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    "end": 4.06,
    "text": "Der Amboss-Podcast, Medizin zum Hören."
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    "text": "Am Mikrofon sind für euch Britta Verlinden"
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    "text": "und Philipp Winghardt Ersten"
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    "text": "und Arzt aus der Ambossredaktion Heute mit einem KollegInnengespräch zum Thema Monoamin Mangelhypothese."
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    "text": "Warum entwickeln manche Menschen depressive Episoden und andere nicht?"
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    "text": "Die Frage ist seit vielen Jahrzehnten Gegenstand intensiver Forschung Und obwohl es sehr viele Publikationen dazu gibt, ist das bis heute nicht geklärt."
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    "text": "Die gängigste Erklärung ist ein Modell, das die Ursache auf molekularer Ebene sieht – die Monoamin-Mangelhypothese."
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    "text": "Dieser Ansatz geht davon aus, dass einen Mangel an bestimmten Neurotransmittern im synaptischen Spalt zu einer Depression führt."
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    "text": "Mit diesem neurobiologischen Erklärungsansatz und möglichen alternativen Erklärungen wollen wir uns heute beschäftigen!"
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    "text": "und darüber hinaus sprechen wir heute auch noch über Antidepressiva und die Studienlage zu ihrer Wirksamkeit."
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    "text": "Vielleicht ein kleiner Spoiler vorneweg, die ist bei Weiten nicht so einheitlich wie man das vielleicht auf Anhieb meinen möchte?"
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    "end": 70.8,
    "text": "Was jetzt aber die ganz konkrete klinische Anwendung angeht, da möchte ich euch unsere brandneue Online Fortbildung zur Verwendung von Antidepresiva ans Herz legen!"
  },
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    "text": "Die ist in dreizehn Video-Präsentationen aufgeteilt und da bespricht unser Experte, der Psychiater Dr."
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    "end": 85.24,
    "text": "Jan Dreher den Umgang mit Antidepressiva – wann man sie verschreiben sollte, wann nicht und was man sonst noch für den ärztlichen Alltag darüber wissen sollte!"
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    "end": 95.6,
    "text": "Die Fortbildung richtet sich jetzt explizit nicht nur an eine Fachrichtung also nicht nur die Psychiatrie sondern auch viele weil eben viele Fachgebiete regelmäßig mit Antidepressiva zu Tool haben."
  },
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    "text": "Außerdem gibt's fünfzehn CME-Punkte, die ist zertifiziert."
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    "text": "Schaut doch am besten einfach rein!"
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    "end": 107.24,
    "text": "Ihr findet die Fortbildung unter go.ambos.com slash fortbildung antidepressiver."
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    "end": 110.0,
    "text": "Und natürlich gibt's auch da ein Link in den Show-Notes."
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    "end": 118.2,
    "text": "So, und jetzt hab ich noch einen Bonus für euch nämlich bis zum achtzehnten Februar, vierundzwanzig gibt es dann einen Frühbucherrabatt, zwanzig Prozent bekommt ihr da!"
  },
  {
    "start": 118.6,
    "end": 126.66,
    "text": "Und wenn ihr jetzt dem Podcast erst danach hört, nicht enttäuscht sein... Es gibt noch eine gute Nachricht, für alle anderen haben wir nämlich noch einen Gutscheinkode hinterlegt, auch der an den Show Notes."
  },
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    "start": 127.02,
    "end": 132.54,
    "text": "Da kriegt ihr dann auch nach dem achtzehnten Februar zehn Prozent Frühbucher Rabatt bis zum März."
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    "end": 141.04,
    "text": "Und wenn ihr danach rein hört, dann ja am besten anmelden beim Ambus Info Newsletter, dann verpasst ihr keine Rabatte mehr oder solche Aktionen."
  },
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    "end": 145.06,
    "text": "da am besten einfach das Häkchen bei euch in der Profileinstellung aktivieren."
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    "end": 146.239,
    "text": "Das versteckt sich ein bisschen."
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    "text": "deswegen dazu auch nochmal"
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    "text": "Link"
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    "end": 149.84,
    "text": "in den Show Notes."
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    "end": 152.519,
    "text": "So, so viel zur Fortbildung."
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    "text": "Wie gesagt auch in diesem Podcast sprechen wir noch mal über Antidepressiva."
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    "text": "jetzt geht es aber erst einmal um die Monoamin-Mangelhypothese."
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    "text": "Ja Philipp hat ja schon recht lange Bestand ist in den fünftiger sechziger Jahren aufgestellt worden und mittlerweile mehren sich aber die Stimmen die sagen Moment Mal!"
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    "text": "Und weil affektive Störungen einfach unglaublich häufig sind und jede und jeder von uns vermutlich täglich, unabhängig von der Fachdisziplin auf Antidepressiva im Medikamentenplan stößt, schauen wir uns heute mal etwas genauer an was der Stand der Wissenschaft ist."
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    "text": "Philipp kannst du uns zu Beginn nochmal kurz abholen?"
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    "text": "Was die Monoamin-Mangelhypothese angeht Dann haben wir die wieder parat und können später über Alternativen sprechen."
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    "text": "Ja klar mach ich gerne."
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    "text": "also Du hast ja schon einiges angesprochen."
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    "end": 205.679,
    "text": "Die Monoamin-Mangelhypothese kam schon in den neunzehntfünfziger Jahren auf und die etwas spezifischere Serotonin-Mangellhypothese dann in den Sechzigern."
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    "end": 216.98,
    "text": "Aber weil Serotoninen ja ein Monoamin ist, werde ich da jetzt halber in diesem Podcast eher von der Monoamine-Mangelhypothese sprechen und dann eben differenzieren wenn es nötig ist – das sage ich aber auch nochmal!"
  },
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    "text": "Im Intro hast du es genau richtig gesagt."
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    "text": "Die Hypothese bezieht sich auf die Ursachen affektiver Störungen also nicht nur auf die depressive Störung sondern auch auf die bipolare Und im Speziellen bezieht sie sich auf die neurobiologischen Ursachen dieser effektiven Störungen."
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    "text": "Es gibt ja auch andere Ursachen, genetische, psychosoziale oder kognitive Aspekte und so weiter."
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    "text": "Da gehen wir heute nicht drauf ein sondern wir bleiben auf der neurobiologe Ebene, auf die sich eben die Monoamin-Mangelhypothese beziehen."
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    "text": "Was heißt das jetzt?"
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    "text": "Also eigentlich steckt schon alles im Namen."
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    "text": "es gibt laut der Hypothese einen Mangel an Monoaminen also zum Beispiel Serotonin Noadrenaline Dopamine und zwar im synaptischen Spalt."
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    "text": "Es ist ja so, dass Nervenzellen über Synapsen kommunizieren."
  },
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    "text": "Und wenn jetzt die eine Nervenzielle mit der anderen kommuniziert wird dann schickt sie in Aktionspotenzial ihr Aktion lang und in Richtung dieser Nervenzelle, die sie kontaktieren will."
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    "text": "Am Ende des Axons wird ein Neurotransmitter ausgeschüttet, der passiert an den synaptischen Spalt, dockt an den Rezeptoren des zweiten Neurons an also an der Postsynapse und löst da wiederum einen Aktions-Potential aus."
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    "text": "Und die Idee, die da eben den Fünfzigern und Sechzigern entwickelt worden ist, die besagte eben dass bei affektiven Störungen das nicht richtig klappt."
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    "text": "Weil ein relativer Mangel an Monoraminen besteht also zu wenig Serotonin Nordrenalindopamin Das soll dann eben dazu geführt haben, dass die synaptische Übertragung nicht richtig funktioniert und die Leute deswegen depressive Symptome entwickeln."
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    "end": 309.06,
    "text": "Sie wird auch bis heute gelehrt und ist wohl bei vielen Betroffenen und ihren Behandelenden fest im Denken verankert."
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    "text": "Worauf stützt sich denn die Annahme, dass der Mangel an Monoamin hier neurobiologisch verantwortlich ist?"
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    "end": 318.38,
    "text": "Also an und für sich ist diese Hypothese ja eigentlich erstmal sehr naheliegend."
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    "text": "Antidepressiver, die die Monoaminkonzentration im synaptischen Spalt erhöhen, die wirken antidepressiv also zum Beispiel Mau-Hemma oder im Fall von Serotonin, die SSRI... Oder es gibt auch diese dualen Wiederaufnahmehämmer z.B."
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    "end": 339.06,
    "text": "Wendlerfaxien, die ziehen dann auf die Wiederaufnahmen von Serotonin und Neuadrenalin ab oder bubropion das sich dann auf NeuAdrenalin und Dopamin auswirkt."
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    "text": "Also diese Medikamente, die die Monoaminkonzentration im synaptischen Spalt erhöhen, wirken antidepressiv."
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    "end": 353.48,
    "text": "Und im Umkehrschluss könnte man also annehmen, dass eine niedrige Konzentration in synaptischem Spalt die Ursache für eine depressive Episode ist."
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    "text": "und was ganz spannend ist es gibt Medikamenten, die genau das Gegenteil tun dieser Antidepressive, also Medikamente die die Monoarminkonzentration im Synaptischen spalt verringern und sie können depressive Symptome auslösen."
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    "text": "Resapin zum Beispiel sorgt dafür, dass sich die Monoamin-Speicher lehren."
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    "end": 378.54,
    "text": "Es kommen dann dadurch weniger Monoamine in den synaptischen Spalt und da sind Depressionen eine bekannte Nebenwirkung."
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    "end": 389.52,
    "text": "das wurde früher zur Behandlung des Pheochromocytoms eingesetzt, das hemmt die Bildung von Dopamin und Noadrinalin und auch das kann zu Depressionen führen."
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    "end": 398.62,
    "text": "Also wenn man es von der Seite her betrachtet, wirkt's erst mal schon relativ naheliegend dass ein Mangel an Monoaminen im synaptischen Spalt für depressive Episoden verantwortlich sein könnte."
