[
  {
    "start": 0.94,
    "end": 15.19,
    "text": "Das Haus zum Römer Bildet als namensgebendes Gebäude das Zentrum der berühmten Dreigiebel-Fassade des Frankfurter Rathauskomplexes."
  },
  {
    "start": 16.33,
    "end": 28.43,
    "text": "Erstmals wurde es in einer Urkunde des Jahres thirteenhundertzweiundzwanzig erwähnt und ging später, im Jahr fourteenhundertfünf, in den Besitz der Stadt über."
  },
  {
    "start": 29.59,
    "end": 33.67,
    "text": "Vermutlich entstand das Bauwerk bereits im frühen vierzehnten Jahrhundert."
  },
  {
    "start": 34.77,
    "end": 47.97,
    "text": "Trotz zahlreicher Umbauten im inneren und äußeren über sieben Jahrhunderte hinweg, repräsentiert es noch heute den klassischen Stil eines gotischen Patrizierhauses in der historischen Altstadt."
  },
  {
    "start": 49.03,
    "end": 56.61,
    "text": "Das Gebäude ist heute ein zentraler Bestandteil des Frankfurter Rathauses, das aus mehreren historischen Häusern besteht."
  },
  {
    "start": 57.79,
    "end": 66.97,
    "text": "Besonders bekannt ist seine charakteristische Fassade mit den drei Treppengiebeln, die seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Wahrzeichen der Stadt zählt."
  },
  {
    "start": 68.25,
    "end": 81.55,
    "text": "Das Haus zum Römer ist dabei nicht nur ein architektonisches Monument sondern auch ein Ort an dem sich zahlreiche bedeutende Ereignisse der deutschen und europäischen Geschichte abgespielt haben."
  },
  {
    "start": 84.27,
    "end": 86.17,
    "text": "Geschichte bis zum Stadterwerb."
  },
  {
    "start": 88.09,
    "end": 98.05,
    "text": "In einer historischen Urkunde Vom dreißigsten September, thirteenhundertzweiundzwanzig findet sich die erste schriftliche Erwähnung des Gebäudes."
  },
  {
    "start": 99.35,
    "end": 106.09,
    "text": "Damals traf der Patrizier Wiegel Frosch eine weitsichtige Entscheidung für den Fall seines Ablebens."
  },
  {
    "start": 107.39,
    "end": 115.93,
    "text": "Er schenkte seiner Ehefrau Gisela seine Wohnhäuser, die zu jener Zeit als zum Römer und zum goldenen Froschs bekannt waren."
  },
  {
    "start": 117.29,
    "end": 126.23,
    "text": "Diese Schenkung sollte jedoch nur unter der Bedingung wirksam werden dass er vor ihr verstärben würde, ohne gemeinsame Kinder zu hinterlassen."
  },
  {
    "start": 127.55,
    "end": 134.37,
    "text": "Die Dokumente beschreiben das Anwesen als seinen damaligen Wohnsitz mit allen dazugehörigen Gebäude teilen."
  },
  {
    "start": 135.69,
    "end": 149.71,
    "text": "Wiegelfrosch selbst war familiär eng mit den einflussreichen Kreisen der Stadt verbunden, da er der Schwiegersohn von Wiegel von Warnebach war – welcher maßgeblich an der Stiftung der Liebfrauenkirche beteiligt."
  },
  {
    "start": 151.35,
    "end": 165.07,
    "text": "Auf einer weiten Wallfahrt nach Santiago de Compostela verstarb Wiegelfrosch im Jahr thirteenhundertvierundzwanzig, woraufhin seine Witwe Gisela vereinbarungsgemäß in den Besitz der beiden Häuser gelangte."
  },
  {
    "start": 166.45,
    "end": 172.37,
    "text": "Die wirtschaftliche Kraft dieser Familie muss für die damaligen Verhältnisse gewaltig gewesen sein."
  },
  {
    "start": 173.67,
    "end": 187.91,
    "text": "Dies lässt sich daran ermessen dass Gisella gemeinsam mit ihrer Mutter Katharina von Warnibach Im Jahr thirteenhundertfünfundzwanzig beträchtliche Mittel aufwendete, um zur Gründung des Liebfrauenstiftes beizutragen."
