[
  {
    "start": 1.66,
    "end": 16.369,
    "text": "Wahrscheinlich habt ihr es schon mitbekommen."
  },
  {
    "start": 16.61,
    "end": 22.29,
    "text": "Im September haben wir zum ersten Mal den Amboss Award für großartige medizinische Initiativen verliehen."
  },
  {
    "start": 23.009,
    "end": 27.13,
    "text": "Wir wollen damit die tolle Arbeit, die Tag für Tag im Gesundheitssystem geleistet wird würdigen."
  },
  {
    "start": 27.93,
    "end": 32.13,
    "text": "Insgesamt gegen über einhundertsechzig Vorschläge und Bewerbungen für den Award bei uns ein."
  },
  {
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    "end": 36.629,
    "text": "Und das Engagement, dass Herzblut in die verschiedenen Projekte fließt hat uns alle sehr bewegt!"
  },
  {
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    "end": 45.25,
    "text": "Und weil Medizin ohne Engagement und gegenseitig Unterstützung nicht auskommt haben wir beschlossen euch heute drei dieser vorgeschlagenen Projekten noch einmal etwas genauer vorzustellen."
  },
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    "end": 54.91,
    "text": "Und natürlich hoffen wir, dass ihr auch euch packen und ihr vielleicht denkt Mensch da engagiere ich mich auch oder dass sie euch nochmal Rückenwind geben für euer Projekt oder euer Herzensthema."
  },
  {
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    "end": 67.99,
    "text": "Zunächst werfen wir einen Blick auf die Initiative Mama Denk an mich, die mit Eltern vor allem mit Müttern arbeitet und ihnen hilft, dass sie ihren Substanzkonsum beenden und so für ihre Kinder sorgen können."
  },
  {
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    "text": "Als Zweites stellen wir euch die Medinette bzw."
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    "end": 77.25,
    "text": "die Medibüros vor, die Menschen ohne Papiere oder Krankenversicherung Zugang zu medizinischer Versorgung vermitteln."
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  {
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    "end": 81.49,
    "text": "Und zuletzt sprechen wir über eine Freiburger Sprechstunde für FGM-Betroffene."
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  {
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    "end": 86.27,
    "text": "FGM, das heißt Female Genital Mutilation – also weibliche Genitalverstümmelung!"
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    "end": 91.25,
    "text": "Da haben wir viel auf der Agenda heute und deswegen würde ich vorschlagen, wir legen gleich mal los."
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    "text": "Philipp du hast ja mit der Initiative Mama Denk an mich gesprochen?"
  },
  {
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    "end": 99.57,
    "text": "Ich habe es eben schon kurz angerissen aber kannst Du uns nochmal erklären was es damit auf sich"
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    "text": "hat?!"
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    "text": "Ja klar, gerne."
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    "text": "Also Mama denkt an mich das ist ein Projekt aus Dresden."
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    "text": "Das hat sich dort zwei tausendsechzehn gegründet um."
  },
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    "end": 121.01,
    "text": "die haben einen Fokus auf werdende Mütter und auf junge Familien mit mediamphetaminabhängigkeit also crystal meth Und was sie machen ist ein suchtspezifisches Behandlungsangebot bieten und gleichzeitig auch sich um die Kinder kümmern."
  },
  {
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    "end": 123.83,
    "text": "Also das ist ein Projekt, dass im hohen Maße interdisziplinär."
  },
  {
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    "end": 137.51,
    "text": "es, Gynäkologie-, Kinderheilkunde-, Psychiatrie-Suchtberatungsstellen, Jugendämter ganz verschiedene Stellen arbeiten da zusammen und das Ziel ist eben, dass die Kinder und ihre suchtkranken Eltern möglichst beieinander bleiben können – und zwar gesund!"
  },
  {
    "start": 138.03,
    "end": 142.09,
    "text": "Und da arbeiten natürlich sehr viele Menschen mit wenn so viele Disziplinen involviert sind."
  },
  {
    "start": 142.53,
    "end": 149.01,
    "text": "Ich habe jetzt mit zwei für diesen Podcast gesprochen Einmal mit der Diplompädagogin und Sozialarbeiterin Judith Kunkis."
  },
  {
    "start": 149.27,
    "end": 151.73,
    "text": "Die ist dann so eine sehr koordinierende Funktion."
  },
  {
    "start": 152.17,
    "end": 162.99,
    "text": "Und dann einmal mit Professor Maximilian Pilhatsch, er leitet die Suchtambulanz am Uniklinikum Dresden und der ist auch Chefarzt der Klinik für Psychiatrie- und Psychotherapie der Elblandklinik Radebeuil."
  },
  {
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    "end": 166.07,
    "text": "also das ist ein akademisches Lehrklinikum der TU Dresen."
  },
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    "end": 169.61,
    "text": "In dieses Interview hören wir jetzt rein viel Spaß!"
  },
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    "end": 175.69,
    "text": "Frau Kunkes Herr Pilhartsch vielen Dank dass ihr heute zu Gast im Ambos Podcast sind."
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    "end": 177.95,
    "text": "Sehr gerne Vielen Dank."
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    "text": "Hallo Vielleicht können Sie uns noch mal erklären, was macht das Projekt Mama Denk an mich aus?"
  },
  {
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    "end": 212.03,
    "text": "von Fällen mit Amphetaminabhängigkeit auseinandersetzen mussten."
  },
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    "end": 221.99,
    "text": "Die Problematik war völlig neu und traf uns entsprechend unvorbereitet, gab im Grunde auch keine störungsspezifischen Behandlungsangebote die man dem entgegensetzen konnte."
  },
  {
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    "end": 227.45,
    "text": "Und ganz besonders fatal wirkte sich das für junge und werdende Mütter aus."
  },
  {
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    "end": 236.19,
    "text": "Wir haben Uniclinikum Dresden waren mit einer Vielzahl dieser Fälle konfrontiert und dachten dem muss man was entgegen setzen."
  },
  {
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    "end": 243.95,
    "text": "Es ist so, dass diese Kombination von Abhängigkeit und meist unerwarteter Schwangerschaft auch einiges so an Probleme mit sich bringt."
  },
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    "end": 247.19,
    "text": "Insbesondere für die Kinder ist das ganze fatal."
  },
  {
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    "end": 258.289,
    "text": "Gibt erhebliche negative Auswirkungen vom Metamphetaminkonsum auf das Embryo für eine Erwachstumsretardierung zu späteren geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen."
  },
  {
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    "end": 262.05,
    "text": "Kinder sind oft unterentwickelt im Outerus was man feststellen kann."
  },
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    "end": 266.65,
    "text": "Sie sind teilweise entzügig unter der Geburt oder nach dann."
  },
  {
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    "end": 270.03,
    "text": "Mütter sind manchmal im Drogenrausch unter der Geburt."
  },
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    "start": 270.57,
    "end": 276.849,
    "text": "Das ist also alles sehr, sehr dramatisch und wir hatten wenig Tools sozusagen was dem entgegenzusetzen war."
  },
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    "end": 280.13,
    "text": "Und hier setzt das Projekt Mama Denk an mich an."
  },
  {
    "start": 280.65,
    "end": 288.71,
    "text": "Das macht das Projekt Mamma Denk aus dass wir eben mit anderen Kliniken uns zusammengeschlossen haben und eine gemeinsame Antwort auf dieses Problem gefunden haben."
  },
  {
    "start": 289.43,
    "end": 296.37,
    "text": "Ja, für mich ist das Besondere an Mama Denk an mich wirklich diese enge und auch gute interdisziplinäres Zusammenarbeit."
  },
  {
    "start": 296.669,
    "end": 320.69,
    "text": "Wir betreuen überwiegend schwangere Suchtkranke Patientinnen und brauchen einfach in dem Zusammenhang Gynäkologinnen wir brauchen im Zusammenhang Psychiaterinnen, wir brauchen Idiaterinnen Und dass wir es geschafft haben über die Zeit so gut und so eng miteinander einen Austausch zu kommen Es finde ich schon ein Alleinstellungsmerkmal und am Ende auch so wichtig dafür, dass das auch so gut gelingen kann bei diesem besonderen Klientel."
  },
  {
    "start": 321.53,
    "end": 323.77,
    "text": "Und wie sieht es dann ganz konkret aus?"
  },
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    "end": 330.49,
    "text": "Also mal angenommen eine mediamphetaminabhängige Frau wird schwanger und wie wird die auf sie aufmerksam?"
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    "start": 330.669,
    "end": 331.469,
    "text": "und was passiert denn?"
  },
  {
    "start": 332.229,
    "end": 334.87,
    "text": "Genau da sprechen Sie eigentlich die Frage der Zugangswege an."
  },
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    "text": "ja Wie kommt man in das Projekt rein?"
  },
  {
    "start": 336.95,
    "end": 338.51,
    "text": "Das sind verschiedene Zugangs Wege."
  },
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    "start": 338.99,
    "end": 349.53,
    "text": "Das kann teilweise so sein verzehnt in sich zum Beispiel gegenüber ihrer niedergelassenen Gynäkologin im Rahmen der Schwangerschaft offenbart, ich habe dann ein Problem mit Drogen."
  },
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    "text": "Was mache ich denn da?"
  },
  {
    "start": 350.89,
    "end": 362.93,
    "text": "Oder die Gynädekologin kommt vielleicht selber auf die Idee das dann entsprechendes Problem vorliegen könnte oder es gab schon in der Vergangenheit bei den Müttern ähnliche Probleme so dass das Jugendamt vielleicht schon auf die Familie aufmerksam geworden ist."
  },
  {
    "start": 363.55,
    "end": 375.909,
    "text": "Aber dieser Zugangsweg grundsätzlich ist wirklich in den meisten Fällen über die Gynecologie Und von dort aus dann über mich und ich überweise in die Psychiatrie, wenn eine Motivation einer Veränderung oder eine Therapie auch besteht."
  },
  {
    "start": 377.609,
    "end": 388.05,
    "text": "Wenn die Patientin damit einverstanden ist, würde sie bei uns einen Diagnostisches Erstgespräch bekommen, wo man sich auch ein Bild macht über die zugrunde liegende Problematik und das Ausmaß der Beschwerden."
  },
  {
    "start": 388.49,
    "end": 407.53,
    "text": "Häufig ist er mit Amphetaminkonsum kein isoliertes Problem sondern es bestehen häufig psychiatische Komorbiditäten oder noch andere Substanzprobleme und dann würde man der Patientin das Suchtsspezifische Behandlungsangebot vorschlagen Absinenz-Kontrollprogramm, dann motivierende Gesprächsführung, ärztliche Begleitung."
  },
  {
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    "end": 417.57,
    "text": "Das Herzstück ist eigentlich die Gruppenpsychotherapie – das ist die sogenannte Müttergruppe wo wir tatsächlich nur Müttern mit ähnlichen Problemen betreuen."
  },
  {
    "start": 418.13,
    "end": 427.289,
    "text": "Das Ganze ist auch bewusst nicht als Suchtgruppe oder Crystal-Gruppe oder so etwas von uns benannt worden, einfach um zu einer Endstigmatisierung beizutragen und die Barrieren auch etwas zu sinken."
  },
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    "start": 427.849,
    "end": 433.289,
    "text": "Die Barriern werden übrigens auch bei uns dadurch gesinkt dass Gynäkologie und Psychiatrie sehr nah beieinander sind."
  },
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    "start": 433.909,
    "end": 443.609,
    "text": "Das heißt, man kann diesen Patientinnen dann einfach vorschlagen ja gehen sie doch mal darüber da ist auch schon die Psychiatrie oder Sie werden direkt zu uns begleitet und einfach diese Kontaktaufnahme ein bisschen zu erleichtern."
  },
  {
    "start": 443.789,
    "end": 460.27,
    "text": "Und wenn die Patientin dann einmal bei uns sind und dieses diagnostische Erstgespräch hatten dann tauschen wir uns im Team aus was das sinnvollste Vorgehen sein könnte je nachdem wie Die Bereitschaft der Patientin ist und wie schwer und komplex die Problematik sich darstellt, machen wir verschiedene Empfehlungen."
  },
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    "start": 460.33,
    "end": 469.69,
    "text": "Manchmal reicht ein rein ambulantes Vorgehen, manchmal probieren wir es vielleicht erst mal ambulant, machen dann aber gleich einen Plan B sollte das Reihenambulant nicht funktionieren."
  },
  {
    "start": 470.15,
    "end": 478.25,
    "text": "In dem Fall haben wir die gute Möglichkeit direkt eine stadsinnere suchtspezifische Behandlung auf unserer Suchtstation noch zwischenzuschalten."
  },
  {
    "start": 479.21,
    "end": 484.729,
    "text": "Ziel ist dann auf jeden Fall, dass die Patientinnen erst mal abstinenzfähig sind."
  },
  {
    "start": 484.89,
    "end": 501.01,
    "text": "Wenn sie dieses Programm-Mamma dann auch richtig ambulant starten bei uns in der Psychiatrie und dort haben Sie dann im Idealfall über etwa ein halbes Jahr ungefähr sechzehn Gruppensitzungen werden dort über unseren Sozialdienst noch intensiv mit betreut."
  },
  {
    "start": 501.07,
    "end": 503.729,
    "text": "das halt hier auch für eine ganz entscheidenden Punkt."
  },
  {
    "start": 504.13,
    "end": 504.77,
    "text": "Wieso ist das so?"
  },
  {
    "start": 504.89,
    "end": 505.71,
    "text": "ein entscheidender Punkt?"
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    "end": 511.65,
    "text": "Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Stress und Abhängigkeit, Rückfallrisiko."
  },
  {
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    "end": 519.47,
    "text": "Und es ist leider so dass die Patientinnen, die wir üblicherweise in Mama denken an mich betreuen von sehr vielen Stressoren umgeben sind."
  },
  {
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    "end": 528.53,
    "text": "Die haben eine höhere Rate an Delinquents, die sind häufig wohnungslos, sie kommen aus einem risikobahfteten Umfeld, häufig spielen Schulden noch eine Rolle."
  },
  {
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    "end": 547.27,
    "text": "also im Grunde stehen die Probleme denen bis zum Hals und häufig wird diese Problematik dann durch die Schwangerschaft noch verstärkt so dass unser Sozialdienst da sehr sinnvoll intervenieren kann und eben den Patientinnen eine Perspektive aus dieser ganzen komplexen Problematik heraus auch verschaffen kann."
  },
  {
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    "end": 560.95,
    "text": "Da hat sich gezeigt, dass wir die Erfolgsquote deutlich erhöhen konnten seitdem ungefähr neunzig Prozent dieser Patientinnen auch eine intensive Betreuung durch den Sozialdienste bekommen Und dann sind die in der Regel ungefähr ein halbes Jahr bei uns."
