[
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    "end": 3.33,
    "text": "Ich sag mal überspitzt, das ist was für weiche Eier."
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  {
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    "text": "und die wirklich coolen Ärzte und Ärzte, die haben halt was drauf."
  },
  {
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    "text": "Was brauchen wir da?"
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    "text": "Empathie?"
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    "text": "Ich glaube, dass Empathie wirklich eine sehr wunderbare Kunst ist, den Unterschied im Leben von Patienten und Klienten zu machen."
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    "end": 18.15,
    "text": "Der AMBOS Podcast."
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    "end": 20.87,
    "text": "Ärztliches Wissen für Klinik und Praxis."
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    "end": 28.43,
    "text": "Von AMBOS, der Wissensplattform, die jede vierte Ärztin, jeder vierte Arzt für klinische Entscheidungen und zur Fort- und Weiterbildung nutzt."
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    "text": "Heute mit einer Folge zum Thema Empathie und Empathieverlust."
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    "text": "Am Mikrofon ist für euch Philipp Winghardt, Arzt aus der Ambossredaktion."
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    "text": "Patientinnen und Patienten empathisch begegnen."
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    "text": "Im hektischen Alltag ist das meistens gar nicht so einfach umzusetzen."
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    "text": "Zeitdruck, Bettendruck, volle Wartezimmer."
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    "text": "Es gibt viele Gründe, schnell zu machen und dabei vielleicht weniger empathisch zu sein, als man sich das eigentlich wünscht."
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    "text": "Und das, obwohl es eine klare Evidenz dafür gibt, wie sich Empathie auf die Gesundheit oder zum Beispiel auch die Therapiatarenz unserer Patientinnen"
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    "text": "und Patienten"
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    "text": "auswirkt."
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    "text": "Wir schauen uns daher heute diese erstaunliche menschliche Fähigkeit etwas genauer an und besprechen Methoden, wie man sie stärken und im Alltag verankern kann."
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    "text": "Dazu begrüße ich herzlich Dr."
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    "text": "Veronica Rufa, sie ist Allgemein-Medizinerin und beschäftigt sich mit dem Thema auch wissenschaftlich im Rahmen ihrer Tätigkeit als Lehrärztin an der Charité Universitätsmedizin Berlin."
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    "end": 87.37,
    "text": "Und außerdem begrüße ich Dr."
  },
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    "end": 95.11,
    "text": "Samuel Sieber, er ist Psychologe und auch ersetzt sich in seiner täglichen Praxis regelmäßig mit dem Thema Empathie auseinander."
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    "text": "Dr."
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    "end": 96.23,
    "text": "Rufa, Dr."
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    "end": 97.35,
    "text": "Sieber, herzlich willkommen."
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    "end": 100.19,
    "text": "Vielen Dank, dass Sie heute zu Gast im AMBOS Podcast sind."
  },
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    "end": 102.45,
    "text": "Ja, vielen Dank für die Einleitung."
  },
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    "end": 105.85,
    "text": "Ich freue mich sehr auf das interdisziplinäre Gespräch."
  },
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    "end": 109.97,
    "text": "Ja, auch von mir vielen Dank für dieses total interessante Thema."
  },
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    "end": 112.43,
    "text": "Und mal gucken, was wir da noch daraus kriegen."
  },
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    "text": "Da bin ich auch gespannt."
  },
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    "end": 115.69,
    "text": "Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen."
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    "text": "Warum ist es wichtig, über Empathie im ärztlichen Alltag zu sprechen?"
  },
  {
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    "end": 143.93,
    "text": "Also für mich war überraschend in der Beschäftigung des Themas, dass dieses Thema Empathie, das hatte ich bisher immer so ein bisschen begriffen als Gabe, die vom Himmel fällt, was wir Ärztinnen haben oder nicht haben, aber die Möglichkeit, das zu trainieren und als machtvolles Werkzeug zu benutzen und dadurch ja auch Behandlungserfolg deutlich zu erzielen, finde ich schön."
  },
  {
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    "end": 146.01,
    "text": "Fast noch schöner oder?"
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    "end": 156.41,
    "text": "sagen wir mal gleichberechtigt, finde ich, dass es auch für einen selbst das Stress erleben, deutlich reduzieren kann, nachweislich und dadurch zu mehr Berufszufriedenheit führt."
  },
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    "text": "Ach,"
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    "text": "das kann man so klar sagen, ja."
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    "text": "Mehr Empathie führt zu mehr Berufszufriedenheit."
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    "end": 174.27,
    "text": "Das Spannende, also durch diese Oxytozinausschüttung, die dann erfolgt, da kommen wir später noch drauf, ist das wirklich messbar, dass es mehr Berufszufriedenheit gibt, wenn man es so als Mitgefühl empfindet."
  },
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    "end": 178.41,
    "text": "Ich glaube, dass es auch gelebte und erlebte."
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    "text": "Empathie macht einen Riesenunterschied im Leben von Patienten."
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    "end": 187.37,
    "text": "Sie erleben etwas und sie leben etwas als Arzt oder als Therapeuten."
  },
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    "end": 192.59,
    "text": "Das ist sehr wichtig für das Erleben der Patienten, die rausgehen und sagen, wir sind zufrieden."
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    "text": "Da gibt es ganz interessante Untersuchungen."
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    "text": "Zum Beispiel in Frontiers."
  },
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    "end": 211.75,
    "text": "Da gab es eine Studie von Julia Lamiani, die hat untersucht, wie sich die Empathie von Klinikerinnen und Klinikern bei der Behandlung von kritisch kranken Patientinnen und Patienten auf die eigene Arbeit und die Arbeitszufriedenheit auswirkt."
  },
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    "text": "Und da hat sich eben gezeigt, eine höhere klinische Empathie geht einher mit einer besseren Arzt-Patientenbeziehung, mit mehr beruflicher Erfüllung, mit einer höheren Arbeitszufriedenheit."
  },
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    "end": 225.69,
    "text": "Und dass es auch einfach seltener zu Konflikten kommt."
  },
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    "start": 226.23,
    "end": 234.25,
    "text": "Ist denn Ärztinnen und Ärzten diese... Beziehung nenne ich es jetzt mal zwischen der eigenen Arbeit und der eigenen Empathie bewusst."
  },
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    "end": 243.17,
    "text": "Ich denke, das Fehlen von der Empathie und die offene Kommunikation darüber ist doch noch deutlich ein Tabuthema."
  },
  {
    "start": 243.85,
    "end": 252.61,
    "text": "Und gleichzeitig ist es ein hoher Anspruch an uns selbst, es zu jeder Zeit altzeit abrufbar vorhanden zu haben als Ärzte."
  },
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    "start": 253.29,
    "end": 292.47,
    "text": "Und was ich spannend fand, weswegen wir auch auf dieses Thema kam, war, dass die Studierenden, die noch nicht im Patienten Kontakt sind, also im Regelstudium, zweiten Semester auf die Frage, was Sie fürchten, wenn Sie sich selbst als Ärztin sehen, doch Mitte an erster Stelle und die Antwort fachliche Fehler zu machen, war da jetzt in dem Fall gar nicht Thema, also nicht erlaubt sozusagen, sagen Sie relativ am Anfang, ich habe Angst davor, meine Empathie zu verlieren und ich habe Angst davor, so ein zynischer Kollege, Kollegin zu werden und das fand ich doch selber eindruppend."
  },
  {
    "start": 293.25,
    "end": 312.29,
    "text": "Und das zeigt sich auch in Studien, die wir vielleicht auch verlinken können, dass man zumindest in den westlich industrialisierten Ländern sieht, dass die Empfunden, Empathie, also gemessen über Fragebögen, das ist natürlich immer so eine Sache, abnimmt ab dem dritten Studienjahr."
  },
  {
    "start": 312.67,
    "end": 320.49,
    "text": "Also in den Momenten, wo wir in Kontakt kommen mit Patientinnen und Patienten, nimmt die Selbstempathiefähigkeit ab."
  },
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    "start": 320.81,
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    "text": "Und das ist doch wirklich spannend."
  },
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    "text": "Ja,"
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    "text": "unbedingt."
  },
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    "start": 323.15,
    "end": 330.17,
    "text": "Und man könnte jetzt natürlich auch sagen, die kommen nicht nur in Kontakt mit Patientinnen und Patienten, sondern eben auch mit anderen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, bzw."
  },
  {
    "start": 330.61,
    "end": 331.61,
    "text": "unserem Gesundheitswesen."
  },
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    "start": 332.05,
    "end": 339.53,
    "text": "Genau, auch ein wichtiger Punkt sieht man auch, dass es natürlich dieses Umfeld braucht, dieses empathische Umfeld."
  },
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    "text": "Man braucht als Voraussetzung die Selbstfürsorge."
  },
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    "text": "Das ist ja alles so eine Sache bei uns Ärztinnen und Ärzten."
  },
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    "text": "Wie sieht es da denn aus?"
  },
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    "end": 353.45,
    "text": "Also die Studierenden, das haben wir jetzt schon gehört, das ist das eine der größten Sorgen, dass man die Empathie verliert."
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    "end": 355.89,
    "text": "Wie sehen das denn Ärztinnen und Ärzte?"
  },
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    "text": "Wie bewerten die das Thema?"
  },
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    "end": 362.47,
    "text": "Ja, ich denke auch da ist ein großes Bedürfnis, darüber zu reden."
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    "start": 362.69,
    "end": 369.91,
    "text": "Zumindest haben Herr Sieber und ich, dass er auch in der Vorbereitung so erlebt, da eigentlich überall, wo man nur dran tippte, sprudelt es."
  },
  {
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    "text": "Also es ist, glaube ich, ein großes Bedürfnis, weil dieser Anspruch und die Realität doch sehr auseinandergeklaffen."
  },
  {
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    "text": "Und ich glaube, dieses... Das kenne ich von mir selbst auch."
  },
  {
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    "end": 388.39,
    "text": "Dieses damit hadern, wenn man sich selbst nicht so empathisch erlebt, wie man gerne sein möchte, ist kein gutes Gefühl."
  },
  {
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    "text": "Und das kann man auch schlecht kommunizieren oft."
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    "text": "Hat aber eine hohe, hohe Bedeutung für die Patientenbindung."
  },
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    "end": 401.93,
    "text": "Und wenn sie gelingt, ist es was Großartiges und extrem Wichtiges, was eben auch trainierbar ist."
  },
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    "text": "Das ist ja das Tolle."
  },
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    "end": 407.45,
    "text": "Wir gucken uns ja nachher an, wie man das konkret machen kann, aber das halten wir schon mal fest."
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    "text": "Empathie ist trainierbar, das fällt nicht vom Himmel."
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    "text": "Nein."
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    "text": "Das fällt nicht vom Höhe."
  },
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    "text": "Man kann es"
  },
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    "text": "üben,"
  },
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    "end": 416.27,
    "text": "man kann es trainieren und man kann es auch verlernen."
  },
  {
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    "end": 422.47,
    "text": "Und das macht ja das Schwierige manchmal aus, das glaube ich im Kontext unseres Gesundheitswesens, der Medizin, aber auch der Therapie."
  },
  {
    "start": 423.25,
    "end": 432.43,
    "text": "In der Situation, wo wir viel abarbeiten müssen oder ein Zeitfenster von ganz wenigen Minuten nur haben, eigentlich ist es oftmals dazu führt, Empathie auch sehr schnell zu verlieren."
  },
  {
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    "end": 441.19,
    "text": "Und es wichtig ist es eigentlich wieder zu lernen und es wieder in seinen Arbeitskontext mit reinzubringen, seine empathische Haltung wieder zu aktivieren zu können."
  },
  {
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    "end": 454.05,
    "text": "auch wenn alle drei Minuten ein neuer Patient reinkommt, den wir wieder neu einschätzen müssen und der uns vielleicht ja auch wieder zu etwas Neuem anregt, weil jeder Kontakt mit einem Patienten ist ja auch etwas anregendes, zu vielstellendes Neues sozusagen."
  },
  {
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    "end": 457.83,
    "text": "Haben wir das Thema denn ärztlicherseits genügend auf dem Schirm?"
  },
  {
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    "end": 473.91,
    "text": "Also ich glaube, es ist so ein Stiefkind und also mir geht es so, das Wissen über dieser... machte Empathie im Außen und auch für mich selbst als Ärztin in der Berufszufriedenheit war mir so nicht klar."
  },
  {
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    "end": 478.89,
    "text": "Und es fällt oft hin über gegenüber vermeintlich wichtigeren Dingen."
  },
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    "text": "Natürlich Zeitdruck, lange Tage und so."
  },
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    "text": "Alles erschwerend."
  },
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    "end": 493.19,
    "text": "Aber es wird, glaube ich, auch innerhalb der medizinischen Community, wenn man das so sagen kann, so ein bisschen abgewarzt."
  },
  {
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    "end": 497.73,
    "text": "Also so als, ich sag mal überspitzt, ist was für Weicheier."
  },
  {
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    "end": 504.41,
    "text": "und die wirklich coolen Ärzte und Ärzte, die haben halt was drauf, was brauchen wir da im Party?"
  },
  {
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    "end": 513.81,
    "text": "Und ich glaube auch dadurch, plus diese überhaupt oft nicht vorhandener Selbstversorgung macht der Empathie echt schwer, ihr Potential."
  },
  {
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    "text": "auszuspielen."
