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    "text": "Heute hören wir den dritten Teil von Andys Fallgeschichte."
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    "text": "Wenn ihr euch für die Hintergründe der Geschichte interessiert und wie wir das Geschehen therapeutisch einordnen, gibt es auch zu diesem Teil eine Nachbesprechung auf unserer Förderplattform Patreon."
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    "text": "Den Link findet ihr in Show Notes."
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    "text": "Dort findet ihr auch weitere Infos zu unserem Podcast etwa auch zur Musik in unseren Folgen."
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    "text": "Andi versäumt keine Stunde, kommt nie zu spät, widmet sich der Analyse mit großem Ernst."
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    "text": "die Themen vertiefen sich werden persönlicher kreisen um seine frühen Erfahrungen aber auch um seine Gefühle von Einsamkeit und Ausgeschlossenheit."
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    "text": "zugleich scheint sich zumindest an der Oberfläche keine tieferere Rekursion einzustellen."
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    "text": "Andis Bindung und Zuneigung gelten der analytischen Arbeit dem Nachdenken und Verstehen, aber nicht wirklich mir."
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    "text": "Ich gehöre für Andi gewissermaßen zum analytischen Rahmen."
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    "text": "Er bindet sich – so scheint es zumindest – nicht an mich als Person vor allem nicht als eine Person von der er abhängig werden könnte."
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    "text": "Einmal sagt Andi, er könne sich gar nicht vorstellen dass ich jenseits des Therapieraums als eigene Person existiere."
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    "text": "in seiner Fantasie Müsse ich eigentlich immer hier in diesem Raum sein."
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    "text": "Gehöre gewissermaßen zum Inventar wie die Couch oder das Bild an der Wand."
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    "text": "Ich sage, Die Couch und das Bild können hier nicht weggehen."
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    "text": "Die bleiben immer da Und sie müssen sich keine Gedanken machen wo die sind wenn sie nicht mehr hier sind."
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    "text": "Die erste Urlaubspause scheint ihnen kaum zu berühren."
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    "text": "Je brenzlicher ein Thema in emotionaler Hinsicht wird desto größer wird Andis Anstrengung es in eine Hülle aus guten Gedanken und wohlgeformten Formulierungen zu bringen."
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    "text": "Das gilt für die Analyse, aber auch für seine anderen Beziehungen – allem voran zur Bär!"
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    "text": "Er ist einerseits tief an sie gebunden."
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    "text": "Zugleich ist das doch so als könne er nicht in eine wirkliche Direktheit zu ihr finden."
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    "text": "Auch nicht in jene Unmittelbarkeit einer Liebe, in der er sich einem anderen Menschen wirklich"
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    "text": "aussetzt.\"."
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    "text": "und darin auch in die Lebendigkeit seiner eigenen Gefühle findet."
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    "end": 189.3,
    "text": "Anders gesagt, es fällt ihm schwer, in das zu kommen was man einen Du-zu-Du Kontakt nennen könnte – wobei schon diese Formulierung wahrscheinlich sofort seine Kritik verfallen würde."
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    "text": "Ich würde in seinen Augen wohl umgehen zu einem wie er es nennt Beziehungsmetaphysiker werden."
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    "text": "Zu ein Wort bei dem alle bedeutungsvoll nicken und sich ganz kursch liktiv berührt fühlen und niemand mehr fragt, was eigentlich gemeint ist."
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    "text": "Zugleich leidet Andi darunter – er möchte wissen wie sich das anfühlt einen anderen Menschen wirklich zu lieben."
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    "text": "Manchmal gelingt ihm das aber oft nur in Momenten Und am stärksten dann wenn Bea gerade nicht da ist."
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    "text": "Wenn Bea nicht da isst sage ich Ja sagt Andi Dann merke ich eigentlich erst ,was sie mir bedeutet Wenn sie einmal an einem Wochenende weg ist, dann vermisse ich Sie."
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    "text": "Dann werde ich unruhig wenn sie sich nicht bei mir meldet."
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    "text": "Aber wenn sie da ist, kann ich all das nicht fühlen."
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    "text": "Wenn wir uns näher kommen, dann ist mir das manchmal wie... Ich weiß nicht als ob mir das zu viel ist und ich will mich am liebsten in mein Zimmer zurückziehen aber wenn ich mich zurückziehe der Moment vorbei ist, fehlt es mir wieder."
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    "text": "Also meine Psyche das ist schon ein ziemlich komisches Teil."
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    "text": "In diesen Monaten gewinnen auch Andys Eltern in der Analyse mehr Gestalt."
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    "text": "Die Mutter erscheint in seinen Erzählungen als praktisch und zugewandt, aber auf eine Weise die Andy oft ärgert."
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    "text": "Sie fragt nach seiner Arbeit an der Universität nach dem was du da jetzt machst verwechselt aber regelmäßig Studium Promotion und Forschungsprojekt."
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    "text": "Bist du denn mit dem Studium bald fertig?"
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    "text": "Fragt sie ihn am Telefon Obwohl Andy längst seinen Abschluss hat und an einem Institut arbeitet."
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    "text": "Oder sie sagt, «Und eine Doktorarbeit?"
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    "text": "ist das jetzt noch Uni oder schon Arbeit?»."
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    "text": "Ich äußere die Vermutung dass sie sich vielleicht ungeschickt in einer Welt bewegt, die ihr selbst fremd ist."
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    "text": "Andi aber erlebt ihre Fragen als Entwertung – als Zeichen davon, dass sie diese akademische Welt nicht ganz für voll nimmt!"
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    "text": "Ich sage, vielleicht fühlt es sich für Sie so an Als lasse sie sich nicht wirklich auf das Ein, was sie beschäftigt."
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    "text": "aber so wie man sich eben auf etwas einlässt dass man eigentlich für Quatsch hält als würde ich mit dem was ich beruflich mache irgendwie immer noch im Kinderzimmer spielen und das wirklich Wichtige ist ob ich mir auch die Zähne geputzt habe und etwas vernünftiges zu essen bekomme."
