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    "start": 1.0,
    "speaker": "Frau Sensibel Podcast mit Nicole Führing",
    "text": "Nicole Führing: Schön, dass du da bist und auch von mir ein fröhliches Hallo.\nHeute wird es eine sehr persönliche Folge. Ich spreche über etwas, das mich schon sehr lange begleitet – und von dem ich glaube, dass viele neurodivergente Menschen, Hochsensible und Scanner-Persönlichkeiten es sehr gut kennen: dieses starke Dazugehören-Wollen, das Maskieren, das Sich-Verstellen, um irgendwie „richtig“ zu sein. Und darüber, wie lange ich das manchmal aushalte. Und wie weh es tut, wenn ich merke: Ich kann das so nicht mehr.\nIch nehme dich mit in meine Erfahrungen im Business-Kontext: Mastermind-Gruppen, Business-Netzwerke, IHK, Ehrenamt – all diese Räume, in denen man vermeintlich sein „muss“, wenn man beruflich dazugehört. Und ich erzähle dir, warum es mir so schwerfällt, da wieder rauszugehen, selbst dann, wenn ich längst weiß, dass es besser für mich wäre.\nWenn du hochsensibel bist, Scanner, neurodivergent oder einfach jemand, der sich oft „zu viel“ oder „zu anders“ fühlt und trotzdem dazugehören möchte, dann ist diese Folge für dich.\nIch fange mal da an, wo der Schmerz herkommt: beim Dazugehören-Wollen.\nIch habe ein sehr starkes Bedürfnis, Teil von etwas zu sein. Von Gruppen, von Netzwerken, von „der echten Gesellschaft“, wie ich das innerlich manchmal nenne. Und gleichzeitig merke ich: Diese Gesellschaft, so wie sie organisiert ist, fühlt sich für mich oft nicht nach einem Zuhause an.\nIm Business-Kontext bedeutet das: Ich schließe mich Gruppen an. Mastermind-Gruppen, Businessnetzwerke, IHK, Arbeitskreise, ehrenamtliche Gremien. Ich gehe da rein, weil ich lernen will, weil ich verstehen will, wie die Welt da draußen tickt. Und weil in mir dieser Gedanke sitzt:\n„Wenn ich mit den Profis zusammenarbeite, wenn ich ihre Sprache lerne, ihre Regeln verstehe, dann kann ich davon profitieren – und vielleicht kann ich dann irgendwann auch in Anführungsstrichen normal sein.“\nVon außen sieht das dann so aus: „Nicole ist engagiert, super vernetzt, macht ehrenamtlich mit, ist in Masterminds, im Netzwerk, immer aktiv.“\nVon innen fühlt es sich eher so an, als würde ich mich immer wieder an Systeme dranhängen, die nie wirklich für Menschen wie mich gebaut wurden – und dann versuchen, da drin irgendwie zu funktionieren.\nInteressanterweise habe ich damit viel weniger Probleme, wenn ich für andere unterwegs bin. Ich bin ja „Kaltakquise-approved“. Wenn ich hinter einem Produkt oder einer Dienstleistung stehe, kann ich rausgehen, vorstellen, präsentieren, anrufen, ohne dass es mich komplett emotional auseinander nimmt.\nDer Punkt ist: In dem Moment bin ich nicht „Nicole als Person im Zentrum“, sondern eher so etwas wie eine Anwältin für ein Angebot. Ich vertrete eine Sache. Das ist eine Art Masking, aber eine, die mich innerlich nicht so tief trifft, weil die Rolle klar ist: Ich bin die, die für etwas einsteht, das nicht direkt „ich“ ist.\nGanz anders fühlt sich das an, wenn ich als ich selbst auftauche: mit meinen Themen, meiner Art zu denken, meiner eigenen Art von Tiefe und Fragen. In Masterminds, in denen alle „Gas geben“, ihre Launches feiern, ihre Zahlen teilen. In Businessnetzwerken, in denen „man“ auf eine bestimmte Art spricht, sich verhält, denkt.\nDa merke ich: Ich spreche nicht so, wie ich eigentlich sprechen würde. Ich hinterfrage nicht so, wie ich innerlich hinterfragen möchte. Ich nicke öfter, als ich will, und schlucke Dinge runter, weil ich weiß: Wenn ich das jetzt alles so ausspreche, bin ich wahrscheinlich wieder die Komische, die Schwierige, die, die nicht mitspielt.\nUnd genau das ist Masking für mich im Businesskontext: Ich zeige eine Version von mir, von der ich denke, dass sie in diesem Rahmen akzeptiert ist – obwohl sie nicht wirklich mir entspricht.\nJe länger ich das tue, desto lauter wird mein Körper.\nIch brauche übertrieben viel Energie für die Vorbereitung: Ich gehe alles gedanklich durch, überlege, was ich sagen „sollte“, wie ich wirke, wie ich mich formulieren kann, damit ich nicht anecke. Während der Sitzung funktioniere ich. Nach außen wirke ich ruhig, strukturiert, klar.\nUnd danach? Bin ich oft einfach fertig.\nEmotional, körperlich. Ich brauche wahnsinnig lange, um wieder bei mir anzukommen. Und wenn ich dann, so wie jetzt, darüber spreche, merke ich, wie mir die Tränen kommen, weil ich spüre, wie sehr ich mich anstrenge, um dazu zu gehören – und wie sehr ich mich selbst dafür zurücklasse.\nIch habe zum Beispiel über ein Jahr, ungefähr ein Jahr und vier Monate, an einer Mastermind teilgenommen. Da waren tolle Menschen, ich habe viel gelernt, ich habe wirklich wichtige Impulse bekommen. Und gleichzeitig war ich fast die gesamte Zeit im Masking.