[
  {
    "start": 0.62,
    "end": 11.54,
    "text": "Ja, wir haben mal wieder ein neues Format gegründet."
  },
  {
    "start": 12.02,
    "end": 19.319,
    "text": "Wir haben häufig Gedanken oder Lesen etwas, was uns inspiriert, worüber wir uns privat unterhalten und dachten."
  },
  {
    "start": 19.54,
    "end": 32.86,
    "text": "es könnte aber schön sein, daraus auch einen Format zu machen und diese Gespräche gewissermaßen öffentlich festzuhalten Weil es oft doch kleine Gedanken sind und da kommt der Titel auch ins Spiel, die nicht ausgearbeitet sind."
  },
  {
    "start": 32.92,
    "end": 39.22,
    "text": "Die noch im Prozess sind oder die uns einfach gekommen sind und noch nicht fertig gedacht sind also zwischen den Stunden stattfinden wenn man so will."
  },
  {
    "start": 39.54,
    "end": 44.34,
    "text": "diese Folgen werden im Wechsel im öffentlichen Podcast aber vor allem auf Patreon erscheinen."
  },
  {
    "start": 45.06,
    "end": 52.48,
    "text": "das heißt wenn euch das Format näher interessiert wir werden in etwa wöchentlich publizieren dann schaut doch gerne auf patreon vorbei."
  },
  {
    "start": 53.02,
    "end": 56.58,
    "text": "Zwischen den Stunden ist die Zeit begrenzt, zehn bis fünfzehn Minuten."
  },
  {
    "start": 57.1,
    "end": 62.08,
    "text": "Was bedeutet das in einer solchen Zeit kein fertiges großes Gedankengebäude entstehen kann?"
  },
  {
    "start": 62.6,
    "end": 64.759,
    "text": "Aber darin liegt ja vielleicht auch gerade der Wert."
  },
  {
    "start": 65.0,
    "end": 72.22,
    "text": "Das unbewusste heftet sich ja besonders gerne an das fragmentarische, an das vielleicht noch nicht fertig durchdachte."
  },
  {
    "start": 72.679,
    "end": 82.699,
    "text": "Wir nehmen in diesem Format aktuelle Themenmeldungen aus Kulturgesellschaft Politik Therapie zum Anlass, das was uns gerade beschäftigt."
  },
  {
    "start": 82.759,
    "end": 90.0,
    "text": "Das worüber wir uns auch als Psychoanalytiker unterhalten und wollen es eben aus einer solchen psychoanalytischen Perspektive beleuchten."
  },
  {
    "start": 90.679,
    "end": 97.119,
    "text": "Falls euch Themen in den Kopf kommen die hier sehr gut reinpassen würden oder die euch gerade beschäftigen schreibt sie uns gerne."
  },
  {
    "start": 97.24,
    "end": 99.039,
    "text": "Wir freuen uns da sehr über Anregungen."
  },
  {
    "start": 99.699,
    "end": 110.36,
    "text": "Ein solches Thema dass uns eben gerade Zwischen den Stunden beschäftigt hat, ist als wir uns mal wieder auf Instagram herumgetrieben haben und auf dem Kanal Good Enough Parents geschaut haben."
  },
  {
    "start": 111.16,
    "end": 126.399,
    "text": "Und dort hat Dominik Schufs da ein Post gemacht der uns hängen geblieben ist und auch überraschend für uns war – da wir das beide noch gar nicht wussten – nämlich ging es in dieser Story um die Frage wer vornehmlich bei Badeunfällen betroffen ist?"
  },
  {
    "start": 127.02,
    "end": 129.08,
    "text": "Das sind allem voran Männer und Jungen!"
  },
  {
    "start": 131.16,
    "end": 133.78,
    "text": "Und wir haben mal genauer in die Statistiken geguckt."
  },
  {
    "start": 134.34,
    "end": 147.26,
    "text": "Wir zitieren hier meistens die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, also die DEA-Ellergie und im Jahr zwei Tausend Fünfundzwanzig gab es knapp vierhundert Ertrinkungsopfer in Deutschland und davon zweiundachtzig Prozent Männer."
