[
  {
    "start": 1.206,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Guten Abend Philipp.",
    "end": 3.156
  },
  {
    "start": 3.156,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Moin Joshua und herzlich willkommen alle unseren Zuhörerinnen und Zuhörern zum nächsten Advents-Türchen. Und heute wollen wir uns mit dem Thema Migration beschäftigen, damit wie sich die Bevölkerung auf unserem Planeten verändern wird und was das so für die Zukunft mit sich bringen kann. Und das Thema ist sicherlich\nextrem weit und komplex, spricht also dafür, dass wir schon wieder unser angepeiltes 20-Minuten-Ziel vielleicht nicht einhalten werden. Also Bonus-Content, wie Joshua sagen würde, steht ins Haus. Joshua, was verbindest du mit dem Thema oder noch anders? Warum ist es ein Zukunftsthema?",
    "end": 56.686
  },
  {
    "start": 56.686,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ich glaube, wir in der, also im Vorfeld zu dieser Episode, haben wir schon ruhig gesprochen, dass es ein politisch sehr aufgeladener Begriff geworden ist. Fast schon Kampfbegriff, könnte man sagen, obwohl er eigentlich nur sehr klar ausdrückt, dass Menschen von A nach B ziehen. Und ich glaube, dass wir gerade die Anfänge sehen von extrem großen Migrationsbewegungen weltweit. Vielleicht aber\nauch in andere Richtung als wir es jetzt gerade noch denken, weil die Klimakrise einfach vielen Menschen in bestimmten Breiten die Lebensgrundlage entzieht. Immer mehr entzieht, also das ist ja ein Trend, wir schon seit Anfang des Jahrtausends vermehrt sehen, nach dem Daphur-Konflikt zum Beispiel. Deswegen glaube ich, dass die Debatten, die gerade geführt werden, also dieses Dilemma aus, wir brauchen unbedingt Einwanderung.\nweil wir in alternden Gesellschaften leben, die einfach die Wirtschaft nicht mehr am Laufen halten kriegen und das Rentensystem nicht am Leben erhalten können, ohne nachwachsende Bevölkerung. da die Leute ja, die Leute, da die meisten Leute weniger Kinder kriegen, ist es halt nicht mehr so, wie früher als diese Generationenverträge aufgesetzt wurden, dass sich das System selbst erhält, weil wir eine stabile Bevölkerungspyramide haben.\nAber das wissen wir alle, das ist der Grund, warum wir Einwanderung brauchen. Gleichzeitig sorgt das für viel sozialen Sprengstoff, weil natürlich durch größere Gruppen an Migranten aus anderen kulturellen Hintergründen es immer dazu kommen wird. Und das kann ich selber als ich bin auch Migrant kann sagen, man nimmt immer das von zu Hause ein Stück weit mit. Und das ist einfach die eigene Kultur, einfach das, man aufgewachsen ist, womit man sich immer\nzu einem Teil zumindest wohlfühlen wird und zu Hause fühlen wird. Und deswegen sorgt es natürlich dafür, wenn es in großem Maßstab geschieht, dass es zu sozialer Reibung kommt. Und ich glaube, dass es einerseits schade ist, wie die Debatten aktuell geführt werden und andererseits super wichtig ist, dass sie geführt werden, weil, wie gesagt,",
    "end": 198.114
  },
  {
    "start": 198.114,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "meiner Einschätzung nach, dass noch deutlich mehr werden wird. Und gerade auf Europa wird viel, viel, viel, viel, viel, viel mehr zukommen. Und dass es gut ist, sich jetzt so Gedanken darüber zu machen, dass man einen Modus findet, in dem das Ganze gut und ohne zerbrechende Gesellschaften funktionieren kann, damit dann möglichst alle Beteiligten was davon haben.",
    "end": 224.343
  },
  {
    "start": 224.343,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Was ich in dem Kontext ganz spannend finde, ist ja auch die Betrachtung, von wie vielen Menschen reden wir eigentlich. Und wir sind ja lange Zeit davon ausgegangen, dass Bevölkerungswachstum irgendwie einfach weiter durch die Decke geht. Und meinem Kenntnisstand nach ist ja die aktuelle Annahme, aber dass wir schon sehen, dass die gesamte, also dass die Weltbevölkerung tendenziell wieder abnimmt.\nund wir halt nicht in diese endlose Bevölkerungswachstum hineinlaufen. zugleich, also das könnte sozusagen ein entlastender Faktor sein. Zugleich reduzieren wir aber ja gerade im Rahmen der Klimakrise auf unserem Raumschiff Erde hier die habitablen Bereiche dieses Raumschiffs. So\nUnd ich glaube, ist der Rückgang der Bevölkerungszahl zu gering im Vergleich zu wie viel Bereiche werden schwieriger zu bewohnen. Das heißt, da brauchen wir auf jeden Fall, wie du schon gesagt hast, eine Lösung für. Denn ich glaube auch, wenn jetzt Regionen vielleicht best bewohnbar werden, die es vorher nicht waren.\nDie sind alle nicht so super attraktiv. Also wenn jetzt Grönland sein Eis verliert, ich glaube nicht, dass dann alle eine Party feiern und sie sagen, komm, Grönland ohne Eis, da wollte ich schon immer mal leben.",