  },
  {
    "start": 189.17,
    "end": 198.53,
    "text": "Die Zeit des alleinigen Besitzes war für Gisela jedoch nur von kurzer Dauer, da sie bereits im Februar treizehnhundertsechsundzwantzig verstarb."
  },
  {
    "start": 199.79,
    "end": 206.61,
    "text": "In der Folge fielen die Häuser an ihre Mutter Katharina, die das Haus zum Römer noch zu ihren Lebzeiten veräußerte."
  },
  {
    "start": 207.87,
    "end": 214.57,
    "text": "Durch diesen Verkauf wurde das Gebäude architektonisch von seinem Nachbarhaus dem goldenen Frosch getrennt."
  },
  {
    "start": 215.87,
    "end": 220.75,
    "text": "Katharina von Warnibach selbst verstarb im August, Dreizehnhundertfünfunddreißig."
  },
  {
    "start": 221.87,
    "end": 231.81,
    "text": "Über die folgenden Jahrzehnte schweigen die Quellen weitgehend bis der Name des Hauses in Februar, Dreizehnhundertfünftig erneut in einer Urkunde auftaucht."
  },
  {
    "start": 233.07,
    "end": 242.71,
    "text": "In diesem Schriftstück wird ein Vergleich zwischen dem damaligen Besitzer Hartmut zum Römer und seinem nördlichen Nachbarn Konrad zu Löwenstein dokumentiert."
  },
  {
    "start": 243.95,
    "end": 250.43,
    "text": "Der Streitpunkt waren damals bestimmte Fenster im Römar, die in Richtung des Hauses Lövensteingerichtet waren."
  },
  {
    "start": 251.71,
    "end": 261.489,
    "text": "Nach dem Tod von Hartmut und seiner Gattin in den Dreizehnhundertsechziger- und Dreizehnhundertsiebzigerjahren ging das Anwesen an ihren Sohn Gottfried über."
  },
  {
    "start": 262.75,
    "end": 272.609,
    "text": "Interessanterweise wurde dieser in zeitgenössischen Dokumenten mal mit dem Namen Gottfried von Hanau und Mal als Gottfried zum Römer bezeichnet."
  },
  {
    "start": 273.869,
    "end": 283.809,
    "text": "Dies zeigt, dass feste Familiennamen zu dieser Zeit noch nicht konsequent verwendet wurden – und sich viele Menschen nach ihren Häusern oder ihrem Besitz benannten."
  },
  {
    "start": 285.15,
    "end": 303.59,
    "text": "Gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts im November thirteenhundertachzig Verkauften Gottfried und ein Enkel Hartmutz, die beiden Häuser zum Römer- und zum Goldenen Schwan für die Summe von knapp zwei tausend sechshundert Gulden an Konrad Kölner und seine Ehefrau Metze."
  },
  {
    "start": 305.07,
    "end": 314.349,
    "text": "In dieser Verkaufsurkunde erscheint zum ersten Mal die Bezeichnung Goldener Schwan – für das Gebäude, das früher als goldener Frosch bekannt war."
  },
  {
    "start": 315.65,
    "end": 317.69,
    "text": "Dieser Name blieb fortan erhalten."
  },
  {
    "start": 318.869,
    "end": 326.21,
    "text": "Aus den Unterlagen geht zudem hervor dass die beiden Gebäude zu diesem Zeitpunkt baulich wieder miteinander vereint worden waren."
  },
  {
    "start": 327.53,
    "end": 339.469,
    "text": "Einige Jahre später, im Jahr thirteenhundertneunundneunzig kam es zu einem Rechtsstreit mit dem südlich gelegenen Nachbarhaus Laderamm das heute als Alt Limburg bekannt ist."
  },
  {
    "start": 340.63,
    "end": 350.75,
    "text": "Die damaligen Besitzer beanspruchten eine Trennmauer ganz für sich doch das Schöffengericht entschied schließlich, dass beiden Parteien jeweils die Hälfte der Mauer gehören sollte."
  },
  {
    "start": 352.109,
    "end": 362.15,
    "text": "Obwohl das Gebäude zu dieser Zeit noch kein offizielles Rathaus war, entwickelte es sich bereits zum Dreh- und Angelpunkt wichtiger stadtpolitischer Ereignisse."