  },
  {
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    "end": 526.57,
    "text": "Also im therapeutischen Kontext ist es ja schon noch mal sehr viel anders, weil wir in Permanenz versuchen müssen, mit der Empathie zu arbeiten, weil wir permanent ja verstehen müssen."
  },
  {
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    "end": 533.31,
    "text": "Wir müssen uns permanent ein Leben, ein Denken in die Situation des Patienten, des Klienten, wo er gerade ist."
  },
  {
    "start": 533.97,
    "end": 535.67,
    "text": "Deswegen sind wir dauernd in Resonanz."
  },
  {
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    "end": 537.83,
    "text": "Deswegen müssen wir dauernd dort arbeiten mit."
  },
  {
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    "end": 543.65,
    "text": "Immer mit Resonanz und Empathie arbeiten, um weitergehen zu können im Heilungsprozess, im Nachfragen sozusagen."
  },
  {
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    "end": 544.91,
    "text": "Das ist ein ganz großer Unterschied."
  },
  {
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    "end": 547.33,
    "text": "Und wir haben einfach mehr Zeit als Therapeuten."
  },
  {
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    "end": 548.73,
    "text": "Das ist einfach oft so der Fall."
  },
  {
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    "end": 556.97,
    "text": "Das finde ich immer ganz spannend, wie das in der Psychologie läuft oder auch bei psychiatrischen Kolleginnen und Kollegen, dass die immer so eine Art Kamera mitlaufen haben."
  },
  {
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    "text": "Auf sich selbst und die eigenen Empfindungen im Gespräch mit Patientinnen und Patienten, weil man da ja auch total viele Rücksprachen."
  },
  {
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    "end": 569.95,
    "text": "wenn man jetzt eine absolute Ablehnung gegenüber dem Verhalten eines Menschen empfindet."
  },
  {
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    "end": 572.59,
    "text": "dann geht das ja meistens den anderen Menschen auch so."
  },
  {
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    "end": 577.29,
    "text": "Und daraus kann man dann Rückschlüsse ziehen, zum Beispiel auf, ich weiß nicht, Persönlichkeitsstrukturen."
  },
  {
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    "text": "Ich sag das jetzt mal ganz simpel, ne?"
  },
  {
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    "end": 585.41,
    "text": "Aber das find ich sehr spannend, dass sie diesen Blick immer haben und das therapeutisch und diagnostisch einsetzen, diese Introspektion."
  },
  {
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    "end": 591.25,
    "text": "Im somatischen Kontext, wenn wir jetzt wieder auf die Empathie gehen, gibt's natürlich sehr empathische Kolleginnen und Kollegen."
  },
  {
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    "end": 599.51,
    "text": "Aber das ist ja meistens etwas, was, glaub ich, eher nebenbei läuft und nicht als gelerntes Tool, als Introspektion, die ich dann richtig einsetze."
  },
  {
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    "end": 604.41,
    "text": "Also, dass die so automatisch mitläuft, funktioniert eben oft nicht."
  },
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    "text": "Und was ich auch ganz entlastend finde, aber da kommen wir eben nochmal drauf, sie muss vielleicht jetzt auch im Gegensatz zu den psychologischen Zusammenhänden auch nicht, sie muss auch nicht immer mitlaufen."
  },
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    "end": 629.53,
    "text": "Also natürlich reden wir nicht über respektvolles, empathisches Miteinander umgehen, aber ich muss nicht in allen Situationen die volle Resonanz Erfahrung machen."
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    "text": "Denke ich, das fängt an bei Bagatellgeschichten mit klarem Arbeitsauftrag, Kripphalleinfekt, Krankenschreibung."
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  {
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    "end": 645.95,
    "text": "Geht aber auch hin zu Notfallsituationen, wo es auch eher hinderlich sein kann, wo ich herein über die kommunative Ebene agieren muss."
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    "start": 646.59,
    "end": 656.69,
    "text": "Also ich glaube, es ist eher im ärztlichen Kontext ein Wahlinstrument bei einer empathischen Grundhaltung, aber eben was man da einsetzen kann."
  },
  {
    "start": 657.05,
    "end": 664.09,
    "text": "Es braucht aber... ein kurzes Zurücktreten, quasi eine Medi eben um es einsetzen zu können."
  },
  {
    "start": 664.27,
    "end": 671.61,
    "text": "und die zu schaffen in dieser drei bis fünf Minuten Medizin ist wirklich, sagen wir mal, eine Herausforderung."
  },
  {
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    "end": 672.77,
    "text": "Ja, allemal."
  },
  {
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    "end": 680.27,
    "text": "Wenn wir uns jetzt die Empathie anschauen als Phänomen, dann gibt es da ja ganz verschiedene Definitionen für die Empathie."
  },
  {
    "start": 680.51,
    "end": 694.01,
    "text": "Also im Allgemeinen gilt es ist eine Fähigkeit beziehungsweise eine Bereitschaft und zwar um Empfindungen, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale bei einem anderen Lebewesen zu erkennen."
  },
  {
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    "end": 700.07,
    "text": "Also diese Fähigkeit, diese Bereitschaft und das Ganze dann eben auch zu verstehen und nachzuempfinden."
  },
  {
    "start": 700.57,
    "end": 705.35,
    "text": "Und dann gibt es auch immer wieder weitere Facetten und die würde ich gerne auch noch mit ihnen besprechen."
  },
  {
    "start": 705.49,
    "end": 711.45,
    "text": "Und zwar liest man immer wieder von emotionaler Empathie und kognitiver Empathie und sozialer Empathie."
  },
  {
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    "end": 715.15,
    "text": "Vielleicht können Sie uns diese Unterscheidungen noch ein bisschen näher bringen."
  },
  {
    "start": 716.07,
    "end": 723.91,
    "text": "Ja, also die emotionale Empathie wird von grundsätzlich allen als Empathie, als die klassische Empathie eigentlich gesagt, nämlich ich fühle, was du fühlst."
  },
  {
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    "end": 726.65,
    "text": "Ich kann in Resonanz gehen mit dem, was ich bei dir fühle."
  },
  {
    "start": 727.03,
    "end": 732.35,
    "text": "Ich merke, du bist hilflos, du bist traurig und ich empfinde das auch bei mir und kann eine Antwort darauf geben."
  },
  {
    "start": 732.81,
    "end": 734.01,
    "text": "Sozusagen, ich fühle, was ich fühle."
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    "end": 737.99,
    "text": "Die kognitive Empathie wird manchmal auch als Zero of Mind benannt."
  },
  {
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    "end": 740.07,
    "text": "Ich weiß, was du fühlst."
  },
  {
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    "end": 744.77,
    "text": "Das ist nicht, dass ich fühle, sondern ich weiß, was du fühlst und reagiere möglicherweise ganz anders."
  },
  {
    "start": 745.29,
    "end": 746.57,
    "text": "Das ist auch mit höheren Arealen."
  },
  {
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    "end": 749.41,
    "text": "Auch sind die anderen, da kann Frau Rufer bestimmt was zu sagen."
  },
  {
    "start": 749.97,
    "end": 762.57,
    "text": "Anders verbunden sozusagen und die soziale Empathie ist das Gefühl für eine Gruppe, worauf ihr ja möglicherweise auch noch mal kommen könnt, die unterschiedliche Empathiefähigkeit für In-Groups ist anhand einer sozialen Empathie veräußert sozusagen."
  },
  {
    "start": 762.67,
    "end": 766.65,
    "text": "Wir werden da vielleicht auch später noch mal zukommen, wie unterschiedliche Empathie sich darstellt."
  },
  {
    "start": 767.07,
    "end": 771.47,
    "text": "Aber es gibt keine eindeutig Definition, was ja seltsam ist, weil es gibt ja die."
  },
  {
    "start": 771.79,
    "end": 781.91,
    "text": "Herr Wendler schreibt es, dass eher eigentlich Empathie als ein Grundbegriff der Psychologie versteht und es mich umso mehr wundert, dass es keinen fachlichen, wissenschaftlich fundierten Definitionsbegriff gibt."
  },
  {
    "start": 782.07,
    "end": 785.19,
    "text": "und der Grundbegriff sind Intelligenz, Gedächtnis, Emotion, Denken, Kognition."
  },
  {
    "start": 785.29,
    "end": 787.17,
    "text": "und der sagt Empathie gehört da auf jeden Fall mit dazu."
  },
  {
    "start": 787.83,
    "end": 792.49,
    "text": "Und eigentlich wäre es dann schön zu sagen, wir definieren mal irgendwie, was das eigentlich letztlich wirklich sein soll."
  },
  {
    "start": 793.15,
    "end": 801.29,
    "text": "Und es gibt in Ergänzung dazu eben noch andere Schulen, die dann sagen würden, dieser kognitive Zugang ist nicht."
  },
  {
    "start": 801.91,
    "end": 808.57,
    "text": "Empathie, weil es nicht über das Gefühl geht, sondern wie er Sieber schon gesagt hat, ist dieser Theory of Mind."
  },
  {
    "start": 809.15,
    "end": 815.29,
    "text": "Der ist tatsächlich, wenn wir uns kognitiv reinversetzen in die Situation ist, aber nicht unbedingt fühlen."
  },
  {
    "start": 816.03,
    "end": 819.65,
    "text": "Anders leucht eine andere Areale im Gehirn auf."
  },
  {
    "start": 819.75,
    "end": 824.63,
    "text": "Also das ist sehr temporo parietal verortet, diese Region."
  },
  {
    "start": 825.47,
    "end": 840.73,
    "text": "Und dies ist ja zum Beispiel auch jetzt im pathologischen Sinne bei Persönlichkeitsgestörten häufig sehr ausgeprägt, aber eben ohne Gefühl trotzdem die Möglichkeit zu wissen, wie der andere sich fühlt."
  },
  {
    "start": 840.85,
    "end": 845.45,
    "text": "Auf der anderen Seite kann man dieses Areal auch sehr gut trainieren."
  },
  {
    "start": 845.57,
    "end": 851.99,
    "text": "Also das hat man gesehen im Training mit autistischen Menschen, das dieser kognitive Zugang."
  },
  {
    "start": 852.53,
    "end": 858.89,
    "text": "sehr gut auch trainierbar ist für Menschen, die diesen emotionalen Zugang, wo man das erst mal so ein bisschen aus dem Vorlässt."
  },
  {
    "start": 859.43,
    "end": 871.07,
    "text": "Ich denke, die emotionale Empathie, die dürfte allen relativ klar sein, kennt man ja, auch die soziale, können wir noch mal auf diese Theory of Mind eingehen, auf den kognitiven Ansatz, das noch mal ein bisschen näher beleuchten."
  },
  {
    "start": 872.03,
    "end": 876.29,
    "text": "Also ich kann es anhand eines Beispiels, glaube ich, ganz gut sagen, was ich auch in der Therapie merke."
  },
  {
    "start": 876.37,
    "end": 881.87,
    "text": "Oder jetzt sehen wir uns ja sozusagen gerade hier uns, ich habe gerade kognitiv wahrgenommen, sie freuen sich gerade."
  },
  {
    "start": 882.93,
    "end": 883.59,
    "text": "Oder sie lächelt."
  },
  {
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    "end": 885.09,
    "text": "Das bedeutet für mich Freude."
  },
  {
    "start": 885.17,
    "end": 892.63,
    "text": "Das heißt, ich erfahre über das Bild, was sie sozusagen für eine emotionale Befindlichkeit gerade haben, aber sie kommt bei mir nicht an als ein Gefühl."
  },
  {
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    "text": "Also."
  },
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    "text": "Aber wenn ich sie nicht fühle, sondern nur sagen, sie sind gerade freudig, kann ich damit ja was machen, ohne dass ich emotional in die Resonanz gehe."
  },
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    "text": "Bei Trauer ist es manchmal vielleicht noch plakativer."
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    "end": 909.59,
    "text": "Wenn ich Menschen mit Trauern oder in Hilflosigkeit begegne, merke ich ein Gefühl der Hilflosigkeit und such mir eine Antwort darauf."
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    "end": 911.53,
    "text": "Das ist die emotionale Empathie."
  },
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    "text": "Wenn ich aber stellte, der andere ist hilflos und ich sehe es nur, kann ich eine andere Antwort möglicherweise geben und ich kann es manipulieren möglicherweise."
  },
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    "text": "Ich weiß, eine emotionale Empathie gar nicht kann."
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    "text": "Okay, jetzt verstehe ich."
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    "text": "Also man macht das dann tatsächlich so, man sieht ein Signal, zum Beispiel lächeln und Schluss folgert dann daraus."
  },
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    "start": 928.21,
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    "text": "Aha, dieses ... Signal bedeutet Freude und dann hat man eine Empathie."
  },
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    "text": "Genau."
  },
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    "end": 943.79,
    "text": "Dann verstehe ich auch, dass das einige anzweifeln, dass das zur Empathie wirklich gehört und ich verstehe auch, warum das im autistischen Spektrum praktisch sein kann, das so zu trainieren."
  },
  {
    "start": 944.43,
    "end": 947.81,
    "text": "Welche Form der Empathie ist denn für die ärztliche Arbeit die wichtigste?"
  },
  {
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    "end": 961.25,
    "text": "Also wenn man dann nochmal in die Begriffe verreiten geht, mit dieser Theorie of Mind, mit dem kognitiven Zugang, ist das nicht, das impliziert nicht notwendigerweise ein prosoziales Verhalten."
