 738.32,
    "end": 740.14,
    "text": "Das wird uns ja gerne mal pauschal nachgesagt."
  },
  {
    "start": 740.62,
    "end": 744.26,
    "text": "Ja, da muss man ein bisschen differenzieren."
  },
  {
    "start": 744.78,
    "end": 754.46,
    "text": "Die Zahlen sagen ganz eindeutig, dass Frauen in einem höheren Prozentsatz Depressionen entwickeln, auch Angststörungen entwickeln, auch Traumavolgestörungen entwickeln."
  },
  {
    "start": 755.26,
    "end": 760.12,
    "text": "In den letzten Jahren hat man immer mehr von dem männlichen Gesicht der Depression gesprochen."
  },
  {
    "start": 760.22,
    "end": 764.86,
    "text": "Also Männer haben zum Beispiel eine höhere Suizidrate als Frauen."
  },
  {
    "start": 765.46,
    "end": 775.68,
    "text": "Männer neigen unter Depressionen mehr zu zum Beispiel riskantem Verhalten, schnellem Autofahren oder auch Drogen- und Alkoholkonsum als Frauen."
  },
  {
    "start": 776.34,
    "end": 784.5,
    "text": "Aber Frauen tauchen halt öfter in den Praxen auf, haben mehr Depressionen, haben auch höhere Missbrauchsraten und Gewalterfahrung."
  },
  {
    "start": 785.54,
    "end": 795.02,
    "text": "also nach Studien als Männer und haben eben in der Folge auch mehr Borderlandsstörungen, Traumafolgestörungen, Angststörungen als Männer."
  },
  {
    "start": 796.06,
    "end": 807.06,
    "text": "Und zeigt sich das auch irgendwie in unterschiedlichen körperlichen Reaktionen, also dass bei den Hormonmustern bei Frauen vielleicht irgendwie das nochmal anders ist als bei Männern, was dann in Stresssituationen passiert?"
  },
  {
    "start": 807.5,
    "end": 811.46,
    "text": "Was man auf jeden Fall bezogen, wir sind ja sozusagen jetzt nochmal beim Herz."
  },
  {
    "start": 812.0,
    "end": 819.74,
    "text": "Was man bei Frauen häufiger sieht, ist auch ein anderes... ein anderer Phenotube oder ein anderes Gesicht des Infarktes."
  },
  {
    "start": 819.84,
    "end": 847.42,
    "text": "Frauen zeigen mehr mikrovaskuläre Dysfunktionen, mehr endothel Dysfunktionen, während bei Männern so der klassische Infarkt mit dem atheroschlorotischen Plak, also mit der Verstopfung, mit der Stenose, mit der Engstelle häufiger ist, sodass man also annimmt, dass gerade diese mikrovaskulären Dysfunktionen und diese Sonderform des Infarktes, dass das doch auch mit einer erhöhten Stresssensibilität verbunden ist bei Frauen."
  },
  {
    "start": 848.38,
    "end": 857.34,
    "text": "Und gibt es da auch ganz bestimmte, bleiben wir beim Herzen, kardiologische Symptome, die sich dann auch eindeutig auf psychologische Mitursachen zurückführen lassen?"
  },
  {
    "start": 858.3,
    "end": 862.3,
    "text": "Das ist sicherlich noch ein Feld, was noch bei der weiteren Forschung bedarf."
  },
  {
    "start": 862.38,
    "end": 879.56,
    "text": "Was einem dazu natürlich immer einfällt, ist die so genannte Tako-Zubo-Kadiomyopathie oder Stress-Kadiomyopathie oder das Broken Heart Syndrome, was auch immer wieder mal durch die Presse geht, wo man ja weiß, dass das eben tatsächlich neunzig Prozent Frauen nach den Wechseljahren betrifft."
  },
  {
    "start": 880.28,
    "end": 891.18,
    "text": "Auch hier, also wenn sie jetzt so auf Hormone, wenn wir über Hormone sprechen, wissen wir, dass Frauen durch die Estrugäte bis zur Menopause einen gewissen Schutz haben, der dann danach wegfällt."
  },
  {
    "start": 891.78,
    "end": 897.86,
    "text": "Und Frauen dann eben ein höheres Risiko oder später dann genauso hohes Risiko haben, wie Männer, einen Herzinfarkt zu erleiden."
  },
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    "start": 898.44,
    "end": 908.62,
    "text": "Und diese sogenannte Tako-Zubo-Cardiomyopathie, das ist deshalb so beeindruckend, weil es da eben zu einem Katicholamin oder Nordadrenalin-Access kommt."
  },
  {
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    "end": 914.62,
    "text": "in einem Drittel der Fälle auch psychische Auslöser gefunden werden."
  },
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    "end": 923.38,
    "text": "Viele Menschen spüren intuitiv, dass es eine Verbindung zwischen ihrer Psyche und ihrem Herzen gibt."
