[
  {
    "start": 1.112,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Moin, Joshua.",
    "end": 3.342
  },
  {
    "start": 3.342,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Guten Abend, Philipp und herzlich willkommen all unseren Zuhörerinnen und Zuhörern zu einer neuen Adventskalender-Episode vom TreeCorder. Und heute möchten wir noch mal, sage ich schon, über Sicherheit im Weltraum und in Orbit sprechen. Darüber haben wir ja schon mal eine Episode gemacht mit Frank Sauer, Mondmaß Machtverteilung, die sehr gut angenommen wurde von unserer Zuhörer-Schrift, was mich sehr gefreut hat. Und auch eine der Episoden auf jeden Fall.",
    "end": 27.971
  },
  {
    "start": 27.971,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Wenn ich Sie noch nicht gehört habe, macht es.",
    "end": 33.206
  },
  {
    "start": 33.206,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Eine Episode, die mir wirklich viel Spaß gemacht hat. Und wir haben ja in der letzten Episode über New Space gesprochen, über das Rennen zwischen privater und staatlicher Raumfahrt und was da so als nächstes auf uns zukommen könnte. Und dabei haben wir so ein bisschen das Thema Sicherheit im Orbit außen vor gelassen, weil das einfach ein eigenes Thema für sich ist. Als Eingangsfrage mal an dich, Philipp. Was ist denn das Erste, was dir einfällt?\nbeim Thema Sicherheit im Orbit.",
    "end": 65.947
  },
  {
    "start": 65.947,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also ich sehe immer, es wird immer mehr gestartet, es wird immer mehr ins Weltall gebracht. Sei das jetzt normale Satelliten, Starlink, das chinesische irgendwas Segel Pendant dazu.\nWir packen immer mehr in unseren Orbit und im gleichen Maße reduzieren wir gerade auf der Welt unsere Bereitschaft zur Kooperation. Also Make America Great Again, China auf zur dominierenden Weltmacht.\nWas weiß ich, ihr könnt mich mal alle, wir sind Autokraten und machen nur, wir wollen. Also die Gemengelage auf der Erde entwickelt sich gerade in eine Richtung weg von der Kooperation. Und damit steigt meinem Dafürhalten nach das Risiko für so was wie ein Kessler-Syndrom enorm. Ich mein, wir packen da immer mehr hoch und\nbesprechen uns aber immer weniger. Das ist eine unglaublich schlechte Idee.",
    "end": 149.358
  },
  {
    "start": 149.358,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Stimmt. Vor allem die... Es ist echt ein Damoklesschwert, das Kessler-Syndrom. Also für alle, die noch nicht davon gehört haben, mag ja sein, geht es einfach darum, dass Weltraumschrott bzw. Objekte im All bei einer... durch einen Unfall, also eine Kollision von Teilchen oder durch einen Abschuss von... durch eine Antisathetenrakete...\nmilitärischen Tests zum Beispiel eine Trümmerwolke entstehen kann, die so einen Kaskadeneffekt erzeugt. Dann haben wir so eine Sphäre aus Müll, die mit Orbitalgeschwindigkeit die Erde rast und es dann quasi unmöglich macht, noch irgendwas zu starten oder irgendwelche Satelliten zu haben. Das wäre dann quasi so ein Zivilisationsende, wenn das eintreten sollte.\nDas kann einmal sein, weil jetzt zu viele Raketen gestartet werden und die zu viele Staaten, wie du schon gesagt hast, sich nicht absprechen, wer wohin kann. wenn eine Ressource, in dem Fall ist die Ressource platz, knapper wird, wissen wir, was politisch meistens passiert. Dann gibt es Kämpfe die Ressourcen. Und das ist was, was uns tatsächlich bevorstehen könnte. Und das hat\nmehrere Komponenten einmal starten, eine bestimmte, also sie sich bedroht fühlen oder eine bestimmte Bedrohung projizieren können möchten, wie Indien. Ich glaube, Indien waren die Letzten, die eine Antisatellitenrakete gestartet haben. Dann passiert halt genau das. Die wollen eine Fähigkeit zeigen. Hey, wir können das auch. Schießen dann alten ausgedienten Satelliten ab und boom hat man eine neue so Trichter-förmige, da kann man das ganz gut in Simulationen sehen.\nTrümmerwolke, mit über 20.000 Keimhauern die Erde rast. Und jedes Mal, das passiert, gibt es halt mehrere Prozent Risiko drauf, dass ein Kessler-Syndrom eintritt.",