  },
  {
    "start": 363.609,
    "end": 370.789,
    "text": "Seit thirteenhundertsiebenundfünfzig diente es als Versammlungsort für die sogenannte Stubengesellschaft zum Römer."
  },
  {
    "start": 372.25,
    "end": 385.109,
    "text": "Im Jahr treizehnhundert achtundachtzig versammelten sich hier regelmäßig die Kriegsdeputierten der Gesellschaft Und es ist überliefert, dass der Stadtrat mindestens einmal im Gebäude gemeinsam speiste."
  },
  {
    "start": 386.489,
    "end": 392.19,
    "text": "Ein besonders bedeutsamer Moment der Stadtgeschichte trug sich im Oktober fourteenhundert zu."
  },
  {
    "start": 393.549,
    "end": 406.65,
    "text": "In den Räumlichkeiten verhandelte der Rat der Stadt mit Vertretern der Gemeinde über die schwierige Frage ob man dem Neugewälten König Rubrecht von der Pfalz einlass in die Stadt gewähren sollte."
  },
  {
    "start": 407.95,
    "end": 414.609,
    "text": "Die beteiligten Bürger waren allesamt angesehene Patrizia aus den Gesellschaften zum Römer und zum."
  },
  {
    "start": 417.869,
    "end": 441.71,
    "text": "und politische Versammlungen."
  },
  {
    "start": 442.929,
    "end": 451.13,
    "text": "Schon kurz nach dem Kauf begann die Stadt, weitere angrenzende Häuser zu erwerben und in den Rathauskomplex zu integrieren."
  },
  {
    "start": 452.369,
    "end": 459.07,
    "text": "Schritt für Schritt entstand ein weitläufiges Ensemble aus mehreren miteinander verbundenen Gebäuden."
  },
  {
    "start": 460.45,
    "end": 464.109,
    "text": "Zu den wichtigsten Räumen entwickelte sich später der Kaisersaal."
  },
  {
    "start": 465.289,
    "end": 472.909,
    "text": "Dieser Saal erhielt seinen Namen Weil hier die Porträts aller Kaiser des heiligen Römischen Reiches ausgestellt wurden."
  },
  {
    "start": 474.369,
    "end": 478.77,
    "text": "Frankfurt spielte nämlich eine besondere Rolle bei den Herrscherwechseln des Reiches."
  },
  {
    "start": 479.849,
    "end": 493.289,
    "text": "Seit der goldenen Bulle von Kaiser Karl XIV, aus dem Jahr thirteenhundertsechsundfünfzig war festgelegt dass die Wahl des römisch-deutschen Königs in Frankfurt stattfinden sollte."
  },
  {
    "start": 494.51,
    "end": 496.95,
    "text": "Später wurden hier auch viele Kaiser gekrönt."
  },
  {
    "start": 498.229,
    "end": 501.729,
    "text": "Die feierlichen Krönungsbankette fanden im Römer statt."
  },
  {
    "start": 503.09,
    "end": 513.23,
    "text": "Nach der Krönung im nahegelegenen Kaiserdom Sankt Bartolomeos zog der neue Herrscher mit seinem Gefolge zum Rathaus, wo große Festmäler stattfanden."
  },
  {
    "start": 514.549,
    "end": 519.189,
    "text": "Der Röme entwickelte sich dadurch zu einem der wichtigsten politischen Orte im Reich."
  },
  {
    "start": 521.85,
    "end": 530.709,
    "text": "Architektur und Erscheinungsbild die berühmte Dreigiebel-Fassade des Römers entstand allerdings erst deutlich später."
  },
  {
    "start": 531.99,
    "end": 537.05,
    "text": "Ursprünglich waren die einzelnen Häuser des Komplexes äußerlich kaum vereinheitlicht."
  },
  {
    "start": 538.27,
    "end": 545.91,
    "text": "Erst im sechzehnten Jahrhundert, besonders während der Renaissance begann man damit das Erscheinungsbild stärker zu gestalten."
  },
  {
    "start": 547.189,
    "end": 559.97,
    "text": "Die heutige charakteristische Fassade entstand im Jahr fifteen Hundert Achtzig als die drei Häuser Römer, Alt-Limpurg und Löwenstein eine einheitliche Schausseite erhielten."
