[
  {
    "start": 1.092,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Moin Joshua!",
    "end": 2.726
  },
  {
    "start": 2.726,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Hallo Philipp und herzlich willkommen alle unseren Zuhörerinnen und Zuhörern zu einer neuen Episode vom Treecorder Adventskalender. Und wir möchten heute mal sprechen über Krieg und Frieden. Nicht den uralten Film, den romantischen, der irgendwie zwölf Stunden Laufzeit hatte oder so, habe ich jetzt grob über den Daumen geschätzt, sondern natürlich über Krieg und Frieden der Zukunft. Wir wollen ja schauen, wie das Leben in der Zukunft aussehen könnte.\nUnd da kommen wir natürlich nicht das Thema Krieg herum und Frieden. Wir haben uns ja vorgenommen, öfter auf einer hoffnungsvollen Note zu enden. Insofern Krieg und Frieden hängen ja auch eng zusammen. Da wollen wir heute mal so bisschen beleuchten, was sich gerade verändert und wie man das in der Zukunft sehen könnte. Was ist denn für dich, so die größte Veränderung, die wir gerade beobachten? Wir leben in recht turbulenten Zeiten.",
    "end": 63.116
  },
  {
    "start": 63.116,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Das Offensichtliche wäre jetzt wahrscheinlich zu sagen, wie Krieg geführt wird mit Drohnen, KI und all so'n Gedöns. Das würde ich aber, stelle ich mal hinten an, das Krasseste für mich ist das gefühlte Zusammenbrechen internationaler Ordnung. geboren in den 80ern, Kind der 90er, bin ich ja irgendwie mit dem Weltbild groß geworden.\nWir können uns gemeinsam hinsetzen, wir reden über die Dinge und Krieg ist keine Option. Und dass es nun in allen politischen Hemisphären oder in allen Hemisphären auf dieser Welt Menschen gibt, für die das ganz klar doch wieder eine Option ist. Das ist für mich die größte Veränderung und ja.\nFinde ich total krass, dass es immer noch Menschen auf diesem Planeten gibt, die glauben, dass in ihrer beschränkten Lebenszeit es gut wäre, diesen Jahren irgendwie Kriege anzustoßen, weil das gewinnträchtig wäre.",
    "end": 139.744
  },
  {
    "start": 139.744,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, wir haben ja so die letzten 70 Jahre den Siegeszug des Kapitalismus gesehen, der auf den Schultern der Demokratie vorangeschritten ist, würde ich mal so ausdrücken. Und dadurch natürlich unter der Ägide der USA einen großen Siegeszug eingefahren hat. Also die meisten demokratischen Staaten vor allem sind prosperierend vorweggegangen. Wir wollen natürlich nicht verschweigen, dass es auch viele Interventionskriege gab, auch unter der\nSchirmherrschaft der USA. Trotzdem kann man sagen, dass wir gerade jetzt im Westen privilegiert in einer Zeit des großen Wohlstands aufgewachsen sind. Und statistisch ist ja auch tatsächlich so, dass wohlhabende Demokratien am wenigsten Kriege führen. Vor allem nicht untereinander, was natürlich gerade bei uns im Westen für sehr, viel Stabilität gesorgt hat. Was vielleicht in anderen Bereichen der Welt nicht immer so war.\nAlso wenn wir in den Nahen Osten schauen oder Osteuropa noch in 90ern oder in Afrika, in Asien, viele endemische Konflikte. Burma fällt mir jetzt gerade auch spontan ein. Da gehen wir gerade von weg, wie du es gerade selber gesagt hast. Und das Irre ist ja, dass es keinen Use Case dafür gibt. eigentlich, wenn man aus dieser\naus der wohlhabenden Zeit kommt, dürfte es eigentlich keinen Grund geben, Krieg zu führen. Weil man ja auch weiß, dass an einem Krieg noch nie jemand langfristig was gewonnen hat, schon gar nicht ökonomisch. Was denkst du denn, warum wir trotzdem jetzt in so einen Zeitalter der Kriege rutschen, wie zum Beispiel Harari das ausgedrückt hat?",
    "end": 248.132
  },
  {
