[
  {
    "start": 1.196,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Einen wunderschönen guten Morgen Philipp!",
    "end": 4.174
  },
  {
    "start": 4.174,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Moin Joshua und herzlich willkommen alle unseren Zuhörerinnen und Zuhörern zur vorletzten Episode im Rahmen unseres Adventskalenders Türchen 23 und wir haben uns vorgenommen für dieses Türchen und auch das morgige Türchen eine gemeinsame Überschrift zu finden und zwar die Überschrift Resilienz. Dabei wollen wir uns\nheute vor allen Dingen erstmal auf den Bereich fokussieren, bei dem es die Frage geht von Resilienz ganz praktisch so im Alltag. Und wenn wir den Begriff Resilienz jetzt hier schon so in den Ring werfen, Joshua, wie würdest du den denn mit deinen Worten beschreiben, was Resilienz eigentlich meint?",
    "end": 56.883
  },
  {
    "start": 56.883,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Also im Sinne des Wortes würde ich ja sagen Widerstandskraft, aber da wir bestimmt noch in Episoden darauf kommen werden, dass Widerstand nicht immer die beste Strategie ist, würde ich vielleicht sagen eine gewisse Robustheit gegenüber den Einflüssen, also äußeren und inneren Einflüssen und Gesundheit. Also ich sehe das als einen sehr, sehr zentralen Gesundheitsbegriff für psychische wie physische\nGesundheit. Wohl wissend, dass ich nicht wie du Psychiater bin.",
    "end": 91.278
  },
  {
    "start": 91.278,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Das Spannende, ich ja finde, wenn man guckt, wo der Begriff Resilienz herkommt, das ist ja eigentlich ein physikalischer Begriff und der beschreibt die Eigenschaft von Materialien, nachdem man sie verformt hat, wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzubilden. Also ein gutes Beispiel für Resilienz auf so einer physikalischen Ebene wäre ein Gummiband oder\neinen Schwamm zum Beispiel. Das Gummiband kann ich ziehen, wenn ich loslasse, kehrt es in seine Ursprungsform zurück. Gleiches gilt für einen Schwamm, den kann ich zusammendrücken, ohne ihn zu beschädigen. Wenn ich loslasse, kehrt er wieder in seine Ursprungsposition zurück. Und deswegen finde ich, das finde ich so ein schönes Bild, weil es so ein bisschen diese Widerstandsfähigkeit\nauf eine etwas andere Art und Weise, als wir im Allgemeinen Widerstandskraft verwenden, als Begrifflichkeit verdeutlicht. Nämlich gar nicht, ich verhindere, dass mich irgendetwas betrifft oder dass mich irgendetwas aus der Bahn lenkt, sondern ich sorge dafür, dass wenn mich etwas aus der Bahn lenkt, ich wieder gut in einen stabilen Zustand zurückkomme. Also nicht Resilienz ist, ich verhindere.\ndass ich destabilisiert werde, sondern Resilienz ist, dass wenn so etwas Destabilisierendes kommt, ich möglichst schnell wieder zur Stabilität zurückfinde.\nUnd das finde ich einen ganz wichtigen Fokus in beiden Bereichen, egal ob man jetzt auf den psychologischen guckt, den wir uns ja für morgen vorgenommen haben, oder so wie heute auf den reinen physischen. Denn wenn ich sage, ich versuche meine Residenz zu stärken, indem ich irgendwas tue, überhaupt zu verhindern, dass mir was passiert, ist das ein anderes Angehen als, naja, ich weiß, ich kann gar nicht alles verhindern, aber ich bereite mich so vor, dass egal was da kommt oder",
    "end": 217.638
  },
  {
    "start": 217.638,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also möglichst egal was da kommt, ich damit bestmöglich umgehe und so schnell wie es geht wieder in meinen stabilen Zustand zurückkomme.",
    "end": 229.07
  },
  {
    "start": 229.07,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "So wäre.",
    "end": 229.429
  },
  {
