[
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    "text": "Irgendwann kam dann so ein Toyota Hilux Pick Up Truck um die Ecke geprettert und hält von uns an."
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    "text": "Der Typ hat eine Kippe um uns und sagt dann so, you ordered a taxi to the front line."
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    "text": "Und dann steigen wir ein, fahren da rein und du denkst so, jetzt könnt ihr eigentlich jeden Moment eine Drohne dich erwischen."
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    "text": "Selten war es so schwer, eine Episode vorzubereiten, wie in diesem Fall."
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    "text": "Denn Samuel Hede hat schon so viel erlebt und gefilmt und ist eigentlich dauerhaft auf"
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    "text": "Weil die großen Fernsehsender seine Dokus lieben."
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    "text": "Und wir Zuschauerinnen und Zuschauer schauen gebannt zu."
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    "text": "Denn Samuel aus Afghanistan berichtet von der Front in der Ukraine oder mit dem Rucksack durch die USA"
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    "text": "wandert."
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    "text": "Ich bin sehr froh, dass Samuel heute Zeit hat und möchte von ihm wissen, wie er seine Reisen organisiert, was unterwegs alles passiert und natürlich auf was wir uns bei seinen Vorträgen bald in den Globetrotters Tours freuen dürfen."
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    "text": "Ich bin Joris, Reisereporter bei Globetrotter und treffe in diesem Podcast beeindruckende"
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    "text": "Menschen, die das"
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    "text": "Abenteuer in der Natur suchen, die eine ganz besondere Geschichte haben, von denen wir lernen können und die Lust aufs Reisen machen, auf das draußen erleben."
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    "text": "Ich glaub, man kann sagen, dein Job ist nicht so der Traum der Eltern, oder?"
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    "text": "Was sagst du eigentlich zu Hause, wenn es mal wieder leider in Krisen oder sogar Kriegsgebiete geht?"
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    "text": "Ja, also erst mal, wenn ich dann zu Hause bin, ich bin hier gerade wieder mal in einem AirBnB momentan in Berlin."
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    "text": "Wir haben jetzt ungefähr sechzig Minuten Zeit, bis ich hier wahrscheinlich ausgeschmissen werde."
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    "text": "Und ich lebe eigentlich so das ganze Jahr mehr oder weniger aus dem Koffer."
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    "text": "War jetzt auch schon seit ein halben Jahr nicht mehr in meiner Wohnung in Georgien, wo ich momentan eigentlich wohne, aber irgendwie auch nicht, weil ich ständig unterwegs bin."
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    "text": "Auch zweimal in der Ukraine dieses Jahr, genau, das waren ... zwei Monate, die ich in Ukraine verbracht habe."
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    "text": "Und Afghanistan, wo ich auch erst vor einer guten Woche zurückgekommen bin."
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    "text": "Ich weiß nicht, ob meine Mutter diese Gefahren dann immer so einschätzen kann, wie sie sie eigentlich vor Ort sind."
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    "text": "Die macht sich da immer in den falschen Momenten sorgen, dass es gefährlich ist, wo es eigentlich gar nicht gefährlich ist."
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    "text": "Aber dann, wenn ich denke, okay, jetzt bräuchte ich meinen Schutzänger da ... sag ich ihr das vielleicht erst mal gar nicht so."
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    "text": "Aber die hat sich auch dann gewöhnt."
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    "text": "Und es geht ja auch nicht nur in solche Gebiete, muss ich auch dazu sagen."
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    "text": "Also ich könnte das auch nicht dauerhaft so ein Stress ausgesetzt zu sein."
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    "text": "Ja, glaub ich."
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    "text": "Ja, du, man kann ja schon sagen, du gehst für gute Dokus einmal voll ins Risiko, aber du gehst einfach auch dauernd auf Reisen."
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    "text": "Wir haben es schon kurz gehört."
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    "text": "Und die ganze Geschichte, ganz viele spannende Details gibt's jetzt hier im Podcast."
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    "text": "Wir haben ja vor ein paar Wochen zum ersten Mal telefoniert."
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    "text": "Da warst du kurz vor einer Recherche Reise und bist jetzt eigentlich wieder kurz davor, wenn ich es richtig verstanden habe."
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    "text": "Also dein Job besteht eigentlich daraus, ständig unterwegs zu sein, oder?"
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    "text": "Das ist auch selbst gewählt."
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    "text": "Also ich bin freiberuflicher Filmemacher für die ARD und ZDF."
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    "text": "Das heißt, ich arbeite immer projektbasiert."
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    "text": "Die Ideen kommen da immer von mir und ich beschlage die vor, mal erfolgreich, mal nicht."
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    "text": "Also man kennt ja auch nur die Dogus, die dann letztendlich auch wirklich produziert worden sind."
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    "text": "Viele Ideen, die dann vielleicht gar nicht zustande kommen."
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    "text": "Aber es sind meistens Ideen, die im Auslands stattfinden, weil das mich einfach am meisten reizt, am meisten interessiert."
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    "text": "die Welt kennenzulernen, dort Menschen zu treffen, ihre Geschichten zu hören und die letztendlich dann auch der Öffentlichkeitsverfügung zu stellen."
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    "text": "Ja, es sind sehr viele Ausgangsthemen bei mir."
  },
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    "end": 249.98,
    "text": "Das heißt, du recherchierst, du selbst liest wahrscheinlich viel, guckst wahrscheinlich auch viel Fern, solche Dinge."
  },
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    "text": "Oder wie kommst du an die guten Geschichten?"
  },
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    "text": "Vielleicht hast du auch Quellen vor Ort über die Jahre jetzt mittlerweile, dass jemand sagt hier, das könnte ein spannendes Thema sein."
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    "text": "Wie laufen diese Recherchen?"
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    "text": "Ich meine, viele von uns kennen wirklich ja nur das journalistische Endprodukt, wie du es auch geschrieben hast, in der Mediathek oder im Fernsehen."
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    "text": "Aber vorher passierte ja die ganze Arbeit."
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    "text": "Das ist ganz unterschiedlich."
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    "text": "Also ich hatte eine lange Reise."
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    "text": "Da war ich noch so Anfang Mitte zwanzig."
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    "text": "Die ging knapp drei Jahre von Deutschland aus über Landweg Richtung Indien."
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    "text": "Und bin an der pakistanischen Grenze gescheitert, weil es damals noch keine E-Visas gab und es dann hieß, ich sollte in Deutschland das Visum beantragen."
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    "text": "Das war eine sehr unvorbereitete spontane Reise mehr oder weniger."
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    "text": "So."
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    "text": "Und ... Dann ging es weiter über Zentralasien, letztendlich dann bis nach Australien, wo ich dann auch auf der Filmschule war."
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    "text": "Und dann hat man in diesen ganzen Ländern, in denen man schon mal war, auch mehr oder weniger schon Netzwerk und Kontakte aufgebaut."
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    "text": "Man hört hier und da Geschichten, man muss gut zuhören."
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    "text": "Und klar, auch in Medien nach Geschichten Ausschau halten, obwohl das da meistens Dinge sind, die schon mal in irgendeiner Art und Weise verwertet worden sind."
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    "text": "Aber wenn es jetzt z.B."
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    "text": "in einem Zeitungsartikel steht und noch kein Film drüber gemacht worden ist, ist das natürlich auch noch spannend für mich."
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    "text": "Und ja, ich würde sagen, gutes Netzwerk, Blick auf aktuelles Geschehen und einfach links und rechts Augen und Ohren offenhalten."
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    "text": "Ich stelle mir das so spannend vor, weil du brennst ja dann richtig für eine Geschichte und bist da ganz überzeugt von schreibstwahrscheinlichen Skript, muss das ja den Verantwortlichen auch vorstellen in den Sendern."
  },
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    "end": 360.84,
    "text": "Und manchmal kommt er nö."
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    "text": "Ich finde war jetzt gar nicht spannend passt überhaupt nicht oder macht schon andere."
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    "text": "oder hatten wir schon solche Dinge."
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    "text": "Du musst ja auch manchmal damit Enttäuschungen umgehen oder wenn die Idee gar nicht durchgeht für die du so dermaßen brennst eigentlich"
  },
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    "text": "ich habe gestern erst mit jemandem gesprochen der war in der Filmuniversität in Ludwigsburg hat dort Theater Regie studiert und er meinte sein Dozent hatte ihn zum Anfang des Semesters eine."
