[
  {
    "start": 0.0,
    "text": "SARAH: Hallo zusammen und herzlich willkommen bei den Heilpraktiker-Hacks! Hier sind wieder eure Prüfungsknacker Sarah und Lukas.",
    "end": 9.0
  },
  {
    "start": 9.0,
    "text": "LUKAS: Und heute nehmen wir uns eines der großen Hormon-Themen vor: das Cushing-Syndrom.",
    "end": 14.0
  },
  {
    "start": 14.0,
    "text": "SARAH: Und weil wir in den Folgen 11 bis 13 die Nebenniere und ihren Regelkreis schon in Ruhe aufgebaut haben, machen wir das hier heute schön kompakt. Eine knackige Repetition.",
    "end": 26.0
  },
  {
    "start": 26.0,
    "text": "LUKAS: Wer die Folgen noch nicht kennt: Am besten vorher reinhören, da bauen wir die ganze Schaltzentrale vom Hormonsystem auf. Heute greifen wir uns nur diese eine Störung heraus.",
    "end": 37.0
  },
  {
    "start": 37.0,
    "text": "SARAH: Und unsere Leitfrage für heute lautet: Woher kommt eigentlich das viele Kortisol, und woran erkennen wir das Cushing-Syndrom in der Prüfung?",
    "end": 47.0
  },
  {
    "start": 47.0,
    "text": "LUKAS: Fangen wir ganz oben an, Lukas. Was ist das Cushing-Syndrom in einem Satz?",
    "end": 47.0
  },
  {
    "start": 47.0,
    "text": "SARAH: In einem Satz: zu viel Kortisol im Blut. Das ist der ganze Kern. Kortisol, unser Glukokortikoid aus der mittleren Schicht der Nebennierenrinde, und beim Cushing haben wir davon einfach zu viel. Fangen wir also mit den Ursachen an. Wie kommt es, dass jemand zu viel Kortisol hat?",
    "end": 71.0
  },
  {
    "start": 71.0,
    "text": "LUKAS: Wir unterscheiden dabei zwei große Schubladen: exogen und endogen. Exogen heißt: von außen. Und das ist - aufgepasst, das wird gern gefragt - die mit Abstand häufigste Ursache.",
    "end": 71.0
  },
  {
    "start": 71.0,
    "text": "SARAH: Absolut. Ganz viele Menschen bekommen Kortison als Medikament, oft über Jahre, bei Rheuma, bei chronischen Entzündungen, nach Organtransplantationen. Und wenn man das langfristig hochdosiert nimmt, baut man sich sozusagen selbst ein Cushing-Syndrom.",
    "end": 71.0
  },
  {
    "start": 71.0,
    "text": "LUKAS: Das ist wichtig zum Merken: Die häufigste Cushing-Ursache ist kein Tumor oder eine Entzündung, sondern die Kortison-Therapie. Man nennt das auch das iatrogene, also das durch die Behandlung verursachte Cushing-Syndrom.",
    "end": 115.0
  },
  {
    "start": 115.0,
    "text": "SARAH: Und dann die zweite Schublade, endogen, von innen: Der Körper produziert das Kortisol selbst im Übermaß. Und da lohnt sich ein Blick auf die Begriffe, denn die werden gern durcheinandergeworfen.",
    "end": 115.0
  },
  {
    "start": 115.0,
    "text": "LUKAS: Stimmt. Cushing-Syndrom ist erst mal der Oberbegriff für alles, egal woher das viele Kortisol kommt.",
    "end": 134.0
  },
  {
    "start": 134.0,
    "text": "SARAH: Und ein ganz bestimmter Fall bei den endogenen Ursachen davon heißt Morbus Cushing. Merkt euch das genau: Morbus Cushing ist nur die Form, bei der ein Tumor in der Hypophyse zu viel A-C-T-H produziert.",
    "end": 134.0
  },
  {
    "start": 134.0,