    "start": 229.429,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, super. Ist denn dann die Prävention von Dingen, denen ich widerstehen muss oder sollte? Und das Gute damit umgehen, wieder in meinen Ursprungszustand oder in den gewünschten Zustand zurückzukehren? Wird das voneinander trennen oder geht das nicht Hand in Hand?\nIch überlege jetzt, wenn ich an physische Resilienz denke, dann denke ich jetzt zum Beispiel an gesunde Lebensweise, Sport, womit ich verringern kann, also womit ich das Risiko verringern, nicht eliminieren, aber verringern kann, krank zu werden und dadurch weniger Fälle habe, in denen ich krank werde und dann versuchen muss, meinen Ursprungszustand zurückzukehren. Also wie groß würdest du als Profi die Prävention einschätzen bei dem Thema?",
    "end": 288.462
  },
  {
    "start": 288.462,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Insofern würde ich die dazu zählen, als dass die Prävention immer ja auch bedeutet, dass ich mich schon mit dem auseinandersetze, was mir passieren könnte, aber in einem lösungsorientierten Ansatz. Und es ist gut, wenn wir uns manche Szenarien einfach schon ausmalen, auch wenn sie gar nicht vorgekommen sind, solange wir da nicht aufhören, sondern dann den Schritt weitergehen, sagen, okay, das könnte passieren, was mache ich denn dagegen?\nBeispiel, wenn wir es mal vom Körper wegnehmen, rein aufs Physische. Ich mal mir aus, dass Einbrecher kommen könnten zu meinem Haus und dann überlege ich mir, wo sind denn die Schwachstellen hier in meinem Gebäude und wie kann ich mit einem für mich vertretbaren Aufwand vielleicht dafür sorgen, dass\nEinbrecher nicht so leicht haben. Und falls sie das aber dennoch schaffen, wie sorge ich dafür, dass der Schaden, den sie dann anrichten könnten, möglichst limitiert ist, weil ich nicht nur andere Schlösser an die Türen und Fenster mache, sondern weil ich vielleicht auch noch eine Alarmanlage dazu mir organisiere und ein Safe habe, in dem Pferdgegenstände sind oder so. Das wäre dann ein mehrstufiges Vorgehen für meine\nfür die Resilienz des Hauses. Und insofern kann man das aber auch, finde ich, ganz gut auf den Körper übertragen und sagen, okay, ich weiß, mich können, jetzt hier in der Winterzeit, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich von Erkältungskrankheiten betroffen sein könnte, beziehungsweise an irgendwelchen Grippeviren vorbeikomme. Also kann ich mir überlegen, was mache ich denn, mein Risiko\nzu minimieren. Wenn ich versuche es auf Null zu bringen, das wird immer schwierig, weil dann kann ich ja eigentlich nur noch in meinem Kämmerchen hocken und mich nicht mehr rausbegeben. Dann werde ich auf andere Art und Weise krank. Aber ich kann mir zum Beispiel überlegen, klar, gesunde Ernährung, ich kann dafür sorgen, vielleicht lasse ich mich impfen, wenn ich zu einer Risikogruppe gehöre. Ich kann mir überlegen, gehe ich zu jeder großen Veranstaltung oder nur zu",
    "end": 436.018
  },
  {
    "start": 436.018,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Gewissen oder dergleichen. Also so, das wäre aus meiner Sicht dann auch schon Teil der Resilienz.",
    "end": 446.587
  },
  {
    "start": 446.587,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Was würdest du sagen, du hast ja in deiner Vergangenheit auch schon viel mit Patienten gearbeitet, was sind so die wichtigsten Faktoren bei physischer Resilienz? Also die größten Themen, sag ich mal.",
    "end": 466.145
  },
  {
