[
  {
    "start": 0.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDiese Woche habe ich die zweite Absage in kurzer Zeit für ein Herzensprojekt bekommen. Und obwohl ich seit über 20 Jahren selbstständig bin, hat sie mich so richtig getroffen. Viele glauben ja, dass Absagen mit wachsendem Erfolg weniger wehtun. Meiner Erfahrung nach stimmt das nicht. In dieser Folge teile ich deshalb mit dir die Strategien, die mir helfen, Enttäuschung zu verarbeiten, schnellstmöglich emotional wieder klar zu werden und aus einer Absage sogar neue Kraft und neue Ideen zu ziehen.",
    "end": 33.0
  },
  {
    "start": 33.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDu erfährst, wie du konstruktiv mit Absagen umgehst, ohne dich selbst in Frage zu stellen und warum du, wenn du das tust, erfolgreicher wirst. Wenn du also im kreativen Business unterwegs bist und vielleicht ab und an Angst vor Absagen hast, dann ist diese Folge für dich. Und in diesem Sinne: Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu der passende Aufträge akquirierst und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt.",
    "end": 69.0
  },
  {
    "start": 69.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nAuch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt. Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los. Am Montag habe ich wie gesagt, eine Absage zu meinem Ponybuch bekommen. Es ist schon die zweite Absage in kurzer Zeit zum gleichen Projekt. Und in den 20 Jahren meiner Selbstständigkeit habe ich schon sehr viele Absagen eingesammelt und auch einige tolle Zusagen bekommen.",
    "end": 98.0
  },
  {
    "start": 98.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nFür das Ponybuch zum Beispiel habe ich ja schon einen großartigen Verlag gefunden und das Buch wird nächstes Jahr im Herbst das Licht der Welt erblicken. Deshalb hat es mich überrascht, wie sehr diese Absage diese Woche wehgetan hat. Bei der ersten Absage vor ein paar Wochen hat es sich angefühlt wie so eine Beule, die ich mir geholt habe. So ein bisschen wie: »Plonk«.",
    "end": 119.0
  },
  {
    "start": 119.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nOkay, kurz schütteln. Weiter geht’s. Die zweite Absage diese Woche hat sich eher so angefühlt wie so ein Fußball, der mir in den Bauch geschossen wurde. Die Absagen hatten sich sozusagen aufsummiert. Gleichzeitig war ich auch überrascht, was für Gedanken die Email in mir ausgelöst hat. Es war so ein Gewitter von irrational Gedanken, die da auf einmal durch meinen Kopf kreiselten.",
    "end": 141.0
  },
  {
    "start": 141.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nZu allererst der Klassiker: Imposter. Dass das jetzt bedeutet, dass ich eh nichts kann. Dass die Zusagen davor Zufälle waren. Missverständnisse, Verwechselungen. Und dann? Dann kam die Scham: nicht gereicht zu haben und dabei gleichzeitig geglaubt zu haben, dass es reichen könnte. Und zu guter Letzt kam dann Traurigkeit. Enttäuschung. Glücklicherweise habe ich mir über die Jahre einige Tools erarbeitet, um mir in solchen Momenten helfen zu können.",
    "end": 170.0
  },
  {
    "start": 170.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd weil alle professionellen Kreativen, die ihre Arbeit aktiv sichtbar machen, mit Absagen zu tun haben, möchte ich heute mit dir meine Strategien teilen, damit sie dir das nächste Mal helfen, schnell wieder aus dem Tal der Tränen hinaus zu marschieren. Und auch um Enttäuschung und Schmerz zu normalisieren. Denn ja, das ist normal, das geht allen so! Wir alle erleben Absagen und wir alle sind enttäuscht darüber.",
    "end": 198.0
  },
  {
    "start": 198.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd trotzdem merke ich immer wieder, wie vor allem Berufsanfänger*innen glauben, dass mit wachsendem Erfolg die Absagen weniger wehtun werden. Dass sie weniger relevant werden, weniger Wirkung haben. Denn die erreichten Erfolge geben ja Bestätigung und kreieren Sicherheit. Natürlich kann ich hier nur für mich selbst sprechen. Und ja klar, es gibt Strategien, die helfen, einen emotionalen Abstand zur eigenen Arbeit aufzubauen, um das Herz zu beschützen.",