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    "text": "Die Wissenschaft hat auch tatsächlich inzwischen belegt, dass diese Verbindung real ist."
  },
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    "end": 935.78,
    "text": "Über den Navus Vargus, unseren zehnten Hirnwerfenwerden, nämlich Nervenimpulse zwischen Herz und Hirn, direkt hin und her geleitet."
  },
  {
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    "text": "Und zwar sowohl vom Gehirn ans Herz, wie auch vom Herz ans Hirn."
  },
  {
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    "text": "Ein Schreck- oder Angstmoment führt zum Beispiel sofort zu einer Herzreaktion, der Puls schießt in die Höhe."
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    "text": "Früher Stresserfahrungen können wederum die Emotionsregulation im Gehirn nachhaltig beeinflussen."
  },
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    "text": "Neben den typischen negativen psychologischen Folgen kann dann auch das Herzkreislaufsystem schaden nehmen durch immer wiederkehrende starke Puls- und Blutdruckanstiege als Reaktion auf Stress."
  },
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    "end": 965.4,
    "text": "Das Herzinfarktrisiko steigt."
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    "text": "Durch körperliche Bewegung, Achtsamkeits- und Meditationsübungen Musik, Entspannungsübungen und soziale Kontakte können wir wiederum die Herzhirnachse positiv trainieren."
  },
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    "end": 985.8,
    "text": "Im Westen täglich mit Übungen, die man gerne in den Alltag integriert, wie zum Beispiel einen abendlichen Spaziergang und kombiniert mit einer Entspannungsübung."
  },
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    "end": 993.54,
    "text": "Also das ist dann eine ganz extreme emotionale Situation, Verlust eines Partners einer Partnerin."
  },
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    "text": "Ein Unfall."
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    "text": "Ein Unfall, vielleicht auch schon."
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    "text": "Genau, ja."
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    "text": "Und es ist ja dann umgekehrt auch schon, wenn eine Herzerkrankung vorliegt, da weiß man inzwischen ja auch, dass es Geschlechterunterschiede gibt, wie sich dann die Erkrankung auf die Psyche auswirkt."
  },
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    "text": "Was kennt man denn dazu jetzt inzwischen?"
  },
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    "end": 1028.8,
    "text": "Ja, da weiß man eben auch, dass gerade bei jüngeren Frauen der Depressionsanteil deutlich höher bei Frauen ist als bei Männern, also wirklich mehr als... doppelt bis dreifach so hoch, haben Frauen nach einem Myokatinfargt eine Depression."
  },
  {
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    "end": 1035.66,
    "text": "Das heißt also Frauen reagieren schon an der Stelle mehr mit psychischen Folgenschäden als Männer."
  },
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    "end": 1043.04,
    "text": "Ich habe auch generell gelesen, dass das Erleben so einer schweren Herzerkrankung fast immer zu Todesängsten führt."
  },
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    "text": "Ist das wirklich so extrem ausgeprägt?"
  },
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    "end": 1054.82,
    "text": "Die Todesangst ist ja... Wir sprechen ja beim Herzinfarkt, vom sogenannten Vernichtungsschmerz, den die Patienten dann erleben."
  },
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    "end": 1059.52,
    "text": "existenzielle Gefährdung des Lebens."
  },
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    "end": 1073.68,
    "text": "Wir haben durch die gute Versorgung, gerade in Deutschland, mit Herzkatheterlaboren, die ja zumindest in großen Städten inzwischen wirklich sehr gut erreichbar sind, die Prognose nach einem Herzinfarkt deutlich verbessert."
  },
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    "end": 1077.78,
    "text": "Aber der Körper reagiert auf diesen Infarkt mit einer Todesangst."
  },
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    "text": "Und die ist ja in dem Fall auch sinnvoll, weil sie eben dazu führt, dass man dann einen Notarzt ruft und sich so schnell wie möglich in Behandlung begibt."
  },
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    "end": 1107.78,
    "text": "Fall ist und die Schmerzen verleugnet werden oder der Arzt nicht aufgesucht wird oder auch gerade bei älteren Menschen, die vielleicht auch allein leben, weiß man das, dass die dann sagen, ach, ich warte mal ab, ich gehe morgen zum Hausarzt und dann verschlechtert sich natürlich auch das Risiko, die Herzfunktion wieder gut herzustellen."
  },
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    "text": "Und diese Ängste bauen die sich dann auch vielleicht langsam manchmal erst auf."
  },
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    "end": 1123.7,
    "text": "Wenn der Herzinfarkt gar nicht so massiv war, sondern dann erst eine im Nachhinein vielleicht bewusst wird, da war was oder es hätte."
  },
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    "text": "schief gehen können."