    "start": 248.132,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Tatsächlich habe ich auf die Frage keine so richtig gute Antwort. Ich glaube, auf der einen Seite spielt es zumindest eine Rolle, dass wir die Dinge, die Frieden erzeugt haben bisher auf unserer Welt, vernachlässigt haben. Es war immer auch ein gewisses\nAlso Abschreckung war ja immer ein gewisser Teil von Friedenssicherung. Aus einer rein pazifistischen Perspektive eigentlich ziemlich bescheuert. Und aus einer rein ökonomischen auch. Aber ich glaube, weil Ökonomie ist ja nicht eine Sache. Also im Kapitalismus gibt es ja nicht eine Kraft, sondern unglaublich viele Kräfte. Und für einige Kräfte\nist auch Krieg eine gute Option, was die Ökonomie angeht. Ich erinnere an die 99 Rules of Commerce. War is good for business, peace is good for business. Wenn das die Vierringen Wies wussten, wissen das all die anderen auch. Und das, du vorhin gesagt hast, ja, also jetzt gibt es eine Veränderung, dass plötzlich wieder Krieg geführt wird,",
    "end": 318.719
  },
  {
    "start": 318.719,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Dafür Renki.",
    "end": 335.013
  },
  {
    "start": 335.013,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ländergrenzen und das innerhalb Europas. Zweimal Ausgangsort für Weltkriege. Und jetzt stellen wir fest, so was haben wir wieder. Wenn wir aber ja ganz ehrlich sind, kleinere Konflikte bzw. klein ist auch schon vielleicht falsch. Ich glaube, unsere Brille hier, wo wir im Westen so behütet aufgewachsen sind, hat einfach die Wahrnehmung von, wie friedlich ist die Welt.\nwahrscheinlich auch ein bisschen überzeichnet. Wahrscheinlich war sie nie ganz so friedlich, wie wir das aus unserer, wie du sagst, des privilegierten Lager heraus wahrgenommen haben. wenn man sich anguckt, also Russland hat halt in keinerlei Art und Weise mitgehalten, was die Wohlstandsentwicklung der Bevölkerung angeht. Ja, also ich meine, du warst in Russland.\nIch auch nicht so viel, kenne aber zumindest Mongolei und so angrenzende Bereiche. Dann weiß man einfach, okay, der Lebensstandard auf dieser Welt, also Russland kann ja noch so sehr eine Großmacht sein oder sich als eine fühlen, aber rund den Baikalsee sieht es halt nicht aus wie in einem Land einer Großmacht. also...\nDas heißt, der Komfort und der Wohlstand sind so ungleich verteilt, dass es wahrscheinlich in manchen Regionen dann auch einfacher ist, die Menschen zum Krieg zu motivieren.\nAber also ob diese These stimmt, ich habe keine Ahnung. Dafür bräuchte man echt nochmal Leute, die da mit viel mehr Know-how aus dem Forschungssektor drauf gucken. Aber das wären so die ersten Dinge, die mir dazu einfallen.",
    "end": 453.686
  },
  {
    "start": 453.686,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ich glaube ja, dass es multifaktoriell ist, wie so viele Sachen, und es vor allem zwei Dinge sind. Ich glaube, wir ein perfektes Pulverfass kreiert haben durch die Mischung aus Demokratie und Kapitalismus. der Demokratie ist ja, also Teilhabe und Diskurs sind ja das, was wir brauchen, der Demokratie funktionieren zu lassen. Und nach einem guten Diskurs finden wir den besten Kompromiss.\nBisher haben wir Demokratien gezeigt, dass das dazu führen kann, dass der Wohlstand vermehrt wird und in Gro der Dinge die besten Entscheidungen getroffen werden. Aber das funktioniert halt nur, wenn es diesen Diskurs gibt und man sich am Ende auf was einigen kann und auf der Basis von objektiven Fakten, auf die man sich einigen kann, diskutiert. die, also viele würden ja sagen, dass die\nEntwicklung der Demokratien, wie sie stattgefunden hat, nur funktioniert hat aufgrund der Koppelung mit dem Kapitalismus. Und dem scheint die Geschichte ja Recht zu geben, wenn man so darauf schaut. Und ich glaube aber, dass gleichzeitig, wenn jetzt der Kapitalismus der Enabler quasi für die Demokratie war, ist es gleichzeitig auch der Sargnagel. Weil Kapitalismus braucht ja hyperindividualisierte Käufer. Also immer\nDu musst dich selbst verwirklichen, du brauchst noch dies, das, das, das und jenes, dich komplett zu fühlen. Und so musst du dann immer mehr kaufen und so entsteht Erwachstum. Wir konsumieren immer mehr und alles, was wir uns hart erarbeiten, das geben wir dann auch wieder aus, geht dann wieder in die Wirtschaft und dann wächst das Ganze. Okay. Hat aber dazu geführt, dass diese Hyperindividualisierung jetzt eine Gesellschaft erzeugt hat, wo jeder nur noch Nabelschau betreibt, sich nicht mehr auf irgendwas einigen kann.