[
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    "end": 35.82,
    "text": "In den nächsten Wochen begleiten wir Andy durch seinen therapeutischen Prozess."
  },
  {
    "start": 36.9,
    "end": 46.42,
    "text": "Schon bald entstehen erste Ideen darüber, was hinter seiner Panik stecken könnte – doch der emotionale Zugang zu diesen frühen Zuständen bleibt zunächst verstellt!"
  },
  {
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    "end": 53.88,
    "text": "Wie Andi und sein Therapeult sich diesem verschlossenen inneren Raum nähern, davon erzählt diese Fallgeschichte."
  },
  {
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    "end": 61.76,
    "text": "Und auch davon wie sich die Spuren der deutsch-deutschen Teilung über Generation hinweg in einer Familie einschreiben können."
  },
  {
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    "end": 67.1,
    "text": "Zu jeder Folge gibt es eine vertiefende Nachbesprechung auf unserer Förderplattform Patreon."
  },
  {
    "start": 67.979,
    "end": 75.52,
    "text": "Dort gehen wir noch einmal genauer den Spuren nach, die in der Fallgeschicht sichtbar werden – und ordnen sie aus therapeutischer Perspektive ein!"
  },
  {
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    "end": 78.66,
    "text": "Den Link stellen wir wie immer in die Show Notes."
  },
  {
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    "end": 116.06,
    "text": "Aber irgendwie macht es mich unsicher, ob alles noch stimmt mit meinen Augen."
  },
  {
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    "end": 121.7,
    "text": "Als würde ich nicht mehr richtig sehen können, obwohl ich alles noch sehen kann."
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    "end": 143.74,
    "text": "aber irgendwie muss sich mich immer wieder versichern, ob es auch wirklich so ist und das ist dieses komische an meinen Füßen als hätte ich kein Gefühl mehr für sie als ob sie eingeschlafen sind und dann richtig gelähmt dass ich mich nicht mehr weg bewegen kann von der Couch Und ich muss sie immer wieder bewegen um zu prüfen ob ich noch die Kontrolle über sie habe."
  },
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    "text": "Wenn ich Sie bewege, ist das kurz weg – aber dann ist es gleich wieder da!"
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    "text": "Auch die Hände irgendwie taub?"
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    "text": "In mir viel Angst…."
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    "text": "Ich habe das Gefühl, ich muss dagegen ankämpfen."
  },
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    "text": "Ich kann es tehn nicht sagen wie es mir geht, als würde er es erst dann richtig schlimm, als gäbe es dann kein Halten"
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    "text": "mehr.\"."
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    "text": "Angst und schweigt."
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    "text": "Danach wird es schlimmer."
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    "text": "Ich habe das Gefühl, ich muss sofort aufstehen und aus dem Raum raus Aber das geht auch nicht So."
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    "text": "die Stunde zugebracht Tee versucht mich zu beruhigen oder mit mir zu verstehen was gerade passiert aber ich kann nicht wirklich zuhören."
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    "text": "Tee fragt ob ich beschreiben kann was ich gerade erlebe?"
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    "text": "Ich versuche es."
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    "text": "Er bezieht es auf Beer Auf meine Angst, dass sie mir zu nahe kommt wenn sie mich versorgen will."
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    "text": "Ich weiß ja das das damit zu tun hat Aber es hilft mir nicht Als würde Tee nur diesen Teil von mir erreichen der noch denken kann."
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    "end": 226.52,
    "text": "Der Rest ist Körper und Ausnahmezustand als wäre mein Geist wie eine kleine Insel Und alles drum herum steht in Brand."
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    "text": "Und auf dieser kleinen Insel soll ich jetzt mit Tee darüber sprechen was dieses Feuer bedeutet."
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    "text": "Irgendwann sage ich dass es besser ist."
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    "end": 241.9,
    "text": "Ein bisschen besser ist es auch, aber vor allem weil ich weiß die Stunde ist gleich vorbei."
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    "end": 246.04,
    "text": "Ich bin so angespannt dass mein Kiefer weh tut."