  },
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    "end": 1155.04,
    "text": "Ja, sogar sehr häufig der Fall, dass also nach dieser Akkutsituation ja in der Regel dann erst mal eine Reha oder Anschlusshalbehandlung erfolgt, wo man dann eben versucht den Lebensstil günstig zu verändern, im Sinne von Bewegung und vielleicht aufhören zu rauchen oder sich gesünder zu ernähren und so weiter, dann kommt man wieder nach Hause und dann setzt häufig erst der... eigentliche Verarbeitungsprozess ein und dann kommen häufig die Ängste."
  },
  {
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    "end": 1161.7,
    "text": "Ich kann vielleicht von einem Patienten von mir berichten, der einen schweren Herzinfarkt erlitten hat."
  },
  {
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    "end": 1167.12,
    "text": "Er war so etwa forty-six Jahre alt, ist zu Hause zusammengebrochen."
  },
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    "end": 1179.62,
    "text": "hat einen schweren Hinterwandinfarkt gehabt, war dann in der Folge zehn Tage auf der Intensivstation, hatte noch eine Lungenentzündung zusätzlich, also eine komplizierte Behandlung."
  },
  {
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    "end": 1193.68,
    "text": "Und als er dann nach der Reha wieder zu Hause war, hat er jeden Tag um die gleiche Zeit Panikattacken bekommen und hat sehr häufig die Rettungsstelle aufgesucht, weil er immer wieder Angst hatte, es könnte etwas mit dem Herzen sein."
  },
  {
    "start": 1194.42,
    "end": 1208.42,
    "text": "Und hier war eben der Verarbeitungsprozess tatsächlich erst in der Folge und dann schloss sich eben eine psychosomatische, psychotherapeutische Behandlung an und man hat, wir haben gemeinsam versucht, diese Ängste wieder in den Griff zu bekommen."
  },
  {
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    "end": 1221.76,
    "text": "Immerhin gut, wenn das dann funktioniert, weil es gibt ja ganz erschreckende Zahlen, was außer eine Angststörung oder eine Depression dann wiederum an negativen Folgen für das Herz- und Herzerkrankung resultieren kann."
  },
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    "start": 1222.76,
    "end": 1239.38,
    "text": "Genau, also die Depression, wenn wir mal mit der Depression beginnen, ist ja damit verbunden, dass man eben eine Antriebsminderung hat, dass man sich schlecht motivieren kann, also alles das, was in der Rehaberhandlung vermittelt werden soll."
  },
  {
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    "end": 1245.92,
    "text": "Also, dass man sich täglich bewegt, dass man sein Leben stil verändert, dass man zu gesunder Ernährung greift."
  },
  {
    "start": 1245.96,
    "end": 1262.64,
    "text": "Das ist bei Depressiven häufig schwierig, weil einfach so eine Hoffnungslosigkeit, Freudlosigkeit und auch ein Motiv Neubationsloch vorliegt, sodass es schwierig ist, diese ganzen Veränderungen, die ja sehr anstrengend sind, wenn man, also sein Leben, wenn man sich überlegt, also sein Lebensstil umzustellen."
  },
  {
    "start": 1262.98,
    "end": 1263.98,
    "text": "Das ist nicht so einfach."
  },
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    "end": 1276.64,
    "text": "Und auch gerade so auf so etwas wie das Rauchen zu verzichten, fällt gerade depressiven Menschen sehr schwer, weil sie sagen, das Rauchen ist eben immer noch mal so was, was ich mit Pause verbinde, mit Stressreduktion, mit Beruhigung."
  },
  {
    "start": 1277.3,
    "end": 1284.5,
    "text": "Es ist ja praktisch ein Entzug, den ich dann mache von dem Nikotin, was dann eben besonders schwer fällt, wenn es sowieso gerade eine psychische Krise hat."
  },
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    "text": "Genau, kann dann auch noch mal stressig sein."
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    "text": "Aber am Ende kann das Sterblichkeitsrisiko bei einer nicht behandelten Depression dann nochmal umfasst, die Hälfte erhöht sein."
  },
  {
    "start": 1293.7,
    "end": 1302.7,
    "text": "und auch bei etwa jeder, ja bei vierzig Prozent aller Patienten mit Herzpatienten oder mit Herzbeschwerden, dann findet man auch so einen typischen Konflikt hintergrund."
  },
  {
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    "end": 1307.64,
    "text": "Und umgekehrt weiß man ja, Angst und Panikstörungen, die können ja Herzrhythmestörungen durchaus auslösen."
  },
  {
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    "end": 1318.32,
    "text": "Genau, bei Patienten muss man sagen, die schon eine Vorschädigung oder so eine Prädisposition haben, nicht beim Herzgesunden in der Regel, nach den Studien."
  },
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    "end": 1331.34,
    "text": "Also wir haben Studien, auch zum Beispiel zu sowas wie der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, im Jahr war das, wo so eine Studie an Münchner Rettungsstellen durchgeführt wurde, wo man das eben zeigen konnte."
