[
  {
    "start": 0.14,
    "end": 7.1,
    "text": "Viele von euch, die jetzt diese Ausgabe bewusst gestartet haben weil sie den Kanal kennen sind wahrscheinlich junger als ich."
  },
  {
    "start": 7.34,
    "end": 15.52,
    "text": "Das gilt statistisch aber auch für diejenigen, die meine digitale Flaschenpost durch den für alle Beteiligten völlig undurchschaubaren YouTube Algorithmus erhalten haben."
  },
  {
    "start": 15.76,
    "end": 25.78,
    "text": "Zum Teil seid ihr, wie ich aus gelegentlichen Begegnungen mit euch im echten Leben offline weiß deutlich höher wenn ich ja erkennbar zur Boomer Generation gehöre."
  },
  {
    "start": 26.38,
    "end": 41.78,
    "text": "Thema dieser Ausgabe ist die immer wieder gehörte Behauptung, dass diese beiden Generationen bei allen Unterschieden, die es ja Zweifel los gibt etwas viel größeres gemeinsam haben als das was sie trennt und dass wir uns selber gegeneinander ausspielen werden solange wir das nicht sehen."
  },
  {
    "start": 42.06,
    "end": 49.94,
    "text": "Nebenbei bemerkt ihr wisst natürlich, dass noch eine ganze Reihe feiner Unterteilungen gibt Gen Z X Y und so weiter und sofort."
  },
  {
    "start": 50.86,
    "end": 53.86,
    "text": "Die sind politisch und im Völtern sehr gefragt."
  },
  {
    "start": 53.92,
    "end": 57.0,
    "text": "Und angesagt empirisch, aber nur bedingt belastbar."
  },
  {
    "start": 57.12,
    "end": 58.58,
    "text": "insofern anderes Thema."
  },
  {
    "start": 71.0,
    "end": 77.7,
    "text": "Der Anlass für diese Ausgabe ist ein Gespräch, das ich an einem der heißen Tage mit meinem Freund Jürgen Werner hatte."
  },
  {
    "start": 78.06,
    "end": 82.0,
    "text": "Wir kennen uns seit dem Studium und er ist Philosophin Wittenherdike also auch ein Boomer."
  },
  {
    "start": 82.52,
    "end": 103.64,
    "text": "wir beide haben Kinder eher sogar eine Reihe von Enkelkindern und wir sprachen über unsere neusten zum Teil wirklich verwirrende Erfahrungen mit KI-System besprachen wir Philosophie und über die seltsame Erfahrung dass vieles von dem was uns Freude bereitet hat, wie Recherche das Schreiben von Texten zunehmend besser vom KI-System erledigt wird und wir allmählich den Spaß dran verlieren."
  },
  {
    "start": 104.0,
    "end": 114.14,
    "text": "All das läuft am Ende bei unserem Gespräch dann auf zwei Fragen hinaus und die Behauptung ist dass es dieselben Fragen sind, die auch euch als Jüngere beschäftigen."
  },
  {
    "start": 114.22,
    "end": 117.26,
    "text": "Frage eins was bin ich eigentlich wert?"
  },
  {
    "start": 117.66,
    "end": 119.86,
    "text": "Frage zwei wer braucht mich?"
  },
  {
    "start": 120.2,
    "end": 126.62,
    "text": "Jürgens eigenen Notiz zu diesen Fragen findet ihr in seinem täglichen Blog, der Link ist in den Show-Notes."
  },
  {
    "start": 127.08,
    "end": 130.4,
    "text": "All das wurde und wird ja in Talkshows immer wieder diskutiert."
  },
  {
    "start": 130.66,
    "end": 132.0,
    "text": "Generationenkonflikt usw."
  },
  {
    "start": 132.8,
    "end": 139.2,
    "text": "Aber ich will in nächsten Minuten mal die übliche politische Brille abnehmen und die philosophische aufsetzen."
  },
  {
    "start": 139.32,
    "end": 140.96,
    "text": "Am Ende setze ich dann wieder die politische auf."
  },
  {
    "start": 141.5,
    "end": 143.24,
    "text": "Und dann seid ihr dran weiterzudenken!"
  },
  {
    "start": 150.84,
    "end": 153.56,
    "text": "Fangen wir mit dem an, was so unmittelbar einsichtig ist."
  },
  {
    "start": 153.6,
    "end": 153.98,
    "text": "im Klaren."