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    "text": "Bin extra wieder mit dem Auto in die Stunde gefahren, weil ich in so einem Zustand nicht nach Hause laufen und U-Bahn fahren kann als wäre dann der Weg zu weit."
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    "text": "Ich habe Angst es nicht zu schaffen irgendwo unter den Leuten stehen zu bleiben oder zusammenzuklappen und nicht mehr wegzukommen."
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    "text": "wie viel Tee davon mitbekommt."
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    "text": "Als Andi mir diesen Ausschnitt aus seinem Tagebuch vorliest, liegt die Stunde um die es sich handelt bereits einige Zeit zurück."
  },
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    "text": "In der Stunde selbst hatte er mir zwar gesagt dass ich Angst habe aber wie sehr er in Angst war Wie wenig meine Worte ihn erreichten Wie allein er mit seinem Zustand blieb Das erfahre ich erst nachträglich."
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    "text": "Seine Frage ist nicht unberechtigt gewesen Wie viel von dem, was er erlebt, erreicht mich wirklich?"
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    "text": "Das ist kein Zufall."
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    "text": "Wiederholt im Grunde das Thema, dass es an die so schwer fällt sein inneres Erleben in Kontakt zu bringen – als mit mir im wahrsten Sinne des Wortes zu teilen."
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    "text": "Stattdessen bemüht er sich selbst noch unter dem Ansturm von Panik, mir gegenüber eine kontrollierte und vernünftige Haltung einzunehmen, mir keine Umstände zu"
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    "text": "machen.\"."
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    "text": "Seine Angst sagt mit der Sprache vor allem dies, dass er sich nicht gehalten fühlt von mir."
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    "text": "Doch genau das ist so schwierig in unserer Begegnung!"
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    "text": "Wie entsteht zwischen uns ein Kontakt der ihn in der Tiefe seiner Angst trägt?"
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    "text": "Ich behaupte was ist das Ferneangst die Andy so sehr in Besitz nimmt."
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    "text": "Es ist das Dilemma unserer Behandlung Dass er sich selbst immer wieder von der Möglichkeit abschneidet, dass ich ihn auf dieser tieferen Ebene erreichen kann Und ich immer wieder in die Rolle gerate, ihm einen Halt zu geben der nur aus Worten und Gedanken besteht."
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    "text": "Sich mir in seiner ganzen Not – und damit auch Bedürftigkeit zu zeigen – ist ihm durch geradezu vernichtende Gefühle nahezu unmöglich gemacht."
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    "text": "Scham, Angst das Gefühl des Zusammenbruchs So kämpft er noch in meiner Gegenwart."
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    "text": "die Angst an sich nieder Weißt auf die Zähne zeigt sich nicht."
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    "text": "Wie kann ich ihn halten, wenn er zugleich den Kontakt, den er am meisten bräuchte mit aller Macht abwehrt?"
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    "text": "Darin, so glaube ich, wiederholt sich sein zentrales Lebensthema im Hier und Jetzt unserer Therapie."
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    "text": "Als Andi mich zum ersten Mal kontaktiert und um ein Erstgespräch bittet ist der dreißig Jahre alt."
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    "text": "Am Telefon meldet sich die feste Stimme eines jungen Mannes, der mich wegen seiner Panikattacken konsultieren möchte."
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    "text": "Zur Zeit ist es eigentlich schon wieder besser."
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    "text": "Ich hatte das vor einigen Jahren auch schon einmal, also so ein komisches Herzrasen."
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    "text": "Ich bin dann zur Ärztin gegangen und sie meinte – Das ist Angst!"
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    "text": "Ich habe es aber nicht weiter verfolgt, damals ist es von alleine wieder weggegangen."
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    "text": "geht.\"."
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    "text": "Er habe Psychologie studiert und wisse dass hinter solchen Symptomen mehr stecke."
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    "end": 449.5,
    "text": "Er habe die Sorge, dass er das Thema wieder fallen lassen könnte wenn es ihm jetzt schon wieder besser geht."
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    "text": "Andy, das möchte ich aber nicht!"