\nUnd angefacht durch Social Media, entwickelt von Konzernen, die dieser krasse Kapitalismus erst hervorgebracht hat, leben wir jetzt in dieser Aufmerksamkeits- und Streitökonomie, könnte man ja schon fast sagen, die diese Individualisierung noch mehr befeuert. Also es ist immer ich gegen die anderen, wir gegen die anderen Gruppenbildung. Also ja, Tribalismus wird gefördert und gleichzeitig die Individualisierung. Und ich glaube, dass durch diese Konflikte",
    "end": 597.696
  },
  {
    "start": 597.696,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "und sich selbst immer als Nabel der Welt zu sehen und sofort auch eschofiert zu sein, wenn jemand was anders sieht als ich, dass das dazu führt, dass wir eben nicht mehr diese Einigkeit haben. Also heute ist es ja undenkbar, wie damals im Kosovo-Krieg, dass nach diesem, wie hieß es, Srebrenica, nach diesem Massaker, wo diese 8.000 Muslime massakriert wurden,\nDass sich dann ein Außenminister, wie damals Joschka Fischer, hinstellt und sagt, okay, da müssen wir jetzt eingreifen, das sehe ich heute halt gar nicht mehr. Da würde sich die Bevölkerung tatsächlich hinter so einer Entscheidung einfach nicht versammeln. Da würde es wahrscheinlich zehn Gruppen geben mit einer Million Meinungen, die sagen, ja, den Konflikt gibt es gar nicht, den haben sich irgendwelche Leute ausgedacht in Berlin. Und das ist ja viel ...\nVielschichtiger, die haben das Massaker nur begangen, weil wir irgendwelche diplomatischen Fehler gemacht haben. Also so wie wir es jetzt auch mit dem Ukrainekrieg sehen. Wenn du da zehn Leute nachfragst, dann hast du zehn Meinungen. Und ich glaube, das macht es immer schwieriger, entschlossen aufzutreten. Und bisher war es ja immer so, dass die westliche Wertegemeinschaft, muss man ja sagen, internationale Gemeinschaft, ist ja davon dominiert gewesen. Also das ganze Setup mit\ninternationalem Strafgerichtshof und so sind ja alles im Prinzip geistige Kinder der westlichen Welt. Und das kann so halt nicht mehr funktionieren. Ich glaube, dass viele Akteure, die halt nicht so demokratisch sind, es mal so auszudrücken, diese Schwäche halt erkennen und merken, okay, der Westen ist halt nicht mehr zur Stelle, wenn irgendwo ein Konflikt aufbrudelt und will sich halt nicht mehr überall einmischen, weil Demokratien sind ja auch chronisch kriegsmüde.\nUnd ich glaube, das machen sich viele Akteure wie gesagt zu Nutze. Und dass wir durch diese Erosion der westlichen Wertegemeinschaft einfach mehr Konflikte aufflammen sehen und viel, viel mehr noch aufflammen sehen werden.",
    "end": 722.828
  },
  {
    "start": 722.828,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Das heißt, deine These wäre dadurch, dass wir im Westen immer mehr in die Individualität und den Diskurs untereinander und gegeneinander verfallen, also weniger, genau, weil wir mehr Dissens und weniger Konsens haben, sind wir nicht mehr geeint genug",
    "end": 737.513
  },
  {
    "start": 737.513,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Den Dissens, ja.",
    "end": 748.524
  },
  {
    "start": 748.524,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "eine geeinte und entschiedene Front gegen kriegstreibende Kräfte und Mächte zu bilden. Und die nutzen das deshalb aus.",
    "end": 758.526
  },
  {
    "start": 758.526,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Genau, ich glaube, das ist der Hauptfaktor, dass wir die Werte, die wir in die Welt getragen haben, also das Wertesystem, was wir versucht haben, der Welt überzustülpen, aus meiner Sicht im positiven Sinne, dass wir das nicht mehr gewillt sind, durchzusetzen. Und der zweite Faktor wäre tatsächlich die Klimakrise.",
