[
  {
    "start": 1.0,
    "speaker": "Station Voice",
    "text": "Radikal und reduziert. Wer Lebensmittel kauft, hört diesen Podcast.",
    "end": 9.0
  },
  {
    "start": 9.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Ja, und wir sprechen heute über das MSC-Siegel. Jeder, der schon mal auch die billigste Dose Thunfisch gekauft hat, im Zweifel hat dieses Siegel bemerkt, hat sich womöglich sogar daran orientiert und dann bewusst dieses Fischprodukt gekauft und kein anderes ohne das Siegel. Foodwatch hat allerdings jetzt einen Report veröffentlicht, der heißt Täuschung in Dosen, und da geht es konkret um dieses Siegel und, um den Thunfischfang, der damit zertifiziert wird. Und, ich habe eine E-Mail bekommen von Foodwatch mit dem Betreff: Ich bin wütend. Und darin ging es genau um dieses Thema. Und da habe ich gedacht, dann sprechen wir doch mit der wütenden Person einfach direkt und lernen was für den nächsten Einkauf. Vor allem über die Frage: Kann ich mich darauf jetzt eigentlich noch verlassen oder nicht, auf dieses MSC-Siegel? Hallo, Annemarie Brodsky.",
    "end": 57.0
  },
  {
    "start": 57.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Hallo.",
    "end": 58.0
  },
  {
    "start": 58.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "lass uns direkt einsteigen. Ich habe es in der Anmoderation schon gesagt, MSC-Siegel, darüber sprechen wir jetzt. Und wie ich gelernt habe, ihr geht teilweise bei der Arbeit so vor wie ich auch für meine Recherchen. Ihr geht einfach einkaufen und guckt, was teilweise auf den Verpackungen draufsteht und ob das, was draufsteht, auch stimmt. Und ihr habt die Herkunft des Thunfischs in einer Thunfischdose, die bei Rewe verkauft wurde, mal nachvollziehen können. Was habt ihr dabei rausgefunden und wie seid ihr vorgegangen?",
    "end": 86.0
  },
  {
    "start": 86.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Genau, also auf den Thunfischdosen, die man so im Supermarkt findet, steht ja oft das MSC-Label, das blaue, und, wir wollten mal nachschauen, ob dieses Nachhaltigkeitsversprechen überhaupt stimmt. und was das Label ja auch verspricht, ist Nachhaltigkeit, aber auch, dass man nachvollziehen kann, woher das Produkt eigentlich kommt, und das wollten wir natürlich auch nachschauen, ob das funktioniert. Und wie geht das dann genau? In vielen Supermärkten hat's tatsächlich nicht geklappt, dass man nachvollziehen kann, also Also man so grob, aus welchem Ozean kommt dieser Fisch? Ja, das funktioniert. Aber wir wollten ja ganz genau wissen, wer hat diesen Fisch gefangen? Und das hat geklappt dann bei Dosen von Rewe. Und da kann man dann auf den Code gucken von dieser MSC-Dose und dann tatsächlich bis auf ein Boot kommen. Also eine Flotte, die diesen Thunfisch gefangen hat. Und da wurde es dann interessant.",
    "end": 135.0
  },
  {
    "start": 135.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Ja. Ja, ich finde schon interessant, dass es an so vielen Stellen gar nicht funktioniert hat, das Angebot ist nachzuverfolgen. aber was habt ihr denn dann rausgefunden, als ihr diesen Fisch zurückverfolgt habt?",
    "end": 144.0
  },
  {
    "start": 144.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Also es geht um die Region, die heißt FAO 51, also Westindischer Ozean. Wenn man jetzt so denkt, Madagaskar, so diese ganze Region, daher kommt dieser Thunfisch. Und wir wussten auch von, von welchen Flotten, also da sind vor allem spanische und französische Flotten unterwegs, also wirklich europäische Schiffe, viele davon. Und von einem von diesen Booten, also wir haben zwei Dosen zurückverfolgt, Und dann haben wir wirklich gesehen, was fangen diese Schiffe denn noch alles? Und das ist wirklich ein Skandal. Und zwar geht das so: Die Fische fangen alles in diesem Meer, die fangen überfischte Thunfischarten und Thunfisch, der nicht überfischt ist. Und die haben auch noch relativ viel Beifang. Das müssen die alles aufschreiben und dokumentieren. Das ist jetzt der Vorteil von dieser— von diesem Siegel. Aber die Schiffe fangen alles und am Ende an Bord kriegt dann nur dieser eine nicht überfischte Thunfisch ein Label. Und wir finden, das geht gar nicht, weil MSC verspricht ja nachhaltige Fischerei. Also die ganze Fischerei sei nachhaltig und also da passt ja irgendwie was nicht zusammen.",