    "text": "LUKAS: Moment Lukas: Da muss ich mich erst an den Zusammenhang erinnern. Wir haben das ja in der Hormonreihe besprochen: Kortisol wird über die Achse Hypothalamus, Hypophyse, Nebennierenrinde gesteuert. Der Hypothalamus schickt sein C-R-H, die Hypophyse ihr A-C-T-H, und das A-C-T-H sagt der Nebennierenrinde: mach Kortisol.",
    "end": 172.0
  },
  {
    "start": 172.0,
    "text": "SARAH: Perfekt zusammengefasst.",
    "end": 174.0
  },
  {
    "start": 174.0,
    "text": "LUKAS: Okay. Und wenn das Cushing-Syndrom auf diese Weise entsteht, also wenn die Hypophyse durch einen Tumor zu viel A-C-T-H produziert, dann heißt es Morbus Cushing. Das ist dann quasi ein sekundäres Cushing-Syndrom, richtig?",
    "end": 187.0
  },
  {
    "start": 187.0,
    "text": "SARAH: Genau. Gehen wir weiter mit den Ursachen. Daneben gibt es noch den Tumor in der Nebennierenrinde selbst, der einfach autonom Kortisol produziert. Und den etwas exotischeren Fall: einen Tumor irgendwo im Körper, der A-C-T-H bildet. Der Klassiker ist das kleinzellige Bronchialkarzinom, also ein Lungentumor.",
    "end": 210.0
  },
  {
    "start": 210.0,
    "text": "LUKAS: Aber ehrlich gesagt, Lukas, für die Symptome ist das doch erst mal egal, oder?",
    "end": 215.0
  },
  {
    "start": 215.0,
    "text": "SARAH: Vollkommen. Und das ist ein schöner Vereinfachungstrick: Ob das Kortisol nun aus der Tablette kommt oder aus einem Tumor oder über das erhöhte A-C-T-H - der Körper sieht nur „zu viel Kortisol\", und die Symptome sind immer die gleichen.",
    "end": 231.0
  },
  {
    "start": 231.0,
    "text": "LUKAS: Dann lass uns die Symptome ansehen. Ich schlage vor, wir erklären bei jedem kurz mit, woher es kommt. Dann muss man es nicht stur auswendig lernen.",
    "end": 239.0
  },
  {
    "start": 239.0,
    "text": "SARAH: Sehr gut. Und ich verrate schon mal: Die Prüfung liebt hier eine bestimmte Masche. Sie stellt euch das echte Symptom gegen sein genaues Gegenteil. Wenn wir die Paare kennen, sind wir auf der sicheren Seite.",
    "end": 254.0
  },
  {
    "start": 254.0,
    "text": "LUKAS: Los geht's. Fangen wir mit dem Gesicht an, dem typischen Vollmondgesicht.",
    "end": 258.0
  },
  {
    "start": 258.0,
    "text": "SARAH: Das rundliche Gesicht, ja. Das kommt durch die Fettumverteilung, dazu gleich mehr. Und ganz wichtig: Dieses Gesicht ist eher gerötet, nicht blass.",
    "end": 268.0
  },
  {
    "start": 268.0,
    "text": "LUKAS: Da lohnt sich gleich der erste Blick auf die Prüfung. Eine häufig gefragte Aussage ist „Gesichtsblässe\", und die ist falsch.",
    "end": 277.0
  },
  {
    "start": 277.0,
    "text": "SARAH: Genau, falsch. Die Leute haben eher ein rotes, volles Gesicht, auch weil der Blutdruck hochgeht. Und da können wir gleich abgrenzen: Es gibt eine andere Erkrankung mit Bluthochdruck, bei der das Gesicht blass wird, das Phäochromozytom, der sogenannte weiße Hochdruck. Da verengen sich die Gefäße durch das erhöhte Adrenalin, deshalb blass.",
    "end": 277.0
  },
  {
    "start": 277.0,
    "text": "LUKAS: Schöner Merk-Kontrast: Cushing rot, Phäochromozytom weiß. Weiter zum Körperstamm, der Stammfettsucht.",