  },
  {
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    "end": 1343.58,
    "text": "Und die Risikohatienten, die eben während eines großen Fußball-Events ein Herz infarkt oder solche Rhythmusstörungen erleiden, das sind dann in der Regel Patienten, die schon eine Vorstellung des Herzens haben."
  },
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    "start": 1345.68,
    "end": 1355.88,
    "text": "Gibt es denn Übungen oder Tipps, die sie in so einer akuten Situation jemandem an die Hand geben können, wenn man merkt, da bahnt sich sowas wie eine Panikattacke an?"
  },
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    "end": 1378.92,
    "text": "Immer wichtig ist sich sozusagen nicht zu vergraben, sondern aktiv so eine Situation anzugehen und aktiv zum Beispiel eine Ablenkungsstrategie zu probieren oder eben sich einen Menschen aufzusuchen, wenn man in einer Familie lebt oder wenn man eben alleine ist, dann vielleicht jemand anzurufen, sich Hilfe zu suchen, sich abzulenken."
  },
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    "text": "aktive Strategien zu probieren."
  },
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    "text": "Wenn es möglich ist, vielleicht an die frische Luft zu gehen, den Raum zu verlassen."
  },
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    "end": 1389.5,
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  },
  {
    "start": 1390.12,
    "end": 1404.26,
    "text": "Und wenn das alles nicht reicht, dann sollte man sich eben schon auch in Psychotherapie bei einem Spezialisten begeben, der einem dann hilft, sogenannte Skills oder Techniken zu erlernen, wie man diese Panikattacken beherrschen kann."
  },
  {
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    "end": 1408.08,
    "text": "Und wir haben jetzt zwei immer über die Patienten gesprochen."
  },
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    "end": 1416.7,
    "text": "Ich denke mir, Belastungen in solchen Situationen treffen auch die Angehörigen, muss man die auch ein bisschen bei diesen engsten Angststörungen mit in den Blick nehmen."
  },
  {
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    "end": 1430.92,
    "text": "Absolut, gerade die Partner, gerade wenn das so schon länger bestehende Partnerschaften sind oder auch sehr, also ihre Paare, die vielleicht schon seit dreißigvierzig Jahren zusammenleben und einer der Partner erleidet, eine Herzinfarkt."
  },
  {
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    "end": 1440.24,
    "text": "Das ist ja immer ein sozusagen großes Ereignis, wo es dann um Verlustängste geht, aber dann eben auch um die gemeinsame Veränderung des Lebensalltages."
  },
  {
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    "end": 1446.96,
    "text": "Bei jüngeren Patienten ist es ja häufig so, dass dann die Arbeitsfähigkeit auch erst mal eine Zeit lang beeintragen ist."
  },
  {
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    "end": 1448.62,
    "text": "Es sind große Ängste da."
  },
  {
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    "end": 1451.9,
    "text": "Der Lebensstil sollte gemeinsam verändert werden."
  },
  {
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    "text": "Es ist immer gut, Paare dann auch gemeinsam zu behandeln."
  },
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    "end": 1459.6,
    "text": "Auch hier wieder vielleicht ein Blick auf die Geschlechter."
  },
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    "end": 1465.92,
    "text": "Nehmen sich Frauen die Krankheit ihres Partners oder auch ihrer Partnerin häufiger zu herzen oder anders zu herzen?"
  },
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    "end": 1467.78,
    "text": "Oder kann man das auch nicht so pauschal sagen?"
  },
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    "end": 1473.32,
    "text": "Ja, dann gibt es ja so verschiedene Pardynamiken, die sogenannte Überfürsorglichkeit."
  },
  {
    "start": 1473.44,
    "end": 1489.68,
    "text": "Also gerade, wenn man jetzt den klassischen Herzinfarkt beim männlichen Patienten sich anschaut und Männer vielleicht eher dazu neigen, so ein bisschen... Verläubenden da zu reagieren und zu sagen, ja, mein Herz ist ja jetzt repariert."
  },
  {
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    "end": 1491.64,
    "text": "Ich habe jetzt einen Stand eingesetzt bekommen."
  },
  {
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    "end": 1495.6,
    "text": "Ich nehme jetzt Blutdruck-Tabletten und ich nehme vielleicht einen Cholesterinsenker."
  },
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    "end": 1498.04,
    "text": "Und jetzt kann ich eigentlich so weitermachen wie vorher."
  },
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    "end": 1504.58,
    "text": "Dann sind es häufig die Frauen, die dann versuchen, diesen Lebensstil zu verändern oder dann auch sehr besorgt sind."
  },
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    "text": "Und wichtig ist hier, dass dann eben die Eigenmotivation des Patienten selber auch gestärkt wird und angegangen wird und da nicht so eine Widerstandsreaktion kommt."
  },
  {
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    "end": 1522.7,
    "text": "Deswegen ist es hier besonders mit Fingerspitzengefühl wichtig, beide Partner dann auch anzusprechen."