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    "text": "Ich sage selbst wenn es ein Spiel wäre, wäre es ja nicht quatsch Andi, so sehen sie das."
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    "text": "Seine Mutter ist in Andis Schilderungen eine Frau mit großer alltagspraktischer Intelligenz."
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    "text": "Eine wirkliche Kinderkranken-Schwester die weiß was man tut wenn jemand Fieber hat Wenn ein Kind sich den Arm aufschlägt oder nachts Durchfall bekommt."
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    "text": "Das emotionale aber scheint eine Sprache die ihr wenig zugänglich ist."
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    "text": "Ich muss an Andis Ängstlichkeit denken und dann seine Neigung dass sich Gefühle bei ihm leicht in Körper-Symptomen ausdrücken."
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    "text": "Vielleicht ist der Körper für Andy auch eine Sprache, mit der die Mutter – ein fürsorgliches Gegenüber noch am ehesten erreicht?"
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    "text": "Sie berichtet durchaus Fakten und Umstände aus seiner Geschichte."
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    "text": "Sie weiß wann er in die Krippe kam wie die Eingewöhnung lief welche Erzieherin damals zuständig war wenn er krank war wann der Vater die Stelle wechselte."
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    "text": "Aber so sagt Andi das löst bei ihr kein eigentliches Nachdenken aus."
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    "text": "Seine Versuche sich der emotionalen Bedeutung dieser Geschichte anzunähern etwa dem Frühen abgegeben werden in der Krippe, betrachtet sie eher mit einer skeptischen Nachsicht."
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    "text": "Als gehöre auch das zu diesen neuen westlichen Gewohnheiten die die jüngere Generation nun eben hat."
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    "text": "Ihr jungen Leute macht ja heute alle Therapie\", sagt sie einmal am Telefon."
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    "text": "Früher hatte man dafür gar keine Zeit."
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    "text": "Andy imitiert diesen Satz in der Stunde mit einer Mischung aus Spott und Nachsucht."
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    "text": "Sie hat eben wenig übrig für große psychologische Erklärungen, sagt Andi."
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    "text": "Ich habe das Gefühl die Mutter bleibt in einer Welt in der sie aufgewachsen ist und die für sie Sinn ergibt."
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    "text": "Andi nimmt wahr dass diese Welt für seine Mutter noch immer eine Art Maßstatt bildet vielleicht auch eine Zuflucht."
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    "text": "Was heute anders ist hält sie sich vom Leib kann sie sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht richtig merken, also in sich hineinlassen."
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    "text": "Aber damit hält sie sich letztlich auch Andy vom Leib mit dem was ihn innerlich wirklich bewegt."
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    "text": "Natürlich ist das in gewisser Hin sich das Recht einer älter werdenden Generation nicht bei allem neuen und anderen Mitgehen zu müssen aber so meine ich darin offenbart sich auch etwas dass tiefer zurückreicht in die Beziehung zwischen Andy und seiner Mutter."
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    "text": "Es ist für mich fühlbar, dass Andi bis heute versucht sich mitzuteilen."
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    "text": "Sich ihr eigentlich anvertrauen möchte und etwas mütterlich Geborgenes bei ihr sucht – und das er doch nie ganz zu ihr durchdringt!"
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    "text": "Das gilt besonders für Themen die emotional beladen sind und auch die Frage ihrer Verantwortung berühren."
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    "text": "Etwa die Frage ob es wirklich alternativ los war ihn so früh in die Krippe zu geben… und ob das wirklich alles problemlos gelaufen ist."
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    "text": "Wenn man mit ihr über so eine Ebene spricht, dann kommen immer Erzählungen bei denen ich am Ende gar nicht mehr weiß was meine Frage am Anfang war."
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    "text": "oder einfach so etwas wie Du warst ebenso?"
  },
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    "text": "Oder Früher hat man da nicht zu viel reininterpretiert?"
  },
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    "text": "Schildert Andi die Reaktion in seiner Mutter."
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    "text": "Ich habe wenn ich an Andi denke ein Kind vor Augen das zwar immerzu von anderen umgeben, keineswegs verlassen – aber doch in einem tieferen Sinne einsam ist."
  },
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    "text": "Doch sobald ich versuche, Andi auf diese Einsamkeit anzusprechen, mich seiner inneren Welt zu nähern, geht er auf Abstand!"
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    "text": "Er schützt seine Mutter, erklärt ihre Entscheidungen, weist mich zurück oder schweigt, ehe er versucht das Thema zu"
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    "text": "wechseln.\"."
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    "text": "Ich Sie möchten ihre Mutter schützen, sie soll von meinen Augen nicht als jemand dastehen der sie allein gelassen hat und zugleich möchten sie sich davor schützen dass ich sie nicht als ein solches einsames Kind sehe."
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    "text": "Ja sagt er nach einer Weile das kann schon sein dann schweigt er löst sich wieder vom Thema."
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    "text": "manchmal ist es für mich als ließe er das Gesagte in sich versickern."
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    "text": "Heimatlosigkeit in der Welt, wie er es einmal ausdrückt – die für ihn eine Art Lebensstimmung ist – verstehe ich zunehmend als Ausdruck einer frühen Erfahrung."
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    "text": "Nie irgendwo ganz umhüllt, ganz geborgen gewesen zu sein."
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    "text": "Zu früh hinausgemust zu haben in eine Welt, die etwas Fremdes hatte und der das Mütterlich bergende fehlte."
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    "text": "Die Landschaft seines ersten Traumes scheint mir genau davon zu"
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    "text": "erzählen.\""
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    "end": 695.079,
    "text": "Ein anonymes großes Gebäude, viele fremde Menschen und nirgends sein Zimmer."
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    "text": "Kein Raum der ihm selbstverständlich gehört!"
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    "end": 717.76,
    "text": "Wenn ich diese kindliche, wünschende und auch orientierungslose Seite in ihm anspreche, erlebt Andi meinen Blick in dieser Phase fast als etwas Beschämendes – als würde ich ihn nicht verstehen wollen sondern bloßstellen und einer grenzenlosen Scham"
  },
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    "text": "aussetzen.\"."