    "end": 308.0
  },
  {
    "start": 308.0,
    "text": "SARAH: Das ist das Kernbild: dicker Rumpf, dickes Gesicht, ein Stier- oder Büffelnacken, aber dünne Arme und Beine.",
    "end": 316.0
  },
  {
    "start": 316.0,
    "text": "LUKAS: Und jetzt kommt der Mechanismus, den ich richtig spannend finde. Wie kann ein Hormon, das eigentlich Substanz abbaut, dick machen?",
    "end": 316.0
  },
  {
    "start": 316.0,
    "text": "SARAH: Gute Frage. Kortisol ist nämlich ein kataboles Hormon, es baut ab. Und zwar nicht nur das Fett in den Armen und Beinen. - Cliffhanger, gleich mehr dazu. Also: es holt Fett aus den Armen und Beinen und schiebt gleichzeitig den Blutzucker hoch.",
    "end": 340.0
  },
  {
    "start": 340.0,
    "text": "LUKAS: Und jetzt der Clou: Wenn der Blutzucker und das Blutfett hochgehen, kommt das Insulin hinterher, und das Insulin baut das dann alles wieder ein, vor allem am Stamm.",
    "end": 340.0
  },
  {
    "start": 340.0,
    "text": "SARAH: So ist es. Kortisol, katabol, baut außen ab und Insulin, ganz anabol, baut innen wieder auf. Deshalb die dünnen Extremitäten und der dicke Stamm. Und deshalb ist übrigens auch „Untergewicht\" eine falsche Antwort, die Leute nehmen schlussendlich sogar zu.",
    "end": 369.0
  },
  {
    "start": 369.0,
    "text": "LUKAS: Nächstes Paar: der Blutdruck. Wir hatten es schon, Hypertonie, also hoher Blutdruck.",
    "end": 374.0
  },
  {
    "start": 374.0,
    "text": "SARAH: Und das ist ein absoluter Dauerbrenner: Die Aussage „arterielle Hypotonie\", also niedriger Blutdruck, ist falsch. Kortisol ist ein Stresshormon, es fährt den Kreislauf hoch, Blutdruck rauf.",
    "end": 389.0
  },
  {
    "start": 389.0,
    "text": "LUKAS: Merkt es euch über den Stress: Stresshormon heißt Power, heißt Blutdruck hoch. Dann der Zucker, die diabetische oder diabetogene Stoffwechsellage.",
    "end": 389.0
  },
  {
    "start": 389.0,
    "text": "SARAH: Auch das über den Stress: Kortisol denkt, der Körper braucht Energie, also schiebt es den Blutzucker nach oben. Über Jahre kann daraus sogar ein richtiger Diabetes werden, weil die Bauchspeicheldrüse ausleiert.",
    "end": 413.0
  },
  {
    "start": 413.0,
    "text": "LUKAS: Das ist dann der Typ 3 Diabetes, der sekundäre. Weiter mit dem Bewegungsapparat. Zwei Symptome, die zusammengehören: Muskelschwäche und Osteoporose.",
    "end": 413.0
  },
  {
    "start": 413.0,
    "text": "SARAH: Und beide kommen aus demselben Prinzip, dem katabolen Abbau. Kortisol baut Eiweiß aus den Muskeln ab, daher die Muskelschwäche, und es baut Knochensubstanz ab, daher die Osteoporose. Das ist der Cliffhanger von eben: Kortisol baut alles ab: Fette, Eiweiße und sogar Knochensubstanz.",
    "end": 413.0
  },
  {
    "start": 413.0,
    "text": "LUKAS: Und die Muskelschwäche ist so was von prüfungsrelevant, das ist fast in jeder Cushing-Frage die richtige Antwort. Und der Ablenker dazu?",
    "end": 454.0
  },
  {
    "start": 454.0,