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    "text": "Unfame."
  },
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    "text": "Unfame vielleicht."
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    "text": "Also, einfach nur eine Absage nach der nächsten, die er erhalten hat, hat er dann ausgedruckt und an der Wand gehangen."
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    "text": "Ich dachte, wow, das könnte ich auch mal machen, weil ich glaube, bei Möbel auch einiges zusammenkomme."
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    "text": "Und ja, es ist ... Du sagst, man brennt dann immer für ein Thema."
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    "text": "Es ist auch so, ich brenne für die verschiedensten Orte und Geschichten dieser Welt."
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    "text": "Beispielsweise, ich sage, ich möchte wahnsinnig gerne noch Afghanistan reisen, sagt die Redaktion erst mal."
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    "text": "Und dann schlägst du drei, vier andere Geschichten vor."
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    "text": "Und dann schlägst du fünf, sechs Themen vor."
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    "text": "Das heißt, es war jetzt teilweise auch nicht die Erstwahl, die dann genommen worden ist, wo ich dann aber dachte, ich habe trotzdem Bock, das zu machen."
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    "text": "Aber ja, so kann es auch mal laufen."
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    "text": "Oder manchmal wird auch der Erstwunsch genommen und man kann sein absolutes Traumprojekt umsetzen."
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    "text": "Für alle wie wie uns die nie beim fernsehen so arbeiten wie viel seiten musst du da schreiben musst du so richtig präsentationen vorbereiten oder reicht auch ein kurzer call?"
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    "end": 478.44,
    "text": "und dann sagt da jemand bei der ard finden war cool nehmen"
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    "text": "war."
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    "text": "Ich wünschte mir es würde erstmal so laufen dass man zwei dreizeiler schreibt und dann heißt es ja jetzt kannst du das kript ausarbeiten und weil wir schon sehr sehr interessiert sind aber häufig arbeitest du schon treatment aus was dann irgendwie."
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    "text": "zehn, zwei, fünfzehn Seiten umfasst."
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    "text": "Und das ist dann auch in den meisten Fällen nicht vergütet."
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    "text": "Umso schöner natürlich sind dann die Momente, wenn irgendwas abgenickt wird und die Begeisterung auch auf der anderen Seite spürbar wird."
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    "text": "Dann musst du irgendwie deine Koffer packen, bist grad was das ich wie aktuell in Berlin oder in Georgien, in deiner Heimat oder wo auch immer auf der Welt und bereite es dich dann vor."
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    "text": "Ich kann mir vorstellen, manchmal auch unter Zeitdruck, weil auf einmal muss es dann schnell gehen."
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    "text": "Und dann haben wir das eigentlich schon abgehakt, dieses Projekt."
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    "text": "Und das war dann innerhalb von so drei, vier Tage, wo es dann hieß, jetzt buchen wir den Flug und jetzt reisen wir los."
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    "end": 590.46,
    "text": "Also ich hab den Flug im Tag vor Abreise gebucht."
  },
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    "text": "Und ... Ja, das sind natürlich sehr spontane Reisen, mit denen man plötzlich dann gar nicht mehr rechnet."
  },
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    "text": "Und dann bist du nach so einem Nachflug, kommst du an, wirst du irgendwie ausgespuckt und Kabul."
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    "text": "Mein Visum war dann nur noch zwei Tage gültig, ab Einreise."
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    "text": "Dann haben die gesagt, okay, du musst ein Visum jetzt erst mal verlängern."
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    "text": "Und sind dann eigentlich direkt nach ... der Landung noch total übermüdet, zu diesem Tai-Bahn-Büro gegangen, wo ich dann immer wieder in Sekunden Schlaf verfallen bin."
  },
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    "text": "Und dann wache ich auf und sehe vor mir diesen Tai-Bahn mit einem langen Bart."
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    "text": "Und kennst du das, wenn du irgendwie einschläfst und dann aufwachsen und nicht genau weißt, wo du bist?"
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    "text": "Und vor allem nach einer Landung irgendwie."
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    "text": "Und dann wusste ich nicht, wo ich bin."
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    "text": "Und dann find ich mich bei den Tai-Bahnen wieder, ich dachte auch ... Okay, jetzt bist du gerade hier."
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    "text": "Die größte Sorge meines Reisegefährten, Salim von ZDF, ein Reporter, der ist Deutsch-Afghanisch ursprünglich Pashtune."
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    "text": "Und, ich meine, wie die Italien waren, sind die auch Pashtunen."
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    "text": "Und es gibt dort einige Verhaltensregeln, die wir so in unserer ... Form nicht haben, wie zum Beispiel die Todssünde, der paar Stunden ist, zu furzen."
  },
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    "end": 705.1,
    "text": "Und ich kann es natürlich schlecht beurteilen, weil ich schlafe, aber ich meine nicht, dass ich im Schlaf gelegen nicht furze, aber es war die größte Sorge meines Kollegen zu diesem Zeitpunkt, weil er dachte, wenn du jetzt vor den Taliban im Schlaf ein Pups lässt, dann sind wir hier richtig am Arsch."
  },
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    "text": "Da kannst du dich gleich erhängen, so ein Gefühl."
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    "text": "Hat er gesagt, der Betrieben gesagt vielleicht immer noch, aber er meinte, dass es geht gar nicht."
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    "text": "Das wäre so die absolute Todswinde."
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    "text": "Das war seine größte Sorge in dem Moment."
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    "text": "Das war auch ein bisschen absurd."
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    "text": "Wenn ich mal über diese Reise bleiben möchte, da gibt es noch einen Paranig dort, wenn du interessiert bist."
  },
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    "text": "Ja, unbedingt."
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    "text": "Ich würde eh sagen, lass uns gleich noch mal ausführlich auf Afghanistan schauen, weil du ja immer wieder auch dort gewesen bist."
  },
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    "text": "Eine Zwischenfrage habe ich schon noch."
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    "text": "Wie schreibt man Taliban denn eine E-Mail?"
  },
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    "end": 744.1,
    "text": "Also das ist jetzt vielleicht eine dumme Frage, aber es gibt ja nicht einfach, gibt es einfach E-Mail-Adressen?"
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    "text": "Ich meine, klar, die sind dort jetzt wieder an der Macht, aber wie kommst du da weiter?"
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    "text": "Wie kommst du an Kontakte?"
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    "text": "Na ja, die haben Ministerien, ich glaube insgesamt, lass mich lügen, fünfzehn bis zwanzig Stück."
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    "text": "Auch Ministerien, die wir bei uns natürlich überhaupt nicht haben, wie zum Beispiel ein Ministerium für Sitte, aber auch das Außenministerium."
  },
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    "text": "Den kannst du einfach an die E-Mail schreiben und die wird dann auch beantwortet."
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    "text": "Allerdings haben sie ja auch an dem Tag, als sie ausgereist sind, das Internet abgestellt."
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    "text": "Ach, okay."
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    "text": "Und das hat sich vorher schon durch diverse Mauscholeien und Gerüchte irgendwie angekindigt."
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    "text": "Und siehst dann, dass viele Provinzen, die schon zugestimmt haben und das schon gemacht haben."
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    "text": "Und dann ... Haben sie es wirklich durchgezogen?"
  },
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    "text": "Und man denkt sich, oh mein Gott, das geht wirklich zurück in die Steinzeit."
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    "text": "Ich weiß nicht, wie lang sie das wirklich durchziehen können, weil natürlich auch viele Banken und alles Mögliche davon abhängig ist."
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    "text": "Aber dass man dem Ministerium eine E-Mail schreiben muss, um überhaupt eine Genehmigung zu bekommen, spricht ja auch dafür, dass sie das eigentlich überhaupt nicht durchziehen können."
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    "text": "Ja, aber spannend, dass du mal so von vor Ort geschildert zu bekommen, wie sich die Dinger auch entwickelt haben, weil du warst ja schon mehrfach in Afghanistan."
  },
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    "end": 830.3,
    "text": "Es gab ja auch damals schon eine Doku, da habe ich gleich auch noch ein, zwei Fragen zu."