    "end": 273.698
  },
  {
    "start": 273.698,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und das ist wirklich gruselig. Also keine Satelliten heißt Stromnetze gehen ziemlich schnell in Arsch. Weil alles, also weil super viel an den Atomuhrn im Orbit hängt. Das ist total krass. Auch das Internet wird so nicht mehr funktionieren. Der ganze Börsenhandel ist auf diese Atomuhrn angewiesen im Orbit. Das ist also, das ist nicht nur ein Kaskadeneffekt im Weltraum, sondern Kaskadeneffekt hier unten bei uns.\nUnd genau wie es ist, wenn du kein stabiles Stromnetz mehr hast, dann hast du keine stabilen Kühlketten mehr. Dadurch hast du keine gekühlten Rechenzentren mehr. Dadurch hast du keine gekühlten Lebensmittel mehr, die an Ort und Stelle kommen. Und ohne Energie hast du auch Treibstoffproblematik und so weiter und so fort. Also hängt super viel dran. Ich habe mich da einmal für ein Buch mit beschäftigt und das ist super gruselig. Vor allem, weil das so schnell gehen kann. Und\nDie Gefahr, wenn du jetzt zum Beispiel zwei Staaten hast, die aufeinander losgehen und Atomwaffen haben, wie China und USA oder USA und Russland oder Indien und Pakistan, dann ist nicht nur eine der Gefahren, dass die die Erde mit Atomwaffen verwüsten, weil daran hat ja eigentlich keiner Interesse, sondern du machst ja einen Krieg, strategisches Ziel zu erreichen. Das erreichst du ja nicht, wenn du einfach den Tisch umwirfst und alles kaputthaus. Aber\nDie USA sind definitiv unangefochten die Nummer eins, was Aufklärung über Satelliten angeht. Staaten, also Russland, spielt da im Prinzip so eine winzige Rolle dagegen. Das heißt, sie hätten gar keine Chance gegen USA schon allein wegen der fehlenden Aufklärungsdaten. Und die sind im Prinzip komplett transparent selber. Da liegt natürlich die Idee nahe, okay, dann schießen wir einfach drei, vier, fünf Raketen nach oben, schießen Satelliten ab.\ndamit ihr uns nicht mehr seht und dass dann halt ein Kessler-Syndrom eintritt und dann wir haben vielleicht die robustere Gesellschaft, die nicht so auf Hochtechnologie angewiesen ist und dann gewinnen wir halt so. Das ist eine nicht unrealistische Gefahr. Genauso für Nordkorea. Also wenn Nordkorea angegriffen werden würde, könnten die das auch sofort machen und würden quasi die ganze Welt ins Chaos stürzen, während sie selbst alles unterkellert haben mit ihren riesen Bunkeranlagen, also beziehungsweise die",
    "end": 422.51
  },
  {
    "start": 422.51,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Familie von Kim Jong Un. Das kann tatsächlich passieren. Und ironischerweise, wir wollen ja eigentlich hoffnungsvoll enden, aber ich bringe jetzt mal was Hoffnungsvolles in der Mitte ein. Wenn wir ein Kessler-Syndrom hätten, also der Orbit vom Leo bis in den hohen bis in höhere Orbitale dicht wäre, wäre natürlich ein Riesenproblem für Interkontinentalraketen.\ndie alle über den Orbit fliegen.",
    "end": 454.802
  },
  {
    "start": 454.802,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also das wäre eine Lösung gegen den Atomkrieg.",
    "end": 461.23
  },
  {
    "start": 461.23,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das komplette Lösung, aber das würde auf jeden Fall die Wahrscheinlichkeit für einen ausgedehnten Atomkrieg mit alle Hauptstädte sind ausradiert und so deutlich senken.",
    "end": 473.086
  },
  {
    "start": 473.086,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, ich glaube so einen kleinen Einblick, wie sehr Trümmerteile gefährlich sein können, gibt es ja immer wieder, also auch schon jenseits von Satellitenabschüssen. Jetzt das letzte, was mir gerade einfällt, ist die chinesische Tiangong-Raumstation, also das\nPendant der Chinesen zur ISS, bei der sie nicht mitspielen dürfen. Da musste ja gerade, ich glaube durch so einen Mikro-Einschlag konnten die die Kapsel nicht zurücknehmen. Die haben sie dann leer zurückgeschickt und, oder nee, die haben die Rettungskapsel genommen und sind dann ohne Rettungskapsel geblieben. So.\nwar das die, oben geblieben sind nach dem Q-Tausch. Und die ISS hat ja auch immer mal wieder so kleine Schäden und viele der Satelliten im All müssen regelmäßig Ausweichmanöver einlegen, nicht getroffen zu werden. Wobei man ja nur bis zu einer gewissen Größe die Trümmerteile überhaupt von der Erde aus verfolgen kann. Das heißt sozusagen das Weltraumlagebild",