  },
  {
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    "end": 577.07,
    "text": "Wir sind aber da auch nicht gedeckelt und im Idealfall ist es so, dass nach der Zeit dieser ambulanten Behandlung bei uns die Patientinnen sehr gefestigt sind was die Abstinenz betrifft das man sie überleiten kann in eine Nachbetreuung durch eine Suchtberatungsstelle."
  },
  {
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    "end": 579.21,
    "text": "und das wäre eigentlich der Abschluss."
  },
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    "end": 581.95,
    "text": "Und was passiert dann mit den Kindern?"
  },
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    "end": 585.47,
    "text": "Idealerweise ist es halt so, das ist auch erklärtes Ziel von Mama."
  },
  {
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    "end": 601.57,
    "text": "Denk an mich dass wir die Mütter unterstützen wollen ihre Müttermüttereule dann natürlich auszufüllen Das heißt ein Entzug des Sorgerechtes verhindern möchten und dem Verbleib des Kindes im älterlichen Haushalt oder im mütterlichen haushalt dann auch sehr befürworten."
  },
  {
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    "end": 607.59,
    "text": "Und in diesem Prozess haben wir schon gehört, die GönäkologInnen sind relativ früh schon beteiligt."
  },
  {
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    "end": 612.41,
    "text": "Welche Rolle spielen Gynäkologie und zum Beispiel Pediatrie noch bei Mama?"
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  {
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    "text": "Denk an mich?"
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  {
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    "end": 617.15,
    "text": "Die Pediatrie kommt dann so richtig ins Spiel, wenn das Kind geboren ist."
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  {
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    "end": 643.65,
    "text": "Es gibt die Möglichkeit auch, wenn sie während der Schwangerschaft und es ist meistens von der zwanzigsten Schwangersachtswoche an gerne auch früher aber meistens mit der Feinddiagnostik ab der Zwanzigste Woche so dass sie bei uns in Betreuung sind gönnäkologisch und wenn wir sie über die Schwangersschaft begleitet haben und die Frauen sich dazu entschließen ok ich kenne die Klinik, ich kende Menschen hier arbeiten Ich habe da Vertrauen, ich möchte mein Kind hier bekommen Was total sinnvoll ist, weil wir auch eine Kinderklinik eben mit dran haben."
  },
  {
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    "end": 646.99,
    "text": "Wo die Kinder auch gut versorgt werden können nach Konsum in der Schwangerschaft."
  },
  {
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    "end": 650.71,
    "text": "Dann entbinden sie bei uns und dann kommen die Pediatermit ins Spiel."
  },
  {
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    "end": 665.31,
    "text": "Es ist ja so dass der Metamphetamin-Konsum der Mutter zu erheblich negativen Auswirkungen auch beim Kind führt Und deswegen ist es von großem Vorteil, dass wir hier wirklich die Möglichkeit der Maximalversorgung am Uniklinikum Dresden haben."
  },
  {
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    "text": "Sprich eine Neonatologie, das haben wenige Kliniken, die sich wirklich ganz spezifisch um diese kleinen armen Frühchen kümmern können."
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  {
    "start": 673.49,
    "end": 680.59,
    "text": "Also sie spielt schon hier eine Schlüsselrolle natürlich auch die Kinderklinik und auch die Gynäkologie mit der Expertise."
  },
  {
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    "end": 687.63,
    "text": "Ich sehe nur, dass Sie einfach einen sehr guten Job machen offensichtlich dort Und sind die dann auch schon frühzeitig eingebunden?"
  },
  {
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    "end": 694.77,
    "text": "Also kennen die dann die werdende Mutter auch schon vor Geburt und wissen, da kommt jetzt wahrscheinlich ein Neugeborenes auf uns zu."
  },
  {
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    "end": 700.21,
    "text": "Das unter Umständen oder vielleicht schon nachgewiesener Maßen in der Prenataldiagnostik eine Versorgung braucht."
  },
  {
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    "end": 702.05,
    "text": "also das ist der Regelfall."
  },
  {
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    "end": 707.21,
    "text": "aber ich glaube wenn man solche Patientinnen betreut muss man ja auch extrem beweglich sein."
  },
  {
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    "end": 709.61,
    "text": "Den Regelfall gibt es natürlich nicht immer."
  },
  {
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    "end": 717.35,
    "text": "Manchmal ist das auch so, dass sich die Problematik innerhalb der Wien dann offenbart im Kreisteil offenbart und da kann also wirklich alles möglich"
  },
  {
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    "text": "sein.\"."
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  {
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    "text": "Jetzt ist es so mit den Prävalenzen bei Metam-Fitaminabhängigkeit – das ist so eine Sache!"
  },
  {
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    "end": 723.95,
    "text": "Es gibt ja unterschiedliche Zahlen."
  },
  {
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    "end": 735.23,
    "text": "Was bekannt ist, ist, dass das Problem im Osten und in Bayern besonders groß ist weil Tschechien als größtes Herkunftsland der Droge gilt."
  },
  {
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    "end": 741.55,
    "text": "Ist das Problem denn auch, sagen wir mal übertragbar auf Länder im Westen?"
  },
  {
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    "end": 744.41,
    "text": "Weitem Westen sagen wir NRW oder Rheinland-Pfalz."
  },
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  },
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    "text": "Da hilft die Statistik dann schon weiter."
  },
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    "end": 755.01,
    "text": "Hier gibt es ja verschiedene Maße, die man heranziehen kann und das eine sind zum Beispiel Abwasseruntersuchungen, die sehr objektive Aussagen liefern."
  },
  {
    "start": 755.45,
    "end": 760.99,
    "text": "also hier ist tatsächlich so dass die Hotspots in Sachsen Thüringen und Sachsen Anhalt liegen."
  },
  {
    "start": 761.19,
    "end": 766.47,
    "text": "was man sich noch anschauen kann sind die Krankenhauseinweisungen bundesländern."
  },
  {
    "start": 766.95,
    "end": 777.25,
    "text": "und hier ist es so, dass jährlich in deutschland im durchschnitt fünfzehn von hunderttausend einwohnern aufgrund nach med amphetaminproblematik stationär behandelt werden müssen."
  },
  {
    "start": 777.77,
    "end": 788.57,
    "text": "In Sachsen sind das vierundvierzig pro hundert tausend gewesen also ungefähr dreimal so viel wie der bundesdeutsche schnitt und in thüringen waren es zwei taunen zwanzig tatsächlich noch mal eine ganze ecke mehr."
  },
  {
    "start": 788.87,
    "end": 791.81,
    "text": "siebzig pro hundertausend im schnitt."
  },
  {
    "start": 792.47,
    "end": 798.31,
    "text": "Also da sieht man schon, dass eigentlich die Problematik sich doch vor allem im mitteldeutschen Raum abspielt."
  },
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    "text": "Und mal angenommen ich sitze jetzt in der Klinik in Düsseldorf und denke mir wow das Projekt ist toll!"
  },
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    "text": "Ich würde es auch gerne machen."
  },
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    "text": "Würde sich das dann überhaupt lohnen?"
  },
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    "text": "Wir haben ja nicht nur kristallabhängige Patientinnen bei uns, das ist tatsächlich überwiegend."
  },
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    "text": "Aber ähnlich im Bereich Stimulanzien sind zum Beispiel auch Kokain-Abhängigkeiten zu Werten und da ist doch die Prävalenz im Westen deutlich höher."
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    "text": "Wir haben teilweise auch Patientinnen mit Opioid-Abhängigkeit."
  },
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    "text": "Auch dort sind die Teilen im Weste höher."
  },
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    "text": "Klar, man muss es ein bisschen abwandeln."
  },
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    "text": "Aber eigentlich kann man schon auch Dinge abstrahieren im Bereich der Süchte."
  },
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    "end": 851.61,
    "text": "Es gibt schon gemeinsame Mechanismen die allen Suchterkrankungen zugrunde liegen und ich könnte mir gut vorstellen dass wenn man nochmal dieses Herzstück unseres Behandlungsangebots nimmt nämlich diese Gruppentherapie das man dort auch durchaus Patientinnen mit unterschiedlichen Abhängigkeiten betreuen kann."
  },
  {
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    "end": 858.85,
    "text": "Also ist durchaus eine Übertragbarkeit gegeben, auch wenn in anderen Gebieten vielleicht andere Substanzklassen vorherrschen."
  },
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    "text": "Jetzt ist es ja so, Mama Denk an mich hat sich im Jahr zwei Tausend Sechzehn gegründet!"
  },
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    "text": "Wie war's denn davor?"
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    "text": "Wie war die Versorgungslage davor?"
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    "text": "und was hat sich seit der Gründung von Mama Denkaanmich getan?"
  },
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    "text": "Also Mama Denkanmich ist ja auch ein bisschen aus Nanote heraus geboren, aus Nanoteraus an Therapieplätzen, an kurzfristig verfügbaren Therapie-Plätzen."
  },
  {
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    "text": "Wir hatten sozusagen in der Kinderklinik die Situation, dass wir eine zunehmende Zahl an Neugeborenen verzeichnet haben, deren Mütter in der Schwangerschaft eben Drogen konsumiert haben und die Frauen selber aber eine ganz große Motivation dann mitgebracht haben was zu verändern."
  },
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    "text": "Die gesagt haben."
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    "text": "ich habe das lange nicht geschafft."
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    "text": "teilweise aber ich möchte jetzt wo dieses Baby da ist möchte ich jetzt das sich etwas verändert und Ich möchte eine gute Mutter sein."
  },
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    "text": "Ich möchte für dieses Kind sorgen und möchte eine Therapie machen Und wir häufig mit den Jugendämtern dann vor der Situation standen, dass sie gesagt haben ja das ist alles gut und schön aber wir brauchen einen Platz wo diese Frauen eben auch diese Therapie machen können."
  },
  {
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    "end": 925.35,
    "text": "Das ist halt in der Schnelle wie wir es brauchten und da reden wir vielleicht von wenigen Wochen teilweise eigentlich sogar wenigen Tagen war so schnell eben nichts verfügbar."
  },
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    "text": "und dann haben wir gedacht Gut wir sind hier eine große Klinik Da ist eigentlich alles da könnten wir sozusagen die Energien die da sind nutzen."
  },
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    "text": "und so ist dann Mama Denkan mich entstanden."
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    "text": "Dann gab's den Kontakt zur Psychiatrie."
  },
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    "end": 942.55,
    "text": "Und ja, was sich dadurch eben verändert hat ist dass wir erstens mittlerweile die Frauen einfach deutlich eher erreichen."
  },
  {
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    "end": 959.53,
    "text": "Eben nicht erst mit Geburt des Kindes das Problem in Anführungsstrichen aufgedeckt wird sondern dass wir sozusagen die Möglichkeit haben die in der Schwangerschaft schon zu begleiten und dort auch schon Hilfsangebote zu machen und einfach schnell auch an eine Therapiemöglichkeit zukommen eben durch diese enge Vernetzung mit Sapsychiatrie."
  },
  {
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    "end": 961.81,
    "text": "Das empfinde ich als einen ganz ganz großen Segen."
  },
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    "text": "Dadurch entstanden ist es einfach die Tatsache, dass wir früher unglaublich viele Kinder, das waren zwei Drittel der Kinder im Nachgeburt mit Unterstützung des Jugendamtes fremd unterbringen mussten."
  },
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    "text": "Also von den Eltern getrennt unterbringen müssen in Pflegefamilien und Wohngruppen."
  },
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    "text": "Und seitdem wir sozusagen dieses Zeitnah Therapieangebot machen können jetzt, dass wir dieses Verhältnis umgekehrt haben."
  },
  {
    "start": 983.93,
    "end": 995.59,
    "text": "Also das jetzt zwei Drittel tatsächlich auch bei den Eltern mit Unterstützung des Jugendamtes immer also im Sinne einer ambulanten Hilfe oder auch einer stationären Hilfe bleiben können und nur ein Drittel fremd untergebracht werden muss."
  },
  {
    "start": 996.01,
    "end": 998.99,
    "text": "Ja, also dieses Drehen der Zahlen das möchte ich auch nochmal unterstreichen."
  },
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    "end": 1018.09,
    "text": "Das zeigt wirklich den Erfolg sehr schön und ist glaube ich auch Ausdruck des Vertrauens was die Behörden mittlerweile in das Programm setzen dass sie jetzt sagen okay unter der Voraussetzung dass die Mütter Mama-Damm bleiben wagen wird das Kind um das Konsumbelastete zu Hause zurückzugeben."
  },
  {
    "start": 1019.15,
    "end": 1023.99,
    "text": "Diese Zahlen konnten tatsächlich jetzt auch nochmal gesteigert werden, wie eine aktuelle Auswertung zeigt."
  },
  {
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    "end": 1032.149,
    "text": "Also mittlerweile sind wir sogar bei ja fast seventy-fünf Prozent also zumindest derjenigen Patientinnen die dann auch von uns von der Psychiatrie weiter betreut werden."
  },
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    "text": "Vielleicht noch mal diese Situation bevor es Mama Dam gab."
  },
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    "end": 1047.81,
    "text": "ich denke das Wort Versorgungslücke trifft's am besten und man wusste einfach fachlich inhaltlich gar nicht wie man mit dieser Mediamphetaminabhängigkeit umgehen muss im Vergleich auch zu anderen Süchten."
  },
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    "start": 1048.21,
    "end": 1069.23,
    "text": "Es hat sich jetzt einfach rauskristallisiert, dass die Angebote sehr viel niedrigschwelliger sein müssen, dass man nicht wie zum Beispiel bei einer Behandlung von alkoholabhängigen Patienten warten muss bis sich eine ausreichende Eigenmotivation gebildet hat sondern man hat es eher doch vielleicht ein bisschen mit impulsiveren Charakteren zu tun, sodass man einfach auch niedrig schwelliger da sein muss mit dem Angebot."
  },
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    "end": 1072.909,
    "text": "und eben auch diese Idee mit der Müttergruppe war glaube ich sehr gut."
  },
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    "start": 1074.25,
    "end": 1077.949,
    "text": "Jetzt gibt es eine gute Versorgung und das spiegelt sich auch in den Zahlen wieder."
  },
  {
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    "end": 1090.29,
    "text": "Man kann es auch sehen an der Haltequote, wie wir es schaffen, diese betroffenen Patientinnen dann auch abstinent oder zumindest in Behandlung zu halten über einen langen Zeitraum auch hinweg freut uns."
  },
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    "end": 1092.99,
    "text": "Nun heißt das Projekt Mama Denk an mich!"
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    "text": "Welche Rolle spielen die Väter?"