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    "text": "Ja das klingt alles in allem ziemlich plausibel."
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    "end": 407.34,
    "text": "und jetzt aber Zweifel an der Hypothese gibt es vermutlich unter anderem weil SSRI nicht bei allen Betroffenen anschlagen?"
  },
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    "end": 408.24,
    "text": "Ja genauer!"
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    "end": 411.1,
    "text": "Das ist zum Beispiel einer der Gründe die ins Feld geführt werden."
  },
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    "end": 412.48,
    "text": "Wir sprechen auch gleich nochmal drüber."
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    "end": 416.0,
    "text": "Ein anderer ist zb dass sie lange brauchen bis die wirken."
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    "text": "Ungefähr zwei Wochen, das kennen wir alle aus dem FF."
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    "end": 419.94,
    "text": "da gibt es immer eine Latenzzeit."
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    "text": "aber gerade bei so klaren und eindeutigen Wissen kann man sich ja manchmal fragen warum eigentlich?"
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    "text": "Also warum helfen die nicht allen Betroffenen?"
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    "text": "Aufnahmehämmer zum Beispiel Das ist bekannt die fangen unmittelbar an zu wirken."
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    "text": "Und wenn jetzt der Monoaminmangel im synaptischen Spalt die neurobiologische Ursache für eine depressive Episode wäre dann müssten diese Medikamente ja eigentlich viel schneller funktionieren innerhalb weniger Tage, nicht erst nach mehreren Wochen."
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    "text": "Also du meinst die Wiederaufnahme auf zellulärer Ebene wird unmittelbar gehemmt und der antidepressive Effekt aber der stellt sich erst Wochen später ein?"
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    "text": "Es gibt auch noch andere Punkte."
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    "text": "Das heißt, wir müssen sie von extern zuführen und können ihn nicht selbst herstellen."
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    "text": "Wenn man jetzt überhaupt nichts mehr ist was tryptophan enthält dann verringern sich zwar die Monoaminkonzentrationen und je nachdem wie lange man das macht können auch noch ganz andere Dinge passieren aber depressiv wird man davon nicht!"
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    "text": "Und umgekehrt kommt Tryptophania wiederum als Pro-Druck von Serotonin zum Einsatz."
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    "text": "Das ist ja echt spannend!"
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    "text": "Genau, und dann vielleicht noch ein weiteres Beispiel?"
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    "end": 514.919,
    "text": "Also es gibt zum Beispiel Menschen die haben eine genetische Variante so dass ihr Serotonintransporter der sogenannte SERT also Groß S-E-R T das dieser Transporter schneller arbeitet als üblich."
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    "end": 523.579,
    "text": "Der Transporter der schafft also das Serotonin, weil dieser genetischen Variante viel schneller aus dem synaptischen Spalt als bei Menschen jetzt der Fall wäre die diese Varianten nicht haben."
  },
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    "end": 531.38,
    "text": "Also man hat dann weniger Serotoninen im synaptischem Spalt und diese Leute müssten ja eigentlich laut Monoamin-Mangelhypothese bzw."
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    "text": "Serotonienmangelhypotese besonders anfällig für effektive Störungen sein Sind sie aber nicht?"
  },
  {
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    "end": 549.599,
    "text": "Also im Gegenteil, Menschen bei denen der Sert schneller arbeitet zeigen interessanterweise – da gibt es auch Publikationen zu von Kark und Kolleginnen aus dem Jahr zeigen ein niedrigeres Risiko, eine depressive Episode zu entwickeln."
  },
  {
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    "end": 558.92,
    "text": "Und wenn Sie dann doch erkranken, dann zeigen Sie ne bessere Prognose als Menschen, bei denen Der Sert wegen einer anderen genetischen Variante langsamer arbeitet."
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    "text": "Und laut Monoamin-Mangelhypothese müsste das ja eigentlich genau ein Lass rum sein!"
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    "text": "Ja, genau."
  },
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    "text": "Okay, diese Punkte lassen ja wirklich Zweifel aufkommen."
  },
  {
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    "end": 580.02,
    "text": "Aber wenn wir jetzt noch mal auf die angesprochene Antidepressiva zurück kommen... ...die zielen ja darauf ab, die Monoaminkonzentration zu erhöhen und also auch wenn die Datenlage zu ihrer Wirksamkeit kompliziert ist da können wir sich später noch draufzusprechen.. Die helfen ja vielen Menschen!"
  },
  {
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    "end": 584.02,
    "text": "Ja genau auf die Wirkung kommen wir nachher nochmal genauer zu sprechen."
  },
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    "text": "Da wird nämlich zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Lagern auch ordentlich diskutiert."
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    "text": "aber wenn sie wirken dann vermutlich anders als wir uns das bisher vorgestellt haben."
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    "text": "Ja, also in dem Paper von Lacas und Leo aus dem Jahr zwei Tausend Fünf ist das mit ein bisschen Humor so umrissen."
  },
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    "text": "Die schreiben die Tatsache dass Aspirin gegen Kopfschmerzen hilft beweist noch lange nicht das Kopfschmärzen auf eine zu niedrige Aspirinkonzentration im Gehirn zurückzuführen sind."
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    "text": "Also laut diesen beiden Autoren steckt wahrscheinlich doch ein bisschen mehr dahinter als zu wenige Monamine Im synaptischen Spalt."
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    "text": "Und damit sind sie bei Weiten nicht allein."
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    "text": "Was ich eben noch gedacht habe Wenn man sich anschaut, wie vielfältig und unterschiedlich depressive Episoden aussehen können."
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    "text": "Die können ja mit Antriebsarmut einhergehen oder mit dem Gegenteil?"
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    "end": 640.42,
    "text": "Ja, unbedingt!"
  },
  {
    "start": 640.839,
    "end": 645.599,
    "text": "Das wird in der Literatur auch immer wieder aufgeführt Und da gibt's einige Debatten dazu."
  },
  {
    "start": 645.88,
    "end": 650.199,
    "text": "Also die Depression als homogene Diagnose, die wird zum Teil infrage gestellt."
  },
  {
    "start": 650.74,
    "end": 656.06,
    "text": "Konkret würde das heißen, ist die depressive Störung überhaupt ein einheitliches Krankheitsbild?"
  },
  {
    "start": 656.199,
    "end": 661.74,
    "text": "Oder stecken da vielleicht ganz verschiedene Pathomechanismen dahinter, die dann einfach eine ähnliche Symptomatik auslösen."
  },
  {
    "start": 662.3,
    "end": 683.079,
    "text": "Also wenn wir das jetzt mit was somatischem vergleichen würden sagen zum Beispiel Iktarus also dann würden wir jetzt auch nicht sagen ah ok Diagnose iktarus sondern wir würden uns differenzial diagnostisch auf die Suche machen was dahintersteckt und dann würden Wir unterscheiden zwischen Hepatitiden, Kolangitis, Hemolysecholestase sogar unterscheiden, ob die dann durch Steine oder Tumoren oder was auch immer ausgelöst wird."
  },
  {
    "start": 683.56,
    "end": 695.68,
    "text": "Aber gelb werden die Betroffenen eben alle und bei der depressiven Episode könnten eben auch ganz verschiedene Ursachen dahinterstecken, die dann zu einer vielleicht nur auf den ersten Blick recht ähnlichen Symptomatik führen."
  },
  {
    "start": 695.939,
    "end": 696.62,
    "text": "Das ist ja spannend!"
  },
  {
    "start": 696.74,
    "end": 699.48,
    "text": "Also quasi die Depression als Leitsymptom."
  },
  {
    "start": 699.66,
    "end": 701.579,
    "text": "eher können wir da vielleicht ganz kurz darauf eingehen?"
  },
  {
    "start": 701.64,
    "end": 702.599,
    "text": "Was würden da diskutiert?"
  },
  {
    "start": 703.0,
    "end": 706.14,
    "text": "also Jetzt um nur zwei Punkte zu nennen ursächlich."
  },
  {
    "start": 706.219,
    "end": 713.52,
    "text": "Zum Beispiel könnten zerebrale Insulinresistenzen eine Rolle spielen, das wird diskutiert oder beispielsweise chronische Entzündungsprozesse."
  },
  {
    "start": 713.579,
    "end": 725.76,
    "text": "auch das könnte mögliche Ursachen sein und diese unterschiedlichen Äthiologien könnten dann auch erklären warum Antidepressiva bei manchen Anschlagen und beim manchen eben nicht oder warum die klinische Ausprägung teilweise so unterschiedlich ist."
  },
  {
    "start": 725.8,
    "end": 727.76,
    "text": "aber wie gesagt dass es ne laufende Debatte"
  },
  {
    "start": 728.959,
    "end": 733.36,
    "text": "Kronische Entzündungsprozesse in Solienresistenzen, da fällt mir natürlich gleich unsere Podcast-Folge ein."
  },
  {
    "start": 733.78,
    "end": 734.74,
    "text": "Diabetes und Depression."
  },
  {
    "start": 735.339,
    "end": 741.4,
    "text": "Diese Komorbidität ist ja insgesamt so häufig dass es im englischsprachigen Raum sogar ein eigenes Wort dafür gibt, Diapression!"
  },
  {
    "start": 742.099,
    "end": 744.959,
    "text": "Und da spielen kronische entzündungsprozesse doch auch eine wichtige Rolle ne?"
  },
  {
    "start": 745.38,
    "end": 747.599,
    "text": "Ja genau das tritt einfach sehr häufig zusammen auf."
  },
  {
    "start": 747.74,
    "end": 752.98,
    "text": "und in der Folge hatten wir auch schon einige mögliche etiologien aufgeführt unter anderem die chronische Inflammation."
  },
  {
    "start": 753.599,
    "end": 759.02,
    "text": "Wer da noch mal reinholen will, kann das unter go.ambos.com-diabetes-depression."