    "end": 527.342
  },
  {
    "start": 527.342,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Genau.",
    "end": 556.893
  },
  {
    "start": 556.893,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Man geht nur bis zu einer gewissen Größe, was das Risiko für Einschläge kleinerer Objekte quasi nicht händelbar macht. Den kann man halt nicht ausweichen, weil man sie nicht sieht. Ja, und ich glaube tatsächlich, auch hier zeigt sich wieder, und das finde ich gerade krass, in wie vielen Episoden uns auffällt, dass wir\nin richtige Probleme reinlaufen, weil wir uns als Menschen hier auf unserem Raumschiff Erde einfach nicht gut koordiniert kriegen. Da kommen wir ja in fast jeder Episode wieder dran. Und auch hier zeigt sich wieder, wir drohen nicht an unüberwindbaren Problemen zu scheitern, sondern wir drohen daran zu scheitern, dass wir es nicht gemeinsam hinkriegen.",
    "end": 613.966
  },
  {
    "start": 613.966,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, im Prinzip scheitern wir an einem Haufen Gedanken. Dass die Leute denken, ich denke das Richtige und die anderen denken das Falsche. Und meine Ansichten sind die richtigen und deren Ansichten sind die falschen, obwohl die exakt gleichen Interessensgrundlagen da sind. Das ist eigene Unversehrtheit, unversehrt hat der Familie genug Nahrung, also Bedürfnispyramide, es wäre für alle gleich.",
    "end": 614.781
  },
  {
    "start": 614.781,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "und",
    "end": 642.173
  },
  {
    "start": 642.173,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "kann man uns als Gesamtspezies einfach nur ganz klar attestieren, wir sind ziemlich dumm.",
    "end": 642.251
  },
  {
    "start": 642.251,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das ist total verrückt.",
    "end": 650.233
  },
  {
    "start": 650.233,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Also so als Gesamtheit. Okay, fällt mir gerade auf, ich wollte nicht zu sehr von unserem Thema wegführen, aber das musste ich gerade irgendwie mal loswerden, dass mir das ja an dem Punkt nochmal aufgefallen ist. Spannend finde ich in dem Kontext Weltall ja auch, dass es jetzt die ersten Missionen gibt mit Satelliten, die zu Service zwecken.\nandere Satelliten andocken und die zum Beispiel wieder betanken sollen oder wenn die nicht wieder betankbar sind dann quasi als angedockter Antrieb dienen ausgediente Satelliten entweder in einen Schrottorbit zu hieven oder so in die Atmosphäre einzubringen dass sie verglühen quasi aufräumen im Weltall wobei auch das natürlich\neine potenziell militärische Komponente hat und tatsächlich ja super sicherheitsrelevant ist, denn die Aufräumensatelliten, die kann man halt nicht nur zum Aufräumen verwenden.",
    "end": 724.07
  },
  {
    "start": 724.07,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, das und dann kommen wir wieder zu dem Punkt. Tolle Technologien, aber die erfordern halt Vertrauen zwischen den Akteuren. Und ja.",
    "end": 735.555
  },
  {
    "start": 735.555,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Genau, und wie kann man Vertrauen herstellen? Primär durch Transparenz. Also indem man das, was man tut, maximal transparent macht, damit niemand irgendetwas vermuten muss, sondern man einfach sieht, was passiert da. Und durch klare Absprachen, die im Rahmen der Transparenz auch überprüfbar sind. Und da kommen wir wieder zum Punkt am Anfang, wie...",
    "end": 760.366
  },
  {
    "start": 760.366,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Mmh.",
    "end": 764.413
  },
  {