    "start": 466.145,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also ich glaube, alles was so physische Resilienz angeht, würde ich in meiner Erfahrung vom Patientenkontext gelöst betrachten, weil ich tatsächlich mit meinen Patientinnen und fast durchgängig am Thema psychische Resilienz gearbeitet habe. Einfach aus dem Kontext von Psychiatrie und Psychotherapie. Und weil das auch mein Schwerpunkt ist in der Arbeit danach dann mit Teams und Gruppen und deren.\nWeil bei physischer Resilienz würde ich jetzt vor allen Dingen überlegen, nachdem wir uns den ganzen vorherigen Episoden geguckt haben, welche Risiken bringt die Zukunft so mit sich, würde ich eher den Fokus darauf legen, dem Kontext, was kann man denn gut tun, seine allgemeine Resilienz als Mensch, der in einer vielleicht leider sehr, spannenden, aber vielleicht doch zum Glück sehr spannenden Epoche lebt.\ntun, da bestmöglich durchzukommen.\nUnd jetzt kann ich vielleicht doch auf deine Patientenfrage antworten. Das ist eine Kombi aus physisch und psychisch, aber Umgang mit digitalen Medien, insbesondere mit dem Smartphone. Das hat eine sehr physische Komponente in meiner Arbeit gehabt. Denn meiner Erfahrung nach war die überall propagierte Idee der Erwachsenen, ja, wir müssen den Kindern und Jugendlichen nur einen gesunden Umgang damit beibringen.\nDie war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, die ist auch immer noch zum Scheitern verurteilt. Denn a, die, es den Kindern beibringen wollen, können es selber nicht. Und b, da sitzt einfach eine Milliardenindustrie hinter, die die ganzen Dinge immer weiter so optimiert, dass sie unser Dopamin-Craving anteasert und einfach uns versucht, in den Bann zu ziehen. Und deswegen da",
    "end": 587.487
  },
  {
    "start": 587.487,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Braucht man dann glaube ich tatsächlich was physisches und das ist auch was, was ich immer wieder mit Patientinnen und gemeinsam etabliert habe. De facto Auszeiten von den Geräten. Also ich muss einfach eine physische Distanz zwischen mich und das Gerät bringen. Und damit meine ich nicht den richtigen Kuckabstand, während ich da drauf irgendwas konsumiere, sondern am besten ist das Ding nicht im Raum. Klassisch wäre zum Beispiel sowas.\nKinder und Jugendliche mit Schlafstörungen. Wenn man dann fragt, wo ist denn das Handy, wenn du schlafen gehst? Ja, auf dem Nachttisch. Okay. Ja, und da gehört es halt einfach nicht hin. Es gehört in einen Raum jenseits des Schlafzimmers. Das hat sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene im Schlafzimmer nichts zu suchen.",
    "end": 625.119
  },
  {
    "start": 625.119,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Oder im Bett sogar oft.",
    "end": 641.813
  },
  {
    "start": 641.813,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das ist, glaube ich, ein ganz spannender Punkt, du ansprichst, wo sich die psychische und physische Resilienz treffen. Das Thema Dopamin, wie du schon gesagt hast, ich habe gelesen, dass die durchschnittlichen Smartphone Nutzer 150 Mal am Tag durchschnittlich auf ihr Smartphone schauen. Was super krass ist. Und das hat also einmal psychische Auswirkungen. Klar, wir kennen das alle, die Aufmerksamkeitsspanne nimmt ab.\nDas ist dieses Instant-Gratification wird getriggert und wir haben ständig diese kleinen Dopaminausstöße, was dann wiederum eine physische Komponente hat. Dass wir quasi dopaminenabhängig sind und es immer schwieriger wird, sich über Dinge zu freuen, wenn man im Prinzip abstumpft. Und gleichzeitig sind es auch so ganz banale Dinge wie der Smartphone-Nacken. Also es heißt ja tatsächlich so.\ngibt es Physiotherapeuten, behandeln, weil ständig dieser Blick nach unten geht und dann hast du halt diese degradierte Halswirbelsäule irgendwann. da wäre dann zum Beispiel schon ein Akt von physischer Resilienz allein schon, dass man das Smartphone nach oben hält vor seinen Kopf, anstatt immer runterzuschauen aufs Smartphone. Es klingt jetzt total blöd, aber das ist tatsächlich, das wäre eine Form, wie man verhindern kann, dass man Haltungsschäden kriegt, dass man einfach das Smartphone auf Höhe der Augen hält und nicht\ndie Augen auf die Höhe des Smartphones runterzieht. Also wir haben im Prinzip eine Verzahnung von psychischen und körperlichen Auswirkungen durch ein digitales Gerät. Also ich finde das veranschaulicht ganz schön, dass die Ebenen schwer zu trennen sind. Also es hat häufig halt Auswirkungen auf beides.",