    "end": 226.0
  },
  {
    "start": 227.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd auch ja: Diese anzuwenden wird mit Erfahrung und Erfolgen im Gepäck einfacher. Aber die Erfahrung beschützt nicht davor, immer mal wieder überrascht zu werden vom Schmerz der Ablehnung. Vielleicht passiert es nicht mehr ganz so oft. Aber wenn es passiert, dann tut der Schmerz genauso weh wie am Anfang des Weges. Dafür gibt es einen guten Grund. Wenn wir als Illustrator*innen und Designer*innen mit unserer Arbeit in die Welt hinausgehen, dann machen wir uns verletzlich.",
    "end": 257.0
  },
  {
    "start": 257.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nAn Design- und Illustrationsleistungen hängt so viel mehr dran als Handwerk und fachliche Expertise. Kreative Arbeit ist immer auch individueller Ausdruck und Persönlichkeit. Und ja, auch Menschen, die klassische Dienstleistungen anbieten, wie Steuerberatung, zahnärztliche Leistungen oder Coaching, die bringen natürlich auch Herzblut und Leidenschaft für ihren Job mit. Aber mit kreativer Arbeit teilen Menschen neben ihrem Herzblut und ihrer Leidenschaft eben auch noch ihre ganze Seele mit der Welt.",
    "end": 290.0
  },
  {
    "start": 290.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd wenn ich meine Seele mit der Welt teile und jemand anderes sagt: »Nope! Das interessiert mich nicht. Ich finde was anderes viel besser,« dann tut das natürlich weh. Und es braucht wirklich viel Übung und manchmal auch etwas Zeit, um das nicht persönlich zu nehmen. Denn in der kreativen Arbeit steckt dein Herz drin. Und deshalb erzeugen Absagen eben auch mal Herzschmerz.",
    "end": 312.0
  },
  {
    "start": 313.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nMacht ja total Sinn. Genau. Spannend daran ist: Umso wichtiger mir etwas ist, desto schneller und mehr tut es auch weh. Das Ponybuch ist ja mein aktuelles Herzensprojekt. Ich arbeite daran schon wirklich lange. Es ist eine Geschichte über Vertrauen und warum Vertrauen immer ein Schritt ins Ungewisse ist. Und ich arbeite schon seit fast zehn Jahren an diesem Buch.",
    "end": 337.0
  },
  {
    "start": 337.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nEs ist durch wirklich viele verschiedene Phasen hindurchgegangen. Am Anfang war es ein Bilderbuch, dann wurde es ein Erstlese-Buch. Jetzt ist es eine Coming-of-Age-Graphic-Novel. Und über all diese Jahre und durch diese ganzen Veränderungen ist mein Wunsch, diese Geschichte zu erzählen, nicht weggegangen. Aber ich zweifele natürlich schon manchmal auch daran und frage mich, ob in Zeiten von Donald Trump, Klimawandel und gesellschaftlicher Spaltung wirklich jemand eine Geschichte über ein Pderdemädchen braucht.",
    "end": 365.0
  },
  {
    "start": 365.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nMich daran zu erinnern, warum ich das Buch eigentlich machen will, ist einer der Schritte, die ich nutze, wenn ich im Tal der Tränen gerade nass geregnet werde. Aber das ist nicht der erste Schritt. Über die Jahre habe ich gemerkt, dass ich bei Enttäuschungen und Absagen durch eine Abfolge von Phasen gehe, die immer recht ähnlich ist. Diesen Ablauf bewusst zu erkennen, das hilft mir, weil ich weiß, was kommt.",
    "end": 389.0
  },
  {
    "start": 390.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd ich weiß auch, dass am Ende des Weges eine Belohnung wartet: sozusagen eine gute Sache, die durch Absagen ziemlich oft entsteht. Deshalb stelle ich dir heute mal meine Phasen vor. Du hörst sozusagen heute »Franziskas Wanderkarte durch das Tal der Tränen« und wir beginnen mit Etappe #1. Gefühle fühlen. Wenn du im Tal der Tränen ankommst – es ist gerade also eine Absage bei dir im Postfach geflattert –",
    "end": 418.0
  },
  {
    "start": 418.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\ndann gilt es zu allererst, die unangenehmen Gefühle der Ablehnung zu fühlen. Und ja, das fühlt sich kacke an. Aber das Erstaunliche ist ja, dass sich Gefühle, wenn sie gefühlt werden, in den meisten Fällen nach kurzer Zeit verflüchtigen. Physiologisch sind unsere Emotionen ja so gedacht. Etwas passiert. Das benötigt eine Reaktion. Das Gefühl weist Mensch darauf hin. Mensch nimmt wahr, reagiert.",