    "end": 214.0
  },
  {
    "start": 214.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Ja, MSC hat zumindest jetzt heute, wo wir gerade sprechen, zur Begrüßung auf der Website auch ganz groß stehen: Gemeinsam gegen Überfischung wählst du ausschließlich Fisch mit MSC-Siegel, unterstützt du den MSC dabei, die globale Fischerei in nachhaltige Bahnen zu lenken. Klingt ja schon etwas zurückhaltender, jetzt finde ich, ob man helfen kann, etwas, zu lenken. Aber du hast es eben angesprochen, da landet auch eine Menge in den Netzen, das mit Thunfisch gar nichts zu tun hat und am besten auch gar nicht da landen soll. Was habt ihr denn da zum Beispiel entdeckt?",
    "end": 244.0
  },
  {
    "start": 244.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Zum Beispiel, dass wirklich Tausende von Seidenhaien mitgefangen werden. Also bei dieser einen Flotte, die heißt Echebastá, es ist eine Flotte, die hat zum Beispiel über 4000 Seidenhaie gefangen in einem Jahr. Und auch Meeresschildkröten, diese großen Walhaie, vielleicht diejenigen, die mal tauchen oder schnorcheln gehen, kennen die, ganz beeindruckende Tiere, die Die landen da auch auf dem Boot. und ja, ich finde, das geht gar nicht. Und das liegt halt auch sehr an der Methode. Die Methode, die nämlich dort eingesetzt wird, sind, oder das ist so ein, ja, eine Hilfe für die Fischerei dort, sind, die heißen FADs, Fishing Aggravating Devices, wie so Bojen, an denen Zeugs hängt. Und eine Boje im offenen Meer ist immer so ein Sammelpunkt für die ganzen Fische, ne. Dann kleine Fische und Thunfische und andere Tiere versammeln sich da drunter, und das ist ja dann schön vorteilhaft für das Boot, das kann dann alles abfischen, ja. Aber das Problem damit ist halt, sehr effiziente Fischerei, könnte man jetzt sagen, aber da sind natürlich ganz viele Jungfische dabei, schon mal nicht gut, überfischte Arten sind dabei, überfischte Thunfischarten und halt auch zum Beispiel die kleinen Seidenhaie. Und diese, diese Methode, diese FADs zu benutzen, ist einfach problematisch und dann halt alles abzufischen.",
    "end": 322.0
  },
  {
    "start": 322.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Was passiert denn mit, den ganzen Fischen, die eigentlich nicht auf dem Boot hätten landen sollen, also beispielsweise die angesprochenen Seidenhaie. Was wird dann auf offener See mit denen gemacht?",
    "end": 334.0
  },
  {
    "start": 334.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Um ehrlich zu sein, weiß ich das nicht genau. MSC hatte mal in einer Stellungnahme an uns geschrieben, ganz viele Tiere oder Beifang wird wieder über Bord geworfen und die überleben— die Überlebensraten wären quasi 100%. Aber wenn man mit Haiexperten spricht, dann weiß man, das überleben ganz viele Tiere überhaupt nicht. Also wenn die eine Zeit lang an Bord gewesen sind. Deswegen kann ich das nicht definitiv sagen, was mit diesen ganzen Tieren passiert. Was mit den überfischten Arten zum Beispiel ist, weil der MSC, wie gerade gesagt, behauptet ja, man würde die Überfischung stoppen, aber es werden ja zum Beispiel der Großaugenthun, das eine Thunfischart, die ist definitiv überfischt, die wird auch gefangen, zum Beispiel so 5 bis 7, 8% der Flotten, also von den Flottenfängen sind so 5 bis 7% Großaugenthun, also Tonnen im Endeffekt, und der ist de facto überfischt und der wird auch dann verkauft, der geht auch auch auf die Märkte, den findet man auch, der hat dann nur kein Label, aber das Boot hat den Fisch mitgefangen und ja, das stoppt nicht die Überfischung, also.",