    "end": 752.078
  },
  {
    "start": 752.078,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Das Ganze hier ja ein Projekt, was sich im stetigen Fluss und Wandel befindet. Unsere Idee, diesen Adventskalender zu machen, tauchte auf und wir mussten sofort aufnehmen, weil es war der 30. November. Entsprechend sind alle Episoden hier auch bis ins Detail gescriptet.\nUnd ich merke gerade, während wir das so besprechen, das Smartphone, das wird uns auch morgen noch mal in der Episode richtig viel beschäftigen. Ich glaube, wenn es psychische Resilienz geht, dann kommen wir überhaupt nicht drum herum, durchdigitalisierten Alltag und diese Abhängigkeiten da zu betrachten. Denn wenn du jetzt gerade sagst,\ndass der Durchschnittsmensch irgendwie 150 mal am Tag zum Smartphone greift. Krasse Zahl, da würde ich einfach mal sagen, das hat ja auch nichts mit einer bewussten Handlung mehr zu tun. Damit ich das 150 mal am Tag mache, also das ist ja spätestens nach einer Woche, ist das ja ein antrainierter Reflex. Also alle Gamer und hier die unsere Gaming-Folge gerne gehört haben und auch selber zocken wissen, Muscle Memory.\nmanche Dinge funktionieren wie von alleine, das ist dann doch auch mit dem Handy so. Und was ich aber da gerade merke, wo ich sehr, gerne noch mal hingucken möchte, mit dir gemeinsam zum Thema Resilienz, gerade im physischen Raum, wir haben jetzt besprochen, gerade zu Anfang, als wir eher so den vielleicht nicht dystopischen Blick, sondern realistisch besorgten Blick in die Zukunft geworfen haben,\nwas so alles auf uns Menschen absehbar zukommt. Sei das KI, sei das Klimakrise, sei das Bevölkerungsveränderungen, Migrationsbewegungen, sei das Gesundheitschancen, aber auch Risiken und so weiter und so fort. Wie stellen wir uns denn für die nächsten Jahre resilient auf?",
    "end": 893.314
  },
  {
    "start": 893.314,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "als Menschen, die wir hier in der westlichen Welt und Gemeinschaft leben. Also was meinst du, können wir dafür tun, diese spannenden Jahre gut zu bewegen? Ganz praktisch für uns und unser Leben. meine, du hast ja selber eine entsprechende Entscheidung auch für dich getroffen. Was sind so die Wege, die wir vielleicht hier\ndie nicht aufzeigen könnten. Das würde ja bedeuten, wir hätten da schon einen krassen Plan. Haben wir ja gar nicht. Aber was sind so Optionen, die wir mal durchsprechen könnten, die so unsere Resilienz in diesen Zeiten stärken könnten?",
    "end": 937.105
  },
  {
    "start": 937.105,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Also ich kann sagen, wie ich die Frage für mich beantwortet habe, also für mich und mein Leben, weil das natürlich auch widerspiegelt, was ich denke, was ein guter Weg wäre. die also auch der Schritt nach Neuseeland zu gehen hat auch so ein bisschen mit dieser Strategie zu tun. Und das eine ist einmal körperliche Resilienz. Also sportlich war ich schon immer, aber das ist mir einfach wichtig.\nkörperlich fit zu sein, Sport zu machen und das nicht nur fit zu bleiben, mit meinem kleinen Franz hier zu Hause rumlaufen zu können oder wandern zu gehen, Fahrrad zu fahren, alles was... Ich mache halt viele Sachen gerne, die Outdoor sind oder es falsch im Springen. Das ist einfach auch körperlich anstrengend. Sondern diese Sache, also Sport auch bewusst zu machen, auch ohne äußere Einflüsse. Also ich gehe zum Beispiel laufen und trainieren ohne...