[
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    "end": 1.67,
    "text": "Tiefseel tauchen."
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    "text": "Mit Cecil und Jakob, wir laden euch ein mit uns in die Tiefen des Unbewussten zu tauchen und dabei etwas Licht ins Dunkel"
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    "text": "zu bringen."
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    "end": 20.95,
    "text": "In dieser Reihe wollen wir uns über typische Situation aus dem Alltag aber auch aus der Psychotherapie unterhalten und verstehen was dahinter steckt."
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    "text": "Wir werden dabei Ernstes Schönes und manchmal auch Kurioses erkunden das auf dem Grund unserer"
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    "text": "Psyche liegt."
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    "text": "Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Tiefseel tauchen."
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    "text": "Wir beschäftigen uns heute mit einem Thema, das sich viele von euch gewünscht haben nämlich dem Thema des Lügen oder genauer gesagt den Pathologischen Lügen."
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    "end": 49.17,
    "text": "eine Quintessenz unserer Folge können wir gleich vorweg nehmen."
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    "text": "Lügen ist menschlich und das gilt wirklich auch in Entwicklungspsychologischer Hinsicht."
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    "text": "Lügen es tatsächlich eine psychische Fähigkeit die Kinder erst im Verlauf ihrer Entwicklung erwerben dann aber nie wieder aufgeben."
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    "end": 73.83,
    "text": "Also das Lügen gehört ein wenig zum Menschsein dazu und zum Lösen mehr oder weniger alltäglicher Situationen, kann aber eben auch pathologisches Ausmaß annehmen und sehr destruktiv wirken."
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    "end": 87.47,
    "text": "Wir wollen uns einmal aus psychoanalytischer Perspektive diesen Thema widmen und nicht vergessen dass es eine politische Dimension hat – uns also auch in wenig der Frage widmen was es aus psychoanalytischen Perspektiven bedeutet wenn mächtige Politiker."
  },
  {
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    "end": 96.63,
    "text": "Womit wir uns nicht beschäftigen, sind Lügen die im Graubereich der Kriminalität stattfinden."
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    "start": 96.69,
    "end": 104.99,
    "text": "Also zum Beispiel Hochstabelei oder Betrügen oder auch ganz extreme Formen von Lügen wie etwa einem genuinen Doppelleben."
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    "start": 105.65,
    "end": 114.53,
    "text": "Dieses Thema wollen wir in einer eigenen Reihe aufgreifen wenn wir uns mit der Psychoanalyse der Forensik beschäftigen also von kriminellen Handlungen."
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  {
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    "end": 120.929,
    "text": "Wir haben zu dieser Folge pathologischem Lügen auch eine Vertiefungsfolge auf Patreon aufgenommen."
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    "end": 137.33,
    "text": "Dort widmen wir uns dem vielsagenden Thema Lebenslüge, also wie es kommt wenn Menschen oder ganze Gesellschaften eine Art Mythos um sich selbst herum erstellen der auf einer zumindest großen Vertrehung oder Auslassung der Wahrheit beruht."
  },
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    "end": 140.33,
    "text": "Ein wie wir finden außerordentlich spannendes Thema."
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    "end": 145.57,
    "text": "Ihr könnt den Zugang zu dieser Vertiefungsfolge über unseren Link in den Schaunauts finden."
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    "end": 162.49,
    "text": "Sie"
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    "end": 178.79,
    "text": "kommt pünktlich, bringt Themen mit, spricht reflektiert über sich, scheint interessiert an dem was die Therapeuten sagt."
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    "end": 183.61,
    "text": "Auch als das Setting besprochen wird ist Agnes sofort einverstanden."
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    "end": 189.47,
    "text": "Die Uhrzeiten passen, die Honoraregelung passt, die Regelungen für ausgefallene Stunden passt."
  },
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    "end": 191.63,
    "text": "Alles scheint problemlos."
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    "end": 196.53,
    "text": "Und doch entsteht bei der Therapeutin von Anfang an ein merkwürdiges Gefühl."
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    "text": "Äußerlich läuft die Therapie gut Innerlich aber bleibt der Eindruck Agnes nicht wirklich zu erreichen, als spreche sie offen ohne sich wirklich preiszugeben."
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    "text": "Mit der Zeit zeigt sich dass Agnes nur in der Therapie schwer zu fassen ist."
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    "end": 220.15,
    "text": "Auch in ihrem alltäglichen Leben scheinen verschiedene Menschen verschiedene Versionen von ihr zu kennen."
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    "end": 224.65,
    "text": "Bei der Arbeit gilt sie als unabhängig fast unnahbar."
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    "end": 230.17,
    "text": "Einer Freundin erzählt Sie von einer Beziehung aus der sie gerade herausfinde."
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    "end": 233.83,
    "text": "In der Therapiesagt sie lange sie lebe allein."
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    "end": 239.61,
    "text": "Erst Monate später erwähnt sie beiläufig einen Partner, der eigentlich nicht zählt."
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    "text": "Ähnlich ist es mit ihrer Familie."
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    "text": "Zu Beginn sagt Agnes Sie habe seit Jahren kaum Kontakt zur Mutter."
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    "text": "Später erzählt sie die Mutter habe neulich wieder angerufen."
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    "text": "Dann stellt sich heraus dass Agnes regelmäßig zu ihr fährt aber jedes mal so spricht als sei es eine Ausnahme."
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    "text": "Auch Freundschaften verändern ihre Form je nachdem wie Agnes davon erzählt."
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    "text": "Eine Kollegin wird in der Therapie zur engen Vertrauten."
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    "text": "In einer späteren Sitzung ist dieselbe Person eigentlich nur jemand aus dem Büro."
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    "text": "Ein kurzer Kontakt wird zu einer fast schicksalhaften Begegnung, ein Konflikt wird zunächst beiläufig erzählt, später dramatisch ausgeschmückt."
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    "text": "Die Therapeutin kennt es natürlich das Erinnerungen sich verändern können."
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    "text": "Manchmal tauchen neue Details auf, manchmal bekommt eine alte Szene nachträglich Gewicht Aber bei Agnes fühlt sich das irgendwie anders an."
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    "end": 304.83,
    "text": "Unaufhörlich verschieben sich ihre Erzählungen, wird die Wirklichkeit neu arrangiert."
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    "text": "Je nach Gegenüber verschiebt sich wer sie ist, wem sie nahesteht worunter sie leidet was sie getan hat und was ihr angetan wurde."
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    "text": "In der Therapie bringt Agnes diese Welt mit."
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    "end": 322.09,
    "text": "Die Therapeutin bekommt viel Material aber verliert immer wieder den Boden."
  },
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    "text": "Agnes erzählt von ihrer Kindheit von einer Mutter die oft unberechen war von einem Vater, der sich zurückzog."
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    "end": 332.89,
    "text": "Von Einsamkeit in der Jugend, von heutigen Konflikten in ihren"
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    "text": "Beziehungen.\"."
  },
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    "end": 339.35,
    "text": "Die Sitzungen wirken reich gefüllt – aber die Therapeutin hat immer wieder das"
  },
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    "text": "Gefühl"
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    "end": 346.77,
    "text": "als würde sie nicht Agnes selbst begegnen sondern einer Version, die Sie gerade für sie entstehen hat lassen!"
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    "end": 354.17,
    "text": "Die fehlende Begegnung führt dazu dass die Therapeuten sich manchmal selbst wie Gespalten in den Stunden vorkommt."
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    "text": "Wenn Agnes etwa weint kann die Therapeuten mit dem Verstand mitgehen, fühlt sich aber emotional auf seltsame Weise völlig unberührt."
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    "text": "Ein Teil von ihr hört zu ein anderer Teil wendet sich wie ab ist dann eher mit Fragen beschäftigt wie was stimmt hier eigentlich?"
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    "text": "Ist das echt oder ein Spiel dass gerade für mich gespielt wird?"
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    "end": 384.11,
    "text": "einmal muss die Therapeutin wegen eines Infekts eine Woche lang die Sitzungen absagen."
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    "end": 389.05,
    "text": "Agnes reagiert freundlich schreibt, dass sei natürlich kein Problem."
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    "text": "In der folgenden Woche sagt sie selbst alle Stunden ab Sie seien nun ebenfalls krank geworden."
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    "text": "Die Nachricht ist knapp und wirkt beiläufig."
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    "text": "in der Woche sei einmal wieder viel losgewesene Agnes leben Und wieder ertappt sich die Therapeutin bei einem Gefühl des Misstrauns Der Frage ob Agnes wirklich krank war was die glauben kann und woran sie bei Agnes ist?"
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    "end": 430.11,
    "text": "Soll sie nachfragen, wird sie dann zur kontrollierenden misstrauischen Instanz oder wird sie wenn sie nichts sagt Teil einer gemeinsamen Unwahrheit?"
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    "text": "Einige Wochen später bringt Agnes einen Traum mit."
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    "text": "Sie erzählt ihn zunächst fast nebenbei als sei er nicht besonders wichtig."
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    "end": 450.57,
    "text": "Sie habe geträumt sich stehe in einem Stall und fütterte zwei Schweine In einem Eimer sei gutes Futter gewesen In einem anderen Abfall."
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    "text": "Aber die Tiere hätten alles gefressen, ohne irgendeinen Unterschied zu machen."
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    "text": "Agnes habe im Traum zugesehen und gedacht – Die merken gar nichts!"
  },
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    "text": "Die schlucken einfach alles."
  },
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    "end": 476.31,
    "text": "Ja wir haben jetzt von Agnes gehört Und man kann glaube ich hier in der Fallgeschichte auch ganz gut sehen Es geht doch deutlich über eine kleine Alltagslüge hinaus was hier geschieht."
  },
  {
    "start": 476.79,
    "end": 485.81,
    "text": "Man ist verwirrt oder die Therapeuten wird verwirrd Und vielleicht kann man da auch an dem Beispiel sehen, wie komplex das Thema Lügen ist."
  },
  {
    "start": 485.93,
    "end": 511.31,
    "text": "Denn Lügen kann natürlich gezielt in einer Situation mit einem sehr manipulativen Charakter gemeint sein aber es kann auch und ich finde dass sieht man hier ganz gut darum gehen sich eine Wahrheit oder eine Welt auf eine ganz bestimmte Weise zu strukturieren und vielleicht auch gar nicht nur in dem Sinne manutulativ bewusst, sondern vielleicht auch fast als eine Notwendigkeit aus einer Inneren heraus."
  },
  {
    "start": 511.77,
    "end": 519.669,
    "text": "Weil etwas Inneres die Person vielleicht dazu bringt oder vielleicht auch quält sich die Wahrheit auf eine ganz bestimmte Art und Weise arrangieren zu"
  },
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    "text": "müssen.\""
  },
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    "end": 527.97,
    "text": "Damit man von einer Lüge sprechen kann braucht es ja immer auch etwas wie eine bewusste Intention also eine Absicht zu täuschen."
  },
  {
    "start": 528.07,
    "end": 530.87,
    "text": "ich erzähle etwas obwohl ich weiß dass das nicht stimmt."
  },
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    "end": 533.75,
    "text": "würdest du den Beagnis sagen sie lügt hier?"
  },
  {
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    "end": 538.91,
    "text": "Also ich würde anhand der Fallgeschichte, auch wenn wir jetzt die Innenseite nicht so im Detail erfahren."
  },
  {
    "start": 539.17,
    "end": 544.89,
    "text": "Aber schon davon ausgehen dass sie schon auch bewusst blügt also das schon was Bewusstes konstelliert es auch her hat."
  },
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    "end": 564.35,
    "text": "Trotzdem und das finde ich sieht man auch in der Fall Geschichte gut sieht man Ebene das Ganze auch hat, also dass da auch etwas sozusagen in ihr sie vielleicht sozusagen bestimmt oder beherrscht und etwas in ihr eben unbewusst da ist was sie nicht kontrollieren kann."
  },
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    "end": 567.57,
    "text": "Wäre es ihr völlig unbewusst?"
  },
  {
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    "end": 584.27,
    "text": "Also würde sich selbst jedes mal völlig davon überzeugt sein und hat kein Bewusstsein davon haben ob Sie jetzt einen engen Kontakt mit der Mutter in Situation A hat und in Situation B schon jahrelang keinen Kontakt mehr müsste man eigentlich von eher etwas Dissoziativen ausgehen, also dass sozusagen gespaltene Selbstzustände sind."
  },
  {
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    "end": 589.51,
    "text": "Lüge heißt es gibt noch so etwas wie ein Gesamtwissen um das was eigentlich die Wahrheit ist."
  },
  {
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    "end": 596.37,
    "text": "der Traum verrät ein bisschen dass es so einen Wissen gibt um das ganze aber den können wir uns ja vielleicht nochmal gleich angucken."
  },
  {
    "start": 597.73,
    "end": 603.27,
    "text": "Man sieht aber auch dass auch zumindest dissoziative Momente auf einer emotionalen Ebene glaube ich eine Rolle spielen."
  },
  {
    "start": 603.33,
    "end": 615.03,
    "text": "Also die Therapeutin spricht ja auch von einer Spaltung in sich kognitiv Mit dem Verstand kann sie vielleicht mit einer wie auch immer gearteten Geschichte traurig oder es hier von Weinen die Rede mitgehen."
  },
  {
    "start": 615.37,
    "end": 632.51,
    "text": "Aber emotional fühlt sie nichts, das heißt da wird schon irgendwie... Hier bricht vielleicht ein Moment durch dass ein Gefühl nicht in Zusammenhang gebracht werden kann, mit dem was passiert ist und man kann zumindest überlegen und vermuten ob das in Agnes selbst nicht auch der Fall ist."
  },
  {
    "start": 632.61,
    "end": 639.77,
    "text": "Also ob die Therapeutin hier auch in der Gegenübertragung etwas erlebt also dass etwas geschieht was nicht zusammengebracht wird."
  },
  {
    "start": 640.99,
    "end": 654.41,
    "text": "Man könnte vermuten hier geht es vielleicht nicht so sehr um Dissoziation jetzt im ganz engen Sinne Aber doch um so etwas wie Identitätsdiffusion, also dass es keine stabiles Gesamtkonzept der Identität gibt die alles zusammenhält."
  },
  {
    "start": 654.49,
    "end": 661.89,
    "text": "Sondern identität situativ in Anpassung jeweils auf das Gegenüber immer wieder hergestellt wird und dadurch auch Wirklichkeit immer wieder konstruiert"
  },
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    "end": 662.11,
    "text": "wird.\"."
  },
  {
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    "end": 680.73,
    "text": "Also es gibt glaube ich mehr Formen von Lügen, als sich jetzt in einer Tabelle fassen lässt."
  },
  {
    "start": 681.45,
    "end": 686.53,
    "text": "Aber wenn man so auf typische Formen guckt wäre eine die sogenannte Defensive-Lüge."
  },
  {
    "start": 687.31,
    "end": 693.77,
    "text": "also man benutzt eine Lüge um sich zum Beispiel vor einem Moment von Scham oder Ähnlichem zu schützen."
  },
  {
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    "end": 697.13,
    "text": "Also klassischerweise wäre so etwas ein Alibi."
  },
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    "end": 698.71,
    "text": "Ich war es nicht!"
  },
  {
    "start": 700.33,
    "end": 701.27,
    "text": "oder eine Ausrede."
  },
  {
    "start": 701.57,
    "end": 706.51,
    "text": "Warum möchte ich jetzt nicht mitgehen zur Hochzeit kommen, weil ich total krank bin?"
  },
  {
    "start": 706.63,
    "end": 712.25,
    "text": "Also ich möchte mich vor einer unangenehmen Situation Schuldgefühlen konflikten schützen indem ich etwas erfinde."
  },
  {
    "start": 713.19,
    "end": 727.67,
    "text": "Könnte hier bei Agnes drüber nachdenken wirkt jetzt aber gar nichts so sehr dass das sozusagen immer ein defensiven Charakter hat sondern es wird ja ein bisschen aktiv auch konstruiert diese verschiedenen Versionen der Wirklichkeit also gar nicht nur sehr in Reaktion auf eine Bedrängnis."
  },
  {
    "start": 729.35,
    "end": 732.71,
    "text": "Eine andere Form des Lügens wäre das sogenannte nazistische Lügen."
  },
  {
    "start": 733.43,
    "end": 743.55,
    "text": "Also hier wird, wir werden es an einem späteren Fallbeispiel noch ein bisschen ausführlicher dann diskutieren, das Lügen eingesetzt um sich letztlich in eine mächtige Position zu bringen."