    "end": 399.0
  },
  {
    "start": 399.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Wie passt das denn zur Zertifizierung? Also entspricht das den MSC-Richtlinien, dass ein und dasselbe Schiff zertifizierten und nicht zertifizierten Fisch fangen darf? Also als Laie würde ich jetzt meinen, das passt ja nicht zusammen.",
    "end": 412.0
  },
  {
    "start": 412.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Nee, meinen wir auch als Verbraucherschützer, dass das nicht zusammenpasst und ich glaube, also wir haben ja jetzt gerade ein juristisches Verfahren eingeleitet, also wir mahnen wir lehnen diese Behauptung ab. Wir sagen, das ist eine Irreführung. Das muss jetzt noch entschieden werden. Da kann ich jetzt nichts zu sagen, bevor die Gerichte sich da irgendwie geäußert haben. Aber ich finde, oder ich glaube, der MSC hat wirklich einfach ein Problem. Also entweder— also gerade wenn man mit— man muss sich die Schiffe mal anschauen, die so zertifiziert werden. Das sind riesige industrielle Fische, die mit ganz ausgeklügelten Methoden so viel Fische da aus dem Wasser rausholen, wie es geht. Ja, das wird zwar dann alles dokumentiert, aber So richtig weniger Überfischung sehe ich da nicht. Das ist meine Meinung. Und was man tun könnte, also wie kann man dann auch hundertprozentig davon ausgehen, dass man nur einen nicht überfischten Fisch aus dem Meer rausholt? Das ist ja sowieso schon schwer, aber es gibt Methoden. Das heißt zum Beispiel Pole and Line, also eine Angelrute, die fängt Fische. Und das macht zum Beispiel ein Supermarkt in England, Marks Spencer, der möchte wirklich sichergehen, dass nicht die— der Thunfischfang zur Überfischung beiträgt. Und die verkaufen diese Pole entleihen. Fischerei, Thunfische. So, das könnte der MSC machen, dann hat man sehr viel Beifang ausgeschlossen.",
    "end": 493.0
  },
  {
    "start": 493.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Ja, der MSC sagt ja von sich logischerweise, wenn man so ein Siegel rausgibt, es sei kontrolliert nachhaltiger und zertifizierter Fisch oder die Fischerei sei entsprechend nachhaltig und zertifiziert. Ihr sagt, das stimmt so nicht, beziehungsweise man könnte sich natürlich fragen, wenn da kontrolliert wird, wieso passiert dann das, was ihr festgestellt habt? Was sagt denn, Rewe? Du hast ja gerade Marks Spencer in UK angesprochen. Was Was sagt denn REWE zu euren Ergebnissen?",
    "end": 521.0
  },
  {
    "start": 521.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Ja, offiziell haben— hat REWE jetzt noch nichts gesagt. Wir sind ja jetzt gerade, wie gesagt, in diesem juristischen Verfahren. Mhm. In— ich sag, ich mache das mal allgemein, die deutschen Supermärkte verstecken sich halt sehr hinter diesen Labels. Also wenn man sich die Webseiten von REWE, Aldi, Lidl und Co. anguckt, sieht man immer diese Behauptung, ihr könnt zu nachhaltiger Fischerei beitragen, wenn ihr auf diese Labels achtet. Und da machen die Supermärkte einfach nicht genug, sich selber einzusetzen, sondern die schieben diese Labels einfach vor. Klar, ja, die Retailer haben zigtausende Produkte im Regal, aber wer damit viel Geld verdient und diese Behauptung aufstellt und dann auch noch sagt, ihr, ihr stoppt quasi Überfischung, muss auch nachgucken, ob das wirklich stimmt oder nicht. Und das stimmt halt einfach nicht, ne. Was zum Beispiel jetzt Supermärkte, große Retailer tun könnten, ist wirklich in diese Diskussion gehen in den Regionen. Und dafür beitragen, dass das da geordneter abgeht. Oder sie könnten— also was wir ja im Allgemeinen brauchen, sind auch wirklich Regeln, politische Regeln, um Überfischung zu stoppen. Und die müssen auch durchgesetzt werden. Es kann ja nicht sein, dass die Menschen, also die Institutionen, die ein kommerzielles Interesse daran haben, Sachen zu verkaufen, gleichzeitig regulieren sollen, ne, wie viel was weiß ich nicht was gefischt wird, sondern wir brauchen klare Überfischungsregeln und Kontrollen auch.",
