[
  {
    "start": 10.06,
    "end": 16.119,
    "text": "Der Kolonial-Projekt hat uns alle geimpft, ob wir in der Kolonie oder in der Metropole"
  },
  {
    "start": 16.16,
    "end": 16.28,
    "text": "lebten."
  },
  {
    "start": 16.78,
    "end": 19.979,
    "text": "Das sagt Akossia Adomaco Ampoufo."
  },
  {
    "start": 21.6,
    "end": 26.96,
    "text": "Der Kolonialismus hat uns allen beeinflusst die Auswirkungen aber waren für jeden unterschiedlich."
  },
  {
    "start": 27.28,
    "end": 33.74,
    "text": "manche haben davon profitiert andere haben gelitten je nachdem wo man sich befindet Aber jeder ist davon betroffen."
  },
  {
    "start": 34.64,
    "end": 41.3,
    "text": "Ampoufo ist emmeritierte Professorin für Afrikanistik und Gender Studies an der Universität Ghana."
  },
  {
    "start": 42.06,
    "end": 45.72,
    "text": "Im Verlauf dieser Folge werden wir sie noch einmal ausführlicher hören."
  },
  {
    "start": 47.74,
    "end": 51.42,
    "text": "Kolonialismus, das verknüpft man meist mit der Vergangenheit."
  },
  {
    "start": 52.08,
    "end": 54.9,
    "text": "Das Wort gilt oft als historischer Begriff."
  },
  {
    "start": 55.82,
    "end": 67.62,
    "text": "Akusör Adomaco Ampofo aber macht deutlich – Der Kolonionalismus wirkt bis heute nach Und er betrifft Gesellschaften weltweit wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise."
  },
  {
    "start": 68.44,
    "end": 73.62,
    "text": "Viele der damaligen Machtverhältnisse, Denkweisen und Abhängigkeiten bestehen fort."
  },
  {
    "start": 74.98,
    "end": 82.06,
    "text": "In den vergangenen Jahren wird deshalb zunehmend über Begriffe wie Postkolonialismus oder Neokolonialismus diskutiert."
  },
  {
    "start": 82.82,
    "end": 89.16,
    "text": "Auch unser heutiger Interviewgast ist Teil dieser Debatte – der Politikwissenschaftler Aram Cihai."
  },
  {
    "start": 90.14,
    "end": 99.46,
    "text": "Er und viele andere sehen in der anhaltenden Ungleichheit zwischen globalem Süden globalem Norden eine Kontinuität kolonialer Strukturen."
  },
  {
    "start": 100.38,
    "end": 110.1,
    "text": "Vor diesem Hintergrund fragen wir in dieser Folge, welche koloniale Strukturen wirken noch heute etwa in Wirtschaft, Landwirtschaft oder Entwicklungszusammenarbeit?"
  },
  {
    "start": 110.8,
    "end": 116.54,
    "text": "Lassen sich diese Muster durchbrechen und wo ist das vielleicht sogar schon gelungen?"
  },
  {
    "start": 119.72,
    "end": 123.06,
    "text": "Das sind die Anstifter – Eine Welt viele Wege."
  },
  {
    "start": 123.58,
    "end": 130.519,
    "text": "In diesen Podcast beleuchten wir weltweite Herausforderung Erklären globale Zusammenhänge dahinter und zeigen Lösungen auf."
  },
  {
    "start": 131.019,
    "end": 143.24,
    "text": "Wir sprechen dafür in jeder Folge mit Menschen, die sich für genau diese Lösung einsetzen – Experteninnen, Philanthropinen StifterInnen Engagierten Und AktivistInnen Mit Anstiftern."
  },
  {
    "start": 143.32,
    "end": 143.44,
    "text": "Ihren."
  },
  {
    "start": 150.74,
    "end": 151.52,
    "text": "Ich bin Jonas Ross."
  },
  {
    "start": 152.1,
    "end": 155.62,
    "text": "Das ist Folge neun Neokolonialismus."
  },
  {
    "start": 162.2,
    "end": 171.56,
    "text": "Mein heutiger Interviewpartner Aran Ciay ist Leiter des Fachgebiets Entwicklungspolitik und postkoloniale Studien an der Uni Kasse."
  },
  {
    "start": 172.34,
    "end": 188.66,
    "text": "Daneben ist er unter anderem Mitglied bei der Hilfsorganisation Medico International Und ich habe mit dem Politikwissenschaftler gesprochen, und ihn gefragt, worin die Kontinuität kolonialer Strukturen zu erkennen ist – und unser Gespräch?"
  },
  {
    "start": 189.34,
    "end": 190.34,
    "text": "Das gibt es jetzt!"
  },
  {
    "start": 196.52,
    "end": 198.36,
    "text": "Liebe Herr Zier, herzlich willkommen im Podcast."
  },
  {
    "start": 198.44,
    "end": 199.66,
    "text": "Ich freue mich wahnsinnig, dass Sie da sind!"
  },
  {
    "start": 200.4,
    "end": 202.32,
    "text": "Ja ich freu mich auch hier zu sein, danke für die Einladung."
  },
  {
    "start": 202.44,
    "end": 202.58,
    "text": "Ich"
  },
  {
    "start": 202.74,
    "end": 218.04,
    "text": "würde gerne mit dem Thema erstmal etwas genereller nähern... ...ich würde vermuten und das werden sie vielleicht gleich bestätigen, dass die allermeisten Menschen, mit denen sie vielleicht auch sprechen, den Kolonialismus als etwas wahrnehmen was abgeschlossen ist als eine Art von historischer Ära."
  },
  {
    "start": 218.42,
    "end": 231.48,
    "text": "Vielleicht verbinden das manche Leute mit der frühen Neuzeit viele wahrscheinlich mit dem Kolonionalismus des neunzehnten Jahrhunderts und des zwanzigsten Jahrhundards Aber jetzt ist es ja eben kein abgeschlossenes Kapitel im klassischen Sinne, so wie eben die frühe neue Zeit."
  },
  {
    "start": 231.52,
    "end": 236.46,
    "text": "Sondern wir haben eigentlich eine Art von kolonialer Struktur wenn man ihn folgt."
  },
  {
    "start": 237.04,
    "end": 237.6,
    "text": "Warum ist das so?"
  },
  {
    "start": 239.2,
    "end": 245.6,
    "text": "Das ist so weil eben fünf Jahrhunderte europäischer Kolonismus an der Welt nicht spurlos vorüber gegangen sind."
  },
  {
    "start": 245.8,
    "end": 259.899,
    "text": "und auch wenn die allermeisten Kolonien schon lange unabhängig sind finden sie sich immer noch Strukturen aus dem Kolonismus in der Weltwirtschaft teilweise aber halt eben auch in unserer Denkweise, Wissensproduktion."
  },
  {
    "start": 260.019,
    "end": 264.979,
    "text": "In dem was wir wissen, was wir nicht wissen, wovon wir nie etwas gehört haben und was für uns selbstverständlich ist."
  },
  {
    "start": 265.479,
    "end": 271.96,
    "text": "Da lassen sich jeweils eben auch deutlich Beispiele anführend das koloniale Prägung da immer noch vorherrschend sind."
  },
  {
    "start": 273.099,
    "end": 274.64,
    "text": "Kann man es festmachen an etwas?"
  },
  {
    "start": 274.739,
    "end": 278.119,
    "text": "Also haben Sie vielleicht ein Beispiel dafür wo sie das fest machen können."
  },
  {
    "start": 278.159,
    "end": 278.28,
    "text": "dann?"
  },
  {
    "start": 278.64,
    "end": 286.88,
    "text": "Genau also in der Weltwirtschaft lässt ich das eben... deutlich feststellen, wenn wir uns die Handelsstruktur von Ländern angucken."
  },
  {
    "start": 287.119,
    "end": 296.7,
    "text": "Dann stellen wir fest, dass eben die Länder, die früher kolonisiert waren, eben oftmals auch immer noch in einer kolonialen internationalen Arbeitsteilung feststecken."
  },
  {
    "start": 297.58,
    "end": 303.2,
    "text": "Also das quasi sie Rohstoffe exportieren, die für den europäischen Konsum gebraucht werden."
  },
  {
    "start": 304.0,
    "end": 304.78,
    "text": "Bananen, Kaffee"
  },
  {
    "start": 304.9,
    "end": 305.02,
    "text": "etc.,"
  },
  {
    "start": 305.5,
    "end": 314.7,
    "text": "was bei unserer Frühstücksgestät im Gegenzug aber da... die fruchtbarsten Böden genau dafür verwendet werden und eben nicht für die Produktion einheimischer Grundnahrungsmittel."
  },
  {
    "start": 314.919,
    "end": 338.5,
    "text": "Wir stellen halt eben auch fest, dass die Handelsstruktur so ausgerichtet ist das eben sehr wenig intraregionale Handel stattfindet mit der entsprechenden Region, mit den Nachbarländern sondern das dann meistens ausgerichtete es eben auf dieses ehemalige europäische Mutterland oder eben zunehmend auch USA und China – die großen Akteure in der Weltwirtschaft."
  },
  {
    "start": 338.94,
    "end": 342.119,
    "text": "Wir sehen das in der Weltwirtschaft natürlich auch, wenn wir uns die Finanzströme anschauen."
  },
  {
    "start": 342.239,
    "end": 365.039,
    "text": "Also da ... sehen wir, dass wenn wir das alles mal zusammenrechnen, dass wir einen Nettotransfer in der Welte Wirtschaft haben von ... sieben bis achthundert Milliarden West-Dollar jährlich von den Armen in die reichen Länder nachdem wir da halt eben auch schon direkt Investitionen, Rücküberweisungen von Migrantinnen und die offizielle Entwicklungshilfe abgezogen haben."
  },
  {
    "start": 366.96,
    "end": 371.2,
    "text": "Auf genau dem Begriff wollen wir auch gleich noch mal zu sprechen kommen auf das Thema Entwicklungshilfe."
  },
  {
    "start": 372.119,
    "end": 379.44,
    "text": "Aber es ist interessante Fortsetzung von unserer ersten Folge in dieser Staffel, an der es eben ums Geld ging und die Macht, die Geld auch in dieser Ungleichheit hat."
  },
  {
    "start": 379.58,
    "end": 382.979,
    "text": "Also es ist interessant dass ich auch das Beispiel Finanzströme direkt als erstes Beispiel nennen."
  },
  {
    "start": 383.84,
    "end": 387.02,
    "text": "Jetzt ist es ja so... Ich sitze jetzt gerade in Hamburg."
  },
  {
    "start": 387.619,
    "end": 397.619,
    "text": "Hamburg hatte eine sehr bewegte und sehr lange und teilweise sehr grausame koloniale Geschichte aber ist damit natürlich nicht alleine gerade in Deutschland und Europa."
  },
  {
    "start": 397.859,
    "end": 402.94,
    "text": "Und dann gibt es auch Länder, nehmen wir mal das spanische Beispiel die noch eine viel längere koloniale Vergangenheit haben."
  },
  {
    "start": 404.619,
    "end": 412.7,
    "text": "Wie gut würden Sie sagen ist diese koloniale Vergangenhalt aufgearbeitet beziehungsweise wo sehen sie blinde Flecken?"
  },
  {
    "start": 412.78,
    "end": 419.02,
    "text": "Weil um diese aktuellen Strukturen zu verstehen muss man ja wahrscheinlich auch erstmal sich damit beschäftigen, wo kommen diese Strukture überhaupt her?"
  },
  {
    "start": 419.64,
    "end": 421.84,
    "text": "Und wie gut würden sie sagen ist das gelungen?"
  },
  {
    "start": 422.359,
    "end": 436.219,
    "text": "Ich würde sagen dass es vergleichsweise schlecht aufgearbeitete weil eben manche Sachen auch unbequem oder unangenehm sind für Leute, die im globalen Norden hier in Westeuropa wohnen."
  },
  {
    "start": 436.94,
    "end": 458.919,
    "text": "Da setzt man sich natürlich auch ungern mit der historischen Tatsache auseinander, dass es über Jahrhunderte einen so massiven Ressourcentransfer gab und eine so massive Ausbeutung stichwort transatlantisch-hasklabenhandel, Prozesse der Industrialisierung letztendlich in Europa auch finanzieren konnten."
  },
  {
    "start": 460.02,
    "end": 467.659,
    "text": "Die dann eben auch dazu geführt haben, dass wir heute diesen Lebensstandard, diesen Wohlstand haben, der für uns jetzt selbstverständlich geworden ist?"
  },
  {
    "start": 468.32,
    "end": 475.239,
    "text": "Dass das historisch nicht denkbar gewesen wäre ohne diese Zuflüsse von Ressourcen, dieser Aneignung und bezahlter Arbeit."
