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    "text": "Herzlich Willkommen zur dritten Folge unserer Reihe Lehren oder Belehren."
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    "text": "Das Thema dieser Folge ist Wahrheit suchen, oder Wahrheit besitzen?"
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    "text": "Der schweile Grad zwischen Lehren und Belehrern."
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    "text": "In den beiden ersten Folgen haben wir gesehen das Lehren- und Belehrend äußerst ähnlich erscheinen."
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    "text": "Beides geschieht mit Worten beides will Wissen weitergeben Und doch könnten die inneren Haltung kaum unterschiedlicher sein."
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    "text": "Heute möchte ich noch einen Schritt weitergehen, denn ich glaube das hinter dem Unterschied zwischen Lehren und Belehrern eine viel größere Frage verborgen liegt."
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    "text": "Es ist die Frage suche Ich Die Wahrheit oder glaube ich bereits sie vollständig zu besitzen?"
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    "text": "Vielleicht entscheidet genau diese Frage darüber ob ein Mensch Lehrer oder Belehrer wird."
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    "text": "Der Mensch sucht Sicherheit, das ist verständlich!"
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    "text": "Wir möchten wissen was richtig ist Möchten Orientierung oder Antworten."
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    "text": "Doch genau an diesem Punkt beginnt die große Versuchung."
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    "text": "Aus der Suche nach Wahrheit kann der Anspruch entstehen Die Wahrheit bereits vollständig zu besitzen Und sobald das geschieht verändert sich unsere Haltung."
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    "text": "Wir hören weniger zu, wir fragen weniger!"
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    "text": "Wir erklären mehr, urteilen schneller werden sicherer aber nicht unbedingt weiser."
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    "text": "Ein wirklicher Lehrer hört nie aufzulernen."
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    "text": "Je mehr er erkennt desto deutlicher wird ihm wie vieles er noch nicht weiß."
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    "text": "Diese Haltung finden wir bei den großen Denkern der Menschheitsgeschichte."
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    "text": "Sokrates sagte, Ich weiß das ich nicht weiß."
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    "text": "Er beschreibt ein Menschen der offen bleibt."
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    "text": "er musste niemanden besiegen Niemandem beweisen dass er überlegen war."
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    "text": "Er wollte gemeinsam Wahrheit entdecken."
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    "text": "Der Belehrer kann Unsicherheit nur schwer ertragen."
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    "text": "Er braucht Antworten, am liebsten endgültige Antworten."
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    "text": "Deshalb erklärt er, bewertet er, korrigiert er – nicht selten geschieht das sogar im bester Absicht!"
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    "text": "Viele Belehre wollen helfen doch sie merken nicht dass sie den anderen damit seine eigenen Suche beruben."
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    "text": "Wer jede Antwort vorgibt, verhindert das Fragenwachsen."
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    "text": "Und ohne Fragen gibt es keine Erkenntnis."
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    "text": "Vielleicht besteht eine der wichtigsten Einsichten darin, dass Wahrheit größer ist als wir selbst – kein Mensch besetzt die ganze Wahrheit!"
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    "text": "Jeder sieht einen Ausschnitt, jeder macht Erfahrung und jeder kann Ehren."
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    "text": "Gerade deshalb brauchen wir einander nicht um uns gegenseitig zu belehren, sondern voneinander zu lernen."
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    "text": "Der Dialog entsteht dort wo niemand behauptet alles zu wissen."
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    "text": "Wenn wir in die Geschichte schauen entdecken wir einen bemerkenswerten Zusammenhang."
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    "text": "Fast jede Form von Macht beginnt mit dem Anspruch allein zu wissen was richtig ist ob in Politik Religion in Ideologien oder im privaten Leben."
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    "text": "Immer wieder begegnet uns derselbe Satz, ich weiß was gut für dich ist."
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    "text": "Dieser Satz kann liebevoll gemeint sein Er kann aber auch der Beginn von Bevormundung sein Denn sobald ein Mensch glaubt ausschließlich für andere denken zu müssen verliert er leicht den Respekt vor ihrer Freiheit."
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    "text": "Jetzt kommen wir zu der leisen Gefahr in unserem Alltag."
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    "text": "Belehrung beginnt selten laut, sie beginnen im Kleinsätzen wie Das musst du schon sehen."
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    "text": "Du hast das nicht verstanden."
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    "text": "Ich erkläre dir jetzt einmal die Welt."
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    "text": "Wie oft verwenden wir solche Formulierungen ohne darüber nachzudenken?"
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    "text": "Diese Frage ist unbequem, aber sie verändert unser Denken."