  },
  {
    "start": 148.24,
    "end": 155.54,
    "text": "Interessant ist das diese Zahl dieses deutliche Überwiegen auch über die Altersgruppen hinweg stattfindet?"
  },
  {
    "start": 155.66,
    "end": 158.36,
    "text": "Also unter den Einjährigen ist es noch ungefähr gleich verteilt."
  },
  {
    "start": 159.74,
    "end": 166.76,
    "text": "Ab zwei Jahre ist die Statistik eindeutig, dass die meisten Ertrinkungsopfer eben männlichen Geschlechts sind."
  },
  {
    "start": 167.24,
    "end": 171.02,
    "text": "Diese Zahlen sind nicht nur für Deutschland gültig sondern weltweit."
  },
  {
    "start": 171.18,
    "end": 177.26,
    "text": "Also weltweit gibt es dieses Phänomen das Männer häufig trinken als Frauen oder Jungen häufiger als Mädchen."
  },
  {
    "start": 177.88,
    "end": 183.42,
    "text": "Weltweit betrachtet betreffende Ertrinkerungsunfälle vor allem Länder mit mittleren bis niedrigen Einkommen."
  },
  {
    "start": 183.9,
    "end": 193.72,
    "text": "Das hat viel mit strukturellen Problem zu tun also das Wasserstellen zum Beispiel genug geschützt werden, auch dass vielleicht Schwimmen nicht so häufig vorkommen."
  },
  {
    "start": 193.78,
    "end": 195.04,
    "text": "Aber das ist nicht der Hauptgrund."
  },
  {
    "start": 195.52,
    "end": 207.92,
    "text": "Also es betrifft vor allem strukturelle Probleme aber auch zum Beispiel berufliche Aspekte also Fischerberufe etwa viel durch Männer ausgeübt werden und sie dadurch auch natürlich mehr dem Risiko des Ertrinkens ausgesetzt sind."
  },
  {
    "start": 208.82,
    "end": 210.5,
    "text": "in Deutschland ist das anders."
  },
  {
    "start": 211.08,
    "end": 215.12,
    "text": "hier hat sich auch seit dem frünzwanzigsten Jahrhundert vier getanes gab's."
  },
  {
    "start": 215.7,
    "end": 220.42,
    "text": "Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts werden noch bis zu fünf Tausend Ertrinkungsopfer pro Jahr verzeichnet."
  },
  {
    "start": 221.04,
    "end": 223.4,
    "text": "Das heißt, die Zahl wurde also drastisch gesenkt."
  },
  {
    "start": 223.9,
    "end": 235.28,
    "text": "einmal weil viel mehr Menschen inzwischen schwimmen können aber auch weil eben diese strukturellen Probleme ausgebaut wurden Also zum Beispiel Wasserstellen mehr geschützt wurden oder besser überwacht werden."
  },
  {
    "start": 235.68,
    "end": 243.74,
    "text": "das heißt In Deutschland gibt es vor allem Badeunfälle und hier allen vorall ran Unfälle in Seen-Unflüssen."
  },
  {
    "start": 244.44,
    "end": 247.36,
    "text": "Ja, diese Statistiken werfen Fragen auf."
  },
  {
    "start": 247.46,
    "end": 255.32,
    "text": "Zumindest haben sie in uns vielen Fragen aufgeworfen und allem voran natürlich die Frage warum eigentlich so viele Männer mehr davon betroffen sind?"
  },
  {
    "start": 255.84,
    "end": 260.56,
    "text": "Es ist jetzt kein Thema was rein psychologischen Ursachen zuzuschreiben ist."
  },
  {
    "start": 260.6,
    "end": 262.52,
    "text": "das ist uns ganz wichtig voranzustellen."
  },
  {
    "start": 262.64,
    "end": 272.84,
    "text": "also es handelt sich ja oftmals um wirklich eine Verkettung von unglücklichen Ereignissen die dann zu so etwas tragischem führen wie den Tod eines Menschen."
  },
  {
    "start": 273.24,
    "end": 275.48,
    "text": "Das wollen wir wirklich betonen, nicht selbst so."
  },
  {
    "start": 275.56,
    "end": 281.48,
    "text": "trotz kann man sich ja auch zu den psychologischen Faktoren die zumindest eine Rolle mitspielen können Gedanken machen."