    "end": 324.024
  },
  {
    "start": 324.024,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Eher unwahrscheinlich, ja. Spannend finde ich ja, wenn man den Blick nach Afrika wendet und das ist ja, also von da wird wahrscheinlich der größte Migrationsdruck kommen in den nächsten Jahren, weil einfach die Klimauswirkungen, Klimakrisenauswirkungen dort am größten sind in unserer direkten Nachbarschaft. Ist ja das Spannende, dass eigentlich Afrika, wenn man unser zugrunde liegendes Problem betrachtet, nämlich die",
    "end": 324.312
  },
  {
    "start": 324.312,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "eher nicht so wahrscheinlich.",
    "end": 353.146
  },
  {
    "start": 353.146,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "quasi umgedrehte Bevölkerungspyramide, dass Afrika genau das Problem nicht hat. Sondern da ist das tatsächlich so, die haben unfassbar viele junge Menschen, was eigentlich perfekt wäre, einen breiten Arbeitsmarkt aufzubauen. Gleichzeitig aber geschieht das zu einer Zeit, wo der Planet es einfach nicht hergibt, dass florierende Wirtschaften dort entstehen.\nZumindest nicht aus dem Stand. Also wenn du eine reiche Volkswirtschaft hast wie Saudi-Arabien, die kann sich natürlich darauf vorbereiten, dass es immer weniger Lebensgrundlage geben wird im Sinne von Anbauflächen und so weiter und so fort. Aber da ist halt auch extrem viel Geld, weil die pünktlich gekommen sind zu dem Boom fossiler Rohstoffe. Und das hat Afrika halt nicht. Und deswegen, aber interessanterweise, das ist der Jetzt-Blick. Also jetzt haben die noch eine absolut gesunde Bevölkerungspyramide.\nAber man sieht sogar schon in Afrika, dass die Geburtenraten rückläufig sind. Und das ist auch mit der Grund, warum diese Bevölkerungsimplosion, von der viele schon sprechen, und die ein großes Problem sein könnte, je nachdem, sich jetzt alles entwickelt mit KI und der Produktionswelt, dass das tatsächlich auch Afrika betrifft und dementsprechend dafür sorgen könnte, dass es eine kurz- mittelfristige, also extreme Nordwärtsbewegung geben wird.\ndie aber wahrscheinlich nicht langfristig stattfinden werden. Trotzdem reden wir natürlich über mindestens dreistellige Millionen Zahlen an Menschen, die irgendwann vermutlich nach aktuellen Schätzungen nach Europa möchten. da bin ich sehr gespannt, wie das funktionieren wird. Aber das ist natürlich auch eine sehr eurozentrische Sicht. Wir wissen ja gar nicht, wie das sein wird. Also China hat\nfast eine genauso schlechte Klimawandelprognose wie Europa. Aber wenn wir mit China ein großes Land mit vielen anderen Ländern, angrenzen und sehr, sehr, sehr, großer grüner Grenze, wenn das noch ein funktionierendes Land sein wird, einer immer schlimmer schwierenden Klimakrise, wird China ein Riesenproblem mit Migrantenströmen haben, auf die sie gar nicht vorbereitet sind. Weil aktuell hat China dieses Thema gar nicht.",
    "end": 496.23
  },
  {
    "start": 496.23,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Europa hat dieses Thema aber jetzt absolut auf der Platte. Und deswegen glaube ich, dass Europa tatsächlich resilienter sein wird in Bezug auf Migration als China zum Beispiel.",
    "end": 509.828
  },
  {