  },
  {
    "start": 744.07,
    "end": 756.43,
    "text": "also sei ist dass man sich selbst mächtiger erfindet als man eigentlich ist oder größer und grandioser Statuslüge, dass man einen Titel sich gibt, den man gar nicht hat oder Geschichten um sich herum konstruiert."
  },
  {
    "start": 756.63,
    "end": 759.97,
    "text": "Bekanntschaften die man angeblich hat, die einen irgendwie aufwerten sollen."
  },
  {
    "start": 760.33,
    "end": 762.55,
    "text": "sei es aber auch durch das Lügen selbst."
  },
  {
    "start": 762.67,
    "end": 768.79,
    "text": "also indem wir nämlich durch das lügen das werden wir wenn wir über Politik sprechen noch ein bisschen hören schon in eine mächtige Position begibt."
  },
  {
    "start": 769.07,
    "end": 778.53,
    "text": "Nämlich steuern zu können Die Wahrnehmung des anderen manipulieren zu können Ein wenig Herrschaft darüber zu bekommen was der andere glaubt oder nicht glaubt."
  },
  {
    "start": 778.81,
    "end": 787.33,
    "text": "Ja, und kann sich das vielleicht ein bisschen vorstellen wie einen Marionettenspieler, der die Puppen lenkt zu sagen dass da ist die Konstruktion dahinter?"
  },
  {
    "start": 789.15,
    "end": 792.43,
    "text": "Also das finde ich jetzt hier bei Agnes auch nicht unbedingt im Vordergrund."
  },
  {
    "start": 792.55,
    "end": 803.65,
    "text": "also dass es jetzt groß darum geht die Therapeutin zu blenden oder irgendwie Macht- und Kontrolle auszuüben und sich in einem grandiosen Zusammenhang vor der Therapeutinn darzustellen."
  },
  {
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    "end": 806.69,
    "text": "Ich würde schon einen Anteil eher darin sehen."
  },
  {
    "start": 806.91,
    "end": 810.25,
    "text": "In der Weise, dass sie das Narrativ kontrolliert."
  },
  {
    "start": 810.95,
    "end": 824.61,
    "text": "Dass ich glaube ... Wenn man auf dieses Marionettenbild zurückkommt und ein bisschen das Gefühl hat, Sie muss so sagen, was in der Therapie passiert auch beherrschen durch ihre verschiedenen Erzählungen oder Versionen."
  },
  {
    "start": 824.99,
    "end": 826.99,
    "text": "Oder auch im alltäglichen Leben."
  },
  {
    "start": 828.49,
    "end": 832.01,
    "text": "Eine weitere Variante wäre das sogenannte sadistische Lügen."
  },
  {
    "start": 832.61,
    "end": 839.01,
    "text": "Hier geht es nicht nur darum, sich selbst aufzuwerten sondern eigentlich auch den anderen durch das Lügen anzugreifen."
  },
  {
    "start": 839.59,
    "end": 846.17,
    "text": "Also das Lügen als ein Mittel des Denken die Wahrnehmung die Urteilskraft des Anderen zu attackieren."
  },
  {
    "start": 846.91,
    "end": 849.33,
    "text": "also klassischerweise wäre so etwas wie Gaslighting."
  },
  {
    "start": 849.73,
    "end": 856.61,
    "text": "Also indem man versucht in anderen Mitteln der Lüge eine Situation zu bringen in der er hilflos und ausgeliefert ist."
  },
  {
    "start": 857.05,
    "end": 862.81,
    "text": "Das räumt sich durchaus auf nazistisches Lügen, hat aber hier noch mal mehr einen destruktiven und aggressiven Charakter."
  },
  {
    "start": 863.49,
    "end": 866.01,
    "text": "Auch das werden wir noch an unserem späteren Fallbeispiel ein bisschen"
  },
  {
    "start": 866.05,
    "end": 866.51,
    "text": "kennenlernen.\"."
  },
  {
    "start": 866.93,
    "end": 880.75,
    "text": "Und auch – und es steckt in dem Wortsatismus immer ein bisschen mit drin diesen Lustcharakter daran auch also dass irgendeine Befriedigung oder Freude daraus auch gezogen wird oder das Machtgefühl als berauschend ja eben in irgendeiner Weise positiv auch irgendwo besetzt ist."
  },
  {
    "start": 881.33,
    "end": 882.77,
    "text": "Später war ja das Fallbeispiel dazu."
  },
  {
    "start": 884.37,
    "end": 886.79,
    "text": "Das finde ich jetzt hier nicht so im Vordergrund bei Agnes."
  },
  {
    "start": 887.01,
    "end": 904.99,
    "text": "Zumindest berichtet die Therapeutin jetzt nicht von einer Übertragung, Gegenübertragungsdynamik in der sie sich irgendwie so niedergemacht fühlt oder von Agnes irgendwie jetzt sadistisch gequält oder sie selbst in eine quälende Rolle käme Ein wenig als er sich fragt ob es ungerecht ist."
  },
  {
    "start": 905.09,
    "end": 910.05,
    "text": "also da steckt das ein bisschen drin Also dass man dem anderen weh tut durch seinen Urteil und seine Wahrnehmung."
  },
  {
    "start": 910.29,
    "end": 912.79,
    "text": "aber ich finde nicht dass die Fallgeschichte davon beherrscht."
  },
  {
    "start": 915.19,
    "end": 919.89,
    "text": "Eine vierte Form des Lügen wäre das sogenannte Lügen aus Einsamkeit."
  },
  {
    "start": 920.65,
    "end": 932.51,
    "text": "Hier geht es darum, letztlich Varianten biografische Ausschmirkungen und vielleicht auch Leidensgeschichten Opfernarrative zu erfinden um letztlich Verbindung zum anderen herzustellen."
  },
  {
    "start": 932.59,
    "end": 937.57,
    "text": "also hier geht's eigentlich nicht nur um den Wunsch grandios zu sein sondern überhaupt in Kontakt mit dem Andern zu kommen."
  },
  {
    "start": 938.47,
    "end": 949.81,
    "text": "Also das Lügen aus Einsamkeit ein bisschen, kann man dabei an Pipi Langstrumpf denken ist quasi in den Lehrraum also des Weisenkind oder wo keine Eltern da sind sich fantastische Geschichten zu erfinden."
  },
  {
    "start": 951.19,
    "end": 967.63,
    "text": "Was der Vater alles für einen Seeräuber Kapitän und sonst was isst Und eigentlich so etwas wie sich Gesellschaft herbeizu- erfinden mit der Fantasie und dadurch sich lauter Geschichten auszudenken aber auch sich für den anderen interessanter zu machen, also aus der Erwartung so wie ich selbst bin."
  },
  {
    "start": 968.27,
    "end": 970.07,
    "text": "Bin ich nicht interessant genug für dich?"
  },
  {
    "start": 970.27,
    "end": 976.43,
    "text": "Ich muss etwas erfinden damit du mich magst, damit ich interessant bin, damit hier irgendwie wohl gelitten"
  },
  {
    "start": 976.49,
    "end": 976.63,
    "text": "bin.\"."
  },
  {
    "start": 977.51,
    "end": 990.99,
    "text": "Oder das wäre in der Variante des Opfer-Narrativs, damit man Mitleid und Aufmerksamkeit bekommt – also etwas sich auszudenken was einem oder massiv auszuschmücken was einem passiert ist, damit sich der andere um einen kümmert!"
  },
  {
    "start": 991.81,
    "end": 993.57,
    "text": "Auch da gibt es glaube ich sehr viele Beispiele."
  },
  {
    "start": 994.75,
    "end": 998.19,
    "text": "Also, es gibt in dem von uns auch geschätzten Podcast Psychologie to Go!"
  },
  {
    "start": 998.39,
    "end": 1021.75,
    "text": "von Franka Caruti eine Folge über das pathologische Lügen, in der sie die Fallgeschichte erzählt von einer Frau, die erfunden hat dass Sie in den World Trade Center Anschlägen betroffen waren und aus dem brennenden Hochhaus fliehen konnte Und dann Vorsitzende wird von dieser Opfergesellschaft usw.. und sich herausstellt, dass sie überhaupt keinen Bezug zu diesen World Trade Center-Geschichten war."
  },
  {
    "start": 1021.81,
    "end": 1026.369,
    "text": "Nicht mal in New York war zur Zeit des Anschlags das auch sehr instruktiv dafür."
  },
  {
    "start": 1027.01,
    "end": 1031.25,
    "text": "Kann man diskutieren ist das aus Einsamkeit heraus oder ist es aus nazistischen Motiven raus?"
  },
  {
    "start": 1031.329,
    "end": 1031.99,
    "text": "Oder beides?"
  },
  {
    "start": 1032.369,
    "end": 1035.469,
    "text": "aber aus so einer Motivdynamik kann sich das vielleicht ein wenig speisen."
  },
  {
    "start": 1036.969,
    "end": 1038.829,
    "text": "Siehst du das bei Agnes hier gegeben?"
  },
  {
    "start": 1040.03,
    "end": 1048.81,
    "text": "also ich finde es an der Stelle noch schwierig zu sagen aus dem was da ist Zumindest schon ein bisschen so, als würde es in eine Richtung auch gehen."
  },
  {
    "start": 1049.49,
    "end": 1068.49,
    "text": "Man kann zumindest mal vermuten, dass sie die Geschichten anpasst um vielleicht den gewissen anderen Art von Aufmerksamkeit zu erhalten oder Interesse zu wecken oder bestimmte Gefühle hervorzurufen bei dem anderen diese gerade aus irgendeinem Grund erzeugen möchte oder selber braucht."
  },
  {
    "start": 1069.07,
    "end": 1070.99,
    "text": "Deswegen würde ich schon in diese Richtung vermuten."
  },
  {
    "start": 1072.85,
    "end": 1077.83,
    "text": "Der letzte Punkt betrifft das sogenannte strukturelle oder auch habituelle Lügen."
  },
  {
    "start": 1078.57,
    "end": 1096.53,
    "text": "Hier geht es darum, dass die Lüge jetzt nicht nur situativ in einzelnen Momenten eingesetzt wird quasi ein Mittel ist um etwas zu erzeugen sondern die Lücke eine grundlegende Form ist das eigene selbst, die eigenen psychischen Vorgänge und Beziehungen zu organisieren."
  },
  {
    "start": 1097.25,
    "end": 1101.949,
    "text": "also das Lügen ist quasi Teil eigentlich einer Form der Selbstregulation."
  },
  {
    "start": 1103.149,
    "end": 1116.149,
    "text": "Hier sind eigentlich Wahrheit und Lüge kaum noch zu unterscheiden, weil die Person die Lügee eigentlich strukturell also dauerhaft verwendet um irgendwie den Kontakt mit dem anderen zu regulieren und zu organisieren."
  },
  {
    "start": 1117.229,
    "end": 1125.469,
    "text": "Kann soweit gehen bis dass die Person eigentlich letztlich keine klare Auskunft das ist auch in einem Fall Beispiel von Ashonasy die sich damit viel beschäftigt hat."
  },
  {
    "start": 1125.99,
    "end": 1133.669,
    "text": "Keine klare Ausskunft über ihren eigenen Namen und über das wer sie eigentlich isst wo sie wohnt ihre richtige Adresse ihren richtigen Beruf gibt."
  },
  {
    "start": 1133.79,
    "end": 1139.209,
    "text": "Also das auch schon sozusagen auf dieser fundamentalen Grunddatenebene korrumpiert ist durch bestimmte"
  },
  {
    "start": 1139.29,
    "end": 1139.79,
    "text": "Versionen.\"."
  },
  {
    "start": 1141.209,
    "end": 1144.729,
    "text": "Also dieses strukturelle Lügen, das kann man bei Agnes ganz gut sehen."
  },
  {
    "start": 1144.87,
    "end": 1170.99,
    "text": "also vorhin hatten wir es ja angerissen mit diesem unbewussten Seite des Lügens oder eben hier auch vielleicht wirklich auf dieser strukturen Ebene also dass ihre Innenwelt, ihre Art und Weise wie sie in Beziehung tritt, in Kontakt tritt so strukturiert das Ja, ich glaube wirklich fast gar nicht anders kann als Beziehung sich so vorzustellen dass man ständig irgendwas herumschieben muss um eine Beziehungen irgendwie eingehen zu können."
  },
  {
    "start": 1172.29,
    "end": 1179.31,
    "text": "Wie würdest du denn vor diesem Hintergrund ihren Traum verstehen also wo sie den Schweinen gute Nahrung und Abfall hinwirft?"
  },
  {
    "start": 1179.389,
    "end": 1182.11,
    "text": "Und die Schweine fressen beides als gibt es keinen Unterschied."
  },
  {
    "start": 1183.49,
    "end": 1189.59,
    "text": "Ja, das ist eines der Motive aus dem Fallbeispiel von Neuchonassie und ich glaube dieser Traum ist ziemlich bemerkenswert."
  },
  {
    "start": 1189.629,
    "end": 1192.29,
    "text": "Und dass die Patientin diesen Traum träumen konnte."
  },
  {
    "start": 1193.629,
    "end": 1207.75,
    "text": "Die Patientin kann in den Traum glaube ich selber verstehen, dass es in ihren Erzählungen also dem was sie füttert etwas gibt was wahrhaftig isst Also das gute Essen und etwas was nicht wahrhaftich ist vielleicht lügnerisch ist."
  },
  {
    "start": 1207.85,
    "end": 1209.07,
    "text": "Das ist der Abfall der Müll."
  },
  {
    "start": 1209.75,
    "end": 1217.81,
    "text": "und im Traum Ist das Schwein vielleicht die Analythikerin, die das was erzählt wird, das was gefüttert wird fressen soll."
  },
  {
    "start": 1218.31,
    "end": 1226.77,
    "text": "Im Traum macht sie das Unterschieds los und ich glaube damit bringt die Patientin eine große Angst oder eine große Befürchtung, die sie hat über die Analytikerin zum Ausdruck."
  },
  {
    "start": 1227.09,
    "end": 1241.949,
    "text": "Nämlich dass die Analygikerin davon nichts bemerken könnte und sie einfach unterschiedlos und unbemerkt sowohl des Gutes als auch des Schlechte was sie gibt frisst und schluckt und es eben gar keine Unterscheidungen gibt."
  },
  {
    "start": 1242.57,
    "end": 1247.909,
    "text": "Und ich glaube, hier ist es zentral, dass die Analytikerin genau das bemerken kann."
  },
  {
    "start": 1248.01,
    "end": 1258.51,
    "text": "Also wir hören ein bisschen am Hintergrund, dass sie durchaus auch bemerkt, was geschieht und ich glaub', das wäre dann auch sehr wichtig, das entsprechend in der Therapie einzubringen wie das auch Roschonnessy gemacht hat."
  },
  {
    "start": 1260.189,
    "end": 1272.01,
    "text": "Ich glaube' ,dass die Patientin zumindest unbewusst oder vorbewusst wahrscheinlich einen Wunsch hatte und das kommt ja da vielleicht im Traum zum Ausdruck irgendwo auch Dass es doch jemand anders bemerken könnte."
  },
  {
    "start": 1272.49,
    "end": 1277.09,
    "text": "Im Traum ist sie irgendwie frappiert und überrascht, dass die Schwerne den Unterschied nicht merken."
  },
  {
    "start": 1277.53,
    "end": 1280.33,
    "text": "Ich glaube das ist etwas Resignatives in der Patientin."
  },
  {
    "start": 1280.83,
    "end": 1300.59,
    "text": "Etwas was sie in irgendeiner Weise vielleicht schon vorher erfahren hat, dass es sozusagen keinen Unterschied macht oder jemanden nicht merkt, dass sie eigentlich verloren, also selbst völlig orientierungslos und verloren isst und sofern sowas in einer Therapie zur Sprache gebracht werden kann eine... Potenziell entstehende Hoffnung dadurch, dass das anders sein kann."
  },
  {
    "start": 1300.629,
    "end": 1305.689,
    "text": "Dass es da jemanden gibt der hinguckt und dem das doch sehr wohl auffällt."
  },
  {
    "start": 1307.01,
    "end": 1310.27,
    "text": "Also zumindest kann man überlegen ob der Traum diese Frage stellt."
  },
  {
    "start": 1310.33,
    "end": 1311.409,
    "text": "also bemerkst du das?"