    "end": 781.542
  },
  {
    "start": 781.542,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also ich halte das für ein Faktor, also ich kann da gut mitgehen, dass das ein Faktor ist, wenn wir jetzt das Beispiel Ukrainekrieg nehmen, dass der nicht viel früher, viel entschiedener unterbunden wurde. Dass wir einfach nicht den Konsens haben,\nden es bräuchte, da so entschieden zu reagieren, dass das Ding schnell vorbei wäre. Sonst hätte man auch schon 2014 für viel Entscheidender oder Entschiedener reagieren müssen. Dann wäre es wahrscheinlich gar nicht zu dem Angriffskrieg gekommen.",
    "end": 826.168
  },
  {
    "start": 826.168,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und zur gleichen Zeit hätte man wahrscheinlich auch viel entschlossener in Syrien einschreiten müssen. Oder jetzt im Sudan.",
    "end": 834.751
  },
  {
    "start": 834.751,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Wobei man dann ja feststellt, dass es dann wirklich multifaktorial ist, weil jetzt geht es ja, das was wir gerade hier besprochen haben, ist ja nur die Frage von Eindämmung. Wenn wir jetzt uns angucken, Eindämmung muss ja immer erst, wenn irgendjemand auf die Idee kommt, wäre jetzt gut, einen Krieg zu führen. Und da ist so ein bisschen meine Frage, wenn wir uns jetzt mal erlauben,\nZukunftsperspektive aufzusetzen. Es ist sehr, einfach, sich die Zukunft auszumalen, wie sie schlimmer wird. weil uns jede Menge Faktoren einfallen können, die den Druck auf Gesellschaften weiter erhöhen und von Klimakrise über sich verändernde Bevölkerungsstrukturen\nPro-Stoff-Fragen, alles Mögliche. Fällt, glaube ich, uns und unseren Zuhörerinnen und Zuhörern jede Menge ein. Was ich mich aber frage, ist das System, wie wir es bisher hatten, mit dem wir haben so was wie eine westliche Wertegemeinschaft und die ist wirtschaftlich so stark, dass sie ihre Idee von Demokratie und Kapitalismus in die ganze Welt tragen kann. Wenn das nicht mehr funktioniert,\nWobei man ja auch fragen könnte, hat das jemals richtig funktioniert oder gab es noch nichts anderes, was stärker war? Was ist denn eine Entwicklung, die wir als Menschen nehmen müssten? Wie könnte ein System aussehen, das funktioniert ohne die Problematik, die sich jetzt gerade entwickelt? Also wenn wir uns gerade anguckt haben, wie kommt der Krieg zustande?\nWie ist denn der Weg in einen neuen Frieden?",
    "end": 957.266
  },
  {
    "start": 957.266,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Zurück zum alten Muster wird es ja nicht sein. Selten ist, glaube ich, in Entwicklungsprozessen der Weg zurück die Lösung.",
    "end": 968.026
  },
  {
    "start": 968.026,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ich glaube, also ich finde das gut, dass du versuchst die hoffnungsvolle Note schon anzusprechen. Ich sehe noch keine, weil es in der Geschichte auch so war, dass meistens erst, wenn sich der Staub gelegt hat, gezeigt hat, was die Lehren daraus waren. Also wir haben ja so eine lange Zeit der relativen Stabilität und des Wohlstands nur gehabt, weil der Zweite Weltkrieg so\nso grausam und schrecklich war, dass sich alle einig waren, okay, das war eine richtige Kackidee, das machen wir am besten nie wieder und wir müssen jetzt fast alles anders machen, damit sowas nicht noch mal passiert. Und ich glaube aber nicht, dass diesen Siegeszug der Demokratie, ich meine, war ja damals zu der Zeit, ja die USA mit der Demokratie noch eine Randerscheinung, muss man einfach wissen.\nist jetzt nicht so, dass das die große Idee in Europa war. Da waren es halt die Scheindemokratien und also größtenteils. Und das hat sich erst durchsetzen können, als alles platt war. Und ich glaube, so wird es jetzt auch sein. Ich denke mal, wir treten uns in eine Phase ein, wo es noch deutlich schlimmer wird, dauerhaft. Und dann wird sich eine Lösung zeigen, wenn man merkt, okay,\nWeil es ist in der Geschichte immer das Gleiche gewesen. Krieg hat noch keinem was gebracht. Es ist auch nicht so, dass nach einem 100-jährigen Krieg auf einmal alle dachten, boah, super, diese 100 Jahre haben sich echt gelohnt. Toll, dass wir alle traumatisiert sind und alles jetzt brach liegt. Das hatten wir mal unbedingt nötig, damit wir jetzt alle in Frieden und Wohlstand leben können.",