  },
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    "text": "So klein, so bedürftig bist du eigentlich."
  },
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    "text": "Andi lässt diese Berührung kaum"
  },
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    "text": "zu.\"."
  },
  {
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    "end": 737.34,
    "text": "Das Thema des Ungeborgenen taucht an anderer Stelle wieder auf In seinen Erzählungen über die DDR und über die Wende."
  },
  {
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    "end": 746.24,
    "text": "Vielleicht ist das auch ein Ostding sagt Andi in einer Stunde Dieses Gefühl dass man immer irgendwo ein bisschen falsch ist."
  },
  {
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    "end": 748.54,
    "text": "Ein Ostding frage ich?"
  },
  {
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    "end": 754.18,
    "text": "Naja sagt Andy Ich merke manchmal, dass ich fast neidisch auf meine Mutter bin."
  },
  {
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    "end": 755.6,
    "text": "Neidisch?"
  },
  {
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    "end": 759.42,
    "text": "Ja – nicht auf die DDR Gott bewahre!"
  },
  {
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    "end": 760.699,
    "text": "Er lacht kurz."
  },
  {
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    "end": 765.5,
    "text": "Das war ja auch alles eng und spiesig und klein Dieses ganze."
  },
  {
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    "end": 769.62,
    "text": "wir kennen uns alle Und jeder weiß irgendetwas über jeden Furchtbar."
  },
  {
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    "end": 779.319,
    "text": "Der Kommunismus hatte in Deutschland natürlich auch das Pech Dass er ausgerechnet an den Ort geraten ist Wo das protestantische Kernland isst."
  },
  {
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    "end": 783.34,
    "text": "Pflicht Ordnung, schlechtes Gewissen?"
  },
  {
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    "end": 787.12,
    "text": "So stellt man sich eine befreite Gesellschaft nun ja auch nicht vor."
  },
  {
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    "end": 792.199,
    "text": "Naja keine Ahnung – das ist natürlich etwas pauschal."
  },
  {
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    "end": 796.3,
    "text": "Ich bin aber schon froh, dass meine Jugend nicht mehr so war."
  },
  {
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    "end": 803.6,
    "text": "Aber meiner Mutter, sie hatte eben eine Welt von der Sie wusste «da gehör ich hin», sagt Andi dann."
  },
  {
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    "end": 806.16,
    "text": "Also nicht politisch meinig!"
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  {
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    "text": "Nichtso, sie war jetzt eine überzeugte Sozialistin oder so…."
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    "text": "aber sie ist in dieser Welt"
  },
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    "text": "aufgewachsen.\"."
  },
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    "end": 814.76,
    "text": "Das ist bei meiner Mutter ganz klar."
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    "end": 826.0,
    "text": "Das ist ihre Herkunft, Schule Ausbildung die Leute im Haus Die Kaufhalle Ferienlager Poliklinik dieses ganze Zeug und auch immer noch so etwas."
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    "text": "das ist die eigentlich gute Welt gewesen."
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    "text": "Meine Mutter sagt immer die Politik war Mist aber die Leute unter Alltag das war besser als heute."
  },
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    "end": 842.34,
    "text": "Ich meine Ihre Welt ist untergegangen Aber zumindest hatte sie einmal eine."
  },
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    "end": 849.68,
    "text": "So ein komischer Zufall in der Weltgeschichte, der für ein paar Jahrzehnte einen ganz merkwürdigen Staat produziert hat."
  },
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    "text": "Und obwohl alles weg ist wirklich Alles weiß meine Mutter doch trotzdem dass es ihre Heimat ist."
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    "text": "und sie wissen das nicht sage ich Wo Ich Nicht Bin Da Ist Das Glück."
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    "text": "Kennen Sie dieses Zitat von ach ich hab's selbst gerade vergessen sagt Andi nachtgänglich dass sie noch weiß, woher sie kommt."
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    "text": "Für Sie gibt es einen Ort irgendwo, wenngleich er in der Vergangenheit"
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    "text": "Ja, sagt Andi."
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    "text": "Wobei ich das mit ihr ja irgendwie auch teile – also so ein bisschen Ostalgie!"
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    "text": "Das ist mir schon peinlich, das jetzt zu sagen…."
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    "text": "Aber dieses Schwellen und Erinnerungen dieses weißt du noch?"
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    "text": "Das gibt's bei mir ja auch."
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    "text": "Und wenn ich dann zurückdenke oder mir so alte Filme anschaue aus der DDR, dann ist er dieses ganz melancholische."
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    "text": "Also diese Welt als etwas das wirklich für immer untergegangen ist und nie wieder kommen wird."
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    "text": "Ich sage – Wenn Sie weg ist, dann kann man Sie mit Sehnsucht besetzen!"
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    "text": "Ob ich da wirklich so zu Hause war?"
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    "text": "Der Westen die Universität vielleicht auch meine analytische Zuwendung All das kann für ihn schnell klingen wie Wir wissen es besser!"
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    "text": "Gar nicht durch das was ich sage sondern dass sich sie überhaupt gebe wie eine Art psychischer Solidaritätszuschlag etwas das von mir gut gemeint ist vielleicht sogar wirklich hilfreich und doch kränkend weil darin für sein Erleben mitschwingt."
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    "text": "Ich gebe dir etwas das dir fehlt Das du aus eigener Kraft nicht bewerkstelligen kannst."
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    "text": "Gerade dagegen lehnt sich Andi innerlich auf, er idealisiert die DDR nicht – dafür ist sein Denken zu kritisch."
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    "text": "Dass Andi an etwas hängt das er zugleich ablehnt dass er etwas vermisst zu dem er doch nie ganz gehört hat."
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    "text": "Die DDR ist für ihn kein politisches Bekenntnis."
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    "text": "Sie ist ein verlorener Ort, an dem sich etwas von seiner eigenen Verlorenheit sammelt."