    "end": 604.0
  },
  {
    "start": 604.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Ja, man kennt ja aus diesem Zertifizierungszusammenhang, dass beispielsweise so ein Fairtrade-Siegel oder die Rainforest Alliance, die man ja auch viel sieht, es ist ja für die Händler schlichtweg billiger, sozusagen diese Labels zu benutzen und dafür zu bezahlen, als ein eigenes ins Leben zu rufen und dann eben selbst kontrollieren zu müssen. Das ist doch dann mit Kern des Problems, oder, oder andere werden sagen, so wie Fairtrade, das ist ja die Riesenchance, also vertraut uns ruhig, wir machen hier was Sinnvolles.",
    "end": 631.0
  },
  {
    "start": 631.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Ja, wenn ich jetzt mal kurz rauszoome, dann würde ich sagen, klar, also wir haben eigentlich ein Ernährungssystem, was wirklich auf Kosten des Planeten geht. Das sieht man an vielen Stellen, ob bei Palmöl, bei Menschenrechtsverletzungen in der Produktion oder jetzt zum Beispiel der Überfischung. Also es gibt wirklich an vielen Stellen, oder Tierqual, in den Ställen. Und bis jetzt ist oft die Lösung einfach so, hey Leute, kauft einfach weiter so ein, wie ihr wollt, und achtet, also hier ist ein Label, und dann wird schon alles gut. Das ist so ein bisschen die Politik, die gerade alle fahren, und das, und Da, da geht ja auch die, wirklich die Regierung und die, die Politiker gehen da ja auch mit und machen noch mit in diesem Labelwahn, als würde das jetzt wirklich unsere ökologischen Grenzen, ziehen und irgendwie dafür sorgen, dass wir, die einhalten. Also ich würde sagen, unterm Strich, wir haben uns ja verschiedene Labels schon angeguckt, funktioniert das so nicht, ne? Also wir brauchen strenge Regulation und, ja, das ist aus verschiedenen Gründen für den Supermarkt, wie du gesagt hast, einfacher. Und auch für Kunden, man meint, man kann sich dann darauf verlassen, macht einen guten Eindruck zum Produkt mit so einem Label drauf, aber hilft nicht so sehr.",
    "end": 699.0
  },
  {
    "start": 699.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Ist es denn eigentlich überall gleich gut oder schlecht kontrolliert? Denn mir ist aufgefallen, dieses MSC-Siegel gibt es ja wirklich von der billigsten Dose Thunfisch im Discounter oder bei den Eigenmarken im Supermarkt bis hin zu Fisch im Bioladen, der lustigerweise teilweise dann kein Bio-Logo hat, weil er aus der wilden, weil er eben wild gefangen wurde. Aber ist es tatsächlich überall ganz einfach deckungsgleich? Bei anderen Siegeln gibt es ja so gewisse Abstriche.",
    "end": 723.0
  },
  {
    "start": 723.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Abstufung gelegentlich. Wenn ich jetzt beim MSC schaue, dann ist es so, dass die auch ein Punktesystem haben. Also es gibt ja ganz viele verschiedene Fische und Arten, die zertifiziert sind, die kommen alle aus verschiedenen Regionen. Und der, ne, ich spreche über diesen einen Thunfischfall, wo wir das wirklich glasklar nachweisen konnten, was da das Problem ist. Es ist jetzt kein Gesamturteil über jedes Produkt, was ein MSC-Label hat, da muss man immer genau hingucken. Aber ein, würde ich sagen, Gesamtproblem So ein bisschen aus Verbrauchersicht ist auch noch, dass zum Beispiel so ein, jemand, der jetzt ein Zertifikat von MSC hat, der muss mindestens 60 Punkte erreichen in deren Skala, 60 von, ich glaube, 100. Und manchmal erreichen die auch wirklich