  },
  {
    "start": 475.799,
    "end": 476.82,
    "text": "Behört man natürlich nicht gerne!"
  },
  {
    "start": 476.88,
    "end": 482.559,
    "text": "Man würde viel lieber davon ausgehen ach, das haben wir uns mit Schweiße unseres Angesichts, mit Tartearbeit selber geschaffen."
  },
  {
    "start": 483.46,
    "end": 485.659,
    "text": "Das ist aber leider nicht die ganze Wahrheit."
  },
  {
    "start": 486.239,
    "end": 500.799,
    "text": "Man sieht das auch in so diesen Strukturen des, ich nenn's mal selektiven Nicht-Wissens, dass wir über manche Sachen sehr gut Bescheid wissen und das sind dann halt eben auch Sachen wo dann Europa eine wichtige Rolle gespielt hat also die französische Revolutionen."
  },
  {
    "start": 501.179,
    "end": 514.12,
    "text": "Das ist für uns ganz stark verbunden mit Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit, Mit der Aufklärung, mit dem Ende des Forderlismus, wo eben freiheitliche demokratische Werte eben das erste Mal zum Tragenkamen sich politisch durchgesetzt haben."
  },
  {
    "start": 515.7,
    "end": 528.18,
    "text": "Und von der haizianischen Revolution, die zwei Jahre später stattfand und genau diese gleichen Rechte auch für nicht weiße Menschen eingefordert hat, haben wir in den meisten Fällen sehr wenig gehört."
  },
  {
    "start": 528.959,
    "end": 539.319,
    "text": "Obwohl sie eigentlich eben diesen Universalismus ernster genommen hat als die französische Revolution und eben auch die Gleichheit auf schwarze Menschen ausgedehnt hat."
  },
  {
    "start": 539.939,
    "end": 546.52,
    "text": "oder auch wenn ich jetzt, ich befasse mich in letzter Zeit mit Erinnerungspolitik und da müssen wir halt eben auch feststellen."
  },
  {
    "start": 546.68,
    "end": 555.86,
    "text": "Also dass natürlich der Holocaust zu Recht in Deutschland eben auch so einen zentralen Stellenwert in der Erinnerungspolitik hat."
  },
  {
    "start": 556.339,
    "end": 559.079,
    "text": "Ich glaube, da will auch niemand irgendwie was dran kritteln."
  },
  {
    "start": 559.92,
    "end": 574.8,
    "text": "aber es ist schon bemerkenswert das dann eben der andere deutsche Völkermord, der in Deutsch-Südwestafrika Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts begangen worden ist dass der es einhundertsebzehn Jahre danach überhaupt offiziell anerkannt worden ist als Völkermord."
  },
  {
    "start": 575.16,
    "end": 585.839,
    "text": "Und dann eben auch noch mit dem Zusatz, na ja, als Völkermord aus heutiger Sicht sozusagen als Völlkermords zweiter Klasse damit man da nicht irgendwelche Reparationsforderungen draus ableiten kann."
  },
  {
    "start": 586.0,
    "end": 586.04,
    "text": "Ja"
  },
  {
    "start": 586.16,
    "end": 595.9,
    "text": "interessanter Punkt und vor allem interessant das es gerade die Anerkennung nicht dazu geführt hat einer breiteren Publikum, einer breiteren Masse und einer breiten Bevölkerung irgendwie bekannt geworden ist."
  },
  {
    "start": 595.939,
    "end": 600.839,
    "text": "Es wäre ja eigentlich ein Anlass gewesen das auch im Zentrum von einem neuen Gedenkarbeit zu setzen."
  },
  {
    "start": 601.199,
    "end": 617.68,
    "text": "Im Gegenteil also die Bundesregierung hat eben neulich ein neues Gedenkstättenkonzept vorgelegt und explizit gesagt wir betreiben unsere Erinnerungspolitik lediglich im Hinblick auf Nationalsozialismus und DDR und Colonialismus soll explizite keinen Platz haben daran."
  },
  {
    "start": 618.28,
    "end": 618.86,
    "text": "Faszinierend!"
  },
  {
    "start": 620.02,
    "end": 626.12,
    "text": "Was ich interessant finde, auch wo ich jetzt gerade daran gedacht habe und das Beispiel ja genannt der französischen Revolution."
  },
  {
    "start": 626.24,
    "end": 629.939,
    "text": "Auch die amerikanische Revolution vorher noch die Verunabhängigkeitserklärung."
  },
  {
    "start": 631.68,
    "end": 635.38,
    "text": "Ich glaube da hat Dominic Sandbrook von The Rest Is History mal das schöne Bild gemacht."
  },
  {
    "start": 635.42,
    "end": 644.24,
    "text": "er hat vermutlich die Unabhängigkeit Erklärungen unterschrieben oder vorbereitet und diese Gleichheitsgrundsätze aufgeschrieben während ihm ein Sklave den Tee gebracht hat."
  },
  {
    "start": 645.04,
    "end": 649.52,
    "text": "also auch da war es ja sozusagen nicht angelegt eigentlich für so eine breite Bevölkerung."
  },
  {
    "start": 650.04,
    "end": 663.72,
    "text": "Genau, das ist auch ein sehr schönes Beispiel also dass dann eben auch die US-amerikanische Unabhängigkeitserklärungen Freiheit und Gleichheit eben auch nur auf weiße und wenn man es genau nimmt dann halt eben auch nochmal auf weißen Männer eben bezogen hat."
  },
  {
    "start": 664.04,
    "end": 666.42,
    "text": "Wenn uns noch genauer nimmt weiße Männer mit Besitz."
  },
  {
    "start": 666.86,
    "end": 683.24,
    "text": "und erst wirklich in den folgenden zwei dreihundert Jahren sind dann diese Freiheiten eben auch durch soziale Kämpfe, durch die Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen durch die feministischen Bewegungen eben auch ausgedehnt worden auf weitere Bevölkerungsgruppen."
  },
  {
    "start": 684.12,
    "end": 690.04,
    "text": "Und ich finde so interessant daran, wenn wir darauf kommen wie sich bestimmte Strukturen auch in die heutige Zeit übersetzen lassen."
  },
  {
    "start": 690.54,
    "end": 696.86,
    "text": "Sie hatten jetzt von der unbezahlter Arbeit angesprochen Die Sklaverei die eigentlich Fasi seit Menschen gedenken."
  },
  {
    "start": 697.38,
    "end": 712.079,
    "text": "ein grausamer Treiber von Wachstum war also der Grund dafür, dass es überhaupt möglich war bestimmte Expansionen zu machen, bestimmte Länder zu erschließen, bestimmten Eroberungen zu halten und auch in der kolonialen Zeit ein unglaublich grausamer Treiber von Wachstum."
  },
  {
    "start": 712.66,
    "end": 726.699,
    "text": "Dass das heute natürlich nicht mehr so ist, dass dieses Klaverei zwar abgeschafft wurde aber der Gedanke ,dass es möglich ist, dieses Wachström und diese Größe zu erreichen und dabei ausblendet, dass die Vergangenheit ja eigentlich... Das ist zu einem ganz großen Teil darauf basierte, dass ich dieses Klavier gab's irgendwie interessant."
  },
  {
    "start": 726.78,
    "end": 735.839,
    "text": "Also man blendete würde ich sagen extrem aus und denkt es ist möglich, ähnliche Veränderungen in der Größe und im Wachstum zu erreichen."
  },
  {
    "start": 736.199,
    "end": 737.0,
    "text": "Obwohl das natürlich nicht mehr"
  },
  {
    "start": 737.04,
    "end": 737.52,
    "text": "existiert.\"."
  },
  {
    "start": 738.079,
    "end": 745.339,
    "text": "Das Gesellschaftsmodell was wir haben ist beschrieben worden als eine imperiale Lebensweise und natürlich ist das Zeitalter der Imperien lange vorbei."
  },
  {
    "start": 745.74,
    "end": 761.319,
    "text": "aber die Lebensweise beruht immer noch zentral auf billigen Ressourcen aus anderen Kontinenten und auf der Aneignung billiger Arbeitskraft an anderen Kontinente Und das ist etwas, wo man auch eine koloniale Kontinuität drin sehen kann."
  },
  {
    "start": 762.14,
    "end": 782.36,
    "text": "Und dieses Gesellschaftsmodell ist einfach nicht verallgemeinerbar also weder von den Ressourcen her eben noch von der Arbeitskraft her und insofern ist es eigentlich eben auch ne Illusion wenn man sich vorstellt die industrialisierten Gesellschaften Das sind die entwickelten Gesellschaften und irgendwann mal werden alle Gesellschaften auf der Welt entwickelt sein."
  },
  {
    "start": 782.72,
    "end": 786.64,
    "text": "dazu bräuchten wir mehrere Planeten, allein der Ressourcen wegen."
  },
  {
    "start": 787.24,
    "end": 787.88,
    "text": "Spannender Punkt!"
  },
  {
    "start": 788.76,
    "end": 795.579,
    "text": "Auf genau diese Fortsetzung würde ich gerne mal zu sprechen kommen... Ich glaube es lohnt sich da ja auch so ein bisschen sauber zu bleiben in Begrifflichkeiten."
  },
  {
    "start": 797.199,
    "end": 801.839,
    "text": "In der Debatte fallen dann immer die Begriffe wie Neocolonialismus oder Postcolonialismus."
  },
  {
    "start": 802.06,
    "end": 805.939,
    "text": "Gibt's da überhaupt eine Unterschiede in der Begrifflichkeit und was genau meinen die Begriffen vielleicht auch?"
  },
  {
    "start": 806.5,
    "end": 817.16,
    "text": "Also der Begriff des Post-Colonialismus Ich würde sagen, der postkolonialen Studien wird meist gebraucht im Hinblick auf eine theoretische Strömung in den Sozialwissenschaften."
  },
  {
    "start": 818.06,
    "end": 823.3,
    "text": "Die sich eben mit den Nachwirkungen des Kriminalismus nach seinem formalen Ende auseinandersetzen."
  },
  {
    "start": 823.54,
    "end": 833.02,
    "text": "und der Begriff des Neokolonismus ist geprägt von Quamid Kumar dem ersten Präsidenten unabhängig republikaner."
  },
  {
    "start": 833.5,
    "end": 848.24,
    "text": "und mit neokulandismus wird halt eben eine situation bezeichnet die er selber erlebt hat dass man zwar formal unabhängig ist vom westen das man jetzt eben auch schwarze menschen in der regierung hat und das so der entscheidende punkt Der den kulinismus ja immer legitimiert hat."
  },
  {
    "start": 848.54,
    "end": 852.88,
    "text": "nur die weißen können sich selber verantwortungsvoll regieren Die schwarzen kann das nicht."
  },
  {
    "start": 853.28,
    "end": 854.04,
    "text": "dieser punkt es passe."
  },
  {
    "start": 854.26,
    "end": 864.1,
    "text": "aber dennoch schreibt kumar ist er mit einer situation konfrontiert, dass eben der einfluss Ausländische Akteure, vor allem europäischer US-amerikanische AkTeure."
  },
  {
    "start": 864.199,
    "end": 872.319,
    "text": "Man auch so groß ist, dass man von einer tatsächlichen politischen Unabhängigkeit oder auch einer wirtschaftlichen Unabhänigkeit nur bedingt sprechen kann."
  },
  {
    "start": 872.78,
    "end": 874.06,
    "text": "Also deswegen lange Rede kurzer sind."
  },
  {
    "start": 874.12,
    "end": 890.04,
    "text": "das eine ist eher eine theoretische Strömung und das andere ist dann eben eher die Situation von wo sich halt Abhängigkeiten auch über ...formale Unabhängigkeit auch über die Überwindung des Kriminalismus im engeren Sinne hinaus fortsetzen."
  },
  {
    "start": 890.579,
    "end": 896.48,
    "text": "Interessant, ist wichtig glaube ich das mal auseinander zu halten... ...weil ich glaube man wirft die Begriffe in Zweifel ja auch gerne mal so ein bisschen durcheinander."
  },
  {
    "start": 896.819,
    "end": 897.319,
    "text": "Durcheinander"
  },
  {
    "start": 897.48,
    "end": 898.839,
    "text": "wäre zumindest meine Wahrnehmung."
  },
  {
    "start": 900.28,
    "end": 912.64,
    "text": "Jetzt ist es ja so dass es ja durchaus politische Strömungen gibt zu sagen okay wie gelingt es einen Anspruch der sich vor allem in einer westlichen Gesellschaft durchgesetzt hat zu verbinden mit diesem Gedanken der Überwindungen?"
  },
  {
    "start": 913.319,
    "end": 923.319,
    "text": "und Wir haben das Beispiel ja gerade ganz aktuell, dass für den Ausbau der erneuerbaren Energien beispielsweise... ...für die E-Mobilität werden extrem viele Ressourcen gebraucht."
