[
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    "end": 34.34,
    "text": "In der zweiten Folge begleiten wir Andi weiter durch seinen therapeutischen Prozess."
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  {
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    "end": 47.32,
    "text": "Auch zu dieser Folge findet ihr wieder eine Nachbesprechung auf unserer Förderplattform Patreon, wo wir Andis zentrale Themen noch einmal psychodynamisch einordnen Den Link stellen wie immer in die Show Notes."
  },
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    "text": "Unsere Vorgespräche scheinen an, die bereits Entlastung zu bringen."
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    "text": "Die Paniksymptomatik tritt nach den ersten Wochen unserer Arbeit in den Hintergrund."
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    "text": "Andi beschreibt das so als würde die Angst in bestimmten Situationen anschwellen aber er sei in der Lage dem Damm zu halten."
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  {
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    "end": 73.36,
    "text": "Zugleich habe ich nicht den Eindruck dass durch unsere Arbeit bereits etwas Lösendes entstanden ist."
  },
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    "text": "Das wäre nach so kurzer Zeit auch nicht zu erwarten."
  },
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    "text": "Vielmehr ist es so als würde Andi unsere Gespräche gewissermaßen zum Ausbau seines Dams verwenden."
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    "text": "Das bedeutet, sich von mir Beruhigung Bestätigung Einordnung zu holen."
  },
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    "text": "Meine professionelle Einschätzung aber auch eine gewisse positive Übertragung als das trockene Material mit dem er die durch Nestenstellen im Damm befestigen kann."
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    "text": "Gleichzeitig so denke ich muss jede unserer Stunde aber auch diesen Damm unterspülen denn dass Wasser Das sind ja seine Gefühle."
  },
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    "text": "Andy tut alles, damit sie in der Stunde nicht zu viel Raum gewinnen."
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    "end": 125.399,
    "text": "Im Kontakt erlebe ich Andy einerseits als sehr kontrolliert Aber auf eine Weise die es für das Gegenüber einfach und angenehm machen soll."
  },
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    "end": 133.1,
    "text": "Er übernimmt von allein die Regie in der stunde Legt sich Themen und Gedanken zurecht Ohne dass ich viel machen muss."
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    "end": 145.54,
    "text": "In genau dem richtigen Ausmaß scheint er mir aber auch die Türen offen zu lassen Damit ich selbst etwas beitragen kann, gibt mir nicht das Gefühl von den Stunden ausgeschlossen zu sein."
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    "end": 154.56,
    "text": "Andy wirft sich nicht mit ungelösten Themen offenen Effekten in die Stunde sondern hat alles wie innerlich immer schon vorbereitet."
  },
  {
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    "end": 172.86,
    "text": "Während ich Andy zuhöre kommt mir eine Stunde für einen Moment ein eigenartiges Bild Als trüge er vor dem Mund eine Art kleine Vorrichtung Die Alles was aus ihm herauskommt im selben Augenblick filtert und in geordnete Formulierungen verwandelt."
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  {
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    "end": 180.98,
    "text": "Nichts kann roh entweichen, kein Schrei und keinen Stammeln – aber es ist etwas Unheimliches daran!"
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    "end": 188.4,
    "text": "Als würde dieselbe Apparatur die ihn sprechend macht zugleich auf eine abgründige Weise den Mund verschlüssen."
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    "end": 195.12,
    "text": "Die Gesprächsatmosphäre hat etwas Unterkündig Angespanntes vielleicht sogar Verkrampftes."
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    "text": "Pausen und Stille entstehen kaum."
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    "end": 204.7,
    "text": "Ich habe das Gefühl, die Angst ist nicht weg sondern eigentlich geradezu immer präsent."
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    "end": 213.22,
    "text": "Andis Produktivität ist so etwas wie der dauerhafte Versuch diese Angst zu bewältigen, gewissermaßen Wasser vom Damm abzuschöpfen."
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    "end": 225.2,
    "text": "Genauer gesagt seine psychische Organisation beruht darauf Seine Gefühle immerzu in Gedanken zu verwandeln und wo ihm das nicht gelingt Da entsteht Angst."
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    "end": 229.1,
    "text": "Das setzt ihn unter eine rastlose innere Tätigkeit."
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    "end": 239.84,
    "text": "Man könnte sagen dass Sprechen bei Andy hat nur bedingt eine Funktion sich mitzuteilen, sondern dient vorrangig einer Form der Selbstregulation."
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    "end": 247.3,
    "text": "In den ersten Stunden war für mich etwas von der Not fühlbar – den Panikzuständen seiner Verlorenheit!"
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    "text": "In den nächsten Stunden spricht er vor allem über seine Arbeit an der Uni."
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    "text": "Das macht sich insbesondere an seinem Arbeitskollegen Theo fest."
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    "end": 265.38,
    "text": "Dieser sei so an die vollständig mit dem Neoliberalismus identifiziert hielt es sich aber für gesellschaftskritisch."
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    "text": "Aber das sei bei Marx schon als falsches Bewusstsein entlarvt."
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    "text": "Ich, wie meinen Sie das?"
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    "text": "Andy zum Beispiel sagt Theo über sich ich bin Feminist."
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    "text": "Andy macht dazu eine übertriebene ausladende Geste Herr T., wendet er sich plötzlich an mich sind sie eigentlich auch Feminists?"
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    "text": "Ich schweige!"
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    "text": "Andy."
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    "text": "nun ja zumindest Theo ist also Feministe."
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    "end": 297.96,
    "text": "Gestern im Colloquium ging es um eine Auswertung eines Projekts mit allein erziehenden Müttern."
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    "end": 308.02,
    "text": "Also schon ein Thema, bei dem man sensibel sein sollte und Theo meinte dann wir müssen die Ergebnisse stärker als Intervention für den betroffenen Rahmen."
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    "text": "Intervention, höhnt Andi!"
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    "text": "Das ist sein neues Lieblingswort."
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    "end": 319.859,
    "text": "Ein Paper ist eine Intervenzion Ein Vortrag ist eine intervention."
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    "text": "Bald ist wahrscheinlich auch ein Gang zur Kaffeemaschine eine machtkritische Intervention."
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    "text": "Ich, Sie meinen das Wort Intervention soll simulieren?"
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    "text": "Da geschieht etwas aber in Wahrheit ist da nicht viel dahinter?"
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    "text": "Andi!"
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    "end": 338.96,
    "text": "Den Alleinerziehenden nützt es auf jeden Fall nichts Aber Theo schon."
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    "text": "Das sind alles so Worte die perfekt in Drittmittel Anträge reinpassen Ressourcen orientiert implementieren."
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    "text": "Herr T., wir sind jetzt inzwischen nicht mehr nur interdisziplinär Wir sind jetzt transdisziplinär."
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    "text": "Nein, ich meine wir sind"
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    "text": "translational.\"."
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    "text": "Andi zitiert noch einige Wörter aus dem akademischen Jagon."