  },
  {
    "start": 1311.83,
    "end": 1314.07,
    "text": "Der Traum beantwortet sie ein wenig nazistisch."
  },
  {
    "start": 1314.129,
    "end": 1317.07,
    "text": "also das wäre so der Marinettenspieler verachtend eigentlich!"
  },
  {
    "start": 1317.169,
    "end": 1326.169,
    "text": "Du bemerksest nicht ich werfe dir da den Müll hin und du merkst es nicht einmal und man hat dabei das Gefühl dass sie eigentlich fast darin selbst gefangen ist."
  },
  {
    "start": 1326.83,
    "end": 1328.11,
    "text": "Also in dieser Perspektive."
  },
  {
    "start": 1328.729,
    "end": 1338.729,
    "text": "Und daran auch das Moment der Hoffnung, dass es jemand bemerkt, dass ihr jemand hilft aus diesem Konstrukt von Abfall und guter Nachung zwischen Wahrheit und Lüge herauszukommen?"
  },
  {
    "start": 1339.81,
    "end": 1356.709,
    "text": "Ja, ich glaube, das zeigt auch wenn man mit so was arbeitet, dass nicht darum geht den anderen in irgendeiner Weise zu entlarven oder sozusagen wie in einem Crime-True-Crime-Podcaste-Lüge zu überführen sondern dass es darum geht... irgendwie zu bemerken, es stimmt irgendwas nicht."
  },
  {
    "start": 1356.75,
    "end": 1373.55,
    "text": "Irgendwas ist nicht stimmig ich kann das auch zur Sprache bringen aber gleichzeitig in Beziehung bleiben und dass das also auf einer ganz eine eigentlich ganz andere Ebene geht nämlich eigentlich um eine Beziehungs-Ebene und wie man gemeinsam in einen Kontakt treten kann in einem unverstellten Kontakt."
  },
  {
    "start": 1373.75,
    "end": 1379.889,
    "text": "denn aus irgendeinem Grund scheint es ja wichtig zu sein hier gewisse Mauern aufzubauen oder Verwirrung zu stiften."
  },
  {
    "start": 1380.449,
    "end": 1387.33,
    "text": "Also die Analytikerin hat nicht die Aufgabe herauszufinden, was jetzt wirklich stimmt und ob sie jetzt einen engen Kontakt zur Mutter hat oder nicht."
  },
  {
    "start": 1388.11,
    "end": 1397.25,
    "text": "Sondern rauszufinden was es bedeutet dass die Patientin sich darüber so in Unklaren lässt und sie die ganze Zeit mit neuen Versionen überzieht."
  },
  {
    "start": 1398.01,
    "end": 1401.649,
    "text": "also was hat die Lüge für eine Funktion in der Beziehung?"
  },
  {
    "start": 1401.729,
    "end": 1403.389,
    "text": "Was wird ihr dadurch mitgeteilt?"
  },
  {
    "start": 1404.03,
    "end": 1410.709,
    "text": "Und die Therapeutin erfährt ja ein bisschen was darüber nämlich wie's ihr geht dass sie in diese Konfusion und in diese innere Spaltung gerät."
  },
  {
    "start": 1412.09,
    "end": 1421.31,
    "text": "Ich glaube, das wollen wir noch ein bisschen genauer verstehen aber dazu ist es vielleicht hilfreich nochmal einen Schritt zurückzugehen und sich ein wenig die Entwicklungsgeschichte von Lügen anzuschauen."
  },
  {
    "start": 1421.59,
    "end": 1431.189,
    "text": "Wir werden etwas von der Biografie von Agnes Mauer fahren gucken uns jetzt aber erstmal allgemein an wie Lügen eigentlich in der kindlichen Entwicklung auftritt und was es dort bedeutet."
  },
  {
    "start": 1432.689,
    "end": 1439.949,
    "text": "Dazu Haben wir eine kleine alltägliche Szene, wie sie vielleicht die ein oder andere durchaus auch von sich selbst oder von eigenen Kindern kennt?"
  },
  {
    "start": 1441.409,
    "end": 1442.61,
    "text": "Eine Mutter kommt nach Hause."
  },
  {
    "start": 1443.59,
    "end": 1449.31,
    "text": "Auf dem Tisch stand eine schale Kirschen, die eigentlich für alle gedacht war – jetzt ist sie leer!"
  },
  {
    "start": 1450.469,
    "end": 1454.01,
    "text": "Die Mutter fragt ihr Kind, sag mal hast du die ganzen Kirschan"
  },
  {
    "start": 1454.07,
    "end": 1454.649,
    "text": "aufgegessen?!"
  },
  {
    "start": 1455.51,
    "end": 1456.669,
    "text": "Die waren doch für uns alle!"
  },
  {
    "start": 1457.449,
    "end": 1461.709,
    "text": "Das Kind hat rote Finger und einen verschmierten Mund, Kirschkerne liegen im Zimmer…."
  },
  {
    "start": 1472.87,
    "end": 1476.229,
    "text": "Ja, ich glaube das kann man noch nicht so per se beantworten."
  },
  {
    "start": 1476.669,
    "end": 1497.11,
    "text": "Angesichts dessen dass in dieser Situation viele Evidenzen herum lagen würde ich eher vermuten, Kinder, wenn sie noch klein sind fällt es ja schwer sich in die Perspektive eines anderen hinein zu versetzen und überhaupt ist ihr ganzes Denken noch ganz anders strukturiert."
  },
  {
    "start": 1497.389,
    "end": 1501.77,
    "text": "Zum Beispiel können Sie noch nicht so gut zwischen Fantasie und Realität unterscheiden."
  },
  {
    "start": 1502.11,
    "end": 1508.149,
    "text": "oder das ein Wunsch, wenn Sie ihn auf eine bestimmte Weise ausdrücken oder konstellieren nicht unbedingt auch gleich wahr wird?"
  },
  {
    "start": 1508.29,
    "end": 1511.51,
    "text": "Und ich glaube hier ist das Wunschen denken Dominant."
  },
  {
    "start": 1511.75,
    "end": 1521.469,
    "text": "Es soll so nicht gewesen sein, das Kind nimmt durchaus schon den Vorwurf in der Stimme der Mutter wahr und merkt irgendwie es hätte vielleicht auch etwas nicht machen sollen, vielleicht hattest du's auch schon vorher gehört?"
  },
  {
    "start": 1521.85,
    "end": 1528.83,
    "text": "Und jetzt dominiert aber das Wunschdenken, so solls jetzt nicht gewesen sind ich will es nicht gewesen seien und deswegen ist das jetzt die Wahrheit."
  },
  {
    "start": 1530.35,
    "end": 1536.49,
    "text": "Ich glaube nicht dass es da wirklich schon um eine bewusste Ebene der Manipulation per se geht."
  },
  {
    "start": 1538.33,
    "end": 1546.209,
    "text": "Also Verleugnung als ein Abstreiten einer schwer erträglichen Realität, die man psychisch noch nicht gut verantworten kann."
  },
  {
    "start": 1547.129,
    "end": 1552.469,
    "text": "Ohne aber die Fähigkeit sich jetzt in den anderen hineinzudenken und ihn bewusst zu täuschen."
  },
  {
    "start": 1552.57,
    "end": 1558.149,
    "text": "also was müsste die Mama denn jetzt eigentlich hören und sehen damit sie mir das auch abkauft?"
  },
  {
    "start": 1558.909,
    "end": 1564.03,
    "text": "Damit dass ich diese Kirche nicht gegessen habe Das ist etwas kleinen Kindern erstmal noch schwerfällt."
  },
  {
    "start": 1564.11,
    "end": 1574.649,
    "text": "also man spricht auch von diesem natürlichen Egozentrismus dass die Kinder ihre Perspektive auf die Welt mit der Perspektiv von allen Menschen auf die Welten gleichsetzen."
  },
  {
    "start": 1576.169,
    "end": 1580.729,
    "text": "Also es kann noch nicht unterschieden werden zwischen dem was ich weiß und das, was der andere weiß."
  },
  {
    "start": 1580.83,
    "end": 1582.169,
    "text": "wie guckt der Andere auf die welt?"
  },
  {
    "start": 1582.25,
    "end": 1583.469,
    "text": "Wie gucke ich auf diewelt?"
  },
  {
    "start": 1584.53,
    "end": 1591.35,
    "text": "Und wenn man das noch nicht kann, kann man eigentlich auch noch nicht lügen weil man zum Lügen ja gerade diese Vorstellung braucht."
  },
  {
    "start": 1591.669,
    "end": 1599.49,
    "text": "Was muss ich dir denn an Informationen geben oder vorenthalten um aus deiner Perspektive das zu erzeugen, was ich gerne erzeugten möchte."
  },
  {
    "start": 1600.57,
    "end": 1607.99,
    "text": "Hier glaube auch, dass Kind streitet die Realität einfach ab und wünscht sich, dass die Mutter die Wahrnehmung dieser Realität übernimmt."
  },
  {
    "start": 1608.969,
    "end": 1614.01,
    "text": "Verleugnen ist für kleine Kinder typisch heißt aber nicht, dass es verloren geht in den späteren Lebensaltern."
  },
  {
    "start": 1614.61,
    "end": 1624.189,
    "text": "Manchmal ist es genauso in späteren größeren Erwachsenenalter oder auch bei Politikern so zu sehen, dass einfach Realität... gegen jede Evidenz einfach abgestritten wird."
  },
  {
    "start": 1624.25,
    "end": 1625.129,
    "text": "Nein, das war ich"
  },
  {
    "start": 1625.229,
    "end": 1625.389,
    "text": "nicht.\"."
  },
  {
    "start": 1626.689,
    "end": 1633.01,
    "text": "Also im Grunde des ganz klassischer Motivs wenn ich mir die Hände vor den Augen vor die Augen halte dann gibt es die Welt nicht mehr."
  },
  {
    "start": 1633.05,
    "end": 1634.25,
    "text": "Dann kann man mich auch nicht mehr sehen."
  },
  {
    "start": 1634.409,
    "end": 1638.61,
    "text": "Ich war es nicht und bin weg weil ich sehe nichts mehr also sehen die anderen auch nichts mehr."
  },
  {
    "start": 1639.649,
    "end": 1643.11,
    "text": "Was würde denn jetzt die Antwort des Kindes zu einer Lüge machen?"
  },
  {
    "start": 1643.229,
    "end": 1643.669,
    "text": "Und wie alt?"
  },
  {
    "start": 1643.75,
    "end": 1644.889,
    "text": "müsste das Kind dafür sein?"
  },
  {
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    "end": 1648.99,
    "text": "Ja es könnte vielleicht genau das gleiche sagen auch wieder nein!"
  },
  {
    "start": 1650.229,
    "end": 1654.03,
    "text": "Aber es hätte vielleicht den Charakter eben schon einer bewussten Konstruktion."
  },
  {
    "start": 1654.389,
    "end": 1663.03,
    "text": "Also zum Beispiel, indem er sich vorher den Mund abwirscht die Kirschkerne verschwinden lässt und überhaupt alle Spuren, die zu ihm führen könnten."
  },
  {
    "start": 1663.49,
    "end": 1680.51,
    "text": "Das heißt das Kind kann sich schon wirklich in den anderen hineinversetzen sozusagen mit den Augen des Anderen sehen wenn es den Raum betritt was der andere dann eben sehen und erleben wird Und dann wird es zu einer bewussten Täuschung eigentlich erst per se."
  },
  {
    "start": 1680.75,
    "end": 1686.07,
    "text": "Das heißt, ich will dass der andere etwas anderes denkt als das was eigentlich stattgefunden hat."
  },
  {
    "start": 1686.35,
    "end": 1687.37,
    "text": "Was ich eigentlich weiß."
  },
  {
    "start": 1689.33,
    "end": 1689.469,
    "text": "D.h.,"
  },
  {
    "start": 1689.79,
    "end": 1695.409,
    "text": "die Lüge bedeutet, dass das Kind so etwas wie eine alternative Realität für die Mutter aufbaut?"
  },
  {
    "start": 1696.169,
    "end": 1699.49,
    "text": "Was ist nur kann wenn es aus ihrer Perspektive die Situation denkt."
  },
  {
    "start": 1699.59,
    "end": 1703.149,
    "text": "also welche andere Erklärungen könnte denn auch plausibel sein?"
  },
  {
    "start": 1703.83,
    "end": 1706.81,
    "text": "Was könnte denn die Wahrnehmung der Mutter irgendwie verunsichern?"
  },
  {
    "start": 1707.59,
    "end": 1710.27,
    "text": "Wodurch wäre die Mutter denn in ihrem Urteil nicht mehr ganz sicher?"
  },
  {
    "start": 1711.149,
    "end": 1714.05,
    "text": "Nimm das Kind sich unschuldig stellt, dann weiß die Mutter nicht mehr."
  },
  {
    "start": 1714.11,
    "end": 1717.75,
    "text": "Ist es bin ich jetzt ungerecht oder habe ich schon richtig gedacht?"
  },
  {
    "start": 1717.889,
    "end": 1719.27,
    "text": "Das weiß die mutter nicht ganz genau?"
  },
  {
    "start": 1720.33,
    "end": 1729.85,
    "text": "Oder dass wer dann schon ein bisschen perfider des kind würde quasi die geschichte weiterspinnen und sagen Ich war's nicht aber ich hab meine schwester vorhin da laufen sehen in die küche vielleicht hat die ja gegessen."
  },
  {
    "start": 1730.669,
    "end": 1743.669,
    "text": "Also das ist schon ein bischen mehr maligner weil das ja die schuld zu einem anderen hin verschiebt Aber ist eine eminente geistige Leistung, weil es ein Narrativ konstruiert was für die Mutter plausibel sein könnte."
  },
  {
    "start": 1744.449,
    "end": 1749.01,
    "text": "Die Schuld jemand anderem zu geben als einem selbst oder zumindest die Wahrnehmung zur Verunsichern."
  },
  {
    "start": 1750.01,
    "end": 1754.07,
    "text": "Kinder sind dazu ungefähr im Alter von vier bis fünf Jahren in der Lage."
  },
  {
    "start": 1754.149,
    "end": 1767.11,
    "text": "das ist natürlich immerhin ein bisschen davon dem einzelnen Kind ab und man spricht hier auch von der sogenannten Theory of Mind also Kinder die eine Theorie über das Geistige über die psychische Perspektive eines anderen entwickeln."
  },
  {
    "start": 1768.31,
    "end": 1776.949,
    "text": "Erst ab diesem Alter spricht man also von einer Lüge und Entwicklungspsychologen sind eigentlich immer ganz froh, wenn Kinder das machen, weil es ein Zeichen von geistiger Reife"
  },
  {
    "start": 1777.07,
    "end": 1777.229,
    "text": "ist.\"."
  },
  {
    "start": 1778.31,
    "end": 1788.889,
    "text": "Das ist auch deswegen etwas ganz Wichtiges, weil das Kind damit eine Maske entwickeln kann – und jetzt nicht nur im negativen Sinne sozusagen was Falsches vorgeben sondern auch in einem schützenden Sinne!"
  },
  {
    "start": 1789.07,
    "end": 1791.07,
    "text": "Das ist dem Kind vorher ganz schwer möglich."
  },
  {
    "start": 1792.33,
    "end": 1801.189,
    "text": "Es kann sich sozusagen noch nicht so gut vor seiner Außenwelt verbergen, weil im wahrsten Sinne des Wortes seine Gedanken und seinen Wesen ganz offen für die Welt liegen."
  },
  {
    "start": 1801.25,
    "end": 1810.07,
    "text": "Also wenn man Kinder beim Spielen beobachtet, die sprechen ja zum Beispiel erstmal laut und erst mit der Zeit so etwas wie ein Versteck entstehen kann – ein Geheimnis!"
  },
  {
    "start": 1810.27,
    "end": 1815.77,
    "text": "Und das auch etwas Ganz Konstitutives für die Ich-Entwicklung bei einem Menschen ist."
  },
  {
    "start": 1817.969,
    "end": 1822.37,
    "text": "Das Gesicht selbst dann auch zu einer Maske werden kann, also instruktiv."
  },
  {
    "start": 1822.469,
    "end": 1823.49,
    "text": "dabei ist das Lächeln."
  },
  {
    "start": 1824.01,
    "end": 1833.37,
    "text": "Dass man aufsetzen kann... Also ein Babylächeln ist nicht aufgesetzt sondern eine spontane Reaktion des Kindes in dem eigentlich sein Gefühlsleben Ausdruck findet."