\nStecker im Kopf. Ich höre keine Podcasts dabei, ich höre keine Musik dabei, gar nichts. Wenn ich laufen gehe, dann höre ich den Vögeln zu, ich gucke einfach, wie sich mein Körper dabei anfühlt und versuche einfach ganz präsent zu sein dabei und einfach diese körperliche Erfahrung ganz zu machen und mich nicht abzulenken. Das halte ich für sehr, sehr wichtig. Das andere ist,\nDas ist jetzt so ein zweischneidiges Schwert. Ich halte es für wichtig, sich so bisschen aus dem Dauerstrom an Nachrichten und\nWie soll ich sagen? Und der ganzen Podcastsphäre rauszuziehen. Das klingt komisch, weil wir einen Podcast haben. wenn ich jetzt jeden Tag drei, vier Stunden zuhöre, was KI-Experten sagen, wie schlimm alles wird oder Politik-Podcasts anhöre, wie schlimm alles ist, das macht mein gelebtes Leben nicht besser. Im Hier und Jetzt. Und natürlich ist es gut informiert zu sein, dann auch fundierte Entscheidungen für sich treffen zu können. Aber ich glaube, es ist wichtig, gutes Maß zu finden.",
    "end": 1063.889
  },
  {
    "start": 1063.889,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und das zu finden, ist es gut da erst mal rauszutreten und genau zu schauen, okay, wie fühlt sich das jetzt an und wie viel Kapazität dafür habe ich, ohne dass es mich wirklich negativ, stark negativ beeinflusst im Alltag. Das finde ich ganz, ganz wichtig. Und wenn dann was, also wenn ich einen Podcast höre oder mir ein Video anschaue, dann mache ich nur das. Und dann weiß ich, okay, jetzt von dann bis dann mache ich das und danach nicht mehr.\ndass ich nicht in diese Algorithmus-Falle tappe. Das geht ja ganz schnell, auch bei YouTube, was ich eigentlich eine super Plattform finde. Ich habe Plugins installiert, dass ich keine Vorschläge kriege für Videos. Das heißt, alles, was ich angucke, ist nur, was ich suche. Sonst geht es so schnell, er das noch an das noch an dann geht dieses Doom-Scrolling los. Ich glaube, da ist es gut, rauszutreten und wieder mehr bewusst zu erleben und auch dadurch sich die\nHoheit über die eigenen Entscheidungen zurückzuholen. glaube, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass man viel mehr bewusste Entscheidungen trifft und sich nicht von diesem Strom aus Algorithmen mitreißen zu lassen, was natürlich sehr, sehr verlockend sein kann. Und andere Aspekte, die da auch mit zu tun haben, ist mehr praktische Dinge zu lernen. Ich bin ja voll die Handwerksniete und wir haben jetzt eine Sauna in der Garage, die habe ich selber zusammengebaut, war ich super stolz.\nUnd das genieße ich einfach. Zu merken, es gibt doch viel mehr, was ich machen kann. Und dann mache ich es mir tatsächlich auch nicht leicht. Also ich versuche dann nicht die Betriebsanleitung zu lesen, sondern bewusst was Schwieriges zu tun. Ich gucke mir dann einfach alle Teile an und überlege mir lange und da habe ich bestimmt eine Stunde verloren, wie die zusammenpassen könnten. Also dann versuche ich einfach in meinem Kopf zu verstehen, wie das logischerweise zusammenpassen müsste und gucke dann nur, wenn ich absolut nicht weiterkomme.\nUnd das muss man natürlich nicht. Natürlich kann ich auch die Anleitung lesen, dann es bisschen schneller. Aber für mich fühlt es sich immer gut an, die Sachen nicht zu leicht zu haben, sondern auch dann zu merken, okay, wie fühlt es sich jetzt an, das geschafft zu haben? Und ich war mega glücklich, als ich das geschafft habe. Aber ich dachte, ja geil, das war gar nicht so leicht. Aber ich habe es geschafft, ohne die Anleitung anzugucken. Und am Ende habe ich es dann angeguckt, sicher zu gehen. Ich habe es richtig gemacht. Aber das finde ich wirklich gut. Und genauso mache ich es auch beim Sport. Ich mache die Übung.",
    "end": 1212.637
  },
  {