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    "text": "und vielleicht liegt über diesem verlorenen Ort auch der Schatten der Mutter – einer Mutter nach der Andi sich sehnt die er angreift, die er nie ganz für sich haben konnte mit der er sich doch zutiefst verbunden fühlt."
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    "text": "Andi trägt eine Geschichte von Verlusten in sich die ihm den Mut nimmt, sich einer Beziehung wirklich zu überlassen."
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    "text": "Es kann jederzeit verloren gehen."
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    "text": "Andi wohnt innerlich bei dem was verloren ist In alten Wohnungen abwesende Menschen Vergangenen Welten Nicht gelebten Möglichkeiten."
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    "text": "Immer kann er nur fühlen, wenn etwas nicht da"
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    "text": "So verflechten sich die biografischen und historischen Schichten zu einem Lebensgefühl – auf der Welt nicht ganz zu Hause zu sein!"
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    "text": "In den nächsten Wochen wird auch immer wieder Andi's Vater-Thema."
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    "text": "Der Vater bleibt eine stärker idealisierte Figur."
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    "text": "Zugleich ist auffällig wie viel Andi von ihm in sich aufgenommen hat."
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    "text": "Keiner wie Andi sagt von der Fraktion von ungefähr Sondern jemand der die Dinge richtig machen will."
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    "text": "Er liest viel keine Literatur im bildungsbürgerlichen Sinn Ihr Sachbücher Geschichte Technik Dinge in die man sich einarbeiten kann, wenngleich er so sagt Andi auch Goethe zitieren kann."
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    "text": "Der Vater lebt zugleich ein traditionelles Rollenbild hat eine eher klassische Rollenaufteilung mit seiner neuen Ehefrau."
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    "text": "Er würde sich allein wahrscheinlich nichts zu essen machen und keine Hemden bügeln können, sagt Andy Selbst."
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    "text": "darin liegt auf irgendeine Weise noch etwas von seinem Respekt für den Vater."
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    "text": "Zugleich ist der Vater auch eine ferne Figur."
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    "text": "Ich meine, aus Andis Erzählung und gerade aus seiner Idealisierung herauszufühlen wie sehr er sich nach dem Vater gesehen haben muss."
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    "text": "Natürlich war es kein Zufall dass Andi nach seinem Abitur in die Stadt seines Vaters in Westdeutschland gezogen ist – dem Vater hinterher!"
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    "text": "Der Vater ist für ihn ein Vorbild und eine wichtige innere Figur aber eben auch eine Figur für die ebenfalls gilt sie ist immer anderswo."
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    "text": "Einmal sagt Andi über seinen Vater und die Zeit nach der Wende, als der Vater in den Westen gegangen ist und unter der Woche nicht mehr zu Hause war."
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    "text": "Ja\", sagt er dann."
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    "text": "Ich sage, ich merke wie schnell sie ihren Vater in Schutz nehmen als müssten wir sofort mit bedenken wie die Zeit damals war warum er nicht anders konnte."
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    "text": "Andi schweigt und vielleicht stimmt das ja alles sage ich aber wenn Sie so schnell erklären warum Ihr Vater nicht anders hatte bleibt kaum noch Raum dafür wie es für sie damals war dass sie auf ihn gewartet."
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    "text": "Verständig zu sein, keine Ansprüche zu stellen und nicht zu zeigen wie sehr ihnen ihr Vater fehlt Das klingt für mich wieder so pathetisch sagt Andy abwährend aber zugleich wie mit zusammengebissenen Zähnen."
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    "text": "Diese Bewegung ist typisch für unsere Arbeit und wiederholt sich in vielen Stunden."
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    "text": "Unser Gespräch bringt ihn mit einem gefühlten Kontakt das viel mit Traurigkeit, aber auch mit Ohnmacht zu tun hat."
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    "text": "Andy lässt die Berührung kurz zu, wehrt sie dann aber ab als müsse er den Hals aus einer Schlinge ziehen, die ich ihm angelegt habe."
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    "text": "In der Gegenübertragung fühle ich mich dann tatsächlich so, als würde ich pathetisch sprechen Als machte ich eine zu große Sache aus alten Dingen."
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    "text": "Manchmal finde ich in solchen Momenten auch wirklich schwerworte Die gegenüber Andy nicht irgendwie kitschigen Anstrich tragen."
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    "text": "Zugleich merke ich, dass sich Andy durch meine Deutungen einerseits ein Verstehen anbiete und ihn damit ermögliche besser zu begreifen was in ihm geschieht."
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    "text": "Andererseits beteilige ich mich damit selbst an der Abwehrbewegung – Ich gehe weg von den Gefühlen hinzu Worten und Gedanken!"
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    "text": "Die Traurigkeit und das Bahnhofsbild sind im selben Moment verschwunden indem ich versuche, Andys Abwehr Bewegung in Worte zu fassen."
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    "text": "Aus dem Erleben ist wieder ein Nachdenken über das Erleben geworden."
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    "text": "An die selbst findet immer wieder starke Metaphern, auf dieser Ebene ist es einfach ihm zu begegnen kongenial an einem Bild weiterzuarbeiten aber es fällt ihm schwer das einfache zu sagen und zu fühlen."
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    "text": "Ich habe auf meinen Vater gewartet."
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    "text": "ich hab ihn so sehr vermisst."
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    "text": "lange besteht unsere Arbeit darin Diese schleifen immer wieder zu durchlaufen."
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    "text": "Eine Berührung mit seinen Gefühlen zu finden, sie für einen Moment auszuhalten und ihm dann auch wieder die Möglichkeit zu geben sich zurückzuziehen."
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    "text": "Das ist für Andy so anstrengend dass er tatsächlich erleichtert ist wenn einmal eine Stunde ausfällt."
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    "text": "Ehrlich gesagt bin ich viel entspannter wenn ich weiß."
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    "text": "heute ist keine Stunde sagt er obwohl ich wirklich gerne komme aber es ist wirklich sowas wie Steineklopfen hier."