  },
  {
    "start": 923.4,
    "end": 930.18,
    "text": "Die, das hatten sie schon angesprochen aus dem globalen Süden wenn man das so möchte kommen,... ...die vor allem glaube ich in afrikanischen Minen geschürft werden."
  },
  {
    "start": 930.699,
    "end": 944.22,
    "text": "diese ressourcen braucht es aber natürlich um eine Veränderung anzustreben.... ....die in dem Industrienation des neunzehn Jahrhunderts und zwanzig Jahrhunderte ihren Anfang genommen hat nämlich dem... Klimawandel oder dem Ausstoß von CO-Zwei und von Treibhausgasen."
  },
  {
    "start": 944.819,
    "end": 947.839,
    "text": "Und jetzt könnte man ja sagen, haben wir dasselbe Prinzip."
  },
  {
    "start": 947.959,
    "end": 960.9,
    "text": "um diese Entwicklung rückgängig zu machen also um eine grüne Wirtschaft aufzubauen ist es wieder nötig eigentlich in den Ressourcen zu wildern und ein Raubbau zu betreiben an anderer Stelle."
  },
  {
    "start": 962.16,
    "end": 967.0,
    "text": "vielleicht können Sie mal den grünen Neokolonialismus der da glaube ich ins Spiel kommt erklären."
  },
  {
    "start": 967.339,
    "end": 970.24,
    "text": "Also das Beispiel was sie gebracht haben ist eigentlich auch schon sehr treffend."
  },
  {
    "start": 970.64,
    "end": 984.56,
    "text": "In Namibia, also der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika wird gerade ein gigantisches Wasserstoffprojekt geplant wo eben durch Sonnenenergie quasi erneuerbare Energie gewonnen werden soll."
  },
  {
    "start": 985.459,
    "end": 990.26,
    "text": "Die dann aber auch nicht vor Ort zur Verfügung stehen soll sondern hier in Europa in Deutschland."
  },
  {
    "start": 990.8,
    "end": 996.339,
    "text": "auf der einen Seite sagen die Deutschen ja aber es ist toll das ist eine riesengroße Investition da gibt es Arbeitsplätze das ist doch alles richtig."
  },
  {
    "start": 997.579,
    "end": 999.839,
    "text": "Aber letzten Endes ist es dann halt eben produziert."
  },
  {
    "start": 999.88,
    "end": 1016.02,
    "text": "Es sind halt eben auch wieder so das Muster, dass... ...unsere Lebensstandard eben also diese imperiale Lebensweise aufrecht erhalten wird durch die Zufuhr von... ...ressourcen von anderswo Also in diesem Fall halt eben durch erneuerbare Energien... ...durch Solarenergie."
  },
  {
    "start": 1017.68,
    "end": 1021.74,
    "text": "aber es geht dann halt auch wieder entsprechend zu Lasten der anderen Länder."
  },
  {
    "start": 1022.12,
    "end": 1025.3,
    "text": "Wir haben weitere Beispiele eines grünen Kolonialismus."
  },
  {
    "start": 1025.54,
    "end": 1034.0,
    "text": "sind Projekte ähm, das sogenannten Red plus Prokratnis also reducing emissions from deforestation and decarbonisation."
  },
  {
    "start": 1034.359,
    "end": 1044.2,
    "text": "Das sind dann Aufforstungsprojekte Waldschutz-Projekte zur CO²-Reduktion und damit wird halt eben ein schwungvoller Handel betrieben."
  },
  {
    "start": 1044.76,
    "end": 1057.42,
    "text": "oder überall wo handelbetrieben wird versuchen die Leute natürlich auch über windige Geschäftsmodelle das Beste daraus zu machen und dann kommt man dann halt eben zu solchen Geschichten dass dann irgendwo der Wald abgeholzt wird."
  },
  {
    "start": 1058.1,
    "end": 1078.62,
    "text": "Und dann sagt man, oh wir pflanzen hier jetzt ganz viele neue Bäume die dann halt für dieses Red Plus Programm eben auch angemeldet werden wo man halt eben auch CO-Zertifikate wieder bekommen kann und damit können dann europäische Unternehmen oder auch Unternehmen anderer Kontinente sich grün waschen."
  },
  {
    "start": 1078.899,
    "end": 1091.68,
    "text": "also das Green Washing ist dann halt eben hier so ein Schlagwort der Debatte wo durch die vermeintliche Vermeidung von CO-Zweihemissionen suggeriert wird, wir arbeiten klimaneutral."
  },
  {
    "start": 1092.0,
    "end": 1099.8,
    "text": "Was dann mindestens eine Mogelpackung ist aber was eben durch die entsprechenden Red Plus Abkommen sehr stark begünstigt wird."
  },
  {
    "start": 1100.82,
    "end": 1109.56,
    "text": "und da hat es auch schon öfter Fälle gegeben dass Indigene sich gegen solche ja vermeintlich umweltschützende Programme auch wehren."
  },
  {
    "start": 1110.02,
    "end": 1122.52,
    "text": "das Beispiel was mir gerade als erstes im Kopf kommt ist das eine Kaffeeplantage in Uganda, wo sich die Betroffenen gegen die Vertreibung gewährt haben."
  },
  {
    "start": 1122.78,
    "end": 1125.82,
    "text": "Die schon zwei Tausend Eins stattgefunden hat."
  },
  {
    "start": 1125.98,
    "end": 1147.52,
    "text": "Also da hat ein Deutscher Investor die Neumann-Kaffeegruppe eben durch einen Unterunternehmen eine Kaffeeplatage eben versucht zu etablieren beziehungsweise Wazi etabliert auf einem Land, wo eben auch eine ganze Reihe von Dorfern waren deren Bewohner dann halt eben kurzerhand vom uganischen Militär vertrieben wurden."
  },
  {
    "start": 1148.04,
    "end": 1169.56,
    "text": "Dörfler haben dagegen geklagt, sind vor Gericht gegangen und es hat einen... ...vierundzwanzigjährigen Rechtsschreit gegeben an dessen Ende aber tatsächlich die Dörflerecht bekommen hatten und ihnen ist ein Recht zumindest auf Entschädigung zugestanden worden weil die Besitzverhältnisse eben auch nicht so klar waren wie das eben... ...Zweitausend Eins suggeriert wurde."
  },
  {
    "start": 1170.1,
    "end": 1173.5,
    "text": "Er vielleicht ist der Erfolg, dann immerhin eine Art von Präzidenzfall zu schaffen."
  },
  {
    "start": 1173.68,
    "end": 1183.52,
    "text": "Also dass man das gelingt, eine Rechtsprechung zu etablieren die es vielleicht einfacher macht für andere Gruppen oder auch für künftige Gruppen die vielleicht auch gegenwärtig davon bedroht sind darauf zu rekorieren."
  },
  {
    "start": 1184.0,
    "end": 1206.7,
    "text": "Ich kann da vielleicht noch kurz ergänzen das ist eben zufällig auch ein Bereich zudem ich arbeite bei der Weltbank die eben die größte Organisation in der Finanzierung von Entwicklungsprojekten gibt es seit Mitte der neunziger Jahre eine Beschwerdestelle, wo eben Betroffene von entsprechenden Projekten Klage einreichen können."
  },
  {
    "start": 1207.74,
    "end": 1216.68,
    "text": "Und dass es diese Beschwerdestelle gibt ist auch nur zurückzuführen auf eine Protestkampagne gegen den Namada Staudams in Indien Anfang der Neunzige."
  },
  {
    "start": 1217.2,
    "end": 1239.2,
    "text": "und wenn man sich solche Geschichten anguckt dann stellt man fest ja also oftmals ist dann so Also das der Bau des namadas staudams konnte nicht verhindert werden Aber durch diese Proteste ist auf jeden Fall verhindert worden, dass solche Projekte die eben auch hunderttausende von Menschen betreiben und quasi deren Existenz zerstören."
  },
  {
    "start": 1240.08,
    "end": 1242.92,
    "text": "Dass sie Schule machen und das so was dann halt nochmal vorkommt."
  },
  {
    "start": 1242.98,
    "end": 1247.84,
    "text": "Deswegen ist das, was Sie vorhin meint mit dem Präzedenzfall ein sehr wichtiger Punkt."
  },
  {
    "start": 1247.899,
    "end": 1248.56,
    "text": "Ein"
  },
  {
    "start": 1248.639,
    "end": 1249.94,
    "text": "Widerspruch bleibt nicht ungesehen."
  },
  {
    "start": 1249.98,
    "end": 1252.52,
    "text": "Das kann ja manchmal auch sehr hoffnungsspenden sein."
  },
  {
    "start": 1255.34,
    "end": 1256.54,
    "text": "auch sehr viel mit der Landwirtschaft."
  },
  {
    "start": 1256.6,
    "end": 1263.58,
    "text": "Und jetzt hab ich mich gefragt, ob dieses Prinzip beispielsweise von diesen Waldregionen oder von dem was sie gerade beschrieben haben nicht auf das Prinzip land grabbing zutrifft?"
  },
  {
    "start": 1263.639,
    "end": 1268.36,
    "text": "Also was steckt hinter land grabbing und was folgt daraus?"
  },
  {
    "start": 1269.08,
    "end": 1287.12,
    "text": "Genau also hinter den Begriff land grabbing verbirgt sich eben die Praxis dass Akteure ausländische Akteüre da sind wir auch wieder beim Neocolonialismus oftmals im großen Stil Landflächen, landwirtschaftliche Flächen in anderen Kontinenten aneignen."
  },
  {
    "start": 1287.879,
    "end": 1291.68,
    "text": "Und das ist ... ein Phänomen, was sich im XXI."
  },
  {
    "start": 1291.92,
    "end": 1294.22,
    "text": "Jahrhundert noch mal ganz deutlich verschärft hat."
  },
  {
    "start": 1294.46,
    "end": 1299.879,
    "text": "In den letzten zwanzig Jahren sind Landfläche eingeeignet worden im globalen Süden die größer sind als die BLD."
  },
  {
    "start": 1301.04,
    "end": 1307.74,
    "text": "Dieses Landgrabbing hat halt eben oftmals auch die Konsequenz dass dann Einheimische vertrieben werden."
  },
  {
    "start": 1308.74,
    "end": 1314.74,
    "text": "Oftmals eben auch weil sie dann Das Land zwar schon lange bewirtschaften, aber eben keinen offiziellen Besitztitel haben."
  },
  {
    "start": 1315.04,
    "end": 1345.04,
    "text": "Und wenn dann eben der Staat oder eben auch ein private Akteur mit einem offizialen Titel das Land verkauft an multinationalem Konzern schickt er dann halt eben irgendwelche Milizen oder die Polizei, die Leute dann vertreiben und da ist es zu Vertreibung im großen Stil gekommen und im Gegenzug werden diese landwirtschaftlichen Flächen zwar bewirtschaftet, für die einheimischen Nahrungsmittelproduktion, sondern eben für die Nahrungsmittelproduktion des Investorlandes."
  },
  {
    "start": 1345.34,
    "end": 1360.2,
    "text": "Und das sind heutzutage auch nicht mehr nur Länder des Globalen Nordens so die üblichen europäischen Nordamerikanischen Verdächtigen, sondern da sind halt eben auch China, Indien, Saudi-Arabien und auch als wichtige Akteure mit dabei."
  },
  {
    "start": 1361.5,
    "end": 1362.399,
    "text": "Da können wir es ein bisschen sehen."
  },
  {
    "start": 1362.84,
    "end": 1365.879,
    "text": "Das sind eigentlich auch neokoloniale Praktiken."
  },
  {
    "start": 1366.44,
    "end": 1372.879,
    "text": "aber die Akteüre sind teilweise Länder, die selbst mal colonisiert waren oder in der ähnlichen Situation waren."
  },
  {
    "start": 1373.32,
    "end": 1376.66,
    "text": "Es ist interessant dass das ja auch eine Art von Fortführung ist."
  },
  {
    "start": 1376.76,
    "end": 1381.24,
    "text": "also das Erfolgsmodell in ganz großen Anführungszeichen wird im Prinzip kopiert."
  },
  {
    "start": 1381.5,
    "end": 1388.04,
    "text": "Also der Erfolg setzt voraus, dass man ein gewisses Erfolgsmodell kopiert und das ist eben das des globalen Nordens."
  },
  {
    "start": 1388.42,
    "end": 1390.58,
    "text": "Der Kolonialismus bietet da eine Art Vorbild."
  },
  {
    "start": 1390.639,
    "end": 1399.34,
    "text": "eigentlich um heute noch zum Erfolg zu kommen würde ich jetzt so interpretieren Sie beschäftigen sich auch sehr intensiv mit Entwicklungspolitik und mit Entwicklungszusammenarbeit."