  },
  {
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    "end": 1529.12,
    "text": "Damit das, was eigentlich gut gemeint ist nachher, wie ich sage, nicht in eine blockade Haltung dann mündet."
  },
  {
    "start": 1529.3,
    "end": 1529.56,
    "text": "Genau."
  },
  {
    "start": 1532.08,
    "end": 1537.4,
    "text": "Immer mal wieder fällt auch der Begriff Herzangstneurose im Kontext mit Herzerkrankung."
  },
  {
    "start": 1537.48,
    "end": 1539.08,
    "text": "Was versteht man denn darunter?"
  },
  {
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    "end": 1555.5,
    "text": "Das ist ein Begriff, den wir tatsächlich auch immer noch wieder mal hören, der aber eigentlich aus unserem Vokabular, zumindest was so die modernen ICD-X-Klassifikationen angeht, gestrichen wurde schon seit über... Also"
  },
  {
    "start": 1555.82,
    "end": 1559.86,
    "text": "ICD-X, das ist für Ärzte der Katalog, wo alle Krankheiten mitziffern."
  },
  {
    "start": 1560.9,
    "end": 1560.96,
    "text": "Die"
  },
  {
    "start": 1561.02,
    "end": 1566.84,
    "text": "internationale Klassifikation der Erkrankungen, wo eben jeder Erkrankung verschlüsselt wird mit so einem Kot."
  },
  {
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    "end": 1571.14,
    "text": "Und die Neurose, das ist ja ein Begriff, der von Sieg und Freud stammt."
  },
  {
    "start": 1571.7,
    "end": 1578.16,
    "text": "Das impliziert so ein psychodynamisches Verständnis von einem unbewussten Konflikt, der da irgendwie rührt."
  },
  {
    "start": 1578.82,
    "end": 1583.86,
    "text": "Und wir haben aber tatsächlich Patienten auch nach wie vor in Behandlung."
  },
  {
    "start": 1584.32,
    "end": 1590.78,
    "text": "Das sind ... relativ junge Männer häufig oder so mittleren Alters unter vierzig."
  },
  {
    "start": 1591.44,
    "end": 1595.1,
    "text": "Die psychosoziale Konflikte tatsächlich in eine Herzangst."
  },
  {
    "start": 1595.48,
    "end": 1623.4,
    "text": "umwandeln oder die darin einbündet, die sich also den eigentlichen Konflikten, die wir als Psychotherapeutin vielleicht sehen, nicht stellen können und stattdessen Angst um ihr Herz haben und tatsächlich auch immer wieder Schmerzen im Brustbereich angeben, mit Ausstrahlung, den linken Arm, mit Luftnot, auch häufig mit Blutdruckerhöhungen, die richtig in einem Stress sind und wo dann häufig verschiedene kardiologische Untersuchungen durchgeführt werden, Stress, Echokardiografien."
  },
  {
    "start": 1623.44,
    "end": 1628.16,
    "text": "Ein bisschen zum Herz-City und immer wieder Blutuntersuchungen auf Troponien."
  },
  {
    "start": 1628.78,
    "end": 1641.34,
    "text": "Und wenn dann so wiederholt ein Ausschluss erfolgt ist, dann kommt eben die Empfehlung, sich beim Psychosomatiker vorzustellen oder bei uns in der Klinik eben auch eine gute Kooperation zwischen Kardiologie und Psychosomatik."
  },
  {
    "start": 1641.94,
    "end": 1647.64,
    "text": "Und dann versuchen wir, darunter liegenden Faktoren zu entschlüsseln und das ist häufig ein längerer Prozess."
  },
  {
    "start": 1648.28,
    "end": 1652.48,
    "text": "Und häufig sind es auch Patienten, die schon mal irgendwas am Herz hatten."
  },
  {
    "start": 1652.56,
    "end": 1655.06,
    "text": "Zum Beispiel ein junger Mann, den wir ..."
  },
  {
    "start": 1655.72,
    "end": 1658.06,
    "text": "Der Kontext muss gar nicht jetzt aktuell da sein."
  },
  {
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    "end": 1664.14,
    "text": "Also es war mal was am Herzen, aber jetzt fokussiert man quasi seine psychischen Probleme auf den Körper."
  },
  {
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    "text": "Genau."
  },
  {
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    "text": "Und"
  },
  {
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    "text": "ja, also einbilden hört sich immer gemein an."
  },
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    "text": "Nein, das ist ... Genau."
  },
  {
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    "text": "Einbild ist es eben auch nicht."
  },
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    "end": 1673.6,
    "text": "Es ist mir ganz wichtig, das auch wirklich zu vermitteln."
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    "start": 1674.46,
    "end": 1679.96,
    "text": "Es ist ja tatsächlich, wir haben ja zum Beispiel auch so was wie eine vasospastische Angina-Pectorus."