  },
  {
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    "end": 974.79,
    "text": "Also ich kann zum Beispiel eine Gruppe mir angucken und dann steht da einer, warum auch immer mir das jetzt einsteht, der nicht in die Volleyballgruppe gewählt wird und steht da so ein bisschen betroppelt am Rand."
  },
  {
    "start": 975.63,
    "end": 983.77,
    "text": "Ich fühle jetzt nicht seine Scham oder seine Traurigkeit, aber ich gucke mir das Bild an und denke mir, der ist jetzt bestimmt frustriert, weil er nicht in der Gruppe ist."
  },
  {
    "start": 984.21,
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    "text": "Das impliziert nicht, dass ich positiv aktiv werde."
  },
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    "end": 1003.65,
    "text": "Interessanterweise bei der Empathie, die er sich eher so in der Inselregion im Gehirn abspielt, wo er auch die ganzen Basissinnigkeitserfahrungen wie Geruch, Geschmack und so weiter ankommen."
  },
  {
    "start": 1004.53,
    "end": 1007.97,
    "text": "implizierte auch nicht automatisch ein prosoziales Verhalten."
  },
  {
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    "end": 1021.43,
    "text": "Also eher am Gegenteil, wenn ich nicht lerne, das zu regulieren, dann kann es auch sein, dass ich dieses Gefühl auf mich überschwappt und es mich lernt oder ich die Flucht antrete oder blockiert bin."
  },
  {
    "start": 1021.99,
    "end": 1028.129,
    "text": "Also auch das kann es nicht notwendigerweise mit einem aktiven, guten Tun verknüpft."
  },
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    "start": 1028.669,
    "end": 1032.989,
    "text": "Das wäre quasi der dritte Begriff und zwar dieses Mitgefühl."
  },
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    "end": 1037.489,
    "text": "Das warbert ja auch immer noch so ein bisschen rum, wenn es ein Begriffswirr war."
  },
  {
    "start": 1038.569,
    "end": 1060.929,
    "text": "Und ein Mitgefühl ist eher eine Motivation, als ein Gefühl, das ja ein bisschen verwirrend vom Begriff her, weil dieses Compassion Mitgefühl ist auch vor anderem angesiedelt, nämlich im premotorischen Cortex und bedeutet, ich fühle mit dir mit in Sorge und Dicht und möchte jetzt etwas tun, damit es dir besser geht."
  },
  {
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    "end": 1068.649,
    "text": "Also, ich bin dir in Liebe verbunden oder in Wohlwollen und möchte gerne aus einem Bedocknis heraus etwas tun."
  },
  {
    "start": 1068.75,
    "end": 1075.889,
    "text": "Also, das Mitgefühl ist eher ein Verhaltensauftrag und impliziert prosoziales Verhalten."
  },
  {
    "start": 1076.05,
    "end": 1079.35,
    "text": "Und würden Sie sagen, das ist dann das Elementare für die ärztliche Arbeit?"
  },
  {
    "start": 1079.729,
    "end": 1095.489,
    "text": "Das wäre super, wenn wir das hinkriegen würden, da gibt es auch eine sehr... Interessante, große Studie von Professor Tania Singer, die Resource-Studie, die eben sagt, diese Transformation von der Empathie zum Mitgefühl ist eine ganz wichtige."
  },
  {
    "start": 1095.61,
    "end": 1110.189,
    "text": "Und wenn wir in den helfenden Berufen das schaffen, das zu transformieren, dann sind wir auch viel weniger gefährdet selber auszubrennen und sind viel mehr in dieser Oxytozinausschüttung quasi verwoben und können das transferieren."
  },
  {
    "start": 1110.969,
    "end": 1121.169,
    "text": "Und ich glaube, dass alles möglich ist, dass es wichtig ist, alle Möglichkeiten im Kopf zu haben, empathisch zu sein, mitgefühlt daraus zu entwickeln und wissen, wann ich aussteige aus der Empathie ist, auch wichtig."
  },
  {
    "start": 1121.449,
    "end": 1129.05,
    "text": "Das hat der Vorrufer so ein bisschen angedeutert, schon gesagt sozusagen zu wissen, ich bin im empathischen Kontext, aber an der Stelle ist es gut, auszugehen, weil ich das gar nicht mehr mittragen."
  },
  {
    "start": 1129.649,
    "end": 1132.949,
    "text": "Brauch oder kann oder muss sozusagen also die Möglichkeit zu haben."
  },
  {
    "start": 1132.989,
    "end": 1134.09,
    "text": "Ich habe eine empathische Haltung."
  },
  {
    "start": 1134.209,
    "end": 1137.889,
    "text": "Ich weiß was Missgefühl ist und ich kann in der Empathie auch etwas wechseln."
  },
  {
    "start": 1138.01,
    "end": 1147.03,
    "text": "Schützt mich vor möglicherweise auch sehr viel sozusagen auszubrennen und einfach wirklich anhand dessen, dass ich jeden Tag neue Dinge erfahre auch nicht mehr arbeitsfähig zu sein."
  },
  {
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    "end": 1152.37,
    "text": "Okay, ich versuche mich einfach mal in einem kurzen Resümee."
  },
  {
    "start": 1152.57,
    "end": 1155.31,
    "text": "Sie grätschen mir einfach dazwischen, wenn ich was Falsches sage."
  },
  {
    "start": 1155.429,
    "end": 1158.03,
    "text": "Also wir haben einmal die emotionale Empathie."
  },
  {
    "start": 1158.27,
    "end": 1163.889,
    "text": "Das ist dieses emotionale Mitschwingen, was die meisten von uns, denke ich, einfach Empathie nennen würden."
  },
  {
    "start": 1164.389,
    "end": 1167.229,
    "text": "Dann haben wir diese Theory of Mind, die Kognitive."
  },
  {
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    "end": 1176.31,
    "text": "Empathie, also einen Reiz aufnehmen und dann aus diesem Reiz kognitiv heraus Schluss folgern, welche Emotion gerade vorliegen könnte."
  },
  {
    "start": 1176.689,
    "end": 1178.949,
    "text": "Und dann haben wir die soziale Empathie."
  },
  {
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    "end": 1184.489,
    "text": "Das ist, dass man in der Gruppe Emotionen und vielleicht auch Motive erkennen kann."
  },
  {
    "start": 1184.57,
    "end": 1188.169,
    "text": "Und dann haben sie noch was genannt, diese Compassion, das Mitgefühl."
  },
  {
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    "end": 1195.55,
    "text": "Und das ist vielleicht gar nicht so sehr ein Gefühl, sondern das ist schon etwas, was eigentlich in Richtung Motivation, in Richtung Handlung geht."
  },
  {
    "start": 1196.149,
    "end": 1205.75,
    "text": "Genau, es ist ja eine Motivation, es ist ein nicht bewährtenes Verstehen und hat als Basis das Selbstmitgefühl."
  },
  {
    "start": 1206.149,
    "end": 1220.709,
    "text": "Also ich muss, wenn ich in einem empathischen Kontext bin, kurz rausgehen, emotional und oder mental und gucken, wie er Sieber gesagt hat, ist, dass die Situation, wo ich es einsetze, möchte, kann, muss."
  },
  {
    "start": 1221.949,
    "end": 1232.83,
    "text": "oder wanne ich mitgeführt, aber man braucht kurz diese Vogelperspektive, um dann nicht komplett in dieser Resonanz zu versanden quasi."
  },
  {
    "start": 1233.11,
    "end": 1234.37,
    "text": "Und was ist dann Mitleid?"
  },
  {
    "start": 1235.35,
    "end": 1244.929,
    "text": "Mitleid ist, ja, ich finde, das klingt schon so mittelsympathisch, oder finde ich, das hatte immer auch so eine gewisse Hierarchie im Begriff."
  },
  {
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    "end": 1248.27,
    "text": "Also ich bin oben und habe Mitleid mit dir."
  },
  {
    "start": 1249.07,
    "end": 1256.61,
    "text": "Das Möchte meldern ist besorgt, hat aber auch häufig auch eine Abwehr oder eine Distanz als Folge."
  },
  {
    "start": 1257.59,
    "end": 1262.53,
    "text": "Und ist auch nicht so konkret als prosoziale Erhandlung umsetzbar."
  },
  {
    "start": 1262.83,
    "end": 1270.409,
    "text": "Also ist eher so eine Anteilnahme am Leid, aber mit einer gewissen Hierarchiestufe nicht unbedingt mit Handlungen"
  },
  {
    "start": 1270.59,
    "end": 1271.07,
    "text": "verknüpft."
  },
  {
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    "end": 1276.909,
    "text": "Sicher auch noch mal eine spannende Perspektive für die eigene Arbeit, wenn man sich den Begriff Mitleid auch noch mal so ansieht."
  },
  {
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    "end": 1278.729,
    "text": "Noch mal zur Empathie."
  },
  {
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    "end": 1280.889,
    "text": "Ist das denn etwas Urmenschliches?"
  },
  {
    "start": 1281.01,
    "end": 1282.87,
    "text": "Also Sie haben jetzt gesagt, man kann es lernen."
  },
  {
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    "end": 1285.87,
    "text": "Heißt das, wir haben das einfach alle gelernt mit der Zeit?"
  },
  {
    "start": 1286.389,
    "end": 1288.09,
    "text": "Oder kommen wir schon empathisch auf die Welt?"
  },
  {
    "start": 1289.33,
    "end": 1296.09,
    "text": "Also im Entwicklungskontext, von dem wenn wir uns die kindliche Psychologie anschauen, dann ist Empathie etwas, was von Anfang an mitentwickelt wird."
  },
  {
    "start": 1296.75,
    "end": 1302.53,
    "text": "Also kann man so sagen, ob es grundsätzlich etwas ist, da müsste man etwas mehr darüber philosophieren und nochmal darüber forschen."
  },
  {
    "start": 1302.61,
    "end": 1318.85,
    "text": "Ich glaube, dass Empathie in der Entwicklung des Menschseins eine große Rolle spielt und deswegen auch teilweise zu den Grundbegriffen der Psychologie gemacht, weil es eine Verbindung schafft, weil soziale Beziehung schafft, weil es Konflikte vermeidet und lösen kann, weil es Zusammenhälte von Gruppen irgendwie schafft, das schafft die Empathie."
  },
  {
    "start": 1319.149,
    "end": 1321.969,
    "text": "Im Entwicklungskontext von Kindern ist es von Anfang an gegeben."
  },
  {
    "start": 1322.909,
    "end": 1326.57,
    "text": "Entsprechend der Altersstufe sozusagen, das ist relativ gut auch absehbar."
  },
  {
    "start": 1326.629,
    "end": 1332.449,
    "text": "Am Anfang sind Kinder ja erst mal beim Lernen von, was man wahrnehmt, wie Dinge entstehen, wenn man ist sozusagen."
  },
  {
    "start": 1332.51,
    "end": 1342.389,
    "text": "Und wir kennen es ja in so einer Gruppe, so einer Krabbelgruppe, wenn ein Kind unruhig wird und anfängt zu weinen, kann man in der Regel davon auskennen, dass die anderen irgendwann auch anfangen zu weinen sozusagen."
  },
  {
    "start": 1342.469,
    "end": 1346.35,
    "text": "Also da merkt man schon gleich, gibt es da nicht etwas, was wir sagen können."
  },
  {
    "start": 1346.989,
    "end": 1356.57,
    "text": "Das ist reflektierte Empathie, aber es ist etwas, wo ein empathischer Modus schon mitschwingt, sozusagen, wo man schon anfängt, ah, da ist irgendwas nicht richtig, da stimmt irgendwas, ich muss eh nicht reagieren, möglicherweise."
  },
  {
    "start": 1356.909,
    "end": 1359.909,
    "text": "Und es entwickelt sich so weiter durch die ganzen Entwicklungstufen von Kindern."
  },
  {
    "start": 1360.31,
    "end": 1379.31,
    "text": "Das ist einfach relativ spannend über die ganzen Formen, die dann später kommen, sozusagen die prä-operationale Phase und die konkret-operationale Phase sozusagen hin zum erwachsenden Menschen, der dann irgendwann seine möglicherweise, nicht alle Menschen sind gleiche empathisch, möglicherweise diese ganzen empathischen Dinge gelernt hat und sie umsetzen kann."
  },
  {
    "start": 1380.01,
    "end": 1382.05,
    "text": "Und wir als Erwachsener, wir können es auch jedes Mal lernen."
  },
  {
    "start": 1382.469,
    "end": 1383.75,
    "text": "Das ist ja etwas, was ganz spannend ist."
  },
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    "end": 1385.949,
    "text": "Wie fangen wir an, wenn wir in unseren Beruf gehen?"
  },
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    "text": "Wir fangen an mit einem Bild."
  },
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  },
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    "text": "Was ist es nicht?"
  },
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    "end": 1392.629,
    "text": "Und im Rahmen unserer beruflichen Laufbahn wird sich unsere Empathie verändern."
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  },
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    "end": 1401.33,
    "text": "Also wer im Berufskontext anfängt, wird nicht dieselbe Empathie haben wie der, der jetzt so wie wir zehn Jahre schon dabei ist oder zwanzig."
  },
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    "text": "Wird die mehr oder weniger?"