  },
  {
    "start": 1400.24,
    "end": 1404.48,
    "text": "Und ich glaube, man kann ohne Zweifel sagen was haben wir in diesem Podcast auch immer wieder gehört?"
  },
  {
    "start": 1404.68,
    "end": 1412.899,
    "text": "das Argumente gibt es stark zu kritisieren und vielleicht sogar historisch Verbindung zu ziehen zwischen der Entstehung der Entwicklungs- zusammenarbeit und den kolonialen Machtverhältnissen."
  },
  {
    "start": 1412.94,
    "end": 1416.74,
    "text": "Vielleicht beginnen wir damit mal also wo ist sozusagen die verbindung zuziehen?"
  },
  {
    "start": 1416.8,
    "end": 1420.72,
    "text": "In der entstehungen von Entwicklungs Zusammenarbeit und koloniale macht Verhältnisse?"
  },
  {
    "start": 1421.76,
    "end": 1427.76,
    "text": "Also um sich das eben genauer vor Augen zu führen, muss man vielleicht noch ein bisschen ausholen."
  },
  {
    "start": 1427.899,
    "end": 1428.2,
    "text": "Gerne ja!"
  },
  {
    "start": 1428.879,
    "end": 1437.379,
    "text": "Im späten Kolonialismus gab es schon manchmal halt eben auch so erste Bestrebungen dass man von der Entwicklung der Kolonien gesprochen hat."
  },
  {
    "start": 1438.04,
    "end": 1447.68,
    "text": "damit meinte aber man damals nicht eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen in den Kolonieren sondern halt wirtschaftliche Entwicklungen im Sinne von dass man da die Rohstoffe besser ausbeuten kann."
  },
  {
    "start": 1449.16,
    "end": 1460.22,
    "text": "erst so in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts hat sich das halt eben so langsam herausgebildet, dass man eben auch von Entwicklung der unterentwickelten Regionen gesprochen hat."
  },
  {
    "start": 1460.379,
    "end": 1466.68,
    "text": "Das erste Mal, ja, von US President Truman und gesagt hat okay da müssen wir ein internationales Programm machen."
  },
  {
    "start": 1466.879,
    "end": 1471.74,
    "text": "Und da ging es natürlich um Armutsbekämpfung aber es ging auch noch um andere Sachen."
  },
  {
    "start": 1471.879,
    "end": 1483.36,
    "text": "Und zwar hatte das eben auch einen geopolitischen Hintergrund gehabt weil wir uns im kalten Krieg befunden haben Und gleichzeitig aber in vielen Ländern antikoloniale Bewegungen immer stärker wurden."
  },
  {
    "start": 1483.78,
    "end": 1491.78,
    "text": "Nun war die große Sorge der USA und ihrer Verbündeten im Westen, dass eben diese unabhängig werdenden Staaten ins kommunistische Lager überlaufen."
  },
  {
    "start": 1492.08,
    "end": 1501.3,
    "text": "Die Sowjetunion hat seit zehnteunzebzehn eben den Ländern des Südens gesagt hier werft das Joch eurer kapitalistischen Unterdrücker ab und wir werden eure sozialistischen Kämpfe unterstützen."
  },
  {
    "start": 1502.06,
    "end": 1520.1,
    "text": "Und vor diesem Hintergrund muss man quasi dieses ganze Politikfeld der Entwicklungszusammenarbeit sehen als ein Versprechen auf Wohlstand, das eben der kapitalistische Norden dem globalen Süden gegeben hat um ihn vom überlaufen ins kommunistische Lager abzuhalten."
  },
  {
    "start": 1520.399,
    "end": 1538.18,
    "text": "Und vor diesem Hintergrund hat sich die USA und Europa eben auch explizit distanziert von Kolonialrassismus, der eben auch nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Holocaust zunehmend diskreditiert war."
  },
  {
    "start": 1538.6,
    "end": 1544.32,
    "text": "und insofern hat man halt eben gesagt, wir wollen mit dem alten Imprellismus nichts mehr zu tun haben."
  },
  {
    "start": 1544.42,
    "end": 1549.94,
    "text": "Also das war die USA, die zu dem Zeitpunkt ja auch schon fast keine Kolonie mehr hatte."
  },
  {
    "start": 1550.76,
    "end": 1559.399,
    "text": "Und wir bieten euch hier quasi eine neue Nachkriegsordnung an, die auf der Grundlage von demokratischer Partnerschaft stattfinden"
  },
  {
    "start": 1559.48,
    "end": 1559.639,
    "text": "soll.\"."
  },
  {
    "start": 1560.12,
    "end": 1564.8,
    "text": "Und da wurde zwar von Armuts Bekämpfung geredet, aber es war auch immer der Gedanke dabei."
  },
  {
    "start": 1565.12,
    "end": 1572.86,
    "text": "Dass unsere Unternehmen also gemeint waren die US-amerikanischen Unternehmen eben auch den Zugang zu den Märkten und Rohstoffen des Südens kriegen."
  },
  {
    "start": 1573.58,
    "end": 1579.899,
    "text": "Und dass quasi kein Widerspruch gesehen wurde zwischen im Süden Geschäfte machen und in Süden die Armut bekämpfen."
  },
  {
    "start": 1580.34,
    "end": 1585.0,
    "text": "Und das beides eben miteinander reibungslos zusammengeht?"
  },
  {
    "start": 1585.08,
    "end": 1603.46,
    "text": "Das ist so ein bisschen ... Also das könnte man so die Lebenslüge der Entwicklungszusammenarbeit nennen Weil natürlich ist es einfacher den Leuten in Deutschland zu vermitteln, dass sie Teil ihrer Steuergelder auch für die Entwicklungszusammenarbeit eben verwenden sollen oder das die Regierung das tut."
  },
  {
    "start": 1604.139,
    "end": 1609.82,
    "text": "Wenn man der Bevölkerung sagen kann ja aber ihr habt ja auch was davon nämlich deutsche Exporte werden gekauft und so weiter."
  },
  {
    "start": 1610.3,
    "end": 1628.86,
    "text": "Und es ist dann eben der Grund warum diese Lebenslüge sich bis heute gehalten hat obwohl Praktischen Evidenzen und Belege dafür, dass eben eine solche Entwicklungszusammenarbeit sowohl den Unternehmens Norden als auch den Armen im Süden nutzt."
  },
  {
    "start": 1629.0,
    "end": 1630.899,
    "text": "Die sind relativ spärlich muss man sagen."
  },
  {
    "start": 1631.399,
    "end": 1647.12,
    "text": "insofern kann man sagen die Entwicklungspolitik war quasi das Mittel eben auch weiter Zugang zu Märkten und Rohstoffe des Südens zu haben in einem Zeitalter wo eben Colonismus zunehmend diskreditiert ist."
  },
  {
    "start": 1647.26,
    "end": 1659.8,
    "text": "Dessen Ungeachtet gibt es natürlich durchaus sinnvolle und positive Projekte im Rahmen der Entwicklungspolitik, aber die sind dann halt eben auch insofern immer so ein bisschen mit Vorsicht zu genießen als dass das eben auch eine gewisse Symbolpolitik ist."
  },
  {
    "start": 1660.0,
    "end": 1683.26,
    "text": "Eine Symbolpolitik, die sagt ja wir tun ja was gegen die globale Ungleichheit Und das ist insoferen nicht gelogen als dass es da tatsächlich auch Projekten gibt, die etwas gegen Armut machen Aber steht natürlich im Kontext, dass das ein bisschen Tropfen auf den heißen Stein ist Weil die tatsächlich wichtigeren Strukturen, ...die über Armut oder Armuts Bekämpfung entscheiden."
  },
  {
    "start": 1684.02,
    "end": 1689.96,
    "text": "Sind nicht in der Entwicklungszusammenarbeit sondern eben in der Weltwirtschaft im Welthandel, im Schuldenregime und so weiter."
  },
  {
    "start": 1691.56,
    "end": 1710.26,
    "text": "Faszinierend finde ich daran da muss ich gerade dann denken auch weil ich mich kürzlich damit länger beschäftigt habe... dass man jetzt ja beispielsweise mit dieser technologischen, dem technologischem Fortschritt den wir erleben, der vor allem von den US-amerikanischen Techfirmen dominiert wird Eine noch krassere Entwicklung von dieser Lüge, die Sie jetzt gerade beschrieben haben sehen."
  },
  {
    "start": 1710.76,
    "end": 1716.379,
    "text": "Dass die USA durch ihre technologischen Entwicklungen eigentlich über den globalen Süden hinwegfegen."
  },
  {
    "start": 1716.5,
    "end": 1727.3,
    "text": "Also Tests durchführen, Modelle werden trainiert oder die Implementierung von bestimmten technologischem Entwicklungen fastieren quasi völlig ohne Guidelines."
  },
  {
    "start": 1727.44,
    "end": 1737.639,
    "text": "also die rechtliche Grundlage wie sie in Europa beispielsweise gelegt werden kann um sich dagegen... Privatsphäre, Datenschutz und all diese Dinge zu schützen wird völlig ignoriert."
  },
  {
    "start": 1737.78,
    "end": 1753.879,
    "text": "Krankenhäuser, andere ganz wichtige Infrastrukturen beispielsweise in Indien sind maßgeblich gekoppelt an dieser technologischen Entwicklung und gleichzeitig stellt man eigentlich jegliche Hilfe ein mit USA was letztes Jahr komplett eingestampft wurde bis auf ganz wenige kleine Projekte."
  },
  {
    "start": 1754.56,
    "end": 1762.3,
    "text": "also das ist ja interessant dass es nicht nur eine Aufarbeitung der Lüge gegeben hat sondern im Gegenteil ... krassere Entwicklung des Ganzen."
  },
  {
    "start": 1763.2,
    "end": 1772.399,
    "text": "Haben Sie denn das Gefühl, dass jetzt natürlich ein sehr präsentes Beispiel... ... weil es einfach dieser technologische Fortschritt glaube ich gerade für ganz viele Menschen sehr bewegend ist und weil da sehr viele Menschen an Teil nehmen?"
  },
  {
    "start": 1773.66,
    "end": 1777.98,
    "text": "Haben sie denn das Gefühle, dass in Europa zumindest der da einen Umdenken stattgefunden hat?"
  },
  {
    "start": 1778.04,
    "end": 1783.92,
    "text": "oder ist das eigentlich nach wie vor zu sehen als eine Art von Fortführung kolonialer Muster?"
  },
  {
    "start": 1784.46,
    "end": 1794.899,
    "text": "Also ich glaube man kann insofern eben eine Fortführung Kolonialer oder Neokoloniale Muster sehen, als dass es halt eben auch wieder der Zugriff auf die billigen Arbeitskräfte im Süden ist."
  },
  {
    "start": 1795.0,
    "end": 1803.639,
    "text": "Der ein Großteil dieser Branche trägt wo eben auch die entsprechenden KI's mit trainiert werden und so weiter."
  },
  {
    "start": 1805.96,
    "end": 1824.12,
    "text": "Ansonsten ist das natürlich genau wie sie gesagt haben durch das Einstampfen von USAID im letzten Jahr eben auch genau die ... positiven Projekte, die ihm durchaus gerade im Gesundheitsbereich sehr positive Wirkungen hatten."
  },
  {
    "start": 1824.94,
    "end": 1830.62,
    "text": "Eben jetzt weggefallen sind und es gibt Berechnung wie viele Todesopfer das schon fordert?"
  },
  {
    "start": 1832.68,
    "end": 1847.62,
    "text": "Und das heißt dass wir in dieser Situation sind also aus der kritischen Perspektive wo wir sagen müssen ja also Entwicklungszusammenarbeit ist entstanden vor dem Hintergrund geopolitischer und außenwirtschaftlicher Interessen."
  },
  {
    "start": 1849.52,
    "end": 1864.1,
    "text": "Aber dadurch, dass über die Jahrzehnte auch viel Kritik daran geübt worden ist und sich dieses Politikfeld verändert hat, ist es eben auch ein Politikfeld in dem eine ganze Reihe an positiven Projekten, die Lebensbedingungen verbessern stattfinden."
  },
  {
    "start": 1864.54,
    "end": 1871.82,
    "text": "Und das jetzt zu kritisieren vor dem Hintergrund der momentan stattfindenden Angriffe von Rechts-, Trump- oder AfD"
  },
  {
    "start": 1872.08,
    "end": 1872.32,
    "text": "usw.,"
  },
  {
    "start": 1874.08,
    "end": 1875.28,
    "text": "ist natürlich auch ne heikle Sache!"
  },
  {
    "start": 1876.86,
    "end": 1886.48,
    "text": "Insofern muss man sagen, also meine Position wäre natürlich eben die sinnvollen Projekte in der Entwicklungspolitik verteidigen gegen die Angriffe von rechts."