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    "text": "Ich möchte der Sache auf den Grund"
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    "text": "gehen.\"."
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    "text": "Den ersten Kontakt empfinde ich als ausgesprochen angenehm."
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    "text": "Andy macht einen klugen und reflektierten Eindruck – scheint jemand, der ernsthaft an einer Auseinandersetzung mit sich selbst interessiert ist … und sicherlich so meine Fantasie in den Stunden gut mitarbeiten wird."
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    "text": "Zugleich hat sein Vortrag beinahe etwas Geschlossenes als hätte er vieles im Voraus bereits für sich alleine bedacht und wolle mir, obwohl er von seinen Panikattacken spricht, zugleich mitteilen."
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    "text": "Keine Sorge!"
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    "text": "Ich achte schon auf"
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    "text": "Die erste Stunde fällt auf einen grauen Nachmittag im Herbst an dem wie es scheint die Bäume ihr letztes Laub abgegeben haben."
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    "text": "Andi erscheint in einer dunklen Übergangsjacke, die mir für das Wetter fast zu kühl scheint."
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    "end": 506.62,
    "text": "Sein Hosensaum ist vom Laufen über die verregneten Straßen nass geworden."
  },
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    "text": "Wir setzen uns."
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    "text": "Andy hat Stroblondes kurzes Haar, auch seine Wimpern sind ganz hell, sein Gesicht schmal mit Sommersprossen und einer schmalen Nase."
  },
  {
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    "text": "Er hat beinahe etwas Weiches weibliches Zudem seinen Mund zu schmaler Lippen verzogen einen ernsten Kontrast setzt."
  },
  {
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    "end": 536.079,
    "text": "Auch seine blauen Augen sind ernst fast abweisend Wandern beim Sprechen schnell im Zimmer umher blicken mich immer wieder nur kurz dafür intensiv an."
  },
  {
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    "end": 547.12,
    "text": "Auch seine Haltung, von übergebeugt, elebogen auf den Knien, Beine gespreizt verleiht ihm eine Lässigkeit die sich nicht ganz zur fühlbaren Anspannung fügt."
  },
  {
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    "end": 551.12,
    "text": "Andi ich weiß nicht wie ich anfangen soll."
  },
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    "end": 555.98,
    "text": "Ich Sie können gerne dort anfangen wo es ihnen gerade einfällt."
  },
  {
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    "end": 560.22,
    "text": "Andi nickt mir freundlich zu und reibt sich die Hände an den Hosen."
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    "text": "Andi also die Panik ist wieder da."
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    "text": "Ich Wieder Da Andi."
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    "text": "Ja Das hatte ich vor einigen Jahren schon einmal."
  },
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    "text": "Ich hatte ja erwähnt, dass ich Psychologie studiert habe und ich kenne diese Beschreibungen aus dem Lehrbuch."
  },
  {
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    "text": "Also der Angstkreis – das man Herzrasen bekommt, das macht einem Angst und dann bekommt man noch mehr Herzrasenn."
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    "text": "Das trifft irgendwie auch zu."
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    "end": 591.28,
    "text": "Das ist bei mir schon auch irgendwie so aber irgendwie trifft es das auch nicht ganz."
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    "text": "Ich weiß nicht ob es eigentlich wirklich Panik ist?"
  },
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    "text": "Ich…."
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    "text": "vielleicht können Sie mich einmal schildern!"
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    "text": "Was ist das Ferngefühl?"
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    "text": "Andi, es fühlt sich so ganz komisch an."
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    "text": "Als würde irgendwie etwas nicht stimmen."
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    "text": "Irgendwie als wäre da die Normalität und plötzlich mitten drin ein Abgrund den nur ich sehen kann, den die anderen gar nicht verstehen – und ich war eben auch noch in dieser Normalität!"
  },
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    "text": "Und auf einmal ist alles ganz schlimm."
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    "text": "Fühlt sich alles an, als wäre ich mitten in einer"
  },
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    "text": "Katastrophe.\"."