  },
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    "text": "Das ist, glaube ich, auch ganz unterschiedlich."
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    "text": "Also ich kann es nur für mich sagen und ich fand, Empathie verändert sich im Sinne von Erfahrung, die ich im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit mache, weil ich mehr und mehr Menschen kennenlerne, die mehr und mehr etwas Eigenes mitbringen, was nicht mehr ganz in das... was auch da reinpasst und das, was ich mal gelernt habe."
  },
  {
    "start": 1423.11,
    "end": 1426.229,
    "text": "Aber in der Unterschiedlichkeit wird sie breiter, würde ich sagen."
  },
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    "end": 1427.55,
    "text": "Ob sie mehr wird, weiß ich nicht."
  },
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    "end": 1428.949,
    "text": "Sie wird breiter, würde ich sagen."
  },
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    "text": "Weil ich mehr verstehe."
  },
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    "end": 1434.03,
    "text": "Ich habe viel, viel mehr Menschen kennengelernt, die eine große Unterschiedlichkeit haben."
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  {
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    "end": 1439.389,
    "text": "Und das zu verstehen und diese Offenheit mitzubringen, heißt, meine Empathie, würde ich sagen, ist horizontal gewachsen."
  },
  {
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    "end": 1441.85,
    "text": "Sehr gut, horizontal wachsende Empathie also."
  },
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    "start": 1442.37,
    "end": 1446.449,
    "text": "Aber es ist ja ganz interessant, wie entwickelt sich die Empathie über eine Karriere hinweg?"
  },
  {
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    "end": 1450.389,
    "text": "Hören wir doch mal rein, was eine Kollegin und ein Kollege dazu sagen."
  },
  {
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    "text": "Meine Empathie ist"
  },
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    "end": 1454.37,
    "text": "von damals"
  },
  {
    "start": 1454.53,
    "end": 1468.909,
    "text": "zu jetzt mehr gestiegen, da ich damals vielleicht ein bisschen zu jung war, um mich da rein zu versetzen und heute doch ein bisschen mehr Einflugsvermögen in die bestimmten Situation"
  },
  {
    "start": 1468.989,
    "end": 1469.189,
    "text": "hau."
  },
  {
    "start": 1470.05,
    "end": 1477.649,
    "text": "Also die Empathie, die ich mir im Studium vorgestellt habe, habe ich mit Sicherheit inzwischen erreicht, hatte sie am Anfang nicht gleich."
  },
  {
    "start": 1479.11,
    "end": 1490.629,
    "text": "Nach einer schweren Erkrankung als junger Arzt hat anscheinend ein Sinneswandel stattgefunden und meine Empathie, insbesondere schweren Krankheitsbildern gegenüber,"
  },
  {
    "start": 1490.889,
    "end": 1491.07,
    "text": "ist"
  },
  {
    "start": 1491.429,
    "end": 1491.909,
    "text": "deutlich"
  },
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    "end": 1492.75,
    "text": "besser geworden."
  },
  {
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    "end": 1495.01,
    "text": "Also ich kann so beantworten, dass ich jetzt im"
  },
  {
    "start": 1495.07,
    "end": 1495.449,
    "text": "Moment"
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  {
    "start": 1496.07,
    "end": 1497.29,
    "text": "die Empathie habe,"
  },
  {
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    "end": 1497.649,
    "text": "die ich mir"
  },
  {
    "start": 1497.729,
    "end": 1500.129,
    "text": "auch am Anfang mit großen Idealen in den Studien"
  },
  {
    "start": 1500.189,
    "end": 1500.729,
    "text": "vorgestellt habe."
  },
  {
    "start": 1501.229,
    "end": 1505.25,
    "text": "Also, beide fühlen sich jetzt empathischer als zu Beginn ihrer Karriere."
  },
  {
    "start": 1505.669,
    "end": 1511.07,
    "text": "Das ist ja ein bisschen gegenläufig zu der Sorge, die die Studierenden hatten, was sie eingangs geschildert hatten."
  },
  {
    "start": 1511.129,
    "end": 1513.79,
    "text": "Die hatten ja die Sorge, dass sie mit der Zeit weniger empathisch werden."
  },
  {
    "start": 1514.27,
    "end": 1518.25,
    "text": "Ist das denn typisch, dass man sich mit fortlaufender Karriere immer empathischer fühlt?"
  },
  {
    "start": 1519.449,
    "end": 1527.409,
    "text": "Also, wenn man sich jetzt dieser Studierenden im Verlauf fährt, ist er eher widersprechlich."
  },
  {
    "start": 1528.07,
    "end": 1543.409,
    "text": "Resultat und auch bei dem, was die Studierenden fürchten, auf wen sie treffen und auch was wir so denke ich täglich an uns selbst oder anderen erfahren, ist das ja oft nicht gerade ein Bart in der Empathie."
  },
  {
    "start": 1544.25,
    "end": 1551.79,
    "text": "Also insofern ist es da natürlich ein bisschen die Frage auch wieder hier, wie ist das Selbstbild und wie ist es objektiv gesehen?"
  },
  {
    "start": 1552.469,
    "end": 1566.669,
    "text": "Ich glaube, was der Kollege da jetzt gesagt hat, diese Rollenumkehr durch die eigene Verletzlichkeit, durch eine schwere Erkrankung, das erfährt man immer wieder und das ist auch gut untersucht, dass das die eigene ärztliche Empathie steigert."
  },
  {
    "start": 1567.31,
    "end": 1574.25,
    "text": "durch die eigene Erfahrung der Bedürftigkeit und der Abhängigkeit auch von der empathischen Erhaltung im Kontext."
  },
  {
    "start": 1574.929,
    "end": 1588.31,
    "text": "Aber was wir halt auch wissen, ist das Zeitdruck und Stress, allein durch die Cortisol-Ausschüttung, durch diesen Alarmzustand, in den wir geraten, an so einem vollen Montag oder auf der Station oder wo auch immer."
  },
  {
    "start": 1589.35,
    "end": 1594.689,
    "text": "diese sowohl die Vorriebperspektive wie auch die Oxytozinausschüttung verhindern."
  },
  {
    "start": 1595.449,
    "end": 1597.449,
    "text": "Und das macht es halt wahnsinnig schwierig."
  },
  {
    "start": 1597.59,
    "end": 1605.83,
    "text": "Und wenn man dauernd in diesem Hamsterrat ist und es geführt, man kann es nicht mehr gestalten, kann es zu einem Empathieferlust kommen."
  },
  {
    "start": 1606.51,
    "end": 1610.37,
    "text": "Aber deswegen ist es ja umso wichtiger, dass man es trainiert, weil es trainierbar ist."
  },
  {
    "start": 1610.889,
    "end": 1618.189,
    "text": "Und wenn man es beherrscht, kann man im Umkehrschluss auch der Stressempfinden reduzieren, durch das Erfahren von Empathie."
  },
  {
    "start": 1618.969,
    "end": 1624.25,
    "text": "Jetzt haben sie den Empathieverlust angesprochen, hören wir doch auch dazu nochmal in zwei O-Töne."
  },
  {
    "start": 1625.01,
    "end": 1641.05,
    "text": "Ich glaube, Empathieverlust kommt vor allem dann, wenn man zeitlich unter Druck steht, viel im Stress ist, einfach in dem Moment, dass das Nervenkostüm von einem weiter schrumpft und dahingehend Empathie verloren geht."
  },
  {
    "start": 1662.37,
    "end": 1665.87,
    "text": "Das deckt sich ja schon sehr mit dem, was Sie gerade gesagt haben, Frau Dr."
  },
  {
    "start": 1665.929,
    "end": 1666.189,
    "text": "Rufa."
  },
  {
    "start": 1666.689,
    "end": 1668.209,
    "text": "Stress ist ein Empathiekiller."
  },
  {
    "start": 1668.949,
    "end": 1674.37,
    "text": "Ist ein Empathiekiller, aber eben auch ein Empfänger für Empathie."
  },
  {
    "start": 1674.75,
    "end": 1679.729,
    "text": "Also das finde ich so spannend, dass man eben durch die Empathie der Stressinnen wieder reduzieren kann."
  },
  {
    "start": 1680.11,
    "end": 1687.37,
    "text": "Und dafür ist genau diese empathische Haltung, auf die man immer wieder zurückgreifen könnte, weil man sie im Kopf hat, einfach total wichtig finde ich, genau."
  },
  {
    "start": 1687.449,
    "end": 1691.05,
    "text": "Und dann zu sagen, jetzt gehe ich da wieder zurück, ich schaffe das Tanz, ich gehe wieder in diese empathische Haltung zurück."
  },
  {
    "start": 1691.409,
    "end": 1696.989,
    "text": "Weil Stress hat man ja immer, also es ist ja kein Geheimnis, unser Gesundheitssystem läuft auf den Zahnfleisch."
  },
  {
    "start": 1697.61,
    "end": 1701.79,
    "text": "Ist es in dieser Umgebung dann überhaupt möglich, empathisch zu sein?"
  },
  {
    "start": 1703.189,
    "end": 1705.969,
    "text": "Es ist möglich, also es ist möglich."
  },
  {
    "start": 1706.25,
    "end": 1725.83,
    "text": "Ich habe mal eine Fortbildung gemacht zu kognitiven Denkmustern und Fehlern und da ist das ja so in ärztlichen Diagnosenfindungen und auch da kann man ja nur was gegen tun, wenn man kurz die Vogelperspektive einnimmt und wir ein eigenes Alarmsystem für Situationen schafft."
  },
  {
    "start": 1726.469,
    "end": 1728.05,
    "text": "Und ich denke, das ist ähnlich."
  },
  {
    "start": 1728.169,
    "end": 1735.35,
    "text": "Also wenn ich einfach mal weiß, dass an so einem Montag ich nicht abends so empathisch bin wie morgens."
  },
  {
    "start": 1735.469,
    "end": 1744.949,
    "text": "Oder wenn ich mal weiß, dass ich beim Schnupfen nicht die volle Resonanzempfindung ausspielen muss, dann ist schon mal ganz viel gewonnen, denke ich."
  },
  {
    "start": 1745.83,
    "end": 1757.59,
    "text": "Und ja, es ist möglich, aber wir müssen das tun, was uns... nicht so leicht fällt, nämlich erst mal kurz mit selbstem Kontakt sein, um das registrieren zu können."
  },
  {
    "start": 1758.11,
    "end": 1763.229,
    "text": "Und dann wird immer so schön gesagt, Empathie ist nur möglich in einem empathischen Umfeld."
  },
  {
    "start": 1764.53,
    "end": 1771.149,
    "text": "Also oft schwierig, bei den Brüllvisiten, die ich noch gut erinnere."
  },
  {
    "start": 1772.01,
    "end": 1775.83,
    "text": "Das ist ja jetzt nicht so das empathische Umfeld, was man sich wünscht."
  },
  {
    "start": 1776.35,
    "end": 1777.35,
    "text": "Es ist absolut richtig, ja."
  },
  {
    "start": 1777.51,
    "end": 1798.969,
    "text": "Und ich glaube, der Versuch, empathisch zu sein im Gesundheitsbereich, trotz des Stresses und des wir müssen Dinge abarbeiten, ist das kaum Zeit, irgendwie trotzdem immer wieder Gutes reinzuholen, um... dass das Verrufer ja auch gesagt hat, um weniger den eigenen Stress zu erfahren und auch um abends möglicherweise, vor allem wir sehr geschaffen sind, nach Hause zu gehen, es war ein guter Tag."
  },
  {
    "start": 1799.489,
    "end": 1808.929,
    "text": "Die eigene Selbstzufriedenheit eigentlich, damit auch wieder ein wenig in den Vordergrund zu holen und nicht einfach mit dem Fahrrad dann nach Hause zu fahren und mit dem Auto oder mit der U-Bahn und sagen, ich muss morgen wieder dahin."
  },
  {
    "start": 1809.37,
    "end": 1822.31,
    "text": "Aber wäre dann nicht auch ein möglicher Coping-Mechanismus, dass man versucht, möglichst wenig empathisch zu sein, also dass man sagt, ich lass so wenig wie möglich an mich ran und dadurch brenn ich nicht aus, dadurch funktioniere ich weiter."
  },
  {
    "start": 1822.75,
    "end": 1830.129,
    "text": "Ja, in diesem Kontext ist ja gerade von einem relativ bekannten Techmiller der Begriff der Empathie gerade wieder... deutlich angesagt worden, sozusagen."
  },
  {
    "start": 1830.209,
    "end": 1831.469,
    "text": "Ich würde das mal kurz zitieren."
  },
  {
    "start": 1832.09,
    "end": 1837.149,
    "text": "Er sagt, die grundlegende Schwäche der westlichen Zivilisation ist Empathie, die Ausbeutung von Empathie."
  },
  {
    "start": 1837.61,
    "end": 1852.29,
    "text": "Und das ist ja, finde ich, ein sehr spannender Aussage, der ich erst mal im Vorderfeld sehr widersprechen würde, weil die grundlegende Schwäche von westlicher Zivilisation kann ja Empathie nicht sein, als Schwäche zu sehen, sondern... Empathie ist immer eine Stärke, weil es die soziale Verbindung schafft."