  },
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    "end": 836.74,
    "text": "Vielleicht werden wir grundsätzlich nochmal bei dem Thema bleiben, wie du dich vorbereitest, aufzureisen wie nach Afghanistan oder auch in andere Gebiete."
  },
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    "end": 844.46,
    "text": "Kann ich mir vorstellen, du hast halt dein leichtes Gepäck, so Koffer, Kamera, solche Dinge dabei, dein Skript vielleicht und auch schon Termine."
  },
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    "end": 853.24,
    "text": "Oder ist es oft auch so, dass du einfach raus aus dem Flughafen gucken, was passiert, alles mitnehmen, alles mitfilmen und hinterher in der Postproduktion dann schick machen?"
  },
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    "text": "Wie ist so dein Workflow?"
  },
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    "text": "Ich versuche erst mal mit so wenig wie möglich unterwegs zu sein."
  },
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    "text": "Das klappt nicht immer."
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    "text": "Aber manchmal, also jetzt in dem Fall der Afghanistan-Reise, hat das dann auch nur mit Handgepäck funktioniert."
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    "text": "Aber lag auch daran, dass ich keine Klamotten mitgenommen habe."
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    "text": "Ich würde ja, ich mein, riechte an den deutschen Kartoffel tausend Meter gegen Wind, wenn ich da irgendwie durch die Straßen von Kabul laufe."
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    "text": "Deswegen habe ich mich erst mal mit einheimischem Klamotten eingedeckt."
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    "text": "Und ... Natürlich macht es Sinn, weil auch gerade diese Reise sehr kurz war."
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    "text": "Es waren zwei Wochen, dass alles so gut wie möglich vorbereitet ist."
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    "text": "Aber in so Ländern kann man noch so viel vorbereiten."
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    "text": "Am Ende ergeben sich die Dinge sowieso anders und alles funktioniert viel, viel langsamer."
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    "text": "Deswegen ... Es ist schon gut, einen Fahrplan zu haben."
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    "text": "Es kommt aber auch darauf an, dass, ob es eine Reise ist, die ich mache, weil ich einfach für mich mal schauen möchte, was ich in diesem Land vielleicht zukünftig für Geschichten ergeben könnten."
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    "text": "Also eine Art Rechercherreise, die ich vielleicht selbst mache."
  },
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    "text": "Da bin ich natürlich viel freier unterwegs."
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    "text": "Aber wenn es jetzt eine Reise ist, die vom ZDF beauftragt."
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    "text": "Da geht es nächsten Monat nach Argentinien zum Beispiel mit dem Autoren Stefan Ort, der diese Couchsurfing-Reihe geschrieben hat."
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    "text": "Viele Grüße, der war auch hier schon bei rausgehört zu Gast, wie spannend."
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    "text": "Ja, schön."
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    "text": "Ich meine, du hast ja vorhin gefragt, wie sich manche Recherchen ergeben."
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    "text": "Und Stefan hatte ich zum Beispiel auf den Discovery Days in der Schweiz kennengelernt, diesen Vortagsfestival."
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    "text": "Und dann habe ich gesagt, Du machst so schöne Bücher, ich lese sie total gern."
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    "text": "Wie wär's, wenn wir mal zusammen was zu Fernsehen machen?"
  },
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    "text": "Weil da hab ich ihn noch nicht gesehen."
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    "text": "Und er fand die Idee gut und dann haben wir das mal zusammen vorgeschlagen beim Sender."
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    "text": "Und es hat sehr lange gedauert."
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    "text": "Und irgendwann ist es dann jetzt auch zustande gekommen, dass wir zusammen nach Rentinen fliegen für eine Couchsurfing-Geschichte."
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    "text": "Für das ZDF-Ausstandsjournal ein Dreißig-Minuter."
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    "text": "Und da ... gucken wir natürlich, dass wir vorab unsere Hausten haben, bei denen wir dann schlafen werden, dass das alles gut durchgeplant ist, weil das dann auch am Ende nur zweieinhalb Wochen vor Ort sein werden."
  },
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    "text": "Genau, deswegen kommt es immer so ein bisschen darauf an, für welchem Zweck man eigentlich dann diese Reise macht."
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    "text": "Wenn ich eine Reise, dann freue ich mich auch mal überhaupt nichts geplant zu haben und einfach irgendwie auf die Straße zu gehen und zu gucken, wen begegnere ich jetzt."
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    "text": "Ja, das ist ja so."
  },
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    "end": 1027.28,
    "text": "auf der einen Seite der Orgakram sag ich mal, die kann man zum Teil oder zum Großteil wahrscheinlich mittlerweile über das Handy oder was ich Alpett unterwegs regeln."
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    "end": 1031.079,
    "text": "Aber das andere ist ja auch die Empathie oder auch die Kultur."
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    "text": "Du musst dich ja vor Ort immer auf neue Situationen einstellen."
  },
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    "text": "Zum Beispiel warst du auch in der Ukraine, an der Front ist auch noch nicht lange her und da ist ja... Eine ganz andere Situation."
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    "text": "Die Menschen sind in einer ganz anderen Stimmung."
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    "text": "Und du musst dich ja selbst auch mal ein Stück weiter anpassen vor Ort, um akzeptiert zu werden, um die Geschichten rauszukitzeln aus den Menschen."
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    "text": "Wie kriegst du das immerhin?"
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  },
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    "text": "Das öffnet immer Herzen und Ohren."
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    "text": "Wenn ich mir jetzt zum Beispiel vorschläge würde, ich würde mich jetzt sofort irgendwie nach Kiew behmen, wenn in den Fingerschnips da, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, darauf vorbereitet zu sein."
  },
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    "end": 1085.78,
    "text": "Aber du hast ja auch eine Anreise von ... ... zweitausend Kilometer ein paar zerquetscht mit dem Zug."
  },
  {
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    "end": 1107.06,
    "text": "Und ... und ... und obwohl du dir ... wenn du in den Zug gestiegen bist, noch überhaupt nicht vorstellen könntest, dann irgendwie ... ... vierundzwanzig Stunden später in Kiew zu sein, ... ... ist das dann so ein ... Prozess, der in einem Stadt findet mit jedem Kilometer, in dem man macht und aus dem Zugfenster schaut und sich dann innerlich darauf vorbereitet."
  },
  {
    "start": 1107.28,
    "end": 1111.8,
    "text": "und sobald du dann aus dem Zug aussteigst, denkst du jetzt bin ich bereit für diese Zeit hier."
  },
  {
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    "end": 1117.64,
    "text": "Also es ist so diese Anreise, die einen irgendwie wirklich so ein Prozess durchmachen lässt auch."
  },
  {
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    "end": 1126.06,
    "text": "Du hast das ja gerade sehr eindrücklich beschrieben, die Begegnung mit den Taliban, da in dem Moment extremst übermüdet, Augen gehen auf, dann sitzt du auf einmal davon."
  },
  {
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    "text": "Taliban."
  },
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    "text": "Und in der Ukraine steigst du mir wieder ganz anders vor."
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  {
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    "text": "Da kommst du ja raus aus dem Zug, bist vielleicht in der Kälte jetzt sogar mittlerweile schon, bist auch vielleicht ein bisschen in dieser Angst."
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    "end": 1141.42,
    "text": "dann auf einmal, zumindest um dich herum, ist eine ganz andere Stimmung dann wieder."
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  {
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    "text": "Wie hast du das erlebt?"
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    "text": "Wie waren so da die ersten Meter?"
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  {
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    "text": "Was waren deine ersten Gedanken?"
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  {
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    "text": "Da haben sich die Grenzen ständig verschoben."
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    "end": 1158.42,
    "text": "Ich war auch dieses Jahr zum ersten Mal in der Ukraine und konnte mir das eigentlich nicht so richtig vorstellen, weil ich nur die Bilder aus der Nachrichten kannte."
  },
  {
    "start": 1159.38,
    "end": 1175.1,
    "text": "Und dann bist du irgendwann hinter der polnisch-ukrainischen Grenze und denkst so, oh shit, jetzt bin ich in der Ukraine, jetzt könnt ihr theoretisch jeden Moment eine russische Rakete auf meinem Kopf landen, weil du die Gefahren einfach nicht einschätzen kannst."