  },
  {
    "start": 1834.05,
    "end": 1838.87,
    "text": "Das Lächel eines älteren Kindes oder Erwachsenen kann quasi hergestellt sein für den anderen."
  },
  {
    "start": 1838.929,
    "end": 1847.77,
    "text": "Das ist eine Maske und das lächeln schützt auch in gewisser Weise es gibt dem andern etwas vor und verbirgt dabei vielleicht die eigenen wirklichen Empfindungen."
  },
  {
    "start": 1848.469,
    "end": 1851.77,
    "text": "Das ist nicht nur Selbstschutz, sondern auch sozial unglaublich notwendig!"
  },
  {
    "start": 1851.83,
    "end": 1855.709,
    "text": "Man könnte sagen Lüge-und Taktgefühl gehen eins in eins."
  },
  {
    "start": 1856.51,
    "end": 1863.81,
    "text": "Also wie so schön heißt die Kinder und Nachhändler sprechen immer die Wahrheit aus also sind immer direkt mit dem was sie denken und empfinden."
  },
  {
    "start": 1864.689,
    "end": 1877.469,
    "text": "Takt Gefühl bedeutet ja ich enthalte dir auch etwas vor von meinen eigentlichen Gedanken und Reaktionen von der Wahrheit meines emotionalen Kerns weil es unhöflich wäre, es einfach so auszusprechen."
  },
  {
    "start": 1878.229,
    "end": 1884.07,
    "text": "Also wenn jemand ich weiß nicht jetzt einen Pickel an der Stirn hat dann sage ich nicht sofort und zeige da mit dem Finger hin was hast du denn da?"
  },
  {
    "start": 1884.27,
    "end": 1893.449,
    "text": "das sieht ja komisch aus kleine Kinder schon ältere Kinder aus Taktgefühl halten das zurück und geben sich so als wäre da gar kein Pickel."
  },
  {
    "start": 1893.79,
    "end": 1895.77,
    "text": "also dass ist jetzt nicht im engeren Sinne eine Lüge."
  },
  {
    "start": 1896.409,
    "end": 1908.09,
    "text": "aber dieselbe geistige Leistung und Entwicklung die dahinter steckt Also in einer Gesellschaft, in der wir immer alle die Wahrheit ununterbrochen aussprechen, wäre für uns schwer erträglich und eigentlich ein terroristischer Ort."
  },
  {
    "start": 1909.689,
    "end": 1913.01,
    "text": "Ja, wir sagen jetzt Lügen ist etwas zutiefst menschliches."
  },
  {
    "start": 1913.59,
    "end": 1924.31,
    "text": "Man kann es auch in so eine Art Urlüge sehen Die in einem Mythos dargestellt wird nämlich im Mythos des Oedysseus."
  },
  {
    "start": 1925.149,
    "end": 1928.11,
    "text": "Vielleicht kannst du mal paar Worte dazu sagen was da genau passiert?"
  },
  {
    "start": 1928.25,
    "end": 1934.149,
    "text": "Und warum das so Ein zentraler Gedanke oder auch ein zentraler Moment in dem Mythos ist."
  },
  {
    "start": 1935.01,
    "end": 1953.81,
    "text": "Ja, die kirchischen Mythen verhandeln ja so etwas wie die Ur- und Konfliktthemen der menschlichen Psyche Und die Odyssee sehr interessanter, sehr instruktiver Mythos Ist vielleicht so etwas Wie nicht nur die Reise des Odysseus vom Trojanischen Krieg nach Hause Nach Ithaka Sondern Die Reise einer menschlichem Psyche hin Zu einem modernen Ich."
  },
  {
    "start": 1954.969,
    "end": 1957.85,
    "text": "Das kann man an ganz unterschiedlichen Stellen Der Odyssee sehen."
  },
  {
    "start": 1958.33,
    "end": 1962.85,
    "text": "Die Urlüge, auf die wir uns hier beziehen ist die Geschichte von Odysseus bei Polyphem."
  },
  {
    "start": 1963.37,
    "end": 1971.709,
    "text": "Also Polypheme ist ein Zyklob der Menschen frisst und Odysseuss in seine Mannschaft gefangen hält und der auf einer Insel lebt wo ganz viele andere Zyklopen auch sind."
  },
  {
    "start": 1972.27,
    "end": 1975.77,
    "text": "Und Odysseuses ist dem Zyklopen an Kraft unterlegen."
  },
  {
    "start": 1975.85,
    "end": 1979.61,
    "text": "also Naturwesen sind viel größer stärker schneller als der Mensch."
  },
  {
    "start": 1980.03,
    "end": 1985.09,
    "text": "aber er kann sich eine Liste ersinnen wie er dieser Insel und diesen ganzen Zykloben entfliehen kann."
  },
  {
    "start": 1985.929,
    "end": 1990.83,
    "text": "und zwar verstellt er sich Als nämlich Polyphäen ihn fragt, wie er den heißt."
  },
  {
    "start": 1990.949,
    "end": 1991.709,
    "text": "Also wie heißt du?"
  },
  {
    "start": 1991.949,
    "end": 1992.99,
    "text": "Sagt Odysseus?"
  },
  {
    "start": 1993.469,
    "end": 1994.649,
    "text": "ich heiße niemand!"
  },
  {
    "start": 1995.57,
    "end": 1996.77,
    "text": "Ein Wortspiel im griechischen."
  },
  {
    "start": 1996.81,
    "end": 2000.709,
    "text": "das heisst Udein also so ähnlich wie Odysseuss aber nicht tatsächlich Odyssees."
  },
  {
    "start": 2001.35,
    "end": 2003.669,
    "text": "und später gelingt Odysseis die Flucht."
  },
  {
    "start": 2004.27,
    "end": 2007.05,
    "text": "er blendet den Zyklophen also sticht ihm ein Auge aus."
  },
  {
    "start": 2007.449,
    "end": 2008.09,
    "text": "ja Griechische... Das"
  },
  {
    "start": 2008.229,
    "end": 2008.969,
    "text": "einzige was er hat."
  },
  {
    "start": 2009.01,
    "end": 2009.05,
    "text": "Das"
  },
  {
    "start": 2009.149,
    "end": 2010.689,
    "text": "einzige Waser hat griecherische Mythen."
  },
  {
    "start": 2010.909,
    "end": 2018.05,
    "text": "und in dem Moment schreit der Zyklo-Polyphe nach Hilfe Und die anderen Zykloppen kommen und rufen mir, was ist denn los?"
  },
  {
    "start": 2018.25,
    "end": 2018.949,
    "text": "Wer hat dir denn etwas"
  },
  {
    "start": 2019.03,
    "end": 2019.409,
    "text": "getan?\"."
  },
  {
    "start": 2019.929,
    "end": 2023.129,
    "text": "Und Polyfem antwortet, niemand hat mehr ein Auge ausgeschlagen."
  },
  {
    "start": 2024.35,
    "end": 2026.83,
    "text": "Genau das täuscht alle Zykropen!"
  },
  {
    "start": 2026.87,
    "end": 2029.99,
    "text": "Die denken ja wenn niemand dir einen Auge aufgeschlagen hat dann ist doch alles in Ordnung."
  },
  {
    "start": 2030.49,
    "end": 2037.929,
    "text": "Er kann es nicht artikulieren er muss immer wieder diesen Niemand rufen... ...und dadurch kann Odysseus fliehen und dieser Cyklopeninsel entkommen."
  },
  {
    "start": 2038.649,
    "end": 2041.929,
    "text": "Also das wäre so etwas wie die Ur-Lüge, ist auch die perfekte Lüge."
  },
  {
    "start": 2042.03,
    "end": 2052.35,
    "text": "Weil Odysseus nicht einfach nur eine falsche Information gibt sondern er denkt eine ganze Kette an Kommunikation voraus fragt sich was wird jetzt Polyphen glauben wie ich heiße?"
  },
  {
    "start": 2052.97,
    "end": 2057.93,
    "text": "Wie wird er später rufen und wie werden die anderen Zykloppen dann auf diesen Satz reagieren?"
  },
  {
    "start": 2058.69,
    "end": 2070.25,
    "text": "Und weil Odysseuss diese Kette An Kommunikations also die Perspektive aller Beteiligten voraust denken kann is ja ihm am Ende doch überlegen obwohl er viel an körperlicher Kraft viel schwächer ist."
  },
  {
    "start": 2071.29,
    "end": 2077.55,
    "text": "Er kann also seinen eigenen Namen verbergen, er kann eine Rolle spielen und eine Wirklichkeit für andere konstruieren."
  },
  {
    "start": 2078.63,
    "end": 2093.99,
    "text": "Und das ist der Moment wo quasi eigentlich man könnte sagen die menschliche Psyche auch Gewaltmacht über die tierische Psychen bekommt ja dass viel viel schwerer fällt die es nicht so in dieser Weise kann wie das Menschen können Auch wenn natürlich Spinnen usw."
  },
  {
    "start": 2094.31,
    "end": 2095.29,
    "text": "auch ihre Listen haben."
  },
  {
    "start": 2097.03,
    "end": 2099.31,
    "text": "Ja, die Geschichte ist da ja noch nicht vorbei."
  },
  {
    "start": 2099.49,
    "end": 2117.03,
    "text": "So entkommt vorerst, möchte man eigentlich fast sagen... Also er rettet sich aufs Schiff Odysseus und ruft dann aber weil er sich doch nicht so sicher ist, also seiner Identität, er hat sich selbst als niemand bezeichnet, ruft am Ende doch seinen echten Namen."
  },
  {
    "start": 2117.23,
    "end": 2126.89,
    "text": "Also sagt erst Odysses Sohn des Laertes aus Ithaka Und gibt damit sein echten Namenspreis was ihm dann auch zum Verhängnis wird."
  },
  {
    "start": 2128.03,
    "end": 2152.91,
    "text": "Weil Polifem seinem Vater über sein Unglück erzählt und seinen Vater ist der mächtige Poseidon, also der Gott der Meere, der sich an Eudüsses Recht stellvertretend für seinen Sohn und es ihm eben unmöglich macht nach Hause zu kommen sondern die Meere sozusagen so unruhig macht dass seine Reise in weitere Ihe-Fahrten führt."
  },
  {
    "start": 2154.03,
    "end": 2161.21,
    "text": "Vielleicht war also Eudysus noch nicht an der Stelle, so wird es zumindest in der Dialektik der Aufklärung gedeutet."
  },
  {
    "start": 2161.99,
    "end": 2178.85,
    "text": "Dass er sich seiner Identität schon sicher war sondern er musste sich nochmal seine Identität zurückholen die Lüge sozusagen wieder aufheben und nochmal wirklich seinen eigenen Namen rufen und damit sozusagen sich seine Identitet versichern und sie sich wieder selber aneignen."
  },
  {
    "start": 2180.63,
    "end": 2185.39,
    "text": "Man sieht also, dass das Lügen eine Dimension von Identität aber auch Beziehung betrifft."
  },
  {
    "start": 2185.97,
    "end": 2192.45,
    "text": "Man könnte sagen die Lüge ist seit das wie eine Störung in der Beziehungen, die hier aus Not hergestellt wird."
  },
  {
    "start": 2192.57,
    "end": 2197.97,
    "text": "Also dann kann die Wahrheit darf nicht in die Beziehion kommen weil sonst Odysseus verloren wäre."
  },
  {
    "start": 2198.05,
    "end": 2199.07,
    "text": "er muss eine Lüger sind."
  },
  {
    "start": 2199.15,
    "end": 2200.25,
    "text": "es wäre eine Art Notlüge."
  },
  {
    "start": 2200.63,
    "end": 2206.81,
    "text": "Auch an einem Beispiel von der Mutter und dem Kind mit den Kirchen darf die Wahrkeit nicht in Die Beziehungskommen."
  },
  {
    "start": 2207.45,
    "end": 2212.11,
    "text": "Also für das Kind ist es aus irgendeinem Grund unerträglich, dass die Wahrheit zu Tage kommt."
  },
  {
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    "end": 2213.47,
    "text": "Ja ich habe die Kirschen"
  },
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    "end": 2213.83,
    "text": "genommen.\"."
  },
  {
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    "text": "Warum?"
  },
  {
    "start": 2215.95,
    "end": 2217.51,
    "text": "Das wäre jetzt die interessante Frage."
  },
  {
    "start": 2218.27,
    "end": 2223.47,
    "text": "also es ist glaube ich nicht sehr untypisch für Kinder aber es kann trotzdem ja sehr unterschiedliche Motive geben."
  },
  {
    "start": 2223.51,
    "end": 2223.95,
    "text": "was denkst du?"
  },
  {
    "start": 2224.01,
    "end": 2227.93,
    "text": "was könnte denn hier so für das kind eine Rolle gespielt haben warum es die wahrheit nichts sagen kann?"
  },
  {
    "start": 2229.59,
    "end": 2230.07,
    "text": "Du sagst schon."
  },
  {
    "start": 2230.17,
    "end": 2232.03,
    "text": "es kann ja ganz unterschiedliche Gründe haben."
  },
  {
    "start": 2232.29,
    "end": 2242.17,
    "text": "Es kann zum Beispiel sein Kind noch kein gefächtigtes Reifes ich entwickelt hat und damit auch so etwas wie Schuld schon gut aushalten kann."
  },
  {
    "start": 2242.75,
    "end": 2247.21,
    "text": "Schuld ist etwas, was man in sich auch erst mal zu sagen verstopft wechseln können muss."
  },
  {
    "start": 2247.49,
    "end": 2257.27,
    "text": "und gerade ab einem bestimmten Alter eben auch wenn die Kinder sich anfangen der Perspektive anderer gewahrt zu werden kommen ja solche Gefühle wie Scham, Schuld usw."
  },
  {
    "start": 2257.59,
    "end": 2258.31,
    "text": "viel mehr auf."
  },
  {
    "start": 2259.27,
    "end": 2271.01,
    "text": "Und auch da muss das Kind eben mithilfe am besten dann Der Bezugspersonen, der Eltern in seinem Umfeld lernen, ich kann auch bis zu ein gewisses Maß an Schuld aushalten."
  },
  {
    "start": 2271.09,
    "end": 2271.85,
    "text": "Kann dazu stehen?"
  },
  {
    "start": 2271.93,
    "end": 2273.73,
    "text": "Kann die Verantwortung dafür übernehmen?"
  },
  {
    "start": 2274.15,
    "end": 2289.79,
    "text": "Das ist dem Kind aber natürlich nur möglich wenn es eben nicht so sehr beschuldigt wird und vor allem auch beschämt wird in einer bestimmten Situation oder wenn die Schuld an das Kind herangeführt wird und es nicht nur ganz schlimm bestraft wird."
  },
  {
    "start": 2291.41,
    "end": 2295.75,
    "text": "Also das wäre auch möglich, dass die Mutter einfach so streng und rechend sofort reagiert."
  },
  {
    "start": 2295.79,
    "end": 2300.35,
    "text": "Dass sich das Kind vor den Reaktionen der Mutter schützt und nicht nur für den eigenen Schuldgefühl."
  },
  {
    "start": 2301.71,
    "end": 2304.09,
    "text": "Es kann natürlich auch mit Aspekten der Scham zu tun haben."
  },
  {
    "start": 2304.13,
    "end": 2307.05,
    "text": "also habe ich jetzt eben schon angerissen aber dass es wirklich im Vordergrund liegt."
  },
  {
    "start": 2307.57,
    "end": 2311.09,
    "text": "Dass da einer Schutz den Selbstwert zu erhalten liegt."
  },
  {
    "start": 2311.19,
    "end": 2315.73,
    "text": "Also dass das Kind nicht möchte, dass andere es auf eine bestimmte Art und Weise sehen."
  },
  {
    "start": 2316.41,
    "end": 2327.51,
    "text": "Kann ja zum Beispiel was zum Beispiel häufig passiert, wenn Kinder noch nicht so gut über ihre Ausscheidungen die Kontrolle haben und ihnen dann ein Missgeschick passiert sie in die Hosen machen."
  },
  {
    "start": 2327.85,
    "end": 2338.23,
    "text": "Und andere das bemerken und dann auch da diese Art von ja am Anfang Verleugnen später vielleicht auch Lügen einsetzen Sie ihre Kleidung verstecken weil vielleicht also einen Charmoment da ist."