  },
  {
    "start": 1852.81,
    "end": 1864.489,
    "text": "Und insofern würde ich ihm da widersprechen in jeder Hinsicht und denke, dass genau die Stärke von westlichen Zivilisationen und anderen Zivilisationen überhaupt Empathie ist, also nicht nur westlicher, sondern überhaupt von Zivilisationen, Empathie ist."
  },
  {
    "start": 1864.53,
    "end": 1870.51,
    "text": "Wir können als soziale Wesen zusammenarbeiten, wir können uns zusammensetzen, wir können Konflikte lösen, weil wir verstehen."
  },
  {
    "start": 1871.25,
    "end": 1876.689,
    "text": "was der andere anders macht oder verstehen, wo der Konflikt sein kann und wir können sie darüber lösen und wir können motivieren."
  },
  {
    "start": 1876.729,
    "end": 1880.409,
    "text": "Wir können uns freuen mit anderen sozusagen und das können wir eigentlich nur, wenn wir uns einfühlen können."
  },
  {
    "start": 1880.449,
    "end": 1886.31,
    "text": "Wir können verstehen, dass Menschen traurig sind und nur das können wir als eine soziale Ressource sehen, wenn wir das verstehen."
  },
  {
    "start": 1886.53,
    "end": 1890.129,
    "text": "Empathie ist ein Grundstein von Zivilisation, würde ich sagen."
  },
  {
    "start": 1890.59,
    "end": 1900.01,
    "text": "Also ich würde in dem Punkt mitgehen wollen, dass es eine Grundlage der Zivilisation ist und das gesellschaftlich miteinander umgehen."
  },
  {
    "start": 1900.969,
    "end": 1914.77,
    "text": "Obama hingegen hat gesagt, zitiere mal so ungefähr oder bestmöglichst, das größte Defizit, das wir nur unserer Gesellschaft auch gerade jetzt in der Welt haben, ist das Defizit der Empathiemangel."
  },
  {
    "start": 1915.85,
    "end": 1931.629,
    "text": "Und bezogen auf das, was Herr Sieber gesagt hat, stimmt das, in jedem Fall würde ich denken, es ist nur wichtig, sich klar zu machen, dass nur mehr Empathie an sich... Nichts und die Welt nicht notwendigerweise besser macht."
  },
  {
    "start": 1932.29,
    "end": 1941.449,
    "text": "Also die Empathie und die Resonanz an sich ist erst mal zumindest von der kognitiven Ebene aus nichts Gutes oder Schlechtes."
  },
  {
    "start": 1942.11,
    "end": 1946.909,
    "text": "Und sie kann eben auch im negativen Sinne Wirken."
  },
  {
    "start": 1947.149,
    "end": 1959.429,
    "text": "Also sie kann für mich selbst negativ wirken, indem ich nicht in die Mitgefühlsebene komme, sondern nur in der Resonanz verbleibe und nach ein paar Jahren Beruf ausgebrannt bin."
  },
  {
    "start": 1959.85,
    "end": 1963.409,
    "text": "Sie kann aber auch im dunklen Sinne missbraucht werden."
  },
  {
    "start": 1964.31,
    "end": 1974.989,
    "text": "Da kennen wir auch einen relativ bekannten aktuellen amerikanischen Präsidenten, der gerade sich der Möglichkeit bedient und das finde ich sehr spannend."
  },
  {
    "start": 1975.129,
    "end": 1998.51,
    "text": "Es gibt diese sogenannte Ingroup-Bias, das bedeutet, dass wir für die, da können wir erst mal unreflektiert wenig gegen tun, für die, die unser Gruppe, also sprich unsere Schicht, unsere Ethnizität, religiösen Umfeld angehören, empfinden wir deutlich mehr Empathie als anderen Gruppen gegenüber."
  },
  {
    "start": 1998.57,
    "end": 2014.09,
    "text": "Es gibt auch Versuche, fand ich sehr spannend, wo hellhäutigen Zuschauern quasi gezeigt wurde, wie eine Nadel in einer Handrücken versenkt wurde, in eine hellhäutige Hand und eine dunkehäutige Hand."
  },
  {
    "start": 2014.649,
    "end": 2023.01,
    "text": "Man konnte gut messen, auch im MRT, dass eben die passende Hautfarbe quasi, dass mehr Empathie empfunden wird."
  },
  {
    "start": 2023.87,
    "end": 2040.149,
    "text": "Und diese Ingroup-Bias kann auch gut missbraucht werden, indem man jetzt zum Beispiel sagt, ich weiß, wie das ist, wenn man Kohle gräbt und die Empathie nutzt, damit eine politische... Folge entsteht."
  },
  {
    "start": 2040.87,
    "end": 2044.649,
    "text": "Insofern, ja, aber nicht so mit dem Badeaus schritten."
  },
  {
    "start": 2044.689,
    "end": 2053.909,
    "text": "Das ist nichts, glaube ich, wenn man ein Partyschult und die Welt wird insgesamt total empathisch, sondern das Ziel ist diese Emotionsregulation."
  },
  {
    "start": 2054.33,
    "end": 2055.37,
    "text": "Will ich da mitgehen?"
  },
  {
    "start": 2055.77,
    "end": 2056.71,
    "text": "Soll ich da mitgehen?"
  },
  {
    "start": 2056.83,
    "end": 2059.31,
    "text": "Macht das jetzt Sinn, gleich mitzuschulen?"
  },
  {
    "start": 2059.83,
    "end": 2061.87,
    "text": "Und das ist unbedingt auch schon bei Kindern."
  },
  {
    "start": 2062.33,
    "end": 2068.83,
    "text": "Weil das ist für einen selbst gut, aber eben auch für die Welt und für die Arztpsychologen, Patienten-Beziehungen, denke ich auch."
  },
  {
    "start": 2069.449,
    "end": 2077.409,
    "text": "Gerade noch mal beim Stichwort In-Group-Bias, hier der Hinweis auf unser Ambauskapitel Bias-Stereotype und Diskriminierung in der Medizin."
  },
  {
    "start": 2077.83,
    "end": 2084.069,
    "text": "Da setze ich euch einen Link in die Show-Notes, da könnt ihr euch informieren über gängige Bias, den wir unterliegen."
  },
  {
    "start": 2084.609,
    "end": 2088.67,
    "text": "Das ist sehr gut, darüber Bescheid zu wissen und wichtig für die tägliche Arbeit."
  },
  {
    "start": 2089.33,
    "end": 2091.79,
    "text": "Jetzt noch mal auf die Empathie bezogen."
  },
  {
    "start": 2092.049,
    "end": 2098.93,
    "text": "lässt sich das dann irgendwie in Zahlen quantifizieren, was mir empathisches Verhalten in der täglichen Praxis nutzt."
  },
  {
    "start": 2099.589,
    "end": 2106.97,
    "text": "Also dazu gibt es halt diese Studie, die hat Jeremy Hobwick gemacht, irgendwie, die heißt Embassy as a Blockbuster Drug Rebuilding Health Care from the Inside Out."
  },
  {
    "start": 2107.63,
    "end": 2116.19,
    "text": "Und er hat eine übergeordnete Studie gemacht von vierzten Studien, die zufällig ausgesucht worden sind, die aber alle gefördert worden sind durch wissenschaftliche Institute sozusagen."
  },
  {
    "start": 2116.63,
    "end": 2138.21,
    "text": "Insofern hat er dann so ein Muster drauf gelegt und dabei ist eigentlich rausgekommen, dass Empathie immer eine höhere Zufriedenheit der Patienten auf jeden Fall und auch der Ärzte sozusagen bringt und es auch bedeutet, dass beispielsweise beim Studium mit Krebspatienten sozusagen die Lebensrealität verbessert wird und die Depression möglicherweise auch im Kontext dieser Erkrankung sozusagen auch gesenkt werden."
  },
  {
    "start": 2138.25,
    "end": 2143.75,
    "text": "Und gleichfalls ist es bei Patienten die sozusagen Zucker haben, da gibt es genauso ähnliche positive Werte."
  },
  {
    "start": 2144.529,
    "end": 2150.31,
    "text": "Die sagen, es lässt sich nachweisen innerhalb dieser Studien sozusagen, dass eigentlich Empathie immer eine positive Wirkung hat."
  },
  {
    "start": 2151.009,
    "end": 2160.79,
    "text": "Sie weisen allerdings darauf hin und das muss ich auch daran sagen, sozusagen, dass bestimmte Ergebnisse einfach nochmal überprüft werden müssen, ob die Bilder in diesen Studien, die genutzt wurden, sind als wirklich Stimmen."
  },
  {
    "start": 2160.91,
    "end": 2166.49,
    "text": "Aber das finde ich ja immer wichtig, auch nochmal zu gucken, was... Sagt die Studie und können wir sie als Vorkomm relevant sind?"
  },
  {
    "start": 2166.549,
    "end": 2169.15,
    "text": "Oder was kann man noch mal möglicherweise in anderen Studien anders machen?"
  },
  {
    "start": 2169.41,
    "end": 2171.27,
    "text": "Hinweis auf Limitation finde ich immer super."
  },
  {
    "start": 2171.37,
    "end": 2172.069,
    "text": "Vielen Dank dafür."
  },
  {
    "start": 2172.45,
    "end": 2174.77,
    "text": "Können Sie uns aber noch mal genau sagen, was untersucht wurde, bitte."
  },
  {
    "start": 2175.67,
    "end": 2193.81,
    "text": "Ja, es wurde untersucht, wie empathisch ärztes sind und wie die Patientenzufriedenheit damit sich verändert hat und wie positiv die Patientenzufriedenheit sich eigentlich verändert hat und dadurch auch so was die Einhaltung von Verschreibungen, was ja oftmals habe ich gehört, ein Problem ist, dass man was verschreibt und dann Nehmen die Patienten das gar nicht, sozusagen."
  },
  {
    "start": 2193.93,
    "end": 2195.609,
    "text": "Das ist ja auch wichtig."
  },
  {
    "start": 2195.75,
    "end": 2200.17,
    "text": "Ich verschreib etwas und die vertrauen mir und verstehen es und nutzen es auch oder nehmen es auch."
  },
  {
    "start": 2200.67,
    "end": 2203.109,
    "text": "Das ist, glaube ich, auch ein ganz wichtiger Punkt."
  },
  {
    "start": 2203.25,
    "end": 2210.529,
    "text": "Also auch bei diesen Umfragen hat die eine Kollegin auch gesagt, sie spürte einen Empathieverlust."
  },
  {
    "start": 2210.85,
    "end": 2222.35,
    "text": "Wenn ihre Therapie an Gebote keins dabei eingehalten werden, aber trotzdem weiter Empathie oder... ärztlicher Umgang fordert werden."
  },
  {
    "start": 2222.49,
    "end": 2223.93,
    "text": "Und ich glaube, das kennen wir ja alle."
  },
  {
    "start": 2224.89,
    "end": 2240.77,
    "text": "Und gerade mit dem Wissen, dass so die Therapiatherrens oder Compliance so ungefähr je nach Zahlen bei fünfzig Prozent liegt, was ja wirklich ein Witz ist, wäre das großartig und konnte eben auch in der Studie von Dirksen et al."
  },
  {
    "start": 2241.109,
    "end": 2244.39,
    "text": "Rolle der Empathie und Allgemeinmedizin nachgewiesen werden."
  },
  {
    "start": 2244.81,
    "end": 2246.069,
    "text": "Das ist die Compliance."
  },
  {
    "start": 2246.67,
    "end": 2261.27,
    "text": "Steigt damit, weiß man nicht, welche Wechselwirkung das war, auch die Patientenbeteiligung und in der Folge das, was Herr Sieber hat gesagt, tatsächlich auch in diesem Fall, der habe ich ein C-Wert oder eben das LDR-Ikoholesterin."
  },
  {
    "start": 2261.83,
    "end": 2273.83,
    "text": "Also auch da denke ich, könnte es zu mehr Patienten Erfolg führen, aber eben auch zu weniger Empathieverluste empfinden bei uns ärztlichen Kolleginnen."
  },
  {
    "start": 2273.87,
    "end": 2276.45,
    "text": "Es ist ja in gewisser Weise dann auch eine Zeitersparnis."
  },
  {
    "start": 2276.71,
    "end": 2288.549,
    "text": "Also man investiert dann einmal Zeit, geht empathisch drauf ein und spart sich dadurch vielleicht viel nachjustieren, wenn dann, ja, andernfalls vielleicht doch nicht die Therapieaterenz so ist, wie man sie sich wünscht."
  },
  {
    "start": 2289.529,
    "end": 2292.049,
    "text": "Jetzt würde ich aber gerne mir einmal anschauen, wie mache ich es denn?"
  },
  {
    "start": 2292.41,
    "end": 2295.23,
    "text": "Am besten mit dem empathischen Arbeiten."
  },
  {
    "start": 2295.41,
    "end": 2305.77,
    "text": "Es gibt ja Studien, die zeigen, dass Patientinnen und Patienten die Antworten von ChatGPT Empathischer finden als die Antworten von Kolleginnen und Kollegen."
  },
  {
    "start": 2306.29,
    "end": 2316.13,
    "text": "Also, irgendwas reproduziert diese KI, was bei Patientinnen und Patienten das Gefühl auslöst, okay, hier wird empathischer gearbeitet."
  },
  {
    "start": 2316.549,
    "end": 2317.089,
    "text": "Was ist das?"
