[
  {
    "start": 1.761,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Grüß dich, Philipp!",
    "end": 3.592
  },
  {
    "start": 3.592,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Moin Joshua und ein herzliches Willkommen all unseren Zuhörerinnen und Zuhörern zu einem weiteren Adventskalender Türchen. Heute wollen wir über das Sprechen sprechen. Genauer genommen über das Thema Sprachen und die Entwicklung und vielleicht auch die Bedeutung für die Zukunft. sind wir uns noch nicht so ganz sicher, denn das ist ein Thema, von dem wir beide festgestellt haben.\nfinden es super spannend und haben zugleich gar nicht so viel Ahnung davon. Aber wir haben gedacht, wir lassen euch einfach mal an unseren Überlegungen zu diesem Thema teilhaben und freuen uns dann umso mehr auf eine lebhafte und lebendige Diskussion bei uns im Discord. Joshua, du bist ja nun in den letzten Jahren, ich sag mal,\nan vielen Orten dieser Welt für kürzere Zeit sesshaft gewesen. Damit hast du in verschiedenen Sprachbereichen gelebt. Was ist denn für dich so ganz pragmatisch betrachtet das Wichtigste am Thema Sprache, vor dem Hintergrund auch so deine Reise und Lebenserfahrung?",
    "end": 88.494
  },
  {
    "start": 88.494,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Also der klarste Eindruck ist natürlich, dass Englisch immer noch die Lingua Franca ist. Und das merkt man einfach, dass überall Englisch gesprochen wird oder zumindest versucht wird zu sprechen. Also überall in den typischen Reiseländern, sage ich jetzt mal, weil das hat auch Einschränkungen. Also ich habe zum Beispiel Südamerika gemerkt, das ist ganz schön schwierig, weil da Spanisch einfach\ndie Riesennummer ist und dass es gar nicht so krass verbreitet ist, wie man in Europa vielleicht denken möchte, weil man ja mittlerweile auch gut in Frankreich Urlaub machen kann und viele Leute tatsächlich Englisch mit einem sprechen, was ja vor 20 Jahren noch fast undenkbar war.",
    "end": 135.79
  },
  {
    "start": 135.79,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Kann ich bestätigen und das auch noch sehr freundlich dabei.",
    "end": 139.374
  },
  {
    "start": 139.374,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das ist auch noch sehr freundlich, ja. Da verändert sich einiges zum Positiven, muss man sagen. Gleichzeitig gibt es aber richtig viele Sprachräume auf der Erde, wo Englisch kaum eine Rolle spielt. Also China und Japan sind jetzt so ganz bekannte Beispiele, wo es wirklich selten ist, dass jemand Englisch sprechen kann, außer das sind jetzt Englischlehrer zum Beispiel. Und auch die kulturelle Hürde da ist, eine Sprache zu sprechen, die man nicht perfekt beherrscht.\nEin gutes Beispiel dafür sind die Koreaner bei StarCraft. Das ist ja die Master Race von StarCraft, wie man sagen würde, unter Gamern. Also, wenn du einen Koreaner besiegst, dann hast du es geschafft, so nach dem Motto. Und wenn man die großen Turniere angeschaut hat, und die Interviews geführt haben mit den Siegern, haben die immer auf Koreanisch gesprochen, das musste übersetzt werden. Und da hab ich mich gewundert, weil ich hab die halt manchmal gesehen in Streams mit Freunden oder so, dann haben die einfach Englisch gesprochen. Und es war jetzt\nKlar, mit starkem Akzent, aber man hat die gut verstanden, die konnten definitiv Englisch sprechen. Aber in dieser Öffentlichkeit, was die im Stream eigentlich auch hätten, aber auf einem Podium oder sowas, haben die es nicht gemacht, weil es als Schande gilt, zu tun, was man nicht gut beherrscht. Oder was man glaubt nicht perfekt zu beherrschen. Und da fand ich es krass, wie groß doch der kulturelle Einfluss ist, darauf, ob ich eine Sprache spreche und wie ich die Sprache spreche.