  },
  {
    "start": 2338.35,
    "end": 2345.79,
    "text": "Ich werde als jemand gesehen der sich nicht kontrollieren kann Vielleicht als jemand kleineres als ich eigentlich sein möchte."
  },
  {
    "start": 2346.63,
    "end": 2349.59,
    "text": "Und auch da ist es ja ganz wichtig, da sensibel zu sein."
  },
  {
    "start": 2350.15,
    "end": 2352.65,
    "text": "Charme ist ein Effekt der Vernichtenkamm."
  },
  {
    "start": 2352.79,
    "end": 2357.49,
    "text": "Man spricht ja von vernichtender Charm oder vor Charme im Boden versinken und sich auflösen."
  },
  {
    "start": 2357.63,
    "end": 2359.71,
    "text": "Das kann also ein ganz mächtiges Gefühl werden."
  },
  {
    "start": 2360.31,
    "end": 2370.77,
    "text": "Auch da ist das eben dann wichtig ... Zu gucken inwiefern geht es um eine trägliche Maße an Charme, was auch zu alltäglichen oder dem Leben dazugehört?"
  },
  {
    "start": 2370.93,
    "end": 2377.19,
    "text": "Oder inwieferend geht es vielleicht schon in den Bereich, wo man einem Kind soll ich mal so seinen Schleier ein Stück weit lassen muss."
  },
  {
    "start": 2379.01,
    "end": 2384.09,
    "text": "Ja, also das würde ja als sensibler Eltern nicht darum gehen immer das wegzureißen und nein stimmt nicht!"
  },
  {
    "start": 2384.15,
    "end": 2402.89,
    "text": "Ich weiß dass du in die Hose gemacht hast oder ich weiß dass Du es genommen hast sondern auch ebenso taktvoll... Das heißt nicht verleugnen man muss nicht die Lüge mitmachen aber doch takt voll umzugehen mit den noch unbeholfenen Versuchen des Kindes eine Maske aufzusetzen Und das als etwas sehr wichtig ist auch wahr zu nehmen."
  },
  {
    "start": 2404.21,
    "end": 2411.25,
    "text": "Man könnte auch sagen, die Lüge bildet so etwas wie einen Schutzschirm gegenüber den Augen der Mutter, die dann sehr beschämen oder sehr beschuldigend erlebt werden."
  },
  {
    "start": 2411.81,
    "end": 2422.31,
    "text": "Rettet in dem Sinne das Selbstgefühl und auch die Beziehung an der Oberfläche aber richtet auch einen hier nicht dramatischen Aber einen kleinen Schaden in der Tiefe der Beziehungen."
  },
  {
    "start": 2423.17,
    "end": 2426.15,
    "text": "also jetzt ist etwas unausgesprochenes zwischen den beiden."
  },
  {
    "start": 2427.05,
    "end": 2432.29,
    "text": "Die Mutter glaubt dann vielleicht daran, dass das Kind noch so ist wie das Kind sich sehen möchte."
  },
  {
    "start": 2432.35,
    "end": 2437.11,
    "text": "Aber das Kind weiß, dass eigentlich dieses Moment der Beziehung auf einer Unwahrheit steht."
  },
  {
    "start": 2437.93,
    "end": 2448.65,
    "text": "Man könnte auch sagen, was die Mutter dann macht also wie die Mutter reagiert gerade wenn sie an die Lüge glaubt erreicht für das Kind nicht mehr das wirkliche oder das wahre selbst."
  },
  {
    "start": 2449.37,
    "end": 2454.57,
    "text": "Also wenn das Kind gelobt wird zum Beispiel Toll, dass du nicht die Kirschen gegessen hast."
  },
  {
    "start": 2454.63,
    "end": 2473.29,
    "text": "Ja wenn man sich das jetzt so vorstellt und es wird ein Erfolg erfunden der gar nichts stattgefunden hat dann ist es eine Anerkennung die eigentlich am Waren selbst vorbei geht und deswegen auch nicht wirklich befreiend erlebt wird sondern ein bisschen ein erkauftes Moment von Liebe ist Und das ist natürlich völlig normal."
  },
  {
    "start": 2473.41,
    "end": 2481.25,
    "text": "also sowas passiert ununterbrochen in Beziehungen aber man könnte sagen jede Beziehung erträgt nur ein gewisses Maß an solchen Beschädigungen."
  },
  {
    "start": 2481.71,
    "end": 2484.73,
    "text": "Bei Kindern ist es natürlich noch was anderes als in erwachsenen Beziehungen."
  },
  {
    "start": 2485.15,
    "end": 2500.65,
    "text": "Die übliche Reaktion ist, glaube ich, dass es so etwas wie einen Wunsch nach Reparatur gibt – also das Kind, das auf irgendeine Weise wieder gut machen will wenn nicht direkt durch Entschuldigung dann irgendwie indem's jetzt als Anderes Gutes macht oder besonders brav die Zähne putzt danach oder Ähnliches."
  },
  {
    "start": 2501.37,
    "end": 2506.49,
    "text": "Oder auch einen Wunscht irgendwie die Wahrheit doch auf irgene Weise zur Sprache zu bringen."
  },
  {
    "start": 2507.19,
    "end": 2511.69,
    "text": "Oder auch das wäre eine ganz interessante Psychologie, auch wenn wir über Masochismus mal sprechen sollten."
  },
  {
    "start": 2512.37,
    "end": 2513.53,
    "text": "Eine Strafe zu bekommen."
  },
  {
    "start": 2514.05,
    "end": 2519.45,
    "text": "Weil die Strafe etwas ist wie ein Wiederherstellen dieser Gratheit im Kontakt."
  },
  {
    "start": 2519.89,
    "end": 2521.87,
    "text": "Also damit ist es irgendwie ausgeglichen."
  },
  {
    "start": 2521.97,
    "end": 2540.29,
    "text": "Ich habe es wieder gut gemacht Wenn ich mich nicht dir gegenüber entschuldige und dann indem ich mich zum Beispiel selbst bestrafe Und Schuldgefühle sind oft Ein Medium der Selbstbestrafung also eigentlich so einen Art sich selber schlagen mit etwas um wieder in diesen aufrichtigen Kontakt mit dem anderen zu kommen oder sich selbst kommen zu können."
  },
  {
    "start": 2540.37,
    "end": 2543.57,
    "text": "Also damit habe ich es sozusagen wieder abbezahlt, wieder gut gemacht."
  },
  {
    "start": 2544.77,
    "end": 2547.87,
    "text": "Die kleinen Sünden aber so wie's heißt ver gilt der liebe Gott ja sofort."
  },
  {
    "start": 2547.97,
    "end": 2550.89,
    "text": "also die kann man glaube ich problemlos und leicht wiedergut machen."
  },
  {
    "start": 2551.47,
    "end": 2563.89,
    "text": "Aber eine große Summe von Lügen oder wenn die Beziehung eben nicht into ein normales behaftiges Moment zurückfinden kann beschädigt auf die Dauer des Selbstgefühls natürlich auch das Beziehungsgefühl."
  },
  {
    "start": 2565.41,
    "end": 2571.53,
    "text": "Wann würdest du denn sagen ist so eine Grenze überschritten, wann es problematisch oder sogar pathologisch wird mit dem Lügen?"
  },
  {
    "start": 2573.15,
    "end": 2577.77,
    "text": "Ja vielleicht könnte man sagen wenn das innerlich nicht mehr den Wunsch gibt zu einer Wahrheit zu kommen."
  },
  {
    "start": 2577.87,
    "end": 2586.73,
    "text": "Also vielleicht kann man Wahrheit auch nicht als erstmals etwas Absolutes verstehen sondern auch dass auch immer etwas ist zu der man sozusagen gemeinsam kommen muss."
  },
  {
    "start": 2587.71,
    "end": 2591.55,
    "text": "also wir sind uns miteinander eins Das ist jetzt unsere geteilte Wahrheit."
  },
  {
    "start": 2591.67,
    "end": 2595.51,
    "text": "Ja, darin verständigen wir uns und darin finden wir auch zusammen hin."
  },
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    "start": 2595.75,
    "end": 2601.57,
    "text": "Also jeder hat ja eine eigene Erwahrnehmung aber man kann doch miteinander eine Wahrheit oder eine Realität teilen."
  },
  {
    "start": 2602.01,
    "end": 2626.25,
    "text": "Und wenn das nicht mehr der Wunsch ist da hinzusammen zu kommen dann gibt es eigentlich auch im Grunde glaube ich so untergründig etwas wie ein Beziehungsabbruch oder was die Beziehung angreift weil Die Person, die lügt im Grunde die Wahrheit oder eben dann die Lüge sozusagen für sich bunkert und dem anderen nicht die Möglichkeit gibt noch zusammen mit dieser Person in einen gemeinsamen Austausch."
  },
  {
    "start": 2626.31,
    "end": 2628.65,
    "text": "In eine gemeinsame Verständigung darüber zu kommen."
  },
  {
    "start": 2629.01,
    "end": 2640.73,
    "text": "Es zerstört also wie so ein Zwischenraum zwischen zwei Personen der von der Person die Belogen wird nicht hinterfragt werden kann weil sie eigentlich verwirrt wird in ihrer Wahrnehmung und der andere weiß es ja."
  },
  {
    "start": 2640.91,
    "end": 2650.87,
    "text": "aber Und es könnte eben sein, dass jemand aus welchen Gründen auch immer dann daraus irgendeine Art von mindestens mal zu Friedenheit zieht."
  },
  {
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    "end": 2654.89,
    "text": "Also Einverständnis oder vielleicht sogar eine gewisse Art von Lust."
  },
  {
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    "end": 2660.67,
    "text": "also da kommen wir wieder zurück zum Marionettenspieler aber vielleicht auch wirklich zurück zum Sadisten."
  },
  {
    "start": 2661.23,
    "end": 2669.57,
    "text": "wo jemand Freude daran empfindet diese Spuren zu legen kann man vielleicht wirklich sagen und den anderen damit aber auch in die Ehre zu führen."
  },
  {
    "start": 2670.59,
    "end": 2680.61,
    "text": "Man könnte vielleicht sagen, ein Kind würde in seiner weiteren Entwicklung zu einem pathologischen Lügner wenn es eigentlich gar keinen Weg und keine Idee von einer gemeinsamen Bezogenheit gibt."
  },
  {
    "start": 2680.69,
    "end": 2687.97,
    "text": "Also eine gemeinsam geteilten Wahrheit in der Beziehung Sondern wenn Familienbeziehungen zum Beispiel ganz stark auf Macht ohne Macht gefällig beruhen."
  },
  {
    "start": 2688.79,
    "end": 2691.67,
    "text": "Es geht nicht um die Frage, wie finden wir etwas Gemeinsames?"
  },
  {
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    "end": 2693.53,
    "text": "Eine gemeinsam geteilte Wirklichkeit."
  },
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    "end": 2700.05,
    "text": "Sondern wer setzt sich durch und das Grundlegend der Modus ist, wie auch Eltern den Kindern gegenüber treten."
  },
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    "start": 2700.19,
    "end": 2708.35,
    "text": "also so erleben Kinder dass auch Eltern sind völlig relativ verpflichten sich nicht auf die Wahrheit in Beziehungen sondern wollen ihre Interessen durchsetzen."
  },
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    "start": 2709.45,
    "end": 2714.19,
    "text": "Das hieß jetzt zum Beispiel ein Elternteil hat etwas zugesagt dann muss es sich auch daran halten."
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    "end": 2719.79,
    "text": "es hat stattgefunden unsere Absprache Und wenn die Mutter dann am Abend oder der Vater sagt Erinner ich mich aber gar nicht mehr dran."
  },
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    "text": "Ne, jetzt nicht!"
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    "text": "Habe ich nie gesagt?"
  },
  {
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    "end": 2728.57,
    "text": "Dann erfährt das Kind ja die Wahrheit ist völlig abhängig von den Launen der Eltern – es gibt nicht eine gemeinsam geteilte Wahrheit."
  },
  {
    "start": 2729.29,
    "end": 2740.09,
    "text": "Wenn das der dauerhafte Beziehungsmodus ist, nichts Verbindliches entsteht in der Beziehung, könnte das Kind eigentlich durch so einer Lüge wie mit der Kirche denken Ja wunderbar, jetzt habe ich gewonnen, jetzt bestimmt ich die Wahrkeit."
  },
  {
    "start": 2740.57,
    "end": 2745.83,
    "text": "So kann ich in die machtvolle Rolle kommen und das genieße ich, dass es eigentlich jetzt bin ich auf der richtigen"
  },
  {
    "start": 2745.91,
    "end": 2746.19,
    "text": "Seite.\"."
  },
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    "start": 2746.87,
    "end": 2750.17,
    "text": "Da gibt es nicht den Wunsch, wieder in die Wahrheit zurückzukommen, die es gar nicht gibt."
  },
  {
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    "end": 2753.03,
    "text": "Sondern eigentlich diese machtvolle Position zu"
  },
  {
    "start": 2753.09,
    "end": 2753.49,
    "text": "erhalten.\"."
  },
  {
    "start": 2754.17,
    "end": 2762.85,
    "text": "Ja also man kann vielleicht auch sagen, die Lüge schützt vor einer Abhängigkeit und vielleicht vor einer Umwelt von der das Kindesgefühl hat."
  },
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    "end": 2766.57,
    "text": "Das kann es auf eine ungute Weise nicht mehr kontrollieren."
  },
  {
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    "end": 2773.97,
    "text": "Also die Wahrhalt zu sagen heißt ja auch wenn man sagt wie ist bar nicht mehr kontrollieren zu können wie der andere reagiert?"
  },
  {
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    "end": 2782.01,
    "text": "Und der Andere kann dann vielleicht eine enttäuschende oder verlassene, wie auch immer Person werden."
  },
  {
    "start": 2782.07,
    "end": 2799.39,
    "text": "Eine wütende Person werden und davon gerade wenn das Kind sich ... Es ist ja eine Abhängigkeit in einer sehr starken von seiner Umwelt und seinen Eltern Und wenn es da negative Erfahrungen macht kann die Lüge auch genau davor schützen vor dieser Abhängigkeit so ausgeliefert zu sein."
  },
  {
    "start": 2800.67,
    "end": 2804.93,
    "text": "Über die Lücke kann es also bis zu einem gewissen Grad vielleicht auch seine Welt steuern."
  },
  {
    "start": 2806.79,
    "end": 2811.21,
    "text": "Dazu passt ein weiteres kleines Fallbeispiel, das wir jetzt vielleicht einmal vortragen."
  },
  {
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    "end": 2816.59,
    "text": "Adrien ist charmant schnell witzig sozial sehr geschickt."
  },
  {
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    "end": 2826.43,
    "text": "Wenn er einen Raum betritt entsteht oft der Eindruck dass er alle kennt Dass er immer weiß als die anderen und dass er schon überall einmal irgendwie Beteiligt war."
  },
  {
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    "text": "Auf einer Feier erzählt jemand Er habe neulich eine bekannte Autorin getroffen."
  },
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    "end": 2837.63,
    "text": "Ach ja, mit der war ich mal länger im Austausch."
  },
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    "end": 2840.33,
    "text": "Interessante Frau aber schwierig."
  },
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    "end": 2843.37,
    "text": "Niemand fragt nach warum auch?"
  },
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    "end": 2844.97,
    "text": "Es klingt ja plausibel!"
  },
  {
    "start": 2845.99,
    "end": 2850.83,
    "text": "Ein paar Tage später ein Büro erzählt eine Kollegin von einer Idee für ein neues Projekt."
  },
  {
    "start": 2851.95,
    "end": 2859.21,
    "text": "Adren lehnt sich zurück, nickt langsam und sagt genau das ist eigentlich das was ich vor ein paar Monaten schon vorgeschlagen hatte."
  },
  {
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    "end": 2863.57,
    "text": "die Kollegin ist irritiert sie erinnert sich anders."
  },
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    "end": 2868.41,
    "text": "Sie weiß noch, wie sie die Idee am Wochenende notiert und später ausgearbeitet hat."
  },
  {
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    "end": 2874.99,
    "text": "Aber Adrien spricht so ruhig, so selbstverständlich dass sie für unsicher ist ob sie sich täuscht."
  },
  {
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    "end": 2879.43,
    "text": "Später in einem Meeting präsentiert sie ihre Ausarbeitung."