    "start": 509.828,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Spannender Punkt. Was ich dabei auch so spannend finde, ist, du hast schon vorhin diesen Begriff Bevölkerungsimplusion verwendet und dieses Spannungsfeld, was wir jetzt gerade haben, dass wir feststellen, okay unser Sozialsystem ist weder auf super viel Zuwanderung eingerichtet, noch\nauf die immer älter werdende Bevölkerung, was ja jetzt nicht nur für Deutschland gilt, sondern für viele Sozialsysteme innerhalb Europas, dass wenn jetzt die Bevölkerung weniger wird, vielleicht darin aber ja auch eine Riesenchance liegt, wenn nämlich\nKI und Robotik sich in einer Art und Weise entwickeln, dass es viel weniger Menschen braucht, die arbeiten und produzieren, dann wäre es ja gar nicht so schlecht, wenn es auch weniger Menschen gibt, die in der Region leben. Und weniger Menschen weniger Ressourcen verbrauchen. Und das wiederum ist ja etwas, was unserem Planeten sehr gut tun würde.",
    "end": 589.516
  },
  {
    "start": 589.516,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Absolut. Absolut. Vor allem, könnte ja die vorhandenen Flächen auch ganz anders nutzen. Also wenn man zum Beispiel sagen würde, in Nordafrika, in den riesen Bereichen, wo niemand lebt, setzt man die ganze Energieinfrastruktur hin. Man hätte ja in Europa genug Lebensraum. Also es ist ja nicht so, ich habe das mal irgendwo gesehen, dass man alle Menschen auf der Erde, wenn man sie nebeneinander stellt, irgendwie auf die Fläche von Berlin oder so bekommt. Das ist schon erstaunlich.\nAlso, man muss jetzt nicht denken, dass alles dicht ist, wenn jetzt alle hier leben würden.",
    "end": 623.76
  },
  {
    "start": 623.76,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Da will ich ganz kurz was einhaken, weil du das gerade ansprichst mit der Fläche. Guckt mal auf eine normale Weltkarte. Also mit normal meine ich das, was wir so im Allgemeinen verwenden. Da sieht ja Russland aus, als wäre es doppelt so groß wie Afrika. Und das ist ein Darstellungsfehler. In der Realität ist Afrika fast doppelt so groß wie Russland.\nDie Karten stellen das nur falsch dar. Und da ist einfach Fläche ohne Ende. Also richtig, richtig viel. Nur so, wenn es eurozentristisches Weltbild und dergleichen geht und wie wir Größe wahrnehmen. Afrika ist einfach flächentechnisch verdammt groß.",
    "end": 676.966
  },
  {
    "start": 676.966,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, gigantisch, das stimmt. Und noch ein kleiner Einschub. Wer glaubt Karten lügen oder verzerren nicht? Meine neue Heimat, Neuseeland, kommt auf ein Ding gar nicht vor.",
    "end": 690.421
  },
  {
    "start": 690.421,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Der ist ja auch am Arsch der Welt.",
    "end": 690.462
  },
  {
    "start": 690.462,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Einige moderne Karten und Lobby gibt es einfach nicht. ist tatsächlich Australien und danach ist nur Pazifik. Total interessant, dass es sowas heute noch geben kann.",
    "end": 702.851
  },
  {
    "start": 702.851,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, hatte ich... Ich versuchte daran zu denken, das sind die Show notes zu packen. Es gibt eine Website, ich glaube True Size oder so heißt die. Da kann man sich angucken, wie groß Länder wirklich sind und Länder in ihrer Größe im Vergleich zueinandersetzen. Das gibt mal einen ganz spannenden Einblick da rein, wie groß welche Region der Welt denn wirklich ist. Und man kann sich verschiedene Kartenprojektionen...",
    "end": 734.51
  },
  {
    "start": 734.51,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "mir vorstellen, dass Migration, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, tatsächlich einer der Lösungsansätze sein könnte, zu dieser Weltregierung zu kommen. Weil, also ich glaube, die Verschiebung, also das Displacement von Menschen aus nicht mehr bewohnbaren Teilen, und das wird immer schneller gehen, das was nicht mehr bewohnbar ist, dass das wirklich dazu führen wird, einfach viel mehr Menschen\nauf engem Raum, nicht superengen Raum, wie eben gesagt, es gibt tatsächlich genug Platz, wenn man ihn effizient nutzt, sich miteinander arrangieren werden müssen. Und man weiß ja, überall wo ein hoher Druck entsteht, gibt es auch Lösungen. So war das schon immer. Wenn es die Lösung geben muss, dann wird sie auch gefunden. Und das ist eine Lösung, die tatsächlich gefunden werden muss. Und die muss nicht nur in Europa gefunden werden, die wird auch in",
    "end": 768.464