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    "text": "Das ist so das was ich meine Worte die sich kritisch und tiefgründig anhören aber eigentlich sind es nur akademische Codes um sich gut zu präsentieren."
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    "text": "Ich Also in dem Sinne dass Kritik so eine Art Karrierekompetenz ist?"
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    "text": "Andi Theo sagt er hätte Marx gelesen."
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    "text": "Wahrscheinlich macht er bald ein LinkedIn Profil daraus."
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    "text": "Ich muss innerlich lachen, weil ich durchaus nachvollziehen kann wovon Andy spricht."
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    "text": "Tatsächlich habe ich mich in dieser Szene auch verführen lassen mit ihm einzustimmen."
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    "text": "Auf diesem Gebiet so scheint es hat der Boden unter den Füßen Begriffe unterscheidungen und eine Schärfe die zwar Witz hat aber doch unübersehbar von Kroll getragen ist."
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    "text": "Ich sage, ich glaube, ich kann nachvollziehen was sie ärgert."
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    "text": "Zugleich frage ich mich – Sie haben akademischer Code gesagt!"
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    "text": "Theo scheint sich in ihren Schilderungen an der Uni wie ein Fisch im Wasser zu bewegen, ganz dazu zu gehören und damit auch gar kein Problem zu haben."
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    "text": "Weil es etwas ist, was sie für sich selbst auch sehr wünschen."
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    "text": "Auf keinen Fall!"
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    "text": "Ich vielleicht nicht wie Theo aber etwas von seiner Selbstverständlichkeit."
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    "text": "Diese und ähnliche Themen nehmen in den Stunden viel Raum ein."
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    "end": 468.06,
    "text": "Nach den Vorgesprächen beschließen wir unsere therapeutische Arbeit im Rahmen einer psychoanalytischen Therapie fortzusetzen."
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    "text": "Das bedeutet drei Stunden in der Woche und im Liegen."
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    "text": "Zwar habe ich das Gefühl, dass Andy aus einer einzelnen Wochenstunde auch schon vieles mitnehmen würde aber doch eine bestimmte Ebene schwer zu erreichen wäre."
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    "text": "Ich glaube, dass es für Andy zunächst viel um das Gefühl des Hals geht."
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    "text": "Andy hat eine bestimmten Art entwickelt sich selbst halt zu geben."
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    "end": 501.219,
    "text": "Er hat wie einen Mantel aus Intellekt, Kritik und auch Spott um sich gebaut der ihm hilft seine Gefühle abzupuffern."
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    "end": 510.44,
    "text": "Das, was er mit Theo erlebt – das Gefühl von Neidt, Kränkung nachvollziehbarer Wut – erreicht ihn nicht unmittelbar."
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    "text": "Alles wird zugleich in angestrengte Denktätigkeit verwandelt."
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    "text": "Darin hat Andy eine geradezu meisterliche Fähigkeit."
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    "text": "Aber es legt seinem Denken auch die Aufgabe auf diesen Halt immer wieder herzustellen!"
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    "text": "Was wenn das einmal nicht möglich ist?"
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    "end": 539.74,
    "text": "Er kann anders mit seinen Gefühlen kaum umgehen Sie vor allem nicht mit einem anderen Menschen teilen, sondern muss sie immerzu in sich selbst bearbeiten."
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    "end": 546.42,
    "text": "Unsere Therapie kann zum Ziel haben dass Andy eine andere Art von Halt entwickeln kann."
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    "end": 551.9,
    "text": "Er sich nicht nur durch sein Denken, sondern vielleicht auch einmal durch mich gehalten fühlt."
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    "text": "Aber dazu braucht es so denke ich die Intensität des Kontakts und wohl einiges an Zeit."
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    "end": 569.939,
    "text": "Der Mantel der seine Gefühle puffert ist vielleicht auch zugleich jener Panzer indem er isoliert ist, sich verloren fühlt und abgeschnitten von der Welt."
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    "text": "So geübt er in dieser Abwehr ist, isst sie ja doch auch nicht vollständig funktional."
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  {
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    "end": 586.699,
    "text": "Das Paniksymptom zeigt an dass er bestimmte Dinge in seinem Leben das zusammenziehen mit Bea nicht auf die bisherige Weise bewältigen kann."
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  {
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    "end": 590.199,
    "text": "dies seine psychische Kapazität überfordert."
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  {
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    "text": "ohne Therapie könnte drohen dass er solche Schritte nicht gehen kann und sich eher in einen Rückzug verbarrikadieren muss."
  },
  {
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    "end": 609.48,
    "text": "Neben seiner Angst gibt es zudem eine Reihe psychosomatischer Symptome, von denen er mir zu dem jetzigen Zeitpunkt der Therapie aber noch nicht viel berichtet."
  },
  {
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    "end": 616.98,
    "text": "Der Wechsel ins höherfrequente Couch-Setting führt zunächst zur keiner Sichtbaren Veränderung."
  },
  {
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    "end": 625.1,
    "text": "Andy spricht nun dreimal in der Woche auf der Couch so wie er es zuvor einmal in der Woche mehr gegenüber im Sitzen getan hat."
  },
  {
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    "text": "In seiner ersten Woche in der Analyse bringt Andi aber einen Traum."
  },
  {
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    "end": 637.9,
    "text": "Er ist in einem großen Gebäude, eine Mischung aus Studentenwohnheim-, Ferienlager- und Krankenhaus."
  },
  {
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    "end": 645.699,
    "text": "Alles ist hell beleuchtet – es gibt lange Flure mit vielen Türen an denen kleine Namensschilder hängen."
  },
  {
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    "end": 652.36,
    "text": "Im Traum weiß Andi, dass er irgendwo dort ein Zimmer haben muss… Aber er findet das nicht!"
  },
  {
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    "text": "Immer wieder kommt jemand vorbei Leute, die ihr um Auskunft bittet."
  },
  {
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    "text": "Er erhält aber immer nur die Antwort."
  },
  {
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    "text": "Da müssen sie an der Rezeption fragen."
  },
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    "text": "An der Reception sitzt eine ältere Frau."
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  {
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    "end": 671.42,
    "text": "Sie blättert in einer Liste und sagt Ich kann sie hier nicht finden."
  },
  {
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    "text": "Andi will erklären dass er hier ein Zimmer haben muss Aber er bringt keinen richtigen Satz heraus."
  },
  {
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    "text": "Er merkt das er dringend auf Toilette muss Irrt los gerät aber immer noch neue Gänge bis er mit tatsächlichem Haar dran aufwacht."
  },
  {
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    "text": "Andi hat keinen wirklichen Einfall zu diesem Traum, eine Sache fällt ihn dann aber doch ein – dass der Traum ihn an seine alte Schule erinnere."
  },
  {
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    "text": "Dort habe es ihm Traum auch nach einem ganz bestimmten Putzmittel gerochen."