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    "text": "Der andere ist kein leeres Gefäß das Gefühl werden muss."
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    "text": "Er bringt Erfahrung mit, Gefühle, Fragen, Talente."
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    "text": "Es bedeutet Entwicklung zu begleiten."
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    "text": "Manchmal besteht die größte Hilfe darin, geduldig zuzuhören."
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    "text": "Nicht jede Antwort muss sofort gegeben werden – manche Antworten müssen wachsen!"
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    "text": "Je länger ich über pädagogik nachdenke, desto deutlicher erkenne ich nicht Wissen verändert den Menschen zuerst, Beziehung verändern dem Menschen."
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    "text": "Erst wenn Vertrauen entstanden ist, öffnet sich Herz und Verstand."
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    "text": "Deshalb beginnt jedes wirkliches Lehren mit Begegnung, nicht mit Belehrung."
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    "text": "Vielleicht ist das der Grund weshalb manche Lehrer ihr Leben lang in Erinnerung bleiben?"
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    "text": "Während der letzten Jahre wurde mir immer deutlicher dass Entwicklung nicht dadurch entsteht, dass wir einen Menschen erklären wie er sein soll."
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    "text": "Entwicklung beginnt dort vor ein Mensch erlebt."
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    "text": "Ich werde verstanden, ich werde angenommen und ich werde ernst genommen."
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    "text": "Es dann entsteht Vertrauen – und Vertrauen öffnet den Raum für Veränderung."
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    "text": "Vielleicht gilt der Satz für uns alle!"
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    "text": "Wenn Politiker öfter zuhörten als erklären, wenn die Religion den Dialog höher schätzen als dem Besitz der Wahrheit und wenn Wissenschaft neugierig bliebe und sich nicht mit Überheblichkeit verwechselte."
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    "text": "Wie würde dann von unserer Gesellschaft aussehen?"
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    "text": "Vielleicht gebe es etwas weniger Streit, weniger Feindbilder, weniger Angst und mehr gemeinsames Lernen, mehr Respekt und mehr Menschlichkeit."
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    "text": "Ich glaube inzwischen dass der eigentliche Unterschied zwischen Lehren- und Belehrern nicht im Kopf liegt – er liegt im Herzen!"
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    "text": "Der Leerende liebt die Wahrheit mehr als seine eigene Meinung."
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    "text": "Das ist ein harter Satz Aber vielleicht lohnt es sich, lange über ihn nachzudenken."
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    "text": "Denn er betrifft jeden von uns – mich auch!"
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    "end": 493.38,
    "text": "Ich möchte diese Reihe mit einem Gedanken beenden der mich seit vielen Jahren begleitet Der Mensch wird nicht dadurch groß dass er andere klein macht."
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    "text": "Er wird groß indem er andere hilft zu wachsen."
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    "end": 514.22,
    "text": "Vielleicht ist das schon die schönste Aufgabe eines Lehrers Nicht Bewunderung zu suchen, nicht Zustimmung zu verlangen und nicht Menschen an sich zu binden, sondern sie in ihrer eigenen Freiheit zu führen."
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    "end": 518.2,
    "text": "Denn echte Lehre macht unabhängig."
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    "end": 521.1,
    "text": "Belehrung macht abhängig!"
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    "end": 524.4,
    "text": "Echte Lehren wegdenken."
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  {
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    "end": 527.52,
    "text": "Belegung ersetzt denken."
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  {
    "start": 528.82,
    "end": 530.38,
    "text": "Echtelähre macht Mut."
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  {
    "start": 532.76,
    "end": 540.1,
    "text": "Erzeugt Unterordnung und vielleicht beginnt genau dort eine neue Kultur des Miteinanders."
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  {
    "start": 540.88,
    "end": 555.68,
    "text": "Eine Kultur, in der wir nicht mehr fragen wer hat Recht sondern was es war Denn Wahrheit muss nicht siegen Sie muss entdeckt werden Und das können wir nur gemeinsam."
  },
  {
    "start": 557.28,
    "end": 561.06,
    "text": "Vielen Dank dass Sie mich auf diesen Gedanken wie ich begleitet haben."
  },
  {
    "start": 561.96,
    "end": 566.84,
    "text": "Ich freue mich wenn Sie zu einem meiner nächsten Podcasts wieder einschalten."
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  {
    "start": 567.84,
    "end": 569.92,
    "text": "Recht herzlich Dank, bis zum nächsten Mal!"
  },
  {
    "start": 570.5,
    "end": 572.02,
    "text": "Ihr Hans-Jorim Tüttner."
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]