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    "text": "Auch Bea bemerkt in dieser Zeit, wie er schöpft an die aus den Stunden kommt."
  },
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    "text": "Manchmal möchte sie wissen was ihnen so beschäftigt aber gerade dann zieht er sich zurück."
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  {
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  },
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    "text": "In der Stunde beschreibt er es so Dabei will sie ja eigentlich nur wissen wie es mir geht Aber ich habe dann das Gefühl ich muss das irgendwie in mir deckeln."
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    "text": "Ich brauche einen Raum für mich damit ich es selbst erstmal wieder unter Kontrolle kriege."
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    "text": "Für sie ist gar nicht vorstellbar, dass es gerade dadurch besser wird, dass Sie es mit Bea"
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    "text": "Es wirkt eher als hätten Sie das Gefühl, Bea will etwas von Ihnen und jetzt müssen Sie ihr dieses Gespräch auch noch geben!"
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    "text": "Ja sagt Andi – obwohl ich weiß, dass sie mir eigentlich etwas geben will."
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    "text": "Tatsächlich ist Andi in den Stunden oft auch körperlich enorm angespannt Und hinter dieser Anspannung liegt noch mehr."
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  {
    "start": 1623.08,
    "end": 1627.52,
    "text": "Als er sich auf die Couch legt, dreht er nicht den Kopf sondern den ganzen Oberkörper."
  },
  {
    "start": 1629.06,
    "end": 1629.96,
    "text": "Geht es ihn nicht gut?"
  },
  {
    "start": 1630.2,
    "end": 1630.639,
    "text": "frage ich."
  },
  {
    "start": 1631.42,
    "end": 1632.3,
    "text": "Nein alles gut!"
  },
  {
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    "end": 1633.52,
    "text": "antwortet Andi."
  },
  {
    "start": 1635.46,
    "end": 1638.22,
    "text": "Während wir sprechen, antwortete er ungewohnt knapp."
  },
  {
    "start": 1639.32,
    "end": 1648.08,
    "text": "Mehrmals hebt er den Kopf ein wenig von der Couch als suche er nach einer Position in der er ihn ablegen kann und lässt ihn dann vorsichtig wieder sinken."
  },
  {
    "start": 1650.02,
    "end": 1651.22,
    "text": "Seine Gedanken springen."
  },
  {
    "start": 1651.9,
    "end": 1653.56,
    "text": "Angefangene Sätze bleiben liegen."
  },
  {
    "start": 1654.639,
    "end": 1660.12,
    "text": "Zwar fällt mir das auf, ich beziehe es aber auf den Inhalt der Stunde – das was er gerade erzählt!"
  },
  {
    "start": 1661.26,
    "end": 1665.74,
    "text": "Nicht auf das, was er mir dann am Ende der Stunde offenlegt, als er fragt…."
  },
  {
    "start": 1666.94,
    "end": 1669.08,
    "text": "Sie kennen sich doch ein bisschen mit sowas aus oder?"
  },
  {
    "start": 1669.84,
    "end": 1670.24,
    "text": "Mit was?"
  },
  {
    "start": 1671.46,
    "end": 1672.68,
    "text": "Naja …mit den Nerven."
  },
  {
    "start": 1674.1,
    "end": 1677.28,
    "text": "Er macht eine kleine Bewegung, als wolle er den Kopf drehen."
  },
  {
    "start": 1678.54,
    "end": 1683.74,
    "text": "Seit der gestrigen Stunde sagt er habe er das Gefühl, sein Nacken sei irgendwie steif."
  },
  {
    "start": 1685.22,
    "end": 1690.6,
    "text": "Gleichzeitig könne ihn eigentlich gut bewegen aber es ist trotzdem so ein komisches Gefühl dabei."
  },
  {
    "start": 1692.54,
    "end": 1697.84,
    "text": "ich lass es mir beschreiben und empfehle Andi es ärztlich abklären zu lassen falls es weiter bestehe."
  },
  {
    "start": 1699.48,
    "end": 1701.379,
    "text": "vielleicht sind sie ja auch sehr angespannt."
  },
  {
    "start": 1701.44,
    "end": 1710.42,
    "text": "hier in den Stunden sage ich Irgendwie macht mir das Sorgen sagt Andi Eigentlich sowas Das löst halt immer solche Ängste in einem aus."
  },
  {
    "start": 1711.56,
    "end": 1712.44,
    "text": "Was denn für Ängsten?"
  },
  {
    "start": 1713.7,
    "end": 1717.26,
    "text": "Naja, dass ich mir irgendwie einen Wirbel eingeklemmt habe oder sowas."
  },
  {
    "start": 1718.26,
    "end": 1720.68,
    "text": "Und das sich jetzt wenn ich mich falsch bewege eine Nerv"
  },
  {
    "start": 1720.8,
    "end": 1721.22,
    "text": "abklemme.\"."
  },
  {
    "start": 1722.5,
    "end": 1726.42,
    "text": "Jetzt kurz vor Ende der Stunde spricht Andi mit einem Mal freier."
  },
  {
    "start": 1727.5,
    "end": 1731.84,
    "text": "Ich habe das Gefühl erst jetzt zu begreifen wie sehr ihn das beschäftigt."
  },
  {
    "start": 1733.379,
    "end": 1735.6,
    "text": "Das ist immer so einer – heiß' ich nicht!"
  },
  {
    "start": 1735.86,
    "end": 1737.26,
    "text": "So eine Angst, sagt er."
  },
  {
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    "end": 1743.379,
    "text": "Dass ich hier rede, mich falsch bewege und plötzlich ist ein Nerv angeklemmt und das Licht geht aus."
  },
  {
    "start": 1744.46,
    "end": 1747.34,
    "text": "Und ich kann mich nicht mehr bewegen, irgendwas ist gelähmt."
  },
  {
    "start": 1747.86,
    "end": 1749.8,
    "text": "Ich kann auf einmal nicht mehr sprechen oder nicht mehr"
  },
  {
    "start": 1749.92,
    "end": 1750.24,
    "text": "atmen.\"."