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  {
    "start": 768.464,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "...",
    "end": 791.304
  },
  {
    "start": 791.304,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Amerika gefunden werden müssen und die wird in Asien gefunden werden müssen. Und da wird es einfach eine große Verschiebung von Süd nach Nord geben. Das ist Fakt, weil nach Süden gibt es nicht so viel, wo die Leute hin ausweichen könnten, außer in Südamerika. Deswegen glaube ich, dass das tatsächlich einer der Treiber werden könnte von einer Bewegung weg von dem von Rassismus und Kulturalismus.\ndie ja die Welt immer noch geißeln, hin zu einem\nunipolaren Weltbild, wo mehr verbindet und man sagt, okay, wir sehen, jetzt mit den Planeten passiert. Wir sind hier alle zusammen, auch an den Orten, wo es noch lebenswert ist. Und das ist ja auch was aus einer Metaperspektive, wo jeder ein Anrecht drauf haben sollte. Also wir teilen uns halt alle eine Biosphäre und nur weil irgendjemand das Glück hatte, in einem Land wie, sag ich mal jetzt, Finnland groß geworden zu sein, das halt an einer günstigen Stelle ist.\nUnd also jetzt beim europäischen Land zu bleiben. Das heißt ja nicht, dass man deshalb mehr Anrecht darauf hat. Das heißt nur, dass es irgendwann diese Grenzen gab. Und ich glaube, ist was, das ist ein Gedanke, mit dem wir uns anfreunden sollten, dass wir mehr daran denken, dass wir alle die gleiche Luft atmen. Und wenn man mal mit dem Auto, wie ich jetzt dieses Jahr mit meiner Familie, dass wir von Portugal nach Finnland fahren, durch so viele Länder\nGrenzen sieht man halt nur an diesen Häuschen und wenn man innerhalb der EU rum fährt, gar nicht. Und dann merkt man, ist halt einfach die Vegetation ändert sich so ein bisschen, aber eigentlich ist alles fließend. Und ich glaube, ist, also wenn wir halt dieses CO2-Problem auch haben werden, dass die PPMs steigen, das ist halt ein Problem, was jeder von uns hat beim Einatmen. Jeder. Egal wo. Und ich glaube, dass das schon den Leuten irgendwann bewusst werden wird.",
    "end": 916.372
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  {
    "start": 916.372,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und wenn ganz, ganz viele Leute aus Ländern, die darunter leiden, dass das Klima so verändert wurde, dass sie da nicht mehr leben können, uns, also denjenigen, sagen, hey, wollen wir eigentlich nicht, weil wir wollen ja hier alleine in unserem Reichtum wohnen, dass das Geschichten sein werden, die auch die Menschen berühren werden. Dass wenn du in deinem Land sitzt und du hörst dann die Geschichte von jemandem, der vielleicht bei dir ein Quartier oder neben dir wohnt oder so was, das ist ja das Ding.\nWir können uns von den Sachen abnabeln, wenn wir die nur bei Facebook sehen oder in den Nachrichten. Also es ist ja sehr, schwer, Empathie zu empfinden für was Abstraktes, das wir uns vielleicht vorstellen können. Aber es ist ja auch so in einem Actionfilm oder so was haben wir auch jetzt keine riesen Empathie mit den Leuten, rechts und links niedergemäht werden. Aber wenn wir was wirklich hautnah hören von Leuten, die vor uns sitzen und uns die Geschichte erzählen, ist eine ganz andere Nummer, eine ganz, ganz andere Nummer. Und diese Geschichten wird es geben.",
    "end": 949.328
  },
  {
    "start": 949.328,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Mhm.",
    "end": 974.122
  },
  {
    "start": 974.122,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und mittelfristig wird, ich glaube, jeder oder so gut wie jeder solche Geschichten aus dem direkten Umfeld hören. Und ich glaube, das könnte tatsächlich was sein, was so ein Shift erzeugt in dem Denken der Leute.",
    "end": 988.752
  },
  {