  },
  {
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    "end": 714.12,
    "text": "Für mich spricht der Traume eine ganz andere Sprache als jene souveräne Haltung, mit der Andi sich mit mir in den Stunden in Kontakt setzt."
  },
  {
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    "text": "In dem Traum so scheint es mehr ist er ein Kind das verloren durch die Gänge irrt und nach seinem Ort sucht."
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  {
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    "text": "Ich meine, es geht auch darum bei mir in der Analyse anzukommen aber vielleicht die Angst er wird nicht gefunden bleibt mit all dem Drängenden alleine kann es nicht los werden."
  },
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    "end": 740.8,
    "text": "Es übersetzt sich geradezu in ein Körpersymptom."
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    "text": "Das was nicht gehalten werden kann drängt und drückt ihn zum Aufwachen."
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    "text": "Als ich Andy meine Deutung vorschlage Dass sein Traum etwas mit der beginnenden Analyse zu tun hat, sagt Andi."
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    "text": "Das hört sich irgendwie plausibel an!"
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    "text": "Aber so richtig fühlen kann ich das nicht."
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    "text": "Das ist vielleicht genau die Differenz, die zur leitenden Schwierigkeit unserer Arbeit wird."
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    "text": "Mit Worten sagt Andy Sie verstehen mich und er empfindet das bewusst auch"
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    "text": "so.\"."
  },
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    "text": "Aber mit einem anderen Teil seiner selbst fühlt er sich nicht gehalten, nicht geborgen."
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    "text": "Hat Angst von mir nicht gefunden zu werden."
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    "text": "Doch dieser Teil ist nicht mit seinem Bewusstsein verbunden."
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    "text": "Er kann es nicht fühlen und deshalb in einem emotionalen Sinne auch nicht verstehen."
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    "text": "Aber immerhin – er kann es träumen!"
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    "end": 810.84,
    "text": "In den nächsten Stunden kommt Andy immer wieder auf Theo zurück aber nun auch auf Dirk Den Professor des Lehrstuhls."
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    "text": "Dirk sei so Andi schon blitzgescheit, das müsse man ihm lassen."
  },
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    "end": 828.62,
    "text": "Er möge auch kluge Menschen um sich Aber eben in einer bestimmten Weise Eherso im Intelligenztestsinn sagt Andi Also nicht hat jemand wirklich etwas zu sagen?"
  },
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    "end": 832.74,
    "text": "Sondern wie schnell ist einer beim Lösen von irgendwelchen Aufgaben?"
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    "text": "Der IQ Das es bei uns am Lehrstuel fast eine erotische Kategorie."
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    "end": 844.079,
    "text": "Er erzählt von einer Kollegin, die in Besprechungen immer besonders schnell auf ihrem Laptop tippe."
  },
  {
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    "text": "Als müsse man auch an der Tastatur hören wie mühelos ihr alles"
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    "text": "falle.\"."
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    "text": "So ein permanentes Klickklick klick schaut her ich bin schon drei Gedanken weiter."
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    "text": "Ich habe den Eindruck sie selbst sind im Denken nicht langsam sage ich."
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    "text": "Ja sagt Andi aber im Gegensatz zu Theo werde ich ab und zu noch durch Inhalte behindert."
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    "text": "Vielleicht ist es schwer auszuhalten?"
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    "text": "dass Theo mit dieser Art so gut durchkommt."
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    "text": "und, da sie das Gefühl haben – Mit ihrer Art geht es nicht."
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    "text": "Nun ja eigentlich fühle ich mich ja schon wertgeschätzt sagt Andi."
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    "text": "Dirk weiß schon was er an mir hat."
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    "text": "also so ist es nicht Ich."
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    "end": 894.24,
    "text": "vielleicht hatten Sie jetzt das Gefühl ich sehe sie als jemanden der eigentlich neidisch auf Theo ist und sich nach Anerkennung sehnt."
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    "text": "Und gegen dieses Bild von sich müssen sie sich sofort zur Wehr setzen."
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    "text": "Ja, sagt Andi."
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    "text": "Das wäre mir wirklich unangenehm."
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    "end": 916.42,
    "text": "In den Stunden über Theo und Dirk bekomme ich zum ersten Mal deutlicher ein Gefühl dafür wie viele Verletzungen und Kränkungen unter Andis angepasster freundlicher Oberfläche liegen."
  },
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    "end": 922.86,
    "text": "Es geht so denke ich nicht allein um politische Kritik oder Ärger über die Kollegen."
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    "text": "Darunter liegt eine sehr viel grundlegendere Erfahrung."
  },
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    "end": 937.579,
    "text": "Die anderen kommen irgendwo an werden gesehen, nehmen bedenkenlos Raum für sich ein, leben in einer gewissen Selbstverständlichkeit mit sich und der Welt."
  },
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    "text": "Andy nennt das einmal ein pausbeckiges Einverständnis mit der Welt."
  },
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    "text": "Er selbst hingegen fühlt sich als stünde er immer ein wenig daneben."
  },
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    "text": "Ich weiß gar nicht wie sehr dieses erlebende äußeren Realität entspricht."
  },
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    "text": "Andy ist ja keineswegs isoliert Und doch scheint da ein Gefühl des Nicht-Dazugehörens der Außenseiterposition in seiner inneren Welt sehr präsent."
  },
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    "end": 975.819,
    "text": "In Andis Verhältnis zu Theo wird für mich ein nazistisches Thema sichtbar, wenngleich nicht im Sinne einer nazistischen Persönlichkeitsorganisation."
  },
  {
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    "end": 989.26,
    "text": "Andy manipuliert Beziehungen nicht destruktiv oder zwingt andere in Unterwerfung – aber aus seinem Gefühl nicht richtig dazuzugehören macht Andy zugleich eine heimliche Tugend."
  },
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    "text": "Wenn er schon nicht in dieser akademischen Welt aufgeht dann wenigstens deshalb, weil er sie durchschaut."
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    "text": "Wenn Theo dort ankommt, dann nicht, weil Theo etwas kann sondern weil er sich den Betrieb verkauft hat."
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    "text": "Andi's Kritik ist dabei keineswegs einfach falsch."
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    "text": "Ich kann vieles von dem was er beschreibt gut nachvollziehen aber gerade darin liegt auch eine Verführung."
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    "text": "ich soll mich mit ihm verbünden soll seine Sicht bestätigen soll ihm helfen aus seiner vermeintlichen Außenseiterposition eine überlegende Position zu machen."
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    "text": "Mit mir gemeinsam über die Welt"
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  },
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    "text": "In dieser Bewegung soll aber etwas übersprungen werden, was Andi nicht um keinen Preis fühlen will."
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    "text": "Doch warum erlebt sich Andi auf diese Weise?"
  },
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    "text": "Ich frage mich ob es hierzu auch eine Verbindungslinie zum Thema Ost und West gibt."