    "start": 764.413,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "uns Stück für Stück davon, Dinge miteinander abzusprechen und verbindlich zu halten und haben, wie wir in unserer Episode 45, Mondmaßmachtverteilung schon besprochen haben, keine modernen Weltraumverträge. Gibt's einfach nicht.",
    "end": 790.382
  },
  {
    "start": 790.382,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das ist ja das Ironische des Ganzen, als der Weltraumvertrag geschossen wurde in den 60ern. Da war die Welt ja viel einfacher. Viele sagen ja, diese Angst vom Weltuntergang gab es schon immer, weil wir hatten den Kalten Krieg mit der ständigen Atomdrohung und so. Aber eigentlich ist es ja so, dass die Zeit viel berechenbarer war. Da standen sich halt zwei Blöcke gegenüber, die unvereinbar waren. Aber die haben ja Handel miteinander getrieben auch. Es war jetzt nicht so, dass da irgendwie nichts stattgefunden hätte oder so.\nMan hat halt genau deswegen diese roten Telefone eingeführt und so weiter und so fort, hatte diplomatischen Austausch. Also alle waren interessiert daran, das nicht komplett eskalieren zu lassen, weil jede Seite natürlich wollte, dass ihre Ideologie weiterlebt. Und alles war irgendwie verlässlich. Und das ist jetzt halt nicht mehr. Jetzt haben wir eine multipolare Weltordnung mit vielen Akteuren, die unterschiedliche Interessen verfolgen und man nie so richtig wissen kann, okay,\nWas machen die jetzt? Es sind halt nicht mehr zwei Leute am Tisch, die einen direkten Draht zueinander haben und jeder weiß genau, was der andere will und man hat sich irgendwie arrangiert. Und das ist glaube ich, also diese Unvorhersehbarkeit, das ist glaube ich das große Zündholz an dem Ganzen. Und gleichzeitig haben wir so viele Stellen, die entflammbar sind.\nUnd da ist der Orbit eine große Nummer, wegen... Also Zugang zum Weltraum ist eine strategische Fähigkeit, die super wichtig ist. Und gleichzeitig ist alles, was im Weltraum ist, ultra fragil.\nUnd mehr Fähigkeiten zu haben als andere kann sowohl Vor- als auch Nachteil sein. Das das, was ich eingangs meinte. jemand die Fähigkeit hat, Satelliten abzuschießen, aber nicht selber ausreichend Hochtechnologie oben zu platzieren, die gleichen strategischen Fähigkeiten, diese Enabler zu haben, andere Staaten, steigt das Risiko davon, dass sie einfach was kaputt schießen und sagen, wenn wir das nicht können, dann sollt ihr das auch nicht können. Und da kann man dann auch nicht so besonders viel gegen machen.",
    "end": 923.805
  },
  {
    "start": 923.805,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, das ist so eine Kindergartenlogik. Wenn ich nicht mit dem Spielzeug spielen kann, dann darfst auch nicht damit spielen, also mache ich es kaputt.",
    "end": 933.55
  },
  {
    "start": 933.55,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Nur, dass das Spielzeug deinen Staat gläsern macht von oben. Und der, der das kann, wegbomben kann. Ziemlich einfach, weil er genau weiß, wo er treffen muss.",
    "end": 948.029
  },
  {
    "start": 948.029,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja und jetzt",
    "end": 949.976
  },
  {
    "start": 949.976,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und wenn du einen paranoiden Staat hast wie Nordkorea, ist das natürlich das Horror-Szenario.",
    "end": 954.984
  },
  {
    "start": 954.984,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Absolut. Und wenn man sich jetzt noch überlegt, es gibt dann ja auch noch, wir hatten es ja eben mit dem Kessler-Syndrom und wie schwierig es ist, verschiedene Trümmerteile zu tracken. Wenn wir jetzt auch noch überlegen, irgendein Satellit geht kaputt und ich weiß nicht warum. Weil, also\nnicht alles checken kann. Das ist ja auch noch ein Szenario. Je schlechter das Lagebild im Weltall ist, also je weniger ich weiß, was da oben passiert, umso größer ist auch die Gefahr, dass Fehlschlüsse daraus gezogen werden und ich jemanden verantwortlich mache, der es nicht ist.",
    "end": 1005.128
  },
  {