\nUnd das bringt mich gleich zu dem nächsten Punkt, was mir mit Sprachen aufgefallen ist, wie sehr Sprachen die Brille prägen, durch die wir die Welt wahrnehmen. Das war mir vorher natürlich schon aus dem Studium bewusst und so weiter und macht auch total Sinn. Aber es ist halt super krass, wie alle Eindrücke durch die Sprache gefundelt werden und jede Sprache unterschiedliche Arten hat, Symbole zu beschreiben und zu erklären und in unsere Lebenswirklichkeit.\nzu setzen. Und so kann es sein, dass jemand, der als Englisch-Native-Speaker aufgewachsen ist, etwas komplett anders bewertet und wahrnimmt als jemand, der mit Mandarin groß geworden ist. Und das finde ich super krass. Und deswegen finde ich Leute wie meine Frau krass, die vier Sprachen auf richtig hohem Niveau sprechen, weil das ein ganz, ganz eigener Zugang ist in eine ganz eigene Welt. Weil die Erlebenswelt hat",
    "end": 286.216
  },
  {
    "start": 286.216,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "wie gesagt im Russischen oder im Griechischen oder im Chinesischen, komplett anders ist. Und da ist Sprache einfach ein richtig cooles, verbindendes Element, das dich in eine neue Denkwelt bringt. Und deswegen wundert es mich auch nicht, dass es Studien darüber gibt, dass Leute, die viele Sprachen sprechen, tatsächlich einen Intelligenzvorteil haben könnten. Und das ist im Prinzip so das Spannendste, wenn ich ans Thema Sprachen denke.",
    "end": 314.246
  },
  {
    "start": 314.246,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Das finde ich gerade den letzten Punkt, an dem sind wir ja schon mal vorbeigekommen. Ich glaube in unserer Episode hier im Adventskalender über Krieg und Frieden, wie sehr unsere Weltanschauung und unsere Wahrnehmung der Welt auch durch Sprache beeinflusst ist. Und insofern wäre für die Idee eines mehr oder von mehr Zusammenhalt auf unserem Raumschiff Erde hier\nAlso wäre eine einheitliche Sprache, die alle sprechen, tatsächlich, glaube ich, ein ganz, ganz großer Schritt nach vorne. Denn du hattest ja in der Episode damals auch gesagt, naja, eine der Zukunftsideen, die helfen könnte, wäre eine Weltregierung. Nur dann ist das Raumschiff Erde ausreichend gut rettbar wahrscheinlich. Und ich glaube, dafür wäre eine ganz zentrale Voraussetzung eine einheitliche Sprache.\nAlso, dass es eine Sprache gibt, die alle sprechen. Und ich glaube tatsächlich auch, dass es einen Unterschied macht, ob es eine Sprache gibt, die alle sprechen, oder aber wir eine Technik haben, die uns ermöglicht, alle zu verstehen. Denn wenn wir eine Technik haben, die uns ermöglicht, alle zu verstehen, ist das zwar schon cool. Genau, den Babelfisch meine ich. Angenommen, haben alle den Babelfisch im Ohr.",
    "end": 393.546
  },
  {
    "start": 393.546,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Also, simultan Übersetzung meinst jetzt, ne? Gibt's ja schon.",
    "end": 401.566
  },
  {
    "start": 401.566,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "und verstehen deshalb alle Sprachen. Wer es nicht kennt, schandelt überhaupt, les den Anhalter. Im Anhalter durch die Galaxis ist der Babelfisch ein kleiner Fisch, der ins Ohr kommt und einem ermöglicht, alle Sprachen zu verstehen. Und so was in Simultanübersetzung versuchen wir ja gerade schon. Man denke hier an Apples, aktuelle, wie heißen die Dinger? Earpods, glaube ich.",
    "end": 429.793
  },
  {
    "start": 429.793,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "AirPods Pro 3",
    "end": 431.566
  },
  {