  },
  {
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    "end": 2885.35,
    "text": "Sie hat Folien vorbereitet Beispiele gesammelt Und die ersten Schritte skizziert."
  },
  {
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    "end": 2891.99,
    "text": "Als sie fertig ist sagt Adrian vor allen Ja schön das du mein Gedanken weiter geführt hast."
  },
  {
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    "text": "Die Frau fühlt sich blamiert Aber durch seine Selbstsicherheit noch mehr verunsichert."
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    "text": "Also lächelt sie, sagt nichts und macht mit der nächsten Folie weiter."
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    "text": "Nach dem Meeting aber singt ihre Angst – und ihr Ärger steigt!"
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    "text": "Nach einer Weile geht sie zu Adrien ins Zimmer und spricht ihn an…."
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    "text": "Du ich fand das vorhin nicht ganz fair …."
  },
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    "text": "Das war ja nicht dein Gedanke."
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    "text": "Ich hatte dir davon"
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    "text": "erzählt.\"."
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    "text": "Die Unsicherheit kriegt in sie zurück."
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    "text": "Doch du hast gesagt, ich hätte deinen Gedanken"
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    "end": 2931.91,
    "text": "weitergeführt.\"."
  },
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    "end": 2934.03,
    "text": "Adrien lächelt versöhnlich."
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    "end": 2939.21,
    "text": "Ich habe nie gesagt, dass es nur meine Idee war – Du bist gerade sehr empfindlich!"
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    "text": "Sieh…."
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    "text": "Es klang aber so."
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    "text": "«Du hörst offenbar nur das was du hören willst.»."
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    "text": "Die Kollegin merkt wie er Schamesröte ins Gesicht steigt und ihr heiß wird Fast entschuldigend, als wollte sie zu viel, meint sie."
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    "text": "Klar ist, dass ich daran gearbeitet"
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    "text": "Adrian seufzt."
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    "text": "Alle anderen haben verstanden wie ich es gemeint habe."
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    "end": 2971.29,
    "text": "Am Abend sitzt sie zu Hause und geht das Meeting noch einmal durch."
  },
  {
    "start": 2972.13,
    "end": 2977.15,
    "text": "Sie versucht sich an den genauen Wortlaut zu erinnern – hat der wirklich gesagt, mein Gedanke?"
  },
  {
    "start": 2977.21,
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    "text": "Hat sie überreagiert?"
  },
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    "text": "War sie zu empfindlich?"
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    "text": "Haben die anderen es vielleicht tatsächlich anders verstanden?"
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    "text": "Ja."
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    "text": "Worum geht es hier?"
  },
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    "end": 2995.09,
    "text": "Naja, es ist vielleicht schon ein Paradebeispiel für eine nazistische Form des Lügens."
  },
  {
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    "end": 3001.43,
    "text": "Adrian – hier erstmal auf einer ganz simplen Oberfläche – geht es glaube ich hier schon viel um Selbstwerterhöhung."
  },
  {
    "start": 3001.55,
    "end": 3019.35,
    "text": "also er stellt sich eben auch als einen Bekannten der großen Autorin da und zwar so, als wüsste er das schon lange und er kann sie schon beurteilen Und betreibt im Umgang mit der Kollegin erst mal, so beginnt ja dann diese ganze Szene das was man in der Psycho-Analyse nazistische Aneignung nennt."
  },
  {
    "start": 3019.87,
    "end": 3021.03,
    "text": "Es gibt einen schönen Text."
  },
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    "end": 3023.51,
    "text": "ich glaubt er heißt irgendwie Ja genau oder so ähnlich."
  },
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    "start": 3024.19,
    "end": 3035.99,
    "text": "Also dieses Genau im Sinne von Ja das hab' ich ja sowieso schon gesagt und gedacht Selbst wenn desgegenüber das gerade zum ersten Mal sagt also ist es immer sozusagen Retroesperspektiv besetzen."
  },
  {
    "start": 3036.41,
    "end": 3047.79,
    "text": "Das heisst Er kann es nicht aushalten, dass die Kollegin eine gute Idee hatte oder es ihre ist und eignet sie sich vielleicht neidisch sofort an indem er behauptete das wäre seine Idee gewesen."
  },
  {
    "start": 3048.95,
    "end": 3058.21,
    "text": "Und dann entspint sich glaube ich ein Macht-Ohnmacht Gefälle in dem die Lüge und das nazistische Lügen bei Artian also auch maligne Formen annimmt."
  },
  {
    "start": 3059.69,
    "end": 3075.29,
    "text": "Also das was er am Schluss macht is eigentlich den Paradebeispiel für das was man ja Gers Leiden nennt also die Wahrnehmung des anderen in Frage zu stellen, zu entwerten und dadurch dem anderen an der Stelle seine eigenen Urteilskraft zu irritieren."
  },
  {
    "start": 3075.97,
    "end": 3083.57,
    "text": "Also die Kollegin ist ja eigentlich offen darüber nachzudenken was wirklich passiert, obwohl sie eine sehr klare Wahrnehnung der Realität hat."
  },
  {
    "start": 3084.15,
    "end": 3087.31,
    "text": "aber er verunsichert ihre Realität das habe ich gar nicht so gesagt."
  },
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    "end": 3088.63,
    "text": "Also streitet es ab!"
  },
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    "end": 3097.61,
    "text": "Und sie kommt in eine Rolle, naja sie will aber ja nichts so behaaren regide, klar setzend sein wie er in so eine diskursive Rolle."
  },
  {
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    "end": 3102.35,
    "text": "Ja also ich habe es aber so verstanden das klang so und dadurch ist sie eigentlich schon in der schwächeren Rolle."
  },
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    "start": 3102.99,
    "end": 3109.39,
    "text": "ja beziehungsweise ich glaube sie macht eigentlich dass was man eben macht also dieses die Wahrheit gemeinsam suchen."
  },
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    "start": 3109.45,
    "end": 3113.41,
    "text": "also sie setzt eben ihre Wahrheit und ihre Perspektiven nicht absolut."
  },
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    "start": 3113.69,
    "end": 3122.31,
    "text": "das macht adrian sondern ich glaub sie ist noch auf einer Ebene der Kommunikation mit ihm wo sie von ihm als ein Gegenüber ausgeht, was das auch machen würde."
  },
  {
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    "end": 3125.41,
    "text": "Sie spricht also auf einer ganz anderen Ebene als"
  },
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    "text": "Adrien.\"."
  },
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    "end": 3138.23,
    "text": "Und das bringt sie dann in eine fast schwächere Position weil sie dann quasi relativ also neben nur ihren Perspektive auf die Wahrheit einbringt und eher aber seine Perspektiven absolut setzt."
  },
  {
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    "end": 3141.41,
    "text": "Er schafft es dann dass sie so verunsichert ist."
  },
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    "end": 3142.81,
    "text": "er zieht auch noch die Anderen mit ein."
  },
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    "end": 3151.81,
    "text": "alle anderen haben das verstanden wie ich es gemeint habe also nur du als einzelne nicht auch eine Form quasi die eigene Wahrnehmung zu verunsichern, dass sie am Schluss wirklich unsicher ist."
  },
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    "text": "Also darf sich jetzt so Forsch eigentlich ihm gegenüber auftreten?"
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    "text": "Bis hin zu dem Punkt hat sie eigentlich jetzt eine falsche Erinnerung."
  },
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    "text": "war das eigentlich wirklich so spinnig?"
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    "end": 3169.95,
    "text": "also man kann sich vorstellen, dass vielleicht bei ihr das einfach einen wunden Punkt trifft das vielleicht in der Beziehungsform es gegen diese sich schwer abkönzen kann."
  },
  {
    "start": 3170.01,
    "end": 3172.49,
    "text": "aber man sieht auch dass sehr Machtvolles hat."
  },
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    "end": 3175.09,
    "text": "Arbeitskollegen sind hier der Fall."
  },
  {
    "start": 3175.15,
    "end": 3185.61,
    "text": "Man könnte sich vorstellen, wenn das Erfahrungen von Eltern zu Kind oder Ähnlichem sind was es für destruktive verunsicherten Folgen in Bezug auf die eigene Urteilskraft und die eigene Realitätswahrnehmung hat."
  },
  {
    "start": 3186.91,
    "end": 3201.13,
    "text": "Nazistisch ist das jetzt nicht nur weil die Inhalte seine Lügen der Selbstwerterhöhung dienen also ihnen besser dastehen lassen sollen sondern weil die Art und Weise wie er die Lüge in der Beziehung hier benutzt selbst schon einen machtvollen Anspruch hat."
  },
  {
    "start": 3202.03,
    "end": 3206.17,
    "text": "Also man könnte sagen wer Wer lügt, erhebt eigentlich immer zwei Ansprüche."
  },
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    "end": 3209.29,
    "text": "Einmal die Wahrheit oder die Realität zu ändern."
  },
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    "start": 3209.41,
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    "text": "also ich bin der Herr über die Realitet."
  },
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    "text": "Ich bestimme was hier der Fall war und vor den anderen Leuten gefällt es mir dass ich der Urheber der Idee war."
  },
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    "end": 3222.95,
    "text": "wenn du mich jetzt konfrontierst und mich sozusagen ein Schuldgefühl machen willst Gefällt's mir das ich das gar nicht gesagt habe."
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    "text": "Also ich kann die Realität situativ so verändern dass ich eigentlich immer gut dastehe."
  },
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    "text": "Der zweite Anspruch, den man erhebt beim Lügen ist auch immer Herr des Geheimnisses zu werden."
  },
  {
    "start": 3235.11,
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    "text": "Also man selber weiß ja was richtig war und was falsch ist und der andere weiß es vielleicht nicht."
  },
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    "start": 3241.01,
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    "text": "Und damit kommt man per se eine machtvolle Situation in der Kommunikation."
  },
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    "end": 3255.89,
    "text": "also das Kind mit den Kirchen weist die Wahrheit Die Mutter weiß sie nicht und indem das Kind jetzt Varianten der Realität erstellt kann Es die Kommunikationssteuern."
  },
  {
    "start": 3256.03,
    "end": 3260.95,
    "text": "in einem gewissen Ausmaß weiß eigentlich hier, was die Wirklichkeit war."
  },
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    "end": 3268.01,
    "text": "Die Frau bringt er dazu, dass sie es nicht mehr ganz genau weist – die Kollegin und gewinnt dadurch auch eine machtvolle Position."
  },
  {
    "start": 3268.11,
    "end": 3273.85,
    "text": "in der Kommunikation kann quasi steuern zumindest vermeintlich, was der andere denkt und fühlt."
  },
  {
    "start": 3275.39,
    "end": 3281.11,
    "text": "also man könnte vielleicht generell sagen jede Lüge erzeugt immer auch ein asymetrisches Wissen."
  },
  {
    "start": 3281.79,
    "end": 3286.45,
    "text": "Eine Person, die weiß, was konstruiert ist und was nicht Und die Andere, die es nicht weiß."
  },
  {
    "start": 3287.27,
    "end": 3294.87,
    "text": "Und auch wenn es Zweifel dann gegenüber der Person gibt, reicht es zumindest aus meistens um den sozialen Raum zu vernebeln."
  },
  {
    "start": 3294.99,
    "end": 3298.73,
    "text": "Also dass man nicht mehr ganz sicher ist was stimmt denn jetzt hier eigentlich und was nicht?"
  },
  {
    "start": 3298.83,
    "end": 3300.29,
    "text": "wo werde ich jetzt ungerecht?"
  },
  {
    "start": 3300.67,
    "end": 3301.19,
    "text": "Wo werde ich nicht"
  },
  {
    "start": 3301.29,
    "end": 3301.81,
    "text": "ungerecht?\"."
  },
  {
    "start": 3302.63,
    "end": 3321.05,
    "text": "Das wäre ja sozusagen noch eine weitere Strategie die hier da nicht ausgeführt ist das Sanatrian besonders arg getroffen ist Wenn sie jetzt ihm irgendwas mal unterstellt was er vielleicht wirklich nicht getan hat und dann sozusagen in einer besonderen fast hysterionischen Betroffenheit dann seine eigene Opferstellung betont oder ähnliches."
  },
  {
    "start": 3322.39,
    "end": 3331.19,
    "text": "Wenn jemand so pathologisch und strukturell liegt, glaube ich kann man meistens wirklich von einer tragischen Hintergrundgeschichte ausgehen."
  },
  {
    "start": 3331.69,
    "end": 3341.17,
    "text": "Klar wenn das Lügen jetzt auch noch lustvoll besetzt ist, dann wird es schwierig weil die Person ja quasi ihr Leid damit pervertiert muss man eigentlich sagen also etwas Lustvolles aus ihrem Leid gewinnt."
  },
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    "end": 3344.33,
    "text": "Aber es kann ja auch sein, dass die Person sehr darunter leidet."
  },
  {
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    "end": 3356.53,
    "text": "Ich weiß jetzt nicht wie sehr das bei Adrien unbedingt der Fall ist und also gerade durch diese lustvoll nazistische Besetzung des Gaslighting... Das ist glaube ich schon schwierig, dass da jemand in so ein Prozess der Selbstreflektion kommt."
  },
  {
    "start": 3357.05,
    "end": 3365.29,
    "text": "aber eigentlich denke ich, ist es nichtsdestotrotz einen Versuch sich aus einer unerträglichen Situation zu retten?"
  },
  {
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    "end": 3374.89,
    "text": "durch das Lügen, weil etwas in die Beziehung gerät oder etwas in einer Situation stattfindet was die Person nicht anders aushalten kann."
  },
  {
    "start": 3375.73,
    "end": 3381.21,
    "text": "Und tragischerweise bringt sie aber gerade durch das lügen die beziehungen im Grunde wieder zum allen Sturz."
  },
  {
    "start": 3381.29,
    "end": 3385.51,
    "text": "also sie zerstört dadurch auch die Beziehen wie da ist es ja keine wirklichen Beziehungen möglich."
  },
  {
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    "end": 3403.81,
    "text": "Das heißt die Person die so lügt schafft sich in der gewissen Weise ein Moment von Freiheit durch die Lüge oder hier in dem Fall eine Ein Moment von nazistischer Aufwertung, aber eigentlich auch ein Stück weit ein Gefängnis oder sie kerkert sich auch ein stückweit ein."
  },
  {
    "start": 3403.89,
    "end": 3409.59,
    "text": "Sie bleibt eigentlich sehr einsam mit dem... Mit diesem Geheimnis was ihr dabei sich bunkt hat."
  },
  {
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    "end": 3419.79,
    "text": "Also im Grunde ist Ihr Leben eigentlich sehr beziehungslos Sehr isoliert auf eine gewisse Weise Zumindest an den Stellen wo eben diese Lügen stattfinden."
  },
  {
    "start": 3421.07,
    "end": 3430.35,
    "text": "Und ich glaube das zeigt Eigentlich auch noch mal, dass da es um Menschen geht, die mit einer tiefen Hilflosigkeit und Ohnmacht zu tun haben."
  },
  {
    "start": 3430.45,
    "end": 3441.83,
    "text": "Und die in einer ganz schwierigen inneren psychischen Situation sind wie gesagt wo das Lügen eigentlich der Rettung dienen soll und aber gerade weiter diese Isolation aufbaut."
  },
  {
    "start": 3443.21,
    "end": 3447.53,
    "text": "Das wäre das was wir ja in einer Folge mal die Tragödie des Nazismus bezeichnet haben."
  },
  {
    "start": 3448.79,
    "end": 3454.79,
    "text": "Ja wenn wir von Lügen sprechen können wir eigentlich fast nicht Nicht von Politik sprechen."
  },
  {
    "start": 3456.25,
    "end": 3462.19,
    "text": "Würdest du sagen oder eigentlich würde ich so sagen, welche Rolle spielt denn Lügen in der Politik?"
  },
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    "end": 3467.93,
    "text": "Also die Antwort ist glaube ich ein sehr weites Feld und sicher analytisch nicht so pauschal zu geben."
  },
  {
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    "text": "bei Politikern ist es ja oft so dass wir jetzt die persönliche Biografie und warum jemand sowas genau macht nicht wirklich kennen."
  },
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    "start": 3475.47,
    "end": 3481.27,
    "text": "aber man kann zumindest sagen das die Lüge einer solche Funktion übernimmt wie wir sie gerade beschrieben haben."
  },
  {
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    "end": 3487.71,
    "text": "Also sie kann der Selbstwärterhöhung dienen, also den Politiker besonders gut und mächtig und sonst was zu inszenieren."