  },
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    "text": "Theo gewissermaßen als ein Bruder West der sich in der Welt vermeintlich locker zurechtfindet Während Andy immer zuerst beweisen muss, wer er ist?"
  },
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    "text": "Zugleich bin ich mit dieser Deutung zurückhaltend."
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    "text": "Habe das Gefühl, Andy vielleicht damit in ungerechtfertigter Weise immer wieder auf dieses Thema festzulegen ihn vielleicht gerade dadurch zum Ostdeutschen zu machen."
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    "text": "Tatsächlich korrigiert Andy meine Perspektive als er berichtet dass Theo selbst einen ostdeutscher Hintergrund hat."
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    "text": "Das allerdings macht die Figur Theo wie sie."
  },
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    "end": 1097.04,
    "text": "Andy erscheint vielleicht noch einmal vielschichtiger, nämlich nicht nur ein Objekt des Neides sondern auch zu einem Bild seiner selbst oder dem was er gerade nicht an sich haben will."
  },
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    "end": 1103.94,
    "text": "In den ersten Monaten der Analyse bleibt Theo zunächst das bevorzugte Objekt seine Angriffe."
  },
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    "text": "Andy spricht über ihn mit einer Mischung aus Spott, Analyze und einer Schärfe die immer wieder fast vergnüglichen Charakter hat."
  },
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    "end": 1118.9,
    "text": "Ich merke, dass ich mich selbst in den Stunden häufig sehr lebendig und wach fühle."
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    "text": "Andis Witz ist ansteckend."
  },
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    "end": 1124.54,
    "text": "Seine Formulierungen sind treffsicher."
  },
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    "text": "Manchmal ertappe ich mich dabei innerlich schon auf die nächste Proante zu warten oder Lust zu entwickeln, selbst eine zu schließen."
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    "text": "Als Andy einmal wieder die IQ-Besessenheit an seinem Institut kritisiert fällt mir ein Satz von Hugo Hofmannstahl ein."
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    "end": 1146.34,
    "text": "Die gefährlichste Sorte von Dummheit ist ein scharfer Verstand."
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    "end": 1149.94,
    "text": "Ohnevor er darüber nachzudenken, spreche ich ihn"
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    "text": "aus.\"."
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    "text": "Andi lacht zustimmend."
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    "text": "Dann schäme ich mich ein wenig."
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    "end": 1161.12,
    "text": "Ich begreife, dass ich mich von Andis intellektueller Brillianz bestechen lasse."
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    "text": "Er macht es mir leicht, ihn als geistig beweglich originell und kritisch zu erleben – und schwer in ihm auch eine bedürftige kindliche Seite wahrzunehmen."
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    "text": "Später nach der Stunde kommt mir der Gedanke, dass der Satz den ich zitiert habe nicht nur auf Dirk oder Theo passt."
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    "text": "Er berührt auch etwas zwischen Andy und mir."
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    "end": 1196.54,
    "text": "Auch hier kann ein scharfer Verstand etwas Gefährliches bekommen wenn er uns beiden hilft etwas auszuschalten was eigentlich von zentraler Bedeutung für Andy ist."
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    "text": "In einer Stunde erzählt Andy, Theo habe sich in einer Besprechung ungefragt für eine Aufgabe ins Spiel gebracht dass Andi seit langem gehofft hatte, der Professor werde sie ihm übertragen."
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    "text": "habe anerkennend genickt."
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    "text": "Er habe sich nun nicht vordrängen wollen und deshalb nichts gesagt!"
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    "end": 1259.32,
    "text": "Er habe nicht einmal innerlich sofort Wut gespürt sondern erst später auf dem Heimweg im Fahrradkeller."
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    "text": "Dort habe er plötzlich angefangen zu zittern."
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    "text": "Er hat seinen Fahrradschloss nicht aufgekommen."
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    "text": "Eine Studentin sei vorbeigekommen und habe gefragt ob alles in Ordnung sei."
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    "text": "Er habe geantwortet, ja, alles gut."
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    "text": "nur.\"."
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    "text": "Es war auch wirklich so\", sagt Andy."
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    "text": "das Schloss hat geklemmt."
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    "text": "Ich sage noch einer Weile – vielleicht hat in diesem Moment nicht nur das SchlOSS geklempft?"
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    "text": "Vielleicht ist auch etwas in Ihnen selbst blockiert gewesen!"
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    "text": "Sie haben in der Besprechung nicht sagen können, dass sie seit längerem die Aufgabe gerne übernehmen wollen und dass sie sich durch Theos Vorstoß übergangen und beschämt gefühlt haben…."
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    "text": "Erst im Keller, im Verborgenen hat ihr Körper angefangen etwas von ihren Gefühlen zu zeigen."
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    "text": "Andi schweigt ungewöhnlich lange."
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    "text": "Ich höre seinen Atem."
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    "text": "Er liegt sehr still fast steif."
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    "text": "Das klingt jetzt wieder so plausibel sagt er schließlich."
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    "text": "Aber es fühlt sich auch ein bisschen unangenehm an Als würde ich mich jetzt so zu einem armen Opfer machen."
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    "text": "Ich antworte Vielleicht sei genau das eine Stelle an der er sehr wachsam werde."
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    "end": 1346.42,
    "text": "Sobald er spürt, dass ihm etwas getan, etwas mit ihm gemacht wird, müsse er sofort verhindern in eine Lage zu geraten, in der er sich bedürftig, gekränkt oder angewiesent fühle."
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    "end": 1356.06,
    "text": "Das ist für ihn viel wichtiger als seine Wut zu zeigen auf sein Recht zu beharren – das würde ihn ja gerade als getroffen und angewiesen kenntlich machen."
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    "text": "Möglicherweise auch die Angst wecken, dass er in einer solchen Konfliktsituation vielleicht gar nicht standhalten könnte!"
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    "text": "Ich hasse das, sagt Andi."
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    "text": "Dieses Gefühl jemanden ausgeliefert zu"
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    "text": "sein.\"."
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    "text": "In dieser Stunde entsteht zum ersten Mal ein längeres Schweigen, dass nicht sofort durch seine Gedankenarbeit überdeckt wird."
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    "text": "Ich fühle mich angespannt."
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    "text": "Zugleich bin ich erleichtert!"
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    "text": "Es ist als wäre für einen kurzen Moment die übliche Denkmaschine angehalten worden."
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    "text": "Ich spüre den Wunsch etwas Gutes zu sagen – etwas Haltendes vielleicht sogar etwas Tröstendes…."
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    "text": "Gleichzeitig merke ich, dass dieser Wunsch zu schnell kommt."
  },
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    "text": "Er könnte Andi wieder in eine Lage bringen, in der er dankbar und vernünftig sein muss – also schweige ich!"
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    "text": "Nach einigen Minuten sagt Andi leise, als hätte er meinen inneren Impuls wahrgenommen?"
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    "text": "Jetzt wissen sie wahrscheinlich auch nicht was Sie sagen sollen…."