  },
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    "start": 1095.01,
    "end": 1096.669,
    "text": "Die spielen natürlich auch eine sehr große Rolle."
  },
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    "end": 1103.449,
    "text": "Unsere Analysen haben gezeigt, dass ein konsumierender Vater ein negativer Predictor für den Behandlungsverlauf ist."
  },
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    "end": 1111.11,
    "text": "Insofern wollen wir natürlich auch gerne die Väter mit ins Boot holen und wenn sie nicht bereit sind ebenfalls was an dem Konsum Verhalten zu ändern."
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    "text": "es ist auch teilweise so das wir dann auch erstmal auf ne Trennung empfehlen also zumindest räumliche Trennungen ist aber auch so dass wir tatsächlich auch eine Vätergruppe jetzt etabliert haben wo sich auch die Vater mit ähnlicher Problematik zusammen setzen und wir hoffen da auf ähnliche Effekte können aber noch nicht genau sagen, wie gut sich das bezahlt macht."
  },
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    "end": 1134.59,
    "text": "Wenn ihr jetzt jemand zuhört und denkt Mensch sowas möchte ich auch machen was wäre da Ihr Tipp?"
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    "text": "Wie kann man so etwas starten?"
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    "text": "wo bekommt man da Informationen her?"
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    "text": "Also wir haben ja schon einiges publiziert."
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    "text": "zu dem Mama-Denk an mich."
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    "end": 1145.77,
    "text": "Diejenigen können sich ja sehr gerne belesen, können sich auch gerne mit uns direkt in Verbindung setzen."
  },
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    "start": 1145.83,
    "end": 1148.99,
    "text": "gibt er auch eine E-Mail Adresse unter der man uns kontaktieren kann?"
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    "text": "die Publikationen können ebenfalls sehr gerne bezogen werden."
  },
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    "text": "einfach anschreiben zum Beispiel mich oder Frau Kunkis das kommt definitiv ne Antwort."
  },
  {
    "start": 1157.83,
    "end": 1165.81,
    "text": "Gibt auch einen Implementierungshandbuch was aus einem BMWF geförderten Projekt stammt, was auch frei verfügbar ist."
  },
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    "start": 1166.09,
    "end": 1174.49,
    "text": "Auch dieses Therapiemannual für die Gruppentherapien, das wir entwickelt haben kann kostenfrei und barrierearm über E-Mail bezogen werden."
  },
  {
    "start": 1175.29,
    "end": 1180.949,
    "text": "So ein Infrastruktur sagt ich ja schon dass diese Möglichkeiten der Maximalversorgung natürlich hilfreich sind."
  },
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    "text": "ob man es ohne Neonatologie Anschluss machen kann bin nicht mehr ganz sicher."
  },
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    "text": "also eine Kinderklinik, Frauenklinikum Psychiatrie bräuchte man aus meiner Sicht auf jeden Fall Und ich glaube, was auch wichtig ist im medizinischen Bereich manchmal ein bisschen schwierig ist."
  },
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    "end": 1200.11,
    "text": "Dass die Medizinerinnen gut in Kontakt und im Austausch auch so fachübergreifend miteinander sind."
  },
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    "start": 1200.33,
    "end": 1207.21,
    "text": "Das gelingt uns jetzt hier ganz gut aber mein Platz in dem Ganzen ist auch dort zu koordinieren und das Ganze so ein bisschen zusammenzuhalten."
  },
  {
    "start": 1207.389,
    "end": 1221.85,
    "text": "Die Fähnen zusammenzuhalten und was brauchst du um das irgendwo anders auch gelingen zu lassen finde ich auf jeden Fall irgendeine Stelle eine Position einen Mensch der die Tätigkeit ausfüllt dort so ein bißchen zusammen zu halten das Ganze und zu koordinieren."
  },
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    "end": 1230.81,
    "text": "Und ansonsten ja ein engagiertes Team natürlich der Wille zur engen Zusammenarbeit, eine Fehlerkultur, eine Kommunikationskultur."
  },
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    "end": 1247.05,
    "text": "wir haben regelmäßig einmal pro Woche haben wir Videokonferenzen wo sich alle mit dazuschalten wo auch immer gemeinsam besprochen und überlegt wird wie es am besten weitergeht in den jeweiligen Fällen und auch eine gute Gesprächskultur einen Kommunikationskultur mit den komplementären Einrichtungen und den Behörden."
  },
  {
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    "end": 1249.37,
    "text": "Damit ist das Jugendamt unter anderem gemeint?"
  },
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    "text": "Ja, ich denke das gelingt tatsächlich vor allen Dingen über den Sozialdienst und darüber hinaus werden auch Vertreterinnen vom Jugendamt regelmäßig mit zu Team treffen."
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    "text": "Auch mit eingeladen."
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    "end": 1266.77,
    "text": "also wenn wir sozusagen als Mama Denk an mich Team zusammensitzen dann können die auch gerne mit dazu kommen und dann zu besprechen was liegt gerade an?"
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    "text": "Was gibt es für Themen und in welcher Stelle?"
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    "end": 1272.11,
    "text": "könnte mir uns dort noch weiterentwickeln und die Zusammenarbeit auch noch optimieren?"
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    "end": 1283.37,
    "text": "Hätten Sie vielleicht zum Anschluss natürlich im Rahmen des Datenschutzes und der Schweigepflicht, vielleicht ein besonders schönes Beispiel das sie mit uns teilen würden wo Mama denkt an mich geholfen hat?"
  },
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    "text": "Ich glaube es gibt schon paar Fälle die mir da einfallen."
  },
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    "end": 1296.07,
    "text": "Vor allem wenn Patientinnen zB kurz vor der Entbindung stationär aufgenommen werden und sie am Anfang vielleicht sogar feinselig und ablehnt sind."
  },
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    "end": 1303.669,
    "text": "Man weiß, dass das Kind schwer wachstumsretardiert ist und dann wird wirklich im Team auf der Station alles dafür getan."
  },
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    "end": 1313.909,
    "text": "Jeder Gramm den das Frühchen noch zulegt kurz vor der Geburt wird gefeiert Und das Verhältnis von der Patientin zum Behandlungsteam verbessert sich dann auch stetig."
  },
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    "text": "Dann geht es in die Gynecologie, die Entbindung klappt und dann kommt die Patientin freudestrahlend mit Kind wieder zu Besuch auf die Stationen."
  },
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    "text": "Da fließen da schon mal ein paar Tränchen."
  },
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    "end": 1330.21,
    "text": "Das sind wirklich schöne Momente für alle, auch für die Pflegekräfte, die ja immer ganz nah dran sind."
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    "end": 1345.09,
    "text": "Es sind genau diese Verläufe, dass einfach so wertvoll ist, die Möglichkeit haben, die Frauen eine Schwangerschaft zu begleiten Ja, teilweise vor Patientinnen zu sitzen die auch schon über Jahre konsumieren Jahrzehnte konsumiert vieles an Therapie hinter sich haben."
  },
  {
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    "text": "Die einfach extrem selbst so voreingenommen sind dem Hilfesystem gegenüber und sehr ängstlich sind sich zu öffnen."
  },
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    "text": "Einfach aus der Sorge heraus was passiert auch mir und meinem Kind dass einfach ganz klar ist, dort wird auch das Sozialsystem Jugendamt mit eingeschalten."
  },
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    "text": "Aber dann die Möglichkeit zu haben über eine Zeit in Kontakt zu kommen und Vertrauen aufzubauen, eine Beziehung aufzubauern und am Ende an den Punkt zu kommen, dass sie einem freudigstrahlenden Kind präsentieren und sagen, guck mal Frau Gunkis hier!"
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    "text": "Hier ist es jetzt – wir haben's geschafft!"
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    "text": "Dort an diesen Punkt zu kommen, das finde ich einfach so wunderbar in dieser Arbeit."
  },
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    "text": "Zu sehen aus all dieser Skepsis und alter Angst und der Ablehnung die auch manchmal tatsächlich einfach da ist kann was ganz Gutes wachsen für die Familien."
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    "text": "Frau Kunkes, Herr Prof."
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    "text": "Pillert, dann bedanke ich mich ganz ärztlich, dass Sie heute zu Gäste im Amwos Podcast waren."
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    "text": "Ich denke, ich kann fürs ganze Team sprechen wenn ich sage Hut ab!"
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    "text": "Das ist ein tolles Projekt das sie da auf die Beine gestellt haben natürlich auch zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der Gynecologie und der Pediatrie mit den ganzen Leuten, mit denen sie in den Suchtberatungsstellen den Jugendämtern zusammenarbeiten."
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    "text": "Hut ab vielen Dank Ja, herzlichen Dank auch fürs Zuhören für die Aufmerksamkeit und fürs Interesse."
  },
  {
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    "text": "Das Lob möchte ich wirklich gerne aber auch weitergegeben wissen – auch an die Initiatoren von MamaDink an mich zu denen ich persönlich nicht zähle."
  },
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    "text": "das große Privileg ist dieses tolle Projekt jetzt auch weiterführen zu dürfen."
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    "text": "Vielen Dank Boah."
  },
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    "end": 1430.689,
    "text": "starkes Projekt Philipp toll dass du die Interview tast!"
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  {
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    "end": 1437.33,
    "text": "Und ich finde es auch gut dass sie jetzt eine Vätergruppe haben ja voll und Ich fand auch ziemlich cool dass das eben so interdisziplinär gestaltet ist."
  },
  {
    "start": 1437.37,
    "end": 1439.949,
    "text": "das ist ja gerade bei solchen Themen echt super wichtig."
  },
  {
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    "end": 1446.03,
    "text": "Ja, und Teamarbeit also auch über Berufsgruppen hinweg war ja auch eines der Bewertungskriterien für den Amboss Award."
  },
  {
    "start": 1446.33,
    "end": 1449.11,
    "text": "Ja genau das fand ich bei dem Projekt auch wirklich sehr stark."
  },
  {
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    "text": "Wer sich nochmal etwas tiefer mit den medizinischen Aspekten beschäftigen möchte wir haben ja da auch ein Amboss Kapitel zu Psychostimulanzien."
  },
  {
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    "end": 1461.71,
    "text": "Da sind dann noch mal alle Wirkungen und Therapieinweise zu Mediamphetamin zusammengefasst."
  },
  {
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    "text": "Hier ein Link in den Show Notes."
  },
  {
    "start": 1464.07,
    "end": 1466.449,
    "text": "Und ja klar, Teamarbeit hast du jetzt gerade angesprochen."
  },
  {
    "start": 1466.909,
    "end": 1472.51,
    "text": "natürlich ist aber auch einen Riesenfokus auf klinisch praktische Arbeit und einer größtmöglichen Wirkung."
  },
  {
    "start": 1472.57,
    "end": 1479.689,
    "text": "das waren die übrigen Punkte die wir bei Amwos immer so ein bisschen versuchen hochzuhalten und deswegen im Award auch besonders gewürdigt haben."
  },
  {
    "start": 1480.33,
    "end": 1487.11,
    "text": "Maria, ich würde sagen das ist ja aber bei den Mediennetzen und den Medienbüros die du ja interviewt hast auch wirklich gegeben."
  },
  {
    "start": 1487.629,
    "end": 1489.59,
    "text": "Du hast da mit Initiativen gesprochen?"
  },
  {
    "start": 1489.649,
    "end": 1492.99,
    "text": "Ich meine mit dem Mediennetz in Bonn und mit dem Medinetz Rhein-Neckar."
  },
  {
    "start": 1493.59,
    "end": 1495.75,
    "text": "was hat es mit den Medien Netzen auf sich?"
  },
  {
    "start": 1495.83,
    "end": 1498.149,
    "text": "vielleicht kannst du uns ja da ein bisschen aufklären."
  },
  {
    "start": 1498.55,
    "end": 1498.889,
    "text": "Ja gerne!"
  },
  {
    "start": 1499.53,
    "end": 1507.929,
    "text": "Die Mediennetze oder auch Medienbüro je nach Statt, je nach Region sind eben erstmal ganz viele verschiedene regionale Organisationen."
  },
  {
    "start": 1508.61,
    "end": 1512.49,
    "text": "Und die sind auch alle ein wenig unterschiedlich aufgebaut und agieren eigenständig."
  },
  {
    "start": 1513.21,
    "end": 1521.55,
    "text": "Aber allen gemeinsam ist dass sie Menschen ohne Papiere und anderen Menschen ohne Krankenversicherung einen Zugang zu medizinischer Versorgung vermitteln."
  },
  {
    "start": 1521.629,
    "end": 1523.669,
    "text": "das hatten wir ja am Anfang schon kurz gesagt."
  },
  {
    "start": 1524.47,
    "end": 1530.909,
    "text": "Leider ist nämlich die gesundheitliche Versorgung dieser Menschen auch in einem reichen Land wie Deutschland nicht sichergestellt."
  },
  {
    "start": 1531.53,
    "end": 1534.35,
    "text": "Das hat mehr Ricarda Kölges vom Medinetz Bonn erklärt."
  },
  {
    "start": 1535.03,
    "end": 1542.21,
    "text": "Es gibt verschiedene Gesetzgebungen, die es Menschen ohne Papieren unmöglich machen aufzutauchen."
  },
  {
    "start": 1542.83,
    "end": 1542.99,
    "text": "D.h.,"
  },
  {
    "start": 1543.27,
    "end": 1549.169,
    "text": "sobald eine offizielle Behörde mitbekommt, da ist jemand ohne Aufenthaltsstatus, muss der gemeldet werden."
  },
  {
    "start": 1549.669,
    "end": 1555.97,
    "text": "Deshalb eine große Angst besteht dieser Menschen sich überhaupt versorgen zu lassen."
  },
  {
    "start": 1556.929,
    "end": 1565.37,
    "text": "Selbst wenn man als privater Patient irgendwo hingehen würde, was oft finanziell gar nicht leistbar ist, dann besteht sowieso immer noch die Angst vor einer Abschiebung."
  },
  {
    "start": 1565.99,
    "end": 1577.59,
    "text": "Deshalb gibt es die Medienetze, die es auch deutschlandweit gibt und alle ein bisschen unterschiedlich aufgebaut sind aber im Kern dieselben Ideen haben diesen Menschen eine Gesundheitsversorgung zugänglich zu machen."
  },
  {
    "start": 1579.79,
    "end": 1582.909,
    "text": "Der ist natürlich schwer, sich einem Arzt oder Ärzten anzuvertrauen."
  },
  {
    "start": 1582.97,
    "end": 1585.23,
    "text": "Wenn man ständig in Sorge ist abgeschoben zu werden?"
  },
  {
    "start": 1585.909,
    "end": 1589.81,
    "text": "Ja das ist ein enormes Hindernis um medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen."