  },
  {
    "start": 1176.1,
    "end": 1188.26,
    "text": "Und dann hast du eigentlich schon Schüste vor, nach Leviv zu fahren, was in der Stadt ganz im Westen ist, die ja auch immer noch als zumindest sicherer gilt als die anderen Städte, wie im Meer Richtung Osten, am Meer Richtung Front liegen."
  },
  {
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    "end": 1195.18,
    "text": "Einfach, weil Iskander, Raketen zum Beispiel ein paar Minuten länger brauchen, um dort einzuschlagen."
  },
  {
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    "end": 1200.2,
    "text": "Es gibt Frühwarnsysteme, dann hast du mehr Zeit, Schutz zu suchen."
  },
  {
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    "text": "Und dann bist du in Leviv, du merkst ... Die Leute gehen hier auch im Alltag nach."
  },
  {
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    "text": "Und obwohl man auch Zerstörung sieht und eine Art von einem Land im Kriegszustand, sei es darin, dass man viele Soldaten sieht, viele Soldaten auch mit amputierten Weinen oder Menschen, die sich zusammen tun, um Tarnnetze zu flechten, ist es immer noch eine Art, hier kann doch Leben stattfinden, die man dort spürt."
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  {
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    "end": 1238.74,
    "text": "Und dann hab ich dann aber schiss gehabt, nach Kiew zu fahren, weil alles, was man von Kiew führt, sind schlechte Nachrichten."
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    "end": 1240.06,
    "text": "Und da geht es als nächstes hin."
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    "text": "Und dann denkst du dir so, okay, lieb, ging ja irgendwie, ich arbeite nach Kiew."
  },
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    "text": "Und dann bist du aber in Kiew und merkst auch tagsüber, es ist mehr oder weniger normal funktionierende Stadt."
  },
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    "text": "Ab und zu auch mal Luftalarm, aber das tangiert die Leute gar nicht."
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    "text": "Die gehen einfach ihren Alltag weiter nach, was auch, was mal gewürdungsbedürftig war."
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    "text": "da so reinzufinden."
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    "text": "Und nachts hat diese Stadt aber noch mal anderes Gesicht für die meisten, die die Angriffe nachts stattfinden."
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    "text": "Aber auch das waren dann Tage, die ich ganz gut rumbekommen habe, weil bei mir war es immer so, ich habe hier verlassen, dann gab es einen großen Angriff."
  },
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    "text": "Oder ich bin nach Kiel gefahren, ein, zwei Tage vorher gab es einen großen Angriff."
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    "text": "Das heißt, ich habe ... die Stadt nicht unter Dauerbeschluss erlebt."
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    "text": "Und vielleicht war das auch ein Grund, der mich dann hat in Sicherheit wiegen lassen, um zu sagen, ja, jetzt fahre ich nach Saporizia, Kramathorsk, den Donbas, Frontenäre, Städte."
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    "text": "Und auch in Kramathorsk, das ist eine Stadt, zwanzig Kilometer vor der Front."
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    "text": "Ich glaube, ungefähr zwanzig Kilometer."
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    "text": "Es verschiebt sich ja auch ständig."
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    "text": "Aber eigentlich ist diese Frontlinie dort sehr stabil, schon seit Jahren."
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    "text": "Es ist so die Bastion dort, die man auf jeden Fall auch nicht aufgeben möchte."
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    "text": "Von dort siehst du dann schon sehr eindrücklich am Horizont, das Blitzen und Hörst-Einschläge."
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    "text": "Und dann sind wir ja noch mal ein Stück weitergegangen, indem wir mit einer... wo wir dann wirklich unter Lebensgefahr dort reingefahren sind."
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    "text": "Wir wurden da an einem Ort abgeholt."
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    "text": "Der war dann immer noch so fünf, zehn, zwanzig Kilometer ungefähr vor der Front."
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    "text": "Oder vor der Front Linie, ich meine, das ist ja auch schon alles eine Gray Zone, die ... die gefährlich ist, weil da hoffenweise FPV-Drohen rumschwören."
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    "text": "Und das sicherste, was du machen kannst, ist eigentlich in der Dämmerung reinzufahren, weil da die Tagdrohnen nicht mehr aktiv sind und die Nachtdrohnen noch nicht aufgestiegen sind."
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    "text": "Und da hat sich aber unser Abhol-Service, wenn ich es jetzt mal so nennen kann, an die Front verspätet."
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    "text": "Und diese zusätzliche Schutz ... den die Dämmerung eigentlich ergeben soll, den gab's doch nicht mehr."
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    "text": "Und dann kam, kam er nicht."
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    "text": "Aber irgendwann kam dann so ein Toyota Hilux-Pickup-Shwack um die Ecke geprettert und hält von uns an."
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    "text": "Der Typ hat eine Kippe um uns und sagt dann so, you ordered a taxi to the front line."
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    "text": "Und dann steigen wir ein, fahren da rein."
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    "text": "Und du denkst so, jetzt könnte jeder jeden Moment eine Drohne dich erwischen."
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    "text": "Und hat es dann aber zum Glück nicht."
  },
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    "end": 1445.96,
    "text": "Und dann gehen wir rein in eine ukrainische Stellung, die in einem alten Wohnhaus errichtet worden ist."
  },
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    "text": "Einstecke ich ein kleines Dorf mitten in der Pampa, an dem vielleicht früher mal vier, fünf Hundert Menschen gewohnt haben."
  },
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    "text": "Sehr arme Bevölkerung, weil sehr rudimentäre Einrichtungen, Plummsklor im Garten."
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    "text": "Teilweise haben die auch keinen Strom dort."
  },
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    "end": 1469.78,
    "text": "Also, das ist wirklich sehr basic."
  },
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    "end": 1475.56,
    "text": "Also, man kann erahnen, dass da mal jemand gewohnt hat."
  },
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    "end": 1483.54,
    "text": "Jetzt sind ja halt vier, fünf Drohenspezialisten, die dann Angriff um Angriff um Angriff fliegen."
  },
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    "text": "Vorsicht, die Monitor aufgebaut."
  },
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    "text": "Mit dem Gepäck haufenweise Drohnen und Sprengstoff."
  },
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    "text": "Und dann bekommen die ihre Informationen durch ein Aufklärungsthemen."
  },
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    "end": 1506.28,
    "text": "kriegen dann die Koordinaten, bestücken noch vor Ort, die Drohnen mit Spreng setzen, fliegen die hoch und ja, fliegen die dann ins Ziel."
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    "text": "Und man sieht da auf den Bildschirmen teilweise auch jetzt gar nicht, hat das jetzt jemanden getroffen, hat das niemanden getroffen?"
  },
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    "end": 1517.92,
    "text": "Man weiß es auch häufig gar nicht."
  },
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    "end": 1527.86,
    "text": "Aber ich meine, du bist einfach in einem Haus mit ... vier, fünf Killer, wenn man es so sagen möchte."
  },
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    "text": "Ja,"
  },
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    "start": 1528.32,
    "end": 1540.84,
    "text": "und du siehst die Grausamkeiten live, das finde ich auch so krass, dass du quasi schon bevor jemand möglicherweise von der Drohne von dem Sprengstoff getötet wird, getroffen wird, du siehst es ja live und das finde ich so erschreckend an dieser Vorstellung allein schon."
  },
  {
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    "end": 1544.54,
    "text": "Und du bist ja, das kommt ja dazu auch ein sehr attraktives Ziel in dem Moment."
  },
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    "text": "Also es muss ja alles dafür getan werden, dass du geheim dort bist und die Soldaten vor Ort auch möglichst geheim dort agieren können."
  },
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    "text": "Also hast du vorher wahrscheinlich Handy ohnehin aus, alle Sicherheitsvorkehrungen, schusssichere Weste, solche Dinge?"
  },
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    "text": "Genau, Handy in Flugmodus, Ordnungsdienste aus oder ganz ausgeschaltet."
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    "end": 1577.5,
    "text": "Und dann vor Ort, wenn ... ja, schusssicherer Weste und Helm, also auch wenn das dann nur teilweise was bringen mag, je nachdem, was für ein Treffer man da bekommt."
  },
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    "text": "Also wir hatten auch Gleitbomben dann, Gleitbombenalarm."