nur 60 oder 70, und die haben Konditionen, wie zum Beispiel, die sollen Pläne aufstellen, damit alles irgendwie besser wird, und die werden immer wieder verlängert, und das wird nicht wirklich umgesetzt. Eigentlich müsste man dann sagen, es gibt irgendwie Bronze, Silber, Gold oder so, oder es müsste dem Konsumenten irgendwie ersichtlich richtig sein, wo steht denn jetzt dieser Hersteller eigentlich? Aber das ist es nicht, ne? Selbst wenn du die Mindestpunktzahl hast, das ist das Mindestkriterium, was das MSC festgelegt hat, dann kriegst du einfach dieses Siegel und dann macht es keinen Unterschied mehr eigentlich, ob du jetzt gut oder schlecht in diesem System bist.",
    "end": 801.0
  },
  {
    "start": 801.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Also so ein Ampelsystem wie von der Initiative Tierwohl findet ihr also demnach schon mal besser?",
    "end": 807.0
  },
  {
    "start": 807.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Ich weiß nicht, ob ich das besser finde, aber man könnte jetzt sagen, aus rechtlicher Sicht, es geht ja um irgendwie klar Klarheit bei Behauptungen und aus juristischer Sicht, aus, aus der Perspektive müsste man sagen, das wäre sicherer. Also mir ist ja daran gelegen, dass also Menschen, Verbraucher:innen nicht irregeführt werden. Wir setzen uns ja für Verbraucherrechte ein. Mhm. Und da muss man immer noch hingucken, ob das dann nicht dann doch noch eine Irreführung sein könnte.",
    "end": 836.0
  },
  {
    "start": 836.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Ja, und Irreführung, wir haben es ja gerade letzte Woche gehört, als Lidl wegen irreführender Werbung jedenfalls in der ersten Instanz, verloren hat sozusagen vor dem Landgericht. Irreführung hören sie gar nicht gerne beim Handel. ihr habt den Report über eure MSC-Recherchen genannt: Täuschung in Thunfischdosen. Das wird wahrscheinlich ähnlich ungern gehört werden. Wie war denn die Reaktion von MSC auf euren Report? Weil wenn foodwatch so was veröffentlicht, erfährt's",
    "end": 864.0
  },
  {
    "start": 864.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "ja dann doch eine breite Aufmerksamkeit. Also der MSC hat sich dann, nachdem wir eine Abmahnung verschickt haben, gemeldet mit einer Stellungnahme und hat dann so ein bisschen die Schamoffensive gefahren. das haben wir aber auch schon auch oft gesehen, dass das die Strategie vom MSC ist. Auch Umweltregionen und, Wissenschaftler und so weiter weltweit, die schon oft Widerspruch eingelegt haben zu den Methoden vom MSC, ganz vielen verschiedenen Stellen werden immer in so einer Schamoffensive mit an Bord geholt. Und das ist dann sehr, sehr zeitaufwendig. Und so ein bisschen in die Richtung, wenn ich jetzt ein bisschen von hinter den Kulissen sprechen kann, war das auch bei uns so, ne? Ja, also wir hatten dann auch tatsächlich ein Gespräch, also wir sind auch ins Gespräch gegangen, mit Vertreterinnen vom, vom MSC, die uns noch mal erklärt haben aus ihrer Sicht, wie, wie der Stand der Dinge ist. Und genau, es gab einen Austausch, es gab eine erste Reaktion, und ja, wir müssen jetzt mal gucken, wie es weitergeht. Also es muss sich, genau, also wenn jemand damit ein Label und so, ja, weitreichenden Behauptungen in die Welt geht und damit auch Geld verdient und damit auch einen ganzen Markt lenken möchte, muss man sich auch wirklich Kritik stellen und, und dann gucken, dass man dagegen steuert. Und es gibt— wir sind ja jetzt, sagen wir mal, new to the party als Verbraucherschutzorganisation, die sich das jetzt angeguckt haben. Es gibt zig Organisationen und Experten, die schon Kritik geäußert haben, und die sind so ein bisschen auch ins Leere gelaufen. So, und weil wir im Wettbewerbsrecht wirklich klagen dürfen, haben wir gesagt, das machen wir jetzt auch, weil dieses nett bitten ist dann wirklich sehr schwierig, damit irgendwas zu verändern, sondern man muss dann wirklich ein bisschen erstreiten, ja, was, wie die Sachen anders laufen sollten.",