  },
  {
    "start": 1590.55,
    "end": 1596.47,
    "text": "Abschiebung ist aber auch nicht das einzige Problem wie mir Moritz Schenk vom Medinetz Rinecker erzählt hat."
  },
  {
    "start": 1597.33,
    "end": 1602.669,
    "text": "Also jedes Medinetz hat eigentlich als großes Ziel irgendwann nicht mehr existieren zu müssen Weil."
  },
  {
    "start": 1602.929,
    "end": 1603.85,
    "text": "wir sind halt der Meinung bzw."
  },
  {
    "start": 1604.29,
    "end": 1608.99,
    "text": "ist es ja auch eigentlich so festgehebt, dass jeder Mensch Zugang zum medizinischen Versorgung haben sollte."
  },
  {
    "start": 1609.669,
    "end": 1618.37,
    "text": "und jetzt ist halt das große Problem, dass das in der Praxis ein bisschen unterschiedlich ist also je nachdem was man für PatientInnen hat."
  },
  {
    "start": 1618.73,
    "end": 1625.389,
    "text": "Also gerade wenn man die Geflüchteten beziehungsweise die illegalisierten nimmt Die würden eigentlich unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen."
  },
  {
    "start": 1625.47,
    "end": 1627.629,
    "text": "da werden aber nur Notfall-Situationen übernommen."
  },
  {
    "start": 1627.669,
    "end": 1633.77,
    "text": "Das heißt Wenn jemand mit chronischem Problem zB Diabetes kommt Da wird der Diabetes nicht behandelt bzw."
  },
  {
    "start": 1633.97,
    "end": 1634.75,
    "text": "auch das Insulin nicht"
  },
  {
    "start": 1634.79,
    "end": 1635.189,
    "text": "gefördert.\"."
  },
  {
    "start": 1636.61,
    "end": 1650.07,
    "text": "Das heißt also, dass selbst wenn eine Person keine akute Angst haben muss abgeschoben zu werden sie unter Umständen trotzdem keine richtige medizinische Versorgung bekommt weil eben nur diese Notsituation bezahlt und behandelt werden."
  },
  {
    "start": 1651.05,
    "end": 1664.71,
    "text": "aber es wenden sich eben nicht nur Geflüchtete an die Medinette Auch zum Beispiel Wohnungs- und Obdachlosemenschen oder EU Bürgerinnen Die in ihren Herkunftsändern nicht versichert sind oder Menschen, die die Beiträge der Privatversicherung nicht mehr bezahlen können."
  },
  {
    "start": 1664.75,
    "end": 1666.949,
    "text": "Also auch deutsche Staatsbürger suchen Hilfe!"
  },
  {
    "start": 1667.409,
    "end": 1677.889,
    "text": "Die Medinetze nehmen ihre Anliegen dann auf und versuchen einzuordnen welche Art von ärztlicher Hilfe die Menschen benötigen also zum Beispiel allgemein medizinisch, gynäkologisch, urologisch usw."
  },
  {
    "start": 1679.429,
    "end": 1682.629,
    "text": "Bei Medinetz Rhein-Neckar kann man sich beispielsweise telefonisch melden."
  },
  {
    "start": 1682.81,
    "end": 1685.689,
    "text": "in Bonn gibt es alle zwei Wochen vor Ort eine Sprechstunde."
  },
  {
    "start": 1685.99,
    "end": 1689.47,
    "text": "Werden die Leute, die dort Hilfe suchen in dieser Sprechstunde auch behandelt?"
  },
  {
    "start": 1690.689,
    "end": 1690.79,
    "text": "Nein."
  },
  {
    "start": 1690.83,
    "end": 1699.29,
    "text": "Die Medienetze selbst leisten keine ärztliche Versorgung, sondern sie vermitteln die Patientinnen weiter an ÄrztInnen und Angehörige anderer Heilberufe."
  },
  {
    "start": 1699.55,
    "end": 1701.55,
    "text": "Zum Beispiel Hebammen, PhysiotherapeutInnen"
  },
  {
    "start": 1701.629,
    "end": 1701.85,
    "text": "usw.,"
  },
  {
    "start": 1702.83,
    "end": 1704.87,
    "text": "oder eben auch an Kliniken mit denen Sie kooperieren."
  },
  {
    "start": 1705.79,
    "end": 1714.189,
    "text": "Dadurch wollen Sie eine qualitativ hochwertige Versorgungssicherstellen, indem Sie sagen wie alle anderen Menschen auch gehen diese Menschen ganz normal zum Arzt."
  },
  {
    "start": 1715.03,
    "end": 1719.21,
    "text": "Das Medinetz Rhein-Neckar arbeitet beispielsweise eng mit den Maltesern zusammen."
  },
  {
    "start": 1719.71,
    "end": 1725.83,
    "text": "Und die bieten jede Woche eine allgemeinmedizinische, eine palliatrische und eine gynäkologische Sprechstunde an."
  },
  {
    "start": 1727.03,
    "end": 1728.07,
    "text": "Ich habe mit Dr."
  },
  {
    "start": 1728.11,
    "end": 1734.129,
    "text": "Cluding Münch, die dort ehrenamtlich in der Gynäcologischen Sprechtunde arbeitet darüber gesprochen wie das da abläuft."
  },
  {
    "start": 1735.05,
    "end": 1738.73,
    "text": "Es ist so dass die Maltese grundsätzlich behandeln."
  },
  {
    "start": 1738.889,
    "end": 1740.81,
    "text": "Unterwahrung der Anonymität."
  },
  {
    "start": 1741.85,
    "end": 1755.85,
    "text": "Die Patientinnen und Patienten können sich sicher sein dass die Anonymität bei uns gewahrt wird und das ist für uns nicht wichtig, wo sie herkommen welches Land welche Tätigkeit wie ihr Aufenthaltsstatus ist."
  },
  {
    "start": 1756.01,
    "end": 1757.909,
    "text": "Das ist sozusagen das grundsätzlich."
  },
  {
    "start": 1757.99,
    "end": 1763.25,
    "text": "ich denke auch selbst was die Patientinnen und Patienten an unserer Sprechstunde schätzen."
  },
  {
    "start": 1764.37,
    "end": 1766.79,
    "text": "Und mit welchen Beschwerden kommen die Patientinnen in diese Sprechstunde?"
  },
  {
    "start": 1767.21,
    "end": 1771.59,
    "text": "Ja, also die meisten Patienten, die die Sprechtunden Anspruch nehmen sind tatsächlich Schwangere."
  },
  {
    "start": 1772.31,
    "end": 1777.03,
    "text": "Aber eben auch Patientinnen mit akuten Blutungen, Unterbauchschmerzen, Infektionen"
  },
  {
    "start": 1777.129,
    "end": 1777.35,
    "text": "usw.,"
  },
  {
    "start": 1778.429,
    "end": 1780.429,
    "text": "wie in der gynäkologischen Praxis sonst auch."
  },
  {
    "start": 1781.11,
    "end": 1783.25,
    "text": "Diagnostisch sind die Möglichkeiten ähnlich."
  },
  {
    "start": 1783.31,
    "end": 1785.55,
    "text": "Wie sonst in der ambulanten Versorgung hat mir Dr."
  },
  {
    "start": 1785.59,
    "end": 1786.61,
    "text": "Clouding-Münich erklärt."
  },
  {
    "start": 1787.47,
    "end": 1798.909,
    "text": "Wir haben eine gynänkologische Stuhl und zwei Ultrascheigeräte, mit denen können wir praktisch Die Schwangerschaftsvorsorgen machen, wir haben die Möglichkeit des vaginalen Ultraschalles."
  },
  {
    "start": 1798.949,
    "end": 1801.27,
    "text": "Wir haben eine Möglichkeit, Prost-Ultrascheid zu machen."
  },
  {
    "start": 1801.87,
    "end": 1807.25,
    "text": "Wir sind ein CDD also praktisch in die krimplichen Herzdöne abzuhören und einen Likroskop."
  },
  {
    "start": 1807.77,
    "end": 1812.75,
    "text": "Also wir haben im Prinzip die normale Ausstattung einer bynäkologischen Praxis."
  },
  {
    "start": 1813.29,
    "end": 1821.129,
    "text": "Und natürlich gibt es auch Fälle, die die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Sprechstunde übersteigen Beispielsweise, wenn Patientinnen eine engmaschigere Betreuung benötigen."
  },
  {
    "start": 1821.25,
    "end": 1828.949,
    "text": "Also das kann zum Beispiel bei einem insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes der Fall sein oder auch ja bei Auffälligkeiten im pränatalen Ultraschall."
  },
  {
    "start": 1829.81,
    "end": 1836.889,
    "text": "Für solche Fälle arbeiten die Malteser dann mit anderen niedergelassenen Ärztinnen zusammen und die arbeiten ebenfalls häufig ehrenamtlich."
  },
  {
    "start": 1837.35,
    "end": 1837.649,
    "text": "Ah, okay."
  },
  {
    "start": 1837.97,
    "end": 1838.689,
    "text": "Ehrenamtliche Arbeit?"
  },
  {
    "start": 1838.75,
    "end": 1840.929,
    "text": "Ich hab mich jetzt schon gefragt wie sich das finanziert."
  },
  {
    "start": 1840.97,
    "end": 1842.71,
    "text": "Das klingt ja alles sehr aufwendig!"
  },
  {
    "start": 1842.85,
    "end": 1855.07,
    "text": "Ja da der Staat in diesen Fällen die Kosten leider nicht übernimmt meistens zumindest hätten viele Menschen ohne Krankenversicherung ohne dass ehrenamtliche Engagement von Ärztinnen gar keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung."
  },
  {
    "start": 1855.23,
    "end": 1865.929,
    "text": "und auch viele der KooperationspartnerInnen der Mediennetze bieten die Behandlung ehrenamblich oder zu einem vergünstigten Satz an Oder stellen auch nur die Material- oder Laborkosten in Rechnung."
  },
  {
    "start": 1866.75,
    "end": 1870.11,
    "text": "Und in anderen Fällen, da übernehmen die Medienetze dann die Behandlungskosten."
  },
  {
    "start": 1871.149,
    "end": 1872.77,
    "text": "Wie finanzieren die Medienette das wiederum?"
  },
  {
    "start": 1873.29,
    "end": 1882.77,
    "text": "Ja, diese sind dafür auf Spenden angewiesen und die bekommen sie beispielsweise von Privatpersonen aber auch von anderen Organisationen oder auch Überpreise für ehrenamtliches Engagement."
  },
  {
    "start": 1883.49,
    "end": 1905.53,
    "text": "Aber obwohl so viele Menschen ehrenamblich arbeiten und obwohl so viel Menschen bereit sind zu spenden waren in Bonn weitere Schritte nötig hat mir dann Riccada Kölges erklärt Wir haben von Medinetz aus gemerkt, dass der Bedarf an Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung einfach gigantisch ist und so aus dem Ehrenamt heraus eigentlich nicht zu leisten."
  },
  {
    "start": 1905.889,
    "end": 1910.33,
    "text": "Und das es auch eine staatliche Aufgabe ist, Menschen gesundheitlich zu versorgen."
  },
  {
    "start": 1910.649,
    "end": 1916.85,
    "text": "Deshalb wir dann aus der Gruppe des Medinetts heraus einen neuen Verein gegründet haben den anonymen Krankenschein Bonn."
  },
  {
    "start": 1917.79,
    "end": 1918.51,
    "text": "Das hat dich schon mal gehört."
  },
  {
    "start": 1918.55,
    "end": 1919.49,
    "text": "was heißt das genau?"
  },
  {
    "start": 1919.53,
    "end": 1920.51,
    "text": "Was kann ich mir darunter vorstellen?"
  },
  {
    "start": 1920.629,
    "end": 1922.01,
    "text": "ein Anonymerkrankenscheinn?"
  },
  {
    "start": 1922.85,
    "end": 1925.649,
    "text": "Ja, ich kann's konkret am Beispiel von Bonn erklären."
  },
  {
    "start": 1925.929,
    "end": 1928.09,
    "text": "Rikada Kölges hat mir das auch für Bonn erzählt."
  },
  {
    "start": 1928.629,
    "end": 1932.97,
    "text": "In Bonn ist der Verein anonymer Krankenschein einerseits eine Clearingstelle."
  },
  {
    "start": 1933.409,
    "end": 1940.449,
    "text": "Da gibt es zwei hauptamtliche Sozialarbeiterinnen und die überprüfen, ob es möglich ist, die PatientInnen zurück in die Regelversorgung zu vermitteln."
  },
  {
    "start": 1940.99,
    "end": 1943.33,
    "text": "Ob man sie wieder normal krankenversichert bekommt?"
  },
  {
    "start": 1944.05,
    "end": 1949.389,
    "text": "Und wenn das nicht geht oder auch wenn es zu lange dauert, dann ja wir kennen das ja die Behörden brauchen ja oft eine Weile."
  },
  {
    "start": 1949.889,
    "end": 1952.75,
    "text": "Dann wird ein sogenannte anonymer Krankenschein ausgestellt."
  },
  {
    "start": 1952.85,
    "end": 1960.33,
    "text": "also das ist eine Art Papier ohne Angabe von persönlichen Daten und damit können die Patientinnen dann zur ÄrztInnen ihrer Wahl gehen."
  },
  {
    "start": 1960.47,
    "end": 1967.61,
    "text": "Also da ist auch die Wahlfreiheit wieder hergestellt von den Patienten in der freien Arztwahl Und die Behandlungskosten in dem Fall trägt die Stadt Bonn."
  },
  {
    "start": 1968.29,
    "end": 1974.01,
    "text": "Das ist natürlich ein Fortschritt für sowohl die Arbeit der Mediennetze, aber auch für die Kooperationspartnerinnen."
  },
  {
    "start": 1974.05,
    "end": 1976.75,
    "text": "der Medienetze hat mir Ricardo Kölgis dann noch mal gesagt."
  },
  {
    "start": 1977.33,
    "end": 1977.47,
    "text": "D.h.,"
  },
  {
    "start": 1977.73,
    "end": 1982.49,
    "text": "es lohnt sich auch diese Strukturen für Ärztinnen und Ärzte zu etablieren?"
  },
  {
    "start": 1982.55,
    "end": 1986.05,
    "text": "Weil die Be handlung durch Medienets ist eine ehrenamtliche Aufgabe."
  },
  {
    "start": 1986.47,
    "end": 1991.409,
    "text": "Erzeln sind irgendwie erheblich verpflichtet, da fühlen sich oft sehr verpflichtend!"
  },
  {
    "start": 1991.889,
    "end": 1994.649,
    "text": "und machen viel ernanntlich da durch."