    "text": "SARAH: Der Ablenker ist „eine kräftig ausgebildete Muskulatur\", logisch falsch, wir bauen ja ab, nicht auf. Merkt euch: Cushing macht schwach, nicht stark.",
    "end": 464.0
  },
  {
    "start": 464.0,
    "text": "LUKAS: Dann die Sache mit dem Immunsystem, das finde ich immer ein bisschen paradox.",
    "end": 464.0
  },
  {
    "start": 464.0,
    "text": "SARAH: Ist es auch. Kortisol drückt das Immunsystem herunter, es wirkt entzündungshemmend, und genau deshalb geben wir es ja als Medikament. Die Kehrseite: Man wird infektanfällig, die Wunden heilen schlechter.",
    "end": 483.0
  },
  {
    "start": 483.0,
    "text": "LUKAS: Also der Deal ist: Man dämpft die Entzündung, handelt sich aber eine Abwehrschwäche ein. Im Blutbild sieht man dann weniger Lymphozyten und weniger eosinophile Granulozyten.",
    "end": 494.0
  },
  {
    "start": 494.0,
    "text": "SARAH: Sehr schön hergeleitet. Und daraus ergibt sich direkt eine oft gefragte Aussage bei den Kortison-Nebenwirkungen: „vermehrtes Auftreten von Allergien\", das ist falsch.",
    "end": 505.0
  },
  {
    "start": 505.0,
    "text": "LUKAS: Klar, denn eine Allergie ist ja eine Überreaktion des Immunsystems, und das Immunsystem wird gerade gedämpft. Kortison ist sogar ein Notfallmedikament bei allergischen Reaktionen.",
    "end": 517.0
  },
  {
    "start": 517.0,
    "text": "SARAH: Perfekt auf den Punkt.",
    "end": 517.0
  },
  {
    "start": 517.0,
    "text": "LUKAS: Aber - Lukas - eins will ich da dann doch noch einwerfen, denn das Kortisol ist wirklich ein komplex wirkendes Hormon.",
    "end": 526.0
  },
  {
    "start": 526.0,
    "text": "SARAH: Schieß los.",
    "end": 526.0
  },
  {
    "start": 526.0,
    "text": "LUKAS: Es stimmt ja nicht ganz, wenn wir sagen, das Kortisol das Immunsystem dämpft. Es dämpft vor allem die Lymphozytenarbeit und die Entzündungsmediatoren. Die neutrophilen Granulozyten dagegen werden sogar hochgefahren.",
    "end": 541.0
  },
  {
    "start": 541.0,
    "text": "SARAH: Wow! Das stimmt. Aber warum?",
    "end": 543.0
  },
  {
    "start": 543.0,
    "text": "LUKAS: Stefan hat das mal erklärt und das hat mir wirklich gezeigt, wie vernetzt alles im Körper ist. Wenn wir unsere Entzündungsprozesse ausbremsen, dann ist es wichtig, dass es gar nicht erst zu Entzündungen kommt. Und dafür brauchen wir die neutrophilen Granulozyten. Sie sind ja unsere erste Verteidigungslinie gegen Bakterien und unspezifische Noxen. Und weil das Kortisol eigentlich nicht dafür gemacht ist, dauerhaft erhöht zu sein, ist sein Plan: Wenn ich hier kurzfristig eine Stresssituation managen muss, und deshalb weniger Energie in das Immunsystem schiebe, dann fahre ich solange die erste Verteidigungslinie hoch. Das ist wenigstens ein Basisschutz.",
    "end": 543.0
  },
  {
    "start": 543.0,
    "text": "SARAH: [long pause] Jetzt bin ich sprachlos, Sarah. Unser Körper ist wirklich ein echtes Wunder.",
    "end": 587.0
  },
  {
    "start": 587.0,
    "text": "LUKAS: Ja, genau so erlebe ich das auch. Aber lass uns jetzt weitermachen, Lukas.",
    "end": 592.0
  },
  {
    "start": 592.0,