    "end": 1071.018
  },
  {
    "start": 1071.018,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also deine These ist, wir müssen erst wieder als Menschheit auf die Herdplatte fassen, uns erneut zu versichern, dass es eine schlechte Idee ist.",
    "end": 1080.85
  },
  {
    "start": 1080.85,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ich bin ja nicht der Chef-Utop, wie alle wissen. Deswegen fürchte ich, dass das so ein typisches, zyklisches Verhalten von Menschen ist und wir da wieder durchgehen müssen. Es wird ein bisschen anders sein als vorher, aber wenn ich mir die Geschichte angucke, war es immer genauso.",
    "end": 1103.835
  },
  {
    "start": 1103.835,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ich glaube das auch. Ich glaube auch, wird erst schlimmer werden, bevor es besser wird. Halt es aber dennoch für relevant, sich jetzt schon genau diese Frage zu stellen, die ich vorhin gestellt habe, wie kann denn ein besseres System, ein tragfähigeres System aussehen und was brauchen wir dafür?",
    "end": 1126.862
  },
  {
    "start": 1126.862,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das kann ich dir sagen. Easy. Dafür brauchen wir die Weltregierung. Wir brauchen die Menschheit vereint unter einem Banner. Das wird zwar nicht alle Konflikte lösen, aber das wird uns dieses Damoklesschwert der Systemkonflikte ersparen. Also das von einem Schlagabtausch mit globalen Folgen wie dem Atomkrieg. Davon müssen wir unbedingt loskommen.",
    "end": 1131.804
  },
  {
    "start": 1131.804,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Easy? dann hau raus.",
    "end": 1157.938
  },
  {
    "start": 1157.938,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und ich glaube, wenn wir es schaffen, unsere Einheit im Menschsein und im Teilsein dieser Biosphäre, des Raumschiffs Erde, wenn wir das erkennen und sagen, okay, wir finden ein Modus wie Wendy, wie wir uns organisieren können, Konflikte zu lösen, dass das für deutlich weniger Flächenbrände sorgen wird. Weil am Ende, also wir sind halt immer noch Affen mit Maschinen. Das ist einfach so. Und dementsprechend haben wir auch den Tribalismus.\nin unserer DNA, wird sich zeigen, wenn der Transhumanismus sich jemals durchsetzen sollte, wo ich Zweifel daran habe, ob das dann noch relevante Argumente sind, die ich jetzt vorbringe, weil das wird halt eine andere Art von Spezies sein, wenn sich das durchsetzen sollte, die nicht mehr viel mit uns gemeinsam haben muss. Aber solange wir noch Menschen sind, wie jetzt, sind wir halt leider an diese Verhaltensweisen gebunden.\ndie uns die Evolution eingeprägt hat. Und da, glaube ich, wäre die beste Chance, eine Weltregierung, die als ordnendes Organ dafür sorgt, dass solche Konflikte im Kleinen gelöst werden, bevor sie zu einem Flächenbrand werden. Und wenn man diese willkürlichen Nationalstaatsidentitäten mal loswerden würde, die einfach Linien auf Landkarten sind, und die Grenze wird ja nicht an Phänotypen ...\noder nur an Sprachen. Dafür gibt es viel zu viele Länder, die die gleiche Sprache haben, aber dann andere Nationalidentitäten. Und dass wir aufhören, uns mit zwei, drei Farben auf einem Stück Papier zu identifizieren, ich glaube, das würde schon mal richtig viel helfen, weil das dann das gemeinsame und nicht das Trend hervorheben würde.",
    "end": 1267.703
  },
  {