    "end": 447.0
  },
  {
    "start": 447.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDie notwendige Reaktion passiert. Die Gefühlaufgabe ist erfüllt. Gefühl darf gehen. Das bedeutet, dass in dieser ersten Phase meine einzige Aufgabe ist, meine Enttäuschung zu spüren und zuzulassen. Und hier kann es helfen, die Gefühle zu benennen. Scham ist okay. Wut ist okay. Traurigkeit ist okay. Enttäuschung ist okay. Alles darf sein. Und ja, für mich geht das üblicherweise leichter, wenn ich mich bewege.",
    "end": 478.0
  },
  {
    "start": 478.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nWenn ich wütend bin, dann stampfe ich wie ein wildgewordener Elefant durch den Wald. Und wenn ich traurig bin, dann schlurfe ich eher so durchs Unterholz und finde Trost, wenn ich ein Eichhörnchen treffe. Aber auch das Gegenteil kann hilfreich sein: Stillstand. Zum Beispiel auf dem Fußboden liegen und die Zimmerdecke anstarren. Dazu empfehle ich auch die Verwendung einer Kuscheldecke zum drunter verstecken.",
    "end": 503.0
  },
  {
    "start": 503.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDas erzeugt so ein warmes Höhlengefühl und das hilft mir, es mir in der Unbequemlichkeit dieser unangenehmen Gefühle so komfortabel wie möglich zu machen. Es kann auch spannend sein, ganz genau hinzuhören. Was sagt die Scham? Was sagt die Wut? Was sagt die Enttäuschung? Das ist optional, aber es ist eine gute Möglichkeit, dich selbst und deine typischen Muster, Glaubenssätze und Coping Mechanisms kennen zu lernen.",
    "end": 529.0
  },
  {
    "start": 529.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDenn die Gedanken, die durch die Absage-Gefühle ausgelöst werden, sind oftmals immer wieder ähnliche Gedankenmuster. Das, was du hier hörst, wird dir also mit großer Wahrscheinlichkeit recht bekannt vorkommen. Eine Sache, die sowohl beim Genau-Hinfühlen wie auch beim Hinhören gut funktioniert, ist Schreiben. Denn das »in Worte verpacken« ermöglicht einerseits, das Gefühlswirrwarr auseinander zu klamüsern. Und es schafft auch emotionalen Abstand, weil du es aus deinem Körper auf das Blatt Papier oder ins Text-Dokument hinein transferierst.",
    "end": 565.0
  },
  {
    "start": 565.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd damit sind wir schon bei Etappe #2 und die heißt: Schaffe emotionalen Abstand. Das Schreiben macht nämlich genau das. Es schafft emotionalen Abstand. Und nur damit, also mit Abstand, ist es dir möglich, konstruktive Wege zu finden, mit der Enttäuschung umzugehen. Manchmal reicht zum Abstand schaffen ein Spaziergang. Manchmal braucht es mehrere Nächte drüber schlafen. Und außerdem: Ohne Etappe #1, keine Etappe #2.",
    "end": 596.0
  },
  {
    "start": 596.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nWenn der emotionale Abstand sich nicht einstellen will, dann geh noch mal einen Schritt zurück und nimm dir Zeit für die erste Etappe. Sei geduldig mit dir und nimm dir wirklich Zeit fürs Fühlen. Wenn du den Prozess beschleunigen willst, dann schreib deine Gefühle auf oder spricht mit einer guten Freundin. Was ich gern mache: Ich nehme mir selbst eine Sprach-Nachricht auf, in der ich erzähle, wie es mir geht und dann höre ich mir das danach noch mal an!",
    "end": 623.0
  },
  {
    "start": 623.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nMag so ein bisschen komisch klingen, ist aber eine wirklich gute Möglichkeit, deine Gefühle einerseits wahrzunehmen und auch ernst zu nehmen. Und das kreiert über die Zeit emotionalen Abstand. Und wenn du dann langsam merkst, dass die unangenehmen Gefühle an Intensität verlieren, dann ist die Zeit reif für Etappe #3, in der du mit dem geschaffenen emotionalen Abstand auf die Situation schaust. Und dort machst du einen Realitätscheck.",
    "end": 652.0
  },
  {