  },
  {
    "start": 1994.79,
    "end": 1997.81,
    "text": "Und der anonyme Krankenschein ermöglicht so auch eine"
  },
  {
    "start": 1998.47,
    "end": 2000.03,
    "text": "Rückfinanzierung.\"."
  },
  {
    "start": 2001.27,
    "end": 2005.409,
    "text": "Was mich jetzt interessieren würde, haben wir relativ viel über die Ambulanteversorgung gesprochen."
  },
  {
    "start": 2005.949,
    "end": 2010.71,
    "text": "Was könnte es denn für Schwierigkeiten geben wenn Menschen ohne Papiere dann eine Versorgung im Krankenhaus benötigen?"
  },
  {
    "start": 2012.03,
    "end": 2013.81,
    "text": "Ja, das ist tatsächlich nicht ganz einfach."
  },
  {
    "start": 2014.37,
    "end": 2024.07,
    "text": "Und das liegt auch daran... Also viele Mitarbeitende wissen einfach nicht was sie in solchen Fällen machen sollen und im Krankenhaus sind ja auch sehr viele Berufsgruppen beteiligt."
  },
  {
    "start": 2024.129,
    "end": 2040.01,
    "text": "also es reicht jetzt nicht nur die Ärztinnen aufzuklären sondern da arbeiten Pflegefachpersonen natürlich ÄrztInnen der arbeitet Verwaltungsangestellte Da gibt es eine Rechnungsstelle Und es bräuchte einfach dringend mehr Fortbildung, damit alle Beteiligten wissen wie sie in so einem Fall vorgehen sollten."
  },
  {
    "start": 2040.51,
    "end": 2055.17,
    "text": "Denn das bringt ja jetzt nichts wenn der Arzt die Ärztin die Person behandelt aber dann gibt die Verwaltungsstelle die Daten einer Person ohne Papiere dann eben weiter an die entsprechenden Behörden und so haben mir das auch Riccada Kölges und Moritz Schenk erklärt."
  },
  {
    "start": 2055.83,
    "end": 2063.11,
    "text": "Rechtlich gesehen gilt bei der Behandlung von Menschen ohne Papiere, ganz egal ob jetzt inner- oder außerklinisch die ärztliche Schweigepflicht."
  },
  {
    "start": 2063.23,
    "end": 2064.65,
    "text": "Also wie bei allen anderen auch."
  },
  {
    "start": 2065.25,
    "end": 2072.15,
    "text": "Das heißt Ärztinnen machen sich keinesfalls strafbar wenn sie keine Informationen über diese Patientin an die Behörden weitergeben."
  },
  {
    "start": 2072.929,
    "end": 2078.929,
    "text": "und Moritz Schenk vom Medinetz Rinecker hat mir dann erklärt wie es mit der Kostenübernahme in Krankenhäusern dann weitergehen kann."
  },
  {
    "start": 2079.73,
    "end": 2089.37,
    "text": "Viele Kliniken entweder wissen es nicht oder machen es sich da halt vielleicht einfach indem Sie sagen nee sie behandeln halt keine illegalisierten Patienten, aber das müssen sie halt weil sonst ist unterlassene Hilfeleistung."
  },
  {
    "start": 2089.79,
    "end": 2094.79,
    "text": "Und dann gibt es die Möglichkeit dass meistens beim Land die Kostenerstattung zu holen."
  },
  {
    "start": 2094.949,
    "end": 2102.97,
    "text": "also gerade die Kliniken für so Operationen können dann melden dass ihr halt eine illegalisiert Person haben dadurch dass es hier einen ärztlichen Schweigepflicht gibt."
  },
  {
    "start": 2103.029,
    "end": 2106.69,
    "text": "und durch diese Notsituation gibt es auch den erweiterten Geheimnisschutz."
  },
  {
    "start": 2106.83,
    "end": 2115.59,
    "text": "der zählt dann auch für die Verwaltung des Krankenhauses, die können sich dann an das Sozialamt werden und bei dem Sozialamt quasi eine Kostenerstattung beantragen."
  },
  {
    "start": 2116.33,
    "end": 2121.33,
    "text": "Kann ich hier vielleicht kurz einmal fragen was kann ich mir genau unter diesem erweiterten Geheimnisschutz vorstellen?"
  },
  {
    "start": 2122.15,
    "end": 2123.33,
    "text": "Ja, das habe ich auch gefragt."
  },
  {
    "start": 2123.569,
    "end": 2131.71,
    "text": "Das bedeutet dass die ärztliche Schweigepflicht grundsätzlich auch für Verwaltungsmitarbeitende von Krankenhäusern und eigentlich auch für Sozialämter gilt."
  },
  {
    "start": 2132.25,
    "end": 2144.35,
    "text": "Das heißt, dass die Sozialämtern die Daten von Menschen ohne Papiere nicht an die Ausländerbehörde weitergeben dürfen wenn sie wiederum durch eine schweigepflichtige Person also beispielsweise durch Ärztin von dieser Person erfahren haben."
  },
  {
    "start": 2144.49,
    "end": 2145.95,
    "text": "Das jetzt klingt ein bisschen kompliziert."
  },
  {
    "start": 2146.71,
    "end": 2152.009,
    "text": "Also wenn die Person ohne Papier sich direkt an das Sozialamt wendet, dann gilt kein erweiterte Geheimnisschutz."
  },
  {
    "start": 2152.59,
    "end": 2160.11,
    "text": "Wenn das Sozialamt aber jetzt über das Krankenhaus und damit jetzt indirekt über ein Ärztin oder eine Arzt von der Person erfährt, dann gilt dieser Erweiterte-Geheimnisseschutz."
  },
  {
    "start": 2160.21,
    "end": 2164.41,
    "text": "Und eigentlich darf das Sozialaamt die Daten nicht an die Ausländerbehörde weitergeben."
  },
  {
    "start": 2165.17,
    "end": 2178.77,
    "text": "Aber in der Praxis gibt es leider viele rechtliche Unsicherheiten Inwiefern da auch verschiedene rechtliche und Verwaltungsforschriften sich gegenseitig aushebeln können Und außerdem wissen viele Krankenhäuser und Sozialämter nicht von der Vorschrift über den erweiterten Geheimnisschutz."
  },
  {
    "start": 2179.509,
    "end": 2184.21,
    "text": "So kann es eben dazu kommen, dass möglicherweise doch Daten an die Ausländerbehörde weitergegeben werden."
  },
  {
    "start": 2184.569,
    "end": 2190.549,
    "text": "Um für geplante Behandlungen eine Kostenübernahme zu bekommen, müssten sich Betroffenen ohnehin direkt an die Behörden wenden."
  },
  {
    "start": 2191.33,
    "end": 2192.73,
    "text": "Dazu hören wir jetzt noch mal Dr."
  },
  {
    "start": 2192.77,
    "end": 2194.27,
    "text": "Cluding Münch vom Maltesern."
  },
  {
    "start": 2195.049,
    "end": 2205.79,
    "text": "Wenn das kein Notfall ist, ist es so, Sozialbehörde beim Sozialamt einen sogenannten Behandlungsschein beantragen kann."
  },
  {
    "start": 2206.37,
    "end": 2218.569,
    "text": "Das beinhaltet natürlich immer, dass sie dann ihren Aufenthaltsstatus aufdecken müsste und das soziale und die Sozialbehöde ist verpflichtet nach dem Aufentalsgesetz."
  },
  {
    "start": 2219.25,
    "end": 2222.31,
    "text": "der Ausländerbehörde praktisch Mitteilung zu machen."
  },
  {
    "start": 2222.39,
    "end": 2234.49,
    "text": "Und das ist natürlich eine große Hürde, dass die Menschen einfach Angst haben sich dahinzuwenden für einen solchen Behandlungsschein weil es für sie die Abschiebung eventuell bedeuten würde."
  },
  {
    "start": 2235.71,
    "end": 2237.59,
    "text": "Es gibt natürlich die andere Möglichkeit."
  },
  {
    "start": 2237.67,
    "end": 2255.21,
    "text": "wenn man sagen wir mal eine schwerwiegende Erkrankung hat kann man sich auch mit entsprechender Beratung können sich die Patientinnen und Patienten überlegen ob Sie sozusagen Ihren Status aufdecken und hoffen, dass sie dann praktisch eine Duldung bekommen."
  },
  {
    "start": 2255.25,
    "end": 2256.87,
    "text": "Die medizinische Versorgung bzw."
  },
  {
    "start": 2257.17,
    "end": 2262.43,
    "text": "zahnmedizinische versorgung von Menschen ohne Papiere wurde ja vor kurzem auch in der politischen Debatte aufgegriffen?"
  },
  {
    "start": 2263.45,
    "end": 2263.95,
    "text": "Ja genau!"
  },
  {
    "start": 2264.25,
    "end": 2275.45,
    "text": "Aber anders als es in dieser Debatte teilweise dargestellt wurde sind die Barrieren für Asylsuchende beziehungsweise Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus sehr hoch medizinischer Versorgungen zu bekommen."
  },
  {
    "start": 2276.31,
    "end": 2280.35,
    "text": "Ja und das kann sich natürlich auch enorm schädlich auf ihre Gesundheit auswirken."
  },
  {
    "start": 2281.13,
    "end": 2282.25,
    "text": "Das hat mir auch Dr."
  },
  {
    "start": 2282.29,
    "end": 2283.35,
    "text": "Clouding Münch gesagt."
  },
  {
    "start": 2284.19,
    "end": 2295.37,
    "text": "Es ist halt für diese Menschen immer mit einer großen Angst verbunden, die wissen nicht in welche Situation sie dann kommen und das verhindert häufig dass sie dann zum Arzt gehen."
  },
  {
    "start": 2295.49,
    "end": 2300.549,
    "text": "praktisch die Krankheiten werden chronifiziert Sie werden nicht rechtzeitig behandelt."
  },
  {
    "start": 2300.97,
    "end": 2311.11,
    "text": "Sie kommen damit in einen Zustand, dass die Behandlung schwieriger wird, weil sie einfach fortgeschrittener wird und das sind oft sehr schwerwiegende"
  },
  {
    "start": 2311.23,
    "end": 2312.029,
    "text": "Situationen.\"."
  },
  {
    "start": 2312.97,
    "end": 2315.009,
    "text": "Wie sieht das dann für die Medinette aus?"
  },
  {
    "start": 2315.47,
    "end": 2318.569,
    "text": "Nehmen wir mal an, es entstehen jetzt sehr kostenintensive Verläufe."
  },
  {
    "start": 2318.69,
    "end": 2328.89,
    "text": "Weil eben erst zu spät behandelt wird, sagen wir mal Dialysepflicht oder eine Krebserkrankung, die schon weit fortgeschritten ist und dann kommt erst jemand zu einer medizinischen Versorgung."
  },
  {
    "start": 2329.069,
    "end": 2329.95,
    "text": "Wie wird das gestemmt?"
  },
  {
    "start": 2331.11,
    "end": 2339.59,
    "text": "Das ist tatsächlich so, dass in solchen ... ähnlichen Fällen, wie du gerade beschrieben hast die Medinetze in ihrer Arbeit auch immer wieder an ihre Grenzen kommen."
  },
  {
    "start": 2340.27,
    "end": 2343.79,
    "text": "Und sie können tatsächlich nicht allen Menschen helfen, die sich an sie wenden."
  },
  {
    "start": 2344.529,
    "end": 2348.35,
    "text": "Ricarda Kölges und Moritz Schenk haben mir beide von solchen Fällen erzählt."
  },
  {
    "start": 2349.33,
    "end": 2360.509,
    "text": "Das was uns immer vor Grenzen gestellt hat waren chronische Krankheiten insbesondere kostenintensive chronische Erkrankungen weil wir auch für die Patientinnen oft Medikamente mit übernehmen."
  },
  {
    "start": 2361.29,
    "end": 2367.33,
    "text": "Was nicht mehr geht sind dann Erkrankungen, die aus dem Spektrum der Krebserkrankungen kommen."
  },
  {
    "start": 2367.43,
    "end": 2372.529,
    "text": "Das ist finanziell mit Chemotherapien und den Operationen, die damit einhergehen."
  },
  {
    "start": 2373.33,
    "end": 2379.25,
    "text": "Nicht leistbar aus einem Ehrenamt heraus, weshalb wir dann immer versuchen ... Wir haben auch eine kooperierende Rechtsanwältin."
  },
  {
    "start": 2380.21,
    "end": 2384.89,
    "text": "Versuchen die Menschen in eine Art von Regelversorgung zu"
  },
  {
    "start": 2384.95,
    "end": 2385.29,
    "text": "bekommen.\"."
  },
  {
    "start": 2385.73,
    "end": 2392.67,
    "text": "Da gab es eine Schwangerin, in der Klinik und es war dann ein Frühchen, das musste dann auch in den Inkubator."
  },
  {
    "start": 2393.23,
    "end": 2410.71,
    "text": "Und die hatten Schulden dann im Ende von um die dreißigtausend Euro und da sind wir halt also... Wir haben jetzt in der Regel immer jährlichem Budget von ja so tausend bis drei tausende Euro gehabt und wenn man dann überlegt dreißigtausend Euro dass das zehnfache ist, das sprengt halt direkt all die ganzen Rahmen."
  },
  {
    "start": 2411.69,
    "end": 2421.509,
    "text": "Aber es gab auch Fälle von Patienten mit HIV, die HIV-Medikation benötigen und HIV-Midikation auf Privatleistung beziehungsweise an sich ist halt sehr teuer."
  },
  {
    "start": 2422.35,
    "end": 2423.97,
    "text": "Und das sind dann auch Fähle."
  },
  {
    "start": 2424.009,
    "end": 2428.029,
    "text": "da ist man dann schnell wenn man sagen möchte der Patient hat eine Überprüfung von drei Monaten."
  },
  {
    "start": 2428.11,
    "end": 2428.95,
    "text": "war das gebraucht?"
  },
  {
    "start": 2429.25,
    "end": 2432.23,
    "text": "Das wären drei Monate A, dreihundert Euro."
  },
  {
    "start": 2432.27,
    "end": 2437.33,
    "text": "oder werden wir direkt bei neunhundert Euro für einen Patienten was dann auch schon wieder fast ein Drittel unserer Budgets ist."
  },
  {
    "start": 2437.39,
    "end": 2442.49,
    "text": "Und da sind dann so Fälle, wo man sagen muss, wo wir uns abwägen müssen, kann man den Patienten helfen oder nicht?"
  },
  {
    "start": 2442.93,
    "end": 2450.13,
    "text": "Das Gute ist, wir haben uns auch schon häufiger einkönnen auf eine Art Ratengezahlung... Wo wir gerade die politische Dimension dieser Fragen angerissen haben."