    "start": 1267.703,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also Weltregierung bin ich als Idee ganz dabei und ich glaube aber damit eine Weltregierung überhaupt funktionieren kann, brauchen wir eine viel viel einheitliche Verteilung von Wohlstand. Also Lebensbedingungen müssen auf dem Planeten einfach\nAlso die Chancen für ein gutes Leben müssen auf dieser Erde gleich verteilt sein, auch wenn gutes Leben sicherlich unterschiedlich definiert wird. Aber die Chancen darauf, ein glückliches Leben zu führen, müssen gleich verteilt sein.\nIch glaube auch Sprache ist ein Riesenthema. für das Raumschiff Erde wäre es richtig richtig hilfreich, wenn wir in der Lage wären, entweder alle die gleiche Sprache zu sprechen oder aber wenn wir in der Lage wären, uns komplett nahtlos zu verstehen.",
    "end": 1342.222
  },
  {
    "start": 1342.222,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Bin ich ganz bei dir. Sprache ist so trennt, wie sie verbindend ist.",
    "end": 1343.499
  },
  {
    "start": 1343.499,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Denn genau und ich glaube, wir brauchen ein gutes, verbindendes, gemeinsames Bild von uns als Menschheit und der Erde. Meins wäre ja genau das, was du auch gerade gesagt hast, Raumschiff Erde und wir alle sind die Crew auf diesem Raumschiff und wenn wir nicht gut zusammenarbeiten, dann geht dieses Raumschiff den Bach runter und\ndas Leben endet. Und ein Schritt wäre tatsächlich, glaube ich, eine einheitliche Sprache. Und wir bräuchten ein anderes Wirtschaftssystem. Die Dynamik des Kapitalismus, so wie wir sie im Moment haben, hat viele Dinge in puncto technischer Fortschritt und so weiter gebracht. Hat auch\nWohlstand gebracht. Aber dieser Trend hin zum Individualismus, dieser Trend hin zum Befeuern der individuellen Gier, und das will ich genauso wertend jetzt gerade sagen mit mit Gier, denn schauen wir uns die Werbung an, die überall auf uns einprasselt.\nIm Grunde genommen macht sie genau das, Verlangen nach etwas, die Gier nach etwas zu fördern. Und diese ständige Idee von wir wären so wie wir sind, noch nicht komplett.",
    "end": 1440.989
  },
  {
    "start": 1440.989,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "muss mir erst noch was hinzufügen.",
    "end": 1443.139
  },
  {
    "start": 1443.139,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Genau, ich brauche, also und diese Illusionen, müssen wir irgendwie auflösen. Und dafür braucht man ein anderes Wirtschaftssystem. Denn das ist so ein bisschen wie mit der Klimakrise. Die Idee, dass jeder Einzelne das regelt, ist einfach unrealistisch. Wenn dann brauchst du für sowas etwas Übergreifendes, das auf uns alle einwirkt.",
    "end": 1445.694
  },
  {
    "start": 1445.694,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und dann bin ich ganz.",
    "end": 1471.211
  },
  {
    "start": 1471.211,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "denn darauf zu warten, dass wir Menschen individuell alle zur gleichen Zeit in ausreichender Menge die Entscheidung treffen, ne, wir brauchen diesen ganzen Konsum nicht mehr, das wird nicht passieren.",
    "end": 1485.646
  },
  {
    "start": 1485.646,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "was glaube jeder Einzelne machen kann und das finde ich sehr schön ist einfach also anders aufgezäunt die also die Individualisierung sorgt ja dafür dass ich mich als Mittelpunkt der Welt sehe und alles soll sich am besten mich drehen und das wiederum sorgt ja dafür dass auch alles sofort als Affront gesehen wird also wenn der vor mir zu langsam ist dann\nStört mich auf dem Weg zur Arbeit und dann komme ich spät wegen dieser verflixten Person die nicht Auto fahren kann und auch eigentlich nicht da sein sollte und sowieso warum Führerschein jadi adi ade Also Road rage und Autotourette sind jetzt ja nur ein paar Beispiele von was das für Entwicklungen sind aber Ich glaube wenn man mal im Alltag versucht darauf zu horchen zu gucken okay wo ärgere ich mich gerade weil ich denke das sollte so nicht sein oder\nAlso der Kapitalismus hat ja auch dazu geführt, wenn wir jetzt was gekauft haben und das funktioniert nicht sofort, dass sofort Rage Reviews bei den Herstellern. Also sofort schlimmstes Unternehmen ever, geht gar nicht, wertlos, wie können die nur? Niemand kann es leisten, dir ein perfektes Produkt zu schicken, wo in der ganzen Charge bei 10, 100.000 nicht mal eins kaputt ist. Das geht einfach nicht. Und es ist auch nicht so schlimm. Es gibt noch andere Käufer, das ist kein Affront gegen dich.