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    "text": "Ich …."
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    "text": "vielleicht ist es gerade wichtig das ich nicht so schnell etwas sage."
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    "end": 1428.7,
    "text": "Vielleicht kennen Sie es gut, daß jemand zu schnell etwas darüber liegt."
  },
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    "text": "Er lacht kurz."
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    "text": "Ja, sagt er – das kenne ich."
  },
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    "text": "Am meisten von mir selbst."
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    "text": "Einige Wochen später fragt Andi seine Mutter nach dem Krippen eintritt."
  },
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    "text": "Er berichtet es in der Stunde mit jener beiläufigen Sachlichkeit die bei ihm oft dann auftritt wenn ihn etwas sehr berührt."
  },
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    "end": 1455.5,
    "text": "Seine Mutter habe gesagt, er sei mit ungefähr acht Wochen in die Krippe gekommen."
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    "text": "Es sei damals normal gewesen."
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    "text": "Sie haben Schichten in der Kinderklinik gehabt Er sei bis zum Nachmittag dort gewesen, öfter habe ihn dann auch einmal die Tante abgeholt."
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    "text": "Die Krippe sei gut gewesen – die Erzieherinnen freundlich!"
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    "start": 1474.16,
    "end": 1476.22,
    "text": "Er sei ein pflegeleichtes Kind gewesen…."
  },
  {
    "start": 1477.18,
    "end": 1478.74,
    "text": "Pflege leicht, wiederholt Andi."
  },
  {
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    "end": 1480.42,
    "text": "Irgendwie ich weiß nicht."
  },
  {
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    "end": 1484.52,
    "text": "Das klingt ja gut aber es ist doch so etwas hartes darin."
  },
  {
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    "end": 1487.7,
    "text": "Wie war das als Sie das gehört haben?"
  },
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    "text": "frage ich."
  },
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    "text": "Ach, ich weiss nicht."
  },
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    "end": 1495.9,
    "text": "Einerseits ist das ja nett Also besser, als wenn sie gesagt hätte ich wer ein Schrei kennt."
  },
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    "text": "Und andererseits?"
  },
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    "text": "Andererseits klingt es irgendwie wie ein gutes Haushaltsgerät oder eine Hose die man nicht viel bügeln muss."
  },
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    "text": "Ich sage pflegeleicht."
  },
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    "text": "hieß er vielleicht auch dass sein Umfeld nicht viel von ihm wahrgenommen habe?"
  },
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    "text": "Vielleicht Er habe wenig gestört, wenig verlangt Sei gut zu Hand haben gewesen."
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    "text": "Andy schweigt."
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    "text": "Meine Mutter meinte noch Die Erzieherinnen hätten mich gemocht."
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    "text": "Ich sei nicht so ein Kind gewesen, das ständig alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte."
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    "text": "Während er das sagt spüre ich eine eigenartige Schwere."
  },
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    "text": "Es fällt mir ein Bild ein Andi als sehr kleines Kind in einer Reihe von Kinderbetten wach still und nicht weinend vielleicht mit offenen Augen."
  },
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    "end": 1551.96,
    "text": "Das Kind ringt mit sich strengt sich an keine Umstände zu machen angenehm und annehmbar für die anderen zu sein."
  },
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    "text": "Wahrscheinlich bemüht es sich all seine Gefühle, die es eigentlich empfindet in Gedanken zu verwandeln."
  },
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    "end": 1566.16,
    "text": "Es denkt angestrengt auf seine kindliche Weise und fordert von außen nichts."
  },
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    "end": 1581.84,
    "text": "Das Bild ist meine Fantasie – ich weiß natürlich nicht wie es bei Andy wirklich war auch ob er wirklich pflegeleicht war oder dass nicht auch ein wenig Teil einer Familienerzählung ist, die sagen will…es war alles gut und in Ordnung."
  },
  {
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    "end": 1583.84,
    "text": "kein Grund sich schuldig zu fühlen."
  },
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    "end": 1590.28,
    "text": "Tatsächlich wäre es ja auch zu einfach, der Mutter oder den Eltern Schuld zuzuschieben."
  },
  {
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    "end": 1593.72,
    "text": "Niemand ist einfach so frei in seinen Entscheidungen!"
  },
  {
    "start": 1594.44,
    "end": 1598.78,
    "text": "Sie haben immer etwas mit der eigenen Geschichte und den Erfordernissen der Situation zu tun."
  },
  {
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    "end": 1606.16,
    "text": "Nicht zuletzt – die Eltern handelten innerhalb einer historischen und institutionellen Normalität."
  },
  {
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    "end": 1609.22,
    "text": "Alle in ihrer Umgebung hätten das so gemacht."
  },
  {
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    "end": 1616.24,
    "text": "wie Andi es schildert… Es war normal … Das ist wahr ... Aber es ist die Perspektive der Erwachsenen."
  },
  {
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    "end": 1623.36,
    "text": "Wie aber hat Andi das als Säugling erlebt, der den ganzen gesellschaftlichen Rahmen ja nicht sehen und verstehen kann?"
  },
  {
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    "end": 1628.92,
    "text": "Ich sage vielleicht sei pflegeleicht ein sehr zweischneidiges Wort."
  },
  {
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    "end": 1631.68,
    "text": "Es könne eine Fähigkeit beschreiben!"
  },
  {
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    "end": 1637.28,
    "text": "Es können aber auch verbergen dass ein Kind früh gelernt habe seine Not nicht zu zeigen."
  },
  {
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    "end": 1639.78,
    "text": "Andi antwortet schnell."
  },
  {
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    "end": 1644.54,
    "text": "Man kann ja schlecht den ganzen Tag schreien Wir schweigen."
  },
  {
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    "end": 1649.92,
    "text": "Andis Satz steht im Raum scheint schließlich wie auf ihn selbst zurückzufallen."
  },
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    "end": 1653.48,
    "text": "Er wirkt berührt, ohne dass er es wollte."
  },
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    "end": 1659.9,
    "text": "Vielleicht haben sie genau das sehr früh gewusst\", sage ich, daß man nicht den ganzen Tag schreien kann."
  },
  {
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    "text": "Andi dreht den Kopf auf der Couch ein wenig zur Seite."
  },
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    "text": "Ich sehe sein Profil."
  },
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    "end": 1671.76,
    "text": "Sein Blick geht zum Fenster – obwohl er von dort aus eigentlich nicht viel sehen kann!"
  },
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    "text": "In der nächsten Stunde kommt Andi nicht mehr auf diese Szene zurück Erholt sich gleichsam wieder in seinem Schimpfen auf TU und die Universität."
  },
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    "end": 1695.24,
    "text": "Fast ist das wie ein Rhythmus bei Andy, Auf eine Stunde, in der wirklich einen emotional sensibler Punkt berührt wird folgt erst einmal eine Pufferstunde, In der er wieder in seinen vertrauten Modus zurückkehrt."