    "start": 1005.128,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Maya-Satelliten auch gut hackbar sind. Das wurde jetzt ja schon mehrfach gezeigt. Wenn jetzt eine Fraktion einen Satelliten hackt, der dann irgendwas, also einen anderen Satelliten rammt oder sonst was, wer weiß, wem das zugeschrieben werden würde.",
    "end": 1018.077
  },
  {
    "start": 1018.077,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Mmh.",
    "end": 1019.424
  },
  {
    "start": 1019.424,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und oft ist es ja so, das hat man ja im Afghanistan-Krieg auch gesehen, eine Folge von 9-11. 9-11 waren aber, ich glaube, fast alle der Terroristen Saudis. Es wurde aber nicht Saudi-Arabien angegriffen. Es wurde Afghanistan angegriffen. Also, häufig ist ja auch so, es muss dann irgendwie eine Reaktion her. Und wenn die halt gerade nicht ins politische Bild passt, dann macht man halt irgendwas. Und",
    "end": 1046.365
  },
  {
    "start": 1046.365,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja.",
    "end": 1047.38
  },
  {
    "start": 1047.38,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "So könnte es ja auch passieren, wenn ein Satellit gehackt wird.",
    "end": 1053.33
  },
  {
    "start": 1053.33,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ganz anderer Aspekt,",
    "end": 1054.11
  },
  {
    "start": 1054.11,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Und ich wollte noch sagen, also Sicherheit im Orbit ist natürlich nicht nur Kessler-Syndrom und Müll, sondern der Orbit ist auch das Schlachtfeld von einem Atomkrieg. Also die Wirkung wird unten erzielt, aber die Flugkörper gehen halt über den Orbit, gehen alle übers Weltall.",
    "end": 1075.525
  },
  {
    "start": 1075.525,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Und die Abwehrsysteme für intercontinental Raketen, wirken fast alle ja auch da oben. Also Aero 3 wäre jetzt ja so ein gerade in Deutschland populär gewordenes Beispiel. Die können, ich meine ja.",
    "end": 1090.742
  },
  {
    "start": 1090.742,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Geht der auch bis in den Orbit hoch?\nIch dachte, wären nur diese Geelys von den Amerikanern, wovon sie ja ganze 40 Stück haben und womit den Entwicklungskosten eine Rakete einfach, ich glaube, eine Milliarde kostet.",
    "end": 1109.987
  },
  {
    "start": 1109.987,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Eine Milliarde.",
    "end": 1111.63
  },
  {
    "start": 1111.63,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "1 Milliarde bei 61 Prozent Effizienz in Tests.",
    "end": 1117.886
  },
  {
    "start": 1117.886,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ganz sicher bin ich mir nicht bei RO3, aber das müsste ich nochmal recherchieren, aber die dienen auf jeden Fall zum Abfangen von Intercontinental Raketen und ich meine, das kann man nur, solange die noch nicht im Endanflug sind, weil sie dann zu schnell werden.",
    "end": 1138.996
  },
  {
    "start": 1138.996,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja und dann ist glaube ich das Tracking auch nicht mehr möglich, weil das ja dann ja nur ein...",
    "end": 1141.598
  },
  {
    "start": 1141.598,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "dünnes Eis, was da mein Know-how angeht. Das ist eine Vermutung. Was ich aber noch ganz...",
    "end": 1144.834
  },
  {
    "start": 1144.834,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja.\nJa, so wie ich es verstanden habe, kann man sie noch abschießen, solange sie heiß sind. Und wenn die Sprengköpfe rauslassen, die gehen ja nur noch über kinetische Energie, also die fallen ja nur noch aufs Ziel und dann kannst du sie nicht mehr richtig anvisieren. Das ist glaube ich so das Problem.",
    "end": 1165.286
  },
  {