  },
  {
    "start": 759.599,
    "end": 761.18,
    "text": "Den Link setzen wir euch auch in die Shownotes."
  },
  {
    "start": 761.66,
    "end": 765.5,
    "text": "und ja also für mich klingt es jetzt nach einem Paradigmenwechsel."
  },
  {
    "start": 765.599,
    "end": 771.42,
    "text": "Also Zweifel an der Monaminmangelhypothese viele völlig unterschiedliche Ethologien hinter depressiven Episoden."
  },
  {
    "start": 772.14,
    "end": 772.3,
    "text": "Genau."
  },
  {
    "start": 772.38,
    "end": 775.26,
    "text": "aber dazu muss man natürlich sagen Die Diskussion laufen schon eine Weile."
  },
  {
    "start": 775.5,
    "end": 780.42,
    "text": "Das ist nicht so dass das gerade vom Himmel fällt sondern wird schon eigentlich sehr lange darüber diskutiert."
  },
  {
    "start": 780.98,
    "end": 783.56,
    "text": "ich finde Trotzdem super, dass wir heute darüber sprechen."
  },
  {
    "start": 783.98,
    "end": 797.199,
    "text": "Weil es eben doch noch eine sehr häufige Erklärung ist die herangezogen wird und ich finde das schon wichtig, dass man da zumindest Bescheid weiß, dass das jetzt nicht ne unumstößliche Hypothese oder ne Hypothesie, die vollkommen etabliert ist."
  },
  {
    "start": 797.28,
    "end": 800.12,
    "text": "ja also deswegen freue ich mich, dass Wir Heute diese Folge machen können."
  },
  {
    "start": 800.16,
    "end": 803.719,
    "text": "und vielleicht auch an dieser Stelle ein anderer kurzer Hinweis weil mir das echt am Herzen liegt."
  },
  {
    "start": 804.26,
    "end": 809.12,
    "text": "Wir richten uns ja mit dem Podcast an Ärztinnen und Ärzte der Medizin studierende Menschen aus Gesundheitsberufen."
  },
  {
    "start": 809.56,
    "end": 817.0,
    "text": "Und da setzen wir natürlich so ein bisschen voraus, dass man es gewohnt ist sich mit wissenschaftlichen Debatten auseinanderzusetzen und dann auch eben eigene Schlüsse ziehen kann."
  },
  {
    "start": 817.68,
    "end": 827.319,
    "text": "Es ist ja aber völlig klar das uns hier auch Menschen zuhören ohne medizinische oder wissenschaftliche Vorbildungen und bei dieser Folge sind sicher auch einige Betroffene dabei die sich über ihre Krankheit informieren wollen."
  },
  {
    "start": 827.54,
    "end": 828.719,
    "text": "Ist ja auch völlig okay!"
  },
  {
    "start": 828.88,
    "end": 831.06,
    "text": "Ist ja eigentlich super wie je mehr man weiß desto besser."
  },
  {
    "start": 831.66,
    "end": 837.3,
    "text": "Mir ist nur wichtig einmal hier hervorzuheben, dass Diskussion und Debatten also auch Uneinigkeit und Streit."
  },
  {
    "start": 837.9,
    "end": 852.4,
    "text": "Das gehört zur Wissenschaft einfach dazu das es völlig normal und überhaupt nicht unüblich Und was jetzt keinesfalls passieren sollte, dass irgendjemand jetzt hier als Konsequenz aus diesem Podcast die eigenen Antidepressive absetzt oder denkt Mist mir kann jetzt doch nichts helfen bringt alles nichts bitte keines."
  },
  {
    "start": 852.48,
    "end": 855.5,
    "text": "falls machen im Zweifelsfall einfach mit dem Behandelenden drüber reden."
  },
  {
    "start": 855.56,
    "end": 857.88,
    "text": "man kann depressive Episoden sehr gut behandeln."
  },
  {
    "start": 858.3,
    "end": 860.48,
    "text": "wir sprechen hier nur über das Wien nicht über das."
  },
  {
    "start": 860.599,
    "end": 863.599,
    "text": "Ob Das vielleicht ja als kurzer Einwurf, das ist mir sehr wichtig."
  },
  {
    "start": 863.939,
    "end": 864.76,
    "text": "Ja danke dafür!"
  },
  {
    "start": 865.199,
    "end": 870.66,
    "text": "Natürlich ein ganz wichtiger Hinweis Es gibt auch gute Patienteninformationen über Depression und auch über Antidepressiva."
  },
  {
    "start": 870.74,
    "end": 872.459,
    "text": "die können wir vielleicht auch in den Show Notes verlinken."
  },
  {
    "start": 873.3,
    "end": 874.38,
    "text": "Aber dann wieder zum Thema."
  },
  {
    "start": 874.54,
    "end": 877.339,
    "text": "an der Monoamin-Mangelhypothese bestehen also Zweifel."
  },
  {
    "start": 877.459,
    "end": 883.699,
    "text": "einige hast du schon genannt Und ich fand diese Analogie zum Aspirinmangel in Anführungszeichen sehr eingängig."
  },
  {
    "start": 883.8,
    "end": 888.3,
    "text": "Überhaupt überrascht mich, dass die Hypothese offenbar vor allem mit der Wirksamkeit der Medikamente belegt wird."
  },
  {
    "start": 888.52,
    "end": 890.16,
    "text": "Wurde denn überhaupt mal untersucht?"
  },
  {
    "start": 890.38,
    "end": 897.12,
    "text": "Also im synaptischen Spalt selbst jetzt beispielsweise wurde da wirklich auch einmal die Monoaminkonzentration gemessen."
  },
  {
    "start": 897.86,
    "end": 901.459,
    "text": "ist es so das da tatsächlich eine zu geringe Monoaminkonzentration vorherrscht?"
  },
  {
    "start": 902.62,
    "end": 904.079,
    "text": "Das ist eine große Frage."
  },
  {
    "start": 904.5,
    "end": 921.48,
    "text": "Letztes Jahr erschienen Molecular Psychiatry, eine Publikation von Englischen Forscherinnen und Forschern rund um Joanna Moncree von University College London und die haben dazu eine Umbrella Review angefertigt also einer Übersichtsarbeit zu bereits bestehenden Übersichtarbeiten, Reviews- und Metaanalysen."
  },
  {
    "start": 921.52,
    "end": 925.54,
    "text": "Wichtig jetzt geht es spezifisch um die Serotonin Mangelhypothese."
  },
  {
    "start": 926.18,
    "end": 932.16,
    "text": "Und also da wurden einige Studien eingeschlossen, die die Konzentration im Serum oder im Lig voruntersucht haben."
  },
  {
    "start": 932.4,
    "end": 937.12,
    "text": "Und naja, Moncreef und ihre KollegInnen kommen zu einem sehr klaren Schluss."
  },
  {
    "start": 937.66,
    "end": 947.16,
    "text": "Die sahen in ihrem Review keiner überzeugende Evidenz dafür dass Depressionen durch niedrige Serotoninkonzentration ausgelöst werden oder auch nur damit assoziiert sind."
  },
  {
    "start": 947.66,
    "end": 947.8,
    "text": "Puh!"
  },
  {
    "start": 948.52,
    "end": 951.78,
    "text": "Also das setzt ein weiteres dickes Fragezeichen hinter die Theorie."
  },
  {
    "start": 952.4,
    "end": 954.16,
    "text": "Wobei, du hast es ja auch schon angedeutet."
  },
  {
    "start": 954.24,
    "end": 957.24,
    "text": "Wahrscheinlich wird halt einfach noch heftig debattiert, ne?"
  },
  {
    "start": 957.98,
    "end": 958.4,
    "text": "Ja klar!"
  },
  {
    "start": 958.56,
    "end": 960.88,
    "text": "Gestritten wird immer zum Beispiel was die Methoden angeht."
  },
  {
    "start": 961.0,
    "end": 966.92,
    "text": "wenn man jetzt zb diese Serotonin-Konzentration im Liquid oder Plasma misst das ist eben nicht der synaptische Spalt."
  },
  {
    "start": 967.3,
    "end": 968.719,
    "text": "Das kann man auf jeden Fall bemängeln."
  },
  {
    "start": 969.12,
    "end": 974.699,
    "text": "Die anderen halten dann aber dagegen dass Liquid von den verfügbaren Materialien eben den größten Austausch mit Neuroden hat."
  },
  {
    "start": 975.199,
    "end": 976.52,
    "text": "das kann man natürlich alles diskutieren."
  },
  {
    "start": 976.56,
    "end": 978.38,
    "text": "das würde jetzt hier aber den Rahmen sprengen."
  },
  {
    "start": 979.0,
    "end": 979.92,
    "text": "Ja, das fürchte ich auch."
  },
  {
    "start": 979.959,
    "end": 981.199,
    "text": "Obwohl es natürlich sehr spannend wäre!"
  },
  {
    "start": 981.66,
    "end": 988.579,
    "text": "Ich würde vorschlagen wir setzen einfach die Quellen in die Show-Notes dann kann sich wer will ein eigenes Bild davon machen und vielleicht auch noch weiter in die Debatten eintauchen."
  },
  {
    "start": 989.38,
    "end": 994.099,
    "text": "Okay aber dann lass uns doch vielleicht nochmal auf diesen Punkt mit den zwei Wochen der Wirklagtense schauen."
  },
  {
    "start": 994.4,
    "end": 996.06,
    "text": "wie ließ sich das denn erklären?"
  },
  {
    "start": 996.98,
    "end": 1010.199,
    "text": "Ja also wenn man das jetzt untersuchen möchte dann wäre natürlich naheliegender Ansatzpunkt zu fragen Was könnte jetzt in der Zeit im ZNS passieren, dass dann einen klinischen Effekt hervorruft, der eben zwei Wochen auf sich warten lässt?"
  },
  {
    "start": 1010.78,
    "end": 1014.339,
    "text": "Und genau diese Frage haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch gestellt."