\nIch habe gemerkt: Ich brauche meine komplette Energie, um diese Sessions überhaupt zu halten und halbwegs „stimmig“ in diesem System zu wirken. Und irgendwann kam der Punkt, an dem ich wusste: Ich kann das so nicht mehr.\nUnd genau da wird es schwierig: beim Gehen.\nDenn so eine Trennung fühlt sich für mich nicht leicht an.\nDa ist die FOMO – die Fear of Missing Out. Die Angst, etwas zu verpassen, nicht mehr Teil der „echten“ Businesswelt zu sein. Da ist das alte Gefühl, wieder die zu sein, die rausgeht, die nicht mitmacht, die irgendwie „anders“ ist. Und da ist auch dieser Leistungsanteil in mir, der sagt: „Du hast doch schon so viel investiert. Ein Jahr durchgezogen – jetzt abbrechen? Was, wenn das ein Fehler ist?“\nUnd trotzdem war die ehrlichste Stimme in mir irgendwann die, die gesagt hat: „Es reicht. Ich darf hier raus.“\nIch habe in dieser Mastermind offen gesagt, dass ich nur noch am Maskieren bin. Dass ich keine Energie mehr dafür habe, mich so anzupassen. Dass ich merke, dass ich etwas anderes brauche, dass ich Dinge anders umsetzen will. Und dann bin ich gegangen.\nDas war weder dramatisch noch laut. Aber innerlich war es ein riesiger Schritt – raus aus einem Raum, der mir viel gebracht hat, mich aber gleichzeitig sehr viel gekostet hat.\nÄhnliche Dynamiken habe ich auch in meiner eigenen Community erlebt, in Scansitives.\nScansitives war ursprünglich meine Idee, einen Raum für sensible, vielbegabte, neurodivergente Menschen zu schaffen. Für Menschen, die so ticken wie ich: viel im Kopf, viel im Herzen, viel im Nervensystem.\nUnd trotzdem habe ich irgendwann gemerkt: In der Community waren zu viele neurotypische Menschen, und ohne es bewusst zu wollen, habe ich angefangen, diese Community neurotypisch zu führen – so, wie „man“ es eben macht. Strukturiert, glatt, brav, nach Lehrbuch.\nIch habe Streberin gespielt: Regeln verstanden, Regeln perfekt umgesetzt, alles „richtig“ gemacht. Der Preis dafür war, dass der eigentlich wilde, kreative, neurodivergente Kern von Scansitives immer leiser wurde. Und ich auch.\nDeshalb räume ich da gerade auf. Ich verändere Strukturen, ich schau mir genau an, wer da ist, welche Bedürfnisse im Raum sind, und ich erlaube mir immer mehr, diese Community so zu führen, wie es zu mir passt – und zu dir, wenn du ähnlich tickst.\nAll das gehört für mich zu diesem Thema: Dazugehören wollen, maskieren, durchhalten, merken, dass es weh tut, und dann – irgendwann – gehen.\nWas ich aus diesen Erfahrungen lerne, ist: Mein Wunsch dazu zu gehören, ist absolut menschlich. Ich muss mich nicht dafür schämen. Masking ist eine Strategie, die mir früher sehr geholfen hat, in bestimmten Umgebungen überhaupt zurechtzukommen. Aber heute darf ich immer genauer hinschauen, was mich das kostet.\nIch darf mir erlauben, Räume zu verlassen, die sich nicht mehr gut anfühlen. Ich darf sagen: „Ich habe hier viel gelernt, ich habe genommen, was für mich dran war – und jetzt ist etwas anderes dran.“\nUnd ich darf mir Räume aufbauen, in denen ich möglichst wenig maskieren muss. Räume, in denen Tiefe, Nachdenklichkeit, andere Fragen und neurodivergente Gehirne nicht die Ausnahme sind, sondern die Basis.\nGenau das ist der Gedanke, mit dem ich Scansitives gerade neu ausrichte.\nWenn du dich in dem einen oder anderen Beispiel wiederfindest, wenn du diese Spannung kennst zwischen „Ich will dazugehören“ und „Ich halte das so nicht mehr aus“, dann lade ich dich von Herzen ein: Gestalte mit.\nScansitives ist gerade in der Umbruchphase – und das ist genau die Phase, in der du aktiv mitprägen kannst, wie dieser Raum aussehen soll. In Zukunft wird die Community kostenpflichtig sein, weil dort viel Wissen, Arbeit und wertvolle Ressourcen hineinfließen.\nAuch meine Ausbildung zum Personal- & Business Coach wird auf dieser Plattform stattfinden. Diese Ausbildung ist speziell auf die Begleitung hochsensibler Persönlichkeiten ausgerichtet. Teile der Inhalte und Begleitung werden für Community-Mitglieder abrufbar sein. Und in den Calls werden wir ausdrücklich auch auf Scanner und generell neurodivergente Persönlichkeiten eingehen, weil genau das mein Herzthema ist.\nWenn du mehr über die Ausbildung erfahren möchtest, melde dich direkt per E-Mail bei mir. Die Plätze sind begrenzt, weil ich in der Begleitung wirklich nah und individuell arbeiten möchte.\nUnd wenn du sagst: „Ich will erstmal in diesen Raum eintauchen und schauen, wie sich das anfühlt“, dann komm in die Scansitives-Community – den Link findest du in den Shownotes. Ich freue mich sehr, dich dort zu sehen und gemeinsam mit dir eine Umgebung zu gestalten, in der wir weniger maskieren müssen und mehr einfach so sein dürfen, wie wir sind.\nDanke, dass du mir heute bei diesem sehr persönlichen Thema zugehört hast. \nUnd das wars dann auch schon wieder für heute mit Frau Sensibel. Ich wünsch Dir viel Spaß beim endlich selbst werden.",
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