  },
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    "text": "Es ist dann auch so, als wäre meine Wahrnehmung ganz anders."
  },
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    "end": 639.72,
    "text": "Mein Sichtfeld ist dann so eingeengt Ich bin wie benebelt und habe das Gefühl gleich bricht alles zusammen Also wie dass ich gleich in Ohnmacht falle."
  },
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    "text": "Das geht da noch über Stunden danach Dass ich mich so ganz komisch fühle So extrem an die Such nach dem Wort Dünnhäutig!"
  },
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    "text": "Ich kann dann nur alleine sein."
  },
  {
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    "text": "es wird dann nur besser wenn ich mich komplett zurückziehe Und für mich Bin."
  },
  {
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    "text": "Das hatte ich jetzt die letzte Zeit einige Male."
  },
  {
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    "end": 663.22,
    "text": "Aber seit ich entschlossen habe, Therapie zu machen ist es nicht mehr gekommen."
  },
  {
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    "end": 670.52,
    "text": "Andis Schilderung berührt mich und ich glaube erahnen zu können von was für eine Art von Zustand erspricht."
  },
  {
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    "end": 678.62,
    "text": "Zugleich hat er sein Panikgefühl in eine beinahe poetische Form gebracht, die wieder diesen Charakter des Geschlossenen hat."
  },
  {
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    "end": 685.28,
    "text": "Es ist als würde er mir das Resultat präsentieren aber der Prozess ist eigentlich schon abgeschlossen."
  },
  {
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    "text": "Um es selbst poetisch auszudrücken, die Angst da er sie mir mitteilt ist schon zu einem Gedicht geworden."
  },
  {
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    "text": "Ich... Haben Sie denn eine Idee wie das kommt mit diesem Gefühl?"
  },
  {
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    "text": "Andi so richtig habe ich keine Idee!"
  },
  {
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    "text": "Ich hatte im Großen und Ganzen eigentlich eine gute Kindheit."
  },
  {
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    "text": "Klar gibt's auch Brüche wie bei vielen anderen wahrscheinlich auch Aber ich denke dass sich das eigentlich schon ganz gut eingeordnet habe."
  },
  {
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    "end": 720.6,
    "text": "Das einzige was mir einfällt ist dass ich neulich mit meiner Freundin zusammengezogen bin."
  },
  {
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    "text": "Also, ich wollte und will das ja auch – aber gleichzeitig brauche ich auch viel Zeit für mich!"
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  {
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    "end": 729.16,
    "text": "Vielleicht hat das ja etwas ausgelöst?"
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    "text": "Seine Freundin Bea sei einige Jahre jünger als er und mache ein duales Studium, weshalb sie zeitweise immer wieder weg sei."
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  {
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    "end": 740.8,
    "text": "Sie hätten eine gute und stabile Beziehung."
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  {
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    "end": 746.38,
    "text": "Sie hatten schon öfter darüber nachgedacht, zusammenzuziehen, aber das habe sich bislang nicht"
  },
  {
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    "end": 746.819,
    "text": "ergeben.\"."
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    "text": "Bea sei aber kürzlich wegen Eigenbedarf gekündigt worden und die WG musste sich auflösen."
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  {
    "start": 754.64,
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    "text": "Daraufhin hätten sie beschlossen, eine gemeinsame Wohnung zu suchen."
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    "end": 763.699,
    "text": "Andi habe gezögert weil er sich in seiner bisherigen Wohnung eigentlich sehr wohl gefühlt habe."
  },
  {
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    "end": 767.079,
    "text": "auch bislang noch nie mit jemand anderem gemeinsam gewohnt."
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    "text": "Seine alte Wohnung beschreibt Andi beinahe mit Zärtlichkeit."
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    "text": "Sie sei eigentlich gar nichts Besonderes gewesen ein kleines Zimmer Ein schmaler Flur Eine Küche wenn der kaum zwei Menschen gleichzeitig stehen konnten."
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    "text": "Die Fenster seien schlecht isoliert gewesen, im Winter habe es gezogen, im Bad habe die Heizung geknackt – aber alles sei ganz ungar an die Suche nach dem Wort das eigene gewesen!"