  },
  {
    "start": 1014.5,
    "end": 1019.48,
    "text": "So kam die Monoamin-Receptor-Hypothese auf – und die Idee dahinter…."
  },
  {
    "start": 1020.06,
    "end": 1024.86,
    "text": "Die Antidepressiva wirken nicht direkt an irgendeinem Transporter oder so und hemmen den."
  },
  {
    "start": 1025.079,
    "end": 1031.159,
    "text": "So erhöht sich dann die Serotoninkonzentration, sondern die Idee ist dass sie was herunter regulieren."
  },
  {
    "start": 1031.44,
    "end": 1035.94,
    "text": "Also einen Rezeptor regulieren die runter und das dauert einfach ein bisschen zwei Wochen eben."
  },
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    "start": 1036.46,
    "end": 1040.76,
    "text": "Und im Falle von Serotonin wäre das jetzt der Fünf-Hart T-Eins A Autoreceptor."
  },
  {
    "start": 1041.24,
    "end": 1044.899,
    "text": "Das ist ein Rezeptor, der hemmt selbst die Ausschüttung von Serotonin."
  },
  {
    "start": 1045.04,
    "end": 1046.24,
    "text": "Also das ist seine Arbeit!"
  },
  {
    "start": 1046.359,
    "end": 1059.72,
    "text": "Der hemmet die Serotoninausschüfflung und die Idee ist jetzt wenn Antidepressiva so wirken dass sie diesen Hemmer herunter regulieren dann kann er nicht mehr so viel hemmen... ...und dann ist mehr Serotoninn im synaptischen Spalt."
  },
  {
    "start": 1060.379,
    "end": 1068.879,
    "text": "So wurde eben die Monoamin Recepterhypothese aufgebracht Verzögerten Beginn der Antidepressiva erklären."
  },
  {
    "start": 1069.18,
    "end": 1071.24,
    "text": "Okay, also nur noch mal das ich jetzt richtig verstehe!"
  },
  {
    "start": 1071.68,
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    "text": "Die Idee ist dass Antidepresiver diesen Fünf-HT-Ia Autorezeptor hemmen und er hat eigentlich die Aufgabe dafür zu sorgen, dass weniger Monoamine ausgeschüttet werden."
  },
  {
    "start": 1081.54,
    "end": 1089.78,
    "text": "Also er drosselt ihre Ausschüttung und wenn der jetzt nicht voll arbeiten kann weil ihn eben die Antidepressiva daran hindern dann werden wiederum mehr Monoamine ausgeschüttert."
  },
  {
    "start": 1090.56,
    "end": 1092.76,
    "text": "Genau, also es geht um eine Herunterregulierung."
  },
  {
    "start": 1092.84,
    "end": 1096.6,
    "text": "Also das wird jetzt nicht gehemmt sondern der wird herunter reguliert aber ansonsten genau richtig."
  },
  {
    "start": 1096.82,
    "end": 1099.82,
    "text": "Der Hemmer kann dann weniger hemmen und so mehr Monoamine."
  },
  {
    "start": 1100.32,
    "end": 1102.2,
    "text": "Also dass ist zumindest die Theorie."
  },
  {
    "start": 1102.86,
    "end": 1103.06,
    "text": "Oh je!"
  },
  {
    "start": 1103.2,
    "end": 1105.7,
    "text": "Das klingt so als käme jetzt noch ein großes Aber."
  },
  {
    "start": 1106.5,
    "end": 1107.26,
    "text": "Genauso ist es ja."
  },
  {
    "start": 1107.68,
    "end": 1113.44,
    "text": "Aber So einfach ist es doch nicht weil sich schlichtweg nirgends einen Korrelat für diese Hypothese finden ließ."
  },
  {
    "start": 1113.58,
    "end": 1119.639,
    "text": "Also weder in der molekularen Bildgebung oder in Postmortemstudien, wenn man das Gehirn eben direkt untersuchen konnte."
  },
  {
    "start": 1120.139,
    "end": 1139.379,
    "text": "Nirgends ließen sich bei betroffenen klare Beweise für Veränderungen finden zum Beispiel bei FIFATI A-A Auto Rezeptoren und da hat die vorhin erwähnte Umbrella Studie auch zwei Meter Analysen zu ausgewertet und die kam genau zudem Ergebnis keine Herunterregulierung, keine reduzierte Feuerrate dieser Autorezepturen."
  },
  {
    "start": 1140.74,
    "end": 1142.3,
    "text": "Das scheint es also auch nicht zu sein."
  },
  {
    "start": 1142.78,
    "end": 1145.98,
    "text": "Ich würde das ganz spannend, auch mal so wissenschaftliche Sackgassen nachzuzeichnen!"
  },
  {
    "start": 1146.44,
    "end": 1147.379,
    "text": "Wie ging es denn dann weiter?"
  },
  {
    "start": 1148.2,
    "end": 1151.159,
    "text": "Also natürlich gingen die Forschung gleichzeitig in mehrere Richtungen."
  },
  {
    "start": 1151.52,
    "end": 1159.98,
    "text": "Das ist ja kein lineares Ding, das ist ja meistens sowieso ein Busch oder so dass es ganz viele Enden gibt und die geforscht wird und manche führen dann zu was und viele zu nichts."
  },
  {
    "start": 1160.42,
    "end": 1170.56,
    "text": "aber es wurde ziemlich intensiv geforst beispielsweise was den Einfluss von Stress angeht Und da gibt es ja einen sehr gut belegten Zusammenhang zwischen Stress und Depressionen."
  },
  {
    "start": 1170.62,
    "end": 1171.82,
    "text": "Das ist robust bevorst."
  },
  {
    "start": 1171.86,
    "end": 1179.26,
    "text": "Da gibt's sehr viele Studien zu, die Frage ist jetzt nur wie könnte Stress eine depressive Episode auslösen oder triggern?"
  },
  {
    "start": 1180.379,
    "end": 1186.18,
    "text": "Was da ganz spannend ist wir sehen bei Betroffenen in depressiven Episoden häufig erhöhte Cortisolwerte im Blut."
  },
  {
    "start": 1187.26,
    "end": 1195.32,
    "text": "das sieht man wirklich oft und das legt eben die Vermutung nahe dass irgendwie die Nebenniere in die Pathogenese depressiver Episode involviert sein könnte."
  },
  {
    "start": 1195.98,
    "end": 1198.68,
    "text": "Die Nebennierenrinde produziert ja das Cortisol."
  },
  {
    "start": 1199.44,
    "end": 1200.82,
    "text": "Das klingt erstmal naheliegend?"
  },
  {
    "start": 1201.12,
    "end": 1202.28,
    "text": "Ja, also auf jeden Fall!"
  },
  {
    "start": 1202.74,
    "end": 1217.82,
    "text": "Aber natürlich muss man da erst mal herausfinden wie das von Statten gehen könnte und die Idee dahinter ist jetzt dass die Nebennierende bei depressiv Erkrankten in so einer Art destruktiven Teufelskreis steckt und zwar mit einer Struktur im Gehirn – mit dem Ipocampus."
  },
  {
    "start": 1218.3,
    "end": 1225.56,
    "text": "Der ist ja Teil des limbischen Systems und das limbische System reguliert unter anderem Emotionen wichtiger Punkt bei Depressionen."
  },
  {
    "start": 1226.1,
    "end": 1229.5,
    "text": "Und der Hippokampus ist jetzt Teil dieses Teufelskreises, den du gerade erwähnt hast."
  },
  {
    "start": 1230.02,
    "end": 1230.86,
    "text": "wie sieht er denn aus?"
  },
  {
    "start": 1231.399,
    "end": 1233.04,
    "text": "Genau also die Theorie ist ungefähr so."
  },
  {
    "start": 1233.26,
    "end": 1237.48,
    "text": "also während einer chronischen Stressreaktion wird vermehrt Cortisol ausgeschüttet."
  },
  {
    "start": 1237.879,
    "end": 1244.58,
    "text": "Cortisol ist ja ein Stresshormon und Cortisol, das es nachgewiesen hat eine toxische Wirkung auf Nervenzellen im Hippocampus."
  },
  {
    "start": 1245.04,
    "end": 1246.76,
    "text": "Also das läuft da über mehrere Mechanismen."
  },
  {
    "start": 1246.92,
    "end": 1252.42,
    "text": "sobald das Cortisol dort an den Cortisolrezepte andockt wird dann recht komplexer Ablauf auf Zellebene angeschmissen."
  },
  {
    "start": 1252.74,
    "end": 1254.06,
    "text": "Da gehe ich jetzt nicht tiefer ins Detail."
  },
  {
    "start": 1254.24,
    "end": 1256.879,
    "text": "was uns jetzt interessiert ist das Endergebnis dieses Ablaufs."
  },
  {
    "start": 1257.34,
    "end": 1265.62,
    "text": "Cortisol führt zu einer Geringere Neurogenese im Hippocampus, es werden weniger Synapsen gebildet und teils kommt das auch zur Apoptose von Neuronen."
  },
  {
    "start": 1265.86,
    "end": 1267.72,
    "text": "Das bewirkt Cortisol am Hippokampus."
  },
  {
    "start": 1268.159,
    "end": 1270.98,
    "text": "Holzbohr- und KollegInnen haben da teilweise zu publiziert,"
  },
  {
    "start": 1278.48,
    "end": 1284.6,
    "text": "in der Bildgebung häufig Hippochampusatrophin oder vielleicht auch zum Stichwort Pseudodemenz bei Depression."
  },
  {
    "start": 1284.7,
    "end": 1288.22,
    "text": "Der Hippockampus selbst ist ja auch von zentraler Bedeutung für Lern- und Gedächtnisprozesse."
  },
  {
    "start": 1288.96,
    "end": 1292.52,
    "text": "Da würde also eine Hypokampusschädigung als neurobiologische Ursache durchaus passen."