    "start": 1212.637,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "und die Art von Training, die ich kacke finde. Weil ich merke dabei, also ich mache Calisthenics, weil ich hasse Push-ups, ich hasse Planks, also das Wandsitzen, finde ich alles superblöd. Weil das so anstrengend ist. Und ich immer merke nach 1, 2, 3 Minuten, krass, ich will eigentlich aufhören, aber dann merke ich immer, was das für eine mentale Schwelle ist. Und jedes Mal, wenn ich da drüber gehe und merke, das geht, das fühlt sich halt besser an.\nIch genieße das zu laufen, weil ich das total gern mag. Ich genieße es aber auch, die Calisthenics zu machen, aber ich genieße das halt danach. Und diese bewusste Entscheidung, mich erst danach dann richtig gut zu fühlen, das macht mir dann wieder indirekt Spaß beim Training, weil ich weiß, okay, ich habe mich jetzt überwunden. Und das ist cool. Das ist für mich auch eine Form von Resilienz. wo ich merke, okay, cool, da kann ich mich durchbuschen und ich kann dann die Belohnung auf später.\nverschieben und freue mich dann darüber. Und das ist toll. Das finde ich richtig gut. So, ich könnte noch viel mehr sagen, aber da stoppe ich mich jetzt mal, sonst rede ich jetzt 20 Minuten durch. Wird mich ja interessieren, wie du das siehst.",
    "end": 1289.583
  },
  {
    "start": 1289.583,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ich glaube, in den Punkten, da bin ich überall ganz bei dir. Ich würde das einfach nochmal was anderes ergänzen. Ich glaube, in Zeiten, in denen immer mehr die Nachrichten und alles Weitere von potenziell Schwierigen bis Belastenden oder dramatischen Ereignissen durchzogen sind und wo wir einfach nicht genau wissen, was die Zukunft bringt.\nist so ein Punkt, der für mich ganz weit auch oben steht im praktischen Leben. Neben so Dingen, wie du es gesagt hast, Sachen zu lernen und zu können. Und ich wäre vorgenommen, jedes Jahr mindestens eine Sache zu machen und zu lernen, die ich einfach noch nie vorher gemacht habe. Gucke ich gut, mich zu vernetzen. mit einfach viel ...\nund gut mit anderen Menschen im Kontakt zu sein und Gemeinschaft zu pflegen, miteinander zu pflegen, einfach zu sehen, was auch immer so in der großen weiten Welt so vor sich geht, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin und denen einfach ganz begegne, ohne Smartphone dazwischen, für irgendwas, was man gemeinsam macht.\nim Idealfall was, wo man gemeinsam Spaß dran hat oder noch besser, wo man gemeinsam Spaß dran hat und auch noch für andere irgendwas Gutes dabei bewirkt, dann finde ich das eine sehr, sehr wichtige Säule, gerade in dieser Zeit, wo immer mehr Dinge, also sich gefühlt irgendwie distanzierter ablaufen, wo man weniger eng mit anderen Menschen im Kontakt\nDas finde ich gut, da eine Gegenbewegung zu haben und einfach mehr mit anderen im Kontakt zu sein und mich gut zu vernetzen. Das finde ich eine sehr, sehr relevante Form der Stabilisierung und auch irgendwie Krisenvorbereitung. Denn wenn man einander kennt, ist es auch viel einfacher.",
    "end": 1428.367
  },
  {
    "start": 1428.367,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "einander bei Bedarf zu unterstützen, einander zu denken und solche Dinge.",
    "end": 1435.565
  },
  {
    "start": 1435.565,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "glaube auch, Community ist einer der Resilienzfaktoren für die Zukunft. Und das, was ich hier sehr genieße, wir haben privat schon ein paar Mal darüber gesprochen, hier hat wirklich jeder Stadtteil einen Community Hub. Community Hub heißt das und da werden halt Sachen organisiert für den Stadtteil. Aber das sind gemeinsame Barbecues, Picnics, Aufräumaktionen.\nsowas wie Fallenstellen, weil hier gibt es ja Possums, ziemlich viele, die die Vogel-Eier fressen und deswegen, die wurden eingeschleppt und die versuchen mal loszuwerden, die Natur hier zu schützen. Und dann machen die das halt, dass die ein Wochenend lang zusammen die Wanderwege abgehen und überall Fallen aufstellen. Für Possums zum Beispiel. Und dann gibt es in den, also jeder Stadt hat so eine Reserve, ist wie so ein kleiner Park. Und...