\nals Mittelpunkt der Welt, sondern das kann passieren. Und was ich super hilfreich finde, ist im Alltag einfach zu schauen, okay, wie kann ich hier gerade in dieser oder jener Situation einfach daraus heraus treten und sehen, okay, ich bin hier einer von vielen und jeder in den anderen Autos oder in der Schlange oder sonst wo hat genau wie ich einen Plan, Ziel und will was erreichen und es ist genau das gleiche. Und wenn man dann einfach versucht,\nwas Gutes zu tun, jemanden mal den Vortritt lassen oder zu sagen, passt schon. Also Joey Kelly fällt mir immer ein, ich lieb den ja in allen Formaten. Letztens hab ich ein Video gesehen von ihm mit Otto, wo das Kanu kennt hat, weil Otto hinten irgendwie schlenkert und fallen die ins Wasser. Joey Kelly steht auf und sagt, kein Problem. War das erste, was er sagte, kein Problem. Bevor Otto noch sagen konnte, ach, tut mir total leid oder sowas, kam er und ich dachte, ja, genau.",
    "end": 1628.434
  },
  {
    "start": 1628.434,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "kein Problem, weil es ist jetzt halt passiert und jetzt kann man entscheiden, wie gehe ich damit und wie geht es mir dann. Und einfach mal zu schauen, wenn ich halt nicht diesem Impuls nachgehe, mich darüber zu ärgern, sondern gucke, okay, wie kann ich jetzt gerade hilfreich sein oder wie kann ich die Stimmung verbessern oder jemanden stattdessen mal anleiten und sagen, kein Problem. Einfach mal nur reinzufühlen, wie sich das anfühlt. Es fühlt sich nämlich definitiv besser an und man hat definitiv einen besseren Tag, als wenn man sich dann geärgert hat.\nUnd das macht die Welt zumindest uns herum dann ja ein bisschen besser. Und jetzt als letzten Bonus-Content habe ich noch was Hoffnungsvolles. Es gibt ja nämlich ein paar KI-Vordenker wie Mo Gordat zum Beispiel, fällt mir ein, der wirklich tief im Thema ist und auch immer vor KI warnt, aber auch sagt, es ist sehr, gut möglich, dass wir jetzt 10, 15 Jahre eine echte Scheißzeit haben werden, aber es dann richtig gut wird, weil...\ndie hohe Automatisierung und die Weiterentwicklung von KI dafür sorgen kann, dass es einfach einen Ressourcenüberfluss gibt. Dass alles hergestellt werden kann, super günstig für alle. Und dann kann jeder den Ferrari haben. Und die Ferraris sind dann halt alle rot. Und wer dann unbedingt einen grünen haben will, der kann den grünen haben und kann immer noch total special sein. Aber dass wir halt in so einer Umweltsphase leben, bevor es dann eine Neuverteilung geben wird, an der alle dann teilhaben können.\nweil es einfach Ressourcen und Produktion im Überfluss geben wird. Und das ist doch ein ganz schöner Ausblick.",
    "end": 1723.787
  },
  {
    "start": 1723.787,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Zugleich ist das ein Pflaster auf eine zu große Wunde. Nein, also auf einer systemischen Sicht das Gesamt, die ganze Welt betrachtet, bin ich ganz bei dir. Und hatte ich ja vorhin auch gesagt, wir brauchen mehr, wir brauchen einen gleich verteilten Wohlstand für alle.",
    "end": 1738.302
  },
  {
    "start": 1738.302,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "möchte gern Philipp zurückhaben. Wer ist das?",
    "end": 1751.569
  },
  {
    "start": 1751.569,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Der viel entscheidendere Punkt ist, aber finde ich, genau das, was du gesagt hast. Dass wir Menschen auch einen inneren Entwicklungsschritt machen. Dass wir in die Lage uns versetzen, in so eine Metaposition zu gehen und zu sehen, das Drama, was sich in mir gerade abspielt, emotional, gedanklich und dergleichen, ist halt nur ein Drama in mir und nicht ...\nnicht das echte Drama. Da kann ich allerdings...",