  },
  {
    "start": 154.02,
    "end": 156.98,
    "text": "Nämlich dass es eine Reihe Unterschiede gibt zwischen den Generationen."
  },
  {
    "start": 157.4,
    "end": 163.0,
    "text": "Wobei man nicht vergessen sollte das es auch zwischen Menschen der selben Generation zahlreiche unterschiede gibt."
  },
  {
    "start": 163.22,
    "end": 176.1,
    "text": "Wir Boomer sind damals in ein zunehmendes Wachstum hineingeraten Das erst mal brauchte bis es anlief dann aber lange anhielt und dass es heute in dieser Form zumindest im Moment eben nicht mehr gibt."
  },
  {
    "start": 176.56,
    "end": 179.54,
    "text": "Wohnen kostete gemessen am Einkommen weniger als heute."
  },
  {
    "start": 179.78,
    "end": 184.86,
    "text": "Ausbildung auch und zwar sowohl für Studentinnen, wie beispielsweise für Handwerkerinnen."
  },
  {
    "start": 185.1,
    "end": 194.16,
    "text": "Vergessen werden sollte auch nicht dass wir damals sehr viele waren die sich auf eine einzige Stelle bewahren und dabei eine Menge von uns auch auf der Strecke geblieben sind."
  },
  {
    "start": 194.3,
    "end": 196.64,
    "text": "Hinzu kam der kalte Krieg und das Wettrüsten."
  },
  {
    "start": 197.14,
    "end": 201.68,
    "text": "Uns gab nicht nur die Punk- und New Future Bewegung als Gegenbewegungen sondern noch Reihe anderer."
  },
  {
    "start": 202.16,
    "end": 204.3,
    "text": "Die Grünen gab es doch nicht, die kamen erst."
  },
  {
    "start": 204.84,
    "end": 212.94,
    "text": "Von heute aus betrachtet gibt es ein weiteres unübersehbares Faktor, nämlich die Veränderung des Rentensystems durch den demografischen Wandel."
  },
  {
    "start": 213.04,
    "end": 213.24,
    "text": "Klar!"
  },
  {
    "start": 213.5,
    "end": 219.68,
    "text": "Wir waren damals viele, die wenige ältere Durcheinkommen versorgten und die Älteren starben früher."
  },
  {
    "start": 219.78,
    "end": 234.06,
    "text": "Heute finanziert eine schrumpfende Zahl von Einzahlenden und Jüngeren, eine wachsende Zahl vom ältersten Empfängern – ich gehöre ja zu diesen Empfengern bin also Profiteur des Systems auch wenn ich selber natürlich die ganze Zeit eingezirrt habe."
  },
  {
    "start": 234.6,
    "end": 239.68,
    "text": "Dennoch, die Mieten zum Beispiel sind in zwanzig Jahren erheblich schneller gestiegen als die Löhne."
  },
  {
    "start": 240.32,
    "end": 245.8,
    "text": "Und das führt zu einer massiven Unwucht übrigens auch bei vielen der alten Menschen."
  },
  {
    "start": 246.64,
    "end": 258.019,
    "text": "und es stimmt auch dass der größte Teil des Privatvermögens bei den heute über sechzigjährigen liegt, die ja auch Jahrzehnte Zeit hatten ist zur Erwerbung im Unterschied zu dem Jüngeren."
  },
  {
    "start": 258.26,
    "end": 263.48,
    "text": "Dieses Privatvermögen wird jetzt ja weitergegeben über Erbschaften, Überschenkungen."
  },
  {
    "start": 263.96,
    "end": 268.4,
    "text": "Über eine Erbrechtsdebatte die seit Jahrzehnten in dieselbe Richtung geht."
  },
  {
    "start": 268.86,
    "end": 274.58,
    "text": "Man könnte also sagen kommt doch alles bei euch den Jüngeren an, wartet doch einfach mal ab."
  },
  {
    "start": 274.84,
    "end": 277.42,
    "text": "Nur kommt es eben nicht bei euch allen an!"
  },
  {
    "start": 277.86,
    "end": 283.8,
    "text": "Stattdessen kommt es nur bei sehr wenigen von euch an – bei denen aber dann vergleichsweise viel."
  },
  {
    "start": 284.04,
    "end": 295.6,
    "text": "und damit wächst die Ungleichheit und zwar während der größte Vermögensübertragung der deutschen Geschichte gerade läuft und sie verteilt nicht um sondern sie sortiert einfach nur."
  },
  {
    "start": 295.82,
    "end": 300.5,
    "text": "Sie macht aus einem Unterschied zwischen Generationen einen Unterschied innerhalb."