    "text": "SARAH: Okay. Zurück zu den Symptomen beim Cushing-Syndrom. Da haben wir noch ein Thema, das die innere Schicht der Nebennierenrinde betrifft, die Sexualhormone.",
    "end": 592.0
  },
  {
    "start": 592.0,
    "text": "LUKAS: Ja. Es können nämlich Zeichen einer Vermännlichung dazukommen: vermehrte Körperbehaarung bei Frauen bis hin zum Bartwuchs, das nennt man Hirsutismus, dazu kann die Regelblutung ausbleiben.",
    "end": 615.0
  },
  {
    "start": 615.0,
    "text": "SARAH: Als Merkhilfe kann man sagen: Beim Cushing hängt oft das Testosteron mit drin. Und aufgepasst, auch hier eine gern gefragte Aussage: „verminderte Körperbehaarung bei Frauen\" wäre falsch, es ist eher mehr Behaarung.",
    "end": 630.0
  },
  {
    "start": 630.0,
    "text": "LUKAS: Und zum Schluss der Symptome noch die Kinder. Was passiert bei Kindern mit Cushing, Lukas?",
    "end": 636.0
  },
  {
    "start": 636.0,
    "text": "SARAH: Bei Kindern kommt es zur Wachstumshemmung. Der ganze Körper ist im Abbau-Modus, da bleibt keine Kraft fürs Wachstum.",
    "end": 643.0
  },
  {
    "start": 643.0,
    "text": "LUKAS: Und der passende Ablenker?",
    "end": 646.0
  },
  {
    "start": 646.0,
    "text": "SARAH: „Riesenwuchs\" oder „Wachstumsbeschleunigung bei Kindern\", beides falsch. Es ist genau umgekehrt, eher Minderwuchs.",
    "end": 654.0
  },
  {
    "start": 654.0,
    "text": "LUKAS: Wisst ihr was, ich fasse die Gegensatzpaare mal ganz kurz zusammen, das ist so schön eingängig: Muskelschwäche statt kräftiger Muskeln, hoher statt niedriger Blutdruck, rotes statt blasses Gesicht, Gewichtszunahme statt Untergewicht, mehr statt weniger Behaarung, und Wachstumshemmung statt Riesenwuchs.",
    "end": 673.0
  },
  {
    "start": 673.0,
    "text": "SARAH: Und ein Tipp für euch: In der Prüfung wird oft eine unauffällige Aussage als richtig versteckt und drumherum lauter Gegenteile gestellt. Wenn ihr die Paare kennt, hakt ihr die Ablenker einfach ab.",
    "end": 686.0
  },
  {
    "start": 686.0,
    "text": "LUKAS: Und noch ein kurzer Hinweis für die Nebenwirkungs-Fragen: Da tauchen als richtige Antworten auch mal Schlafstörungen und eine dünne, atrophische Haut auf, auch das gehört zum \"Zuviel-Kortisol\".",
    "end": 696.0
  },
  {
    "start": 696.0,
    "text": "SARAH: Guter Punkt. Schlafstörungen durch die Stresswirkungen und die dünne Haut durch den Bindegewebeabbau in der Unterhaut. Und wenn ihr merkt, dass ihr bei diesen ganzen Zusammenhängen noch wackelt, woher welches Symptom kommt, dann schaut euch die Videotrainings von Stefan Barres bei Heilpraktikerausbildung24 an. Gerade so ein verschachteltes Thema wie die Hormone wird da nochmal richtig anschaulich erklärt.",
    "end": 721.0
  },
  {
    "start": 721.0,
    "text": "LUKAS: Ja, die Kombination hat sich echt bewährt: unsere Podcast-Folgen für den Überblick und die Videotrainings für die Vertiefung. Schaut mal rein.",
    "end": 730.0
  },
  {
    "start": 730.0,
    "text": "SARAH: So, jetzt haben wir die Symptome. Fehlt noch: Wie stellt man die Diagnose? Und da halten wir uns bewusst kurz, denn geprüft wird vor allem das Prinzip.",