    "start": 431.566,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Genau, die in Verbindung mit dem iPhone in der Lage sind, schon eine quasi-simultan-Übersetzung zu erzeugen. Aber das ist halt nicht das Gleiche, wie die Sprache auch zu sprechen. Denn das, was du geschildert hast, beeinflusst Sprache, wie ich die Welt wahrnehme. Das tut sie halt nur, wenn ich sie selber auch verstehe und in dieser Sprache auch denken kann. Deswegen wäre es cool, wenn wir alle eine Sprache lernen und ich glaube...\nDas ist eine riesen Hürde.",
    "end": 463.694
  },
  {
    "start": 463.694,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Da muss ich jetzt was aus dem Nähkästchen zu sagen, weil ich habe hier einen Freund aus Südkorea und der hat mir was erzählt, was ich ja schon wusste von unserem gemeinsamen Freund Olli, dass im Koreanischen Tiere ganz anders bezeichnet werden. Landtiere heißen, wenn man es direkt übersetzen würde, Landfleisch. Und alles, im Wasser lebt, ist Wasserfleisch.\nDa geht die Sprache durch den Magen, definitiv.\nUnd das ist schönes Beispiel, was mir immer einfällt. das finde ich krass. Das ist eine ganz andere Art, Tiere zu blicken. Die... wird sich natürlich nicht grundlegend davon unterscheiden, wie man ein Tier wahrnimmt, aber es zeigt schon gewisse andere Konnotationen definitiv. Aber ich will jetzt auch nicht von der simultanen Übersetzung ablenken, weil ich finde, das ist ein superspannendes Thema. Da ist ja Meta auch mit dem Seamless... Seamless M4T heißt es, glaube ich.",
    "end": 515.543
  },
  {
    "start": 515.543,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Absolut.",
    "end": 526.678
  },
  {
    "start": 526.678,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "kann zwischen 100 Sprachen simultan übersetzen. Superspannend natürlich alles, KI-getrieben aktuell. Und ein Punkt hast du ja schon angesprochen, wir kann KI dabei helfen, auch wenn es faktisch vielleicht richtig übersetzt, diese kulturellen Unterschiede und diese feinen Sprachnüancen wirklich richtig in die Zielsprache zu übersetzen, sodass wirklich das im Sinne des symbolischen Interaktionismus\nrichtige ankommt bei anderem, weil das ist ja schon in unserer eigenen Sprache gar nicht so leicht. Sonst hätte sich die Inhabermasse auch nicht so viele Gedanken darüber gemacht. das ist super komplex. Zwischenmenschliche Kommunikation ist super komplex. Und da bin ich gespannt, ob das dann diese Reichhaltigkeit immer noch bewahrt oder ob einfach Sprache generell dadurch flacher wird und an Tiefe verliert.",
    "end": 585.103
  },
  {
    "start": 585.103,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, ist das tatsächlich eine spannende Frage. Wenn man sich anguckt, wie gerade jetzt schon Sprache durch KI-Modelle beeinflusst wird, wenn ich mir anschaue, wie vielen Unternehmen, denen ich beruflich unterwegs bin, mitkriege, wie viel da mittlerweile erstmal durch Chetjipiti gejagt wird, bevor es\nirgendwo abgespeichert weitergeschickt oder wie auch immer wird, hat einfach KI jetzt schon einen Einfluss darauf, wie wir zumindest in der Schriftsprache kommunizieren. Und wo das langfristig hinführt, bleibt, glaube ich, abzuwarten. Fürs Übersetzen, super mächtiges Tool. Und ich glaube, da kann auch spezialisierte KI\nimmer besser drin werden, auch gerade so diesen Punkt von Kontext mit übersetzen. Ich glaube auch da drin kann die immer besser werden, ohne dass sie jemals fehlerfrei werden könnte, denn die KI kann ja auch erstmal nur mit dem arbeiten, was ich vorher da reingesprochen habe. Und wie du schon richtig gesagt hast, da passieren uns ja schon in der gleichen Sprache immer mal wieder\nFehler in Anführungsstrichen, beziehungsweise merken wir, ich versuche, was auszudrücken, aber bei meinem Gegenüber kommt gar nicht das an, was ich meine. Und das ist, ich, ein Problem. Das kann KI nur bedingt beeinflussen. Da müssen wir alle als Menschen und als Individuen an uns arbeiten. Wie siehst du die Chance, dass sich sowas wie eine einheitliche Weltsprache\nIch meine, hatten im Vorgespräch schon mal kurz auf das Esperanto geschaut, was uns beiden eingefallen ist. Der Versuch, eine neue Sprache für die ganze Menschheit zu kreieren, der aber jetzt nicht so erfolgreich ist. Also wenn man im Internet guckt, ist fast, also es ist deutlich über die Hälfte aller Internettexte sind im Englischen und nicht im Esperanto.",