    "start": 988.752,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Das würde ich mir zumindest sehr sehr wünschen, dass das passiert und dass wir eine Regelung finden, wie dieses Zusammenkommen auf eine Art und Weise geschieht, nicht auf diesen, der Druck muss so hoch sein, dass eine Lösung erzwungen wird, wie es funktioniert, sondern dass man tatsächlich hingeht und guckt, okay, wie entwickeln wir das? Denn die\nIm Moment ist der Trend ja sehr klar hin zu, wir grenzen uns maximal ab. Das Gedankenkonstrukt ist ja eher so, machen die Grenzen irgendwie, befestigen die mehr und sind so wie eine eigene Insel, die sich abschottet. Und ich kann tatsächlich auch die, ich kann nachvollziehen, wie wir da angekommen sind.\nUnd ich kann nachvollziehen, wie diese Überlegungen entstehen, vor allen Dingen, wenn man sieht, zu welchen sozialen Spannungen das Thema Migration führt.\nEs wäre nur wichtig festzustellen, dass der Grund für diese Spannung sind nicht Migranten, sondern der Grund für die Spannung sind, dass wir kein gutes System haben, damit umzugehen.\nAber es ist nicht das Individuum das Problem. Also es sei denn, das Individuum ist das Problem, weil er oder sie Verbrecherin oder Verbrecher ist. da müssen wir jetzt nicht weit gucken. Davon haben wir genug überall auf der Welt in allen Bevölkerungen. Aber so diese Wahrnehmung von, das hat es zu der letzten Episode auch gesagt, Grenzen sind nichts anderes als Linien auf Papier.",
    "end": 1108.144
  },
  {
    "start": 1108.144,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Identifikation mit ein Farben. Da sind wir einfach noch nicht, da müssen wir aber hinkommen.",
    "end": 1119.338
  },
  {
    "start": 1119.338,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, glaube, also momentan ist es ja so mit der Freizügigkeit innerhalb der EU. Das habe ich auch selbst gemerkt, wie einfach das ist, der EU umzuziehen. Das ist eigentlich nur sich einen Stempel abholen im Rathaus in dem neuen Land, wo du hin möchtest und zack, bist du da ein Anwohner. Und das funktioniert gut, weil die, wie natürlich in Europa auch eine Wertegemeinschaft sind. Und das ist natürlich so, deswegen, also ich verstehe auch, dass das Thema Migration polarisiert.\nweil ich auch der Meinung bin, dass nicht alle kulturellen Hintergründe, die man hat, unbedingt kompatibel sind. Und das muss gar nicht wertend sein. Da braucht man nicht denken, ist jetzt die eine Kultur, ist einfach toller als die andere, was ja auch schnell passieren kann bei so einem eurozentrischen Weltbild, sondern es können Kulturen vollkommen gleichwertig sein und einfach nicht gut kompatibel. Und deswegen ist auch Kritik an der Migration\nwie sie politisch geregelt wird, durchaus angebracht und verständlich, weil sie, wie du schon gesagt hast, sozialen, zu sozialen Spannungen führen kann. Und da wäre tatsächlich meine Hoffnung, dass wirklich feste kulturelle Prägungen in Zukunft einfach unwichtiger werden. Ich finde ja Werte super wichtig. Aber es gibt ja genug anthroposophische\nUntersuchungen, die gezeigt haben, dass es für Moralentwicklung überhaupt also nicht unbedingt Religionen braucht. Und damit will ich jetzt niemandem auf die Füße treten, der religiös ist. Es ist alles fein und ich bin sicher, dass viele der Religionen gute Werte hervorgebracht haben. Aber Naturvölker, die man untersucht haben, die haben ganz, ganz ähnliche Regeln aufgesetzt. Die finden es auch nicht gut, wenn man klaut oder jemanden umbringt. Also es gibt halt einfach bestimmte Dinge, die Menschen\nverstehen, wissen und automatisch tun, wenn sie sich untereinander organisieren. Und ich glaube, diese Basics, die werden in Zukunft einfach wichtiger sein als verbindendes Element, weil, glaube ich, großen Herausforderungen wie der Klimakrise und der Notwendigkeit, sich auf engem Raum zu organisieren, so was in den Schatten treten wird als ein Luxus der Vergangenheit.",
    "end": 1262.384
  },
  {
    "start": 1262.384,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, ich glaube zumindest, das, also ob das so kommen wird, weiß ich nicht, würde ich hoffen. Und ich glaube aber, wenn wir es gut bewältigen wollen, dann müssen wir tatsächlich an einen Punkt kommen, wo wir kulturelle Dinge dahingehend überwinden, dass wir nicht das Trende, sondern das Einde.\nin den Fokus stellen und uns zumindest darauf einigen, was sind die wirklich essenziellen Dinge. Und da erlebe ich aktuell sowohl nationalkulturelle Prägungen als auch religiöse Prägungen als sehr, hinderlich. Nicht, das per se nicht gute Inhalte auch haben kann, aber da ist immer dieses",