    "start": 1165.286,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Genau, beim Thema Sicherheit, welteilwürdig, auch nochmal die, also wir haben uns jetzt ja sehr auch die militärische Geschichte angeguckt. Ich finde aber ein ganz wichtiger Teil ist auch noch Weltraumwetter bzw. Sonnenstürme und deren potenzielle Auswirkung auf Satelliten.\nAuch da, finde ich, fehlt uns ein relevanter Teil an Sicherheit, für den wir viel mehr Kooperation bräuchten, nämlich ein Backup-System. Also was ist, wenn ein Riesensonnensturm einfach unsere Satelliten ausnockt? Selbst wenn wir den im Vorfeld mitbekommen und vielleicht manche Systeme noch vielleicht abschalten können, damit sie nicht so viel Schaden nehmen, keine Ahnung, ob das eine realistische Option ist.\nWir bräuchten im Grunde genommen Backup-Systeme, das All, auch eine gewisse Zeit ohne das Weltall auszukommen. Und die sehe ich nicht. Und ich glaube, da ist ein großes Problem die Wirtschaftsstruktur. Wir haben alles auf Just-in-time optimiert.\nWir haben alles darauf optimiert, also auf Effizienz. Wir haben Effizienz ganz ganz nach oben gestellt und Sicherheit ganz weit hinten an. Was spannend ist im Kontext Weltall, weil gerade die ganze Raumfahrt ja eigentlich dafür steht, alles redundant zu haben und alles maximal abzusichern für jeden möglichen Worst Case.\nAber für die Weltraumtechnik als Ganzes haben wir das nicht. Also jeder einzelne Satellit hat seine Redundanzen, aber wir haben keine Redundanz für die Technik im Weltall hier auf dem Boden.",
    "end": 1287.87
  },
  {
    "start": 1287.87,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, ist die rote Fahne, sich durch unsere Episoden zieht, dass wir Menschen einfach schlechteren sind, Langzeitfolgen abzuschätzen und darauf aufbeantwortet, weit in die Zukunft zu planen. Es muss halt immer schnell sein und günstig und irgendwie effizient. Und das beschleunigt sich ja auch noch. Also wenn überlegst, wie früher produziert wurde, seien es Autos, Haushaltsgeräte oder sonst irgendwas.\nimmer zumindest die Unternehmen mit Anspruch, so gut es geht für die Ewigkeit. Und jetzt ist immer günstig und mit so viel Gewinnmarge wie möglich. Und das zeigt sich, glaube ich, auch bei Satellitentechnik. Klar, könntest du die wahrscheinlich deutlich sicherer, der dich bisher absichern gegen einen Sonnensturm. Aber es ist halt auch deutlich teurer und wahrscheinlich deutlich schwerer.\nDu bezahlst ja in Gewicht, dass es in den Orbit kommt. Schwierig.",
    "end": 1352.762
  },
  {
    "start": 1352.762,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Und genau, da ist aber, also in diesem Kontext muss man sagen, hier geht es ja noch nicht mal Folgenabschätzung alleine, weil, also bei KI zum Beispiel, da ist Folgenabschätzung sehr hypothetisch. Wir hatten noch nie eine AGI. Also wir müssen, wir müssen überlegen, wie es sein könnte. Und wir wissen, wir werden uns irren. So zumindest in Teilen. Aber bei",
    "end": 1380.12
  },
  {
    "start": 1380.12,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Aber an Carrington Event gab es halt schon.",
    "end": 1381.726
  },
  {
    "start": 1381.726,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Genau, Carrington Event 1859, ja, mit irgendwie brennenden Überlandtelegrafenmasten und dergleichen. Jetzt war aber halt 1859 die Abhängigkeit der Menschheit von Satelliten bei Null.",
    "end": 1390.638
  },
  {
    "start": 1390.638,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Telegrafenmasten.",
    "end": 1405.344
  },
  {
    "start": 1405.344,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Da gab es ja nur die fünf von den Aliens, jetzt im Orbit rumschwirren seit Vorspurtnick.",
    "end": 1412.542
  },
  {
    "start": 1412.542,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, anderes spannendes Thema. Das könnten wir auch noch mal recherchieren und dazu eine Folge machen.",
    "end": 1419.47
  },
  {
    "start": 1419.47,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Die Studie kam ja gerade erst raus, das könnten wir eigentlich mal machen.",
    "end": 1422.623
  },
  {