  },
  {
    "start": 1750.26,
    "end": 1751.94,
    "text": "– »Ich!"
  },
  {
    "start": 1752.56,
    "end": 1753.86,
    "text": "Das macht Ihnen große Angst."
  },
  {
    "start": 1755.18,
    "end": 1765.24,
    "text": "Ich habe das Gefühl, Andy wünscht sich von mir, dass ich ihm eine eindeutige medizinische Entwarnung gebe, ihm die Angst mit der Gewissheit nehme, dass nichts passieren wird."
  },
  {
    "start": 1767.46,
    "end": 1772.639,
    "text": "Ich sage, vielleicht wünschen Sie sich vor mir, daß ich ihn sage, sie sind hier sicher."
  },
  {
    "start": 1773.36,
    "end": 1774.76,
    "text": "Das Licht wird nicht ausgehen.«."
  },
  {
    "start": 1776.379,
    "end": 1777.76,
    "text": "Ja, sagt Andi nach einer Weile."
  },
  {
    "start": 1778.16,
    "end": 1778.8,
    "text": "Wahrscheinlich schon!"
  },
  {
    "start": 1780.52,
    "end": 1783.08,
    "text": "Ich frage mich ob es nur um den Nacken geht, sage ich."
  },
  {
    "start": 1784.68,
    "end": 1790.8,
    "text": "Es ist die Vorstellung, ihr Körper könnte plötzlich ausfallen und sie wären dem völlig ausgeliefert."
  },
  {
    "start": 1792.3,
    "end": 1810.7,
    "text": "Ja, sagte Andi leise so ungefähr – und gleichzeitig lassen Sie mich erst jetzt wissen wie groß Ihre Angst eigentlich ist, sage wenn sie beinahe schon zur Tür raus sind."
  },
  {
    "start": 1812.34,
    "end": 1818.58,
    "text": "Ich denke aber immerhin, das ist mehr als etwas erst dann zu fühlen, wenn ich ganz abwesend"
  },
  {
    "start": 1818.639,
    "end": 1818.76,
    "text": "bin.\"."
  },
  {
    "start": 1820.44,
    "end": 1822.34,
    "text": "Andi zieht die Schultern ein wenig hoch."
  },
  {
    "start": 1823.76,
    "end": 1826.32,
    "text": "«Ich wusste vorher selbst nicht dass es so schlimm ist», sagt er."
  },
  {
    "start": 1828.06,
    "end": 1828.84,
    "text": "»Ich sehe auf die Uhr."
  },
  {
    "start": 1829.82,
    "end": 1830.92,
    "text": "Wir müssen für heute aufhören.»."
  },
  {
    "start": 1832.1,
    "end": 1833.74,
    "text": "Ja klar!« sagt Andi sofort."
  },
  {
    "start": 1834.82,
    "end": 1836.16,
    "text": "Er richtet sich vorsichtig auf."
  },
  {
    "start": 1836.2,
    "end": 1839.82,
    "text": "Dann lasse ich das wohl mal besser abklären, sagte er."
  },
  {
    "start": 1841.04,
    "end": 1843.62,
    "text": "Andi steht auf nimmt seine Jacke und geht."
  },
  {
    "start": 1845.34,
    "end": 1852.6,
    "text": "Im Rückblick erscheint mir diese Stunde zunächst als ein erster Versuch Andi's, mir etwas von seiner Angst wirklich mitzuteilen."
  },
  {
    "start": 1854.54,
    "end": 1856.94,
    "text": "Er kommt nicht einfach mit einer körperlichen Beschwerde."
  },
  {
    "start": 1858.06,
    "end": 1864.7,
    "text": "Vorsichtig Beinahe tastend versucht er mich wissen zu lassen wie bedroht er sich tatsächlich fühlt."
  },
  {
    "start": 1866.32,
    "end": 1871.94,
    "text": "Aber schon diese Mitteilung ist von derselben Schwierigkeit geprägt die unsere Arbeit immer wieder bestimmt."
  },
  {
    "start": 1873.44,
    "end": 1879.379,
    "text": "Andy is den großer Angst und zeigt sie zugleich so, dass ihr Ausmaß kaum erkennbar wird."
  },
  {
    "start": 1881.2,
    "end": 1884.9,
    "text": "Auch seine Mitteilung am Ende hat ihm nicht wirklich Erleichterung verschafft."
  },
  {
    "start": 1886.139,
    "end": 1901.16,
    "text": "Natürlich ist es sinnvoll ein körperliches Symptom medizinisch abklären zu lassen aber wenn Andi beim Gehen sagt er werde es nun untersuchen lassen von einem anderen Arzt höre ich darin im Nachhinein noch etwas anderes."
  },
  {
    "start": 1902.48,
    "end": 1907.72,
    "text": "Seine Angst hat in dieser Stunde keinen ausreichend tragenden Ort bei mir gefunden."
  },
  {
    "start": 1909.72,
    "end": 1917.68,
    "text": "Das, so glaube ich ist die zentrale Stelle an der sich Andis Geschichte in Übertragung und Gegenübertragungen einpflicht."
  },
  {
    "start": 1919.36,
    "end": 1927.04,
    "text": "Andy verbirgt seine Not vor mir – und ich werde zu jemandem dem ihr ganzes Ausmaß tatsächlich immer wieder entgeht!"
  },
  {
    "start": 1928.78,
    "end": 1939.24,
    "text": "Ich werde zu einer jener Elternfiguren, die das Kind sich selbst überlassen In dem beschwichtigenden, rationalisierendem Gefühl es ist schon in Ordnung er kommt zurecht."
  },
  {
    "start": 1940.56,
    "end": 1949.2,
    "text": "Denn genau das vermittelt Andi mir und ich lasse mich in der Gegenübertragung unbewusster zu verleiten an dieser Szene mitzuwirken."
  },
  {
    "start": 1951.18,
    "end": 1953.86,
    "text": "Darin besteht das türkische dieser Beziehungsdynamik."