  },
  {
    "start": 301.98,
    "end": 310.98,
    "text": "Die Erbwelle erzeugt also eine noch größere Kapitalarbeitstrennlinie bei euch in der jungen Generation, statt sie einzuehnen."
  },
  {
    "start": 311.74,
    "end": 321.9,
    "text": "Wer arm aufwächst bleibt meist auch in der Armut stecken und nur einige wenige schaffen es dann durch Arbeit tatsächlich im ökonomischen Sinn viel zu erreichen."
  },
  {
    "start": 322.36,
    "end": 330.34,
    "text": "die meisten aber brauchen das kann man mit Zahlen belegen weitere Generationen um überhaupt aufzuholen."
  },
  {
    "start": 330.78,
    "end": 333.72,
    "text": "Stichwort Bildung, Ausbildung, Armut."
  },
  {
    "start": 334.28,
    "end": 337.88,
    "text": "Auch dazu gibt es eine Menge Zahlen zum Beispiel auch die bekannte PISA-Studie."
  },
  {
    "start": 342.58,
    "end": 345.78,
    "text": "Der wahre Konflikt Kapital gegen Arbeit."
  },
  {
    "start": 346.44,
    "end": 363.1,
    "text": "Was allerdings bei dieser Polarisierung von Die wenigen Jungen gegenüber den vielen reichen Alten, die sich jetzt noch an den jüngeren Bereichern übersehen wird ist dass der größte Teil des privaten Vermögens zwar Wie gesagt, bei dem über-sechzigjährigen Lied."
  },
  {
    "start": 363.76,
    "end": 372.88,
    "text": "Aber dieses Vermögen durch Finanztricks und langjährige Diskussionen über Erbrecht geschickt nur an wenige Jüngere weitergegeben wird."
  },
  {
    "start": 373.14,
    "end": 373.94,
    "text": "Und dabei bleibt es."
  },
  {
    "start": 374.22,
    "end": 377.2,
    "text": "Kapital kommt eben von Kapital!"
  },
  {
    "start": 378.0,
    "end": 379.84,
    "text": "Das gilt für alle Generationen."
  },
  {
    "start": 380.56,
    "end": 382.52,
    "text": "Und genau dort liegt auch das Problem."
  },
  {
    "start": 382.76,
    "end": 394.26,
    "text": "Was ich sage ist keine Stimmung oder Meinung sondern beruht auf nachprüfbaren Fakten und Zahlen Und zu beachten sind dabei unter anderem die Untersuchungen des französischen Ökonomen Thomas Piketty."
  },
  {
    "start": 395.44,
    "end": 404.68,
    "text": "Seine Untersuchung führen zur These R größer G, das klingt total einfach ist aber extrem folgenreich."
  },
  {
    "start": 404.72,
    "end": 416.14,
    "text": "denn es bedeutet Folgendes sobald die sogenannte Kapitalrendite r also dass was ihr aus eurem Kapital macht grösser wird als das Wirtschaftswachstum."
  },
  {
    "start": 417.02,
    "end": 421.24,
    "text": "Wenn also R größer G ist, dann tritt eine fatale Entwicklung ein."
  },
  {
    "start": 421.9,
    "end": 431.22,
    "text": "Das Kapital vermehrt sich nämlich mehr als das was ihr selbst durch Arbeit, also durch Wachstum Wirtschaftswachstums schafft."
  },
  {
    "start": 431.42,
    "end": 435.16,
    "text": "Dass es Ausnahmen gibt, ist klar aber die Regel gilt eben statistisch d.h."
  },
  {
    "start": 435.38,
    "end": 436.9,
    "text": "im Großen und Ganzen stimmt das!"
  },
  {
    "start": 437.58,
    "end": 448.62,
    "text": "Ausnahmen bleiben Ausnahmen und deshalb kommt es zu einer immer weiter zunehmenden ungleichen Verteilung von Vermögen weltweit, was zu einer zunehend unausgeglichenen globalen Wirtschaft führt."
  },
  {
    "start": 449.3,
    "end": 456.02,
    "text": "Es ist nämlich viel lukrativer mit Kapital- und Geldzuarbeiten als herkömmliche Arbeit nachzugehen."
  },
  {
    "start": 456.84,
    "end": 457.66,
    "text": "Nun muss man das können!"
  },
  {
    "start": 457.72,
    "end": 458.76,
    "text": "Man muss das Kapital haben."