    "start": 652.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nHier schätzt du also zu allererst die Gesamtsituation ein. Du könntest dich zum Beispiel fragen, ob deine Erwartungen realistisch waren. Ich habe das auch gemacht und war sogar ein bisschen überrascht. Denn bei meiner Absage dieser Woche darf ich ehrlich sagen, dass ich wirklich gute Gründe hatte, optimistisch zu sein. Und trotzdem kam die Absage. Das so anzuerkennen, hat mich entlastet.",
    "end": 675.0
  },
  {
    "start": 675.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDenn zeitweilig und in Etappe #1 habe ich wirklich so ein bisschen an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt. Klar ändert das nichts an der Absage. Aber es hilft, meine Enttäuschung besser zu verstehen. Und dann mach auch noch mal einen Realitätscheck zu deinen Gedanken. Frag dich also auch, ob das, was die Stimmen in deinem Kopf so sagen, wirklich wahr ist. Bei mir zum Beispiel sagten die Stimmen: »So, Franziska.",
    "end": 702.0
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  {
    "start": 702.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDie Absage beweist, dass die Idee zum Buch nicht gut ist.« Und da scheiden sich die Geister. Da haben mehrere Menschen unterschiedliche Meinungen dazu. Aber eins ist klar Das ist kein Fakt, sondern eine Vermutung oder eine Meinung. Das ist ein Gedanke, der mich beschützen will vor weiterer Enttäuschung, im Sinne von: Hör jetzt lieber auf, bevor du dir noch so eine Beule holst.",
    "end": 729.0
  },
  {
    "start": 729.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nAber es gibt sogar noch eine Sache, die noch spannender ist, nämlich die Angst dahinter. Denn wenn ich ehrlich bin und ganz genau hinschaue, dann habe ich natürlich Angst, so viele Jahre in ein Buch gesteckt zu haben, das am Ende vielleicht niemanden interessieren wird. Diese Angst ist menschlich, aber erst wenn ich sie hier in Phase #3 offen vor mir ausgebreitet sehen kann, kann ich mich entscheiden, ob ich mich davon leiten lassen möchte oder eben nicht.",
    "end": 756.0
  },
  {
    "start": 756.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd nein, möchte ich nicht. Die Angst, dass ein Buch ein Flop wird, gehört zum Bücherschreiben dazu. Und das ist eine gute Überleitung zu Etappe #4. Denn wenn ich die ersten drei Phasen durchlaufe, dann lande ich so gut wie immer irgendwann bei einer Kernfrage. Und deshalb heißt der nächste Schritt: The Big Picture. Ich habe es ja vorhin schon erwähnt: Gerade bei den Dingen, die uns besonders wichtig sind, da schmerzen Absagen ja besonders doll.",
    "end": 788.0
  },
  {
    "start": 788.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDie Gefahr ist groß, gerade bei den Herzensangelegenheiten den Schmerz lieber zu vermeiden. Aber das wäre so schade und macht auf Dauer wirklich traurig, weil die Dinge, die wirklich wichtig sind, dann nicht passieren. Deshalb stelle ich mir hier in Phase #4 regelmäßig eine Frage: Warum ist mir das wichtig? In meinem Fall steckt darin ja auch die Frage, warum ich das Ponybuch überhaupt mache.",
    "end": 814.0
  },
  {
    "start": 814.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nWarum will ich diese Geschichte so dringend erzählen? Und würde ich sie auch noch erzählen wollen, wenn niemand sie hören will? So fühlt sich die Absage ja an. So als ob die Geschichte wenig Relevanz hat. Und ja, ich glaube daran, dass meine Pony-Geschichte es wert ist, erzählt zu werden. Und selbst, wenn am Ende nur fünf Leute andocken können, möchte ich sie erzählen.",
    "end": 836.0
  },
  {
    "start": 836.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nHier, in dieser Phase, betrachtest du also dieses eine Ereignis, die Absage, in einem größeren Kontext: The Big Picture. Und das hilft, der Absage eine angemessene Bedeutung zuzuordnen. Denn die Absage bedeutet ja nicht, dass alles schlecht ist. Sie ist ein kleiner Stolperstein auf einem langen und wichtigen Weg. Und damit kommen wir jetzt ins Handeln in Etappe #5. Aber bevor wir das machen, hier noch eine kurze Randnotiz in eigener Sache.",
    "end": 866.0
  },
  {