    "end": 740.0
  },
  {
    "start": 740.0,
    "text": "LUKAS: Erster Schritt ist klar: Wir schauen, ob das Kortisol im Blut wirklich erhöht ist.",
    "end": 744.0
  },
  {
    "start": 744.0,
    "text": "SARAH: Und hier ein Detail, das auch schon gefragt wurde: Bei der Blutabnahme muss man die Tageszeit beachten. Kortisol hat einen starken Tagesrhythmus, morgens ist es am höchsten, abends am niedrigsten.",
    "end": 757.0
  },
  {
    "start": 757.0,
    "text": "LUKAS: Deshalb nimmt man das Blut am besten morgens ab, so gegen acht. Wenn jemand fragt, bei welchem Laborwert die Uhrzeit wichtig ist, dann ist Kortisol eine klassische Antwort.",
    "end": 767.0
  },
  {
    "start": 767.0,
    "text": "SARAH: Und dann der zweite, entscheidende Schritt: Wir messen das A-C-T-H. Damit finden wir heraus, wo das Problem sitzt.",
    "end": 773.0
  },
  {
    "start": 773.0,
    "text": "LUKAS: Und da müssen wir kurz an die Rückkopplung denken. Normalerweise gilt: Wenn viel Kortisol da ist, fährt der Körper das A-C-T-H herunter, das ist die negative Rückkopplung.",
    "end": 773.0
  },
  {
    "start": 773.0,
    "text": "SARAH: Genau. Hohe Kortisolspiegel senken A-C-T-H und C-R-H, nicht umgekehrt. Auch das ist eine beliebte Prüfungsaussage: „Hohe Kortisonspiegel steigern A-C-T-H\", und die ist falsch.",
    "end": 798.0
  },
  {
    "start": 798.0,
    "text": "LUKAS: Und mit diesem Wissen können wir jetzt die Ursache eingrenzen. Fall eins: Kortisol hoch, A-C-T-H niedrig. Wo sitzt das Problem?",
    "end": 807.0
  },
  {
    "start": 807.0,
    "text": "SARAH: Hier reagiert die Hypophyse ja. Sie versucht das erhöhte Kortisol zu korrigieren und fährt ihr A-C-T-H herunter, weil schon genug Kortisol da ist. Also muss die Quelle die Nebennierenrinde selbst sein, ein Tumor dort, der autonom Kortisol produziert. Eine primäre Nebennierenrindenproblematik.",
    "end": 807.0
  },
  {
    "start": 807.0,
    "text": "LUKAS: Und Fall zwei: Kortisol hoch und A-C-T-H ebenfalls hoch.",
    "end": 831.0
  },
  {
    "start": 831.0,
    "text": "SARAH: Dann stimmt etwas mit der Rückkopplung nicht, das A-C-T-H müsste ja niedrig sein. Ist es aber hoch, dann ist das A-C-T-H selbst der Antreiber. Jetzt ist die Kortisol-Erhöhung nicht die Ursache, sondern die Folge. Das Problem sitzt oben, in der Hypophyse, das ist unser Morbus Cushing, oder in so einem A-C-T-H-bildenden Tumor. Eine sekundäre Nebennierenrindenproblematik.",
    "end": 855.0
  },
  {
    "start": 855.0,
    "text": "LUKAS: Und das ist keine Spielerei, das ist praktisch wichtig: Es hilft ja nichts, an der Nebenniere herumzudoktern, wenn das Problem eigentlich in der Hypophyse sitzt.",
    "end": 855.0
  },
  {
    "start": 855.0,
    "text": "SARAH: Ganz recht. Dieselbe Logik kennt ihr übrigens von der Schilddrüse, da schaut man auf das T-S-H. Es ist immer das gleiche Prinzip: Das Steuerhormon verrät, wo der Fehler liegt.",
    "end": 875.0
  },
  {
    "start": 875.0,
    "text": "LUKAS: Damit sind wir auch schon bei Therapie und Prognose, und da fassen wir uns auch kurz.",
    "end": 879.0
  },