    "end": 1784.318
  },
  {
    "start": 1784.318,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Doch diesen schönen Satz von Eckhart Tolle, den wir beide sehr schätzen, Krieg ist eine Denkart. Und ich finde, der trifft das wirklich perfekt.",
    "end": 1795.664
  },
  {
    "start": 1795.664,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "In diesem Sinne arbeiten wir mal alle gut dran, beides im Blick zu haben. Die ganz lebenspraktische Ebene, so Fragen von was brauchen wir für ein Wirtschaftssystem, das zukunftsfähig ist, wie kriegen wir eine Weltregierung? Also diese Dinge und vergessen dabei nicht und arbeiten genauso intensiv daran, die Denkart in uns zukunftstauglich zu gestalten. Beides zusammen.",
    "end": 1823.712
  },
  {
    "start": 1823.712,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Dann schließen... ja.",
    "end": 1826.469
  },
  {
    "start": 1826.469,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "ist, glaube ich, der Weg zum Frieden.",
    "end": 1834.912
  },
  {
    "start": 1834.912,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Sache ich so und da ist er weg, der Joshua.",
    "end": 1850.347
  },
  {
    "start": 1850.347,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Hallo Hallo, Grüße nach Neuseeland. Kannst du mich noch hören?",
    "end": 1872.475
  },
  {
    "start": 1872.475,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ist wieder da? Hallo, hallo? okay. Was weckt bei mir?",
    "end": 1873.806
  },
  {
    "start": 1873.806,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja. Ja.\nJa, du warst bei mir auch weg.",
    "end": 1880.923
  },
  {
    "start": 1880.923,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Okay, dann waren wir ja irgendwie getrennt. Wo sind wir denn stehen geblieben?",
    "end": 1887.751
  },
  {
    "start": 1887.751,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "wollte gerade mit Worten enden, aber du warst noch voll im Flow.",
    "end": 1892.049
  },
  {
    "start": 1892.049,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, Ende mal an dieser Stelle mit Worten nach unserer kurzen Unterbrechung.",
    "end": 1900.084
  },
  {
    "start": 1900.084,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, ich finde ja gute, abschließende Worte für unseren Teil, wo wir gerade festgestellt haben, dass Krieg eine Denkart ist, sind die von Zarathustra. Gute Gedanken, gute Worte, gute Taten. Eigentlich ganz einfach.",
    "end": 1917.611
  },
  {
    "start": 1917.611,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "In diesem Sinne arbeiten wir jetzt alle daran, uns darauf zu einigen, was gut bedeutet in diesem Kontext und blicken... Ach ja, und blicken damit positiv in die Zukunft. Dann haben wir es für heute, würde ich sagen. Super.",
    "end": 1927.083
  },
  {
    "start": 1927.083,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "klappt das auch mit dem Alignment.",
    "end": 1939.732
  },
  {
    "start": 1939.732,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Jawoll, bis morgen.",
    "end": 1943.043
  },
  {
    "start": 1943.043,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Dann euch vielen, Dank fürs Zuhören. Wir erlauben uns auch hier abschließend wieder unseren Hinweis auf das noch zehn Tage laufende Angebot des Autorenpakets. Wenn ihr also ein Buch schreiben wollt und euch Tipps und Tricks von echten Profis abholen möchtet, dann, und also ich bereuge euch, damit meine ich jetzt nicht mich, sondern eher so Profis wie\nMatthias Matting und andere, dann findet ihr das im Autorenpaket unter www.autorenpaket.de\nIn diesem Sinne, Dank fürs Zuhören und bis bald. Ciao ciao!",
    "end": 1993.176
  }
]