  },
  {
    "start": 2450.59,
    "end": 2459.29,
    "text": "Gerade wenn wir davon sprechen, dass die Arbeit der Mediennetze auch Grenzen hat, habe ich mich gefragt, was fordern die Mediennetzte denn von der Politik damit die gesundheitliche Versorgung aller Menschen in Deutschland sichergestellt ist."
  },
  {
    "start": 2459.45,
    "end": 2463.83,
    "text": "Die sagen ja selbst ihr Ziel ist sich abzuschaffen und eigentlich würden sie sich wünschen das es sie nicht bräuchte."
  },
  {
    "start": 2465.25,
    "end": 2470.83,
    "text": "Da unterscheiden sich tatsächlich die konkreten Forderungen und Lösungsansätze der Medienetze untereinander durchaus."
  },
  {
    "start": 2470.95,
    "end": 2474.89,
    "text": "Also ich habe ja vorhin am Anfang schon gesagt, dass sie alle eigenständig agieren."
  },
  {
    "start": 2475.75,
    "end": 2487.049,
    "text": "Das Medienetzreinnecker fordert beispielsweise den Ausbau von Tearingstellen um Menschen zurück in die Regelversorgung zu bringen also beispielsweise die gesetzliche Krankenversicherung Und aber auch von Projekten wie dem anonymen Krankenschein."
  },
  {
    "start": 2487.95,
    "end": 2493.19,
    "text": "In Bonn gibt es ja schon einen anonymen Krankenschein, aber da sieht man den auch nur als Tischenlösung an."
  },
  {
    "start": 2493.49,
    "end": 2501.91,
    "text": "Denn für Menschen ohne Krankenversicherung ist es natürlich trotzdem noch eine erhöhte Aufwand wenn sie sich erstmal diesen anonymen Krankenscheinen besorgen müssen bevor Sie zum Arzt gehen können."
  },
  {
    "start": 2502.529,
    "end": 2509.83,
    "text": "Ja und dann in der Praxis werden sie möglicherweise auch stigmatisiert wenn sie damit diesem Papier kommen statt mit einer normalen in Anführungsstrichen Gesundheitskarte."
  },
  {
    "start": 2511.09,
    "end": 2519.99,
    "text": "In Bonn hat man sich daher nun mit den anderen Mediennetzen in Nordrhein-Westfalen vernetzt und fordert, NRW weit ein flächendeckendes Konzept zu etablieren."
  },
  {
    "start": 2520.09,
    "end": 2522.15,
    "text": "Das hat mir Ricarda Kölges erzählt."
  },
  {
    "start": 2523.19,
    "end": 2525.21,
    "text": "Auch da gibt es verschiedenste Ideen dazu."
  },
  {
    "start": 2525.31,
    "end": 2529.87,
    "text": "ich kann nur sagen wie sich diese NRW Gruppe das vorstellt."
  },
  {
    "start": 2529.95,
    "end": 2543.89,
    "text": "und dass wäre, dass man an einer verschiedensten Stelle einfach auch eine Gesundheitskarte ausgehändigt bekommt wie dann der konkrete Pseudonym da drauf ist, das ist noch nicht finalisiert."
  },
  {
    "start": 2544.11,
    "end": 2564.29,
    "text": "Und dass man über diese Krankenkassenkarte sozusagen versorgt wird und die Krankenkasten über eine Nummer am Ende sozusagen nur erkennen, dass das ein Patient ist, der einen Mensch vorher ohne Krankenversicherung war oder ohne Aufenthaltszite nicht zuordnungsbar für diejenigen und diese Kosten über einen extra Vorm bezahlt"
  },
  {
    "start": 2564.39,
    "end": 2564.75,
    "text": "werden.\"."
  },
  {
    "start": 2565.11,
    "end": 2571.75,
    "text": "Aktuell ist es ja so, dass die Menschen, die beim AKS versorgt werden haben ein Papier und die Praxen in Bonn kennen das mittlerweile."
  },
  {
    "start": 2572.009,
    "end": 2587.61,
    "text": "Haben einen höheren Aufwand an Arbeit damit und die Patienten sind immer noch stigmatisiert durch diesen Abbrechnungssetel den sie sozusagen mitbringen und man erkennt die Patienten im Zweifel Und da muss man halt auch schauen, dass man da irgendwann weg vorkommt."
  },
  {
    "start": 2588.41,
    "end": 2594.33,
    "text": "Okay, in der wehweiten Flächendeckendes-Konzept gibt's denn da eigentlich eine gesetzliche Grundlage?"
  },
  {
    "start": 2594.49,
    "end": 2598.09,
    "text": "Also hat der Gesetzgeber das schon was vorgesehen für solche Maßnahmen."
  },
  {
    "start": 2599.39,
    "end": 2600.09,
    "text": "Ja durchaus!"
  },
  {
    "start": 2600.93,
    "end": 2600.99,
    "text": "Dr."
  },
  {
    "start": 2601.029,
    "end": 2612.509,
    "text": "Cluding Mönch von den Maltesern hat mir erklärt, dass Deutschland zu den Unterzeichnern des Sozialpakt der Vereinten Nationen gehört und sich damit verpflichtet hat allen Menschen Zugang zur medizinischer Versorgung zu gewährleisten."
  },
  {
    "start": 2613.29,
    "end": 2617.61,
    "text": "Das würde bisher – so sagte sie mir – allerdings in vielen Fällen einfach nicht umgesetzt!"
  },
  {
    "start": 2618.17,
    "end": 2627.89,
    "text": "Die Ampel hat das Thema jetzt zumindest im Koalitionsvertrag aufgegriffen und sich vorgenommen, den Zugang von Menschen mit ungeklärtem Versicherungsschutz zum medizinischen Versorgungen zu"
  },
  {
    "start": 2627.99,
    "end": 2628.35,
    "text": "klären.\"."
  },
  {
    "start": 2629.27,
    "end": 2638.009,
    "text": "Auch die Meldepflichten für Menschen ohne Papiere wollen sie laut Koalitionsvertrag überarbeiten, damit Kranke sich eben nicht davon abhalten lassen, sich behandeln zu lassen."
  },
  {
    "start": 2639.069,
    "end": 2641.33,
    "text": "Und gerade beim Thema Meldipflicht sieht auch Dr."
  },
  {
    "start": 2641.37,
    "end": 2643.69,
    "text": "Clouding-Münch noch ganz großen Veränderungsbedarf."
  },
  {
    "start": 2644.39,
    "end": 2655.21,
    "text": "Was auch ganz wichtig ist das diese Übermittlungspflicht dass man das abschaft, dass praktisch zu den Behörden gehen können, ohne Angst zu haben."
  },
  {
    "start": 2655.37,
    "end": 2656.75,
    "text": "Also auch zur Sozialbehörde."
  },
  {
    "start": 2657.31,
    "end": 2668.75,
    "text": "Ohne Angst zu habe, dass es übermittelt wird und dass ihnen die Abschiebung droht weil das ja einfach der Haupthinderungsgrund ist medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen."
  },
  {
    "start": 2669.31,
    "end": 2677.27,
    "text": "Und das hat ja letztlich auch Folgen nicht nur für die Patienten selber Sondern es ist ja auch so, dass die Erkrankungen chronifizieren."
  },
  {
    "start": 2677.35,
    "end": 2681.529,
    "text": "Verschlemmern sich dann kommt das irgendwann zum Nichtplanbaren Notfall."
  },
  {
    "start": 2681.569,
    "end": 2688.029,
    "text": "Dann müssen die Krankenhäuser tätig werden und das könnte man alles viel früher abwenden."
  },
  {
    "start": 2689.27,
    "end": 2692.47,
    "text": "Also ich muss sagen wenn ich das hier alles höre, dann juckt's mich auch in den Fingern."
  },
  {
    "start": 2693.21,
    "end": 2695.009,
    "text": "Möcht ihr mich irgendwie auch direkt mit engagieren?"
  },
  {
    "start": 2695.509,
    "end": 2700.009,
    "text": "Hatten deine Gesprächspartnerinnen denn auch Tipps wie man sich als Arzt oder Ärztin am besten bei dem Thema einbringt?"
  },
  {
    "start": 2701.21,
    "end": 2703.25,
    "text": "Ja da gibt es natürlich ganz viele Möglichkeiten."
  },
  {
    "start": 2704.009,
    "end": 2704.61,
    "text": "Also, Dr."
  },
  {
    "start": 2704.65,
    "end": 2708.89,
    "text": "Cluding Münch hat mich zunächst einmal an die Grundsätze des Gen-Vergelöbnisses erinnert."
  },
  {
    "start": 2709.35,
    "end": 2716.509,
    "text": "Danach sollen wir ja alle Patientinnen unabhängig von Alter-, Krankheit-, Behinderung-, Glaube-, ethnischer Herkunft und Staatsangehörigkeit behandeln."
  },
  {
    "start": 2717.19,
    "end": 2720.15,
    "text": "Das ist sowieso ein Grundprinzip ärztlichen Handelns."
  },
  {
    "start": 2720.95,
    "end": 2732.47,
    "text": "Ganz konkret kann man Menschen den Zugang zur eigenen Praxis oder zur Sprechstunde erleichtern, indem man die Behandlung unter einem Pseudonym oder auch einem falschen Geburtsdatum anbietet, hat mir Riccada Kölges gesagt."
  },
  {
    "start": 2733.21,
    "end": 2734.81,
    "text": "Ja, das finde ich ein total wichtigen Punkt."
  },
  {
    "start": 2735.19,
    "end": 2740.21,
    "text": "Alterkrankheit, Behinderung, glaube ethnische Herkunft, die stehen ja nicht umsonst im Genfer Gelöbnis."
  },
  {
    "start": 2740.29,
    "end": 2749.049,
    "text": "und diese Verzerrungen, in denen man haben kann aufgrund dieser ganz verschiedenen Faktoren, die wirkt sich ja massiv auf das Outcome unserer PatientInnen aus."
  },
  {
    "start": 2749.17,
    "end": 2753.45,
    "text": "also auch wenn man das vielleicht gar nicht selbst so offen Schirm hat oder sich davon frei machen will."
  },
  {
    "start": 2753.99,
    "end": 2755.09,
    "text": "wer da noch mal nachlesen will."
  },
  {
    "start": 2755.15,
    "end": 2765.81,
    "text": "Wir haben eigenes Kapitel dazu Und da gibt es auch einen Fallbeispiel wo man sich anschauen kann wie sich das auf einen auswirkt und was man unternehmen kann um das zu vermeiden und dann eben das bestmögliche Outcome zu erzielen."
  },
  {
    "start": 2766.45,
    "end": 2774.75,
    "text": "Und neben den individuellen Bias, die wir als Behandelende vielleicht haben geht es in diesem Kapitel ja auch im ganzen Abschnitt lang um institutionelle Diskriminierungsrisiken."
  },
  {
    "start": 2774.87,
    "end": 2776.37,
    "text": "Das passt ja auch zu diesem Thema."
  },
  {
    "start": 2776.47,
    "end": 2777.99,
    "text": "hier von Maria Ja, ganz genau."
  },
  {
    "start": 2778.19,
    "end": 2785.85,
    "text": "Und wer danach gelesen hat kann dieses Wissen natürlich auch einsetzen für die politische Arbeit in Verbänden oder einfach die Aufklärungsarbeit unter KollegInnen."
  },
  {
    "start": 2786.97,
    "end": 2794.35,
    "text": "Wer sich darüber hinaus noch engagieren möchte, da freuen sich natürlich die Medienetze über ganz konkrete finanzielle oder ehrenamtliche Unterstützung."
  },
  {
    "start": 2795.17,
    "end": 2796.61,
    "text": "Hören wir noch mal Riccada Kölges!"
  },
  {
    "start": 2797.529,
    "end": 2801.41,
    "text": "Auch da darf das Engagement ganz unterschiedlich aussehen."
  },
  {
    "start": 2802.009,
    "end": 2811.569,
    "text": "Also wir haben Praxen, die sagen hey ich kann das einmal im Quartal für einen Patienten oder Patientin machen und andere die sagen schickt mir diejenigen wöchentlich wenn ihr es braucht."
  },
  {
    "start": 2811.95,
    "end": 2829.529,
    "text": "Und das darf man ja gestalten wie man selber Kapazitäten hat und ist da auch überhaupt nicht dann für immer drin fixiert in diesem Versprechen sondern wir sind dafür gigliche Hilfe die uns angeboten wird sehr dankbar und wenn man sich vorstellen kann bei so was mitzumachen kann man sicherlich gut ... recherchieren."
  },
  {
    "start": 2829.69,
    "end": 2834.49,
    "text": "Wie gesagt, Medi-Netz gibt es in, glaube ich, ... ... in achtunddreißig Städten und Regionen in Deutschland."
  },
  {
    "start": 2834.569,
    "end": 2836.049,
    "text": "weit dazu schauen."
  },
  {
    "start": 2836.13,
    "end": 2837.049,
    "text": "Gibt's da ein Medinetz?"
  },
  {
    "start": 2837.13,
    "end": 2838.93,
    "text": "Wie kann ich im Zweifel unterstützen?"
  },
  {
    "start": 2839.15,
    "end": 2841.81,
    "text": "Da rennt man offene Türen ein!"
  },
  {
    "start": 2843.09,
    "end": 2845.33,
    "text": "Toll also richtig starkes Projekt."
  },
  {
    "start": 2845.39,
    "end": 2850.89,
    "text": "Ich bin ja ziemlich begeistert... Und auch da muss man ja echt sagen die schließende Versorgungslücke."
  },
  {
    "start": 2851.23,
    "end": 2858.39,
    "text": "Britta du hast dich ja auch noch mit einem anderen Projekt beschäftigt und bei dem gehts auch um ne... Versorgungslücke, um eine riesige Versorgungslücke."
  },
  {
    "start": 2858.89,
    "end": 2860.85,
    "text": "Wir haben es im Intro schon kurz gehört."
  },
  {
    "start": 2860.93,
    "end": 2870.45,
    "text": "Es geht um die Behandlung von FGM-Betroffenen das Stand für Female Genital Mutilation und du hast da mit einem Zentrum in Freiburg gesprochen."
  },
  {
    "start": 2871.029,
    "end": 2873.549,
    "text": "Kannst du uns erzählen worum's bei dem Projekt geht?"
  },
  {
    "start": 2874.43,
    "end": 2874.77,
    "text": "Ja gerne!"
  },
  {
    "start": 2875.43,
    "end": 2881.17,
    "text": "Also für den Ambus Award nominiert war das Freiburger Zentrum für Frauen mit Genitalbeschneidung kurz FZG."
  },
  {
    "start": 2882.069,
    "end": 2883.81,
    "text": "Besprochen habe ich über das Thema mit Frau Dr."