  },
  {
    "start": 2317.75,
    "end": 2329.63,
    "text": "Also, das ist spannend mit dieser Chatty Pity Geschichte, weil man dann im Spezialen auch mal geschaut hat bei diesen... Ja, sehr emotional besetzten Themen überbringen schlechter Nachrichten."
  },
  {
    "start": 2330.17,
    "end": 2337.23,
    "text": "Und man wirklich gesehen hat, dass nicht nur das, was an die Informationen dann ankommt."
  },
  {
    "start": 2337.509,
    "end": 2345.029,
    "text": "Also wir haben einen Tumor entdeckt oder ihr Mann hatte Alzheimer oder irgendeine schlimme Diagnose."
  },
  {
    "start": 2345.39,
    "end": 2354.23,
    "text": "Das ist nicht nur die Informationen besser ankommen, sondern dass die Patienten zufriedenheit nach dem Gespräch mit der KI höher ist als mit einem."
  },
  {
    "start": 2354.81,
    "end": 2356.73,
    "text": "echten Arzt, einer echten Ärztin."
  },
  {
    "start": 2357.589,
    "end": 2368.41,
    "text": "Und das hat uns alle natürlich zutiefst erschüttert, weil wir dachten, das braucht doch menschliche Nähe, menschliche Wärme und den Blick, das Wort, die Hand."
  },
  {
    "start": 2369.29,
    "end": 2384.91,
    "text": "Und man weiß aber, dass beim Überbringenschlechter Nachrichten in der selbste Einschätzung, wenig als die Hälfte der erfahrenen Kolleginnen das so einschätzen, dass sie ihre professionelle Erhaltung in diesem Gespräch... Einhalten konnten."
  },
  {
    "start": 2385.43,
    "end": 2389.15,
    "text": "über die Dauer des Gesprächs, also gemäß diesem Spikes-Modell."
  },
  {
    "start": 2390.009,
    "end": 2393.29,
    "text": "dass mehr als die Erhälfte sagen, ich hab das eigentlich nicht gut geschafft."
  },
  {
    "start": 2393.589,
    "end": 2397.41,
    "text": "Hier ein kurzer Hinweis zu unserer Doppelfolge über Breaking Bad News."
  },
  {
    "start": 2397.509,
    "end": 2402.589,
    "text": "Da haben wir einmal darüber gesprochen, wie man ärztlicherseits schlechte Nachrichten gut kommuniziert."
  },
  {
    "start": 2403.049,
    "end": 2411.19,
    "text": "Und wir haben auch mit einem Patienten gesprochen, dem so eine Nachricht kommuniziert wurde, ein Pankreaskarzinom und wie das für ihn war und wie er das erlebt hat."
  },
  {
    "start": 2411.589,
    "end": 2416.23,
    "text": "Da gehen wir auch auf dieses Spikes-Modell ein, das Sie gerade angesprochen haben, Frau Dr."
  },
  {
    "start": 2416.31,
    "end": 2416.549,
    "text": "Rufa."
  },
  {
    "start": 2416.79,
    "end": 2418.45,
    "text": "Ich setze links in die Show Notes."
  },
  {
    "start": 2419.71,
    "end": 2422.109,
    "text": "Sie hatten aber jetzt bei ChatGPT auch gerade noch."
  },
  {
    "start": 2422.25,
    "end": 2425.19,
    "text": "Zumindest sah das so aus, als ob sie da auch noch was zu sagen wollten."
  },
  {
    "start": 2425.589,
    "end": 2430.049,
    "text": "Ja, ich denke, dass es, also KI kann ja keine Empathie empfinden."
  },
  {
    "start": 2430.549,
    "end": 2432.029,
    "text": "KI kann nicht in Resonanz gehen."
  },
  {
    "start": 2432.109,
    "end": 2439.47,
    "text": "KI kann nur aufgrund eines Promtes, was es sozusagen gestellt wird, überlegen, das und das könnte ich empathisch antworten."
  },
  {
    "start": 2439.69,
    "end": 2441.29,
    "text": "Aber es ist nur eine simulierte Empathie."
  },
  {
    "start": 2441.35,
    "end": 2451.99,
    "text": "Und ich glaube, das ist ganz wichtig, weil wenn man eine Frage stellt an die KI oder auch eine Orientiergnose sozusagen, wird die KI immer sagen, oh, das ist ja eine hochinteressante Frage, die sie darstellen."
  },
  {
    "start": 2452.35,
    "end": 2454.549,
    "text": "Und schon ist man in einer Idee, der ist verstehen."
  },
  {
    "start": 2455.069,
    "end": 2455.97,
    "text": "Das ist total spannend."
  },
  {
    "start": 2456.35,
    "end": 2457.99,
    "text": "Und ich war neulich, das ist auch ein schönes Beispiel."
  },
  {
    "start": 2458.029,
    "end": 2475.21,
    "text": "Ich hatte neulich eine kleine Augenarztsituation, wo die Ärztin nicht mal sagen konnte zu mir, oh, das sieht ja ziemlich blöd aus, was sie da haben an ihrem Auge, sondern auf ihrem Computer rumtippte, sich was anschaut und mich rausschickte und ich mit einem schlechten Gewissen rausgegangen bin, weil ich dachte, jetzt bin ich irgendwie in einer Ärztesprechstunde gewesen."
  },
  {
    "start": 2475.549,
    "end": 2480.27,
    "text": "Und die KI hätte zumindest gesagt, oh, tut mir ja leid, dass sie jetzt so ein rotes Auge haben, was geschwollen ist."
  },
  {
    "start": 2480.33,
    "end": 2481.35,
    "text": "Und das hätte schon allein gereicht."
  },
  {
    "start": 2481.39,
    "end": 2482.63,
    "text": "Und die KI würde das antworten."
  },
  {
    "start": 2482.97,
    "end": 2483.81,
    "text": "Und ich hätte mich verstanden."
  },
  {
    "start": 2484.049,
    "end": 2486.77,
    "text": "Hätte gesagt, jetzt kann ich nach Hause gehen, okay, in vierzehn Tagen ist das vorbei."
  },
  {
    "start": 2487.41,
    "end": 2490.77,
    "text": "Es ist etwas, was nicht schlimm ist und ich freue mich, aber es sieht einfach doof aus."
  },
  {
    "start": 2490.87,
    "end": 2494.15,
    "text": "Und die KI hätte gesagt, ja, tut mir leid, dass es so aussieht und das hätte mir gereicht."
  },
  {
    "start": 2494.91,
    "end": 2498.41,
    "text": "Ich glaube, das ist ein Zusammenspiel und ich glaube, was Sie auch gesagt haben."
  },
  {
    "start": 2498.79,
    "end": 2500.49,
    "text": "Das ist einfach mal da abholen."
  },
  {
    "start": 2500.91,
    "end": 2507.79,
    "text": "Könnte ich mir vorstellen, in der Eigenwahrnehmung als Arzt, Ärztin ist das halt eine Banalität."
  },
  {
    "start": 2508.47,
    "end": 2512.609,
    "text": "Und wir stülpen ja unsere Einschätzung dann dem Patienten überall."
  },
  {
    "start": 2512.71,
    "end": 2514.33,
    "text": "Nehmen wir das gar nicht thematisieren."
  },
  {
    "start": 2514.49,
    "end": 2523.99,
    "text": "Also man muss es vielleicht gar nicht unbedingt sagen, oder es sieht ja blöd aus, sondern man kann ja einfach sagen, wissen die, das ist rot, das ist haure, das entsteht dadurch, das ist nichts Schlimmes."
  },
  {
    "start": 2524.13,
    "end": 2525.85,
    "text": "Und es geht in zwei Wochen wieder weg."
  },
  {
    "start": 2526.41,
    "end": 2527.91,
    "text": "Das würde ja vielleicht auch reichen."
  },
  {
    "start": 2528.65,
    "end": 2540.109,
    "text": "Und ich glaube, dieser zweite Punkt, was Sie sagten im Computer getippt ist vielleicht auch ein Punkt, die so ungeteilt aufmerksamkeit, die vermeintlich die KI schenkt."
  },
  {
    "start": 2540.81,
    "end": 2554.85,
    "text": "Und wir auch oft durch unser Tun nicht und dadurch natürlich jeder, der mal auf der anderen Seite des Tisches saß, weiß, wie man sich fühlt, wenn da irgendjemand tippt und einen nicht mal anguckt, hoffe ich mir ein bisschen wiederum von der KI."
  },
  {
    "start": 2555.63,
    "end": 2565.97,
    "text": "dass wenn die quasi das Gespräch aufzeichnet, das ist nochmal ein Thema für sich, man dann vielleicht in dieser ungeteilte Kurze, aber auch ungeteilte Aufmerksamkeit geben könnte."
  },
  {
    "start": 2566.65,
    "end": 2573.25,
    "text": "Also das wäre vielleicht auch nochmal hilfreich, sich das bewusst zu machen, diese Basics, wo gucke ich hin, was mache ich?"
  },
  {
    "start": 2573.49,
    "end": 2575.73,
    "text": "Und es ist weniger eine Frage von Zeit."
  },
  {
    "start": 2576.089,
    "end": 2578.41,
    "text": "Aber vielleicht schon eine von Authentizität."
  },
  {
    "start": 2578.509,
    "end": 2583.79,
    "text": "Also jetzt mal angenommen, mich hat es dieses Jahr blöderweise dreimal mit einer Erkältung erwischt und ich brauche eine Krankschreibung oder so."
  },
  {
    "start": 2584.69,
    "end": 2591.25,
    "text": "Dann fände ich so ein bisschen komisch, wenn jetzt die Hausärztin dann immer sagen würde, oh, das ist aber eine hochspannende Angelegenheit."
  },
  {
    "start": 2591.31,
    "end": 2593.49,
    "text": "Und es tut mir leid, dass wir einen Schnupfen haben."
  },
  {
    "start": 2594.71,
    "end": 2594.91,
    "text": "Genau."
  },
  {
    "start": 2594.97,
    "end": 2596.13,
    "text": "Sie sehen, worauf ich raus will."
  },
  {
    "start": 2597.31,
    "end": 2598.25,
    "text": "Schon spagat manchmal."
  },
  {
    "start": 2598.77,
    "end": 2599.17,
    "text": "Total."
  },
  {
    "start": 2599.29,
    "end": 2603.73,
    "text": "Und ich glaube, Herr Winger, da sind wir beide jetzt einfach mal endlich sozialisiert."
  },
  {
    "start": 2603.81,
    "end": 2615.77,
    "text": "Das ist für uns erst mal so komisch, dass wir, glaub ich, sowohl beim echten Arzt oder ich ... wie auch bei einer KI-Reise ausnehmen würde, wenn die sagen würde, oh, das ist aber eine schlimme Schnupfung."
  },
  {
    "start": 2616.029,
    "end": 2620.17,
    "text": "Ja, mit Sicherheit auch, da würde ich als Altpatient, glaub ich, auch verkriegen."
  },
  {
    "start": 2620.569,
    "end": 2626.79,
    "text": "Aber es geht ja nur, glaub ich, darum, genau diese kleine Sekunde der Resonanz herzustellen, weil ich gehe ja in der Regel."
  },
  {
    "start": 2626.81,
    "end": 2644.97,
    "text": "... gehe ich zum Arzt, wenn ich den Eindruck habe, ... ... ich brauche mal ein wenig Unterstützung ... ... oder ein wenig Erklärung ... ... oder Medikamente ... ... oder ich fühle mich unwohl ... ... und vielleicht ist irgendwas schlimm ... ... und die Ärztin sich mitzuwendet ... ... und ich diese Aufmerksamkeit erfahre, ... ... auch wenn ich nur einen Schnupfen kurz habe, ... ... was Teil der, sage ich, ... ... nochmal der emotionalen Haltung sein kann."
  },
  {
    "start": 2645.029,
    "end": 2649.13,
    "text": "Ich glaube, da würde sich jeder Patient ... ... abgeholt fühlen und es dauert nicht länger."
  },
  {
    "start": 2649.47,
    "end": 2650.17,
    "text": "Es dauert nicht länger."
  },
  {
    "start": 2650.65,
    "end": 2656.049,
    "text": "Also dann wäre eine Möglichkeit, ... ... dass man sich einfach die Situation klarmacht, ... ... keine Ahnung, es ist jetzt Montag."
  },
  {
    "start": 2662.85,
    "end": 2664.089,
    "text": "Es ist ein wahnsinniger Stress."
  },
  {
    "start": 2664.79,
    "end": 2665.609,
    "text": "Ich nehme das wahr."
  },
  {
    "start": 2665.91,
    "end": 2670.029,
    "text": "Und ich bin jetzt trotzdem empathisch, obwohl das hier in meinen Augen eine Banalität ist."
  },
  {
    "start": 2670.109,
    "end": 2673.17,
    "text": "Den Patienten der Patientin ist das einfach wichtig, hier abgeholt zu werden."
  },
  {
    "start": 2673.73,
    "end": 2684.79,
    "text": "Genau, also ich glaube, dieser manchmal ein bisschen schwierige Begriff der Achtsamkeit ist genau das, was sie sagen, also wie bei diesem Umgang mit kognitiven Denkfehlern."
  },
  {
    "start": 2684.93,
    "end": 2697.65,
    "text": "Also in dem Moment, wo ich mit Engismus diagnostiziert habe, habe ich mir angewöhnt, meinem Hirn zu sagen, hallo, du denkst jetzt bei jedem Kopfschmerz überzukfällig häufig an mir den Gismus, das ist falsch, tue es nicht."