  },
  {
    "start": 1680.06,
    "end": 1697.72,
    "text": "Also es kommt zu Schmerzungen, also zu kleinen Kontraktionen, zu Verkampfungen in der Coronamuskulatur oder im Gefäßbett, in der Muskulatur, vielleicht auch am Muskel oder wir haben viele sogenannte vegetative Prozesse, die das stattfinden, die wir ja gar nicht mit unseren Methoden immer messen können."
  },
  {
    "start": 1697.78,
    "end": 1702.64,
    "text": "Was wir häufig sehen im Klinikalltag ist, dass der Blutdruck dann doch sehr stark erhöht ist."
  },
  {
    "start": 1702.7,
    "end": 1705.32,
    "text": "bis zu Was?"
  },
  {
    "start": 1706.14,
    "end": 1712.48,
    "text": "bei einem Patienten, der normalerweise keine erhöhten Blutdruckwerte hat und keinen bekannten atellen Hypertonus."
  },
  {
    "start": 1713.06,
    "end": 1718.0,
    "text": "Und deswegen ist es ganz wichtig zu sagen, es ist nie eingebildet, sondern diese Schmerzen sind da."
  },
  {
    "start": 1718.74,
    "end": 1721.28,
    "text": "Und wir können sie vielleicht in dem Moment nicht darstellen."
  },
  {
    "start": 1721.82,
    "end": 1728.72,
    "text": "Aber es gibt ja diesen neuen Begriff der endothelialen Dysfunktion, wo es zu Blutungsstörungen kommt, funktioneller Natur."
  },
  {
    "start": 1728.86,
    "end": 1738.06,
    "text": "Also es kommt zur Engstellung oder zu Kontraktionsprozessen, die wir eben mit unseren herkömmlichen Messmethoden nicht erkennen in dem"
  },
  {
    "start": 1738.12,
    "end": 1738.46,
    "text": "Moment."
  },
  {
    "start": 1739.82,
    "end": 1743.0,
    "text": "Wir sprechen ja von Affektkorrelaten oder Stresskorrelaten."
  },
  {
    "start": 1744.38,
    "end": 1748.6,
    "text": "Ganz komplexes System zwischen unserer Psyche und den Reaktionen unseres Körpers."
  },
  {
    "start": 1749.42,
    "end": 1753.28,
    "text": "Es muss nicht organisch ein Defekt zu finden sein und trotzdem ist etwas da."
  },
  {
    "start": 1753.94,
    "end": 1778.96,
    "text": "Genau, und wir können das manchmal darstellen, zum Beispiel diese wasospastische Angina pectorus, wo es zum Zusammenziehen der kleinen Gefäße kommt, unter Stressinduktion, durch Dohutamin zum Beispiel, bei einer Herzuntersuchung, wo dann so ein Kontrastmittel oder ein Mittel gespritzt wird, was das Herz dann unter Stress bringt, aber auch das ist nicht immer darstellbar."
  },
  {
    "start": 1780.42,
    "end": 1793.12,
    "text": "Ganz wichtig wäre natürlich jetzt zu sagen, aus diesem Geballten auch sehr komplexen Wissen, welche therapeutischen Konsequenzen lassen sich denn daraus ziehen oder ableiten, dass Herz und Psyche so eng verzahnt sind."
  },
  {
    "start": 1793.16,
    "end": 1796.16,
    "text": "Vielleicht können Sie hier die drei oder fünf wichtigsten Punkte mal aufzählen."
  },
  {
    "start": 1797.34,
    "end": 1815.24,
    "text": "Also das erste, was ich gerne vermitteln möchte, ist, dass man den Patienten wirklich immer ernst nimmt, da der Patient einmal kardiologisch durch untersucht wird und zur Not auch nochmal und nochmal und nochmal, weil wir den Patienten erstmal ernst nehmen müssen und ihn nicht wegschicken sollten."
  },
  {
    "start": 1816.0,
    "end": 1822.42,
    "text": "Der Patient sollte bei möglichst einem Arzt bleiben, um nicht verschiedene, also kein Dr."
  },
  {
    "start": 1822.48,
    "end": 1827.16,
    "text": "Hopping machen, sondern wirklich möglichst bei seinem Hausarzt oder Internisten bleiben."
  },
  {
    "start": 1828.18,
    "end": 1836.58,
    "text": "Wenn schon mal ein körperlicher Faktor gefunden wurde, sowas wie Bluthochdruck, sollte der auf jeden Fall gut eingestellt werden, also man sollte nicht."
  },
  {
    "start": 1837.18,
    "end": 1843.72,
    "text": "gleich bei einem Patienten versuchende psychischen Methoden wie Atemübungen den Blutdruck zu senken, sondern er sollte wirklich ein Medikament bekommen."
  },
  {
    "start": 1844.22,
    "end": 1850.34,
    "text": "Es gibt inzwischen sehr gut verträgliche, moderne Medikamente, die auch keine oder wenig Nebenwirkung machen."