  },
  {
    "start": 1888.18,
    "end": 1914.96,
    "text": "Andererseits aber durchaus weiter die Kritiküben an geopolitischen wirtschaftlichen eurozentrischen Elementen in der Entwicklungspolitik und perspektivisch natürlich auch darauf hinarbeiten dass wir irgendwann mal vielleicht in einer Welt leben wo das Überleben der Ärmsten auf dem Planeten nicht mehr abhängig ist, von dem Wohlwollen und der sogenannten Entwicklungshilfe irgendwelcher reicherer Menschen."
  },
  {
    "start": 1916.6,
    "end": 1927.1,
    "text": "Das ist begrifflich ja auch schon fällt mir auf Sie haben es am Anfang gesagt eine Schwierigkeit weil es entsteht ein Machtgefälle, eine Ungleichheit in der Begrifflichkeit."
  },
  {
    "start": 1927.56,
    "end": 1930.84,
    "text": "Entwicklung bedeutet der eine muss entwickelt werden da andere entwickelt."
  },
  {
    "start": 1933.899,
    "end": 1936.98,
    "text": "Ziel wieder, dass alle auf ein Level kommen."
  },
  {
    "start": 1937.899,
    "end": 1940.1,
    "text": "Aber auf das Level des vermeintlich oberen."
  },
  {
    "start": 1940.139,
    "end": 1943.48,
    "text": "Vielleicht sollte man da begrifflich auch noch mal nacharbeiten?"
  },
  {
    "start": 1943.7,
    "end": 1945.82,
    "text": "Ja ich würde mich dem total anschließen."
  },
  {
    "start": 1945.899,
    "end": 1966.54,
    "text": "also denke auch die Begrifflichkeit mit der wir über globale Ungleichheit reden ist halt die des Entwicklungsdiskurses und er ist eben davon geprägt, dass sich die europäischen nordamerikanischen Gesellschaften quasi an der Spitze der zivilisatorischen Skala begriffen haben."
  },
  {
    "start": 1967.86,
    "end": 1969.08,
    "text": "Und das bis heute auch noch tun."
  },
  {
    "start": 1969.22,
    "end": 1993.94,
    "text": "und das ist streng genommen eben auch ein Überbleibsel aus dem Kulnernismus, weil natürlich ist eben spätestens seit den seit der ökologischen Kritik der siebziger Jahre klar dass dieses Gesellschaftsmodell eben Katastrophemodell ist was den Planeten eben an den Rand des Klimakatastrophe gebracht hat Und andererseits eben aber auch eins, was quasi ein Ausbeutungsmodell war."
  },
  {
    "start": 1994.06,
    "end": 2000.92,
    "text": "Was eben nur durch die Zufuhr der billigen Arbeitskräfte und billiger Rohstoff von woanders zu bewerkstelligen war."
  },
  {
    "start": 2002.639,
    "end": 2004.96,
    "text": "Insofern nicht fallgemeinbar ist."
  },
  {
    "start": 2005.06,
    "end": 2019.5,
    "text": "also insofern wäre es sehr sinnvoll wenn man diese Begrifflichkeit tatsächlich nochmal überdenkt und dann fragt okay sollte man nicht eben eher davon sprechen, dass es hier einen zu viel an Entwicklung gibt."
  },
  {
    "start": 2019.6,
    "end": 2035.0,
    "text": "Also ein zuviel an Industrialisierung, ein zu viele an wahren Produktionen was dann vielleicht auf Kosten... Es kosten einer Produktion von überlebensnotwendigen Gütern in anderen Teil der Erde geht wo es ein zu wenig gibt."
  },
  {
    "start": 2035.54,
    "end": 2044.68,
    "text": "Ich habe mich gefragt wir leben ja eigentlich in Zeiten in denen ganz viele Strukturen unter Beschuss stehen und vieles davon ist vielleicht gar nicht so schlecht."
  },
  {
    "start": 2044.84,
    "end": 2056.04,
    "text": "Also im Sinne von Donald Trump ist sicherlich jemand der das nicht geplant hatte, aber er führt ja im Prinzip dazu dass man viele Dinge die man als selbstverständlich genommen hat plötzlich hinterfragen muss."
  },
  {
    "start": 2056.1,
    "end": 2058.68,
    "text": "also gilt eigentlich eine gewisse Ordnung."
  },
  {
    "start": 2058.72,
    "end": 2070.0,
    "text": "es gibt sehr viele Expertinnen die auch sagen naja er führt im prinzip dazu Dinge hinterfragt werden und kaputt gemacht werden, die wir jetzt neu gestalten müssen."
  },
  {
    "start": 2070.06,
    "end": 2073.58,
    "text": "Und wir war in der Vergangenheit immer die USA und Europa."
  },
  {
    "start": 2074.22,
    "end": 2091.12,
    "text": "aber natürlich führt die aktuelle Situation auch dazu das ganz viele andere Perspektiven vielleicht die Chance haben mitzureden etwas mitzugestalten dass diese hegemonielle Wahrnehmung von Wert und von Macht und von Das ist gut und so muss es sein eigentlich gerade total infrage gestellt wird."
  },
  {
    "start": 2091.68,
    "end": 2100.6,
    "text": "Also ich würde zunächst darauf antworten, dass es ganz richtig ist, dass diese Chancen das der globale Süden mehr Einfluss auf internationaler Ebene bekommt."
  },
  {
    "start": 2101.76,
    "end": 2111.42,
    "text": "Dass die gestiegen sind einfach schon dadurch, dass sich die US-Regierung unter Trump zunehmend auch aus multilateralen Vereinbarungen rauszieht."
  },
  {
    "start": 2113.62,
    "end": 2115.1,
    "text": "Stichwort Pariser Klimaabkommen usw."
  },
  {
    "start": 2116.08,
    "end": 2123.64,
    "text": "Aber also das ist erstmal auf jeden Fall... auf jeden Fall zu konstatieren."
  },
  {
    "start": 2123.76,
    "end": 2134.54,
    "text": "Zweitens ist auch zu konstantieren, dass wir uns mehr und mehr hin zu einer polizentrischen Weltordnung bewegen das jetzt eben die Vormachtstellung der USA nicht mehr so unangefochten ist."
  },
  {
    "start": 2135.44,
    "end": 2142.1,
    "text": "China hat im volkswirtschaftlichen Bereich einfach einen unglaublichen Aufstiegsprozess hingelegt."
  },
  {
    "start": 2143.36,
    "end": 2148.8,
    "text": "Im militärischen Bereich ist die USA natürlich immer noch die Supermacht an der kein Weg vorbeiführt."
  },
  {
    "start": 2149.9,
    "end": 2156.2,
    "text": "Aber ich glaube, dass diese polizentrische Weltordnung sich auch schon dahin widerspiegelt."
  },
  {
    "start": 2156.26,
    "end": 2170.22,
    "text": "Dass wir heutzutage von G-twanzig sprechen und nicht mehr von G sieben weil deutlich geworden ist an den Länder des Südens führt kein Weg mehr vorbei wenn wir halt eben internationale Abstimmung haben wollen die auf die man sich verlassen kann."
  },
  {
    "start": 2172.98,
    "end": 2174.18,
    "text": "Insofern ist es schon mal ein Fortschritt."
  },
  {
    "start": 2175.84,
    "end": 2186.62,
    "text": "inwiefern dieser Fortsschritt tatsächlich Lösung der Probleme globaler Ungleichheit beiträgt, steht noch mal auf einem anderen Blatt würde ich sagen."
  },
  {
    "start": 2186.78,
    "end": 2216.08,
    "text": "Also das ist nicht ohne Weiteres gegeben, dass nur weil jetzt halt eben Indien Brasilien also die sogenannten Bricks starten selbst wenn man jetzt Russland rauslässt aber dass ja jetzt Brasilien Indian China Südafrika Nur weil die zum Globalen Süden gezählt werden und teilweise auch eine Kolonialgeschichte haben heißt es nicht zwingend Dass die sich im Rahmen einer kapitalistischen Weltwirtschaft und eben als Nationalstaaten, die ihr nationales Interesse verfolgen."
  },
  {
    "start": 2217.08,
    "end": 2224.86,
    "text": "Großartig freundlicher oder netter verhandelten als das jetzt die europäischen Staaten getan haben da muss man auch realistisch bleiben."
  },
  {
    "start": 2225.62,
    "end": 2232.48,
    "text": "generell würde ich schon sagen es ist ein Fortschritt wenn eben Stimmen aus dem Süden mehr gehört werden."
  },
  {
    "start": 2233.96,
    "end": 2236.26,
    "text": "aber dann muss man natürlich auch immer fragen okay welche?"
  },
  {
    "start": 2237.44,
    "end": 2238.9,
    "text": "Was für eine Art von Regierung ist das?"
  },
  {
    "start": 2238.96,
    "end": 2252.3,
    "text": "Welche Eliten sind das und inwiefern verfolgen die eben nicht nur das Interesse, ich sag der chinesischen Industrie oder der indischen Unternehmer."
  },
  {
    "start": 2252.4,
    "end": 2261.44,
    "text": "Inwiefern Verfolgen sie eben auch das interesse beispielsweise ärmerer Bevölkerungsschichten oder wie im Fall von Indien auch muslimischer Minderheiten."
  },
  {
    "start": 2261.68,
    "end": 2265.38,
    "text": "Ja da sind wir ja auch wieder beim was wir vorhin schnappen."
  },
  {
    "start": 2266.88,
    "end": 2271.34,
    "text": "Kolonialismus auch ein grausames Vorbild ist, was funktioniert in den Anführungszeichen."
  },
  {
    "start": 2271.38,
    "end": 2278.44,
    "text": "Ich hatte jetzt so ein bisschen weggeführt von diesem, sagen wir mal einer produktiven Kritik an Entwicklungszusammenarbeit."
  },
  {
    "start": 2278.8,
    "end": 2282.22,
    "text": "vielleicht einmal nochmal zur Analyse des Fehlerhaften."
  },
  {
    "start": 2282.48,
    "end": 2288.6,
    "text": "gibt es zum Beispiel was ihnen einfällt wo sie Wo man fest dran machen kann, es ist gut gemeint."
  },
  {
    "start": 2288.64,
    "end": 2292.94,
    "text": "Der Gedanke, denn da mag Stimmen aber am Ende werden neue Abhängigkeiten geschafft."
  },
  {
    "start": 2293.0,
    "end": 2304.36,
    "text": "also gibt es sozusagen von ihr seit dem Beispiel wo Entwicklungszusammenarbeit eher in diese Richtung gelaufen ist weil ich glaube man lernt wahrscheinlich eher an dem was schiefgelaufen ist und das falsch gelaufen is als an dem... ...was man am Reisbrett kreiert."
  },
  {
    "start": 2304.78,
    "end": 2307.1,
    "text": "Genau der Fachbegriff dafür sind weiße Elefanten."
  },
  {
    "start": 2308.22,
    "end": 2318.52,
    "text": "Also das bezieht sich dann auf Entwicklungsprojekte die halt eben am Reißbrett funktionieren Aber in der Praxis halt nicht funktionieren weil man da auch bestimmte lokale Gegebenheiten übersehen hat."
  },
  {
    "start": 2319.82,
    "end": 2328.48,
    "text": "Ob das jetzt ist, dass das Klima eben doch dafür sorgt, dass die Biogasanlage nicht so funktioniert wie sie in Europa funktioniert oder sowas?"
  },
  {
    "start": 2330.72,
    "end": 2332.98,
    "text": "Also klar davon gibt es natürlich eine ganze Reihe."
  },
  {
    "start": 2334.22,
    "end": 2349.02,
    "text": "generell ist aber ich sag mal so die die Kritik, die ich hier anbringen würde am ehesten Richtung einer Entwicklungszusammenarbeit, die eben immer noch an dieser Lebenslüge festhält."
  },
  {
    "start": 2349.12,
    "end": 2352.24,
    "text": "mit im Süden Geschäfte machen und Armut bekämpfen ist kein Widerspruch."
  },
  {
    "start": 2353.38,
    "end": 2375.48,
    "text": "Und da sind wir beispielsweise ganz schnell bei den sogenannten Mikrokrediten wo in den letzten zwei Jahrzehnten es da einen ganz schönen großen Hype gab dass man gesagt hat ach das ist doch toll Wir geben denen den Armen einfach Kredite ... ein kleines Mini-Unternehmen."
  },
  {
    "start": 2377.1,
    "end": 2383.54,
    "text": "Bei uns hat man mal gesagt, nicht AG aufbauen können und ermöglichen ist ihnen quasi sich am eigenen Job aus der Armut zu ziehen."