  },
  {
    "start": 282.22,
    "end": 297.62,
    "text": "Die DLRG gibt es selbst an das für Ursachen also vielleicht bisher unbekannte medizinische Probleme einer Rolle spielen aber auch Alkohol und eine Kombination aus Überschätzung körperlicher Grenzen und Unterschätzungen der Gefahr."
  },
  {
    "start": 298.94,
    "end": 302.12,
    "text": "Das ist etwas, was wir durchaus auch aus anderen Feldern kennen."
  },
  {
    "start": 302.2,
    "end": 310.48,
    "text": "Also nicht nur beim Baden sondern bei vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen sind Männer viel mehr von diesem Phänomen betroffen als Frauen."
  },
  {
    "start": 310.64,
    "end": 313.16,
    "text": "also andere Unfallstatistiken zeigen das auch."
  },
  {
    "start": 314.16,
    "end": 318.22,
    "text": "Dass es glaube ich dann wiederum eine psychoanalytische Frage... Was würdest du sagen?"
  },
  {
    "start": 318.68,
    "end": 324.06,
    "text": "Warum sind Männer häufiger statistisch häufiger von solchen Ereignissen betroffen?"
  },
  {
    "start": 324.74,
    "end": 331.6,
    "text": "Ein solcher Grund könnte vielleicht mit Angst zu tun haben und damit wie man Angst in sich selber spüren kann."
  },
  {
    "start": 332.16,
    "end": 345.42,
    "text": "Und auch zulassen kann, also denkbar wäre das vielleicht wenn man vor so einem Gewässer steht und was weiß ich zum Beispiel überlegt ganz weit zu einer Insel hinaus zu schwimmen oder sowas ein."
  },
  {
    "start": 345.48,
    "end": 349.0,
    "text": "doch auch Wenn dieser weit ist eine gewisse angst überkommt."
  },
  {
    "start": 349.12,
    "end": 350.7,
    "text": "Also eben daran."
  },
  {
    "start": 350.78,
    "end": 365.66,
    "text": "anschließend dann die frage an diese angst schaffe Ich dass überhaupt und soweit also zweifel letztlich Und diese Angst, mich meine Lust und meinen Wunsch vielleicht zu dieser Insel zu schwimmen nochmal überdenken und auch abwägen lässt."
  },
  {
    "start": 366.28,
    "end": 370.4,
    "text": "Das heißt Angst wäre in dem Falle vielleicht ja auch ein ganz nützlicher Effekt."
  },
  {
    "start": 370.52,
    "end": 373.32,
    "text": "erstmal der muss aber auch erst mal gefühlt werden."
  },
  {
    "start": 374.02,
    "end": 377.74,
    "text": "Wenn Angst etwas ist was in mir aber noch andere Gefühle anregt."
  },
  {
    "start": 378.0,
    "end": 390.24,
    "text": "zum Beispiel oder allen voran würde ich sagen Scham also das Angst etwas isst als beschämend empfinde, weil das vielleicht mit einem bestimmten Selbstbild von mir nicht in Einklang zu bringen ist."
  },
  {
    "start": 390.82,
    "end": 393.16,
    "text": "Dann versuche ich diese Scham abzuwehren."
  },
  {
    "start": 393.88,
    "end": 399.4,
    "text": "Vielleicht nicht nur abzuwähren, vielleicht sogar ins Gegenteil zur Verkehr ein... Ich muss es mir beweisen!"
  },
  {
    "start": 399.92,
    "end": 402.34,
    "text": "Ich kann das, ich gehe gegen das an und sogar dabei"
  },
  {
    "start": 402.4,
    "end": 403.06,
    "text": "herauskommt.\"."
  },
  {
    "start": 403.7,
    "end": 409.32,
    "text": "Das heißt eigentlich Angst bringt mich in Kontakt mit meinen eigenen Grenzen auch."
  },
  {
    "start": 409.52,
    "end": 411.26,
    "text": "also was kann ich mir zutrauen?"
  },
  {
    "start": 411.32,
    "end": 412.32,
    "text": "Was vielleicht auch nicht?"