  },
  {
    "start": 2883.91,
    "end": 2889.11,
    "text": "Isabel die diese Sprechstunde an der Freiburger Uniklinik leitet, sowie mit Frau Dr."
  },
  {
    "start": 2889.17,
    "end": 2890.13,
    "text": "Mariam N. Nosse."
  },
  {
    "start": 2890.73,
    "end": 2901.069,
    "text": "Sie hat das Angebot in Freiburg mit aufgebaut und arbeitet mittlerweile am Aachener Luisen-Hospital als gynecologische Oberärztin im Zentrum für Rekonstruktive Chirurgie weiblicher Geschlechtsmerkmale."
  },
  {
    "start": 2901.509,
    "end": 2909.65,
    "text": "Hören wir uns das Interview vielleicht einfach mal an!"
  },
  {
    "start": 2912.77,
    "end": 2925.73,
    "text": "Und FGMC oder Female Genital Mutilation Cutting bezeichnet Prozeduren, bei denen Clituris und Labien absichtlich und ohne medizinischen Grund ganz- oder teilweise beschnitten, verletzt oder verändert werden."
  },
  {
    "start": 2926.75,
    "end": 2935.25,
    "text": "Dass eine solche Genitalverstümmelung akut mit starken Schmerzen hohem Blutverlust und auch Infektionen einhergehen kann liegt nahe denke ich."
  },
  {
    "start": 2935.29,
    "end": 2939.029,
    "text": "Mit welchen langfristigen Folgen stellen sich denn Betroffene bei Ihnen vor?"
  },
  {
    "start": 2939.95,
    "end": 2948.87,
    "text": "Also häufige Beschwerden, die Frauen berichten sind zum Beispiel schmerzengronische Schmerzen durch Narbenbildung, durch Neurobenbildung."
  },
  {
    "start": 2949.31,
    "end": 2957.99,
    "text": "Aber auch Schmerze beim Geschlechtsverkehr und zudem auch häufig eine fehlende sexuelle Stimulierbarkeit gerade wenn die Gliederspitze entfernt wurde."
  },
  {
    "start": 2958.61,
    "end": 2968.15,
    "text": "Dann ist es auch so, dass wenn die kleinen oder großen Labien entfernt wurden der Scheibeneingang etwas offen stehen kann und dadurch Trockenheit verursacht."
  },
  {
    "start": 2968.23,
    "end": 2970.009,
    "text": "Und das macht Juckreiz, das macht Brennen."
  },
  {
    "start": 2970.71,
    "end": 2980.97,
    "text": "Dann je nach Beschneidungstyp können auch Beschwerden beim Wasser lassen, wie zum Beispiel lang andauerndes Wasser lassen oder auch wiederkehrende Handwichsinfekte auftreten."
  },
  {
    "start": 2981.39,
    "end": 2992.71,
    "text": "Es kann zur Abflussbehinderung des Instruationsbluts kommen und es können immer wiederkehlende Infektionen sein aber auch Komplikationen die bei Geburt auftreten können durch eine."
  },
  {
    "start": 2992.77,
    "end": 3000.09,
    "text": "Beschneidungen sind Themen, die wir zumindest in der Sprechstunde auch immer ansprechen müssen und wo wir Lösungen finden müssen."
  },
  {
    "start": 3000.509,
    "end": 3007.95,
    "text": "Weil einfach je nach Beschneidungstyp erhöht das Risiko unter Geburt oder auch schon während der Schwangerschaft für Mutter und Kind bestehen."
  },
  {
    "start": 3008.45,
    "end": 3025.99,
    "text": "Und außerdem – und es ist auch immer wichtig anzusprechen – sind die psychischen Folgen wie Depressionen, Angststörungen oder posttraumatische Belastungsstörung Vertrauensverlust, weil ja häufig Beschneidungen auch durch vertrauenspersonen durchgeführt werden oder diese mitbeteiligt sind."
  },
  {
    "start": 3026.069,
    "end": 3031.91,
    "text": "Oder auch ein gestörtes Selbstbild kann auftreten und eben wie schon vorher gesagt die sexuellen Funktionsstörung."
  },
  {
    "start": 3031.95,
    "end": 3032.31,
    "text": "Frau Dr."
  },
  {
    "start": 3032.37,
    "end": 3034.93,
    "text": "Andersse Sie haben die Sprechstunde in Freiburg mit aufgebaut."
  },
  {
    "start": 3035.67,
    "end": 3042.069,
    "text": "wer sich mit FGM vielleicht noch nicht so viel beschäftigt hat könnte nun annehmen das sei hierzulande überhaupt kein relevantes Problem."
  },
  {
    "start": 3042.75,
    "end": 3049.69,
    "text": "Schätzungen zufolge leben allerdings allein in Deutschland über hunderttausend Betroffene und mehrere tausend Minderjährige sind von FGM bedroht."
  },
  {
    "start": 3050.47,
    "end": 3054.49,
    "text": "Demgegenüber scheint eine große Unwissenheit zu stehen, auch unter Fachleuten!"
  },
  {
    "start": 3054.71,
    "end": 3057.49,
    "text": "Welche weiteren Gefahren birgt denn diese fehlende Fachkompetenz?"
  },
  {
    "start": 3058.65,
    "end": 3070.61,
    "text": "Also ein großes Problem von dem fehlenden Fachwissen unter den behandelnden Personal ist das Nicht-Erkennen von FGM bei Betroffenen, was zum Teil auch eben drastische Folgen haben kann."
  },
  {
    "start": 3070.75,
    "end": 3099.23,
    "text": "Zum Beispiel hinsichtlich der Geburt, Geburtsplanung, zum Teil aber auch eben dass Fehlbehandlungen dadurch resultieren können und den Patienten auch eben Behandlungen gar nicht erst angeboten werden Und oft die Verbindung zwischen den bestehenden Beschwerden wie zum Beispiel den chronischen Schmerzen und der Beschneidung gar nicht stattfindet, dann eben auch der Patientin operative Möglichkeiten auch gar nicht bekannt sind."
  },
  {
    "start": 3099.95,
    "end": 3115.59,
    "text": "Das ist so ein Thema und wir hatten in der Region Südbahn eine Erhebung zu gemacht und konnten zeigen dass das Wissen unter dem Fachpersonal sehr niedrig ist allerdings aber auch der Fortbildungsbedarf und das Interesse an dem Thema sehr hoch ist."
  },
  {
    "start": 3115.71,
    "end": 3121.569,
    "text": "Und deswegen haben wir da tatsächlich auch schon viel gemacht auf dem Gebiet, was fort und weiter Bildung"
  },
  {
    "start": 3121.67,
    "end": 3122.069,
    "text": "angeht.\"."
  },
  {
    "start": 3122.89,
    "end": 3125.39,
    "text": "Auf die Fortbildungsangebote kommen wir nachher noch zu sprechen?"
  },
  {
    "start": 3126.09,
    "end": 3134.009,
    "text": "Was mich jetzt noch interessieren würde, da ich damit bisher auch keine Erfahrung habe... Ich hätte auch Angst, die betroffene Person zu retraumatisieren wenn ich das Thema anspreche!"
  },
  {
    "start": 3134.81,
    "end": 3136.33,
    "text": "Wie lässt sich so ein Gespräch denn sensibel"
  },
  {
    "start": 3136.39,
    "end": 3136.85,
    "text": "gestalten?\"."
  },
  {
    "start": 3137.47,
    "end": 3139.13,
    "text": "Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt."
  },
  {
    "start": 3139.61,
    "end": 3145.75,
    "text": "Das Problem ist immer, wenn man selber Angst vor dem Thema hat oder diese Thematik anzusprechen."
  },
  {
    "start": 3146.529,
    "end": 3162.93,
    "text": "Grundsätzlich sagen wir auch immer, dass es halt wichtig ist auf Augenhöhe mit der Frau zu sprechen und das Offen anzusprechen – das ist so das womit wir die beste Erfahrung gemacht haben und die meisten Frauen sind auch tatsächlich dankbar, wenn Man dieses Thema anspricht."
  },
  {
    "start": 3163.69,
    "end": 3166.69,
    "text": "Es ist immer wichtig, den richtigen Begriff zu wählen."
  },
  {
    "start": 3167.21,
    "end": 3170.75,
    "text": "Sie haben gemerkt, dass wir das Wort Beschneidung gewählt haben."
  },
  {
    "start": 3171.87,
    "end": 3181.99,
    "text": "Im medizinischen wissenschaftlichen Kontext ist der korrekte Begriff Female Genital Mutilation, was übersetzt wird mit weiblicher Genitalverstümmelungen natürlich richtig."
  },
  {
    "start": 3182.529,
    "end": 3187.87,
    "text": "Es ist auch entsprechend eine Menschenrechtsverletzung und eine Amputation."
  },
  {
    "start": 3188.17,
    "end": 3191.41,
    "text": "Prinzip einer Verstümmelung soll das Ganze nicht verharmlosen."
  },
  {
    "start": 3191.89,
    "end": 3198.97,
    "text": "Allerdings ... Total wichtig im Umgang mit den Betroffenen, dem Begriff zu wählen, den die Betroffene auch benutzt."
  },
  {
    "start": 3199.009,
    "end": 3210.529,
    "text": "Und das ist eben häufig in verschiedenen Sprachen das was mit Beschneidung übersetzt wird Zum Beispiel auf Englisch cutting oder excision, oder auf Französisch eben excision."
  },
  {
    "start": 3213.33,
    "end": 3239.569,
    "text": "Und so ist das zum Beispiel ein Weg auch respektvoll dieses Thema anzusprechen und dann gehört natürlich auch eine gewisse Kultursensibilität dazu und auch sprachlich dafür zu sorgen dass man auch entsprechend kommunizieren kann mit Dolmetscherinnen und so die Bedingungen optimal zu gestalten was natürlich im klinischen Kontext nicht immer so einfach ist und realistisch auch umzusetzen."
  },
  {
    "start": 3240.529,
    "end": 3247.37,
    "text": "Ja, aber zum Glück können wir Betroffene oder zu schützende Personen ja dann auch an Zentren wie die Freiburger Sprechstunde weiterverweisen?"
  },
  {
    "start": 3247.91,
    "end": 3249.75,
    "text": "Wie wird denn dort weiter geholfen Frau Dr."
  },
  {
    "start": 3249.79,
    "end": 3249.97,
    "text": "Runge?"
  },
  {
    "start": 3250.63,
    "end": 3262.73,
    "text": "Wir machen grundsätzlich einmal die Woche Sprechtunde für Betrofene Und eben ganz wichtig, was die Prodoktorin Nosse schon gesagt hat ist eben dieses Kultursensible und wertfreie an das Gespräch ran zu gehen."
  },
  {
    "start": 3262.93,
    "end": 3274.13,
    "text": "Und häufig helfen dabei Übersetzerinnen oder Kulturmittlerinnen aus dem eigenen Kulturkreis, die wir gerne mit dabei haben in der Sprechstunde einfach damit wir gut kommunizieren können."
  },
  {
    "start": 3274.77,
    "end": 3290.25,
    "text": "Was wir häufig machen, sind Atteste für das Amt von Migrationen und Flüchtlingen, also Spamphirmen erstellen zum Teil macht mir auch Gutachten oder stellen sich Frauen vor, eben mit Beschwerden so dass wir sie in Bezüglich der Beschwerde beraten können."
  },
  {
    "start": 3290.31,
    "end": 3300.15,
    "text": "Manchmal kann man auch mit kleinen Tipps oder im Gespräch einfach schon etwas bewirken und die Situation für die Frau verbessern gerade wenn viele Fragen zu dem Thema bestehen."
  },
  {
    "start": 3300.83,
    "end": 3302.75,
    "text": "dann war das Thema vorher schon."
  },
  {
    "start": 3303.25,
    "end": 3313.99,
    "text": "schwangere Frauen die betroffen sind sehen wir in der Schwangerschaft tatsächlich auch sehr gerne um voraus zu wissen gibt es irgendwas was eine Geburt vielleicht erschweren könnte."
  },
  {
    "start": 3314.549,
    "end": 3326.25,
    "text": "Und dann kann man gleichzeitig diese Situation auch nutzen, um die Frau auf Kinderschutz anzusprechen weil wenn es bis jetzt ungeborene Mädchen wird gilt das natürlich auch das Mädchen zu schützen."
  },
  {
    "start": 3326.91,
    "end": 3329.71,
    "text": "was wir auch machen ist sogenannte Defibulation."
  },
  {
    "start": 3329.87,
    "end": 3338.93,
    "text": "Das heißt Frauen die einen Typ Drei Beschneidungen haben manchmal auch beim Typ II und der Scheideneingang wieder zugenäht wurde beim Typ III."
  },
  {
    "start": 3339.509,
    "end": 3343.99,
    "text": "Manchmal kann das eben bei Verkleberung auf dem Typ II entstehen, dann kann man es auch wieder eröffnen."
  },
  {
    "start": 3344.029,
    "end": 3345.89,
    "text": "Das nennt sich dann Defibulationen."
  },
  {
    "start": 3346.09,
    "end": 3349.17,
    "text": "Das ist also diese Eröffnungsopie die machen wir auch in Freiburg."
  },
  {
    "start": 3349.75,
    "end": 3353.17,
    "text": "wenn das aber dann in Richtung rekonstruktive Operationen geht."
  },
  {
    "start": 3353.31,
    "end": 3363.35,
    "text": "Dann müssen wir nach Aachen verweisen aber eben die Aufklärung darüber oder die Möglichkeiten den Frauen darzulegen Das machen wir in Freiburg und dann fühlen sich die Frauen schon mal beraten."
  },
  {
    "start": 3363.41,
    "end": 3366.23,
    "text": "Und können sie sich dann eben auch an Aachen wenden."
  },
  {
    "start": 3366.89,
    "end": 3375.09,
    "text": "Wichtig ist in der Sprechstunde aber eben auch Traum für Themen wie Gewalterfahrungen, gerade auf den Fluchtweg oder auch Zwangsheirat im Menschenhandel."
  },
  {
    "start": 3375.529,
    "end": 3390.91,
    "text": "Auch diese Sachen tauchen immer wieder in der Sprächstunde auf und sind auch wichtig zu thematisieren damit wir sie dann eben weiter anbinden können, die Frauen oder ihnen die Empfehlungen in die Richtung geben können Und wir haben jetzt auch eine Frauengruppe gegründet, wo sich betroffene Frauen austauschen können."
  },
  {
    "start": 3390.99,
    "end": 3393.27,
    "text": "Wo wir auch mal so ein bisschen Gesundheitsthemen noch ansprechen."