  },
  {
    "start": 2383.78,
    "end": 2393.8,
    "text": "Und das hat sich in der Praxis eben nur in wenigen Fällen als erfolgreich... ...und in vielen Fällen also fatal herausgestellt."
  },
  {
    "start": 2395.14,
    "end": 2405.9,
    "text": "Dann wurden die Mikrogritte eben nicht für profitable einen Mannunternehmen genutzt sondern einfach für die Deckung des Bedarf des täglichen Lebens, weil sonst nicht genug zu essen da war."
  },
  {
    "start": 2406.02,
    "end": 2410.08,
    "text": "Weil sonst die Operation im Krankenhaus nicht bezahlt werden konnte und so weiter."
  },
  {
    "start": 2410.66,
    "end": 2448.68,
    "text": "Aber natürlich waren das alles Kredite, die zurückbezahlt werden mussten mit Tinsen, mit für mir zwanzig Prozent Zinsen Und so sind viele Leute halt eben auch in den Schuldenfalle gerutscht oder halt eben Auch eine Falle wo Die jetzt auch durchaus einem Unternehmer passieren kann dass man halt eben Auf dem gesättigten Markt dass es einfach schwierig ist Fuß zu fassen Wenn man halt eben in der Fußgängerzone selbst gebastete Küchlein verkaufen will und es gibt aber einfach schon so viele andere die das ebenfalls machen, muss man die Preise dann soweit senken dass man damit doch gar nicht mehr den teuren Kredit wieder zurück bezahlen kann."
  },
  {
    "start": 2449.62,
    "end": 2470.66,
    "text": "Also solche Sachen sind halt in großen Maßstab passiert oder hat sehr lange gedauert bis die Entwicklungszusammenarbeit zur Kenntnis genommen hat, eine nicht zielführende Maßnahme ist, eben jetzt auf Mikrogritze in der Entwicklungszusammenarbeit zu setzen."
  },
  {
    "start": 2471.28,
    "end": 2475.34,
    "text": "Der Prozess ist eigentlich noch nicht abgeschlossen also es ist quasi immer noch umkämpft und"
  },
  {
    "start": 2475.38,
    "end": 2485.72,
    "text": "ich habe kürzlich gehört dass ein großes Problem des vorsichtig gesagt Engagements was China auf dem afrikanischen Kontinent hat auf einem ganz ähnlichen Prinzip basiert."
  },
  {
    "start": 2486.12,
    "end": 2493.14,
    "text": "man kann das kurz zusammen fassen das so im Rahmen der sogenannten neuen Seitenstraße Belt and Road Initiative."
  },
  {
    "start": 2493.64,
    "end": 2503.54,
    "text": "China wirklich im ganz, ganz großen Stil Infrastrukturprojekte vor allem in Asien finanziert hat und eben auch gegen Kredit finanzierte."
  },
  {
    "start": 2504.4,
    "end": 2508.14,
    "text": "Und das heißt eben auch an Auflagen gekoppelt hat."
  },
  {
    "start": 2508.24,
    "end": 2508.42,
    "text": "okay?"
  },
  {
    "start": 2509.86,
    "end": 2517.94,
    "text": "Wenn ihr den Kredit mit dem ihr eben den schönen neuen Hafen gebaut habt nicht innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre zurück zahlen könnt dann gehört der Hafen halt uns."
  },
  {
    "start": 2518.22,
    "end": 2528.12,
    "text": "Also insofern kann man da auch sprechen von Praktiken, die auch aus der Perspektive vor einem afrikanischer Staaten als neokolonial wahrgenommen werden."
  },
  {
    "start": 2528.36,
    "end": 2533.7,
    "text": "Das ist von Europa und deutscher Seite teilweise eben auch angepragert worden."
  },
  {
    "start": 2533.78,
    "end": 2536.96,
    "text": "das hatte nur halt immer so ein bisschen was Unaufrichtiges."
  },
  {
    "start": 2537.12,
    "end": 2547.28,
    "text": "wenn man eben Praktik kritisiert hat, die man selber auch angewandt hat Wo man halt eben sagen muss, also China hat dann auch in Afrika zunächst auf jeden Fall."
  },
  {
    "start": 2547.36,
    "end": 2565.16,
    "text": "Ich weiß nicht ob das immer noch so ist aber lange Zeit ein besseres Image gehabt weil das Image der Europäer dann halt eben auch immer ... Das war der ehemaligen Kolonialherrn die eben hinkommen und sagen wie es besser geht, die einem dann auch erklären was man zu tun hat, was man zulassen hat, wie man zu leben hat."
  },
  {
    "start": 2566.08,
    "end": 2572.04,
    "text": "Also diese sogenannte White Men's Burden oder die civilisatorische Mission Die schwangen dann immer noch so ein bisschen mit."
  },
  {
    "start": 2572.48,
    "end": 2575.52,
    "text": "Und die Chinesen haben von vornherein gesagt, wir sind hier nur um Beschäftigte zu machen?"
  },
  {
    "start": 2576.44,
    "end": 2579.46,
    "text": "Damit nicht darüber hinausgehende Ansprüche euch irgendwas beizubringen."
  },
  {
    "start": 2580.16,
    "end": 2592.84,
    "text": "Also sind die chinesischen Investitionen da jetzt oftmals eben genauso außenwirtschaftlich motiviert oder geopolitisch sogar wie jetzt eben auch vieles was jetzt von Europa und den USA gekommen ist in letzten Jahrzehnten."
  },
  {
    "start": 2593.78,
    "end": 2594.4,
    "text": "Ja, und interessant."
  },
  {
    "start": 2594.46,
    "end": 2609.74,
    "text": "Ich meine das Prinzip was Sie gerade beschrieben haben, dass man diese Zivilisationsarbeit betreibt schlägt sich dann ja auch nieder in so einem Prinzip mit dem White Saviourism also dass man sogar noch diesen Überlegenheitsgedanken fast dahinträgt und sich damit auch noch brüstet aus europäischer Sicht."
  },
  {
    "start": 2610.32,
    "end": 2615.96,
    "text": "So einfach kann man wahrscheinlich nicht ganz zusammenfassen aber so würde ich sowas wie White Saviarism verstehen?"
  },
  {
    "start": 2616.04,
    "end": 2616.22,
    "text": "Genau!"
  },
  {
    "start": 2616.32,
    "end": 2619.14,
    "text": "Aber das hängt halt eben auch einfach zusammen mit dem überlegenheit."
  },
  {
    "start": 2619.26,
    "end": 2626.38,
    "text": "Denken, dass aus dem Kriminalismus kommt, dass einen auch selbstverständlich davon ab... ausgehen lässt, dass natürlich eben wir die bessere Gesellschaft haben."
  },
  {
    "start": 2626.44,
    "end": 2638.28,
    "text": "Die überlegende Gesellschaft haben und das die anderen halt irgendwie ein bisschen rückständig sind und wir den eben beibringen müssen wie man sich entwickelt weil wir sind ja entwickelt Wir können das Ja."
  },
  {
    "start": 2639.06,
    "end": 2655.42,
    "text": "Das spiegelt sich dann eben auch in Praktiken wieder wie beispielsweise also im Zusammenhang mit so freiwilligen Diensten wo dann völlig unqualifizierte achtzehnjährige Uganda oder in anderen Ländern dann im Kindergarten mitarbeiten, ohne dass sie eine Ausbildung haben."
  },
  {
    "start": 2655.5,
    "end": 2681.16,
    "text": "Also man würde sich hier dagegen verwahren so ... Dass da jetzt irgendwelche Leute teilweise auch zum Schulunterricht herangezogen werden die überhaupt keine didaktische Qualifikationen haben und da hat man halt eben auch oft so die Situation das eben weil Leute eben auch ne weiße Hautfarbe haben und aus einem sogenannten entwickelten Land kommen, Autorität und Expertise zugesprochen wird."
  },
  {
    "start": 2682.46,
    "end": 2685.54,
    "text": "Von Seiten des Nordens, aber auch teilweise eben von Leuten im Süden."
  },
  {
    "start": 2686.8,
    "end": 2693.8,
    "text": "Und das ist natürlich eben auch eine ungute Hinterlassenschaft dieses kolonialen"
  },
  {
    "start": 2693.86,
    "end": 2694.22,
    "text": "Denkens.\"."
  },
  {
    "start": 2698.98,
    "end": 2701.64,
    "text": "Koloniales Denken sagt Aramciay."
  },
  {
    "start": 2702.18,
    "end": 2714.02,
    "text": "vor dem Hintergrund des fortwirkenden Neokolonialismus stellt sich nun natürlich auch die Frage wie sich solche unguten Strukturen denkweisen Konkret aufbrechen lassen."
  },
  {
    "start": 2714.72,
    "end": 2719.28,
    "text": "Ein zentraler Ansatz dabei heißt De-Kolonisierung, was dahinter steckt?"
  },
  {
    "start": 2719.72,
    "end": 2720.98,
    "text": "Das kann sie uns erklären!"
  },
  {
    "start": 2725.76,
    "end": 2742.38,
    "text": "Die Garnalische Professorin und Aktivistin Ako Söa Adomaco Ampoufoo von dem Jahr im Jahr ist es immer ein pleasure to talk about the things that one likes to do."
  },
  {
    "start": 2742.42,
    "end": 2744.7,
    "text": "mit der Dekolonisierung von Wissen."
  },
  {
    "start": 2745.14,
    "end": 2751.62,
    "text": "Um zu erklären, was das bedeutet, nutzt Ampoufo den Vergleich des kenianischen Schriftstellers Gugi Watyongo."
  },
  {
    "start": 2756.38,
    "end": 2768.34,
    "text": "Wenn man den menschlichen Geist, dass menschliche Wissen als Festplatte betrachtet, dann ist Kolonisierung – als würde man die afrikanische Festplatten herausnehmen um sie durch eine europäische Festplatze zu ersetzen."
  },
  {
    "start": 2769.02,
    "end": 2776.36,
    "text": "Wenn man also dekolonisieren will, muss man die europäische Festplatte herausnehmen und die afrikanischen Festplatten wieder einsetzen."
  },
  {
    "start": 2782.54,
    "end": 2787.26,
    "text": "Stellt sich die Frage wie lässt sich eine solche Festplatta überhaupt austauschen?"
  },
  {
    "start": 2787.82,
    "end": 2790.54,
    "text": "Wo fängt Dekolonisierung an und wo hört sie auf?"
  },
  {
    "start": 2791.38,
    "end": 2802.02,
    "text": "Für Ampofe liegt einer der wichtigsten Ansatzpunkte in der Bildung Also darin, was uns wie in Kindergärten, Vorschulen, Schulen und Universitäten gelehrt wird."
  },
  {
    "start": 2802.66,
    "end": 2809.6,
    "text": "Das beginnt schon im frühen Kindesalter – etwa mit den Geschichten die Kinder in Bilder- und Kinderbüchern"
  },
  {
    "start": 2809.68,
    "end": 2810.16,
    "text": "kennenlernen."
  },
  {
    "start": 2813.12,
    "end": 2818.32,
    "text": "Alle Beispiele, die in Kinderbühnern stehen sollten aus dem eigenen Lebensumfeld stammen."
  },
  {
    "start": 2818.68,
    "end": 2826.86,
    "text": "In afrikanischen Kinderbüchern sollte zum Beispiel nicht A für Apfel stehen, denn wie viele afriikanische Kinder haben schon mal einen europäischen Apfel gesehen."
  },
  {
    "start": 2827.5,
    "end": 2832.36,
    "text": "Dort sollte A für Alasa oder eine andere Frucht stehen die in der jeweiligen Region wächst."
  },
  {
    "start": 2834.72,
    "end": 2842.4,
    "text": "Auch in der Universitätslehre zeigt Ampoufo weitere Beispiele Die verdeutlichen wie koloniale Strukturen bis heute fortwirken."
  },
  {
    "start": 2843.08,
    "end": 2847.58,
    "text": "Ein zentrales Beispiel sind die verwendeten Konzepte und Theorien."
  },
  {
    "start": 2848.2,
    "end": 2854.58,
    "text": "Diese Seien, auch an afrikanischen Universitäten stark von europäischen Denkern geprägt."
  },
  {
    "start": 2855.02,
    "end": 2865.52,
    "text": "Die moderne Universität ist eine europäische Erfindung und die meisten modernen Fachrichtungen sind in Europa entstanden Und sie haben ihre jeweiligen europäischen Vordenker."
  },
  {
    "start": 2865.76,
    "end": 2872.7,
    "text": "Wer Philosophie studiert beschäftigt sich mit Kant- und Aristoteles und wer Soziologie studiert, beschäftigt es sich mit Marx und Weber."
  },
  {
    "start": 2873.46,
    "end": 2878.72,
    "text": "Eine De-Kolonisierung ist in den etablierten Disziplinen noch nicht so weit fortgeschritten wie sie sollte."