  },
  {
    "start": 1954.86,
    "end": 1956.879,
    "text": "Wir scheinen im guten Kontakt zu sein."
  },
  {
    "start": 1958.06,
    "end": 1970.4,
    "text": "wir sprechen über bedeutsame Dinge verstehen etwas Manchmal stimmen unsere Gedanken erstaunlich genau überein und doch bleibt offen, ob an die sich darin wirklich erreicht fühlt."
  },
  {
    "start": 1972.12,
    "end": 1975.74,
    "text": "Vielleicht tut er vor allem etwas das er tief verinnerlicht hat."
  },
  {
    "start": 1976.58,
    "end": 1979.8,
    "text": "Er fügt sich ein in das was ihm angeboten wird."
  },
  {
    "start": 1981.56,
    "end": 1990.86,
    "text": "Er wird zum guten Analysanten wie er früher das pflegeleichte Kind war Das Tapfer mitmacht während es seine Panik niederkämpft."
  },
  {
    "start": 1992.44,
    "end": 1995.18,
    "text": "Er bringt Gedanken, Träume und Erinnerungen mit."
  },
  {
    "start": 1995.92,
    "end": 1998.8,
    "text": "Und ich kann das Gefühl bekommen ihm etwas zu geben."
  },
  {
    "start": 2000.139,
    "end": 2005.34,
    "text": "Zugleich verbirgt er mir gerade jene Stelle an der er mich eigentlich wirklich bräuchte."
  },
  {
    "start": 2007.44,
    "end": 2011.58,
    "text": "In der nächsten Stunde kommt Andi von sich aus nicht mehr auf das Thema zu sprechen."
  },
  {
    "start": 2013.139,
    "end": 2017.879,
    "text": "Als ich infrage wie es seinem Nacken gehe berichtet er sei beim Arzt gewesen."
  },
  {
    "start": 2019.2,
    "end": 2025.78,
    "text": "Dieser habe nichts dramatisches festgestellt nur eine stärkere Verspannung und ihm einige Dehnübungen empfohlen."
  },
  {
    "start": 2027.58,
    "end": 2033.9,
    "text": "In den folgenden Wochen wird deutlich, dass die Angst damit nicht verschwunden ist – sie sucht sich nur andere Anlösse."
  },
  {
    "start": 2035.46,
    "end": 2040.2,
    "text": "Einmal spürt Andi abends beim Einschlafen sein Herz ungewöhnlich stark schlagen."
  },
  {
    "start": 2041.32,
    "end": 2048.06,
    "text": "Er misst mehrmals seinen Puls und bleibt lange wach weil er fürchtet, sein Herz könne plötzlich aus dem Rhythmus geraten."
  },
  {
    "start": 2049.48,
    "end": 2053.08,
    "text": "auch beim Schlucken beobachtet er sich eine Zeit lang ganz genau."
  },
  {
    "start": 2054.219,
    "end": 2059.82,
    "text": "ein Druckgefühl im Hals genügt und er fragt sich, ob seine Atemwege sich verschließen könnten."
  },
  {
    "start": 2061.02,
    "end": 2066.36,
    "text": "Dann trinkt er vorsichtig einem Schluck Wasser, wartet, prüft, ob er noch frei atmen kann."
  },
  {
    "start": 2067.92,
    "end": 2076.34,
    "text": "Immer wieder hat er in der Stunde Angst plötzlich gelähmt zu sein nicht mehr aufstehen zu können, nicht mehr sprechen oder den Kopf nicht mehr bewegen zu können."
  },
  {
    "start": 2078.28,
    "end": 2083.699,
    "text": "Hinter den wechselnden körperlichen Empfindungen scheint immer dieselbe Angst aufzutauchen."
  },
  {
    "start": 2084.84,
    "end": 2089.659,
    "text": "Andi könnte die Kontrolle über seinen Körper verlieren und sich nicht mehr selbst helfen können."
  },
  {
    "start": 2090.86,
    "end": 2095.12,
    "text": "Besonders beschäftigt mich seine Vorstellung, plötzlich nicht mehr sprechen zu können."
  },
  {
    "start": 2096.38,
    "end": 2100.02,
    "text": "Ich versuche diese Ängste auf unsere analytische Arbeit zu"
  },
  {
    "start": 2100.1,
    "end": 2100.48,
    "text": "beziehen.\"."
  },
  {
    "start": 2100.5,
    "end": 2105.18,
    "text": "– Vielleicht ist gerade das besonders bedrohlich für sie\", sage ich\"."
  },
  {
    "start": 2105.92,
    "end": 2108.18,
    "text": "Die Vorstellung nicht mehr sprechen zu können!"
  },
  {
    "start": 2109.44,
    "end": 2114.24,
    "text": "Sie versuchen sonst das was ein Hingeschied in Gedanken und Worte zu fassen."
  },
  {
    "start": 2115.18,
    "end": 2117.64,
    "text": "Das hilft ihnen nicht davon überwältig zu werden…."
  },
  {
    "start": 2118.84,
    "end": 2125.32,
    "text": "Und hier entsteht vielleicht die Angst, dass etwas in ihnen so mächtig werden könnte das auch das nicht mehr funktioniert."
  },
  {
    "start": 2127.18,
    "end": 2129.9,
    "text": "Naja dann könnte ich ja gar nichts mehr machen sagt Andi."
  },
  {
    "start": 2131.0,
    "end": 2135.98,
    "text": "Ich könnte niemandem sagen was los ist Aber soweit geht meine Vorstellung gar nicht."
  },
  {
    "start": 2136.68,
    "end": 2137.4,
    "text": "Es ist irgendwie."
  },
  {
    "start": 2138.22,
    "end": 2139.72,
    "text": "Dann bricht einfach alles zusammen."
  },
  {
    "start": 2141.24,
    "end": 2144.7,
    "text": "Ich sage Vielleicht ist es nicht ganz zufällig der Nacken."