  },
  {
    "start": 1293.1,
    "end": 1296.48,
    "text": "Jetzt hast du ja aber gesagt, dass Nebennierenhypocampus in einem Teufelskreis stecken?"
  },
  {
    "start": 1296.72,
    "end": 1298.36,
    "text": "Wie schließt sich denn dieser Teufelkreis?"
  },
  {
    "start": 1299.12,
    "end": 1300.72,
    "text": "Also über die Regulation."
  },
  {
    "start": 1300.96,
    "end": 1308.1,
    "text": "Quartisol schädigt den Hypokampfus und der Kreis schließs sich dann weil der Hypokampus ziemlich viele Aufgaben hat jetzt nicht nur die Erinnerungsverarbeitung."
  },
  {
    "start": 1308.659,
    "end": 1311.84,
    "text": "unter anderem regelt der Hypokus mit anderen Strukturen gemeinsam."
  },
  {
    "start": 1312.12,
    "end": 1318.08,
    "text": "Die Hypotalamus-Hypofüsen neben ihren Achse und so eben auch mittelbar die Nebennierendaktivität."
  },
  {
    "start": 1318.68,
    "end": 1324.379,
    "text": "Und wenn der Hippocampus jetzt geschädigt ist, dann funktioniert diese Regulation nicht mehr und es wird noch mehr Cortisol ausgeschüttet."
  },
  {
    "start": 1324.52,
    "end": 1329.159,
    "text": "Das dann wiederum den Hippokampus schädigt und so schließt sich dann der Teufelskreis und befeuert sich immer weiter."
  },
  {
    "start": 1329.56,
    "end": 1335.54,
    "text": "Und das Endergebnis heißt weniger Neurogenese, weniger Sunapsenbilde und Apoptose im Hippockampus."
  },
  {
    "start": 1336.58,
    "end": 1340.8,
    "text": "Es gibt aber auch ganz verschiedene Wege wie sich Stress auf neurobiologische Ebene auswirken kann."
  },
  {
    "start": 1340.92,
    "end": 1345.32,
    "text": "zum Beispiel ein weiterer Zweig, der da beforst wird ist eine gesteigerte Glutamat-Freisetzung."
  },
  {
    "start": 1345.58,
    "end": 1357.76,
    "text": "Ich denke mal ganz grob kann man sich merken das stressig über verschiedene biochemische Wege negativ auf die Neuroplastizität auswirkt und dass dann eben tatsächlich einer der möglichen Genesen von bestimmten depressiven Episoden sein könnte."
  },
  {
    "start": 1358.98,
    "end": 1365.72,
    "text": "Und der Effekt der Antidepressiva könnte dann sein, dass sie diese durch den Teufelskreis geschädigte Neuroplastizität wieder ausgleichen?"
  },
  {
    "start": 1366.2,
    "end": 1368.04,
    "text": "Ja also das wäre eine Möglichkeit ja!"
  },
  {
    "start": 1368.94,
    "end": 1372.62,
    "text": "Neuroplastizität ist ja auch so ein Begriff, der häufig verwendet aber selten definiert wird."
  },
  {
    "start": 1372.74,
    "end": 1374.08,
    "text": "Könntest du vielleicht nochmal kurz erklären?"
  },
  {
    "start": 1374.2,
    "end": 1375.139,
    "text": "Was hat es damit auf sich?"
  },
  {
    "start": 1376.08,
    "end": 1380.159,
    "text": "Also... Vielleicht kann man sich das am besten in Abgrenzung zu einem Computerchip vorstellen!"
  },
  {
    "start": 1380.74,
    "end": 1382.68,
    "text": "So kleine Beispiele sind ja manchmal ganz praktisch."
  },
  {
    "start": 1383.22,
    "end": 1391.48,
    "text": "Wenn wir uns jetzt mal einen Computerchips vorstellen und daneben neuronen dann sehen wir Beide sind verschaltet, also sowohl Neuronen als auch Computerchips und zwar mit anderen Einheiten."
  },
  {
    "start": 1391.78,
    "end": 1392.96,
    "text": "Und was jetzt der Unterschied ist?"
  },
  {
    "start": 1393.02,
    "end": 1398.52,
    "text": "Die Neuronen können etwas, das Computerchip überhaupt nicht können – nämlich diese Verschaltung flexibel anpassen!"
  },
  {
    "start": 1398.78,
    "end": 1404.46,
    "text": "Der Chip, der es immer so verschaltet wie er gebaut ist mehr oder weniger machen, was wir wollen."
  },
  {
    "start": 1404.659,
    "end": 1406.32,
    "text": "Also natürlich nicht ganz aber sehr viel."
  },
  {
    "start": 1406.379,
    "end": 1407.34,
    "text": "die sind sehr formbar."
  },
  {
    "start": 1407.44,
    "end": 1419.92,
    "text": "also man kann sagen Neuroplastikität das ist die Fähigkeit unseres Nervensystems zu reagieren ja auf interne oder externe Reize und sich dann eben anpassen zu können und dementsprechend die neuronalen Verbindungen zu verändern."
  },
  {
    "start": 1420.96,
    "end": 1421.76,
    "text": "Und wie funktioniert das?"
  },
  {
    "start": 1421.879,
    "end": 1422.54,
    "text": "Oder wann?"
  },
  {
    "start": 1422.899,
    "end": 1426.52,
    "text": "Wenn es nicht funktioniert haben wir gerade gehört Stress wirkt sich da negativ aus."
  },
  {
    "start": 1427.0,
    "end": 1429.24,
    "text": "Wo wir es gut betrachten können ist zum Beispiel beim Lernen."
  },
  {
    "start": 1429.6,
    "end": 1435.5,
    "text": "Dann werden bestimmte Synapsen, also Synapszen die bei einem Lernen besonders aktiv sind, die werden in ihrer Übertragung gesteigert."
  },
  {
    "start": 1435.72,
    "end": 1440.82,
    "text": "Zum Beispiel indem dann aus der Präsynapse mehr Transmitter ausgeschüttet werden sobald ein Aktionspotenzial eintrifft."
  },
  {
    "start": 1440.94,
    "end": 1441.86,
    "text": "oder das kann auch z.B."
  },
  {
    "start": 1442.139,
    "end": 1448.86,
    "text": "vermehrt Rezeptoren in die Post-Synapse eingebaut werden sodass die Neurotransmitter die dann ausgeschüttert werden einen größeren Effekt erzielen."
  },
  {
    "start": 1449.3,
    "end": 1454.42,
    "text": "Das sind zwei Möglichkeiten wie sich eine Synapse funktionell in ihrer übertragungen steigern kann."
  },
  {
    "start": 1454.8,
    "end": 1457.879,
    "text": "Und kann man das auch richtig strukturellen Veränderungen zuordnen?"
  },
  {
    "start": 1458.159,
    "end": 1459.92,
    "text": "Lässt sich das richtig anatomisch fassen, ja ne."
  },
  {
    "start": 1460.74,
    "end": 1470.879,
    "text": "Genau also es gibt diese funktionelle Übertragungssteigerung und währenddessen und auch danach kannst dann auch so zu richtig strukturellen, also geweblichen Veränderung kommen die man dann auch richtig anatomatisch fassen kann."
  },
  {
    "start": 1471.04,
    "end": 1476.52,
    "text": "Also neue Nervenzellen bilden sich Synapsen bilden Sich Axone und Dendritenspriesen und so weiter."
  },
  {
    "start": 1476.62,
    "end": 1486.24,
    "text": "Ja und diese Fähigkeit zur neuronalen Plastizität Da scheint sich der Stress eben negativ auszuwirken und es haben wir gerade anhand des Hippocampus gesehen, wie sich das dann eben ganz konkret auswirken kann."
  },
  {
    "start": 1486.3,
    "end": 1488.56,
    "text": "Und dass ist dann eben so eine mögliche Depressionsgenese."
  },
  {
    "start": 1489.28,
    "end": 1493.52,
    "text": "Es gibt auch andere Strukturen die im Gehirn bei Depressionen richtig makroskopisch verändert sind."
  },
  {
    "start": 1493.68,
    "end": 1499.52,
    "text": "Also neben Hippokampus zum Beispiel auch der Präfrontale Cortex Auch der kann sich bei schweren depressiven Episoden verkleinern."
  },
  {
    "start": 1499.639,
    "end": 1503.159,
    "text": "oder Die ermögterler, die sind bei Betroffenen auch oft vergrößert."
  },
  {
    "start": 1503.68,
    "end": 1508.32,
    "text": "Das kann man per Bildgebung nachweisen und auch das passt beides gut zur Symptomatik, die man beobachtet."
  },
  {
    "start": 1508.72,
    "end": 1511.52,
    "text": "Zum Beispiel eben Konzentrationsschwächen und Ängste."
  },
  {
    "start": 1512.18,
    "end": 1520.06,
    "text": "Und was man auch sehen kann ist dass Faktoren, die die Plastizität beeinflussen also Neurotrophefaktoren heißen sie, die zeigen sich bei depressiver Kranken reduziert."
  },
  {
    "start": 1520.7,
    "end": 1523.44,
    "text": "Ja neurotrophe Faktore werden ja auch intensiv beforscht."
  },
  {
    "start": 1523.879,
    "end": 1526.639,
    "text": "BDNF ist doch so eine Abkürzung, die wir da häufig liest."
  },
  {
    "start": 1527.34,
    "end": 1527.879,
    "text": "Ja, genau ja."
  },
  {
    "start": 1528.04,
    "end": 1533.0,
    "text": "Also BDNF das ist also ein Neurotrophafaktor Brain Derived Neuratrophic Factor heißt er."
  },
  {
    "start": 1533.72,
    "end": 1534.86,
    "text": "Den kann man sich auch ganz gut merken."