\nDa sind dann ständig irgendwelche Feste und Gatherings. Das ist total cool. Und das zeigt auch, glaube ich, dass einer der innersten Wünsche ist von Menschen. Das ist Zusammengehörigkeit, Sozialleben und eben Community. Und ich glaube, das kann gut durch so turbulente Zeiten tragen. Vor allem die Zeiten, geprägt sind von Dingen, die für uns so schwer greifbar sind, weil abstrakt. Und da ist das so ein guter Gegenpol, weil das was\nwas ganz, ganz nicht abstraktes ist, was aber uns alle anspricht und einfach glücklich macht. Ich mache total gerne Spieleabende mit Freunden, weil es einfach schön ist, gleichen Tisch zu sitzen, was zu spielen zusammen und zu reden. Das ist schön. Das ist gut gelebte Zeit. hier ist es dann auch so, und das kennst du sicher vom Dorf, wenn man dann mal was braucht, einen Anhänger, ist, weil man irgendwas holen muss oder sowas, ist sofort, ja, hier kannst meinen haben oder\nIch brauche hier mit Hilfe, da mit Hilfe, ist sofort jemand da. Und das macht das Leben einfach einfacher. Nicht nur in der Situation, wo ich dann Hilfe brauche, sondern auch in meinem normalen Alltag, wo das vielleicht nicht direkt eine Rolle spielt, einfach zu wissen, da ist diese Community, da ist ein guter Rückhalt. Und ich glaube, das ist super wichtig, da wieder mehr ins Analoge zu gehen. Und der Grundgedanke von Facebook war ja auch mal gut, mehr für Communities zu tun.",
    "end": 1575.239
  },
  {
    "start": 1575.239,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Wenn das wirklich der Grundgedanke war, das wird immer so kommuniziert, sagen wir mal, das war so, dann ist es ja eine gute Grundidee gewesen. ich glaube, wenn die ganze Social-Media-Zeit eins gezeigt hat, dann ist es, wertvoll die analogen Communities sind und dass wir da wieder mehr hin müssen und uns nicht davon entwöhnen. Und deswegen glaube ich, der Schritt zu direkten sozialen Kontakten, zu einem Austausch, zu Miteinander, auch wenn es vielleicht schwieriger ist als\nwenn man jetzt auf dem Klo sitzt und mal durch sein Instagram oder Facebook scrollt, dass da der Weg zu einer gesunden Resilienz hinführt.",
    "end": 1617.251
  },
  {
    "start": 1617.251,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja.\nIch glaube auch, wenn wir jetzt so gucken auf uns als Science-Fiction-Fans und alle Zuhörerinnen und Zuhörer können sich ja wahrscheinlich auch sehr für das Thema begeistern, sonst würden sie hier nicht so regelmäßig zuhören. haben wir ja alle Freude daran, uns Welten von Morgen und Übermorgen zu überlegen. Und wir haben alle Freude daran, auch\nspannende Welten von Morgen und Übermorgen zu überlegen. Und ich finde, wenn man da dann diesen Community-Gedanken mitdenkt, dann ist das sicherlich auch etwas, was wir, die wir gerne an die Zukunft denken, weil wir es spannend finden und da so viel Potenzial drin sehen, sicherlich auch eine Frage, bezogen jetzt auf Resilienz, wie kriegen wir es hin?\nnicht nur das dystopische auszumalen, sondern auch das utopische auszumalen und dann zu gucken, wie kann ein guter Zwischenweg aussehen. Und da finde ich es total spannend, auch mal gerade wenn man mit anderen Menschen in Kontakt kommt, sich gar nicht mit dem Thema Science Fiction und Zukunft auseinanderzusetzen, mal zu hören, was die denn glauben, wie das Leben sich so weiterentwickelt oder was sie glauben.\nwas eine coole neue Entwicklung im Rahmen der Technik ist, wie die das erleben. Und es ist total spannend, dass ich den Eindruck habe, ganz schön viele Menschen sind so von dieser Position aus auch für Zukunftsfragen offen und zu begeistern, auch wenn die vorher sagen, mit Science Fiction habe ich überhaupt nichts am Hut.",
    "end": 1731.049
  },
  {