  },
  {
    "start": 2145.66,
    "end": 2154.5,
    "text": "Er liegt gewissermaßen zwischen Kopf und Körper zwischen dem, was sie körperlich spüren und dem Versuch es zu verstehen und in Sprache zu bringen."
  },
  {
    "start": 2155.96,
    "end": 2158.42,
    "text": "Und vielleicht gerät genau dort etwas ins Stocken?"
  },
  {
    "start": 2159.66,
    "end": 2168.88,
    "text": "Im Körper entsteht eine Erregung, eine Angst oder ein Gefühl – und im Kopf soll daraus möglichst schnell ein verständlicher Gedanke werden…und das klappt nicht!"
  },
  {
    "start": 2170.5,
    "end": 2173.06,
    "text": "Ja, das klappt nicht, da ist Stau, sagt Andi."
  },
  {
    "start": 2174.32,
    "end": 2176.32,
    "text": "Gemeinsam arbeiten wir an dem Bild weiter."
  },
  {
    "start": 2177.42,
    "end": 2185.56,
    "text": "Etwas steigt aus dem Körper auf soll den Kopf erreichen, soll benennbar und kontrollierbar werden – und bleibt auf halben Weg stecken."
  },
  {
    "start": 2186.74,
    "end": 2192.64,
    "text": "Der Nacken verkampft an jener Stelle, an der aus einem körperlichen Zustand ein Gedanke werden soll."
  },
  {
    "start": 2194.1,
    "end": 2197.64,
    "text": "Auch seine Angst vor einer Lähmung versuche ich auf diese Weise zu verstehen."
  },
  {
    "start": 2199.02,
    "end": 2203.42,
    "text": "Wenn sie sich nicht mehr bewegen können, sage ich, könnten Sie auch nicht mehr ausweichen!"
  },
  {
    "start": 2204.56,
    "end": 2214.28,
    "text": "Sie könnten sich nicht umdrehen, nicht aufstehen, Vielleicht ist das auch etwas, was ihnen in einer engen Beziehung Angst macht."
  },
  {
    "start": 2215.32,
    "end": 2219.1,
    "text": "Dass sie in eine Lage geraten aus der Sie sich nicht mehr zurückziehen können?"
  },
  {
    "start": 2220.5,
    "end": 2225.86,
    "text": "Vielleicht dass ich Ihnen doch so wichtig geworden bin, dass sie nicht mehr einfach gehen könnten?"
  },
  {
    "start": 2228.06,
    "end": 2231.22,
    "text": "Diese Gespräche haben manchmal etwas beinahe befriedigendes."
  },
  {
    "start": 2232.48,
    "end": 2235.38,
    "text": "Andi findet meine Gedanken einleuchtend, ergänzt."
  },
  {
    "start": 2235.5,
    "end": 2236.92,
    "text": "sie präzisiert die Bilder."
  },
  {
    "start": 2238.12,
    "end": 2248.56,
    "text": "Wir verstehen den Nacken als eine Stelle zwischen Körper und Kopf die Sprache als eine Form innerer Selbsthaltung und die Lähmung, als die Angst nicht mehr aus der Beziehung zu können."
  },
  {
    "start": 2249.66,
    "end": 2255.08,
    "text": "Es entsteht erneut jene große Übereinstimmung in unseren Gedanken, die unsere Arbeit oft trägt."
  },
  {
    "start": 2256.4,
    "end": 2260.02,
    "text": "Doch auch nach solchen Stunden bleibt Andis Körper angespannt."
  },
  {
    "start": 2261.14,
    "end": 2269.86,
    "text": "Manchmal richtet er sich am Ende vorsichtig auf, prüft die Beweglichkeit seines Kopfes oder Armes und fragt mich ob ich glaube das Wärme helfen könnte?"
  },
  {
    "start": 2271.68,
    "end": 2281.58,
    "text": "Allmählich beginne ich zu verstehen, dass auch meine Annäherungsversuche zunächst sehr auf jener Ebene stattfinden, auf der an die sich ohnehin sicher bewegt."
  },
  {
    "start": 2282.74,
    "end": 2285.759,
    "text": "Ich biete ihm Gedanken an und er nimmt sie auf."
  },
  {
    "start": 2287.44,
    "end": 2296.52,
    "text": "Gemeinsam können wir seine Angst beschreiben einordnen und mit seiner Geschichte verbinden – doch gerade darin droht sich seine Anpassung zu wiederholen!"
  },
  {
    "start": 2297.72,
    "end": 2304.86,
    "text": "Er wird zum verständigen Analysanten, der meinen Deutungen folgt während der verängstigte Teil von ihm weiterhin alleine bleibt."
  },
  {
    "start": 2306.2,
    "end": 2310.72,
    "text": "Er widerspricht nicht, stellt keine Forderung macht seine Not nicht deutlich."
  },
  {
    "start": 2312.06,
    "end": 2324.06,
    "text": "was er selbst kaum aussprechen kann bleibt in seinem Symptom erhalten das Symptoms spricht und sagt auf einer konkret körperlichen Ebene ich fühle mich nicht gehalten."
  },
  {
    "start": 2325.94,
    "end": 2332.94,
    "text": "Ich glaube dass diese Verwicklung Diese Wiederholung seiner Erfahrung in der Analyse beinahe etwas notwendiges hat."
  },
  {
    "start": 2334.56,
    "end": 2339.38,
    "text": "Genau das ist sein Thema, dass er unbewusst in die Dynamik unserer Begegnung bringt."
  },
  {
    "start": 2340.56,
    "end": 2342.74,
    "text": "Und auch ich bin in diese Dynamik verwickelt!"
  },
  {
    "start": 2343.4,
    "end": 2351.16,
    "text": "Wiederhole einen Moment seiner Beziehungserfahrung – werde damit ein Teil dessen was man eine negative Übertragung nennt."
  },
  {
    "start": 2352.64,
    "end": 2367.02,
    "text": "Doch eine Therapie ist nicht nur heilsam dadurch, dass diese Dynamika benannt und verstanden wird sondern auch dadurch, finde ich einen solchen Weg zu Andi."
  }
]