  },
  {
    "start": 1535.0,
    "end": 1542.04,
    "text": "also falls man den jetzt noch nie gehört wird der wird wirklich viel bevorstehen begegnet man sehr häufig und ich denke künftig dürfte es auch noch mehr werden."
  },
  {
    "start": 1542.24,
    "end": 1548.86,
    "text": "also solche neurotrofen fakturen die sind eben bei Betroffenen erniedrigt Ist jetzt alles relativ komplex aber kurz um."
  },
  {
    "start": 1549.42,
    "end": 1562.34,
    "text": "stressbedingte Änderungen in der neuroplastizität könnten eine richtig wichtige Rolle in der Genese von depressiven episoden spielen Und vielleicht ist das auch einer der Punkte, an denen die Eingangs genannten Antidepressiva angreifen."
  },
  {
    "start": 1563.159,
    "end": 1565.1,
    "text": "An der Neuroplastizität also!"
  },
  {
    "start": 1565.94,
    "end": 1580.899,
    "text": "Also das sind ja heute schon ziemlich viele neurobiologische Infos, da raucht sich ja nicht nur mir der Kopf ein wenig... Wenn ihr zu Hause die einzelnen Punkte nochmal nachhören wollt findet ihr natürlich wie immer unsere Kapitelmarken in den Show Notes und ich würde vorschlagen, die machen wir vielleicht in dieser Folge ein bisschen klein schrittiger, ne?"
  },
  {
    "start": 1581.54,
    "end": 1585.2,
    "text": "Dann könnt ihr problemlos an die entsprechenden Stellen springen, die ihr vielleicht noch mal nach hören wollt."
  },
  {
    "start": 1586.139,
    "end": 1593.639,
    "text": "Also Stress und seine negativen Auswirkungen auf die Neuroplastizität könnten eine heiße Spur sein, wenn man verstehen will wie depressive Symptome entstehen."
  },
  {
    "start": 1594.28,
    "end": 1595.98,
    "text": "Und jetzt sagst du SSI und Co."
  },
  {
    "start": 1596.82,
    "end": 1598.12,
    "text": "Könnten sich darauf auswirken?"
  },
  {
    "start": 1598.7,
    "end": 1599.74,
    "text": "Wie könnte das funktionieren?"
  },
  {
    "start": 1600.7,
    "end": 1600.879,
    "text": "Genau!"
  },
  {
    "start": 1600.94,
    "end": 1605.32,
    "text": "Das könnte zum Beispiel über ne Neubildung von Monoamin-Rezeptoren funktionieren."
  },
  {
    "start": 1606.139,
    "end": 1608.3,
    "text": "Aber Moment mal...das hatten wir doch vorhin schon kurz angesprochen oder?"
  },
  {
    "start": 1608.72,
    "end": 1609.7,
    "text": "Da sagtest Du ja dass man z.B."
  },
  {
    "start": 1609.92,
    "end": 1613.399,
    "text": "in Prost Mortem Studien keine Veränderungen an den Rezeptoren feststellen konnte."
  },
  {
    "start": 1614.139,
    "end": 1614.84,
    "text": "Ja, genau."
  },
  {
    "start": 1614.96,
    "end": 1616.2,
    "text": "Richtig gut aufgepasst!"
  },
  {
    "start": 1616.8,
    "end": 1629.54,
    "text": "Aber da ging es um hemmende Autorezeptoren an der Präsynaps also zum Beispiel für den Partie A. Also die Theorie, die ich davor geschildert hatte, die ging ja davon aus, dass durch eine herunterregulierung des Hemmers mehr Monoamine ausgestuttet werden."
  },
  {
    "start": 1630.1,
    "end": 1635.0,
    "text": "Jetzt sprechen wir von anderen Rezeptoren nämlich von post-synaptischen Monoaminrezeptoren."
  },
  {
    "start": 1635.04,
    "end": 1640.78,
    "text": "Es geht jetzt nicht mehr um die Herunterregulation des Hemmeres sondern um mehr synaptische Übertragung."
  },
  {
    "start": 1641.84,
    "end": 1644.46,
    "text": "postenaptische Rezeptoren, also nochmal ganz grob."
  },
  {
    "start": 1644.94,
    "end": 1657.48,
    "text": "Antidepressiver könnten dazu führen dass mehr monoamine Rezepturen in die Postenapsel eingebaut werden dadurch mehr synaptische Übertragung, dadurch mehr BDNF und letztlich wieder eine verbesserte Neuroplastizität."
  },
  {
    "start": 1657.76,
    "end": 1661.06,
    "text": "da gibt es auch mehrere Studien zu zum Beispiel Caleson Kolleginnen."
  },
  {
    "start": 1661.44,
    "end": 1671.2,
    "text": "Es gibt jetzt aber auch noch weitere mögliche Ansatzpunkte, wie sich Antidepressiva positiver auf Neuroplastikität auswirken könnten beispielsweise Glutamatausschüttung, Ampa-NMDR."
  },
  {
    "start": 1671.36,
    "end": 1672.44,
    "text": "das sind da weitere heiße"
  },
  {
    "start": 1672.52,
    "end": 1672.82,
    "text": "Spuren."
  },
  {
    "start": 1673.46,
    "end": 1675.24,
    "text": "Aber natürlich viel Input zum Hören!"
  },
  {
    "start": 1675.56,
    "end": 1692.8,
    "text": "Ich denke aber wenn man vielleicht verinnerlicht dass die Monoamin Mangelhypothese allein vermutlich zu kurz greift und dass sich Antidepressiva wie Mao-Hemma SSRI oder duale Aufnahmehemmer unter anderem auf die Neuroplastizität auswirken und sich dadurch zumindest teilweise ihre Wirkung erklären lässt, hat man heute auf jeden Fall zwei wichtige Punkte mitgenommen."
  },
  {
    "start": 1692.94,
    "end": 1692.96,
    "text": "Ja,"
  },
  {
    "start": 1693.12,
    "end": 1693.54,
    "text": "auf jeden fall!"
  },
  {
    "start": 1693.76,
    "end": 1695.139,
    "text": "Und wo wir gerade bei der Wirkung sind?"
  },
  {
    "start": 1695.2,
    "end": 1701.5,
    "text": "Wir haben jetzt viel über mögliche Wirkweisen gesprochen aber noch nicht über die eigentliche Wirkung den Effekt bei den Betroffenen also den Therapieeffekt."
  },
  {
    "start": 1702.22,
    "end": 1707.12,
    "text": "Du hast das vorhin schon mal angerissen und gemeint da wird auch zwischen den verschiedenen Lagern viel diskutiert."
  },
  {
    "start": 1707.6,
    "end": 1708.639,
    "text": "was genau wird da diskutiert?"
  },
  {
    "start": 1709.06,
    "end": 1721.5,
    "text": "Also tatsächlich wird vor allem darüber diskutiert ob die gängigen Antidepressiva überhaupt einen Therapieeffekt haben, also einen gewünschten pharmakologischen Effekt im eigentlichen Sinne der über den Placebo-Effekt hinausgeht."
  },
  {
    "start": 1722.2,
    "end": 1726.56,
    "text": "Jetzt würden vermutlich viele Menschen sagen aber da gibt es doch zig Studien zu die das untermauern?"
  },
  {
    "start": 1726.94,
    "end": 1726.96,
    "text": "Ja"
  },
  {
    "start": 1727.5,
    "end": 1734.42,
    "text": "ich war auch verblüfft muss jetzt ganz ehrlich sagen wie da die Evidenzlage ist, aber es gibt sehr viele die diese Evidenzen in Frage stellen."
  },
  {
    "start": 1734.5,
    "end": 1739.86,
    "text": "ja mit der Evidenzkwalität bei antidepressiver Studien ist das nämlich generell so eine Sache."
  },
  {
    "start": 1740.2,
    "end": 1748.12,
    "text": "da gibt's einige der Limitationen die wir auch aus anderen Medikamentenstudien kennen Aber die sind bei antidepressiver Studien besonders ausgeprägt."
  },
  {
    "start": 1748.56,
    "end": 1749.06,
    "text": "Zum Beispiel?"
  },
  {
    "start": 1749.72,
    "end": 1768.34,
    "text": "Also zum Beispiel ganz klassisch der Placeboeffekt, das ist belegt bei psychischen Störungen generell ist der Placeboeffekt höher als bei somatischen Erkrankungen und zwar unabhängig vom Therapieverfahren eben weil die Effekte der Interventionsmedikamente, also deren Anführungszeichen echten Medikamente vermutlich teilweise unspezifisch sind."
  },
  {
    "start": 1768.56,
    "end": 1771.139,
    "text": "Da gibt es auch eine Cochrane Reveille zu von im Jahr zwei Tausend Zehn."
  },
  {
    "start": 1771.399,
    "end": 1782.5,
    "text": "Da wurden Studien zur Placeboeffekten bei verschiedenen Krankheiten untersucht und da zeigt er sich eben dieser sehr starke Placebo-Effekt bei psychischen Störungen den auch die nationale Versorgungsleitende Depression aufgreift."
  },
  {
    "start": 1782.56,
    "end": 1789.659,
    "text": "Also das heißt ich zitiere mal Der Placeboeffekt ist bei psychische Störung generell höher als bei somatischen Erkrankungen."
  },
  {
    "start": 1790.62,
    "end": 1791.24,
    "text": "Das ist ja spannend."
  },
  {
    "start": 1791.48,
    "end": 1792.44,
    "text": "Lässt sich das beziffern?"
  },
  {
    "start": 1792.92,
    "end": 1794.82,
    "text": "Ja, also darauf geht die Light-Linie ein."
  },
  {
    "start": 1795.08,
    "end": 1799.159,
    "text": "Also der Placeboeffekt macht bei Antidepressiva wohl ungefähr die Hälfte der Wirkung aus."
  },
  {
    "start": 1799.62,
    "end": 1805.6,
    "text": "Da gibt es mehrere Studien zu unter anderem von CURSCH und seiner Arbeitsgruppe Die Hälfe, das klingt jetzt erstmal ziemlich viel."