  },
  {
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    "end": 418.98,
    "text": "Und wenn dieser Angst fehlt Kann es sein, dass diese innere Grenze überschritten wird?"
  },
  {
    "start": 419.2,
    "end": 423.8,
    "text": "Also ich eigentlich eine Schwierigkeit habe meine Grenzen richtig wahrzunehmen."
  },
  {
    "start": 424.24,
    "end": 432.72,
    "text": "Das kann ja alle mal eine große Rolle spielen wenn es noch eine Gruppe dazu gibt also Schamzeugen die beobachten ob man sich traut oder ob man kneift."
  },
  {
    "start": 433.06,
    "end": 445.72,
    "text": "warum könnte es denn so sein das Angst gerade in der Sozialisation von Männern eher mit Scham Und mit gegenteiligen Reaktionen, wir würden psychologisch sagen, Reaktionsbildungen verbunden ist."
  },
  {
    "start": 445.9,
    "end": 448.68,
    "text": "Also dass man es gerade erst recht macht wenn man Angst spürt."
  },
  {
    "start": 448.94,
    "end": 460.84,
    "text": "Dass es einen solchen geschlechtsspezifischen Effekt gibt, spüren wir bis hinein in Formulierungen die uns ganz komisch vorkämen nämlich zu sagen männliche Vorsicht oder weibliches Traufgängertum."
  },
  {
    "start": 461.24,
    "end": 465.56,
    "text": "Das wirkt irgendwie in unserem Sprachgebrauch ganz fremd und unvertraut."
  },
  {
    "start": 466.4,
    "end": 467.1,
    "text": "Warum ist das so?"
  },
  {
    "start": 467.82,
    "end": 479.16,
    "text": "Ja, ich glaube zum einen könnte es schon was damit zu tun haben dass wir bis heute eigentlich mit bestimmten inneren Bildern herumlaufen die von einem bestimmten Männlichkeitsbild eben geprägt sind."
  },
  {
    "start": 479.24,
    "end": 487.26,
    "text": "Was männlich vermeintlich oder wirklich sei also zb und da muss man das nicht nur beobachten das kann aber sich selber wirklich ansetzen."
  },
  {
    "start": 487.32,
    "end": 492.82,
    "text": "also Neigungen jungen vielleicht Dafür zu belohnen, dass sie mehr aushalten."
  },
  {
    "start": 493.04,
    "end": 497.8,
    "text": "Zum Beispiel Schmerzenlänge ertragen oder sich durchsetzen können zum Beispiel."
  },
  {
    "start": 497.92,
    "end": 503.02,
    "text": "Oder vielleicht auch körperlich riskieren und über ihre eigenen Grenzen gehen, also Grenzen austesten."
  },
  {
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    "end": 507.66,
    "text": "Und da auch von Jungen sogar mehr zu fordern als von Mädchen."
  },
  {
    "start": 508.06,
    "end": 509.4,
    "text": "Das geschieht ganz unwillkürlich."
  },
  {
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    "end": 511.2,
    "text": "Ich glaube nicht, dass das bewusst ist."
  },
  {
    "start": 511.5,
    "end": 517.62,
    "text": "im Gegenteil oft versuchen Eltern genau diesen Bildern heutzutage sich selber für zu sensibilisieren."
  },
  {
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    "end": 519.46,
    "text": "aber es ist dennoch geschieht."
  },
  {
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    "end": 522.24,
    "text": "Und ich glaube auch, und ich denke das spielt auch noch mit rein."
  },
  {
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    "end": 525.68,
    "text": "Es ist auch wie mit Zärtlichkeit umgegangen wird."
  },
  {
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    "end": 528.1,
    "text": "Und es ja durchaus doch auch"
  },
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    "end": 528.66,
    "text": "so ..."
  },
  {
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    "end": 535.4,
    "text": "Ich würde mal sagen in Anfangszeichen weniger bezertet werden also dass sie weniger gekuschelt und in den Arm genommen werden."
  },
  {
    "start": 536.14,
    "end": 540.72,
    "text": "Und dieses Kuscheln gibt ja auch nochmal eine Form von Grenze."
  },
  {
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    "end": 544.82,
    "text": "Also auch darüber kann der Körper in seiner Begrenztheit gefühlt werden."