  },
  {
    "start": 2884.04,
    "end": 2889.4,
    "text": "Am Pofo betont, Sie hält Kant, Aristoteles, Marx und Weber durchaus für wichtig."
  },
  {
    "start": 2890.12,
    "end": 2899.46,
    "text": "Gleichzeitig sagt sie aber auch dass Studierende breiter lesen sollten Und genau dazu müssten auch Professorinnen und Professoren aktiv beitragen."
  },
  {
    "start": 2900.24,
    "end": 2903.92,
    "text": "Wenn Studierenden nicht dazu ermutigt würden sei das ein Problem."
  },
  {
    "start": 2903.96,
    "end": 2905.42,
    "text": "Ein"
  },
  {
    "start": 2905.5,
    "end": 2919.44,
    "text": "Beispiel, jemand schreibt zum Thema Schenken und Austausch."
  },
  {
    "start": 2919.8,
    "end": 2923.98,
    "text": "derjenige denkt ich muss Maus zitieren du weißt schon den französischen Philosophen."
  },
  {
    "start": 2924.64,
    "end": 2926.84,
    "text": "okay damit bin ich einverstanden zitier maus."
  },
  {
    "start": 2927.46,
    "end": 2937.98,
    "text": "Aber es gibt noch eine ganze Reihe anderer, zum Beispiel ghanalischer Philosophen wie Setshi oder Viridhu die sich mit Gegenseitigkeit und dem Schenken in Akan Gemeinschaften in Ghana beschäftigt haben."
  },
  {
    "start": 2949.6,
    "end": 2961.96,
    "text": "Das Einbeziehen afrikanischer – oder in ihrem Fall ghanalscher Denkerinnen und Denker hat dabei nicht nur Auswirkungen auf die wissenschaftliche Praxis, sondern auch auf das Selbstbild von Studierenden."
  },
  {
    "start": 2962.72,
    "end": 2967.1,
    "text": "Denn wenn das nicht geschieht entsteht schnell ein problematisches Bild von"
  },
  {
    "start": 2967.24,
    "end": 2967.54,
    "text": "Wissen.\"."
  },
  {
    "start": 2970.2,
    "end": 2975.92,
    "text": "Die Studierende empfangen also die Botschaft, dass ihr Wissen zweitklasse ist"
  },
  {
    "start": 2977.5,
    "end": 2980.72,
    "text": "und das könne so am Pofo tief wirken."
  },
  {
    "start": 2986.2,
    "end": 2989.76,
    "text": "Also ich glaube, das schadet in vielerlei Hinsicht der eigenen Psyche."
  },
  {
    "start": 2990.18,
    "end": 3009.9,
    "text": "Ohne dass man es überhaupt merkt und wenn man keine Lehrer Eltern oder Bezugspersonen hat die einen Teil dessen was man im Klassenzimmer lernt wieder auffangen dann kann sich das Gefühl einstellen, dass das eigene Wissen weniger wert ist, dass es dem Wissen anderer unterlegen ist einfach weil es anders aufgebaut ist, weil es nicht in bestimmten Büchern steht."
  },
  {
    "start": 3015.9,
    "end": 3016.1,
    "text": "Ein"
  },
  {
    "start": 3018.48,
    "end": 3021.6,
    "text": "weiteres Beispiel ist der Stellenwert von Sprache."
  },
  {
    "start": 3022.3,
    "end": 3026.08,
    "text": "Garnasche Sprachen hätten im Alltag nicht denselben Status wie Englisch."
  },
  {
    "start": 3026.36,
    "end": 3032.7,
    "text": "erzählt am Pofo, schon in ihrer Schulzeit sei fast alles auf Englische unterrichtet worden – das ist auch heute noch so!"
  },
  {
    "start": 3033.44,
    "end": 3037.92,
    "text": "Eine Prüfung in der eigenen Muttersprache habe die Professoren zum Beispiel"
  },
  {
    "start": 3038.34,
    "end": 3046.64,
    "text": "nie ablegen müssen Und dann möchte man seine eigene Muttersprache sprechen."
  },
  {
    "start": 3047.2,
    "end": 3058.92,
    "text": "Aber dieser Mutterssprache wurde nicht derselbe Stellenwert in der Gesellschaft zugestanden, dabei erklären Kulturtheoretiker uns ja wie wichtig die Sprache für die Psyche ist – für das eigene Identitätsgefühl!"
  },
  {
    "start": 3058.96,
    "end": 3071.46,
    "text": "Wenn wir also unsere Sprachen klein in ihrer Bedeutung machen hat das einen Einfluss und jetzt ist es so dass jemand, der sehr gut Englisch spricht aber seine Muttersprüche weniger gut beherrscht bewundert wird."
  },
  {
    "start": 3071.96,
    "end": 3074.26,
    "text": "Umgekehrt ist das aber nicht unbedingt der Fall."
  },
  {
    "start": 3078.94,
    "end": 3086.8,
    "text": "Und über Sprache wird natürlich auch Wissen vermittelt, nicht nur direkt sondern auch über Bilder Beispiele und Denkmuster."
  },
  {
    "start": 3087.42,
    "end": 3092.58,
    "text": "Die Kolonisierung von Wissen isst kein schneller Prozess – das betont Ampoufu Er"
  },
  {
    "start": 3093.22,
    "end": 3093.9,
    "text": "im Gegenteil"
  },
  {
    "start": 3098.82,
    "end": 3105.52,
    "text": "Man müsse langfristig in Bildung investieren um diese Festplatte wirklich neu zu beschreiben."
  },
  {
    "start": 3107.96,
    "end": 3112.72,
    "text": "Ich muss Dinge sehen, die es mir ermöglichen, stolz auf meine Gesellschaft und meine Kultur zu sein."
  },
  {
    "start": 3113.14,
    "end": 3116.34,
    "text": "Und das gelingt uns meist über Musik-, Tanz-, Essen-Mode"
  },
  {
    "start": 3116.4,
    "end": 3116.64,
    "text": "usw.,"
  },
  {
    "start": 3117.5,
    "end": 3121.38,
    "text": "bei der in Anführungszeichen Wissenschaft gelingt uns das weniger."
  },
  {
    "start": 3124.1,
    "end": 3127.74,
    "text": "Doch diese Veränderung lässt sich nicht alleine bewältigen."
  },
  {
    "start": 3130.08,
    "end": 3136.84,
    "text": "Wenn man also als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler arbeitet, sagen wir an einer deutschen Institution und man möchte die Dinge anders machen."
  },
  {
    "start": 3136.88,
    "end": 3141.64,
    "text": "Dann stößt man auch dort auf Hindernisse zum Beispiel im Verwaltungssystem der Universität."
  },
  {
    "start": 3142.54,
    "end": 3147.9,
    "text": "Deshalb müssen sich Menschen in Communities zusammenfinden und gemeinschaftlich Zusammenarbeit."
  },
  {
    "start": 3150.02,
    "end": 3157.42,
    "text": "Ein positives Beispiel für diesen Ansatz sieht Ampoufo in der Africa Charter for Transformative Research Collaborations."
  },
  {
    "start": 3158.06,
    "end": 3164.78,
    "text": "Sie wurde im Jahr two-thausend dreiundzwanzig vorgestellt und versteht sich als Leitfaden für gerechtere Forschungspartnerschaften."
  },
  {
    "start": 3165.38,
    "end": 3171.5,
    "text": "Ziel ist es, afrikanische Forschende stärker einzubinden und ihnen gleichberechtete Mitbestimmung zu ermöglichen."
  },
  {
    "start": 3172.18,
    "end": 3184.9,
    "text": "Entwickelt wurden die Kater gemeinsam mit zahlreichen afriikanischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen über die Decolonisierung genauer gesagt die Decolonisierung von Entwicklungszusammenarbeit."
  },
  {
    "start": 3185.38,
    "end": 3188.98,
    "text": "Habe ich im zweiten Teil des Interviews mit Aram Ciay"
  },
  {
    "start": 3189.44,
    "end": 3189.96,
    "text": "gesprochen?"
  },
  {
    "start": 3196.92,
    "end": 3208.46,
    "text": "Versuchen wir mal den Blick nach vorne, Sie haben in einem Artikel für die Bundeszentrale für politische Bildung beschrieben was Decolonalisierung von Entwicklung ist und ich nehme daraus mit es gibt einen Weg."
  },
  {
    "start": 3210.38,
    "end": 3213.4,
    "text": "Wir haben noch keinen besseren Begriff gefunden, deswegen bleiben wir zunächst mal dabei."
  },
  {
    "start": 3214.04,
    "end": 3216.66,
    "text": "Wie die tatsächlich aussehen könnte und wie steht es darum?"
  },
  {
    "start": 3216.74,
    "end": 3218.24,
    "text": "Wie würden Sie sagen ist das möglich?"
  },
  {
    "start": 3218.44,
    "end": 3244.36,
    "text": "Also ich würde sagen, es müssten auf drei Ebenen Veränderungen stattfinden also als koloniale Elemente in der Entwicklungszusammenarbeit würde Ich nennen zum einen Eurozentrismus Die Vorstellung dass eben unsere eigene Gesellschaft besser überlegen ist und die anderen sind rückständig Und eben damit zusammenhängt, dass es Probleme im Süden gibt und im Norden gibt es Wissen über die Problemlösung."
  },
  {
    "start": 3244.82,
    "end": 3245.6,
    "text": "Aber nicht umgekehrt!"
  },
  {
    "start": 3246.56,
    "end": 3251.74,
    "text": "Man könnte auch den Spiel umdrehen, man könnte ja auch sagen okay was können wir vom globalen Süden lernen?"
  },
  {
    "start": 3252.7,
    "end": 3259.0,
    "text": "Um beispielsweise mit Problemen wie vereinsamte Menschen in Altersheim oder ..."
  },
  {
    "start": 3259.64,
    "end": 3270.4,
    "text": "Ja oder Hochwasserschutz oder der Umgang mit den Naturgewalten wo andere Länder ja im Zweifel auch schon seit Jahrhunderten beschäftigt sind mit fast durch den Klimawandel für unseren Brauch, wenn man werden will."
  },
  {
    "start": 3270.46,
    "end": 3283.94,
    "text": "Oder wenn man die Richtung weiterverfolgt, müsste man halt eben nach auch sagen okay also unser Gesellschaftsmodell das eben davon ausgegangen ist schrankenlose Naturbeherrschung ist eine prima Sache."
  },
  {
    "start": 3284.46,
    "end": 3298.94,
    "text": "und dass uns jetzt in die jetzige ökologische heikle Situation geführt hat Wenn man jetzt das vielleicht mal überdenkt und sich mal anschaut wie eben in die Gene-Weltsichten da anders auf Natur schauen und sagen."
  },
  {
    "start": 3299.06,
    "end": 3308.08,
    "text": "Und dann halt eben auch sagen, okay also wir müssten eigentlich uns als Teil der Natur begreifen und die Natur als was begreiven mit dem wir ein Symbiose leben?"
  },
  {
    "start": 3308.18,
    "end": 3315.94,
    "text": "Was wir bewahren müssen und wo wir nicht das Recht haben schrankenlos drauf zuzugreifen oder es kaputtzumachen?"
  },
  {
    "start": 3316.94,
    "end": 3317.12,
    "text": "Genau!"
  },
  {
    "start": 3317.22,
    "end": 3324.88,
    "text": "Also Überwindung des Eurozentrismus dass man eben auch nochmal anders Modelle eines guten Lebens jenseits von Europa und Nordamerika guckt."
  },
  {
    "start": 3325.28,
    "end": 3329.26,
    "text": "Ein zweiter Punkt, den ich nennen würde, wäre dieses Prinzip der Treuhandschaft."
  },
  {
    "start": 3329.62,
    "end": 3343.0,
    "text": "Der Treuhandschaft, dass Entwicklungsexperten wissen wie das geht mit der Entwicklung dementsprechend auch Projekte über die Köpfe von Leuten hinweg entwerfen und umsetzen können."
  },
  {
    "start": 3343.34,
    "end": 3347.32,
    "text": "Ich hab vorhin von dem Namada Staudamn und den Hunderttausenden Vertriebenen gesprochen."
  },
  {
    "start": 3347.58,
    "end": 3349.84,
    "text": "Das ist etwas was bis heute sich fortsetzt."
  },
  {
    "start": 3350.28,
    "end": 3358.78,
    "text": "im sogenannten Development-induced displacement, werden jedes Jahr zwischen zehn und fünfzehn Millionen Menschen aufgrund von Entwicklungsprojekten vertrieben."
  },
  {
    "start": 3359.24,
    "end": 3366.16,
    "text": "Meistens Infrastrukturprojekte, teilweise auch Umweltschutzprojektes mittlerweile... Da müsste man sagen ja das darf nicht sein!"