  },
  {
    "start": 1805.68,
    "end": 1810.26,
    "text": "aber zur Einordnung Bei Schmerzmitteln macht der Placeboeffekt auch ungefähr fünfzig Prozent aus."
  },
  {
    "start": 1810.52,
    "end": 1811.8,
    "text": "Der ist also richtig stark."
  },
  {
    "start": 1812.26,
    "end": 1816.7,
    "text": "Könnte man eigentlich auch mal eine eigene Folge zum Placiboeffekt machen finde ich ganz interessant."
  },
  {
    "start": 1817.36,
    "end": 1822.42,
    "text": "Wenn man jetzt aber noch mit einbezieht, dass bei Depressionen ja auch positive Spontanverläufe mit eingehen."
  },
  {
    "start": 1822.659,
    "end": 1828.639,
    "text": "Das kommt ja auch vor, das Leute einfach spontan in die Remission kommen dann addiert sich das obendrauf."
  },
  {
    "start": 1828.86,
    "end": 1832.78,
    "text": "Spontane Verläufer könnten für etwa ein Viertel des Effekts verantwortlich sein."
  },
  {
    "start": 1832.82,
    "end": 1843.48,
    "text": "Dann sind wir wenn man das zusammenrechnet Placebo-Effekt und Spontanzerlauf schon bei drei Vierteln des Antidepressivereffekts und nur einen Viertell würde dann auf die eigentliche pharmacologische Wirkung im engeren Sinn zurückgehen."
  },
  {
    "start": 1845.1,
    "end": 1846.659,
    "text": "sich fand die Zahlen auch wirklich ganz verblüffend."
  },
  {
    "start": 1846.8,
    "end": 1862.5,
    "text": "Und was dann vielleicht noch ganz interessant ist, der Publication-Bias also der Hang dazu nur signifikante Ergebnisse zu veröffentlichen, der es immer relativ hoch in der Medizin und bei antidepressiver Studien könnte der dazugeführt haben dass wir den Gesamteffekt um bis zu einem Drittel überschätzen."
  },
  {
    "start": 1862.56,
    "end": 1868.1,
    "text": "Auch da gibt's mehrere Studien zu beispielsweise Turner und Kollegen im New England Journal of Medicine."
  },
  {
    "start": 1868.22,
    "end": 1869.12,
    "text": "Was war das?"
  },
  {
    "start": 1869.52,
    "end": 1872.08,
    "text": "Also Placeboeffekt und Publication Bias?"
  },
  {
    "start": 1872.159,
    "end": 1873.54,
    "text": "kannst du auf denen vielleicht nochmal eingehen?"
  },
  {
    "start": 1874.18,
    "end": 1877.32,
    "text": "Ja, also gerade da gibt es auch ganz interessante Untersuchungen."
  },
  {
    "start": 1877.72,
    "end": 1883.58,
    "text": "Nicht nur die von Turner, auch dieser Irvine Kirsch den hatte ich ja grade schon kurz erwähnt der hatte da auch zugeforscht."
  },
  {
    "start": 1883.639,
    "end": 1895.12,
    "text": "er hat sich über so ein amerikanisches besonderes Gesetz den Freedom Information Act über den hatte der sich Zugang zu den Datenbanken der FDA verschafft also der amerikanischen Arzneimittel Zulassungsbehörde."
  },
  {
    "start": 1895.92,
    "end": 1904.74,
    "text": "Und in diesen Datenbanken hat er sich dann mal die antidepressiver Zulassungsstudien angeschaut und da konnte er dann eben veröffentlichte und eben auch unveröffentlichte Studien einsehen."
  },
  {
    "start": 1905.159,
    "end": 1911.54,
    "text": "Als er sich die Ergebnisse dann angesehen hatte, und die gepult hatte, kam er dann sogar auf achtzig Prozent Placebo-Wirkung."
  },
  {
    "start": 1911.82,
    "end": 1914.139,
    "text": "Das ist dann doch deutlich mehr als bei Schmerzmitteln."
  },
  {
    "start": 1914.74,
    "end": 1920.8,
    "text": "Und nebenbei fiel bei diesen Einblicken in die FDA-Studien auch auf, dass der Publication Bias wirklich sehr ausgeprägt war."
  },
  {
    "start": 1920.94,
    "end": 1931.48,
    "text": "Also Turner und Kolleginnen haben dazu dann auch noch mal publiziert... ...und die konnten zeigen das etwa ein Drittel der Antidepressiverstudien, die der FDA vorlagen, nicht in wissenschaftlichen Journals veröffentlicht wurde."
  },
  {
    "start": 1931.899,
    "end": 1934.26,
    "text": "Das waren natürlich solche, die negative Ergebnisse hatten!"
  },
  {
    "start": 1934.46,
    "end": 1938.36,
    "text": "Also dazu muss man sagen, der FDA lagen die natürlich vor also auch die mit negativen Ergebnisse."
  },
  {
    "start": 1938.48,
    "end": 1940.58,
    "text": "Die konnten sie in ihre Berechnungen mit einbeziehen."
  },
  {
    "start": 1941.18,
    "end": 1948.82,
    "text": "aber öffentlich waren diese Studienergebnisse eben teils nicht Und das hat dann natürlich eine erhebliche, verzerrende Auswirkung wenn der Eintrittel der Studien fehlt."
  },
  {
    "start": 1949.34,
    "end": 1952.36,
    "text": "Ja zumal wenn sie größtenteils negative Ergebnisse gezeigt haben."
  },
  {
    "start": 1952.92,
    "end": 1954.18,
    "text": "Ja Publication Bias eben!"
  },
  {
    "start": 1954.399,
    "end": 1955.44,
    "text": "Das ist echt ein Problem ne?"
  },
  {
    "start": 1955.54,
    "end": 1972.899,
    "text": "Ich erinnere mich dass wir mal einen Bloginterview mit Berlin Exchange Medicine über evidenzbasierte Medizin hatten und da haben wir uns zum einen angeschaut wie man Studien mit wenigen Blicken auf ihre Qualität prüfen kann aber eben auch besprochen was sich im wissenschaftlichen Betrieb ändern müsste um solche Verzerrungen wie den Publications Bias aus der Welt zu schaffen."
  },
  {
    "start": 1973.34,
    "end": 1976.379,
    "text": "Ich erinnere mich, dass es da unter anderem um Prä-Registrierungen ging."
  },
  {
    "start": 1977.06,
    "end": 1980.32,
    "text": "Wenn ihr das nachlesen wollt, setzen wir auch dazu einen Link in die Shownotes."
  },
  {
    "start": 1980.56,
    "end": 1981.96,
    "text": "Aber jetzt noch mal zurück zur Sache!"
  },
  {
    "start": 1982.24,
    "end": 1989.94,
    "text": "Der Placeboeffekt könnte laut dem Paper, das du zitiert hast also bis zu achtzig Prozent der Antidepressivwirkung ausmachen und obendrauf kommen noch spontan Besserungen."
  },
  {
    "start": 1990.48,
    "end": 1993.5,
    "text": "War das dann der Grund warum die Debatte über die Wirksamkeit entbrannt"
  },
  {
    "start": 1993.58,
    "end": 1993.74,
    "text": "ist?"
  },
  {
    "start": 1994.62,
    "end": 1996.659,
    "text": "Also die Debatte selbst läuft schon lange."
  },
  {
    "start": 1996.8,
    "end": 2004.139,
    "text": "aber dieser Herr Kirsch, der eben diese FDA Datenbanken schauen konnte hat natürlich mit seinen Veröffentlichungen Das ist schon befeuert, ne?"
  },
  {
    "start": 2004.18,
    "end": 2008.98,
    "text": "Und in dem Jahr und acht hat der dann nochmal nachgelegt mit einer Meteranalyse von fünfunddreißig klinischen Studien."
  },
  {
    "start": 2009.56,
    "end": 2016.46,
    "text": "Und da kann man zu dem Schluss das Antidepressiva bei leichten und mittelgradigen depressiven Episoden nicht besser wirken als ein Placebo."
  },
  {
    "start": 2016.86,
    "end": 2019.54,
    "text": "Bei schweren depressiven Episode gerade so!"
  },
  {
    "start": 2019.899,
    "end": 2026.32,
    "text": "Aber auch nur weil sich bei schweren Fällen scheinbar der Placeboeffekt weniger auswirkt... ...das ließ sich da mittels Regressionsanalysen heraus rechnen."
  },
  {
    "start": 2026.92,
    "end": 2037.02,
    "text": "Also bei schwerer depressive Episode sagt er statistische Signifikanz NUR weil weniger Placebo-Effekt und nicht etwa, weil besserer Verum-Eeffekt laut CURSCH und KollegInnen."
  },
  {
    "start": 2038.139,
    "end": 2038.34,
    "text": "Gut!"
  },
  {
    "start": 2038.92,
    "end": 2043.46,
    "text": "Aber wenn es eine Debatte gibt, gibt das ja sicher auch Leute die wiederum diese Ergebnisse auch anzweifeln?"
  },
  {
    "start": 2043.58,
    "end": 2044.6,
    "text": "Was sagt denn die Gegenseite?"
  },
  {
    "start": 2045.22,
    "end": 2050.48,
    "text": "Die sagt das Gegenteil also dass Antidepressiva eben doch besser wirken als Placebos."
  },
  {
    "start": 2050.6,
    "end": 2053.02,
    "text": "Auch hier werden Übersichtsarbeiten ins Feld geführt."
  },
  {
    "start": 2053.46,
    "end": 2060.56,
    "text": "Zwei Tausend Achtzehn hat ne Forschungsgruppe rund um den Forscher Andrea Cipriani Studien zu insgesamt einundzwanzig antidepressiver untersucht."