  },
  {
    "start": 545.36,
    "end": 557.72,
    "text": "Das bei Jungs doch zumindest häufig so ist da Körpergrenzen durch dieses Durchsprängen, also durch körperliche Aktivität, durch das Grenzenüberschreiten gesucht und gefüllt werden."
  },
  {
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    "end": 560.46,
    "text": "Also zum Beispiel ich schwimm zur Insel!"
  },
  {
    "start": 561.4,
    "end": 582.2,
    "text": "Ich glaube es ist deswegen wichtig weil dann implizit eine Erfahrung sozusagen aufgesogen, also internalisiert wird dass der Körper nicht darauf sensibilisiert ist dass er etwas ist was geschützt werden muss was sozusagen in weichen Grenzen nenne ich's mal erlebt und gespürt werden kann und auch versorgt werden muss, auf das man acht gibt."
  },
  {
    "start": 583.04,
    "end": 595.3,
    "text": "Sondern der Körper etwas ist, der etwas leisten muss, der sich zusammenreißen können muss, er etwas aushalten soll – und auf gar keinen Fall was irgendwie als schwach oder begrenzt erlebt werden"
  },
  {
    "start": 595.36,
    "end": 595.56,
    "text": "soll.\"."
  },
  {
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    "end": 602.46,
    "text": "Das ist vielleicht eine erste Ebene einer Erziehungsfrage, Sozialisationsfrage mit der es zu tun haben könnte."
  },
  {
    "start": 603.46,
    "end": 616.16,
    "text": "Es kannte aber noch mit inneren Themen zu tun haben, wirklich tief in inneren Schichten wie eine männliche Identitätsbildung eigentlich stattfindet."
  },
  {
    "start": 616.9,
    "end": 622.1,
    "text": "Hast du einen Gedanken, wie es mit der männlichen Identität generell vielleicht im Zusammenhang stehen könnte?"
  },
  {
    "start": 622.94,
    "end": 632.64,
    "text": "Männlich und weiblich sind ja aus der Perspektive der Psychoanalyse erstmal Zuschreibungen, Rollenmodelle die Kinder im Verlauf ihrer Entwicklung verinnerlichen."
  },
  {
    "start": 633.44,
    "end": 638.14,
    "text": "Also man wird nicht als Mann geboren, sondern man wird erst zum Mann durch die Entwicklung."
  },
  {
    "start": 638.22,
    "end": 657.78,
    "text": "Und angeboren sind biologische Unterschiede aber eigentlich das ist die ganz frühe Annahme von Freut unterschiedliche Geschlechtsanlagen also alle Menschen haben einen Weiblichen und eine männlichen vielleicht auch noch andere Anteile in sich und bestimmte Anteilen werden im Verlauf des Lebens unterdrückt oder besonders hervorgehoben."
  },
  {
    "start": 658.84,
    "end": 673.42,
    "text": "diese Identität also was es heißt ein Mann zu sein bildet sich ganz früh in der Auseinandersetzung mit den primären Bezugsfiguren und dort ist in den meisten Familien erst einmal die Mutter, die zentrale prägende Bindungsfigur."
  },
  {
    "start": 674.3,
    "end": 693.68,
    "text": "In der Psychoanalyse spricht man vom sogenannten Core-Konflikt das heißt der Kernkonflikt männlicher heteronormativer Identität, der besagt dass es für Männer ein weiterer Weg sich aus diesen ganz frühen Bindungen zu lösen und zu einer eigenen männlichen Identität zu finden."
  },
  {
    "start": 694.32,
    "end": 704.38,
    "text": "Also psychoanalytisch wissen wir, dass die Beziehungserfahrungen, die wir in unserer frühkindlichen Welt machen ein Teil unserer selbst werden und damit auch ein Teil unsere Identität."
  },
  {
    "start": 705.38,
    "end": 720.28,
    "text": "Und wenn man es sich jetzt vorstellt das ist ein bisschen schematisch aber man kann daran ein bisschen das Modell entwickeln Ein Junge verinnerlicht erst einmal seine Mutter Die Mutter wird Teil der inneren Welt Und ein Mädchen verinnerlicht seine Mutter, und die Mutter wird Teil der inneren Welt."