  },
  {
    "start": 1850.42,
    "end": 1858.18,
    "text": "Also man sollte den Blutdruck senken und man sollte dann eben versuchen, gemeinsam mit dem Patient eine Lebensstiländerung zu schaffen."
  },
  {
    "start": 1859.26,
    "end": 1862.72,
    "text": "Was ich sehr empfehle, ist so was wir spazieren gehen, an die frische Luft gehen."
  },
  {
    "start": 1863.82,
    "end": 1864.46,
    "text": "sich bewegen."
  },
  {
    "start": 1864.68,
    "end": 1884.66,
    "text": "Auch jetzt gerade in der Winterzeit, jetzt hier ist es gerade schon dunkel draußen, aber man sollte versuchen, jeden Tag möglichst natürlich in der Mittagszeit, aber zur Not auch abends noch mal einen Spaziergang zu machen, tief durch zu atmen und bestenfalls dann, wenn man wieder zu Hause ist, auch noch eine Entspannungsübung anzuschließen."
  },
  {
    "start": 1886.24,
    "end": 1888.9,
    "text": "Gibt es ja ganz viele auch Atemübungen?"
  },
  {
    "start": 1889.38,
    "end": 1900.42,
    "text": "Was ist denn da etwas, wo Sie sagen, das kann jeder irgendwie mal so in seinen Alltag einbauen, mein Ängste wegatmen ist, kann man nicht so ohne Weiteres, aber doch vielleicht dazu beitragen, dass man so eine gewisse Entspanntheit erreicht?"
  },
  {
    "start": 1900.52,
    "end": 1907.06,
    "text": "Genau, da gibt es ja diese Übungen, wo man sich so vorstellt."
  },
  {
    "start": 1907.14,
    "end": 1913.3,
    "text": "Man hat einen Quadrat vor sich, man atmet praktisch mit dem erhobenen Finger"
  },
  {
    "start": 1913.48,
    "end": 1913.76,
    "text": "ein,"
  },
  {
    "start": 1914.52,
    "end": 1916.2,
    "text": "hält den Atem einen Moment."
  },
  {
    "start": 1917.32,
    "end": 1921.58,
    "text": "Atmet dann wieder aus, macht eine kleine Pause und fängt wieder von vorne an."
  },
  {
    "start": 1921.72,
    "end": 1927.34,
    "text": "Das ist so eine ganz kleine Quadratübung, die einem helfen kann, in einen ruhigeren Atemrhythmus zu kommen."
  },
  {
    "start": 1927.86,
    "end": 1933.72,
    "text": "Und wir wissen, dass ruhiges Atmen und insbesondere das Ausatmen automatisch den Puls senkt."
  },
  {
    "start": 1933.8,
    "end": 1944.26,
    "text": "Und wenn wir den Puls schon so ein bisschen senken, tief durchatmen, ausatmen, vielleicht noch ein bisschen Musik dazu anmachen, dann können wir vielleicht ein bisschen mehr in den Entspannungsmodus kommen."
  },
  {
    "start": 1946.32,
    "end": 1949.86,
    "text": "Vieles braucht ja dann aber auch professionelle Unterstützung."
  },
  {
    "start": 1950.2,
    "end": 1952.04,
    "text": "Und Sie haben ein paar Punkte auch schon aufgezählt."
  },
  {
    "start": 1952.4,
    "end": 1957.1,
    "text": "Wird das wirklich überall auch schon so umgesetzt oder haben wir dann vielleicht sogar noch Versorgungslücken?"
  },
  {
    "start": 1957.54,
    "end": 1959.28,
    "text": "Auf jeden Fall haben wir Versorgungslücken."
  },
  {
    "start": 1959.38,
    "end": 1966.16,
    "text": "Also in einer Stadt, ich bin jetzt in Berlin, in einer Stadt wie Berlin gibt es sogenannte psychokardiologische Netzwerke."
  },
  {
    "start": 1966.24,
    "end": 1969.66,
    "text": "Da kann man sich an verschiedene Kliniken wenden, an deren Ambulanzen."
  },
  {
    "start": 1970.2,
    "end": 1974.98,
    "text": "Es gibt auch ein Herzweg Weiser, den kann man im Internet aufsuchen."
  },
  {
    "start": 1975.04,
    "end": 1978.24,
    "text": "Da findet man dann niedergelassene Psychotherapeuten oder Ärzte."
  },
  {
    "start": 1979.14,
    "end": 1986.7,
    "text": "Wir machen inzwischen über die deutsche Gesellschaft für Kardiologie seit über zehn, bald schon fünfzehn."
  },
  {
    "start": 1987.1,
    "end": 1997.94,
    "text": "Kurse für psychokardiologische Grundversorgung, die hat Professor Hermann Lingen ins Leben gerufen und werden sehr erfolgreich in verschiedenen Städten in Deutschland fortgesetzt."