  },
  {
    "start": 2698.27,
    "end": 2718.21,
    "text": "So müsste ich mir eigentlich angewöhnen, zu sagen, hör mal, es ist jetzt Montag um neunzehn Uhr, also einfach so ein Bewusstsein dafür zu bekommen, oder ich finde auch, dass sagen Kollegen auch oft, diese Fallhöhe, also wenn ich jetzt in wenigen Minuten jemand habe, der eine metastasierte Tumorerkrankung habe."
  },
  {
    "start": 2718.83,
    "end": 2725.45,
    "text": "Und dann kommt der Schnupfen, ohne jetzt dem Schnupfen zu nahe treten zu wollen, ist dieser Fall recht schwierig."
  },
  {
    "start": 2725.529,
    "end": 2733.529,
    "text": "Aber wenn ich mir das bewusst mache, kurz, wie Sie sagen, in diese Metaebene gehen, ins Mitgefühl gehe, dann ist das kein Zeitverluste."
  },
  {
    "start": 2733.609,
    "end": 2736.589,
    "text": "Und vor allem habe ich das Gefühl, ich gestalte."
  },
  {
    "start": 2736.81,
    "end": 2738.549,
    "text": "Und das ist so wichtig, glaube ich."
  },
  {
    "start": 2739.29,
    "end": 2743.73,
    "text": "Ich werde nicht benutzt, ich werde nicht abgenutet, sondern ich entscheide."
  },
  {
    "start": 2744.589,
    "end": 2747.589,
    "text": "Bei dieser empathischen Grundhaltung braucht es das jetzt?"
  },
  {
    "start": 2747.65,
    "end": 2748.47,
    "text": "Wie viel braucht es?"
  },
  {
    "start": 2748.71,
    "end": 2750.15,
    "text": "Sag ich das mit Minisatz?"
  },
  {
    "start": 2750.43,
    "end": 2751.33,
    "text": "Brauche ich da mehr?"
  },
  {
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    "end": 2754.41,
    "text": "Das finde ich sehr, sehr gut für die eigene Psychologie."
  },
  {
    "start": 2754.99,
    "end": 2757.529,
    "text": "Ist das näher untersucht, wie das funktioniert?"
  },
  {
    "start": 2757.63,
    "end": 2762.37,
    "text": "Gibt es da evidenzbasierte Methoden, wie man die eigene Empathie stärken kann?"
  },
  {
    "start": 2763.21,
    "end": 2772.089,
    "text": "Also was ganz gut untersucht ist, das ist zum Beispiel in dieser großen Studie, die wir dann vermutlich auch verlinken von Tanja Singer."
  },
  {
    "start": 2772.75,
    "end": 2774.509,
    "text": "Mit dieser Idee, wie kann man das trainieren?"
  },
  {
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    "end": 2780.79,
    "text": "Und was sich wirklich gut auch in den Funktions-MATs gezeigt hat, Meditation."
  },
  {
    "start": 2781.19,
    "end": 2782.79,
    "text": "Meditation ist ein Riesen."
  },
  {
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    "end": 2782.95,
    "text": "der"
  },
  {
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    "end": 2788.029,
    "text": "Partiefamilien hilft."
  },
  {
    "start": 2788.509,
    "end": 2797.549,
    "text": "Und das bedeutet jetzt nicht, dass man irgendwie jahrelang in einen Kloster geht, sondern diese Studienangeordnung war wirklich über drei Monate pro Tag zehn Minuten."
  },
  {
    "start": 2798.25,
    "end": 2802.49,
    "text": "Wichtig dabei ist, was sie ganz toll, fand ich, herausgearbeitet hat."
  },
  {
    "start": 2802.91,
    "end": 2806.93,
    "text": "Es ist nicht so, wie wenn man einen Akrobatin sagen würde, mach mal Sport."
  },
  {
    "start": 2807.529,
    "end": 2811.67,
    "text": "Also man muss schon relativ spezifisch das trainieren, was man möchte."
  },
  {
    "start": 2811.77,
    "end": 2819.27,
    "text": "Also sie hat Zum Beispiel Aufmerksamkeit, dass Meditationen gemacht, das kennen wir alle mit diesen Atem-Buddy-Scan-Geschichten."
  },
  {
    "start": 2819.71,
    "end": 2821.65,
    "text": "Das hilft, präsent zu bleiben."
  },
  {
    "start": 2822.009,
    "end": 2830.47,
    "text": "Also nicht dauernd Zukunft Vergangenheit, sondern im Moment hilft aber überhaupt nicht bei dieser Transformation ins Mitgefühl spannenderweise."
  },
  {
    "start": 2830.87,
    "end": 2833.609,
    "text": "Also da kann ich so vier Atem meditieren, wie ich will."
  },
  {
    "start": 2834.39,
    "end": 2837.27,
    "text": "Da habe ich jetzt keinen Fortschritt zu verzeichnen, was da hilft."
  },
  {
    "start": 2838.19,
    "end": 2848.79,
    "text": "Dördentechnik, wie sie es nennt im Zweiergespräch, tatsächlich wieder entweder über Perspektivwechsel, Kognitiv, oder über dieses Emotionalemit fühlen."
  },
  {
    "start": 2848.93,
    "end": 2850.41,
    "text": "Aber man kann es gut trainieren."
  },
  {
    "start": 2851.109,
    "end": 2855.35,
    "text": "Da gibt es gute Evidenz, was man auch weiß in der Prävention."
  },
  {
    "start": 2855.77,
    "end": 2858.21,
    "text": "Lesende hilft, Vorlesende hilft."
  },
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    "start": 2858.43,
    "end": 2865.87,
    "text": "Wenn man Kindern vorliest, dass man wirklich auch sagt, was denkst du denn, wie der Elefant sich als fühlt oder was der jetzt nächstes macht."
  },
  {
    "start": 2866.009,
    "end": 2869.17,
    "text": "Also sich einfühlen, Elefanten quasi."
  },
  {
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    "end": 2871.97,
    "text": "Was man auch gefunden hat, Übung."
  },
  {
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    "end": 2877.15,
    "text": "Also, wenn man jetzt drei Monate trainiert hat, man hat das Mitgefühl gesteigert."
  },
  {
    "start": 2877.91,
    "end": 2880.21,
    "text": "Es geht einem selbst besser, man hat mehr Erfolge."
  },
  {
    "start": 2880.529,
    "end": 2882.509,
    "text": "Im Praxispersonal geht es besser."
  },
  {
    "start": 2883.21,
    "end": 2887.069,
    "text": "Sollte man wie beim Sport nicht aufhören, man muss es weiter trainieren."
  },
  {
    "start": 2887.549,
    "end": 2904.93,
    "text": "Und deswegen postuliert sie jetzt ein bisschen ketzerisch die viellesende meditierende Psychotherapeutin, weil sie auch so einen kleinen Überang von Frauen gibt, die sich zumindest als empathischer definieren, sagen wir mal vorsichtig, wäre eine Möglichkeit das zu trainieren."
  },
  {
    "start": 2905.549,
    "end": 2913.529,
    "text": "Und ich glaube, dass es wichtig ist, die eigene Arbeit, das eigene Arbeiten... auch öfters mal reflektieren zu können."
  },
  {
    "start": 2914.27,
    "end": 2917.99,
    "text": "Nämlich zu sagen, wie ist dann mein Ablauf mit Patienten in Kontakt zu kommen?"
  },
  {
    "start": 2918.069,
    "end": 2935.589,
    "text": "Und möglicherweise kann ich da auch relativ viel regulieren und darüber nachdenken, wie kann ich an bestimmten Situationen auch mal verlangsam möglicherweise oder was wichtig ist oder wie kann ich meinen eigenen, meine Zeit, die ich habe mit einem Patienten so nutzen, nochmal anders überdenken, wo ich ein paar Schaltung reinbringen kann, wo kann ich nochmal etwas anders machen?"
  },
  {
    "start": 2936.009,
    "end": 2944.67,
    "text": "Bin ich in so einer ausschließlich, ich kenne es auch von mir manchmal, routinierten Haltung, wo ich Dinge... einfach abarbeiten, was auch gut so oft ist."
  },
  {
    "start": 2945.17,
    "end": 2948.15,
    "text": "Aber was oft auch wichtig ist, dann zu überlegen, bin ich zu schnell."
  },
  {
    "start": 2948.49,
    "end": 2950.029,
    "text": "bin ich zu routiniert."
  },
  {
    "start": 2950.15,
    "end": 2957.37,
    "text": "Also ist es nicht wichtig für mich, bestimmte Abfolge nochmal zu markieren, was ist, wenn der nächste Patient kommt, etwas kurz für mich zu machen."
  },
  {
    "start": 2957.41,
    "end": 2962.83,
    "text": "Das ist, glaube ich, total wichtig, um eigene Empathie nochmal zu stärken und mit ins eigene Arbeiten zu nehmen."
  },
  {
    "start": 2963.33,
    "end": 2966.509,
    "text": "An dieser Stelle ein kurzer Hinweis auf unsere Online-Fortbildung."
  },
  {
    "start": 2966.69,
    "end": 2967.569,
    "text": "stark im Stress."
  },
  {
    "start": 2967.63,
    "end": 2978.609,
    "text": "Da sprechen wir darüber, wie man am besten zum Beispiel Notfallmanagement unter akuten Stress hinkriegt, wie man unter Stress am besten kommuniziert, wie man seine Zeit einteilt, welche Rolle Mikropausen spielen."
  },
  {
    "start": 2979.029,
    "end": 2982.009,
    "text": "Da ein Link und ein Rabattcode in den Show-Notes."
  },
  {
    "start": 2982.41,
    "end": 2982.81,
    "text": "Frau Dr."
  },
  {
    "start": 2982.85,
    "end": 2985.109,
    "text": "Rufa, wie machen Sie es bei Ihnen in der Praxis?"
  },
  {
    "start": 2985.23,
    "end": 2989.33,
    "text": "Irgendwelche Tipps, irgendwas, was besonders schnell geht, vielleicht auch, sagen wir fünf Sekunden?"
  },
  {
    "start": 2990.39,
    "end": 2992.87,
    "text": "Jetzt ist es atmen, finde ich einen guten Tipp."
  },
  {
    "start": 2993.39,
    "end": 2994.91,
    "text": "Das kann man auch in fünf Sekunden."
  },
  {
    "start": 2994.99,
    "end": 2999.41,
    "text": "Und es ist tatsächlich auch für unser Medizinerhirn nicht schlecht."
  },
  {
    "start": 2999.529,
    "end": 3001.89,
    "text": "Also ich wirklich einfach mal einen Schluck trinken."
  },
  {
    "start": 3002.25,
    "end": 3014.81,
    "text": "mal bewusst ein und auszuatmen und genauso wie wir das ja auch als machtvolles Instrument jetzt zum Beispiel beim Überbringung schlechter Nachrichten kennen, kurz eine Pause zu machen im Gespräch."
  },
  {
    "start": 3015.25,
    "end": 3018.19,
    "text": "Das ist ja kein Zeitverlust, sondern noch oft ein Riesengewinn."
  },
  {
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    "end": 3021.43,
    "text": "Kurz gucken, was geht denn hier eigentlich ab?"
  },
  {
    "start": 3021.77,
    "end": 3024.049,
    "text": "Also was bewegt denen und wo bin ich gerade?"
  },
  {
    "start": 3024.49,
    "end": 3026.73,
    "text": "Ich finde, das hilft schon extrem viel."
  },
  {
    "start": 3027.549,
    "end": 3029.25,
    "text": "Körperhaltung finde ich auch super."
  },
  {
    "start": 3029.549,
    "end": 3038.25,
    "text": "Also alles was hilft kurz ein paar Sekunden rauszukommen und sich ebenso Rituale zu schaffen zwischen den Patienten."
  },
  {
    "start": 3038.45,
    "end": 3043.75,
    "text": "Also ich in der Haushaltspraxis am Montag sind drei Sekunden schon gebrault."
  },
  {
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    "end": 3047.39,
    "text": "Da brauche ich irgendwas, was das irgendwie unterteilt."
  },
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    "end": 3055.35,
    "text": "Und dann habe ich mir angewöhnt, Gottes Willen sollen jetzt nicht alle nachmachen, aber irgendwie kurz aufzudehnen den Oberkörper."
  },
  {
    "start": 3056.009,
    "end": 3059.19,
    "text": "Also eine Sekunde hoch, bevor ich die Tür wieder öffne."
  },
  {
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    "end": 3071.069,
    "text": "Egal, was man macht oder ein Schluck trinkend oder irgendwie ein Punkt setzen, dass man nicht so das Hamsterradgefühl hat und kurz in diesem Vorbildperspektiver wechseln kann."
  },
  {
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    "end": 3074.47,
    "text": "Ich merke da jetzt schon so, also bitte jetzt nicht falsch verstehen."
  },
  {
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    "end": 3077.81,
    "text": "Das leuchtet mir alles ein, was Sie sagen und ich kann das nachvollziehen."
  },
  {
    "start": 3078.25,
    "end": 3082.89,
    "text": "Aber ich habe irgendwie so ein Teufelchen auf der Schulter, das mir jetzt immer sagt, Bischi Waschi."