  },
  {
    "start": 722.3,
    "end": 732.38,
    "text": "Um hin zu einer gesellschaftlich akzeptierten Geschlechterrolle zu finden ist der Weg des Jungen weiter als der das Mädchen, weil sich das Mädch mit der Mutter identifizieren kann."
  },
  {
    "start": 732.92,
    "end": 741.08,
    "text": "Das heißt es findet quasi schon in dieser ganz frühen ersten Bindung Rollmodelle, die es mit seiner weiblichen Identität verbinden kann."
  },
  {
    "start": 742.0,
    "end": 749.58,
    "text": "Das ist nicht konfliktfrei und gerade wenn sich was wandelt und man eben nicht diese Rolle übernehmen möchte, ein anders sein möchte kann das auch sehr konfliktaft sein."
  },
  {
    "start": 749.94,
    "end": 773.9,
    "text": "Für die Männer oder Jungs es quasi gerade zu ein strukturelles Problem weil Jungs in ihrer weiteren Entwicklung, wenn sie entdecken dass sie Männer sind und männlich sind und dafür Rollenvorbilder suchen weg müssen von diesen ersten frühen Bindungen also in einer noch vielleicht fundamentaleren Weise als Mädchen Suchen das gerade in Abgrenzung von dem Mütterlichen und Weiblichen."
  },
  {
    "start": 773.98,
    "end": 775.96,
    "text": "Also sie wollen grade dass nicht sein."
  },
  {
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    "end": 787.68,
    "text": "Psychoanalytisch könnte man sagen, also statistisch das gilt jetzt nicht für jeden Einzelfall aber dass Frauen tendenziell eine etwas sichere Identität in ihrer eigenen Geschlechtlichkeit haben als Männer."
  },
  {
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    "end": 802.68,
    "text": "Männer ihre Geschlechtsidentität, dass Mannsein immer zu verteidigen müssen oder das Gefühl haben es verteidigend zu müssen was man in ganz unterschiedlichen Bereichen sehen kann zum Beispiel im Umgang oder der Abwehr gegen das Homosexuelle."
  },
  {
    "start": 803.2,
    "end": 819.9,
    "text": "Also, oftmals ist es so dass Frauen viel weniger Angst und phobische Vermeidung und Abwehr dagegen richten irgendwie jetzt mit einer anderen Frau in irgendeiner Form etwas Zärtliches zu teilen während es bei Männern dieses zärtliche ein phobischer Raum ist und bloß nicht."
  },
  {
    "start": 820.02,
    "end": 823.64,
    "text": "Und auf keinen Fall möchte ich irgendwie mit dieser Seite in Berührung"
  },
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    "end": 823.94,
    "text": "kommen.\"."
  },
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    "start": 824.34,
    "end": 837.88,
    "text": "Man würde sagen, psychoanalytisch hat das viel mit diesem Abgewerten zu tun – mit der Angst dass die eigene Identität im Grunde brüchig ist und nur hergestellt werden kann dadurch, dass sich permanent beweise, dass ich ein Mann bin."
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    "end": 841.78,
    "text": "Wir während des Homosexuelles dann assoziiert es mit dem irgendwie weiblichen."
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    "text": "Das ist der Core-Konflikt, der Kernkonflikt der männlichen Identität."
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    "text": "Er ist gemildert, wenn Männer verlässliche gute nahe auch zärtliche Kontakte mit ihren Vätern haben."
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    "text": "Weil sie dann auch ein anderes Tragen des männliches Rollenbild finden."
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    "text": "Es verschärft, wenn es für Männer Jungs jenseits der Bindung zur Mutter kaum etwas gibt weil der Vater extrem weit weg ist gar nicht verfügbar oder nicht als Rollenmodell irgendwie taugt."
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    "text": "Also wenn man das ein bisschen pauschalisieren will La Mer heißt dass mehr und die Mutter gleichzeitig steht ein Mann vor dem Meer, auch ein wenig vor dem Mütterlichen."
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    "text": "In dem Sinne dass das Meer sagt oder der Fluss oder jede Art von eigentlich Gefahr du bist nicht ganz stark genug dafür."
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    "text": "Das ist ein bisschen zu weit."