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    "text": "In der neuen Wohnung mit Bea sei objektiv vieles besser."
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    "text": "Sie sei ja selbst jemand, der gern für sich ist überhaupt sei sie sehr rücksichtsvoll, gerade deshalb verstehe er nicht warum er dort nicht richtig ankommen könne."
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    "text": "Es ist irgendwie als wäre ich nur zu Besuch sagt Andi wie in einem schönen Hotel."
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    "text": "das Gefühl geht nicht weg aber ich lebe da jetzt ja und eigentlich will ich das hier auch."
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    "text": "Ich möchte ja gerne mit Bea zusammenleben Und trotzdem ist es irgendwie so als wär' ich zu besuch in meinem eigenen Leben Und dahinter ist nicht mehr mein altes Höhlenloch, in das ich mich verkriechen kann."
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    "text": "Ein bisschen wie eine Schnecke ohne Haus."
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    "text": "Eine Schnecke-ohne-Haus wiederhole"
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    "text": "Die erste Panikattacke sei einige Woche nach dem Umzug aufgetreten – an einem Abend nach der Arbeit, nachdem ihm schon den ganzen Tag Flau im Magen gewesen war."
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    "text": "Er sei noch einkaufen gegangen, im grellen Licht eines Supermarkts, indem ihn bereits merkwürdig zumute wurde…."
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    "text": "Sie sei eigentlich sehr feinsinnig für so etwas."
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    "text": "Seitdem seien bestimmte Situationen in der Küche und besonders die Abendstunden geradezu ein phobischer Raum – nicht immer breche Panik aus aber wenn ihm mulmig zumute werde müsse er manchmal stundenlang spazieren gehen."
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    "text": "nur das macht er es etwas besser."
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    "text": "Auf diesen Spaziergängen komme auch an seiner alten Wohnung vorbei."
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    "text": "Das beruhige ihn etwas sagt Andi wenigstens ein bisschen."
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    "text": "Das ist vielleicht etwas, das man in der Fachsprache eine persönliche Krankheitstheorien nennen könnte – auch wenn sie von außen betrachtet überzeichnet wirkt, ist darin immer auch etwas Wahres, wenngleich noch Unverstandenes."
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    "text": "Mit der Wohnung scheint er so etwas wie eine Höhle um sich verloren zu haben, durch die er einen Abstand zur Welt waren konnte…einen Abstand, der für sein seelisches Gleichgewicht von wesentlicher Bedeutung."
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    "text": "Andi nickt, als ich ihm meinen Gedanken mitteile."
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    "text": "Schon in der Schulzeit waren mir Klassenfahrten, wo man nicht einmal auf seine eigene Toilette gehen kann – eigentlich immer ein Kraus!"
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    "text": "Auch wenn ich mich mit meinem Mitschülern gut verstanden habe und eigentlich in der Klasse gute Freunde hatte… Ich …."
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    "text": "es scheint, als hätten sie mit ihrer alten Wohnung nicht nur einen Wohnort verloren sondern überhaupt eine Möglichkeit wieder ganz bei sich selbst zu sein."
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    "text": "Aber irgendwie kann es das ja auch nicht sein."
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    "text": "Andi überlegt, antwortet «Hm, ja, vielleicht», doch ich habe das Gefühl dass er nicht wirklich etwas mit meiner Deutung anfangen kann."
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    "text": "Ich, Sie suchen vielleicht etwas wo sie sich wirklich zu Hause und geborgen fühlen."
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    "text": "Kennen Sie diesen Roman von Christa Wolf?"
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    "text": "Dieses Gefühl so ganz ohne Schutz zu sein das ich nichts vertraut anfühlt alles kalt und fremd Nichts, woran man sich festhalten kann."
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    "text": "Ich."
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    "text": "seine Mutter sei bald nach seiner Geburt wieder arbeiten gegangen und er ganz täglich in eine Kinderkrippe in der DDR gekommen."