    "end": 731.97
  },
  {
    "start": 731.97,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "die... also mit Esperanto kenne ich mich so gar nicht aus, außer dass ich glaube, das ist im Prinzip eine Sackgasse gewesen, weil man davon so gar nichts mehr hört. Ich glaube tatsächlich, dass diese Idee einer Weltsprache schwierig ist, weil sie auch davon abhängt, was sich geopolitisch ändern wird in nächster Zeit. Also sehr, schwer vorherzusagen.\nOb jetzt die ganze Welt Mandarin sprechen wird, irgendwann das bezweifle ich sehr stark, weil das, ich, zu einem der Sprachgebiete gehört, die sehr, sehr schwer sind, auf einem hohen Niveau zu sprechen, wenn man damit nicht von klein auf sozialisiert wurde. Ich glaube, dafür eignet sich Mandarin viel, viel weniger als eine relativ einfache Sprache wie Englisch. Und das halte ich für schwierig, gerade auch wenn man\neine hohe Literarisierungsrate erreichen will, wo das Schreiben auch dazu gehört. Und nicht nur das Schreiben einzelner Wörter, sondern komplexe Texte. Und ich denke mal, dass der\ndass die häufigere Nutzung von KI als Übersetzungstool dafür sorgen wird, dass das vielleicht gar kein Thema mehr ist in der Zukunft. Dass dann tatsächlich das ganz Normales über Gadgets einfach alles übersetzen zu lassen und man dann keinen Anreiz mehr hat, irgendeine Sprache zu lernen. Und das ist quasi verkümmert. Und dann kann man natürlich noch mal einen Schritt weitergehen und überlegen, okay, ist das eigentlich nur ein Zwischenschritt, dass man irgendwann so eine\ndirekte Neuralkommunikation hat, also so bisschen wie die Gaia-Modes bei Hamilton, dass das so der nächste, also der riesige Schritt sein könnte in x Jahren. Wir sind ja gerade an der Schwelle von einer Entwicklung, die wir nicht so richtig vorhersehen können, insofern wer weiß, aber ich glaube nicht, dass wir die eine Weltsprache haben werden. Dafür ist der kulturelle Rift auch zu groß. Und ich denke, dass die",
    "end": 860.372
  },
  {
    "start": 860.372,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "diese Helferlein, wie es die Airpods 3 oder das Siemens M4T von Meta, dass das dafür sorgen wird, dass die Rate an Menschen, die keine komplexe Sprache verstehen, noch weiter zunimmt wird. Weil wir hatten da schon mal vor einem Jahr oder so drüber gesprochen, gab es, da hat die Tagesschau angekündigt, dass es jetzt die Tagesschau in einfacher Sprache gibt auf Tagesschau.de. Weil, ich glaube die Zahl war 15 Millionen\noder 20 Millionen sogar Deutsche keine komplexen Texte lesen oder auch wenn sie vorgelesen werden, verstehen können. Das ist super krass. Und das ist jetzt schon vor der ganzen KI-Revolution, bevor das jetzt massenhaft auf den Markt kommt. Und das finde ich super irre. Das geht dann halt schon wieder so bisschen Richtung Idiocracy.\nIch wünschte, ich würde diesen Film nicht so oft zitieren, weil er kam ja echt klamorkelig daher, als der rauskam, aber es ist doch auch edischer als man denkt. Naja, und wenn das noch weiter verkümmert, dass wir dann die Rate derer, die eine Alphabetisierungsrate von Level 1 bis 3 haben, also die einzelne Wörter verstehen können, aber keine komplexen Texte und die auch nur einzelne Wörter schreiben können auf einfache Art mit Fehlern, dass das deutlich dadurch zunehmen wird.",
    "end": 925.614