  },
  {
    "start": 3393.77,
    "end": 3401.69,
    "text": "Wo auch immer eine Ärztin noch zur Verfügung steht um Fragen zu stellen und das baut dann schon auch Ängste ab und gibt den Trauen mehr selbst Vertrauen."
  },
  {
    "start": 3402.69,
    "end": 3403.73,
    "text": "Das kann ich mir gut vorstellen."
  },
  {
    "start": 3404.529,
    "end": 3406.71,
    "text": "Sie haben jetzt von Typ zwei und Typ drei gesprochen."
  },
  {
    "start": 3407.39,
    "end": 3414.37,
    "text": "Wer mit dieser WHO-Einteilung der verschiedenen Beschneidungstypen vielleicht nicht vertraut ist, kann das in unserem Ambus Kinderschutzkapitel nachlesen."
  },
  {
    "start": 3414.99,
    "end": 3418.81,
    "text": "Im Abschnitt weibliche Genitalverstümmelungen findet sich dazu auch eine Illustration."
  },
  {
    "start": 3419.49,
    "end": 3421.25,
    "text": "Den Link setzen wir wie immer in die Shownotes."
  },
  {
    "start": 3421.29,
    "end": 3425.35,
    "text": "Sie haben einen wichtigen Punkt angesprochen – die Präventionsarbeit!"
  },
  {
    "start": 3426.13,
    "end": 3433.65,
    "text": "Also wenn die Kinder der Betroffenen wiederum von FGM bedroht sein könnten dass man da direkt aufklärt darf ich da mal nachhaken, wie sie das machen?"
  },
  {
    "start": 3434.029,
    "end": 3439.69,
    "text": "wenn jetzt beispielsweise eigentlich traditionell erwartet wird, dass die Mutter ihre Tochter auch beschneiden lässt."
  },
  {
    "start": 3440.29,
    "end": 3441.95,
    "text": "Wie gehen Sie damit um?"
  },
  {
    "start": 3442.89,
    "end": 3449.43,
    "text": "Also ich denke es ist immer ganz wichtig erst mal zu klären wie steht denn die Mutter selber zur Beschneidung?"
  },
  {
    "start": 3450.049,
    "end": 3469.99,
    "text": "in so einem Gespräch ist es auch wirklich wichtig den Vater des Kindes oder dem Partner der Frau mit einzubeziehen und auch da mal nachzuhören wie die Einstellung ist das schonmal natürlich das Wichtigste Aber auch wenn die sich klar gegen diese Tradition äußern, ist es so dass Kinder trotzdem gefährdet sein können."
  },
  {
    "start": 3470.069,
    "end": 3479.79,
    "text": "Gerade wenn ein Heimaturlaub geplant ist kann das auch passieren ohne das Einverständnis der Eltern und darüber sollten sie auch aufgeklärt sein."
  },
  {
    "start": 3479.87,
    "end": 3489.71,
    "text": "Und dann gibt es eben auch mal einen Kinderschutzbrief den wir mit aushändigen wo einfach nochmal Informationen drin steht darüber, wie die Rechtslage in Deutschland ist."
  },
  {
    "start": 3489.75,
    "end": 3500.81,
    "text": "Was es auch für Eltern bedeutet wenn das Kind im Heimatland beschnitten würde und dass es eben auch den Aufenthalt sozusagen der Eltern in Deutschland gefährden würde oder zumindest darauf einen Einfluss haben würde?"
  },
  {
    "start": 3501.029,
    "end": 3506.33,
    "text": "Und dann ist es einfach wichtig, dass man mit dieser gesamten Beratung sich eben auch die Zeit dafür nimmt."
  },
  {
    "start": 3506.81,
    "end": 3512.49,
    "text": "aber theoretisch kann man auch in Fällen wo man sich nicht sicher ist zum Beispiel auf dem Kinderschutz mit einschalten."
  },
  {
    "start": 3514.09,
    "end": 3515.009,
    "text": "Das ist ja eine Straftat."
  },
  {
    "start": 3515.21,
    "end": 3519.529,
    "text": "Auch von den Eltern, wenn die es zulassen auch im Ausland habe ich nachgelesen in unserem eigenen Kapitel zum Thema."
  },
  {
    "start": 3519.71,
    "end": 3521.47,
    "text": "das ist sicher wichtig darüber aufzuklären."
  },
  {
    "start": 3522.61,
    "end": 3527.81,
    "text": "Sie haben es eben schon erwähnt sie bieten auch Fortbildung an für medizinisches Personal und viele weitere Berufsgruppe."
  },
  {
    "start": 3528.37,
    "end": 3532.95,
    "text": "außerdem haben sie gemeinsam mit dem Aachner Luisenhospital einen jährlichen OP-Workshop ins Leben gerufen."
  },
  {
    "start": 3533.15,
    "end": 3533.89,
    "text": "Frau Dr."
  },
  {
    "start": 3533.93,
    "end": 3546.69,
    "text": "Ennoße sie arbeiten ja dort inzwischen als gynäkologische Oberärztin am Zentrum für Rekonstruktive Chirurgie weiblicher Geschlechtsmerkmale bei Chefarzt PD Doktor Danmon O'Day der die Rekonstruktionstechnik entwickelt, die in diesen Workshops vermittelt wird."
  },
  {
    "start": 3547.31,
    "end": 3550.47,
    "text": "Was können denn Menschen, die sich für einen solchen Workshop anmelden dort erwarten?"
  },
  {
    "start": 3551.27,
    "end": 3579.35,
    "text": "Der nächste Workshop ist tatsächlich schon nächste Woche und Frau Runge und das Team mit Freiburg hat da zwei Patientinnen ausfindig gemacht, die sie sich im Rahmen operieren lassen möchten so dass dann eben eine ganz kleine Teilnehmerzahl vor Ort bei der OP dabei sein kann und blankiert wird diese Operationen von noch theoretischem Input in Workshop-Charakter und Vorträgen."
  },
  {
    "start": 3581.049,
    "end": 3590.509,
    "text": "Das klingt nach einer tollen Sache, verlinken wir auch total gerne den Shownotes aber vielleicht auch für die, die sich jetzt nicht gleich fort oder weiterbilden können oder vielleicht gar nicht heroisch tätig sind."
  },
  {
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    "end": 3595.97,
    "text": "was sollten denn ihre Meinung nach alle wirklich alle die hier zuhören auf jeden Fall zum Thema Wissen?"
  },
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    "end": 3597.87,
    "text": "Oder vielleicht auch tun?"
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    "end": 3608.73,
    "text": "Also ich glaube, was uns beiden total wichtig ist dass die Hörerinnen mitnehmen das FGMC ein relevantes Thema auch bei uns in Deutschland ist."
  },
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    "end": 3629.37,
    "text": "Dass es kein rein afrikanisches Problem ist wir haben steigende Zahlen in Europa und auch in Deutschland Und dass es im Prinzip auch jeden von uns mal begegnen kann, also selbst wenn ich als Hausärztin arbeite oder als Kinderärztinn oder Internistin arbete."
  },
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    "start": 3629.79,
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    "text": "Mir kann immer eine Patientin begegne die möglicherweise von FGMC betroffen ist und sie vielleicht sogar auch beschwerden hat."
  },
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    "text": "Und man muss natürlich nicht in jedem Setting das Thema ansprechen aber es ist wichtig eine gewisse Awareness zu haben und ein Bewusstsein dass die betroffenen Menschen hier bei uns leben."
  },
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    "start": 3648.21,
    "end": 3673.29,
    "text": "Und es ist sicherlich sinnvoll, sich mal in seiner Region, in seiner Klinik oder eben seinem Bundesland zu informieren, wo man Betroffene vielleicht hinverweisen kann und dass man sich natürlich auch traut das Thema zumindest anzusprechen auf eine respektvolle und kultursensible Art und Weise, vielleicht dann auch mit einem Hinweis, wo Man sich diesbezüglich Hilfe suchen kann."
  },
  {
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    "end": 3681.15,
    "text": "Was uns auch besonders wichtig ist, ist jetzt etwas spezieller vielleicht für die werdenden Gynäkologinnen hier unter uns."
  },
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    "text": "Dass es wirklich hochrelevant ist was gynäcologische Beschwerden und die Schwangerschaft angeht und dass es wirklich wichtig ist zu wissen das man aufgrund von einem FGM befundet und selbst bei einem Typ III keinen Kaiserschnitt machen sollte und dass es möglich ist, diese Situation des amputierten Genitals wiederherzustellen."
  },
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    "text": "Und zwar eine anatomische Form wieder herzustellen und insbesondere vor allem auch in der Funktion."
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    "end": 3716.81,
    "text": "Das heißt die normale Vulva-Funktionen wiederzuerlangen und auch deklitorale Empfindungen."
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    "text": "Ah wow!"
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    "text": "Das ist mir neu."
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    "text": "also letzteres hätte ich jetzt zum Beispiel nicht für möglich gehalten."
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    "text": "das sind wirklich positive Neuigkeiten für mich."
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    "text": "Eine Rückfrage zum Kaiserschnitt."
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    "text": "Es klang jetzt so, als sei eine Sektion kontraindiziert bei FGM aber sie meinten vermutlich das FGM Betroffene nicht zwangsläufig einen Kaiserschritt brauchen?"
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    "text": "Genau!"
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    "text": "Ja danke Sie beide engagieren sich ja auch im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Frauengesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit, oder kurz AG FIDE."
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    "end": 3748.69,
    "text": "Das ist eine assoziierte Arbeitsgemein- schaft der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe."
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    "text": "Und zum einen ist dort ein FGM-Kurriculum in Arbeit und zum anderen haben sie dort gerade ein sogenanntes FGM Board eingerichtet."
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    "text": "Ich stelle mir das jetzt vor wie ein Tumorboard also ich kann da eine Patientin vorstellen zu der ich Beratung brauche oder Rücksprache mit ExpertInnen suche."
  },
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    "text": "Eigentlich haben Sie das gerade schon sehr gut erklärt."
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    "text": "Tatsächlich ist es so, dass genau ja das Problem ist, dass es so wenig Wissen in Deutschland Unterpachtpersonal gibt und dann manche Fälle doch auch etwas schwieriger sein können oder sich bestimmte Fragestellungen auftunen können."
  },
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    "text": "Und das FGM-Board soll im Prinzip eine Plattform bieten um Patientinnen vorzustellen die mit einer bestimmten Fragestellung und wo dann einfach eine Runde von Expertinnen ihre Meinung dazu abgeben können, etwas diskutiert werden kann."
  },
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    "text": "Und zum Teil machen wir auch wie kleine Journal Clubs im Rahmen dieser FGM Boards."
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    "end": 3820.81,
    "text": "Man kann sich da anmelden entweder nur um etwas zu lernen oder sich vorzubilden oder selber Patientin vorzustellen Und auf der Seite der zentralen Anlaufstelle, aber auch auf der viele Seite wird es demnächst abzurufen sein."
  },
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    "text": "So dass man dort die Kontaktdaten"
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    "text": "herbekommt.\"."
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    "text": "Ja dann verlinken wir das natürlich auch total gerne!"
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    "text": "Vielleicht findet ja tatsächlich jemand den Weg vom Podcast in so ein FGM-Bord."
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    "text": "Das würde mich sehr freuen."
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    "text": "Frau Dr."
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    "text": "Ennoße, Frau Dr."
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    "text": "Runge ich ziehe den Hut vor Ihrem Engagement und bedanke mich, dass Sie uns Ihre wichtige Arbeit hier heute vorgestellt haben."
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    "text": "Vielen Dank Ihnen!"
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    "text": "Vielen dank Ihnen hat uns gefreut."
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    "text": "Also das ist natürlich eine riesige Versorgungslücke, ein riesiges Thema."
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    "text": "Das war mir auch ehrlich gesagt überhaupt nicht bewusst."
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    "text": "also die Zahl hunderttausend."
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    "text": "Ich zumindest habe davon wenig gehört."
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    "text": "Ich werde jetzt auch gleich mal ins Kapitel schauen muss ich echt sagen mit diese verschiedenen Typen anschauen."
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    "text": "Also toll was da in Freiburg geleistet wird."
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    "text": "Ja was ich auch super spannend fand ist...also auch erschreckend natürlich, aber das eben bei vielen PatientInnen dann selbst in der gynäkologischen Untersuchung nicht erkannt wird."
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    "text": "Dass sie quasi FTM-Betroffene sind und entsprechend Sie die Behandlungsmöglichkeiten gar nicht bekommen."
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    "text": "Aber auf der positiven Seite fand ich wiederum total spannend zu hören dass auch die klitorale Funktionen wieder hergestellt werden kann."
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    "text": "Das sind ja echt gute Neuigkeiten!"
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    "text": "Das ist echt eine gute Neuigkeit und also das ist ja total wichtig dass die Leute wissen, dass sie auch entsprechend die Betroffenen darüber aufklären können und dann an diese Fachzentren weiterverweisen können."
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    "text": "Und was auch ganz wichtig ist... Wie ihr schon richtig sagt, es wird halt einfach unterschätzt."
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    "text": "Und ich finde die beiden Stellen sehr eindrücklich da warum das eben doch ein Thema von großer Relevanz ist."
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    "text": "und deshalb jetzt vielleicht auch nochmal der Hinweis dass wir eben diese Fortbildungsangebote des neue FGM Board und weitere Ressourcen in den Show Notes verlinken."
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    "text": "Da gibt's heute auf jeden Fall wieder einiges zum Nachlesen."
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    "text": "Das ist eine lange Folge geworden heute."
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    "text": "Ich denke das ist aber auch gerechtfertigt bei so vielen fantastischen Projekten unheimlich motivieren zu sehen, wie viele Menschen sich engagieren und Projekte vorantreiben."
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    "text": "Und dann hilfsbedürftigen und kranken Menschen weiterhelfen... Ja!"
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    "text": "Das ist auf jeden Fall für mich eine der Besonderheiten in der Medizin."
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    "start": 3954.75,
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    "text": "Und verdeutlicht auch nochmal dass das jetzt hier nicht nur ein Beruf ist sondern eben auch oft genug eine Berufung."
  },
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    "start": 3963.049,
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    "text": "Bevor ich jetzt supertätisch werde gebe ich mal ab, Ritter willst du noch unsere Links aufsagen?"
  },
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    "start": 3970.43,
    "end": 3975.63,
    "text": "Alle Infos zum Ambus-Podcast und zur Ambus Wissensplattform findet ihr unter go.ambus.com."
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    "start": 3975.93,
    "end": 3977.09,
    "text": "slash podcast."
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    "end": 3984.45,
    "text": "Ja, wir bedanken uns natürlich ganz herzlich bei euch fürs Zuhören und sagen Tschüss bis zum nächsten Mal!"
  }
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