    "start": 866.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDenn wenn du jetzt denkst: Ja, klingt sinnvoll, aber ich kann gar nicht wirklich sagen, was mein The Big Picture so konkret eigentlich ist. Wenn das bei dir so ist, dann fühl dich herzlich eingeladen in die Portfolio-Akademie. Die Portfolio-Akademie ist mein 14-wöchigen Live-Gruppenprogramm für Designer*innen und Illustrator*innen und darin positionierst du dich. Und zwar nachhaltig, also sowohl wirtschaftlich wie auch künstlerisch.",
    "end": 893.0
  },
  {
    "start": 893.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd das bedeutet auch, dass du deine Vision beschreibst, damit diese dann dein Kompass wird. So kannst du dann ganz gezielt Akquise machen, damit du auch langfristig dorthin kommst, wo du hin willst. Und das sorgt dafür, dass du dich eben nicht von kleinen Stolpersteinen abhalten lässt. Die nächste Portfolio-Akademie startet am 2. März 2026 und du kannst dich jetzt schon unverbindlich und für 0 € auf eine Warteliste eintragen.",
    "end": 920.0
  },
  {
    "start": 920.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd ja, es lohnt sich, auf der Warteliste zu stehen, denn es gibt einen Super-Special-Bonus für die Warteliste. Und die letzten Male waren die 30 verfügbaren Plätze auch innerhalb weniger Tage vergeben. Die unverbindliche Warteliste findest du unter www.diegutemappe.de/PA. P wie Portfolio und A wie Akademie. Den Link findest du auch in den Shownotes. Und damit, Ende Randnotiz.",
    "end": 945.0
  },
  {
    "start": 945.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nWeiter geht’s mit Etappe #5. Und dort kommen wir ins Handeln. Hier in der fünften Phase geht es also darum, aktiv zu werden und die unangenehme Erfahrung der Absage konstruktiv für sich zu nutzen. Und das hat nichts mit Schönreden oder Toxic Positivity zu tun. Zumindest dann nicht, wenn du dich hier mutig und klar ausschließlich auf die Dinge fokussierst, die du ändern kannst.",
    "end": 972.0
  },
  {
    "start": 972.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nAls ich in Phase #5 angekommen bin, habe ich mich zum Beispiel gefragt, ob es sein könnte, dass die Jury nicht verstanden hat, dass das Thema des Buches relevant ist. Vielleicht denken sie ja, dass das so eine typische Pferdemädchen-Story ist, von denen es wirklich schon genug gibt. Und ja, die Frage war für mich so eine emotionale Gratwanderung, weil sie ja nah dran ist an meiner eigentlichen Angst, dass sich niemand für das Thema interessiert.",
    "end": 998.0
  },
  {
    "start": 998.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nAber die Frage, was ich ändern könnte, damit Menschen die Relevanz des Themas besser verstehen, hat mir auf einmal Handlungsoptionen gegeben. Und hier wurde es spannend. Denn mit dieser Perspektive fiel mir auf einmal auf, dass ich eine wirklich ganz wichtige Sache in der Geschichte bis jetzt nicht erzählt habe. Ich weiß, das klingt total unglaubwürdig. Vielleicht denkst du jetzt: Franziska, du arbeitest seit so vielen Jahren an diesem Buch und es ist dir bis jetzt noch nicht aufgefallen.",
    "end": 1029.0
  },
  {
    "start": 1029.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nIch weiß, es ist total verrückt, aber manche Sachen brauchen Zeit. Und ja, das war mein großer Aha-Moment. Und der leitet bequem über in die Etappe #6 der Wanderkarte durch das Tal der Tränen. Und Etappe #6 heißt: Sinn finden. Mir wurde durch diesen Aha-Moment auf einmal bewusst, dass diese zwei Absagen für mich ein wichtiger Impuls waren, das Buch und die Geschichte noch einmal mit offenen Augen ganz kritisch, aber konstruktiv anzuschauen.",
    "end": 1062.0
  },
  {
    "start": 1062.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd im Fall des Ponybuchs war das genau das, was es gerade gebraucht hat. Stell dir vor, mir wäre erst kurz vor Abgabe aufgefallen, dass da in der Mitte noch fünf Doppelseiten fehlen. Oder stell dir vor, es wäre mir gar nicht aufgefallen. Die Enttäuschung der zwei Absagen hat so für mich auf einmal einen Sinn bekommen. Mehr noch: Es ist – so schmerzhaft wie es war – sogar etwas Gutes dadurch entstanden.",