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    "text": "Das kann ich nicht genau sagen aber wenn das wichtig ist, kann ich nachfragen vielleicht ein paar Monate halt."
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    "text": "Ich denke flüchtig an die Texte, die ich über DDR-Krippenbeteuung gelesen habe."
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    "text": "Andi aber redet schon weiter Die Wende sei ein gravierender Umbruch in der Familie gewesen."
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    "text": "Andi ich will die DDR auch gar nicht schön reden."
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    "text": "da war vieles schlecht aber wenn es um die Wiedervereinigung geht da wird auch vieles schön geredet."
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    "text": "Das Werk in dem sein Vater tätig war habe bald nach der Wende schließen müssen."
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    "text": "Sein Vater sei hochqualifiziert gewesen und habe auch wieder eine neue Arbeit gefunden Allerdings weiter von zu Hause entfernt in Bayern, weshalb er unter der Woche nicht mehr zuhause gewesen sei."
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    "text": "Seine Mutter sei mit ihm und seiner Schwester in ihrer Heimatstadt geblieben."
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    "text": "Ihr Job an der Klinik sei nicht gefährdet gewesen – sie seien aber auch geblieben, weil er und seine Schwester schon sozial gut integriert gewesen sein."
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    "text": "Aber eigentlich war es auch komisch, als würde er etwas mitbringen aus der Welt in der er unter der Woche war und ich soll mich darüber freuen das sich ein kleines Stück davon abbekomme."
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    "text": "Andi – das haben viele erst später bemerkt, dass Süßkeiten nicht alles ersetzen können!"
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    "text": "an dieser Stelle in ein politisch gefärbtes Gespräch hinein gezogen zu werden."
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    "text": "Nicht nur der Vater ist nun gemeint, der mit seinen Mitbringseln die eigene Abwesenheit zur Mildern versucht – es geht auch um ein anderes Versprechen!"
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    "text": "Dass die neue Welt, der Westen etwas mit sich bringt, wofür man die Alte ohne allzu große Trauer aufgeben soll."
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    "text": "Andi aber so scheint es mir trauert weiter… Um was?"
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    "text": "Tatsächlich führt er nun einen ärgerlich gefärbten Gedankengang aus über die Illusionen der Wendezeit, die Naivität vieler mit Bürger – die allzu bereit gewesen seien sich dem Westen auszuliefern."
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    "text": "Ich will nicht die DDR verteidigen sagt Andi aber einige haben dann schon gemerkt wie es ihnen gedankt wird das sie dem Westens zugejubelt haben statt etwas Eigenes aufzubauen."
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    "text": "frag ich mich innerlich."
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    "text": "Sicherlich lerne ich zum ersten Mal an, dies Art und Weise kennen sich mit der Kraft von Gedanken und Argumenten von einem schmerzhaften Gefühl fernzuhalten."
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    "text": "Gewissermaßen das Emotionale in die Sphäre der politischen Deutung zu verschieben."
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    "text": "Eigentlich hatten wir ja über seine Sehnsucht nach dem Vater gesprochen."
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    "text": "Es ist ein Moment von Verbitterung fühlbar Und auch – so meine ich es wahrzunehmen – eine Frage Vielleicht ein verdeckter Vorbehalt gegen mich Kannst du dich überhaupt in meine Welt hineindenken?"
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    "text": "Erst später im Nachgang des Gesprächs habe ich das Gefühl, dass es hierbei auch noch um etwas anderes ging."
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    "text": "Mit seiner ärgerlichen Ausführung bewegt Andi sich aus einer Position heraus, in der er nicht gesehen werden will."
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    "text": "Ich soll ihn nicht als den armen und verlassenen Jungen sehen, der auf seinen Vater wartet – ein Jungen dessen Vater dorthin verschwunden ist wo es jetzt Arbeit Geld und Süßigkeiten gibt während das Alte und vermeintlich weniger wertvolle zurückbleibt."
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    "text": "Viel erträglicher ist es, über Geschichte zu sprechen – über Systeme, über die Naivität der Anderen und die Härte der neuen Verhältnisse als über diesen Jungen, der am Freitagabend an der Tür steht und sich nicht anmerken lassen darf, dass ihm die Süßigkeiten nicht genügen."