  },
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    "text": "Ich fossiere ihn nicht habe das Gefühl er braucht diese Distanznahme auch zu mir immer wieder um sich wieder in einem Gleichgewicht zu bringen."
  },
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    "start": 1707.16,
    "end": 1711.66,
    "text": "Andy fragt von unseren Gesprächen angeregt nun öfter bei seinen Eltern nach."
  },
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    "end": 1719.4,
    "text": "Es kommen nur wenige zusätzliche Einzelheiten hinzu, seine Mutter erinnert sich nicht an dramatische Szenen."
  },
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    "end": 1728.02,
    "text": "Manchmal habe er beim Abgeben etwas stark gewürgt aber die Erzieherinnen hätten gesagt das gebe es ich nach ein paar Minuten sobald sie weg sei."
  },
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    "text": "Sie soll einfach gehen."
  },
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    "end": 1732.46,
    "text": "gleich würde er es eh vergessen haben."
  },
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    "end": 1743.98,
    "text": "Auch beim Abholen sei ja manchmal nicht sofort auf sie zugekommen Erbe weiter gespielt oder sie kurz angesehen Als müsse er erst wieder verstehen, wer davor ihm steht."
  },
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    "text": "Seine Mutter erzählt das nicht wie etwas Beunruhendes – eher als ein Zeichen dass er sich gut eingewöhnt habe."
  },
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    "end": 1756.2,
    "text": "Du warst dann eben schon ganz bei den anderen, bist gerne dort gewesen sagt sie."
  },
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    "text": "Das war ja auch gut so!"
  },
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    "text": "Nur ein Detail bleibt an die Hände."
  },
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    "text": "Er habe damals ein kleines Tuch gehabt, das er überall hin mitnahm."
  },
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    "text": "Wenn er müde wurde oder wenn ihm etwas zu viel war, habe er es zwischen den Fingern gerieben bis die Ränder ganz dünn wurden."
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    "text": "Die Mutter lacht ein wenig, als sie es erzählt."
  },
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    "text": "Das sah immer lustig aus!"
  },
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    "text": "Du hast dich damit gut beruhigen"
  },
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    "text": "können.\"."
  },
  {
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    "end": 1788.879,
    "text": "Andi berichtet mir das ohne Anklage – eher mit einer eigentümlichen Unbeteiligtheit."
  },
  {
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    "end": 1791.7,
    "text": "Gerade das fällt mir auf."
  },
  {
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    "end": 1800.54,
    "text": "In der Familienerzählung gibt es offenbar keine Erinnerung an einen Andi, der irgendwie Schwierigkeiten gemacht hätte oder traurig gewesen wäre."
  },
  {
    "start": 1801.92,
    "end": 1813.02,
    "text": "Unterneben fast beiläufig tauchen Zeichen die vielleicht doch etwas von der Anspannung oder gravierenderem erzählen, unter der er als kleines Kind gestanden haben mag."
  },
  {
    "start": 1814.74,
    "end": 1824.72,
    "text": "In einem ganz anderen Zusammenhang berichtet Andi später auch von widerkehrenden Hautprobleme in der frühen Kindheit – von Bauchschmerzen und anderen körperlichen Beschwerden."
  },
  {
    "start": 1826.04,
    "end": 1829.66,
    "text": "Diese hätten auch dazu geführt, dass er regelmäßig zum Arzt musste."
  },
  {
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    "end": 1841.44,
    "text": "Seine Eltern scheinen das nicht als Hinweis verstanden zu haben, Sie hätten diese Dinge, so beschreibt Andi es, ihr pragmatisch genommen."
  },
  {
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    "text": "Man geht zum Arzt und bekommt eine Salbe, man wartet bis es wieder besser"
  },
  {
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    "text": "wird.\"."
  },
  {
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    "end": 1852.2,
    "text": "Eine wirkliche psychische Bedeutung bekamen diese Beschwerden offenbar nicht."
  },
  {
    "start": 1853.72,
    "end": 1859.639,
    "text": "Für mich sind Andis Schilderungen ein wichtiger Hinweis um seine psychische Organisation besser zu verstehen."
  },
  {
    "start": 1861.12,
    "end": 1867.76,
    "text": "Es wäre natürlich viel zu schlicht zu sagen, Andy kam früh in die Krippe also bekam er später psychische Schwierigkeiten."
  },
  {
    "start": 1869.04,
    "end": 1876.98,
    "text": "Seelische Entwicklung ist viel komplexer, viele Kinder wachsen unter ähnlichen Bedingungen auf und nehmen sehr unterschiedliches daraus mit."
  },
  {
    "start": 1878.06,
    "end": 1907.46,
    "text": "Auch Andi selbst hat ja aus seiner Geschichte sehr Unterschiedliches gemacht – auch weiß ich viel zu wenig darüber wie es dort wirklich war, ob die Erzieherinnen ihm zugewandt waren, ob es eine verlässliche Bezugsperson gab, ob er sich beruhigen ließ, wie seine Mutter die Trennungen erlebte, Tatsächlich, aber dies ist nicht untypisch wird das im Verlauf der Behandlung letztlich auch nie ganz rekonstruierbar."
  },
  {
    "start": 1908.62,
    "end": 1911.48,
    "text": "Wie manches im Dunkel der Lebensgeschichte verloren bleibt."
  },
  {
    "start": 1913.36,
    "end": 1918.74,
    "text": "ein Säugling im Alter von wenigen Wochen lebt noch nicht in einer Welt von Gründen und Erklärungen."
  },
  {
    "start": 1919.86,
    "end": 1920.56,
    "text": "er weiß nicht."
  },
  {
    "start": 1920.86,
    "end": 1923.78,
    "text": "meine Mutter geht jetzt zur Arbeit später kommt sie wieder."
  },
  {
    "start": 1924.379,
    "end": 1933.66,
    "text": "dort sind andere Erwachsener die sich um mich kümmern erlebt in sehr körpernahen Zuständen die schnell überwältigenden Charakter bekommen können."
  },
  {
    "start": 1935.56,
    "end": 1942.48,
    "text": "Die Grenze zwischen innen und außen ist noch zart und durchlässig, was von außen kommt trinkt in ihn ein."
  },
  {
    "start": 1943.32,
    "end": 1950.68,
    "text": "Was in ihm selbst entsteht, ist noch übermächtig und unbegreiflich weil er es nicht verstehen und innerlich ordnen kann."
  },
  {
    "start": 1952.879,
    "end": 1965.86,
    "text": "Ein sehr kleines Kind braucht deshalb die Anwesenheit eines anderen Menschen Nicht nur im äußeren Sinn Jemandes dem Raum jemand wickelt, füttert, legt es hin sondern in einem emotionalen Sinn."