    "start": 1731.049,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Und ich glaube, wenn wir es schaffen, da mehr lösungs- und ressourcenorientiert miteinander zu reden, ohne irgendwas auszudiskutieren. Also niemals wurde die Welt am Stammtisch gerettet. Also das meine ich nicht. Aber einfach mal ein offenes Ort zu haben und positiv auf das Ganze zu gucken, wenn man in den Austausch miteinander geht. Da sehe ich eine große Chance und Kraft drin.\nUnd ganz unabhängig davon, glaube ich, machen auch so ganz praktische Dinge für Resilienz Sinn. wenn man jetzt an sowas wie potenzielle Blackout-Szenarien denken oder dergleichen, ist es einfach gut, man das, es so vom, ich glaube, Bundesamt für Bevölkerungsschutz oder so heißt, in Deutschland, keine Ahnung, wie es in Neusiland heißt, wenn man für ein paar Tage ein bisschen Wasser im Haus hat, wenn man genug Lebensmittel da hat.",
    "end": 1789.525
  },
  {
    "start": 1789.525,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "14 Tage wird sogar empfohlen bei euch.",
    "end": 1791.242
  },
  {
    "start": 1791.242,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "oder sowas. Genau. Das finde ich, nicht Teil von Panikmache, sondern da habe ich einen schönen Bericht über Finnland gesehen, die das nie aufgehört haben zu machen. Also für die die Frage, ob das irgendwie dramatisierend ist oder so, das haben die deutschen Reporter darin gestellt, das konnten die überhaupt nicht verstehen, weil die gesagt haben, naja, nee, es kann ja immer mal was passieren und ich schlafe einfach viel ruhiger.\nWenn ich weiß, auch nicht im Zweifelsfall, komme ich einfach erst mal über die ersten 10, 14 Tage wie auch immer. Und das finde ich auf so einer Ebene, um nochmal ganz ins Physische zurückzukommen bei der Resilienz, auch tatsächlich einen guten Punkt. Wir müssen gar nicht den großen, weltumspannenden Blackout, Super Sonnensturm, KI-Apokalypse oder sonst was denken. Das kann einfach auch so gut sein.\nWenn mal für einen längeren Zeitraum der Strom weg ist oder so zu wissen, brauche ich mich nicht sorgen, ich habe genug da für mich und meine Family oder so. Auch das finde ich in heutigen Zeiten eine ganz praktische Form von Resilienz. Und wenn ich da noch gut vernetzt bin, weil ich im positiven Austausch mit anderen Menschen bin, dann kann man sich auch in solchen Fällen gut gegenseitig aushelfen.\nmuss man nicht nur Bohnen essen, weil irgendwer hat vielleicht auch dran gedacht, was anderes einzulagern.",
    "end": 1878.836
  },
  {
    "start": 1878.836,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Punkt.",
    "end": 1882.997
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  {
    "start": 1882.997,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, sehr guter Punkt. Halt ich auch für sehr, wichtig, weil es kostet nicht viel und ist im Zweifelsfall eine super Stütze. Im Zweifelsfall. Insofern lohnt sich.",
    "end": 1898.567
  },
  {
    "start": 1898.567,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Lifehack, Bunker hat nur Lebensmittel ein, die er richtig gerne isst, dann könnt ihr die nämlich durchrotierend nachkaufen, damit sie nicht keine Lebensmittel wegschmeißen, wenn es irgendwie geht. Ja, haben wir irgendwas Wichtiges vergessen, wenn es physische Resilienz geht? Also bestimmt, weil wir, ist ein super komplexes Thema und wir haben gerade mal eine halbe Stunde darüber gesprochen, aber meinst wir haben das Wichtigste für so eine Adventskalender-Folge beieinander?",
    "end": 1926.517
  },
  {
    "start": 1926.517,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, würde ich sagen.",
    "end": 1930.841
  },
  {
    "start": 1930.841,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Okay, dann habe ich noch eine andere Frage, aber die hebe ich mir für morgen.\nDann würde ich sagen, lassen wir es hier bei. allen vielen herzlichen Dank fürs Zuhören und einen schönen Tag, Abend oder was auch immer für euch gerade passend ist noch und dann hören wir uns morgen wieder. dahin, tschau tschau.",
    "end": 1951.854
  },
  {
    "start": 1951.854,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Bis morgen, tschüss.",
    "end": 1952.854
  }
]