  },
  {
    "start": 2061.12,
    "end": 2065.639,
    "text": "Dafür haben sie fünfhundert Studien mit insgesamt über hunderttausend Probandinnen und Probanden untersucht."
  },
  {
    "start": 2066.139,
    "end": 2073.8,
    "text": "Und diese Meta-Analyse kam zum Schluss, dass bei schweren depressiven Episoden alle getesteten Antidepressiva über dem Placeboeffekt hinaus wirken."
  },
  {
    "start": 2074.139,
    "end": 2076.259,
    "text": "Aber natürlich auch da wieder viel Diskussion."
  },
  {
    "start": 2076.659,
    "end": 2077.259,
    "text": "Lass mich raten!"
  },
  {
    "start": 2077.719,
    "end": 2080.34,
    "text": "Ging es um die verwendeten Methoden der eingeschlossenen Studien?"
  },
  {
    "start": 2081.86,
    "end": 2090.86,
    "text": "Also es ging eben um ganz ausgeprägte Verzerrungen durch Publication Bias und auch einige strukturelle Probleme, die bei antidepressiver Studien einfach auftreten."
  },
  {
    "start": 2091.04,
    "end": 2093.42,
    "text": "Ja also da geht auch die Leitlinie Depression drauf ein."
  },
  {
    "start": 2093.98,
    "end": 2105.24,
    "text": "zum Teil sind nämlich Wirkungen und eben auch Nebenwirkungen von Antidepressiva so ausgeprägt und eindeutig dass die Probandinnen aber eben auch die Behandelnden einfach sehr schnell merken, ob das jetzt ein Verum ist oder ein Placebo."
  },
  {
    "start": 2105.6,
    "end": 2107.18,
    "text": "Also Entblindung nennt man das."
  },
  {
    "start": 2107.279,
    "end": 2114.8,
    "text": "Die Verblindung fliegt einfach auf und bei Antidepressiva sind die Nebenwirkungen so ausgeprägt, Passiert."
  },
  {
    "start": 2115.08,
    "end": 2122.02,
    "text": "Früher hat man da den Proband in einen Teils Atropin in der Placebogruppe gegeben, damit dann wenigstens so ein bisschen Herzrasen zustande kommt."
  },
  {
    "start": 2122.54,
    "end": 2126.14,
    "text": "Also das geht jetzt heutzutage aus ethischen Gründen zum Glück nicht mehr."
  },
  {
    "start": 2126.96,
    "end": 2132.0,
    "text": "Aber eben diese Studie mit diesen einundzwanzig antidepressiven und diesen über hunderttausend Probandinnen, da wurde z.B."
  },
  {
    "start": 2132.6,
    "end": 2136.68,
    "text": "moniert dass solche Effekte nicht ausreichend in die Gewichtung der Studien eingegangen sei."
  },
  {
    "start": 2136.779,
    "end": 2144.66,
    "text": "Und das hatte dann auch folgen also zwei tausend neunzehn hat er noch mal eine andere Forschergruppe genau diese Daten auch nochmal ausgewertet und nochmal angeschaut."
  },
  {
    "start": 2145.08,
    "end": 2150.72,
    "text": "Und die kamen dann zu dem Schluss, dass sich daraus nicht ableiten lässt das antidepressiver besser wirken als placebo."
  },
  {
    "start": 2150.8,
    "end": 2153.08,
    "text": "also es ist wahnsinnig uneinheitlich."
  },
  {
    "start": 2153.54,
    "end": 2156.94,
    "text": "ja das denke ich ist im laufe diese podcast ziemlich klar geworden."
  },
  {
    "start": 2157.68,
    "end": 2161.1,
    "text": "was ich mir jetzt frage was bedeutet das nun für die ärztliche arbeit?"
  },
  {
    "start": 2161.34,
    "end": 2162.08,
    "text": "also welche konsequenz?"
  },
  {
    "start": 2162.16,
    "end": 2162.68,
    "text": "team wieder raus?"
  },
  {
    "start": 2163.18,
    "end": 2164.64,
    "text": "Ja das das ist eine gute frage."
  },
  {
    "start": 2164.74,
    "end": 2166.56,
    "text": "ja also ich denke das sind mehrere dinge."
  },
  {
    "start": 2166.779,
    "end": 2170.94,
    "text": "also zunächst möchte ich alle einladen schaut in die quellen macht euch euer eigenes bild."
  },
  {
    "start": 2171.62,
    "end": 2179.9,
    "text": "Ich würde sagen, zunächst mal scheint so die Monoamin-Mangelhypothese trotz großer Forschungsanstrengungen nicht überzeugend unter Mauer zu sein."
  },
  {
    "start": 2180.38,
    "end": 2194.779,
    "text": "Es gibt Forscherinnen wie zum Beispiel Joanna Moncrief, die hatte ich ja vorhin erwähnt mit dieser Umbrella Review und die führt eben sehr sauber gemachte Studien ins Feld und sagt auf diese Grundlage lasst uns anerkennen Die Monoamine-Mangelhypotheses ist empirisch nicht belegt."
  },
  {
    "start": 2196.279,
    "end": 2197.72,
    "text": "Ja, so viel zum Mangelhypothese."
  },
  {
    "start": 2197.88,
    "end": 2207.06,
    "text": "und was die Depressionen angeht denke ich ist es wahrscheinlich sinnvoll wenn man von heute mitnimmt dass es in der Fachwelt durchaus Zweifel daran gibt das die depressive Störung eine einzige Krankheitsentität sei."
  },
  {
    "start": 2207.68,
    "end": 2210.3,
    "text": "Der dann eine einzige biochemische Ursache zugrunde liegt ne?"
  },
  {
    "start": 2210.42,
    "end": 2211.5,
    "text": "So einfach ist es ja nicht!"
  },
  {
    "start": 2211.98,
    "end": 2218.02,
    "text": "Wir haben heute einige weitere Erklärungsmechanismen gehört beispielsweise chronische Inflammation Stress- und Neuroplastizität."
  },
  {
    "start": 2218.7,
    "end": 2225.58,
    "text": "Solche unterschiedlichen Ursachen könnten ja auch dafür verantwortlich sein, dass Antidepressiva bei manchen Betroffenen gut anschlagen und bei anderen weniger gut."
  },
  {
    "start": 2225.88,
    "end": 2234.54,
    "text": "Ja das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit die man in Betracht ziehen muss vielleicht noch was die allgemeine Studienlage zur Effektivität von Antidepresiva angeht."
  },
  {
    "start": 2234.66,
    "end": 2242.54,
    "text": "da müssen wir auch festhalten es ist kompliziert Aber die nationale Versorgungsleitlinie empfiehlt den Einsatz von Antidepressiva."
  },
  {
    "start": 2242.6,
    "end": 2245.7,
    "text": "Das ist mir auch einfach nochmal wichtig, das hier mit hineinzubringen."
  },
  {
    "start": 2245.759,
    "end": 2255.24,
    "text": "ja also bei schweren depressiven Episoden in Kombination mit Psychotherapie beim Mittelgradigen als Option und bei leichtgradigen Episodes sind sie zunächst nicht mittel der ersten Wahl."
  },
  {
    "start": 2255.58,
    "end": 2264.4,
    "text": "Und wir haben heute einige Studien besprochen, die die Wirksamkeit von antidepressiver Anzweifeln andere untermauern Sie es Nach wie vor kompliziert, es wird viel diskutiert."
  },
  {
    "start": 2264.5,
    "end": 2270.7,
    "text": "In den Show-Notes haben wir die Studien aufgelistet, die wir heute besprochen haben kann jeder reinschauen und jede reinschauten, die das möchte."
  },
  {
    "start": 2271.14,
    "end": 2275.14,
    "text": "Es bleibt auf jeden Fall spannend was die kommenden Jahrzehnte bringen werden was der Studium angebt."
  },
  {
    "start": 2275.22,
    "end": 2279.98,
    "text": "ich bin auf jeden fall sehr gespannt und hoffe dass wir vielleicht irgendwann Klarheit haben werden."
  },
  {
    "start": 2280.94,
    "end": 2291.58,
    "text": "Und wer bis dahin noch mal ganz praktisch schauen möchte wann man welchen Betroffenen welches Präparat verschreibt und wann lieber keins sei hier nochmal auf unsere CME Fortbildung zu den Antidepressiva hingewiesen."
  },
  {
    "start": 2292.36,
    "end": 2292.44,
    "text": "Dr."
  },
  {
    "start": 2292.5,
    "end": 2302.3,
    "text": "Jan Dreher plädiert dafür einen sehr rationalen Umgang mit den Substanzen und erklärt auch, wie man hinsichtlich des Erwartungsmanagements vorgehen sollte – also wie man mit den Erwartungen der Betroffenen umgehen sollte!"
  },
  {
    "start": 2313.62,
    "end": 2315.54,
    "text": "Philipp, mir raucht auch schon ordentlich der Kopf."
  },
  {
    "start": 2316.06,
    "end": 2319.36,
    "text": "Ich würde sagen jede Menge funktionelle Neuroplastikität heute bei mir."
  },
  {
    "start": 2320.32,
    "end": 2321.06,
    "text": "Dann bin ich beruhigt!"
  },
  {
    "start": 2322.42,
    "end": 2324.02,
    "text": "Wir hoffen bei euch zuhause ist das genauso."
  },
  {
    "start": 2324.32,
    "end": 2326.74,
    "text": "auf jeden Fall bedanken wir uns wie immer herzlich fürs Zuhören."
  },
  {
    "start": 2326.9,
    "end": 2328.24,
    "text": "Macht's gut bis zum nächsten Mal."
  },
  {
    "start": 2328.52,
    "end": 2329.2,
    "text": "Ciao macht es gut."
  },
  {
    "start": 2330.66,
    "end": 2338.74,
    "text": "Alle Infos zum Amboss Podcast und zur Amboss Wissensplattform findet ihr wie immer unter go.amboss.com slash podcast."
  }
]