    "end": 1308.728
  },
  {
    "start": 1308.728,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "absolut.",
    "end": 1316.753
  },
  {
    "start": 1316.753,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Wir gegen die anderen. Wenn ich gläubig bin, auch immer irgendjemand ungläubig oder glaubt halt nicht das nicht das Richtige. Und das ist halt das Problem.",
    "end": 1331.242
  },
  {
    "start": 1331.242,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Alles Spielbälle des Tribalismus. Monkeys with Machines.",
    "end": 1333.904
  },
  {
    "start": 1333.904,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Genau. Und das müssen wir halt überwinden. Die spannende Frage bleibt auch hier wie. Und da finde ich es ja immer klasse, wenn wir in der Science Fiction uns erlauben können, einfach so weit in die Zukunft zu denken, dass man diese Schritte schon hinter sich hat und einfach ein Bild zeigt, wie sieht es aus.\nAlso sich Star Trek zum Beispiel, Weltregierung, Energieprobleme gelöst, das Problem mit der Versorgung der Menschheit gelöst. Und das finde ich ist eine schöne... Und ich glaube, wir brauchen solche utopischen Vorstellungen, damit wir uns auf den Weg machen, so was zu erreichen.",
    "end": 1393.08
  },
  {
    "start": 1393.08,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Haben wir irgendwas vergessen oder?",
    "end": 1396.194
  },
  {
    "start": 1396.194,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "hab jetzt alles an meinen Fähigkeiten zur Utopie und Hoffnung rausgehauen, was geht.",
    "end": 1402.64
  },
  {
    "start": 1402.64,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Respekt. ist quasi das… Nein, das war jetzt das Warmlaufen für unsere sieben Tage Hoffnung auf dem Weg zum Christkind.",
    "end": 1403.816
  },
  {
    "start": 1403.816,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ab jetzt wird's nur noch super düster.",
    "end": 1417.39
  },
  {
    "start": 1417.39,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Genau.",
    "end": 1421.24
  },
  {
    "start": 1421.24,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, weil wir haben uns ja vorgenommen, die letzten sieben Episoden alle möglichst hoffnungsvoll zu gestalten, nachdem wir durchaus ja einige Themen besprochen haben mit düsteren Potenzial.",
    "end": 1436.242
  },
  {
    "start": 1436.242,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja. Und wer meine Bücher die letzten zwölf Monate erfolgt hat, hat ja auch gesehen, dass die alle auf sehr hoffnungsvollen Noten enden. Das war die Vorbereitung auf den Arzwentskalender.",
    "end": 1454.017
  },
  {
    "start": 1454.017,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Gut, dann würde ich sagen, so viel für heute.\nOder brauchen wir noch was?",
    "end": 1463.048
  },
  {
    "start": 1463.048,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ich glaube, das sollten wir so hoffnungsvoll stehen lassen, wenn uns das schon mal gelingt.",
    "end": 1469.296
  },
  {
    "start": 1469.296,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Okay, möchtest du noch einen Werbeblock einschieben?",
    "end": 1471.758
  },
  {
    "start": 1471.758,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, Autorenpaket, ne? Das muss sein. Wahrscheinlich hört ihr es jetzt zum ersten Mal. Aber das Autorenpaket ist das perfekte Weihnachtsgeschenk, wenn ihr ein Buch geschrieben habt oder noch schreiben wollt und wissen wollt, wie ihr das am besten veröffentlicht und auf einen guten Weg bringt, möglichst viele Leser zu finden. www.autorenpaket.de Anmeldung nur noch wenige Tage. Also auf auf!",
    "end": 1498.992
  },
  {
    "start": 1498.992,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also Entschuldigung an alle Hörerinnen und Hörer aus der Zukunft, die das nach dem 24.12.2025 hören, da ist es leider vorbei. In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuhören und bis morgen. Ciao, ciao!",
    "end": 1514.989
  },
  {
    "start": 1514.989,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Bis morgen!",
    "end": 1515.989
  }
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