    "start": 1422.623,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, genau, das ist halt so ein Punkt, ich denke, alles auf die Weltalltechnik zu setzen, wie du es schon gesagt hast, von Banken, Börsen über Elektrizität und dergleichen, ist einfach nicht schlau. Vielleicht sogar dumm.",
    "end": 1450.632
  },
  {
    "start": 1450.632,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, ist... Es hängen sehr viele Damocles-Schwerter da oben. Muss man einfach sagen.",
    "end": 1456.74
  },
  {
    "start": 1456.74,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, und wenn man das bedenkt, kriegt das ganze Thema Weltall und Weltraum viel zu wenig Aufmerksamkeit in der breiten Bevölkerung, die sich immer noch denkt, was wollen wir eigentlich da oben und sollten wir wirklich staatliche Gelder in Raumfahrtunternehmen investieren und dergleichen? Da würde ich sagen, die Frage haben wir vor, weiß ich nicht.",
    "end": 1458.569
  },
  {
    "start": 1458.569,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das ist",
    "end": 1485.598
  },
  {
    "start": 1485.598,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "60 Jahren beantwortet, als wir angefangen haben, Raumfahrt zu machen. Also bitte nicht mich auf die 60 Jahre festlegen. Haben wir schon vorher angefangen. Aber nachdem wir es angefangen haben, solange wir nicht entscheiden, wir hören jetzt komplett auf damit, müssen wir da weiter rein investieren, da einfach besser dran zu werden und resilienter.",
    "end": 1510.87
  },
  {
    "start": 1510.87,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "glaube, das haben viele nicht so auf dem Schirm, weil es hier unten ja auch so viel Damoklesschwerter gibt. Es ist ja so ein bisschen so, als wenn wir in einem Haus wohnen, wo die Wände und das Dach aus Dynamit sind und alle Mitbewohner sind Raucher. Und ich glaube, ist es dann vielen auch egal, dass sagen, okay, das Dach ist halt auch aus Dynamit, aber die Wände halt auch und der Boden. Dass das dann ein bisschen zu fern im wahrsten Sinne oder abstrakt wirkt.\nWenn die Leute sagen, Atomkrieg, Klimakrise, gesellschaftlicher Zerfall und so weiter, globale Pandemie, you name it, dass das alles so ein bisschen greifbarer sich anfühlt für viele.",
    "end": 1560.356
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  {
    "start": 1560.356,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Was ist unser Lichtblick? Ich will nicht so deprimierend enden.",
    "end": 1566.741
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    "start": 1566.741,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Es hätten noch immer Jotjejange.\nBisher, also du, es gab ja diesen Zwischenfall bei den Russen, wo die haben ja dieses gronten schlechte Satellitensystem, was Interkontinentalraketen tracken soll ab dem Start. so eine krasse, was die Amis haben. Nur ist es halt so schlecht, dass sie schon mal bei einem Schwarm Fluggänse gedacht haben, das wären irgendwie hunderte Interkontinentalraketen. Also so schlecht ist das. Und trotzdem hat keiner auf den roten Knopf gedrückt. Und ich glaube, dass das große",
    "end": 1581.132
  },
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    "start": 1581.132,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ja, ja.",
    "end": 1600.334
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    "start": 1600.334,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Also, was all diese Katastrophenszenarien, auch das von der Annie Jacobson, das 72 Stunden zur Vernichtung, jetzt der House of Dynamite, von der Catherine Bigelow, was die alle außer Acht lassen, es muss halt nicht alles schiefgehen. Das ist immer so eine Verkettung von Umständen, dann dazu führen, dass alles den Bach runtergeht. Und ich verstehe das, weil die halt\nwarnen wollen von der absolut realen Gefahr. Beispiel Atomkrieg, dafür muss halt auch wirklich dann der Präsident, der russische Präsident plötzlich nicht erreichbar sein. Oder er sagt, nee, wenn mich der Verteidigungsminister der USA anruft, dann glaube ich dem nicht, dass die gerade nicht auf uns schießen. Kriegsminister, Entschuldigung. Dann glaube ich das einfach nicht und sage, nee, entweder ich spreche mit dem Präsidenten oder wir schießen zurück.",