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    "text": "also das besorgte sorgende ängstliche Fürsorgliche und das wird innerlich in der eigenen Identität überblendet sich das mit dem weiblichen Mütterlichen zu."
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    "text": "Also, dass ist der Anteil im Selbstdehn eigentlich Männer an der Stelle bräuchten also genau das bräucht man das ein fürsorglichen Teil gibt."
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    "text": "er sagt Achtung vorsichtig achte auf deine Grenzen macht nicht so viel."
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    "text": "da liegt der Konflikt und es gibt eine Tendenz gerade diese Stimme dann abzuwehren uns zu überhören als es wird dann nicht nur gestellt schaffst du's bis zur Insel zu kommen?"
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    "text": "Man könnte sagen, wo das innere Bemuttern stattfindet."
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    "text": "Es ist auch interessant, dass man nicht sagt Bevatern."
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    "text": "Wo sich das Fürsorgliche selber gegenüber ... Sich achtsugeben und vorsichtig zu sein, sich selbst noch mal zu fragen, ist mir vielleicht geradezu heiß um sofort ins Wasser zu springen?"
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    "text": "dass diese innere Mütterlichkeit integriert werden konnte."
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    "text": "Also vielleicht ja auch durch einen bemutternden Vater, der also auch schon diese beiden Anteile in sich selber besser integrierte hat."
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    "text": "Also entweder jetzt übertreibe ich ein bisschen das kranke Schalumhüllte mit... Schwimmflügeln besehen, objekt zu werden oder eben Prinzeisenherz der keine Grenzen und keinen Schmerz und keine Gefahren kennt."
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    "text": "Und Integration heißt ja da aus diesem Beiden etwas zu machen."
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    "text": "Wenn es nicht integriert ist kann es sein dass Männer hier an dieser Stelle ihre natürliche Angstreaktion unterdrücken vielleicht dann eben noch durch Gruppen- und Alkohol verstärkt und quasi die Mutter herausfordern Lamaire."
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    "text": "Das wäre quasi psychoanalytisch geradezu das tragische psychistragische Moment diese Lameir aber dann gerade das Verschlingende wird, also dass aus dem man tatsächlich da nicht mehr rauskommt."
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    "text": "Ich will es jetzt nicht psychologisch überdeuten."
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    "text": "ich würde jetzt auch nicht behaupten, dass die Menschen denen das passiert, dass sie jetzt irgendwie eine besondere psychische Struktur hätten sondern ich glaube es ist ein generelles männliches Problem."
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    "text": "in ninety-neinzig Prozent der Fällen geht's gut Weil man hat viele Schutzengel und auch einen Körper, der Unglaubliches leisten kann."
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    "text": "Es gibt andere Menschen, die helfen können"
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    "text": "Und dann gibt es irgendwann vielleicht die tragische Verkettung von Zufällen unglücklichen Umständen, die dafür sorgt dass aus diesem Risiko tatsächlich eine reale Situation wird."
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    "text": "Vielleicht kann man an dieser Stelle noch kurz ergänzen Die Badeunfälle keineswegs nur die jungen Männer betreffen, sondern auch durchaus und auch sehr viel ältere Männer."
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    "text": "Und ich glaube, daraus kann man schon schließen dass es eben jetzt nicht nur sozusagen jünglicher leicht sind oder sowas ist also wo es ja auch viel um eben Grenzen austesten geht sondern das es wirklich auch mit einem tiefen inneren Thema zu tun haben kann."
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    "text": "Also der Frage welche inneren Konflikte hat ein Junge einen Mann innerlich vielleicht zu bewältigen?"
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    "text": "und die Badeunfälle sind jetzt vielleicht ein Fragment davon was in vielleicht vielen Themen, die ja auch gerade gesellschaftlich eine große Rolle spielen oder mehr Thema werden."
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    "text": "Ja wir wünschen euch einen schönen Morgen Mittag oder Abend."
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    "text": "es ist jetzt wo wir die Folge aufnehmen zumindest gerade sehr heiß."
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    "text": "Das ist doch ganz schön langgeraten aber ihr könnt ja sagen dass sie nach folgende Stunde einfach ausgefallen ist."
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