  },
  {
    "start": 3083.85,
    "end": 3086.95,
    "text": "soll ich jetzt hier langsamer machen, mich dehnen, ich hab keine Zeit dafür."
  },
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    "end": 3088.81,
    "text": "Ich muss durchziehen."
  },
  {
    "start": 3090.39,
    "end": 3094.99,
    "text": "Da merkt man ja schon die eigene Sozialisation als Arzt, beziehungsweise bei anderen als Ärztin."
  },
  {
    "start": 3096.47,
    "end": 3099.33,
    "text": "Ich find das nicht so einfach, sich darauf einzulassen auf solche Maßnahmen."
  },
  {
    "start": 3099.89,
    "end": 3101.41,
    "text": "Das merke ich bei mir selber auch."
  },
  {
    "start": 3101.609,
    "end": 3105.009,
    "text": "Mindestens ein Teufelchen, fast schon mehrere."
  },
  {
    "start": 3105.87,
    "end": 3109.91,
    "text": "Deswegen meine ich halt, man muss sich einfach mal mit in Zahlen beschäftigen."
  },
  {
    "start": 3110.19,
    "end": 3112.609,
    "text": "Man muss mal gucken, was das bewirkt."
  },
  {
    "start": 3113.069,
    "end": 3114.23,
    "text": "als Therapierabfolg."
  },
  {
    "start": 3114.37,
    "end": 3123.85,
    "text": "Und da würden wir auch noch einen zusätzlichen Blutdrucksenker verschreiben und die Minute investieren, das zu erklären, um das in den Zielbereich zu bekommen."
  },
  {
    "start": 3124.43,
    "end": 3141.83,
    "text": "Und wenn ich das weiß, dass mit dieser kurzen Vogelperspektive, die wirklich drei Sekunden dauert, ich diese zusätzliche Senkung erzielen kann und ich vielleicht selber auch irgendwie abends mich über den Tag freue, dann ist das ja schon mal, finde ich, eine gute, überzeugende Sache."
  },
  {
    "start": 3142.29,
    "end": 3146.63,
    "text": "Ja, ich merk, wenn sie da mit Zahlen kommen und von der Ecke, da bin ich dann gleich offen."
  },
  {
    "start": 3149.33,
    "end": 3150.19,
    "text": "Ja, was verrückt, ne?"
  },
  {
    "start": 3150.31,
    "end": 3154.509,
    "text": "Also, dass auch wir Ärzte untereinander uns da auch klein machen."
  },
  {
    "start": 3155.41,
    "end": 3162.73,
    "text": "Die richtigen Ärzte brauchen eben weder die Empathie für's Außen irgendwie schon, aber in der Praxis doch nicht."
  },
  {
    "start": 3163.29,
    "end": 3170.39,
    "text": "Und vor allem, was wir gar nicht brauchen, ist irgendwie selbst mal kurz zu gucken, haben wir jetzt Durst oder so was Volksnase."
  },
  {
    "start": 3170.91,
    "end": 3171.85,
    "text": "Das ist ja verrückt."
  },
  {
    "start": 3172.589,
    "end": 3178.41,
    "text": "Und das ist schlimm, weil wir sehen ja, was bei rumkommt, mit frühzeitigem Berufsaustiegen und so weiter."
  },
  {
    "start": 3179.569,
    "end": 3195.27,
    "text": "Wie ist es, wenn man das schon anwendet, verschiedene solche kleinen Tricks und eben die Empathie sich klar macht, Vogelperspektive einnimmt, aber dann dennoch in dem Gespräch irgendwann merkt ab einem Punkt, okay, ich steig jetzt hier gerade aus."
  },
  {
    "start": 3195.95,
    "end": 3196.79,
    "text": "Das holt mich nicht mehr ab."
  },
  {
    "start": 3197.29,
    "end": 3198.65,
    "text": "Ja, das kennt, glaube ich, jeder."
  },
  {
    "start": 3198.89,
    "end": 3212.569,
    "text": "Das ist auch... Also ich kann es aus therapeutischer Situation manchmal sagen, manchmal gibt es auch Situationen, das hat man zu Übertragung, Gegenübertragung auch zu tun, wo ich denke, da ist man auch in einer Situation, wo es dem anderen so geht und ich mir genau überlegen muss, wo bin ich denn jetzt therapeutisch?"
  },
  {
    "start": 3212.65,
    "end": 3213.37,
    "text": "und auch da hilft es."
  },
  {
    "start": 3213.79,
    "end": 3216.23,
    "text": "sich zu verlangsamen und eine Distanz herzustellen, finde ich."
  },
  {
    "start": 3216.65,
    "end": 3222.83,
    "text": "Ich kann es ganz gut, indem ich meine Körperhaltung ändere und merke so, ich muss jetzt etwas anderes machen, nochmal kurz darüber nachzudenken, wo sind wir hier gerade?"
  },
  {
    "start": 3223.43,
    "end": 3226.77,
    "text": "Außer ich merke, ich muss gerade über irgendwas nachdenken, was mich wirklich persönlich beschäftigt."
  },
  {
    "start": 3226.81,
    "end": 3228.47,
    "text": "Das passiert ja auch, wir sind ja auch nur Menschen."
  },
  {
    "start": 3228.87,
    "end": 3236.77,
    "text": "Wir können ja nicht unsere professionelle Haltung, also es macht uns ja auch zu guten Ärzten, zu guten Therapeuten, weil wir auch Menschen sind, sonst würden wir diese Arbeit gar nicht machen können."
  },
  {
    "start": 3237.45,
    "end": 3239.87,
    "text": "Dann muss ich kurz auch überlegen, ob ich eine kurze Pause mache."
  },
  {
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    "end": 3241.29,
    "text": "Das kann ich als Therapeut auch machen."
  },
  {
    "start": 3241.45,
    "end": 3241.91,
    "text": "Das geht auch."
  },
  {
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    "end": 3249.89,
    "text": "Manchmal hilft für mich auch, in eine Art von Smalltalk zu kommen und mich dann selbst in dieser Zeit wieder zurückzuholen in therapeutische, empathische Haltung."
  },
  {
    "start": 3250.65,
    "end": 3250.89,
    "text": "Genau."
  },
  {
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    "end": 3252.89,
    "text": "Also das stell ich mir gut vor."
  },
  {
    "start": 3253.35,
    "end": 3256.17,
    "text": "und merke auch wieder die drei Teufel auf der Schulter."
  },
  {
    "start": 3256.49,
    "end": 3258.47,
    "text": "Small talk in der Kutsprechstunde."
  },
  {
    "start": 3258.77,
    "end": 3259.19,
    "text": "Geht gar nicht."
  },
  {
    "start": 3260.15,
    "end": 3262.29,
    "text": "Naja, ist einfach sehr schwierig, um zu setzen."
  },
  {
    "start": 3262.35,
    "end": 3268.73,
    "text": "Aber ich glaube, wenn man so ein Gefühl kriegt, wie Sie sagen, Herr Winger, dann das zumal anders nehmen, wie mit diesem Minengismus."
  },
  {
    "start": 3268.85,
    "end": 3273.109,
    "text": "Kurz zu sagen, Achtung, jetzt gehe ich mir ein Teil mal raus und sortier das mal."
  },
  {
    "start": 3273.37,
    "end": 3276.77,
    "text": "Also, vielleicht liegt es ja auch daran, ich brauche jetzt gar keine Empathie."
  },
  {
    "start": 3277.89,
    "end": 3283.069,
    "text": "Also, vielleicht hat er irgendwas in meinen Augen banales und braucht eine Krankenschreibung oder eine Beruhigung und Gute ist."
  },
  {
    "start": 3283.75,
    "end": 3294.23,
    "text": "Oder er braucht jetzt eben ganz viel Empathie, aber ja, also, um so aus dem Nägelschen zu plaudern, ich erinnere mich, als meine beste Freundin sehr jung verstorben ist."
  },
  {
    "start": 3294.37,
    "end": 3304.549,
    "text": "In der Zeit danach fand ich so Aussagen von Patienten, für die gar nichts konnten, zu sagen, es ist so schwierig, alt zu werden."
  },
  {
    "start": 3305.109,
    "end": 3308.87,
    "text": "Wenn es Ihnen eigentlich aus meiner Sicht noch gut ging, ganz schwierig."
  },
  {
    "start": 3309.17,
    "end": 3312.009,
    "text": "Und ich hatte eine Empathieverlust, vielleicht so."
  },
  {
    "start": 3312.21,
    "end": 3316.35,
    "text": "Jens Kahem dachte, na sei doch dankbar, dass du überhaupt alt werden kannst."
  },
  {
    "start": 3317.47,
    "end": 3321.15,
    "text": "Also das ist auch das, dass man einfach wachsam bleibt."
  },
  {
    "start": 3321.25,
    "end": 3324.79,
    "text": "Was ist es denn jetzt, was mich dazu treibt, genervt zu sein?"
  },
  {
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    "end": 3326.69,
    "text": "Ist es die eigene Müdigkeit?"
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    "text": "ist es, dass es mich umtreibt mit meiner Freundin oder Stress mit irgendwem, ist es, ich brauche jetzt gar keine Empathie, ist es, weil der mich manipuliert?"
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    "end": 3343.73,
    "text": "Das wäre für mich auch so ein Punkt, wo ich in den Empathiefverlust gehe, das als Diagnostikum zu nutzen."
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    "text": "Aha, ich habe einen Empathiefverlust, weil der uns als Team manipuliert."
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    "text": "Also es ist mehr zu nutzen und sich nicht so klein zu machen und es erdulden zu müssen, vielleicht."
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    "text": "Normalerweise frage ich an der Stelle immer, gibt es noch etwas, das Sie unseren Hörerinnen und Hörern mit auf den Weg geben möchten?"
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    "text": "Das haben Sie jetzt aber eigentlich gerade schon getan."
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    "text": "Gibt es da noch etwas darüber hinaus?"
  },
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    "end": 3396.069,
    "text": "Ich... Findet das, was mich selbst in der Recherche auch entlastet hat, hoffe ich, dass es die Zuhörerinnen und Zuhörer auch entlastet, nämlich einfach irgendwie den Mut zu haben, das zu trainieren, in dem Wissen, dass man wirklich deutlicher Folge erzielen kann, dass man die Ware hat, das als sehr machtvolles Instrument einzusetzen oder auch nicht und, ja, dass man am besten gleich morgen im Team ... damit er anfängt."
  },
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    "end": 3408.31,
    "text": "und das macht auch besonders viel Spaß, weil wir ja so sozialisiert sind, dass das auch erschreckend produziert, dass man teilweise, wenn man einen Kollegen fragt, soll ich dir mal einen Tee bringen, du siehst müde aus."
  },
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    "text": "Da gibt es ja schon zwei Teufelchen bei dem Wort Tee und bei diesem Überhauptmüde sein."
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    "text": "Das ist sehr lustig und es ist aber infektiös und macht Spaß, es zu trainieren."
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    "text": "Und auch spannend, wenn man es pausiert, das Training."
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    "text": "geht es wieder weg."
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    "text": "Also bei dieser Meditationsforschung hat man gezeigt, dass es geht wieder weg."
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    "text": "Das heißt, es muss beübt werden und es kommt aber schneller wieder, wenn man einem einen Grundstock geschaffen hat."
  },
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    "end": 3452.13,
    "text": "Ja, und ich glaube, dass es total wichtig ist, diese empathische Grundhaltung bewusst mit in die tägliche Arbeit zu nehmen, weil ich denke schon, dass jeder Mensch gesehen werden möchte, gehört, verstanden werden möchte und ich glaube, dass Empathie wirklich eine sehr wunderbare Kunst ist."
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    "text": "den Unterschied im Leben von Patienten und Klienten zu machen."
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    "text": "Und ich glaube, für uns als die Fachkräfte ist auch erschafft, Neues zu erleben, weil wir machen das ja, also nicht, wir machen es, um etwas Neues zu erleben, aber ich glaube, jeder Mensch ist unterschiedlich und das können wir erkennen, wenn wir empathisch sein können."
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    "start": 3468.609,
    "end": 3474.77,
    "text": "Und das, glaube ich, ist auch etwas Erfüllendes für unsere unterschiedlichen Berufe zwar, aber... dass das etwas erfüllt für die Fachlichkeit."
  },
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    "start": 3479.77,
    "end": 3482.63,
    "text": "Vielen Dank, dass Sie heute beide zu Gast im Amboss-Podcast waren."
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    "text": "Vielen Dank für die Einladung."
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    "text": "Vielen Dank, hat großen Spaß gemacht."
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    "text": "Das kann ich so nur zurückgeben und euch zu Hause ganz herzlichen Dank fürs Zuhören."
  },
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    "text": "Wir freuen uns sehr, wenn ihr den Ambos Podcast weiter empfehlt, gerade auch bei so einem wichtigen Thema."
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    "end": 3507.21,
    "text": "Wir freuen uns, wenn ihr auf Abonnieren klickt und natürlich auch wenn ihr Ambos ausprobiert, das geht ja sowohl über die App als auch über den Desktop und das Ganze geht unter go.ambos.com."
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    "start": 3507.37,
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    "text": "slash ambos minus entdecken."
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    "text": "Ein Monat könnt ihr es kostenlos ausprobieren."
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    "text": "Viel Spaß dabei und ansonsten Bis zum nächsten Mal, ciao."
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