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    "text": "Andy sieht in der Wende den wesentlichen Grund, warum ein Bruch in der Familie entstanden ist."
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    "text": "Der Vater habe sich in den Folgejahren immer weiter von der Familie entfernt."
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    "text": "Schließlich, nachdem Andi sein Abitur absolviert hat, trennen sich die Eltern auch offiziell."
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    "text": "Der Vater lebt bis heute in Westdeutschland mit einer neuen Partnerin Ich."
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    "text": "Es klingt als müssten sie sich rechtfertigen zu sagen das Entzuge der Wende für Sie und ihre Familie etwas verloren gegangen ist."
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    "text": "Vielleicht ein Stück Heimat aber ja auch ganz persönlich ihr Vater."
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    "text": "Natürlich war es nicht nur die Wände."
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    "text": "Es gab offenbar auch schon viele Probleme vorher in der Beziehung meiner Eltern."
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    "text": "Meine Mutter sagt, es sei für sie eine Befreiung gewesen."
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    "text": "Andi beschreibt das Verhältnis zu seinem Vater als gut."
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    "text": "Nach seinem Abitur zieht er auch in die Stadt seines Vaters um dort eine Ausbildung als Rettungssanitäter zu absolvieren und trifft ihn regelmäßig Andi?"
  },
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    "end": 1433.68,
    "text": "Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung was ich machen soll Und in meinem Zivildienst hatte ich auch schon dort gearbeitet."
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    "text": "Und irgendwie hat mich das auch fasziniert."
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    "text": "Kurz nach Ende seiner Ausbildung orientiert sich Andi aber um, er habe sich nicht vorstellen können dauerhaft an diesem Beruf zu arbeiten weniger weil ihn die Fälle belasteten als dass Arbeitsklima."
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    "text": "Dort gäbe es viele Hierarchien eine raue Stimmung unter den Kollegen und so sagt Andi einen männlichen Korpsgeist."
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    "text": "Damit hab' ich noch nie etwas anfangen können."
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    "text": "Er entschließt sich ein Psychologie-Studium aufzunehmen, muss dafür auch noch einmal die Stadt wechseln."
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    "text": "Das Studium sei enttäuschend gewesen – vor allem weil es meist furchtbar langweilig gewesen sei und vieles was Psychologie ausmacht komme gar nicht vor!"
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    "text": "oder in Frankreich auch Lysien-Cef."
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    "text": "Gleichzeitig sei er so andi, an der Uni bis heute hängen geblieben."
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    "end": 1508.1,
    "text": "Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiterin einem Forschungsprojekt das sozialpsychologische und wirtschaftswissenschaftliche Fragen verbindet."
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  {
    "start": 1509.379,
    "end": 1513.62,
    "text": "Dort geht es um Kooperation und soziale Ungleichheit in Organisationen."
  },
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    "start": 1515.02,
    "end": 1516.82,
    "text": "Ganz zufrieden damit wirkt er aber nicht."
  },
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    "start": 1517.68,
    "end": 1520.139,
    "text": "Er sei dort mehr hineingeraten als angekommen."
  },
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    "start": 1521.52,
    "end": 1525.78,
    "text": "Er habe eine befristete Stelle die gleichzeitig viel Verwaltungsarbeit beinhalte."
  },
  {
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    "end": 1534.879,
    "text": "Das sei der unangenehmste Teil seiner Arbeit, dass ständig Studenten in sein Zimmer kämen und er irgendetwas Stempeln und Bürokratie erledigen müsse."
  },
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    "end": 1541.32,
    "text": "Er arbeite an einer Promotion aber nicht wirklich mit voller Kraft weil ihn die anderen Aufgaben binden."
  },
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    "end": 1547.02,
    "text": "Insgesamt sei er etwas unschlüssig darüber was er eigentlich mit seinem Leben anfangen wolle."