  {
    "start": 879.0,
    "text": "SARAH: Bei einem Tumor: heraus damit, operativ, egal ob in der Hypophyse oder in der Nebenniere. Wenn das nicht geht, kann man die Kortisolbildung auch medikamentös bremsen.",
    "end": 879.0
  },
  {
    "start": 879.0,
    "text": "LUKAS: Und beim exogenen Cushing, dem durch Kortison-Medikamenten-Einnahme, ist die Frage: Braucht der Mensch das Kortison überhaupt, oder kann man es reduzieren?",
    "end": 900.0
  },
  {
    "start": 900.0,
    "text": "SARAH: Und da ein ganz wichtiger Merkposten für Prüfung und Praxis: Kortison, das man länger genommen hat, darf man nicht abrupt absetzen. Man muss es ausschleichen.",
    "end": 910.0
  },
  {
    "start": 910.0,
    "text": "LUKAS: Warum eigentlich, erklärst du das kurz?",
    "end": 912.0
  },
  {
    "start": 912.0,
    "text": "SARAH: Weil der körpereigene Regelkreis sich an das Kortison von außen gewöhnt und die eigene Produktion heruntergefahren hat. Setzt man abrupt ab, steht der Körper plötzlich ohne Kortisol da, und das kann gefährlich werden.",
    "end": 926.0
  },
  {
    "start": 926.0,
    "text": "LUKAS: Und die Prognose? Unbehandelt ist das Cushing-Syndrom nichts Harmloses, der Dauer-Kortisolspiegel zehrt den Körper aus, und bei bösartigen Tumoren kommt die Tumorgefahr dazu.",
    "end": 937.0
  },
  {
    "start": 937.0,
    "text": "SARAH: Deshalb gehört das erkannt und behandelt. Aber für die Prüfung gilt: Die Punkte holt ihr euch bei den Symptomen und ihren Gegenteilen, das ist der Kern.",
    "end": 946.0
  },
  {
    "start": 946.0,
    "text": "LUKAS: Dann machen wir mal den Schnelldurchlauf zum Mitschreiben: Cushing heißt zu viel Kortisol. Häufigste Ursache ist exogen, also Kortison als Medikament. Die Symptome kommen alle aus dem Kortisol-Zuviel: Stammfettsucht mit Vollmondgesicht, hoher Blutdruck, hoher Blutzucker, Muskelschwäche, Osteoporose, Infektanfälligkeit, Vermännlichung, und bei Kindern Wachstumshemmung.",
    "end": 971.0
  },
  {
    "start": 971.0,
    "text": "SARAH: Und merkt euch die Gegenteile: nicht Hypotonie, sondern Hypertonie; nicht kräftige Muskeln, sondern Muskelschwäche; nicht Riesenwuchs, sondern Wachstumshemmung; und keine vermehrten Allergien, denn Kortison dämpft ja das Immunsystem. Dafür aber erhöhte Neutrophile.",
    "end": 971.0
  },
  {
    "start": 971.0,
    "text": "LUKAS: In der Diagnostik: Kortisol morgens messen, dann A-C-T-H. Niedrig heißt Nebenniere, hoch heißt Hypophyse oder ektoper Tumor.",
    "end": 998.0
  },
  {
    "start": 998.0,
    "text": "SARAH: Damit habt ihr das Cushing für die Prüfung sauber im Griff. In der Folge 25 haben wir uns übrigens das Gegenstück angesehen, den Morbus Addison, wenn zu wenig aus der Nebennierenrinde kommt.",
    "end": 1009.0
  },
  {
    "start": 1009.0,
    "text": "LUKAS: Oh ja, das passt perfekt dazu. Für heute sagen wir aber: Macht's gut und viel Erfolg beim Lernen, ihr Lieben!",
    "end": 1016.0
  },
  {
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    "text": "SARAH: Ciao, bis bald!",
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