  },
  {
    "start": 925.614,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Leider ja.",
    "end": 947.158
  },
  {
    "start": 947.158,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das ist wieder so bisschen die Komfortfalle, über die wir schon häufiger gesprochen haben. Das, wenn wir nicht durch Eigenleistung Fähigkeiten fördern, die verkümmern. Und ich glaube, ich glaube, da wird Sprache auch zugehören. Wobei das ja kurzfristig eine tolle Entwicklung ist. Also wenn ich jetzt mir vorstelle, ich kann nach Japan gehen und mich da direkt mit Leuten unterhalten, aber auch wirklich komplexere Gespräche führen, weil es eine Simultan Übersetzung gibt. Das ist schon richtig geil.\nweil mir das das ganze Land öffnet und auch die Köpfe quasi der Einheimischen, was ja super ist, mich in die reinfühlen zu können, was ich sonst ja gar nicht könnte, wenn die nur sagen, no, Englisch oder so. Das ist schon cool.",
    "end": 988.626
  },
  {
    "start": 988.626,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ich glaube tatsächlich, dass in diesem Simultan-Übersetzen technisch unterstützt, realistischerweise erstmal KI-basiert. Ich glaube, dass die Chancen, die Risiken in diesem Kontext bei weitem überwiegen. Also das ist wirklich ein hoffnungsvolles Thema. Also die Wahrscheinlichkeit einander zu verstehen, nimmt dadurch massiv zu. Allein, dass wir uns jetzt schon im Internet\njeden Text, jeder Website einfach einen Mausklick übersetzen und zack, ich habe das in der Qualität, dass ich damit auch wirklich was anfangen kann. Das ist eine Riesenschance. Dieser andere Punkt, dass Sprache aber auch verkümmert, das hat, glaube ich, ja auch was mit dieser Komfortfalle zu tun, aber auch tatsächlich damit, wenn man sich anguckt, wie Menschen sich eher\nzurückziehen aus Gemeinschaften, wie wir immer mehr ein Thema mit Einsamkeit haben und dergleichen. Ich glaube, das ist auch noch mal ein ganz relevanter Faktor dafür. Wir müssen einfach als soziale Wesen, die wir sind, immer wieder daran denken, dass es wichtig ist, dass wir regelmäßig miteinander in den Austausch gehen und nicht nur Hallo und Tschüss sagen, sondern tatsächlich Sprache und Sprechen als etwas.\nlebendiges Verstehen. Und wenn ich Technik habe, die mir simultan übersetzt, erhöhe ich erstmal grundsätzlich die Anzahl derer, mit denen ich mich unterhalten kann. Und das ist doch schon mal echt großartig.",
    "end": 1088.494
  },
  {
    "start": 1088.494,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Da wichtig an alle Eltern, weil ich ja gerade einen kleinen Toddler habe, beschäftige ich mich viel damit. Der Wortschatz als Erwachsener wird in den ersten Lebensjahren gelegt, größtenteils. Also wie viel ich meinem Kind vorlese, hängt tatsächlich damit zusammen, wie viele Wörter die später drauf haben und wie viel Interesse die daran haben. Und da reicht in einigen Studien schon ein Buch pro Tag vorlesen. Also einfache Kinderbücher, das ist dann eine Sache von 15 bis 20 Minuten.\ngar kein Thema, das hat schon eine Riesenwirkung. wenn ich mir das anschaue, ist es halt gut, tatsächlich, wie du gesagt hast, Zeit auch verbringen mit den Kindern, im sozialen Miteinander zu sein, was vorzulesen, in Interaktion zu gehen. ich kann auch verstehen, dass viele Eltern ihre Kinder, das sehe ich häufig im Restaurant, bin dann total erschüttert, kann es aber verstehen. Deswegen, ich judge nicht, weil ich weiß, wie hart es ist,\nEltern zu sein, dass ich sehe, Kinder haben im Restaurant ein iPad vor sich oder ein iPhone. Und dann wird darauf ein Cartoon abgespielt, damit sie halt ruhig sind, damit man sich nochmal unterhalten kann und was essen. Wie gesagt, kann ich total verstehen, weil es ist ultra frustrierend, wenn man ein Kind hat und quasi Sachen aus dem Alltag nicht mehr machen kann, weil sie ständig Input haben wollen, immer was machen, rumlaufen. Das ist super hart. Und\nDa sind diese Sägen der modernen Technologie natürlich cool, aber sie sorgen halt auch dafür, dass bestimmte Fähigkeiten verkümmern. Und das ist, ich, eine krasse Herausforderung für Eltern heutzutage. Dass sie wirklich die Zeit haben, in diesen Kontakt zu gehen und nicht unbedingt die einfache Lösung für das Problem zu wählen, was super verlockend ist. Möchte ich nochmal sagen.",