  },
  {
    "start": 1967.2,
    "end": 1978.86,
    "text": "Es geht nicht nur darum, dem Hunger, den Schmerz oder der Müdigkeit Abhefe zu verschaffen – oder es zu beschäftigen -, sondern im Kind eine Hülle aus Geborgenheit und emotionaler Zuwendung zu geben."
  },
  {
    "start": 1980.32,
    "end": 2000.379,
    "text": "Gerade dass die Bindungsfigur vertraut ist, schafft etwas Gemeinsames ein allmählich wachsendes Geflecht aus Erfahrungen, die man miteinander teilt, Diese Anwesenheit ist am Anfang noch ganz konkret, in der Stimme dem Geruch und den Berührungen durch die Eltern."
  },
  {
    "start": 2001.18,
    "end": 2004.16,
    "text": "Einem Halt im ganz unmittelbaren körperlichen Sinn."
  },
  {
    "start": 2005.7,
    "end": 2012.56,
    "text": "Nach und nach entsteht aus solchen wiederholten Erfahrungen etwas das später einmal innere Sicherheit werden kann."
  },
  {
    "start": 2014.68,
    "end": 2028.2,
    "text": "Das Kind bildet eine psychische Haut aus Eine Fähigkeit Reize Trennungen und Spannungen nicht sofort als überwältigend zu erleben Sie vielmehr in sich selbst zu verarbeiten und integrieren zu können."
  },
  {
    "start": 2029.8,
    "end": 2038.2,
    "text": "Es kann allmählich warten, aushalten, sich selbst beruhigen weil etwas von dieser anderen Person innerlich verfügbar geworden ist."
  },
  {
    "start": 2039.5,
    "end": 2044.96,
    "text": "Man könnte auch sagen das Kind entwickelt ein tiefes Vertrauen zur seiner Bindungsfigur."
  },
  {
    "start": 2045.98,
    "end": 2049.94,
    "text": "Du wirst mich nicht alleine lassen du wirst es bemerken wenn es mir schlecht geht."
  },
  {
    "start": 2050.48,
    "end": 2053.0,
    "text": "Du wöst wiederkommen bevor es zuviel für mich wird."
  },
  {
    "start": 2054.199,
    "end": 2060.259,
    "text": "Und gerade dieses Vertrauen ermöglicht es, dass diese Bindungsfigur nicht immer körperlich präsent sein muss."
  },
  {
    "start": 2061.88,
    "end": 2065.719,
    "text": "Die ersten Bindungspersonen eines Kindes sind meistens die eigenen Eltern."
  },
  {
    "start": 2067.179,
    "end": 2075.42,
    "text": "Schon sehr früh für längere Zeit von den Eltern getrennt zu werden bedeutet für das Kind einen frühen zunächst unbegreiflichen Verlust."
  },
  {
    "start": 2076.84,
    "end": 2081.08,
    "text": "Kinder können durchaus damit umgehen sich an unterschiedliche Personen binden."
  },
  {
    "start": 2082.28,
    "end": 2085.259,
    "text": "solche Erfahrungen können im richtigen Maß auch sehr wichtig."
  },
  {
    "start": 2086.699,
    "end": 2093.58,
    "text": "Die entscheidende Frage für eine frühe außerfamiliäre Betreuung ist nicht, ob Betreuungen außerhalb der Familie stattfindet."
  },
  {
    "start": 2094.96,
    "end": 2103.759,
    "text": "Viel entscheidender ist die Frage, ob die Betreuerung für das Kind emotional verlässlich genug ist und Trennungen nicht so schnell und zu lange sind."
  },
  {
    "start": 2105.36,
    "end": 2111.06,
    "text": "Gibt es vertraute Personen, die für das kind verfügbar sind an die es sich dauerhaft binden kann?"
  },
  {
    "start": 2112.56,
    "end": 2115.54,
    "text": "Gibtes Übergänge, die sich nach dem Tempo des Kindes richten?"
  },
  {
    "start": 2116.82,
    "end": 2123.48,
    "text": "Für ein sehr kleines Kind ist Betreuung nicht einfach eine Frage von Organisation, sondern von emotionaler Beziehung."
  },
  {
    "start": 2124.44,
    "end": 2129.3,
    "text": "Gibt es an diesem Ort jemanden der das Kind auf eine mütterliche Weise halten und versorgen kann?"
  },
  {
    "start": 2130.46,
    "end": 2141.68,
    "text": "Und hat diese Person überhaupt die Kapazität, die Bedürfnisse eines Kindes wahrzunehmen und sich auf sie einzulassen – so viel wie es das Kind in dieser Situation gerade braucht?"
  },
  {
    "start": 2141.86,
    "end": 2153.56,
    "text": "Wenn dies nicht geschieht Wenn ein Säugling mit seinen inneren Zuständen nicht jenes umhüllt sein Entbindung findet, gerät er in einen hilflosen, ohnmächtigen Zustand."
  },
  {
    "start": 2155.14,
    "end": 2160.4,
    "text": "In diesem Sinn lässt sich auch verstehen was an einer frühen Erfahrung traumatisch werden kann."
  },
  {
    "start": 2161.92,
    "end": 2164.96,
    "text": "Trauma bedeutet nicht nur das etwas Schreckliches geschieht."
  },
  {
    "start": 2166.12,
    "end": 2172.28,
    "text": "Es bedeutet dass eine Erfahrung die vorhandenen Möglichkeiten des Erlebens und Verstehens durchbricht."
  },
  {
    "start": 2173.5,
    "end": 2177.56,
    "text": "Die Abwesenheit der vertrauten Bindungsperson ist zu früh und so lang."
  },
  {
    "start": 2178.62,
    "end": 2187.48,
    "text": "Und es kommt nichts Haltendes, das Kind bleibt mit seinem inneren Zustand allein, ist ihm und seinen tiefen kindlichen Ängsten ausgeliefert."
  },
  {
    "start": 2188.96,
    "end": 2194.86,
    "text": "Es gibt noch keine innerlich verankerte Stimme die sagen könnte Das geht vorbei Mama kommt wieder."
  },
  {
    "start": 2195.32,
    "end": 2196.2,
    "text": "Ich halte das aus."
  },
  {
    "start": 2197.88,
    "end": 2206.24,
    "text": "Der Zustand wird zeitlos Allum fassend Weil das Kind noch keine innere Struktur finden kann Und darin ist er traumatisch."
  },
  {
    "start": 2208.18,
    "end": 2219.1,
    "text": "Wenn ich andig von seiner Panik sprechen höre und manchmal in den Stunden etwas von dieser Angst in ihm wahrnehme, denke ich an solche frühen Zustände von absoluter Haltlosigkeit."
  },
  {
    "start": 2220.36,
    "end": 2224.42,
    "text": "Ich weiß nicht ob sie auf eine bestimmte Erfahrung in der Krippe zurückzuführen sind."
  },
  {
    "start": 2224.46,
    "end": 2227.4,
    "text": "Vielleicht wäre das auch die falsche Frage."