  },
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    "end": 1594.9,
    "text": "Das wollten wir eigentlich gerade schlafen gehen, dann hieß es, da kommen jetzt ein paar Gleitbomben, der Vorteil war, wir waren ja mit einer Spezialeinheit des militärischen Geheimdienstes dort, d.h."
  },
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    "start": 1595.12,
    "end": 1600.22,
    "text": "die hatten auch zusätzlich sehr viel Informationen gehabt, die normale Soldaten vielleicht so gar nicht bekommen würden."
  },
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    "text": "Und dass sie jetzt wissen, dass da Gleitbomben kommen, war ja schon mal eine Sicherheitsstufe zusätzlich."
  },
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    "text": "Das heißt, wir sind dann dort in diesen Vorratskeller gegangen und haben uns dort irgendwie eine Ecke gekauert, gewartet, bis sie runtergekommen sind."
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    "text": "Die waren auch relativ weit weg."
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    "text": "Also ich würde sagen, die nächste war so acht bis zehn Kilometer weit entfernt."
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    "text": "Man hat dann nur ein dumpfes Grollen in der Ferne."
  },
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    "text": "Aber bei einem direkten Treffer werden da auch wir auf jeden Fall weg gewesen."
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    "text": "Und dann hatten wir kurz vor unserer Extaktion, bevor es wieder rausging, von der Stellung auch noch russische Drohnen über uns, FPV-Drohnen, die dann sehr ... Das Geräusch kam dann sehr nah."
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    "text": "Man hat das Surren gehört über uns."
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    "text": "Und dass selbe könnte ja auch mit unserer Stellung passieren, zumal wieder auch auf dem Haufen Strenkstoff sitzen, der ja auch mit hochgehen würde."
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    "text": "Das heißt, es wird eigentlich nur eine Riesengrater übrig bleiben von dem Haus."
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    "text": "Und die haben dann mit Sturmgewehren auf die russischen Drohnen geschossen."
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    "text": "in der Hoffnung, sie irgendwie zu treffen, runterzuholen, was sehr schwierig und kaum möglich ist."
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    "text": "Aber ja, so haben wir es dann auch da ganz gut raus geschafft."
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    "text": "Das ist aber für die Leute so tägliches Business."
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    "text": "Die machen das ja, die fahren eine Tour nach der nächsten."
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    "text": "Die sind dann zwei, drei Tage auf der Position, dann geht's wieder raus."
  },
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    "text": "Dann sind sie wieder zwei Tage auf der Position, dann geht's wieder ... Raus in den Safe House nennt man das."
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    "text": "Also ein sicherer Ort, meistens dann auch in der Stadt."
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    "text": "Wo sie dann auch wieder mal ... ... in Restaurants essen gehen können."
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    "text": "Wellness machen können, was weiß ich."
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    "text": "Und das ist auch dieser krasse Kontrast, den man da in der Ukraine hat."
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    "text": "Man ist jetzt nicht irgendwie ... ... ständig in den Erdloch, sondern du hast halt diesen Kontrast zwischen ... Du bist ein, zwei Wochen teilweise in den Erdloch und dann bist du wieder in einer Stadt mit einer ganz normalen, gut funktionierenden Infrastruktur, wo du wieder alles bekommen kannst."
  },
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    "text": "Das ist für die Soldaten auch wechselbar der Gefühle, glaube ich."
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    "text": "Ja, Kontrast ist ein gutes Stichwort ja auch für deine Arbeit."
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    "text": "Und ich glaube damals, du hast ja in den jungen Jahren schon damit angefangen, so erst hobbymäßig Videos zu drehen und hast dich dann immer professioneller aufgestellt."
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    "text": "Und ich glaube, du bist ja damals nicht in diesen Beruf gegangen, um Kriegsreporter in dem Sinne zu werden, sondern um von verschiedenen Orten auf der Welt authentische Dokus mitzubringen."
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    "text": "So verstehe ich zumindest deinen Lebenslauf."
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    "text": "Kamera dabei, mal gucken, was dabei rauskommt."
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    "text": "Wenig dieser Blick auf das, was im Fernsehen mal laufen könnte."
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    "text": "Also, ich mach ja im Dezember auch eine Vortragstour bei euch in den Globetrotter Stores."
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    "text": "Und das ist auch genau das Thema, was ich eigentlich ... in diesem Vortag herausarbeiten möchte."
  },
  {
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    "text": "Also, ich spreche davon meinen ersten Gehversuchen als Filmemacher, aber auch von meinen Reisen davor direkt nach dem Abi, wo ich nach Indien gereist bin, um erst mal die Welt kennenzulernen."
  },
  {
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    "end": 1835.82,
    "text": "Und umso mehr man unterwegs ist, desto mehr versteht man, wie facettenreich diese Welt ist in der wir leben."
  },
  {
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    "text": "Und dann kommen automatisch Interessen für neue Themengebiete dazu."
  },
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    "end": 1854.46,
    "text": "Und ... Ja, klar, man professionalisiert sich, man weiß plötzlich, wie baue ich so einen Film, man weiß, wie man das macht."
  },
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    "text": "Und dann hat man auch Lust, da neue Wege zu gehen und etwas gesellschaftskritischere oder auch vor allem politischere Themen zu thematisieren."
  },
  {
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    "end": 1868.98,
    "text": "Und deswegen diese Diversifikation"
  },
  {
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    "text": "auch."
  },
  {
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    "end": 1873.3,
    "text": "Deswegen lass uns auch da gerne noch mal nach Afghanistan schauen."
  },
  {
    "start": 1873.4,
    "end": 1878.7,
    "text": "Ein Land, das du, glaube ich, mit so als erstes besucht hast für deine erste größere Doku auch."
  },
  {
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    "text": "Was reizt dich so an Afghanistan?"
  },
  {
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    "end": 1888.42,
    "text": "Du hast ja gerade schon auch geschildert, dass du gerade erst wieder da warst, aber so die damalige Zeit, da war Afghanistan ja auch noch mal wieder ein anderes Land."
  },
  {
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    "text": "Das stimmt."
  },
  {
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    "text": "Ja, die NATO-Truppen waren damals noch dort, die Taliban waren noch nicht an der Macht."
  },
  {
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    "end": 1895.74,
    "text": "Und es war das Jahr zahltausend achtzehn."
  },
  {
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    "end": 1900.32,
    "text": "indem ich eigentlich nicht vorhat, nach Afghanistan zu reißen."
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    "end": 1907.46,
    "text": "Ich wollte nach Tajikistan, war dort auch, bin dann an der Grenze zu Afghanistan entlang gereist."
  },
  {
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    "end": 1914.1,
    "text": "Eigentlich war der Plan, mir in Tajikistan einen Esel zu kaufen, mit dem ich nach Kyrgyzstan laufe."
  },
  {
    "start": 1914.34,
    "end": 1922.6,
    "text": "Aber dann habe ich in dem Ort Korov ein Bild von einer afghanischen Nomadin auf dem sogenannten Dach der Welt gesehen."
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    "start": 1922.8,
    "end": 1923.84,
    "text": "In so einer kleinen Broschüre."
  },
  {
    "start": 1925.06,
    "end": 1926.1,
    "text": "Wow, was ist das für ein Ort?"
  },
  {
    "start": 1926.72,
    "end": 1928.18,
    "text": "Und ich wollte unbedingt zu diesen Nomaden."
  },
  {
    "start": 1929.34,
    "end": 1931.9,
    "text": "Und hab dann gesehen, wie kann man da hinkommen?"
  },
  {
    "start": 1932.26,
    "end": 1935.92,
    "text": "Und es gab im Korof eine afghanische Botschaft."
  },
  {
    "start": 1936.14,
    "end": 1942.6,
    "text": "Und da bin ich einfach mal dahin und hab gedacht, ich quatsch mal jetzt mit dem Botschafter mal schauen, was der mir darüber sagen kann."
  },
  {
    "start": 1943.7,
    "end": 1948.4,
    "text": "Und der hat mich tatsächlich ermutigt, doch nach Afghanistan zu reisen und zu den Nomaden zu gehen."
  },
  {
    "start": 1948.54,
    "end": 1951.0,
    "text": "Und ein paar Stunden später hatte ich schon mein Visum in der Hand."
  },
  {
    "start": 1952.08,
    "end": 1952.3,
    "text": "Cool."