    "end": 1201.806
  },
  {
    "start": 1201.806,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Das darfst jetzt nicht aufmachen, sonst verlieren wir das Thema mit der Sprache aus dem Fokus. Aber sicherlich auch spannend, wie entwickelt sich Sprache, wenn ich von Anfang an mit vielen digitalen Medien groß werde und viele Sachen, vielleicht auch dann sprachlich nicht mehr die gleiche",
    "end": 1204.91
  },
  {
    "start": 1204.91,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, das ist ja genau dein Fass, ne? Ja.\nIch will nicht Dr. Philip triggern.",
    "end": 1230.222
  },
  {
    "start": 1230.222,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "haben, der ich mich sonst gegenüber gesehen hätte als Kind. Spannender Punkt.",
    "end": 1235.766
  },
  {
    "start": 1235.766,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Man sieht das ja schon, da haben wir drüber gesprochen in diesen YouTube Formaten, in den aktuellen. Wenn Leute, die jetzt halb so alt sind wie wir, in diesen Formaten aktiv werden, wo sie sich selber filmen oder irgendwas machen müssen und Seven Doses Wild war da so ein Beispiel und die dann auf eine Art reden, die uns ja schon total fremd ist, einfach weil sie deutlich jünger sind und mit anderen Wörtern sozialisiert werden. Also fühle ich heute gar nicht, Bro.",
    "end": 1260.142
  },
  {
    "start": 1260.142,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Digga, Bro!",
    "end": 1263.95
  },
  {
    "start": 1263.95,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Oder ist ja richtig wild, Digga. Es ist halt anders. Und das gab's immer, muss man dazu sagen. Früher hieß das dann Jugendsprache. Da sind die Zeiträume, glaub ich, nur kürzer geworden, in denen sich was verändert. Und ... da werden wir halt, glaub ich, auch krasse Unterschiede sehen, wenn die ... Also, jetzt ist das grade so die erste Generation, die so halb so alt sind wie wir, die mit diesen sozialen Medien quasi aufgewachsen sind.",
    "end": 1270.926
  },
  {
    "start": 1270.926,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "klar.",
    "end": 1293.781
  },
  {
    "start": 1293.781,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "und wo sich so eine Internetsprache auch rausgeschält hat. Also bei uns war ja früher noch CEO und THX, das war dann total witzig und das war so diese ICQ, ICQ-Sprech sage ich mal, aber das war relativ harmlos im Vergleich dazu, wie viele neue Wörter und Abkürzungen heute benutzt werden, die, wenn das sich so weiterentwickelt, später Leute mit 50, 60 Jahren altes Unterschied gar nicht mehr verstehen. Also da verändert sich einfach was.",
    "end": 1321.518
  },
  {
    "start": 1321.518,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja.",
    "end": 1322.997
  },
  {
    "start": 1322.997,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das muss man einfach schauen.",
    "end": 1325.55
  },
  {