  },
  {
    "start": 2228.52,
    "end": 2246.78,
    "text": "Es geht nicht darum aus Andis Geschichte nachträglich eine eindeutige Ursache herauszulösen Sondern zu verstehen welche Qualität seine Angst heute hat, als gerate er innerlich in einem Zustand, indem kein Halt mehr ist und tatsächlich kein Ort nirgends."
  },
  {
    "start": 2247.96,
    "end": 2254.18,
    "text": "Das ist sein innerer traumatischer Zustand – der Raum im eigenen selbst, den er geschlossen halten muss."
  },
  {
    "start": 2255.64,
    "end": 2259.02,
    "text": "Von hier aus verstehe ich auch seine rastlose Denktätigkeit."
  },
  {
    "start": 2260.04,
    "end": 2264.06,
    "text": "Sie es zugleich ein angestrengter Versuch sich selbst denen halt zu geben."
  },
  {
    "start": 2265.56,
    "end": 2271.38,
    "text": "Ich stelle mir einen Kind vor das sehr früh versucht, mit inneren Zuständen alleine fertig zu werden."
  },
  {
    "start": 2272.08,
    "end": 2272.82,
    "text": "Weil es das muss?"
  },
  {
    "start": 2274.1,
    "end": 2279.82,
    "text": "Mit jeder überfordernden Trennung hat es die Erfahrung des traumatischen Abgrunds wieder und wieder gemacht!"
  },
  {
    "start": 2281.14,
    "end": 2293.1,
    "text": "Es lernt schon früh Spannungen auszuhalten, innere Zustände in Gedanken zu verwandeln, seine Erregung in irgendeiner Weise zu deckeln und zu regulieren – das abgewetzte Stofftuch."
  },
  {
    "start": 2294.24,
    "end": 2304.16,
    "text": "Später kann daraus eine mächtige psychische Fähigkeit werden wie ich sie immer wieder bei Kindern gesehen habe, die schon früh mit Trennung und Abwesenheit umgehen mussten."
  },
  {
    "start": 2305.14,
    "end": 2314.04,
    "text": "Dass sie eine reiche und lebendige Fähigkeit zu Denken- und Fantasieren entwickeln können – und oft eine frühe eigentlich zu frühen Selbstständigkeit!"
  },
  {
    "start": 2315.78,
    "end": 2322.98,
    "text": "So gesehen wird Andi sich selbst ununterbrochen zur jenem Ordnenden gegenüber das ihm eigentlich von außen zur Verfügung stehen müsste."
  },
  {
    "start": 2324.32,
    "end": 2330.3,
    "text": "Das erklärt auch warum seine Sprache in den Stunden zugleich so beeindruckend und so verschlossen wirkt."
  },
  {
    "start": 2331.66,
    "end": 2340.68,
    "text": "Sie ist eine Form von dauerhafter Selbstorganisation, nicht nur Mitteilung an mich sondern vor allem nach innen gerichtet auf ihn selbst bezogen."
  },
  {
    "start": 2341.92,
    "end": 2346.24,
    "text": "Solange an die Sprechen Denken formulieren kann hält er sich zusammen."
  },
  {
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    "end": 2349.96,
    "text": "Wenn diese Leistung versagt kommt die Panik."
  },
  {
    "start": 2351.56,
    "end": 2361.72,
    "text": "Seine Regulationsversuche finden deshalb auch nicht wirklich in ein entspanntes Gleichgewicht Sondern sind auf dauernde Fortsetzung ununterbrochenen Betrieb angewiesen."
  },
  {
    "start": 2363.12,
    "end": 2374.78,
    "text": "Innerlich ist Andi noch immer in jener Situation der Haltlosigkeit, wie sich ja alles Traumatische dadurch auszeichnet dass keine Zeit vergehen kann – der Zustand immer wiederkehrt."
  },
  {
    "start": 2375.78,
    "end": 2381.12,
    "text": "Er kann das Gefühl der Überwältigung nicht wirklich auflösen sondern nur immerzu abwehren."
  },
  {
    "start": 2383.06,
    "end": 2390.3,
    "text": "Als ich mit Andi über diese Zusammenhänge spreche isst er interessiert Nicht zuletzt weil er vieles davon aus dem Studium kennt."
  },
  {
    "start": 2391.56,
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    "text": "Er kann sofort mitdenken, vielleicht sogar ein wenig zu schnell."
  },
  {
    "start": 2396.04,
    "end": 2407.86,
    "text": "Er zitiert die Autoren der Bindungstheorie und bezieht sich auf sichere-und unsichere Bindungsmuster Und doch wird in der Stunde spürbar dass er diese Gedanken bisher kaum auf sich selbst bezogen hat."
  },
  {
    "start": 2409.66,
    "end": 2416.66,
    "text": "Ich hätte immer gesagt bei mir war alles ziemlich sicher Also nicht ideal aber sicher Meine Eltern waren ja da."
  },
  {
    "start": 2417.38,
    "end": 2419.16,
    "text": "ich war kein vernachlässigtes Kind."
  },
  {
    "start": 2420.58,
    "end": 2426.34,
    "text": "Ich denke auch nicht, dass Andi seine Eltern als emotional völlig unzugänglich oder lieblos verstehen muss."
  },
  {
    "start": 2427.84,
    "end": 2432.6,
    "text": "Er wirkt auf mich nicht wie jemand der in einer grundsätzlich gefühllosen Welt aufgewachsen ist."
  },
  {
    "start": 2433.56,
    "end": 2443.12,
    "text": "Eher wie jemand dessen Gefühle durchaus wahrgenommen wurden aber dann nicht lange ausgehalten werden konnten schnell in etwas praktisch handhabbares übersetzt werden mussten."
  },
  {
    "start": 2445.08,
    "end": 2449.3,
    "text": "ich sage vielleicht war es nicht so das niemand etwas gemerkt hat."
  },
  {
    "start": 2450.3,
    "end": 2455.2,
    "text": "Vielleicht wurde nur das, was gemerkt wurde sehr schnell praktisch verstanden und beantwortet."
  },
  {
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    "end": 2457.48,
    "text": "Andi schweigt."
  },
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    "text": "Dann nach einer Weile sagt er also Hautausschlag ist Hautausschlag Und man braucht eine Salbe."
  },
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    "start": 2465.56,
    "end": 2468.18,
    "text": "Bauchweh ist bauchweh und man braucht deine Wärmflasche."
  },
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    "text": "Wenn ein Kind nicht schreit ist es eben eingewöhnt."
  },
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    "end": 2473.68,
    "text": "dann braucht man gar nichts machen."
  },
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    "text": "Andi wirkt nachdenklich eher er fortsetzt Aber klar sagt er schließlich Ob das dann wirklich alles so ist, wie es scheint oder wie man das gerne sehen möchte."
  },
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    "start": 2484.98,
    "end": 2488.88,
    "text": "Das ist eine andere Frage."
  }
]