  },
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    "end": 3492.03,
    "text": "Aber sie kann auch eben diese Asymetrie in der Kommunikation herstellen."
  },
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    "end": 3500.35,
    "text": "Also eine Realität zu setzen von der nur eine Person weiß, was eigentlich die wirkliche Realität ist und die anderen wissen es nicht."
  },
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    "end": 3504.89,
    "text": "Und darüber die Wahrnehmung des Anderen zu verunsichern oder zu manipulieren."
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  {
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    "end": 3509.15,
    "text": "Das ist glaube ich Gang und Gäbe, würde ich fast sagen."
  },
  {
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    "end": 3511.69,
    "text": "Das ist eigentlich eines der üblichen Mittel in der Politik."
  },
  {
    "start": 3512.15,
    "end": 3515.95,
    "text": "die ganz plumpen Lügen und die ganz dreisten und großen Lügensysteme."
  },
  {
    "start": 3516.01,
    "end": 3528.09,
    "text": "Die fliegen vielleicht manchmal auf aber dies Lügen sozusagen als Form von Realitätssetzung Als Konstruktion von Wirklichkeiten Ist eigentlich ein Alltagsgeschäft."
  },
  {
    "start": 3528.67,
    "end": 3546.41,
    "text": "also bis hin zu Ich nenne jetzt keine Namen Aber verbänden die wenn sie irgendwie was kürzen und streichen wollen Rechnungen sich ausdenken, die irgendwie plausibel scheinen von der eigentlich jeder, der was davon versteht und eigentlich verstehen die betroffenen Personen auch etwas davon klar sieht dass das so nicht stimmen kann."
  },
  {
    "start": 3546.67,
    "end": 3554.61,
    "text": "Aber man setzt eine Realität und desgegenüber also zum Beispiel die Öffentlichkeit weiß ja da nicht so genau was eigentlich wirklich stimmt und was nicht."
  },
  {
    "start": 3554.97,
    "end": 3563.23,
    "text": "Und wenn man das mit einer gewissen Überzeugung hervorbringt, kann man sich in eine überlegende Position bringen, also steuern zu versuchen was der andere denkt."
  },
  {
    "start": 3564.73,
    "end": 3570.89,
    "text": "Auch da gilt glaube ich das Prinzip, dass durch eine gewisse Sturheit im Kontakt eigentlich fast ne überlegende Position erzeugt wird."
  },
  {
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    "end": 3582.97,
    "text": "Also jemand der argumentiert und hin und wieder und meine Perspektive ist – also diese Suche nach der gemeinsamen Wahrheit und Realität unternimmt – ist angewiesen auf ein Gegenüber, das ebenso genauso tut."
  },
  {
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    "end": 3591.65,
    "text": "Wenn das Gegenüber aber wie Adrian sich hier positioniert, ist man eigentlich darauf angewiesen, dass das drum herum die Kollegenschaft hier etwa nicht mitmacht."
  },
  {
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    "text": "Die Kollegin ist eigentlich sehr darauf angewiesen, dass die Kollegen sagen, so läuft es hier nicht."
  },
  {
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    "text": "Das dulden wir hier nicht oder das durchschauen wir alle."
  },
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    "text": "Das haben wir keine Lust, das anzunehmen."
  },
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    "text": "Es aber auch nicht komplett unwahrscheinlich, dass Adrian der Chef dann diese Abteilung wird."
  },
  {
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    "text": "Ich glaube was man vielleicht zur Politik und gerade zur aktuellen Rolle von Lügen in der Politik sagen kann, ist das, was wir bei Adrian sehen – ich sage mal das Kirchbeispiel nochmal -, dass das so etwas wie eine klassische Form der Lüge die wir eigentlich durchgehend in der Geschichte der Gesellschaft sehen."
  },
  {
    "start": 3625.319,
    "end": 3635.74,
    "text": "Also im Sinne von eine Person sagt etwas Falsches oder Vertretes, oder eine konstruierte Wirklichkeit damit jemand anders etwas glaubt also damit jemand anderes die Version glaubt."
  },
  {
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    "end": 3641.6,
    "text": "Ich glaube dass wir in einer Gesellschaft die so von PR durchzogen ist sowieso gar nichts mehr eigentlich glauben."
  },
  {
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    "end": 3654.42,
    "text": "also wenn ein Interview in irgendeinem Radio kommt dann glaubt niemand mehr unmittelbar das was die andere Person sagt sondern jeder geht davon aus, dass die Person sich irgendwie inszeniert oder irgendwas Bestimmtes auf eine bestimmte Weise darstellt."
  },
  {
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    "end": 3672.1,
    "text": "Ich glaube das es bei der modernen Form von politischen Lügen nochmal um etwas anderes geht und zwar letztlich durch... Das kann man euch an Trump sehr gut studieren oder in der Art und Weise wie dort Wahlkampf gemacht wird, dass der andere eigentlich nicht mehr von irgendetwas überzeugt werden soll."
  },
  {
    "start": 3672.16,
    "end": 3682.08,
    "text": "also du solltest glauben was ich dir setze sondern man attackiert eigentlich die Urteilskraft der Person und die Fähigkeit zur Realitätsprüfung an ihrer Wurzel."
  },
  {
    "start": 3682.5,
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    "text": "Also, man könnte sagen, die Urteilskraft soll erschöpft werden."
  },
  {
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    "text": "Der andere soll nicht unbedingt etwas glauben, sondern eigentlich aufhören zu prüfen was war es oder was nicht?"
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    "text": "war es weil es zu viel ist und so anstrengend ist."
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    "text": "Das heißt wenn ich jetzt die ganze Zeit Lügen verbreite und mich gar nicht drum kümmere, die eigentlich plausibel darzustellen."
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    "start": 3704.299,
    "end": 3712.14,
    "text": "Und sie irgendwie in eine Form zu bringen, dass jemand anders sie glaubt also in ein eigenes Narrativ einzubetten kann es auf Ablöhnung stößen oder auf Erschöpfung."
  },
  {
    "start": 3712.22,
    "end": 3727.92,
    "text": "Also die Gegenseite ist irgendwann nicht mehr in der Lage ununterbrochen Lügen zu entkräften und dagegenzuhalten sondern ergibt sich dann im Grunde reagiert da gar nicht mehr so richtig drauf erhebt nicht mehr den Anspruch das man eine gemeinsam geteilte Wahrheit oder Realität findet."
  },
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    "start": 3729.48,
    "end": 3737.379,
    "text": "Dadurch setzt sich dann die Person durch, nicht weil alle ihr glauben sondern weil sie einfach die größte Beharrungskraft hat."
  },
  {
    "start": 3737.92,
    "end": 3741.72,
    "text": "Also weil sie sozusagen den längeren Atem dann mehr Energie hat sich durchzusetzen."
  },
  {
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    "text": "Ja ich glaube daran sieht man auch die destruktive Kraft von so etwas."
  },
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    "text": "also."
  },
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    "end": 3763.6,
    "text": "und auch Ich denke auch zum Beispiel sowas wie Verschwörungstheorien dass die in solch in so einer Atmosphäre einen unheimlichen Aufschwung erfahren, deshalb weil sie eigentlicher Versuche sind sich der Wahrheit oder einer Wahrheit anzunähern und diese zu finden."
  },
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    "text": "Ich glaube die Verunsicherung ist so groß dass Vidos-Saxes zerstört generell den gemeinsamen Wahrheitsraum Weil eine Verwirrung und Verunsicherungen da ist welcher Information noch überhaupt getraut werden kann und welcher nicht."
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    "text": "Und es hat etwas sehr Zerstörerisches, weil er's den Gemeinsinn zerstört."
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    "text": "Also eine Gesellschaft auch davon lebt dass sie sich eben auf etwas gemeinschaftlich einigen kann das etwas allgemeingültig Wahrheit hat."
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    "text": "Also flooding the soon with shit heißt ja so dieses Diktum."
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    "text": "dazu Steve Bannon der Wahlkampfberater von Donald Trump ich glaube in dem Wahlkampf von sich nicht so viel Mühe geben in der Ausschmückung der Lüge, sondern sie einfach vor allen Rausfeuern die ganze Zeit und die Urteilskraft letztlich überwältigen."
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    "text": "Also man könnte sagen so eine klassische Lügel, die es natürlich auch gibt, die ist sowas wie eine Verführung des Denkens."
  },
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    "end": 3832.6,
    "text": "und die moderne Lügue ist eigentlich so etwas wie eine Überwältigung des Denkes was natürlich dann sehr gut in das Zeitalter von Social Media Neurokapitalismus Dopamin-Übelasto und ähnliches reinpasst."
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    "end": 3845.24,
    "text": "Oder man könnte auch sagen, dass so eine Art von Lüge, man könnte sie auch Propaganda dann letztlich nennen nicht darauf abzielt das man etwas glaubt sondern eine Situation herzustellen in der man überhaupt gar nichts mehr glauben kann."
  },
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    "text": "Also nicht mehr an diese gemeinsam geteilte Wahrheit glauben kann."
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    "text": "Spezialfall da gehen wir jetzt noch einen Schritt weiter aber er ist dann nicht mehr soweit von sowas entfernt wäre in diktatorischen Verhältnissen."
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    "text": "also da is die lüge so universell oft dass sie eigentlich von niemanden mehr geglaubt, aber von allen geteilt wird."
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    "text": "Also zum Beispiel der Glaube jetzt sage ich mal irgendwie an die Nazizeit der Glauber an den End-Sieg oder Ähnliches oder an die Allmacht des großen Führers und ähnliches und das das immer genau richtig ist ausgeschied."
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    "text": "also man beweist im Grunde sowas wie Gefolgschaft indem man sich unter die Lüge unterwirft, an die man selbst nicht glaubt."
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    "text": "Also es ist eine Art Geste der Unterwerfung dass ich zumindest in der Sprachgäste und nicht in der Kommunikation, in der Beziehung meinen Realitätssinn unterdrücke um deine Realität anzunehmen, um damit deine Macht zu bestätigen."
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    "text": "Dann muss es gar nicht darum gehen, dass die Lüge so plausibel und so ausgefeilt ist."
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    "text": "Also in einer Diktatur in totalitären Verhältnissen geht's gar nicht zu sehr darum, dass sie so plausibel ist sondern gerade eine schräge LüGE kann ein besonderes Maß an Unterwerfung erfordern."
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    "text": "also das ich mich soweit verzerre meine eigene Wahrnehmung so unterdrücke, dass sich das immer noch dir bestätige, dass du recht hast."
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    "text": "Und so macht du es bis zu gegen mich, dass ich selbst behaupten kann, dass der Himmel lila ist und das des Gras rot ist und dass Niederlagen Siege sind und sofort."
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    "text": "Der andere soll letztlich die eigene Loyalität über die eigene Urteilskraft stellen?"
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    "text": "Ich würde sagen... Wir gehen noch mal zurück auf die Fallgeschichte."
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    "text": "aber dafür erst einmal mehr über Agnes Biografie."
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    "text": "Die Mutter ist Hausfrau – sie hat etwas Forsches und manchmal auch eine warme Fürsorgliche Seite."
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    "text": "Außer Haus wirkt sich freundlich fast zurückhaltend."
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    "text": "Sie kann Agnes in die Ansicht ziehen, sie zu Vertrauten machen, ihr Zellen wie schwer sie es mit dem Vater haben."
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    "text": "Als Agnes sich etwa eine zweite Scheibe Wurst aus Brot legen will fährt die Mutter sie an ob sie glaube, dass Geld wächst auf den Bäumen."
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    "text": "Dann wieder kaufen ihr die Eltern ohne Anlass eine teure Designerjacke und verhalten sich so als sei das selbstverständlich."
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    "text": "Die Mutter sagt manchmal Du bist die Einzige, die mich versteht Wenige Stunden später du bildest dir immer ein alles zu wissen."
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    "end": 4073.08,
    "text": "Oft werden Agnes Gefühle bewertet umgedeutet oder von den Eltern zurückgeworfen Als tue Agnes ihnen etwas an wenn sie etwas empfindet."
  },
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    "end": 4086.339,
    "text": "Andere Male wiederum nimmt insbesondere die Mutter Agnes plötzlich tröstend in den Arm kümmert sich zumindest auf einer praktischen Ebene um sie bringt ihr Tee, fragt ob sie etwas essen möchte streicht ihr über den Kopf."
  },
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    "text": "Für Agnes bleibt unbegreiflich warum es dieses mal anders ist."
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    "text": "Die selbe Traurigkeit die gestern noch dramatisch war wird heute umsorgt."
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    "text": "dieselbe Wut die eben noch als Zumutung galt scheint plötzlich Anlass für mütterliche Nähe und Geschenke zu sein."
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    "text": "Immer wieder wird Agnes Wahrnehmung von den Eltern hinterfragt."
  },
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    "text": "Als Agnes etwa einmal nach einem heftigen Streit mit der Mutter versucht etwas über die Stimmung Zuhause zu sagen antwortet er, du übertreibst immer so."
  },
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    "text": "zu.\"."
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    "text": "Es gibt viel Unausgesprochenes in der Familie."
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    "text": "Wenn Agnes später danach fragt weichen die Eltern aus Mal sei es nichts gewesen, mal sie solle nicht immer in alten Geschichten herumstochern."
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    "end": 4149.26,
    "text": "Insgesamt bleibt die Familienatmosphäre eigentümlich unverbunden."
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    "text": "Oberfläch gilt Familie als hoher Wert der um jeden Preis geachtet werden muss."
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    "end": 4158.2,
    "text": "Die Eltern sorgen dafür dass die Kinder äußerlich alles haben."
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    "end": 4173.1,
    "text": "Zugleich herrschen unberechenbare Wechsel zwischen Gleichgültigkeit und Kälte Und einer Wärme die gleichwohl immer nur im praktischen verankert ist als seien sie einander im Innersten fremd."
  },
  {
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    "text": "Als Jugendliche entdeckt Agnes, dass sie mit Erzählungen eine bestimmte Wirkung erzeugen kann."
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    "text": "Einmal erzählt sie einer Freundin eines Szene mit der Mutter dramatischer als sie war – nicht völlig erfunden aber doch deutlich zugespitzt!"
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    "text": "Die Freundin wendet sich ihr in einer Weise zu die Agnes als unbeschreiblich wohltuend erlebt."
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    "text": "Sie fühlt sich gesehen und wichtig."
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    "end": 4210.26,
    "text": "Das weckt die Sehnsucht mehr davon zu bekommen, von da an beginnt etwas das sich langsam verselbstständigt."
  },
  {
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    "end": 4220.76,
    "text": "Agnes merkt dass sie mit kleinen Vertrehungen und Verschiebungen der Realität Mitleid wecken, Nähe erzeugen, Bewunderung bekommen oder zumindest Nachfragen vermeiden kann."
  },
  {
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    "end": 4231.44,
    "text": "Zunehmend übertreibt sie Dinge die wirklich so waren schmückt sie aus aber bald schon erfindet sie auch frei heraus Begebenheiten oder sogar Menschen die es so nie gab."
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    "end": 4238.639,
    "text": "Mit der Zeit entstehen verschiedene Welten, je nachdem mit wem Agnes spricht verschiebt sich wer sie ist."
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    "text": "Die unabhängige Agnes die verletzte Agnes, die pflichtbewusste Tochter, die ungebundene Frau und die unkomplizierte Patientin."
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    "text": "Sie kann sie einfach nicht abstreifen."
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    "text": "Zum einen weil ihre Beziehungen inzwischen auf diesen Versionen aufbauen."
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    "text": "zu viel würde zusammenbrechen wenn sie die Wahrheit sagte."
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    "end": 4265.48,
    "text": "zum anderen weil es sich für sie anfühlt, als könne sie gar nicht mehr anders."
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    "end": 4275.24,
    "text": "Oft kommt ihr eine kleine Unwahrheit fast automatisch über die Glippen und sobald sie ausgesprochen ist entsteht das Gefühl diesen Kurs nun halten zu"
  },
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    "text": "müssen.\"."
  },
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    "text": "Die Geschichte von Agnes vor dem Hintergrund noch einmal ihrer biografischen Linien."
  },
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    "end": 4295.62,
    "text": "Also ich finde das zeigt eigentlich wirklich in was für einer schwierigen Welt Agnes, sich eigentlich auch immer noch befindet und in der Kindheit auch befinden hat."