    "start": 1325.55,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ich glaube, Sprache ist ja einfach was Lebendiges. Sprache ist ja immer einem stetigen Wandel unterzogen. Wir sprechen ja heute anders als die Deutschen vor 100 Jahren oder 200 Jahren oder so. Wir würden uns schon noch verstehen, aber man würde merken, dass die Sprache sich einfach weiterentwickelt hat. Und ich glaube, ist ein Prozess, der ist immer für die ältere Generation…\nherausfordernder als für die junge Generation, die aber dann glücklicherweise irgendwann selber die ältere Generation ist und das dann auch wieder machen kann. weiß noch, weiß es nicht, wenn wir als Schüler gesagt haben, wie geil ist das denn, wie die älteren Lehrerinnen und Lehrer die Augen verdreht haben, weil das vollkommen, also das so obszön sich auszudrücken, das ginge ja gar nicht und dergleichen.",
    "end": 1382.978
  },
  {
    "start": 1382.978,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und das sagen heute alle in unserer Elterngeneration. Die benutzen alle geil, ganz normal. Und solche Trendsetter.",
    "end": 1386.158
  },
  {
    "start": 1386.158,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, so, ne? Und insofern, Sprache ist was wunderbar Lebendiges, das immer auch einem gewissen Wandel unterzogen ist. Deswegen ist ja auch spannend, wir haben ja im Deutschen mittlerweile sehr, sehr viele Lehnworte aus dem Englischen übernommen. Und ich glaube, so was ist für die Zukunft etwas, das nehme ich jetzt wahr.\nViele Jugendliche benutzen sehr, sehr viele englische Begriffe, obwohl sie gar nicht jetzt irgendwie fließend Englisch beherrschen, sondern weil sie noch mehr Teil ihrer Alltagssprache geworden sind. Und das ist, glaube ich, etwas, was man für die Zukunft schon auch nochmal vorhersehen kann, dass Sprache immer mehr Begriffe, also in ganz, ganz vielen Sprachen immer mehr englische Begriffe...\nihren Platz in ihrem Alltag finden, weil das Internet so voll Englisch ist. Ich glaube, 60 oder 70 Prozent der Internettexte sind auf Englisch verfasst.",
    "end": 1456.526
  },
  {
    "start": 1456.526,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Die Interwebs.",
    "end": 1457.47
  },
  {
    "start": 1457.47,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Genau, die Interwebs. Und das ist, ich, schon was, was man absehen kann, dass das mehr wird. Und zugleich muss man halt auch feststellen, es gibt immer mehr Sprachen, die zurückgedrängt werden. Kleine regionale Sprachen, wo die Sprachgemeinschaften immer kleiner werden und wo absehbar ist, dass es irgendwann niemanden mehr geben wird, der diese Sprache spricht.\nUnd da wiederum finde ich es spannend, möglichst viele Sprachen jetzt zu... Also, dass wir die technischen Möglichkeiten haben, die Sprachen, die jetzt noch gesprochen werden, wo aber absehbar ist, dass sie irgendwann nicht mehr werden, gut zu dokumentieren, sie so zumindest erinnerbar zu machen.\nDenn sie alle zu retten ist, glaube ich, ein eher unrealistisches Ziel.",
    "end": 1517.246
  },
  {
    "start": 1517.246,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Jetzt habe ich die perfekte Idee, wie diese Episode mit was Positives enden kann.",
    "end": 1523.316
  },
  {
    "start": 1523.316,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja komm, hau raus!",
    "end": 1525.506
  },
  {
    "start": 1525.506,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Nämlich mit der B-Movie-Perle, die wir beide so sehr schätzen, der 13. Krieger. Wenn man sich anschauen will, wie Sprache das Tor in eine andere Kultur aufstößt, dann ist es der 13. Krieger, wo Antonio Banderas bei seiner Reise mit den Wikingerkriegern deren Sprache lernt, nach und nach. Was natürlich durch Zuhören, genau, ich habe zugehört.",
    "end": 1531.932
  },
  {
    "start": 1531.932,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja.",
    "end": 1549.586
  },
  {
    "start": 1549.586,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "durch zuhören.\nJa.",