    "end": 1647.839
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    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Kriegsminister.",
    "end": 1658.519
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    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Das sind alles so Sachen, ich denke, ne, also die Geschichte hat dann schon gezeigt, dass die Leute in der Lage sind, bisschen vernünftiger zu handeln in einem Ausnahmefall. Also genauso wie ich es für naiv halte, dass man denkt, das wird schon alles gut, ohne dafür Gründe nennen zu können, glaube ich zu sagen, alles wird schlecht und es ist immer die\nSchlechteste Möglichkeit, die einen trifft mit einer Verkettung von schlimmen Umständen, das glaube ich genauso wenig.",
    "end": 1689.566
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    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Mmh.",
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    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Und meine Hoffnung ist, ich bin mir noch nicht so sicher, wie wahrscheinlich das ist, aber meine Hoffnung ist, dass die die Notwendigkeit von Zusammenarbeit, was Absprachen im Weltall angeht, so offensichtlich ist und zugleich es aber so weit weg ist,\ndass es einfacher zu realisieren sein könnte. was meine ich damit? Wenn wir hier auf der Erde irgendwas regeln, dann muss ich ja jede Politikerin, jeder Politiker immer fragen, was macht das mit meinen Leuten, wie finden die das, wie auch immer. Das Thema Weltall ist für viele Leute einfach nicht, gefühlt nicht so relevant, auch wenn wir gerade dargelegt haben, das sollte anders sein.\nDa kann man glaube ich leichter Kompromisse schließen, ohne dass es irgendwelche Hardliner gibt, die sagen, nee geht nicht oder so. Theoretisch.",
    "end": 1753.678
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    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Design.",
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    "start": 1755.034,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Zumindest möchte ich mir das gerne vorstellen, hoffnungsvoll aus dieser Episode auszuschneiden. Okay, Thema Weltraumsicherheit. Habt ihr Episode 45 noch nicht gehört? Hört sie gerne. Und auch hier freuen wir uns über einen lebhaften Austausch im Discord bei uns. Gut. Werbeblock, Joshua?",
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    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Nice try!",
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    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "unbedingt.",
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    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Ja, Autorenpaket ist das perfekte Weihnachtsgeschenk für alle, die ein Buch geschrieben haben und jetzt veröffentlichen wollen oder planen, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, haben wir für euch ein Paket geschnürt, in dem alles enthalten ist, was ihr wissen müsst, einen guten Start hinzulegen vom Manuskript bis zum fertigen Buch und der Veröffentlichung und der ganzen Strategie danach und Tonnen von Bonusmaterial, Interviews, die ich geführt habe, mit diesem Mikrofon, was hier vor mir steht. Also wenn das kein guter Anreiz ist.\nFür unsere Zöhrinnen und Zöhrer, dann weiß ich auch nicht.",
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    "start": 1814.718,
    "speaker": "Philipp Tree",
    "text": "Ich kann alle beruhigen, haben nicht nur wir gemacht, es sind noch diverse andere Expertinnen und Experten dabei. In diesem Sinne, vielen Dank fürs Zuhören, habt einen schönen Tag und bis morgen. Ciao.",
    "end": 1829.556
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    "start": 1829.556,
    "speaker": "Joshua Tree",
    "text": "Bis morgen.",
    "end": 1877.448
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