  },
  {
    "start": 3366.22,
    "end": 3375.6,
    "text": "Man darf Leuten nicht absprechen dass sie eben selber bestimmen können soll dieser Staudarm jetzt da gebaut werden wo ich wohne oder nicht?"
  },
  {
    "start": 3376.06,
    "end": 3378.22,
    "text": "Dazu bräuchte es Rechenschaftsmechanismen."
  },
  {
    "start": 3378.42,
    "end": 3387.84,
    "text": "In der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit Deutschland gibt das beispielsweise noch nicht, dass Betroffene von Projekten Einspruch erheben können."
  },
  {
    "start": 3388.6,
    "end": 3400.4,
    "text": "Der dritte Bereich wäre natürlich der ganze Bereich der Weltwirtschaft und da muss man feststellen, okay, also da geht's nicht nur um Entwicklungs- zusammenarbeiten, da geht es um Welthandel, um das Schuldenregime."
  },
  {
    "start": 3401.4,
    "end": 3405.26,
    "text": "aber wenn man Armutsbekämpfung ernst meint dann muss man da ansetzen."
  },
  {
    "start": 3406.06,
    "end": 3411.7,
    "text": "Dann müsste man halt eben auch sagen, okay gut vielleicht müssen wir anfangen über Reparationen aus dem Kriminalismus nachzudenken."
  },
  {
    "start": 3411.74,
    "end": 3419.52,
    "text": "Vielleicht müssen wir unsere imperiale Lebensweise überdenken die eben auf die Zufuhr von billigen Arbeitskräften, billige Rohstoffen anderer Kontinente angewiesen ist."
  },
  {
    "start": 3420.34,
    "end": 3433.36,
    "text": "Gleich müssen wir eine Demokratisierung der internationalen Finanzinstitution vornehmen wo eben die vermeintlich demokratischen Länder deswegen ne Mehrheit haben weil die Stimmrechte nach Kapitalanteilen gewichtet sind."
  },
  {
    "start": 3433.92,
    "end": 3440.9,
    "text": "Das kennen wir vom preußischen Drei-Klassenwahlrecht aus dem späten neunzehnten Jahrhundert, aber es ist ein Unding eigentlich."
  },
  {
    "start": 3442.02,
    "end": 3449.78,
    "text": "Das wären Sachen wo man sagen müsste da müsste an globalen wirtschaftlichen Strukturen angesetzt werden um ja zu einer gerechteren Welt zu kommen."
  },
  {
    "start": 3450.24,
    "end": 3456.88,
    "text": "Ja also letztlich Ansätze um eigentlich Partnerschaften zwischen Nord und Süd gerechter und gleichberechtigt dazu gestalten?"
  },
  {
    "start": 3458.04,
    "end": 3459.8,
    "text": "Ist aber aus ihrer Sicht möglich würden Sie sagen?"
  },
  {
    "start": 3460.26,
    "end": 3466.12,
    "text": "Na ich würde Ich würde sagen, man könnte es mal ausprobieren."
  },
  {
    "start": 3466.74,
    "end": 3475.36,
    "text": "Ob das jetzt im Rahmen eines globalen Kapitalismus und im Rahmen des Nationalstaaten unterteilten politischen Systems so möglich ist?"
  },
  {
    "start": 3475.88,
    "end": 3476.86,
    "text": "Es wäre ein Experiment."
  },
  {
    "start": 3477.78,
    "end": 3483.62,
    "text": "aber bis jetzt haben wir halt die Erfahrung gemacht dass diese Sachen die man machen könnte wurden nicht gemacht."
  },
  {
    "start": 3484.5,
    "end": 3493.22,
    "text": "wenn sie jetzt das Thema von ihrem ersten... Podcast zusammengefasst haben als die Machtverhältnisse, die aus der gleichen Verteilung von Geld und Besitz eben herrühren."
  },
  {
    "start": 3493.92,
    "end": 3497.3,
    "text": "Das ist genau das was natürlich auch sinnvolle Ansätze verhindert."
  },
  {
    "start": 3497.66,
    "end": 3502.76,
    "text": "also der sinnvollste Ansatz in der Entwicklungspolitik des letzten Jahrzehnts war das Lieferkettengesetz."
  },
  {
    "start": 3503.34,
    "end": 3509.92,
    "text": "Das Lieferkettengesetz das jetzt auf Betreiben der Wirtschaftslobby so weit ausgehüllte ist dass es quasi ein Schatten seiner selbst ist."
  },
  {
    "start": 3510.26,
    "end": 3512.42,
    "text": "Aber das wären die Sachen, die in eine richtige Richtung gehen."
  },
  {
    "start": 3512.56,
    "end": 3529.76,
    "text": "Dass man sagt natürlich müssen Arbeitsrechte entlang der Lieferkette gelten und natürlich sollen sich dann multinationale Unternehmen nicht darauf rausreden ja was unsere Zulieferer in Bangladeschen machen da haben wir nichts mit zu tun denn letzten Endes die multinationalen Unternehmen sind natürlich genau die auf die billigsten Preise gucken."
  },
  {
    "start": 3541.26,
    "end": 3554.4,
    "text": "Zum Abschluss versuchen wir immer so ein bisschen den Blick in Richtung Engagement zu richten also Wir versuchen immer wegzukommen, dass jemand individuell eine Lösung bringen kann für ein systemisches Problem."
  },
  {
    "start": 3554.44,
    "end": 3554.6,
    "text": "Super!"
  },
  {
    "start": 3557.88,
    "end": 3561.9,
    "text": "Ich glaube sie haben auch wirklich genug Argumente geliefert, warum das gerade in diesem Fall kein guter Ansatz ist."
  },
  {
    "start": 3562.4,
    "end": 3563.4,
    "text": "Aber vielleicht drehen wir es mal um?"
  },
  {
    "start": 3563.72,
    "end": 3570.32,
    "text": "Vielleicht dann eher die Frage wenn Menschen sich engagieren wollen und ich glaube der Wille ist da... Das beginnt in Zweifel mit Verständnis."
  },
  {
    "start": 3570.38,
    "end": 3573.48,
    "text": "Aber wenn man dann darüber hinausgeht, worauf sollte man den achten?"
  },
  {
    "start": 3573.8,
    "end": 3578.62,
    "text": "Wenn man sich versucht zu engagieren dass man nicht unbeabsichtigt bestehende Machtverhältnisse sozusagen reproduziert?"
  },
  {
    "start": 3579.24,
    "end": 3588.88,
    "text": "also ich glaube es ist gar nicht so eine leichte Aufgabe und die nahelingende Antwort im Bereich entwüngtes Zusammenarbeit ist da immer ja fair trade und bewusster konsumieren usw."
  },
  {
    "start": 3589.64,
    "end": 3605.92,
    "text": "aber ich denke das klar geworden das Problem ist eigentlich größer und damit sich dieses größere problem halt tatsächlich in absehbarer zeit ändert wäre mein Vorschlag dann eben eher, sich bei einer Organisation umzugucken die eben professionelle gute Arbeit macht."
  },
  {
    "start": 3606.34,
    "end": 3626.16,
    "text": "Dann ist man beim Medico international oder bei Fian oder bei Attack vielleicht auch, die halt genau Fragen auf dem Schirm haben, die wir hier in diesem Podcast besprochen haben also die nicht den Blick haben naja man muss jetzt irgendwie dem einen armen Weisenkind in Afrika helfen, sondern die schon ganz genau wissen."
  },
  {
    "start": 3626.36,
    "end": 3643.46,
    "text": "Es geht eigentlich um größere Strukturen und die eben auch professionelle Arbeit machen, um innerhalb dieser Strukture dann halt eben auch nochmal rauszuholen was möglich ist zu Gunsten der schwächeren marginalisierten Menschen auf dieser Welt."
  },
  {
    "start": 3643.88,
    "end": 3644.58,
    "text": "Wichtiger Ansatz!"
  },
  {
    "start": 3662.1,
    "end": 3667.64,
    "text": "Was hat sie zu dem Engagement bewogen, weil es passt natürlich auch zu ihrem Forschungsgebiet?"
  },
  {
    "start": 3667.68,
    "end": 3670.1,
    "text": "Das heißt die Erkenntnis war wahrscheinlich auch Teil des Ganzen."
  },
  {
    "start": 3670.14,
    "end": 3672.96,
    "text": "Aber was hat sie dazu bewogen sich hierzu engagieren?"
  },
  {
    "start": 3673.48,
    "end": 3694.66,
    "text": "Also ich glaube ganz grundsätzlich bin ich im Rahmen meines Studiums eben auch schockiert gewesen von der Erkenntniss dass die Tatsache das jeden Tag zwanzig tausend mindestens Menschen verhungern oder eben kein sauberes Wasser leisten können oder an leicht heilbaren Krankheiten sterben."
  },
  {
    "start": 3695.94,
    "end": 3706.58,
    "text": "Dass das eine Machtfrage ist, also dass es nicht daran liegt, dass zu wenig Nahrungsmittel da sind, zu wenig Medikamente da sind und zu wenig sauberer Masse da sind sondern die Leute einfach zu arm sind um sich das zu leisten."
  },
  {
    "start": 3707.48,
    "end": 3710.7,
    "text": "Ich glaube das war so der grundsätzliche Punkt sich zu engagieren."
  },
  {
    "start": 3711.76,
    "end": 3724.78,
    "text": "Und bei Medico International ich habe im Rahmen meiner Dissertation Interviews durchgeführt mit Entwicklungsorganisationen, staatlichen und nichtstaatlichen unter anderem auch mit Medico."
  },
  {
    "start": 3725.06,
    "end": 3738.3,
    "text": "Und ich war beeindruckt wie viel von dem was ich auch an kritischen Gedanken zur Entwicklungspolitik damals hatte in dieser Organisation bereits völlig selbstverständlich auf dem Schirm war."
  },
  {
    "start": 3739.12,
    "end": 3745.6,
    "text": "also da habe ich das Gefühl gehabt Ich muss denen jetzt gar nicht viel erzählen sondern es ist den vollkommen klar."
  },
  {
    "start": 3746.22,
    "end": 3754.76,
    "text": "Dennoch haben die einfach den pragmatischen Ansatz zu sagen Ja, wir wissen das es eigentlich um größere Fragen gehen muss."
  },
  {
    "start": 3755.26,
    "end": 3772.9,
    "text": "Aber wir möchten trotzdem ganz praktisch vor Ort konkret Nothilfe leisten und tun was wir können solange eben wir auch mit diesen größeren kapitalistischen politischen Strukturen eben auch konfrontiert sind und die nicht mit dem Fingerschnippen einfach abstellen können."
  },
  {
    "start": 3774.14,
    "end": 3778.12,
    "text": "also pragmatische Hilfe leisten aber dennoch das größere ganze im Blick behalten."
  },
  {
    "start": 3778.48,
    "end": 3779.48,
    "text": "Das hat mir imponiert."
  },
  {
    "start": 3780.38,
    "end": 3783.08,
    "text": "Und da haben wir auch einen sehr schönen Bogen zu dem, was wir am Anfang besprochen haben."
  },
  {
    "start": 3783.16,
    "end": 3785.64,
    "text": "Kein Widerspruch bleibt am Ende ungehörtes."
  },
  {
    "start": 3785.88,
    "end": 3787.06,
    "text": "Kann man doch darin ganz gut sehen."
  },
  {
    "start": 3788.54,
    "end": 3789.5,
    "text": "Herzlichen Dank für Ihre Zeit!"
  },
  {
    "start": 3789.54,
    "end": 3791.22,
    "text": "Es war wahnsinnig spannend, wahnsinnige Aufschlussreich."
  },
  {
    "start": 3791.66,
    "end": 3792.34,
    "text": "Ganz herzlichen Dank."
  },
  {
    "start": 3792.54,
    "end": 3793.92,
    "text": "Ja ich freue mich, dass hier sein durfte."
  },
  {
    "start": 3794.88,
    "end": 3795.24,
    "text": "Alles Gute!"
  },
  {
    "start": 3813.32,
    "end": 3818.58,
    "text": "Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz BNZ."
  },
  {
    "start": 3819.08,
    "end": 3823.16,
    "text": "Produziert wird der Podcast vom Studio ZX – einem Unternehmen des Zeitverlags."
  },
  {
    "start": 3823.56,
    "end": 3824.4,
    "text": "Meiner Missionas Ross."
  },
  {
    "start": 3824.9,
    "end": 3826.7,
    "text": "bis zum nächsten Mal alles Gute!"
  },
  {
    "start": 3848.06,
    "end": 3855.22,
    "text": "Wenn Ihnen der Podcast gefällt, bewerten Sie ihn gerne und abonnieren Sie ihn um keine weitere Folge zu verpassen."
  }
]