  },
  {
    "start": 1952.56,
    "end": 1957.68,
    "text": "Und dann dachte ich mir, okay, jetzt ... den alle anzeichen darf, dass ich das machen sollte."
  },
  {
    "start": 1959.14,
    "end": 1962.12,
    "text": "Und dann habe ich mir den Esel in Afghanistan gekauft."
  },
  {
    "start": 1963.54,
    "end": 1964.24,
    "text": "Und bin dann dort hin."
  },
  {
    "start": 1965.26,
    "end": 1965.98,
    "text": "Beschreib das mal."
  },
  {
    "start": 1966.6,
    "end": 1967.02,
    "text": "Wie war das?"
  },
  {
    "start": 1967.08,
    "end": 1971.12,
    "text": "Hattest du so ein paar Scheine einfach in der Tasche oder vorher bei der Bank abgehoben?"
  },
  {
    "start": 1971.18,
    "end": 1975.0,
    "text": "Und da stelle ich mir völlig crazy vor sich davor, einen Esel zu kaufen."
  },
  {
    "start": 1975.5,
    "end": 1976.36,
    "text": "Du brauchst schon ein paar Geld."
  },
  {
    "start": 1976.94,
    "end": 1978.3,
    "text": "Geldatomaten funktionieren wenn nicht."
  },
  {
    "start": 1978.54,
    "end": 1980.5,
    "text": "Also US-Soller am besten."
  },
  {
    "start": 1981.02,
    "end": 1982.82,
    "text": "Der hat dann hundert Dollar gekostet, der Esel."
  },
  {
    "start": 1982.96,
    "end": 1984.62,
    "text": "Und es ging auch nur mit Esel."
  },
  {
    "start": 1985.98,
    "end": 1990.38,
    "text": "Es gab zu den damaligen Zeitpunkt noch keine Straße zu den Nomaden."
  },
  {
    "start": 1991.2,
    "end": 1995.1,
    "text": "Und deswegen kannst du da auch nur mit zu Fuß."
  },
  {
    "start": 1995.48,
    "end": 1997.9,
    "text": "Ich bin nicht auf dem Esel geritten, muss ich auch dazu sagen."
  },
  {
    "start": 1997.94,
    "end": 2001.76,
    "text": "Wer hat mein Kamera- und Zelt-Equipment getragen?"
  },
  {
    "start": 2002.22,
    "end": 2009.08,
    "text": "Und wer sich diese Reise anschauen möchte, der kann in der ARD-Mediathek mal mit dem Esel durch Afghanistan eingeben."
  },
  {
    "start": 2010.16,
    "end": 2014.34,
    "text": "Und dort ist die fünftig-mütige Doku noch zu sehen."
  },
  {
    "start": 2015.68,
    "end": 2019.32,
    "text": "Und ja, diese Ort reizt mich bis heute."
  },
  {
    "start": 2019.42,
    "end": 2024.78,
    "text": "Es hat sich da mittlerweile, denke ich, vieles verändert, weil jetzt eine Straße dort gebohrt worden ist."
  },
  {
    "start": 2025.44,
    "end": 2031.92,
    "text": "Seitdem die Taliban an der Macht sind, hat das natürlich viele Nachteile vor allem für die Frauen in dem Land."
  },
  {
    "start": 2032.86,
    "end": 2034.96,
    "text": "Mädchen dürfen nur bis zur sechsten Klasse in die Schule gehen."
  },
  {
    "start": 2035.82,
    "end": 2037.84,
    "text": "Manchmal werden sie gar nicht in die Schule geschickt."
  },
  {
    "start": 2038.42,
    "end": 2043.86,
    "text": "Und du siehst sie im täglichen Leben ja kaum."
  },
  {
    "start": 2043.98,
    "end": 2049.639,
    "text": "Ich würde sagen, als ich jetzt in Kabul war, ab und zu sieht man Frauen einkaufen oder auch mal auf der Straße."
  },
  {
    "start": 2049.739,
    "end": 2051.98,
    "text": "Ich würde sagen, achtzig Prozent der Menschen, die man sieht, sind Männer."
  },
  {
    "start": 2053.26,
    "end": 2061.26,
    "text": "Und es hat aber auch so Paradoxes klingt für manche Leute Vorteile, seitdem die Teilnehmer an der Macht sind."
  },
  {
    "start": 2061.32,
    "end": 2068.76,
    "text": "Und zwar ist das Land ja nach fast vierzig Jahren dauerhaftem Krieg endlich mal ein bisschen zurückgekommen."
  },
  {
    "start": 2069.9,
    "end": 2074.5,
    "text": "Also es gibt immerhin schon mal eine Art Frieden."
  },
  {
    "start": 2075.1,
    "end": 2078.12,
    "text": "Es gibt Frieden, es gibt kein Krieg mehr am Land, immerhin."
  },
  {
    "start": 2079.08,
    "end": 2086.96,
    "text": "Und das ermöglicht dann auch Infrastrukturprojekte, wie zum Beispiel eine Straße, die jetzt zu den Normalen gebaut wird."
  },
  {
    "start": 2088.679,
    "end": 2089.56,
    "text": "Mit chinesischer Hilfe."
  },
  {
    "start": 2090.56,
    "end": 2096.3,
    "text": "Und das stellt natürlich das Leben der Menschen dort um hundertatzig Grad auf den Kopf."
  },
  {
    "start": 2097.16,
    "end": 2113.18,
    "text": "Weil vorher konnten ... Lebensmittel nur über wirklich tagelange Wege, zu Fuß oder mit Jax, eben diese büffelartigen Tiere, über die Berge Pakistans eingeschleppt werden."
  },
  {
    "start": 2113.26,
    "end": 2120.64,
    "text": "Und dann haben sie das mit Wolle gegen Mehl getauscht, um sich Brot backen zu können, weil es ist auch überhaupt der Baumgrenze, wo nichts wächst."
  },
  {
    "start": 2120.68,
    "end": 2126.2,
    "text": "Das heißt, viele der Menschen dort, die ihr ganzes Leben dort verbracht haben."
  },
  {
    "start": 2127.22,
    "end": 2133.3,
    "text": "Hauptsächlich auch die Frauen in dem Ort haben in ihrem ganzen Leben noch nie einen Baum gesehen, weil es überhaupt der Baumgrenze ist."
  },
  {
    "start": 2134.92,
    "end": 2138.02,
    "text": "Und weil es auch so schwierig ist, dort überhaupt wegzukommen."
  },
  {
    "start": 2138.7,
    "end": 2145.94,
    "text": "Und jetzt können die plötzlich sich ein Auto setzen und theoretisch runter bis nach Kabul fahren, auch wenn das jetzt eine sehr lange Reise wäre oder bis in die nächste Stadt."
  },
  {
    "start": 2146.4,
    "end": 2148.22,
    "text": "Also das ist natürlich schon ein Wahnsinn."
  },
  {
    "start": 2148.28,
    "end": 2151.88,
    "text": "Unterschied auch, was jetzt medizinische Versorgung dort angeht."
  },
  {
    "start": 2153.18,
    "end": 2155.28,
    "text": "Bildung, immerhin für."
  },
  {
    "start": 2156.74,
    "end": 2158.06,
    "text": "Ja, die Jungs dann wieder."
  },
  {
    "start": 2159.22,
    "end": 2164.34,
    "text": "Es ist einfach eine Veränderung, die für diese Menschen enorm bruchs sein muss."
  },
  {
    "start": 2164.46,
    "end": 2168.76,
    "text": "Und es würde mich auch jetzt um nochmal auf unser anfängliches Thema zu sprechen zu kommen."
  },
  {
    "start": 2168.8,
    "end": 2174.08,
    "text": "Es würde mich extrem reizend latschen, zum Beispiel eine Fortsetzung von zu drehen für die ARD."
  },
  {
    "start": 2174.96,
    "end": 2178.54,
    "text": "Aber es ist natürlich schwierig, so ein Thema unterzubekommen."
  },
  {
    "start": 2178.86,
    "end": 2180.42,
    "text": "Naja, so ein Vergleich damals heute."
  },
  {
    "start": 2180.54,
    "end": 2182.58,
    "text": "Das stechen wir schon spannend vor."
  },
  {
    "start": 2183.58,
    "end": 2185.66,
    "text": "Damals hab ich das ja auch auf eigene Kappe gedreht."