    "end": 1086.0
  },
  {
    "start": 1086.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd ja, Sinn hilft, Enttäuschungen besser zu integrieren. Das bestätigen auch Psycholog*innen, die in therapeutischen Settings sogar genau das machen. Sie laden ihre Patient*innen ein, Sinn in der Enttäuschung zu suchen. Das geht natürlich nur, wenn man durch Phase #1 bis #5 durchgelaufen ist. Und damit könnten wir jetzt sozusagen eine Schleife drum binden. Aber es gibt noch eine optionale Etappe auf der Wanderkarte, die dafür sorgt, dass du schneller wieder in eine emotionale Balance kommst. Und diese Bonus-Etappe heißt: Erinnere dich an vier positive Sachen.",
    "end": 1125.0
  },
  {
    "start": 1125.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnser Gehirn neigt dazu, den negativen Dingen so viel mehr Bedeutung einzuräumen als dem positiven. Das liegt am sogenannten Negativity Bias, einer Überlebensstrategie des menschlichen Gehirns. Durch den Negativity Bias neigt das menschliche Gehirn dazu, negative Sachen intensiver und länger wahrzunehmen als positive Dinge. Denn Kritik und Ablehnung und alles Unangenehme ist zwar schmerzhaft, aber eben gleichzeitig auch eine große Motivation für Veränderung und Wachstum.",
    "end": 1158.0
  },
  {
    "start": 1158.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nDein Gehirn will also nur dein Bestes, auch wenn sich das nicht so anfühlt. Aber wenn du das jetzt weißt, kannst du bewusst etwas dafür tun, dass es dir besser geht. In der Psychologie wird empfohlen, sich für jede negative Nachricht mindestens vier positive Ereignisse bewusst ins Gedächtnis zu rufen. So kannst du also aktiv wieder ein Gleichgewicht herstellen. Und beim Ponybuch hört sich das so an: Ja, ich habe einen tollen Verlag, der das Buch gut und wichtig findet.",
    "end": 1190.0
  },
  {
    "start": 1190.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nJa, es wird 2027 herauskommen. Ja, ich habe für das Buch auch schon mal ein Stipendium bekommen. Und ja, es macht mir wirklich, wirklich Freude, wenn ich daran arbeite. Mit diesen vier positiven Punkten habe ich mich also nicht nur mit letzter Kraft aus dem Tal der Tränen heraus gerobbt, sondern konnte gleich noch auf den nächsten kleinen Hügel hochklettern. Und damit habe ich meinen Frieden mit den zwei Absagen gefunden.",
    "end": 1218.0
  },
  {
    "start": 1218.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nKlar, traurig bin ich immer noch, aber ich kann ehrlich und ohne Groll sagen: Es ist okay. Und über die positive Entwicklung, die das ganze für das Ponybuch mitgebracht hat, da freue ich mich sogar drüber. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so richtig. Die Erfahrung diese Woche war also auch eine gute Erinnerung an etwas ganz, ganz Wichtiges: Misserfolge und Absagen sind ein Teil des Weges, nicht das Ende.",
    "end": 1245.0
  },
  {
    "start": 1245.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nUnd deshalb jetzt mal die Frage an dich: Gibt es denn Erfahrungen in deiner Vergangenheit, die sich im Moment total schlimm angefühlt haben, aber jetzt, wenn du Jahre später zurückblickst, dann merkst du, dass gerade dadurch damals richtig viel positive Veränderung möglich war? Ich hoffe, du findest beim Zurückschauen ganz viele solcher Ereignisse. Denn wenn du die entdeckst, dann hilft es dir, Absagen und Misserfolge anders zu bewerten: Als etwas, was zum Erfolg integral dazugehört.",
    "end": 1278.0
  },
  {
    "start": 1278.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nBeim Zurückblicken und Entdecken wünsche ich dir ganz viel Spaß und ich wünsche dir für heute alles Liebe. Hier noch mal die Erinnerung: Schreib dich gerne unverbindlich auf die Warteliste der Portfolio-Akademie ein, um zum Start alle Infos als erstes zu bekommen. Den Link findest du in den Shownotes. Und wir hören uns wieder nächste Woche. Ich freue mich auf dich.",
    "end": 1298.0
  },
  {
    "start": 1298.0,
    "text": "Dr. Franziska Walther:\nBis dahin Tschüss.",
    "end": 1303.0
  }
]