  },
  {
    "start": 1998.6,
    "end": 2009.66,
    "text": "Also in Leipzig gibt es so eine Ambulanz in Heidelberg, in Homburg, Saar, in Köln, in verschiedenen Städten und da kann man sich also informieren."
  },
  {
    "start": 2010.44,
    "end": 2018.7,
    "text": "Auf jeden Fall gibt es natürlich in ländlichen Bereichen Versorgungslücken, wo ja sowieso auch die Psychotherapeutendichte viel geringer ist."
  },
  {
    "start": 2019.28,
    "end": 2030.04,
    "text": "Aber man kann zum Beispiel auch über das Internet eben manchmal vielleicht erst mal ein Telefonkontakt herstellen oder auch ein Online-Kontakt und sollte da auf keinen Fall aufgeben und auf der Suche bleiben."
  },
  {
    "start": 2031.14,
    "end": 2032.86,
    "text": "Wie wäre denn der optimale Verlauf?"
  },
  {
    "start": 2033.2,
    "end": 2040.46,
    "text": "Also sollte vielleicht jeder Herzpatient sofort mit der Diagnose-Stellung dann auch zumindest mal eine psychologische Unterstützung angeboten bekommen?"
  },
  {
    "start": 2041.32,
    "end": 2042.62,
    "text": "Wann wäre der richtige Zeitpunkt?"
  },
  {
    "start": 2042.7,
    "end": 2044.2,
    "text": "Ja, das würde ich auf jeden Fall sagen."
  },
  {
    "start": 2044.28,
    "end": 2054.159,
    "text": "Also idealerweise sollte das so sein wie in der Onkologie, also in der Krebsmedizin, wo inzwischen ja die Psycho-Onkologen in jede Klinik dazugehören."
  },
  {
    "start": 2055.62,
    "end": 2069.219,
    "text": "Onkologische Krebszentren werden zertifiziert und das würde ich mir auch wünschen für die Kardiologie, für die Herzmedizin, dass eine Psychologische zumindest mal Diagnostik oder ein Screening und das muss ja gar kein großes Gespräch sein."
  },
  {
    "start": 2069.679,
    "end": 2084.62,
    "text": "Da gibt es inzwischen auch so Fragebögen, die haben zum Teil nur noch zwei oder vier Fragen und dann kann man so ein bisschen Screenen, liegt da eine psychische Belastung vor, dass der Patient zumindest mal so einen Kurzkontakt hatte und auch die Kardiologen mehr sensibilisiert."
  },
  {
    "start": 2084.699,
    "end": 2097.76,
    "text": "werden, dass es da mehr Kooperation gibt und dass psychische Erkrankungen oder Störungen, die ja ganz normal sind nach so einem Infarkt zum Beispiel, weil das ist ja eine lebensfotologische Erkrankung, dass die nicht mehr tabuisiert werden."
  },
  {
    "start": 2099.22,
    "end": 2103.48,
    "text": "Vielleicht könnte man dadurch den einen oder anderen Reinfarkt dann doch auch vermeiden."
  },
  {
    "start": 2104.32,
    "end": 2115.64,
    "text": "Da bin ich mir ganz sicher, weil die Zahlen ganz eiläutig zeigen, dass bei einer Depression oder einer Anstörung das Risiko erneut einen kardialen Ereignisseleiden signifikant erhöht ist."
  },
  {
    "start": 2117.14,
    "end": 2118.68,
    "text": "Ja, ganz herzlichen Dank, Frau Dr."
  },
  {
    "start": 2118.72,
    "end": 2121.8,
    "text": "Weber, für die interessanten Details zu Herz und Psyche."
  },
  {
    "start": 2122.52,
    "end": 2122.96,
    "text": "Sehr gerne."
  },
  {
    "start": 2124.14,
    "end": 2127.38,
    "text": "Ja, und auch Danke an Sie, liebe Zuhörerinnen."
  },
  {
    "start": 2127.88,
    "end": 2137.8,
    "text": "Fürs Zuhören, fürs Zuschauen, mehr Informationen zum Thema Psychokardiologie und zur kardiologischen Reha, die finden Sie im Servicebereich der deutschen Herzstiftung auf unserer Website."
  },
  {
    "start": 2137.84,
    "end": 2142.0,
    "text": "Und dort gibt es auch Adressen, psychokardiologisch geschulter Expertin."
  },
  {
    "start": 2143.02,
    "end": 2143.96,
    "text": "Ich sage Tschüss für heute."
  },
  {
    "start": 2144.46,
    "end": 2145.64,
    "text": "Kommen Sie entspannt durch den Tag."
  },
  {
    "start": 2146.22,
    "end": 2150.82,
    "text": "Und wenn Ihnen diese Folge beholfen hat, empfehlen Sie uns auch gerne weiter."
  }
]