  },
  {
    "start": 2185.82,
    "end": 2189.66,
    "text": "Du meintest vorhin, ich hab einfach so losgelegt, so war das auch."
  },
  {
    "start": 2190.24,
    "end": 2201.22,
    "text": "Ich hab einfach das alles vorfinanziert auf eigenes Risiko, um ohne zu wissen, kauft das Material überhaupt wer oder wo wird es veröffentlicht, wo kann's damit hingehen."
  },
  {
    "start": 2202.48,
    "end": 2207.28,
    "text": "Und hatte dann das Glück, dass es genommen worden ist."
  },
  {
    "start": 2208.84,
    "end": 2220.9,
    "text": "Aber auch heute würde kaum ein Sender ... Und ich würde mir wünschen, dass das ein bisschen mehr Mut wäre, so eine Projektion in Auftrag geben."
  },
  {
    "start": 2221.74,
    "end": 2224.52,
    "text": "Weil es heißt, okay, Tagebahn starten, da kann ja alles passieren."
  },
  {
    "start": 2225.76,
    "end": 2226.28,
    "text": "Und"
  },
  {
    "start": 2227.64,
    "end": 2231.1,
    "text": "deswegen funktionieren solche Projekte eigentlich nur auf eigene Kappe."
  },
  {
    "start": 2232.6,
    "end": 2238.58,
    "text": "Wie hast du eigentlich die Menschen da vor Ort erlebt, auch über die Jahre, wenn du jetzt eben so ein bisschen den Vergleich auch hast?"
  },
  {
    "start": 2238.72,
    "end": 2242.92,
    "text": "Also ist da so ein bisschen vielleicht auch Optimismus zurückgekehrt?"
  },
  {
    "start": 2243.58,
    "end": 2246.74,
    "text": "oder spürt man doch wieder auch so was wie Unterdrückung durch die Taliban."
  },
  {
    "start": 2247.28,
    "end": 2253.42,
    "text": "Und was ich mir auch eben so spannend vorstelle, du tauchst ja wirklich ein in das Leben der Menschen vor Ort."
  },
  {
    "start": 2253.52,
    "end": 2258.16,
    "text": "Also du guckst ja hinter die Kulissen, du schläfst sogar dort, wenn möglich, bei denen im Haus mit."
  },
  {
    "start": 2258.64,
    "end": 2261.02,
    "text": "Also baust ein sehr vertrauensvolles Verhältnis auf."
  },
  {
    "start": 2261.58,
    "end": 2265.12,
    "text": "Deswegen glaube ich, du kriegst da auch schon teilweise echt ehrliche Meinungen dann mit."
  },
  {
    "start": 2266.64,
    "end": 2271.44,
    "text": "So war es zumindest bei meiner ersten Afghanistanreise, dass ich bei den Leuten zu Hause auch geschlafen habe."
  },
  {
    "start": 2271.64,
    "end": 2274.78,
    "text": "Jetzt ... bei der kürzlich was bisschen anders."
  },
  {
    "start": 2274.98,
    "end": 2283.98,
    "text": "Aber ja, also das allgemeine Stimmungsbild spricht schon dafür, dass die Leute enorm glücklich sind, dass Frieden herrscht."
  },
  {
    "start": 2284.9,
    "end": 2289.56,
    "text": "Viele sagen, mir ist egal, wer da an der Macht ist, Hauptsache, es ist Frieden."
  },
  {
    "start": 2289.9,
    "end": 2291.2,
    "text": "Also, das ist alles, was wir wollen."
  },
  {
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    "end": 2292.2,
    "text": "Wir wollen kein Raketen mehr."
  },
  {
    "start": 2292.3,
    "end": 2298.68,
    "text": "Wir wollen, dass wir unseren Alltag einfach so leben können, wie wir das möchten."
  },
  {
    "start": 2299.22,
    "end": 2306.0,
    "text": "Ich hab mit ... Frauen nur, ich hab kaum mit Frauen gesprochen, nur das Nötigste, nur Hallo und Tschüss mal."
  },
  {
    "start": 2306.52,
    "end": 2308.26,
    "text": "Also es war sehr basic."
  },
  {
    "start": 2308.36,
    "end": 2312.7,
    "text": "Es waren keine zwei Sätze, die ich in dieser Zeit mit Frauen gesprochen habe."
  },
  {
    "start": 2312.76,
    "end": 2315.4,
    "text": "Deswegen kann ich überhaupt nicht aus deren Perspektive sprechen."
  },
  {
    "start": 2315.46,
    "end": 2320.28,
    "text": "Weil ich denke, für die meisten ist es einfach eine schreckliche Situation."
  },
  {
    "start": 2320.6,
    "end": 2323.54,
    "text": "Jetzt auch, wo das Internet abgestellt wurde."
  },
  {
    "start": 2323.86,
    "end": 2326.18,
    "text": "Oder in die manche Provinzen."
  },
  {
    "start": 2326.92,
    "end": 2329.06,
    "text": "In Kabul hat es wieder kurzzeitig funktioniert."
  },
  {
    "start": 2329.64,
    "end": 2334.22,
    "text": "Vielleicht finden die Leute auch wieder Wege, es zum Laufen zu bekommen."
  },
  {
    "start": 2334.42,
    "end": 2335.98,
    "text": "Ich bin mir sicher, dass sich da irgendwas entwickelt."
  },
  {
    "start": 2337.18,
    "end": 2339.36,
    "text": "Vielleicht ein Starlink-Schwarzmarkt oder so was."
  },
  {
    "start": 2339.54,
    "end": 2349.64,
    "text": "Aber gerade für Frauen war ja auch das Internet die einzige Möglichkeit, irgendwie mit Menschen Kontakt zu haben und Bildung zu erfahren durch Onlinekurse."
  },
  {
    "start": 2349.8,
    "end": 2350.88,
    "text": "Und das fällt jetzt auch wieder weg."
  },
  {
    "start": 2351.46,
    "end": 2361.24,
    "text": "Das heißt, es sind schon viele Leute dort, die ... eigentlich sich nach einem Leben in einem anderen Land sehen, die auch dann fragen, kannst du mich mit nach Deutschland nehmen?"
  },
  {
    "start": 2361.64,
    "end": 2363.3,
    "text": "Hast du einen Job für mich in Deutschland oder so?"
  },
  {
    "start": 2364.62,
    "end": 2370.46,
    "text": "Wo es dann das Herz bricht, wenn man dann irgendwie sagen kann, du bin halt, das geht so nicht."
  },
  {
    "start": 2371.34,
    "end": 2381.8,
    "text": "Aber also ist schon klar, das ist schon der Wunsch nach dem Leben in einem anderen Land für viele Leute da und präsent."
  },
  {
    "start": 2383.1,
    "end": 2389.26,
    "text": "Aber man hat sich natürlich jetzt auch einfach mit der Situation arrangiert."
  },
  {
    "start": 2389.38,
    "end": 2393.18,
    "text": "Und man kann dort auch ein gutes Leben haben."
  },
  {
    "start": 2393.24,
    "end": 2394.38,
    "text": "Das kommt ganz drauf an."
  },
  {
    "start": 2395.08,
    "end": 2396.86,
    "text": "Die scherletischen Armenreich ist sehr groß."
  },
  {
    "start": 2398.02,
    "end": 2403.08,
    "text": "Jetzt gibt es auch wieder viele Möglichkeiten für Investoren."
  },
  {
    "start": 2403.34,
    "end": 2405.72,
    "text": "Die Chinesen investieren extrem viel in Kabul."
  },
  {
    "start": 2405.8,
    "end": 2409.8,
    "text": "Es gibt Leute, die da gerade sehr viel, sehr gutes Geld machen auch."
  },
  {
    "start": 2410.1,
    "end": 2415.64,
    "text": "Auch Leuten, von denen ich gehört habe, die sind im Alter von zwölf Jahren geflohen."
  },
  {
    "start": 2416.4,
    "end": 2419.26,
    "text": "ist der Fall von einem konkreten Beispiel."
  },
  {
    "start": 2420.48,
    "end": 2434.98,
    "text": "Und er hat in den letzten zehn Jahren immer wieder mal in Kabul gewohnt, ist dann aber einundzehn sich nach Deutschland, weil die Taliban gekommen sind, geht jetzt aber wieder zurück, um in Kabul, im größten Teil des Jahres, zu leben."