  },
  {
    "start": 561.31,
    "end": 578.85,
    "text": "Die markanten Treppengiebel wurden zu einem der bekanntesten architektonischen Motive Frankfurts, die Fassade zeigt typische Elemente der Renaissance Architektur darunter geometrische Formen ornamentale Steinverzierungen und symmetrische Gestaltung."
  },
  {
    "start": 580.25,
    "end": 583.949,
    "text": "im Inneren wurden die Räume über die Jahrhunderte mehrfach umgebaut."
  },
  {
    "start": 585.089,
    "end": 589.49,
    "text": "Dennoch blieb die Grundstruktur vieler mittelalterlicher Gebäudeteile erhalten."
  },
  {
    "start": 592.25,
    "end": 594.089,
    "text": "Zerstörung im Zweiten Weltkrieg."
  },
  {
    "start": 595.55,
    "end": 599.29,
    "text": "Während des Zweiten Worldkriegs erlitt Frankfurt schwere Luftangriffe."
  },
  {
    "start": 600.53,
    "end": 606.949,
    "text": "Besonders die Altstadt wurde im März, nineteenhundertvierundvierzig nahezu vollständig zerstört."
  },
  {
    "start": 608.23,
    "end": 610.13,
    "text": "Auch der Römer wurde schwer beschädigt."
  },
  {
    "start": 611.29,
    "end": 613.65,
    "text": "Große Teile des Komplexes brannten aus."
  },
  {
    "start": 614.39,
    "end": 616.589,
    "text": "Dächer und Innenräume wurden zerstört."
  },
  {
    "start": 617.85,
    "end": 621.29,
    "text": "Die historische Fassade konnte jedoch teilweise gerettet werden."
  },
  {
    "start": 622.47,
    "end": 628.05,
    "text": "Nach dem Krieg entschied sich die Stadt Frankfurt bewusst dafür, das Rathaus wieder aufzubauen."
  },
  {
    "start": 629.29,
    "end": 638.41,
    "text": "Der Wiederaufbau begann bereits in den späten nineteenhundertvierziger Jahren und wurde in den neunzehnhundertfünfziger Jahren weitgehend abgeschlossen."
  },
  {
    "start": 639.63,
    "end": 646.91,
    "text": "Dabei orientierte man sich stark am historischen Erscheinungsbild auch wenn viele Innenräume modern gestaltet wurden."
  },
  {
    "start": 649.589,
    "end": 650.55,
    "text": "Der Römer heute."
  },
  {
    "start": 652.25,
    "end": 658.49,
    "text": "Heute ist der Röber weiterhin das Rathaus der Stadt Frankfurt am Main und sitzt des Oberbürgermeisters."
  },
  {
    "start": 659.689,
    "end": 667.85,
    "text": "Der Gebäudekomplex gilt als eines der wichtigsten historischen Bauwerke der Stadt, und es zugleich eine bedeutende Touristenattraktion."
  },
  {
    "start": 669.209,
    "end": 675.51,
    "text": "Auf dem Römberg – dem historischen Platz vor dem Rathuis – finden zahlreiche Veranstaltungen statt."
  },
  {
    "start": 676.85,
    "end": 683.51,
    "text": "Besonders bekannt ist der Frankfurter Weihnachtsmarkt einer der ältesten und größten Weihnachtsmärkte Deutschlands."
  },
  {
    "start": 684.85,
    "end": 687.829,
    "text": "Auch große sportliche Ereignisse werden hier gefeiert."
  },
  {
    "start": 689.03,
    "end": 698.53,
    "text": "Wenn etwa Eintracht Frankfurt wichtige Titel gewinnt, versammelt sich die Mannschaft traditionell auf dem Balkon des Römers um mit tausenden Fans zu feiern."
  },
  {
    "start": 699.89,
    "end": 706.37,
    "text": "Der Römer ist damit nicht nur ein Denkmal der Vergangenheit sondern auch ein lebendiger Teil der modernen Stadt."
  },
  {
    "start": 707.73,
    "end": 717.689,
    "text": "Über mehr als sechshundert Jahre hinweg hat das Haus zum Römer politische Entscheidungen, königliche Feste, Kriegszerstörung und Wiederaufbau erlebt."
  },
  {
    "start": 718.93,
    "end": 727.37,
    "text": "Trotz aller Veränderungen blieb es stets ein Symbol für die Geschichte, Identität und Selbstständigkeit der Stadt Frankfurt."
  }
]