    "end": 1554.731
  },
  {
    "start": 1554.731,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "und danach und nach so einzelne Wörter aufpickt und tatsächlich dadurch dann langsam in deren Denkart reinwächst und natürlich auch, weil er stärker wird, weil er schwerere Schwerter schwingt. Und da bin ich jetzt drauf gekommen, weil wir im Vorfeld vor dieser Episode, da habe ich einen blöden Spruch gemacht, weil es darum ging, wir haben eben noch drei Episoden, ich meine, ich bin der dritte Mann. Nee, wir haben das sogar gleichzeitig gesagt.",
    "end": 1580.75
  },
  {
    "start": 1580.75,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja.",
    "end": 1581.96
  },
  {
    "start": 1581.96,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Als da diese Szene gibt, wo sich die einzelnen Krieger freiwillig melden, gegen die bösen Wendels zu kämpfen und jeder sagt dann, ich bin der Trite Mann und ich bin der Fürste Mann und ich bin der Teute Mann, fiel mir jetzt gerade so ein sehr, sehr schönes Beispiel. Da haben wir doch gleich noch einen guten Filmtipp untergebracht.",
    "end": 1598.016
  },
  {
    "start": 1598.016,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Und er fällt mir ein, ich müsste mal den Film im englischen Original gucken, wie sie es da gemacht haben. Also ob da diese Entwicklung des Verständnisses auch so ist oder ob das tatsächlich ein Synchronisationsding ist, dass man das nur im Deutschen so gemacht hat.",
    "end": 1616.352
  },
  {
    "start": 1616.352,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, würde sagen, denn Samstag Abend ist gerettet.",
    "end": 1618.804
  },
  {
    "start": 1618.804,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, großartig. Gott, ich muss den mal wieder gucken. Ich liebe diesen Film.",
    "end": 1624.168
  },
  {
    "start": 1624.168,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, großartig. John McTiernan übrigens, Fun Fact, hat auch schon langsam gemacht.",
    "end": 1631.214
  },
  {
    "start": 1631.214,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "In diesem Sinne schauen wir mal, was die Zukunft uns und unserer Sprache so bringt. Klar geworden ist, glaube ich, es wird spannend bleiben mit dem Thema Sprache und hier kann Technik tatsächlich helfen, Hürden abzubauen und zugleich macht es weiter Sinn, Fremdsprachen zu lernen, denn dann können wir tiefer in die Welt anderer Menschen eindringen. Das klingt so...",
    "end": 1632.298
  },
  {
    "start": 1632.298,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Guter Mann. Fürstermann.",
    "end": 1659.627
  },
  {
    "start": 1659.627,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "böse Inversiv eintauchen und ein tieferes Verständnis auch für deren Sichtweise erzählen.",
    "end": 1666.11
  },
  {
    "start": 1666.11,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Deswegen, Leute, liest Shakespeare nur im klingonischen Original.",
    "end": 1669.87
  },
  {
    "start": 1669.87,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Wichtig, ganz ganz wichtig. Ja, in diesem Sinne einen schönen Tag euch noch, wo auch immer ihr das hier hört. Vielen Dank fürs dabei gewesen sein und bis zum nächsten Mal. Tschüss.",
    "end": 1684.931
  },
  {
    "start": 1684.931,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ciao!",
    "end": 1686.455
  },
  {
    "start": 1686.455,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Wir haben noch vergessen, wenn ihr ein Buch schreiben wollt und dafür noch Know-how sucht und nicht länger rumstöbern wollt, alles Know-how zusammengestellt www.autorenpaket.de So, jetzt nochmal Tschüss, bis morgen, ciao.",
    "end": 1740.048
  }
]