  },
  {
    "start": 2436.9,
    "end": 2440.8,
    "text": "Weil er dort ein großes Netzwerk hat und dort mehr Möglichkeiten auch sieht."
  },
  {
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    "end": 2442.24,
    "text": "Also es ist andersrum den Fall."
  },
  {
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    "end": 2453.26,
    "text": "Gibt es teilweise auch, aber ... dann spricht man immer natürlich aus einer privilegierten Situation, jemand, der in Deutschland studiert hat, dort viele Kontakte hat und dann dort Geschäfte macht."
  },
  {
    "start": 2455.62,
    "end": 2457.8,
    "text": "Aber diese Seite gibt's auch."
  },
  {
    "start": 2459.7,
    "end": 2461.46,
    "text": "Das macht ja irgendwie, finde ich, deine Doku's."
  },
  {
    "start": 2461.5,
    "end": 2463.02,
    "text": "Ich hab ein bisschen mal quer geschaut."
  },
  {
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    "end": 2466.52,
    "text": "Man kann ja viel sehen, auch bei YouTube, zum Beispiel deine young adventurous Doku's."
  },
  {
    "start": 2467.6,
    "end": 2470.7,
    "text": "Das macht das so ein bisschen aus, dass du wirklich auch interessiert bist an den Menschen."
  },
  {
    "start": 2470.8,
    "end": 2481.86,
    "text": "Also nicht so durch die Kamera drauf schaust und bewährt es und beurteilt, sondern ... Du lebst ja teilweise mit den Menschen vor Ort, erlebst deren Schicksale mit und berichtest authentisch darüber."
  },
  {
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    "end": 2484.18,
    "text": "Ich kann dir nur empfehlen, wirklich mal zu suchen."
  },
  {
    "start": 2484.8,
    "end": 2487.2,
    "text": "Nach Dokus von dir gibt es ja einige, auch in der Mediathek."
  },
  {
    "start": 2487.24,
    "end": 2495.4,
    "text": "Wir können jetzt gar nicht alle besprechen leider, aber du warst ja per Anhalter in den USA unterwegs, zum Beispiel drei Monate hast du Karibik, Jamaika besucht."
  },
  {
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    "end": 2501.4,
    "text": "Oder mit dem Floß in Indien, also man kann da sehr viel von dir finden, was ich alles sehr empfehlen kann."
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  {
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    "end": 2509.78,
    "text": "Und was ich ja auch so toll finde, Du hast selbst keine Berührungsängste, man darf dich alles fragen bei den Vorträgen, bald auch in den Globetrotter Stores."
  },
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    "start": 2510.54,
    "end": 2522.78,
    "text": "Das finde ich wahrscheinlich auch mal spannend, so Auge in Auge den Leuten gegenüberzustehen oder zu sitzen, die deine Dokus kennen, die Fragen haben, die dich richtig ausfragen, so wie ich das jetzt auch gemacht habe."
  },
  {
    "start": 2523.9,
    "end": 2525.76,
    "text": "Ja, das wird eine ganz neue Erfahrung für mich."
  },
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    "start": 2525.86,
    "end": 2526.98,
    "text": "Ich habe das ja noch nie gemacht."
  },
  {
    "start": 2527.04,
    "end": 2529.7,
    "text": "Ich habe noch nie wirklich groß vor Leuten gesprochen."
  },
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    "start": 2529.76,
    "end": 2535.44,
    "text": "Ich mein, diesen Podcast jetzt nicht mit einem bezogen, weil ... Ich tue es einfach mal so, als würde niemand zuhören."
  },
  {
    "start": 2535.5,
    "end": 2537.82,
    "text": "Es ist ein Gespräch zwischen dir und mir, Joris."
  },
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    "end": 2540.52,
    "text": "Ja, ist es ja auch erst mal."
  },
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    "text": "Ja,"
  },
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    "start": 2540.86,
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    "text": "genau."
  },
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    "text": "Und deswegen freu ich mich da sehr drauf."
  },
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    "end": 2549.1,
    "text": "Ab Dezember, beziehungsweise schon ab dem achtundzwanzigsten Elften geht es los."
  },
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    "text": "Da startet es mit Hannover, dann Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Münster, Wiesbaden, Hamburg, Leitzig, Regensburg und"
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    "text": "Nürnberg."
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    "text": "Guck, wieder eine große Tour, würde ich was sagen."
  },
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    "text": "Wenn du was machst, dann richtig, mit viel unterwegs sein."
  },
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    "text": "Ist"
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    "text": "das eine große Tour, ich weiß gar nicht."
  },
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    "text": "Schon,"
  },
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    "text": "ja."
  },
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    "text": "Ich bin mal gespannt."
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    "text": "Noch steht der Vortrag nämlich nur zur Hälfte, aber ich habe auch noch ein bisschen Zeit."
  },
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    "end": 2581.16,
    "text": "Ich mag gerade Werbung für ein Produkt, das es doch so noch gar nicht ganz gibt."
  },
  {
    "start": 2581.4,
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    "text": "Aber irgendwo zwischen Argentinien und Ukraine-Schnitt werde ich noch mal ein paar Tage zur Vorbereitung finden."
  },
  {
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    "text": "Und wer mich dann am XXI."
  },
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    "end": 2598.72,
    "text": "ganz verunsichert auf der Bühne stehen sehen möchte und mir dann Löcher in den Bauch fragen möchte, der kann gerne nach Hannover kommen."
  },
  {
    "start": 2599.26,
    "end": 2605.88,
    "text": "Und wer einen etwas selbstsicheren Samuel vielleicht sehen möchte, der kommt zu den späteren Terminen."
  },
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    "start": 2607.4,
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    "text": "Sehr schön."
  },
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    "end": 2612.96,
    "text": "Bessere Werbung kann man nicht machen, haben wir natürlich auch sehr gerne gemacht, weil diese Vorträge ist auch noch mal was ganz anderes."
  },
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    "end": 2618.14,
    "text": "Und viele, die dich jetzt im Podcast gehört haben, werden dich bestimmt auch gerne echt mal persönlich kennenlernen wollen."
  },
  {
    "start": 2618.54,
    "end": 2619.9,
    "text": "Da habt ihr dann die Gelegenheit dazu."
  },
  {
    "start": 2620.6,
    "end": 2628.7,
    "text": "Und Samuel, ich danke dir sehr auch für die, ja, teilweise wirklich düsteren Schilderungen, aber das gehört halt zu deinem Job als Dokofilmer dazu."
  },
  {
    "start": 2629.46,
    "end": 2630.38,
    "text": "Du hast ja auch bestätigt."
  },
  {
    "start": 2631.26,
    "end": 2632.16,
    "text": "Sehr eindrücklich beschrieben."
  },
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    "start": 2632.22,
    "end": 2633.34,
    "text": "Es ist selbst gewählt."
  },
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    "start": 2633.48,
    "end": 2636.48,
    "text": "Es ist einfach auch deine Leidenschaft, diese Geschichten zu erzählen."
  },
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    "start": 2637.1,
    "end": 2640.38,
    "text": "Und auch noch mal von mir die Empfehlung, wirklich mal ein paar Dokus anzuschauen."
  },
  {
    "start": 2640.44,
    "end": 2642.24,
    "text": "Die sind sehr, sehr gut erarbeitet."
  },
  {
    "start": 2643.04,
    "end": 2645.02,
    "text": "Emotional, empathisch erzählte Geschichten."
  },
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    "start": 2645.52,
    "end": 2647.74,
    "text": "Danke dafür und danke auch, dass du zu Gast warst."
  },
  {
    "start": 2647.8,
    "end": 2649.3,
    "text": "Heute hier im Rausgehört-Podcast."
  },
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    "text": "Vielen, vielen Dank, Joris."
  },
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    "text": "Hab ich auch sehr gefreut."
  },
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    "end": 2654.16,
    "text": "Und dann eventuell bis Dezember."
  },
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    "start": 2654.56,
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    "text": "Ich bin Reisereporter Joris."
  },
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    "start": 2656.16,
    "end": 2658.82,
    "text": "Das nächste Abenteuer wartet schon."
  }
]