    "end": 973.0
  },
  {
    "start": 973.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Okay, ja, der MSC sieht natürlich euren Report dann irgendwie doch ein bisschen anders und hat eine auf seiner Webseite Stellungnahme dazu veröffentlicht. Ich verlinke die in den Shownotes, da kann jeder mal reinschauen. Die Sichtweisen unterscheiden sich dann jedenfalls doch, aber es klingt sehr freundlich. Sie finden das schade, dass es missverstanden wird. Das sind jetzt meine Worte. Nichtsdestotrotz, wir wollen ja alle, oder zumindest die, die Fisch essen, gerne vernünftigen Fisch einkaufen. Manche dann eben günstig und vernünftig. im Alltagsstress sollen solche Siegel ja helfen beim Einkaufen. Und jetzt sagt der MSC ja sogar, nur 2 von 23 Thunfischbeständen seien überfischt. was ist denn dein Rat? Wie gut und sicher, wie verlässlich ist denn dieses Siegel jetzt wirklich noch für alle, die zuhören, wenn sie sagen, ich will auf Fisch ungern verzichten, aber woran soll ich mich denn dann orientieren? Also kurz, wie kaufe ich denn jetzt dann Fisch ein oder im Speziellen dann eben auch Thunfisch?",
    "end": 1026.0
  },
  {
    "start": 1026.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Fisch? Also, wir empfehlen da, sich den Fischratgeber tatsächlich anzugucken. Der— andere NGOs und auch die Verbraucherzentrale geben da zwei verschiedene Fischratgeber raus, Verbraucherzentrale und WWF und andere. Und weil man auch einfach ein bisschen gucken muss, allgemein sind welche Fischarten sind eigentlich total überfischt und, und auch die Fangmethoden. Und das muss beides zusammenpassen. Und, Ich würde jetzt mal das empfehlen, da mal nachzugucken. Und ja, so ein bisschen gehört zur Wahrheit dazu, dass, ja, wir, wir ein bisschen unseren Konsum auch überdenken müssen. Und uns wird ja immer nach Europa immer mehr billiger. Lachs ist auch so ein Thema, an dem ich arbeite. Immer mehr Lachs geliefert, Thunfisch in, in Höchstmengen und so weiter. Und man muss ein bisschen auch natürlich dann überlegen, Wo stehen wir gerade? Also Meere sind— stehen kurz vorm Kollaps und deswegen finde ich das gut, dass diese wissenschaftlich begründeten Listen rausgebracht werden und dann kann man da gucken und sich ein bisschen orientieren, welche Arten sind denn eigentlich noch vertretbar zu essen.",
    "end": 1095.0
  },
  {
    "start": 1095.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Ja, dann werden wir auch die mal verlinken, das ist ja kein Problem. Wann rechnet ihr mit einem Ergebnis oder",
    "end": 1101.0
  },
  {
    "start": 1101.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "einer rechtlichen Entscheidung in der Sache? Tatsächlich schon in den nächsten Wochen, wahrscheinlich. Genau, also wir sind hinter den Kulissen schon am Diskutieren, wie man das lösen könnte.— ansonsten geht es ja ab Frühjahr dann vor Gericht oder vielleicht gibt es vorher eine Entscheidung.",
    "end": 1117.0
  },
  {
    "start": 1117.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Das müssen wir noch mal abwarten. Annemarie Brodski, vielen Dank für die ganzen Einordnungen und die Hilfe für den nächsten Einkauf.",
    "end": 1123.0
  },
  {
    "start": 1123.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Sehr gerne.",
    "end": 1123.0
  },
  {
    "start": 1123.0,
    "speaker": "Martin",
    "text": "Vielen Dank für die Einladung. Gerne.",
    "end": 1127.0
  },
  {
    "start": 1127.0,
    "speaker": "Annemarie Botzki",
    "text": "Bis dann. Tschüss. Tschüss. Radikal reduziert. Wer Lebensmittel kauft, hört diesen Podcast. Immer donnerstags, überall wo es Podcasts gibt.",
    "end": 1137.0
  }
]