  },
  {
    "start": 1548.2,
    "end": 1556.12,
    "text": "Zwar sei das irgendwie eine bürgerliche Frage was man aus seinem Leben machen möchte Also dass das eigene selbst immer so ein Projekt sein muss."
  },
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    "start": 1557.16,
    "end": 1568.3,
    "text": "Andi, aber die Frage nach einer Familie wird ja irgendwann dringlicher und ich weiß nicht ob ich das möchte Aber auch ob ich wirklich an die Uni gehöre oder nicht doch irgendwo anders hin."
  },
  {
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    "end": 1570.3,
    "text": "Auch das wäre so ein Thema."
  },
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    "text": "Ich vielleicht ist es überhaupt eine Frage die sie sehr beschäftigt Nicht nur was ihren Beruf angeht Wo Sie hingehören?"
  },
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    "text": "Ich habe das Gefühl sie suchen etwas Aber sie gehen dabei auch immer wieder verloren."
  },
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    "text": "Vielleicht können wir ja noch mehr verstehen, was es damit aufsichert?"
  },
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    "text": "Tatsächlich ist das dieses Gefühl der Verlorenheit, dass mir nach der Stunde mit Andy bleibt."
  },
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    "text": "Er wirkt wie ein junger Mann, der sehr selbstständig ist und wenig von anderen verlangt oder braucht."
  },
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    "text": "Zugleich ist fast etwas kindlich Bedürftiges an ihm."
  },
  {
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    "end": 1616.76,
    "text": "Seine nassen Rosenbeine die bis zum Ende der Stunde nicht ganz getrocknet sind wecken in mir die Assoziation eines Kindes in nassen Hosen und keiner kommt sie trocken zu machen."
  },
  {
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    "text": "Er hält es aus, es scheint nicht einmal der Erwähnung wert."
  },
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    "text": "Warum habe ich ihm eigentlich kein Handtuch angeboten?"
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    "text": "Die Angstzustände, die er beschreibt, scheine mir tatsächlich den Charakter des Strukturlosen zu haben – ein Zustand, indem sich seine vernünftige Selbstorganisation auflöst oder nicht mehr zu halten ist."
  },
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    "text": "Als würde er durch das Gerüst stürzen dass er sich selbst gebaut hat."
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    "text": "Warum findet Andi keinen Halt?"
  },
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    "text": "Er scheint ja in vielerlei Hinsicht kompetent und auch fähig, sich zu binden."
  },
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    "start": 1651.76,
    "end": 1661.0,
    "text": "Eine biografische Linie, so meine ich, führt in den jahrtazächlichen Verlust seiner sozialen Herkunft der Welt, in der er aufgewachsen ist – Der DDR."
  },
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    "end": 1667.879,
    "text": "Das scheint ja auch ihn sehr zu beschäftigen und ihnen Gefühle umzutreiben die noch etwas Ungelöstes haben."
  },
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    "text": "Aber vielleicht weisen die biografischen Linien in noch frühere Zeiten zurück."
  },
  {
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    "text": "Mich beschäftigt der Umstand, dass er schon früh in die außerfamiliäre Betreuung gegeben wurde wobei es einen relevanten Unterschied macht wie alt er war und was die genauen Umstände waren."
  },
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    "end": 1697.58,
    "text": "Es existiert ja eine Vielzahl von wissenschaftlicher Literatur über die Zustände der absoluten Verlorenheit in die Kinder geraten wenn sie schon früh mit überfordernden Trennungen konfrontiert sind."
  },
  {
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    "end": 1705.1,
    "text": "dass Andi auch über einen solchen Zustand spricht, wenn er seine Angstzustände und Verlorenheit schildert."
  },
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    "start": 1706.22,
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    "text": "Doch vieles möchte ich noch besser verstehen."
  },
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    "text": "Am Abend unserer ersten Stunde bestelle ich mir dieses Buch, deren ostdeutsche Autore nicht kenne, das sich aber bislang selbst nicht gelesen hatte."
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    "start": 1719.4,
    "end": 1723.379,
    "text": "Kein Ort nirgends!"
  }
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