  },
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    "start": 4296.28,
    "end": 4302.2,
    "text": "Also ihre Eltern glaub ich konnten ihr in dem Sinne keine Verlässlichkeit bieten."
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    "end": 4307.26,
    "text": "zumindest scheint die Familie für Agnes glaube ich sehr verwirrend gewesen zu sein."
  },
  {
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    "end": 4313.139,
    "text": "also eine unberechenbare Mutter die mal schimpft mal Wärme zeigt."
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  {
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    "end": 4317.54,
    "text": "Agnes kann überhaupt nicht herleiten woher es kommt ihr völlig willkürlich vor."
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  {
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    "end": 4325.12,
    "text": "Der Vater entzieht sich auf irgendeine Weise oder stellt sie sogar auch ihre Wahrnehmung in Frage, als sie ihn auf den Streit mit der Mutter anspricht."
  },
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    "text": "Und überhaupt auch die Familienregeln, sozusagen das Familienleben ist irgendwie unbeständig."
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    "end": 4335.2,
    "text": "Also etwa als es um die Designerjacke geht, die wird wie selbstverständlich geschenkt."
  },
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    "text": "dann wiederum darf sie sich aber keine zweite Scheibe Wurst nehmen weil das sozusagen die viele Familie in Kasse zu sehr belastet."
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    "end": 4358.66,
    "text": "und ich glaube für Agnes, ich glaube Sie sind in der Welt von extremer Unsicherheit aufgewachsen und auch das würde ich auch sagen von Menschen mit ihren Gefühlen Also mit Agnes Gefühlen nicht, auch mit den eigenen glaube ich nicht wirklich umgehen konnten."
  },
  {
    "start": 4359.32,
    "end": 4364.44,
    "text": "Ich glaube wenn sie etwas gezeigt hat von ihren Gefühle wohnen die ja in keiner Weise wirklich aufgenommen."
  },
  {
    "start": 4364.5,
    "end": 4379.639,
    "text": "Ich würde sagen selbst bei den Tröstungsversuchen das war noch Versuche aber es wird ja auch gesagt dass es auf einer praktischen Ebene stattgefunden hat und ich glaube Agnes hat nicht die Erfahrung gemacht dass das gegenüber Ein verlässliches, also Objekt würde man in der Psychanalyse sagen."
  },
  {
    "start": 4379.7,
    "end": 4389.96,
    "text": "Ein verlessliches Gegenüber ist das beständig ist auf dass sie sich auch stützen kann aber auch von dem Sie weiß dass es ihre Gefühle in irgendeiner Weise annehmen kann."
  },
  {
    "start": 4390.38,
    "end": 4404.019,
    "text": "und ich denke Das reproduziert sich dann auch in der Therapie mit Agnes oder überhaupt in ihrer In ihrem Leben Mitbeziehungen das für sie andere So wie sie unverlässlich ist, auch andere für Sie innerlich."
  },
  {
    "start": 4404.16,
    "end": 4406.26,
    "text": "Nicht äußerlich aber auch innerlich-unverläßig"
  },
  {
    "start": 4406.34,
    "end": 4406.559,
    "text": "sind.\"."
  },
  {
    "start": 4407.8,
    "end": 4418.78,
    "text": "Man könnte vielleicht sagen dass das Lügen hier so etwas wie eine adaptive Strategie ist also eine Überlebensstrategie die in einer bestimmten Situation des Aufwachsens sehr viel Sinn macht."
  },
  {
    "start": 4419.74,
    "end": 4426.04,
    "text": "Also was hier ja nicht möglich ist es ja so etwas Wie eine gemeinsame Wahrheit zu finden mit den Bezugspersonen?"
  },
  {
    "start": 4426.559,
    "end": 4432.46,
    "text": "Also die wechselt immer und dass was jetzt in dem Moment geteilt wird, kann im nächsten Moment wieder widerrufen werden."
  },
  {
    "start": 4433.26,
    "end": 4446.86,
    "text": "Das heißt das Gegenüber kann eigentlich mit der Wahrheit nicht umgehen und ich glaube es ist auch wahrscheinlich bei den Eltern schon die Schwierigkeit, dass die Wahrheit in dem einen Moment wenn die psychische Konstitution ist zulässt in Ordnung ist, im nächsten moment überfordert und dann einfach geändert wird."
  },
  {
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    "end": 4453.96,
    "text": "Und sie merkt – das stellt sich hier in der Geschichte in der Jugend fest an – man kann sich vorstellen, dass sie es noch viel früher feststellt."
  },
  {
    "start": 4455.24,
    "end": 4460.7,
    "text": "Sie eigentlich, wenn sie da mitgeht und sie entwirft genauso wie ihr gegenüber die Wahrheit die ganze Zeit verändert."
  },
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    "text": "Eigentlich auch von sich selbst."
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    "text": "also sie passt sich quasi den jeweiligen Erfordernissen an."
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    "end": 4480.36,
    "text": "So kann ich eigentlich in der Situation dieser permanenten Verunsicherung zurechtkommen."
  },
  {
    "start": 4480.42,
    "end": 4483.78,
    "text": "Ich mache einfach mein eigenes Selbstbild und die Wahrhalt flexibel."
  },
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    "end": 4492.28,
    "text": "Das ist nicht eine dissoziative Identitätsstörung, weil ich glaube sie schon irgendwie eine Idee von der Wahrheit hat."
  },
  {
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    "end": 4499.12,
    "text": "Also es sind jetzt nicht einfach irgendwie Erinnerungsamnesien die quasi die unterschiedlichen Selbstanteile voneinander trennen."
  },
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    "end": 4500.26,
    "text": "das ist glaube ich hier nicht der Fall."
  },
  {
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    "end": 4512.92,
    "text": "aber Sie hat keine stabile Kernidentität im Sinne von einem wahren Kern des eigenen selbst der mit anderen in Resonanz treten kann sondern sie bietet dem anderen Versionen."
  },
  {
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    "end": 4518.58,
    "text": "Und genau das ist das Problem in der Therapie, da ist sie halt die perfekte gute Patientin und bietet diese Version."
  },
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    "text": "Bis es dann zu Konflikten und Schwierigkeiten in der Therapie kommt und sie andere Rollen"
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    "text": "ergreift.\"."
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    "text": "Ja, ich glaube dieses Lügen, das ist natürlich einerseits diese bewusste Seite also damit erfindet sie vielleicht wirklich bewusst was aber ich glaub die unbewusste seite die daran hängt dass sie im Grunde sagt, ich weiß nicht, wie ich an das in Beziehung treten kann."
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    "end": 4551.62,
    "text": "Ich kann es nur so mit einer überwältigten Sehnsucht, die hier geschildert wird auch deutlich wird als ihr das der Freundin erzählt, diese Sehmsucht mehr von dieser Aufmerksamkeit zu bekommen?"
  },
  {
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    "end": 4559.88,
    "text": "Ich glaube nicht, dass ist da um was ... In dem Sinne ja oder ja, es ist natürlich manipulativ aber man sieht sozusagen also ein verhungerndes Kind"
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    "text": "Plötzlich den Schlüssel entdeckt, wie es gehen könnte."
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    "text": "Ja, zur Vorratskammer entdeckte."
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    "text": "Und sieht das ja dann fast naiv macht auch?"
  },
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    "text": "Wie sie sozusagen unterschiedliche Versionen in die ganze Zeit erfindet."
  },
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    "end": 4587.58,
    "text": "also es wirkt jetzt auch nicht so zu sagen der böse nazistische Marinettenspieler sondern eigentlich genau wie dieses hilflose Kind was die ganze zeit versucht irgendwie Den Schlüssel immer ins loszubringen denen halt die Tür gerade erfordert."
  },
  {
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    "end": 4595.3,
    "text": "und Es wäre für mich dann auch wieder würde es belegen, dass es hier auch ganz viel um eine riesengroße Einsamkeit geht."
  },
  {
    "start": 4595.44,
    "end": 4607.6,
    "text": "Also das Lügen der Schlüsselfüße ist sich aus dieser Isolation heraus zu bewegen und wenigstens auf diese Weise etwas vom anderen zu bekommen was irgendwie gebraucht ist und es vielleicht sogar steuern also erverlässlich herstellen zu"
  },
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    "text": "können"
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    "text": "während des Anderen nicht verlässlich ist."
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    "end": 4622.78,
    "text": "Ich glaube in einer Therapie ist die Schwierigkeit Einerseits nicht zum Partner der Lüge zu werden, also sozusagen die Lügel dann so zu behandeln als wäre sie die Wahrheit."
  },
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    "text": "Weil man dann..."
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    "text": "Um der Patientin in dem Fall dieses gute Gefühl zu geben, also während des anderen mit so vielen unguten Gefühlen verbunden ist?"
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    "text": "Also Aufmerksamkeit zu bitten und Mitleid und ähnliches"
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    "text": "Ja oder umgekehrt auch nicht zum Beschälmer zu werden zu demjenigen, der die Wahrheit sucht und die Lüge aufdecken will."
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    "text": "Weil ich glaube man muss auch immer im Kopf behalten mit was für einer Scham das auch verbunden ist."
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    "text": "also weil sich denke ich... Man könnte sich vorstellen Agnes wahrscheinlich auch als jemand erlebt, der einen großen Mangel hat Also ein sozusagen als einem jemand erlebt der beschädigtes oder ein Defizit hat Was glaube ich mit großem Schamgefühl einhergeht."
  },
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    "text": "Und das dann so wie ein Detektiv."
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    "text": "aufspüren und offenlegen zu wollen, glaube ich würde überhaupt gar nichts bringen."
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    "text": "Sondern würde entweder nur weiter in die Lüge treiben oder eben die Personen vielleicht auch traumatisieren."
  },
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    "text": "Gleichzeitig das zu ignorieren, würde ja heißen irgendwie diese Lügel mitgehen."
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    "text": "Das kann man in diesem Traum dann mit den Schweinen auch sehen dazu führen dass eigentlich das Leiden übersehen wird also dass jemand quasi sozusagen sieht Aber nichts sagt, dass da eigentlich ein großes Leiden ist."
  },
  {
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    "end": 4710.18,
    "text": "Also vielleicht kann man sagen so etwas wie der wahre Kern das selbst, der ist hier nicht zerstört sondern in dem Traum von den Schweinen ist er ja wie in der Beobachter-Position."
  },
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    "text": "also sie sozusagen sieht wie die Schweine frisst also da wie gesagt in einer eher nazistischen Variante mit Verachtung dem anderen gegenüber."
  },
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    "end": 4728.48,
    "text": "aber sie sieht ja dann doch irgendwo die Realität und hat glaube ich die Hoffnung Sie doch einen Weg finden kann, wie sie mit jemand anderen in Kontakt kommen kann."
  },
  {
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    "text": "Nicht nur über die Lügen-Versionen des Sets sondern mit der wahren Variante des Selbst."
  },
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    "text": "und gleichzeitig glaube ich keine Idee was das eigentlich sein soll diese wahre Variante Die stehe sozusagen aus dem Spiel genommen, die beobachtet höchstens Und ich glaube in der Therapie geht es letztlich nicht darum die einzelnen Punkte zu klären."
  },
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    "text": "Stimmt etwas oder stimmt etwas nicht?"
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    "text": "Sondern ich glaube dass ist eine Arbeit die sehr stark jetzt sprechen ein bisschen fachmäßig was der Gegenübertragung heraus funktionieren muss."
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    "text": "Also das, was in der Therapeutin ausgelöst wird wie die sich fühlt in diese Situationen, die in dieser gebracht werden, darin so etwas wie die Botschaft zu verstehen."
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    "text": "also durch die"
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    "text": "Lügen"
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    "text": "bringt die Patientin die Therapeuten eine ganz bestimmte emotionale Situation indem sie etwas geben soll und es gefühlt hat wenn sie es nicht gibt ist sie grausam zum Beispiel oder sie wünscht so sehr auch der Patientin glauben zu können, dass sie am liebsten über die Qualität weggehen würde und ihr einfach die Lüge glaubt."
  },
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    "text": "Und ihr dann eben das gute Gefühl gibt."
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    "text": "oder indem Sie in die absolute Konfusion gerät und nicht mehr weiß was richtig und falsch ist darin letztlich auch so etwas wie indirekte Mitteilungen dessen zu verstehen wie die Patienten sich eigentlich fühlt in was für einer inneren Situation die Patientin Und darüber zu sprechen, also über diese Gefühle aus der Gegenübertragung herausgedeutet."
  },
  {
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    "text": "Weil das so etwas wie Ansatzpunkte eines wahren Gefühls sind."
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    "text": "Während sich in die Geschichten zu verlieren und zu überlegen, wie war es wirklich?"
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    "text": "Warum hat sie es jetzt erfunden?"
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    "text": "und warum nicht?"
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    "end": 4828.92,
    "text": "Ich glaube ich in ein heiloses Durcheinander der Abwehr Formation führt durch den man da glaube ich nicht wieder durchbrechen kann noch sich irgendwie labyrinthisch durchmogeln kann."
  },
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    "end": 4833.1,
    "text": "Also hier wäre wirklich die Beziehungsarbeit im Zentrum."
  },
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    "end": 4846.9,
    "text": "deswegen würde ich bei der Patientin auch eine Analyse sehen, als Indikation also höher Frequenz zu arbeiten um die Beziehung zu intensivieren und das dann aus der gegenseitigen Beziehungsarbeit heraus greifbar zu machen."
  },
  {
    "start": 4848.16,
    "end": 4857.74,
    "text": "Ja vielleicht kann man noch mal sagen dass die paradoxe Situation der Analysee ist, dass man ja sich wahrhaftig zeigen muss damit eine Analyse auch funktioniert."
  },
  {
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    "end": 4863.019,
    "text": "zur Wahrhaftigkeit von jemandem, der pathologisch gehört aber das Lügen."
  },
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    "end": 4868.6,
    "text": "Das heißt die Person muss sozusagen das Lügen in die Therapie bringen um wahrhaftig zu sein."
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    "end": 4882.42,
    "text": "und ich glaube dann ist es aber ganz wichtig wie du es eben auch gesagt hast diese Mitteilung die darin steckt zu verstehen und nicht sich zum Beispiel moralisch oder pseudoverständlich auf das lügen einzulassen."
  },
  {
    "start": 4883.5,
    "end": 4887.54,
    "text": "Ja, wir hoffen dass wir zu einem solchen Verständnis ein paar Anregungen gegeben haben."
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    "end": 4895.139,
    "text": "Wir haben jetzt einen Durchgang gemacht von Entwicklungspsychologie über Politik bis zur klinischen Praxis und im Mythos haben wir sogar"
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  {
    "start": 4895.18,
    "end": 4897.88,
    "text": "auch noch... Und griechische Mythologie ganz in der Tradition der Psychoanalyse!"
  },
  {
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    "end": 4898.3,
    "text": "Also wir haben"
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  {
    "start": 4898.34,
    "end": 4900.519,
    "text": "immer eine sehr psychoanalytische Folge gemacht."
  },
  {
    "start": 4901.08,
    "end": 4914.74,
    "text": "Wir hoffen das ihr sie trotzdem sehr anregend fandet und mit uns diesen Weg mitgehen konntet Freuen uns über eure Rückmeldungen, freuen uns auch immer über Kommentare also sei es auf Spotify oder wo ihr auch immer die Folge hört."
  },
  {
    "start": 4915.16,
    "end": 4922.08,
    "text": "Wir lesen gerne Rückmeltungen und das ist für uns was sehr wichtiges und natürlich auch immer sehr interessant dass wir die Folge von euch dann wahrgenommen oder gehört wird."
  },
  {
    "start": 4922.76,
    "end": 4936.639,
    "text": "Und freuen uns natürlich wenn ihr uns auf den nächsten Tiefseeltauchgängen oder Rätselwissen erkundet oder vielleicht ja auch mal bald wieder einer Tales of Therapy Erzählung folgt und mit uns ein wenig die Untiefen des Seelischen auslotet."
  },
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    "start": 4937.7,
    "end": 4940.68,
    "text": "Wir wünschen euch einen schönen Morgen, Mittag oder Abend!"
  },
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    "start": 4941.0,
    "end": 4941.639,
    "text": "Wann immer ihr das"
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    "start": 4941.7,
    "end": 4941.92,
    "text": "hört?"
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    "start": 4942.0,
    "end": 4943.44,
    "text": "Tschüss!"
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]