  },
  {
    "start": 458.94,
    "end": 473.88,
    "text": "Deshalb kommt es nicht nur weltweit sondern auch innerhalb einzelner Länder auf lokaler Ebene zu einer sich aufreißenden Kluft zwischen kleinster Ober- und immer größer werdender Unterbeziehungsweise Mittelschicht."
  },
  {
    "start": 474.06,
    "end": 479.46,
    "text": "Und diese starke Vermögenskonzentration bei einigen wenigen, Stichwort Elon Musk, die Tech Bros"
  },
  {
    "start": 479.54,
    "end": 479.8,
    "text": "usw.,"
  },
  {
    "start": 480.76,
    "end": 485.3,
    "text": "führt zu einer stagnierenden Wirtschaft und einer Bedrohung der Demokratie."
  },
  {
    "start": 486.0,
    "end": 494.94,
    "text": "Amerika zum Beispiel hat sich längst von der kapitalistischen in eine monopolistische Gesellschaft umfunktioniert Und Maske ist nun wirklich alles andere als ein Boomer."
  },
  {
    "start": 495.04,
    "end": 501.58,
    "text": "Er ist Jahrgang, und das bedeutet er muss noch ein bisschen arbeiten bevor er dann den Jungen auf der Tasche liegt."
  },
  {
    "start": 502.36,
    "end": 518.9,
    "text": "Tatsache ist dass diejenigen die Vermögen besitzen aus diesem Kapital mehr und schneller weiteres Kapital schlagen als diejenigen, deren Einkommen aus der Arbeit und nicht aus Kapital wächst."
  },
  {
    "start": 519.14,
    "end": 534.94,
    "text": "Die mediale Erzählung, die alten Boomer gegen den jungen kommt also sehr gelegen weil sie genau diese eigentlich viel relevantere Trennlinie ganz geschickt verdeckt unter der Decke hält und die Verteilungskonflikte in Richtung lenkt."
  },
  {
    "start": 535.42,
    "end": 538.58,
    "text": "Die Vermögensfragen möglichst unangetastet lässt."
  },
  {
    "start": 538.8,
    "end": 550.7,
    "text": "Politiker wie Merz reden dann von faul halt der Arbeit mit ja die selber Schuld wenn man nicht zur Kapital kommen Nicht aber von ungleicher Vermögensverteilung, die nicht an sich unfair ist."
  },
  {
    "start": 550.9,
    "end": 554.82,
    "text": "Aber eben nicht auf Arbeit sondern auf Kapitalberuht!"
  },
  {
    "start": 555.16,
    "end": 562.62,
    "text": "Die Liste der Unterschiede zwischen jungen Menschen und Boomern... ...ist nicht vollständig eben wie ich geliefert habe klar."
  },
  {
    "start": 563.78,
    "end": 569.7,
    "text": "Wenn ihr jetzt erwartet dass leicht das Wort ABER kommt und alles wieder eingebnet wird dann geht die Rechnung nicht auf."
  },
  {
    "start": 569.78,
    "end": 570.06,
    "text": "Warum?"
  },
  {
    "start": 570.52,
    "end": 572.36,
    "text": "Weil die Unterschiede einfach stehen bleiben."
  },
  {
    "start": 572.74,
    "end": 574.46,
    "text": "Sie sind nur, und das ist meine These."
  },
  {
    "start": 574.8,
    "end": 576.14,
    "text": "Überhaupt nicht die Hauptsache!"
  },
  {
    "start": 576.82,
    "end": 580.48,
    "text": "Sie sind das was man sieht wenn man von vorne drauf schaut."
  },
  {
    "start": 581.18,
    "end": 591.36,
    "text": "Ich möchte stattdessen mal das Ganze von der Seite betrachten Und setzen mir sagen wir mal die philosophisch gefärbte Brille auf und die führt zur ganz anderen Fragen"
  },
  {
    "start": 595.9,
    "end": 599.32,
    "text": "Im Futur im Perfekt aber nicht in der Gegenwart."
  },
  {
    "start": 600.14,
    "end": 604.4,
    "text": "Es gibt in dieser Gesellschaft eine Zone in der kaum jemand fragt was er wert ist."
  },
  {
    "start": 605.02,
    "end": 612.2,
    "text": "Sie liegt ungefähr, sagen wir mal zwischen, thirty-fünfundfünfzig und zwar bei denen die gute Jobs haben."
  },
  {
    "start": 612.88,
    "end": 616.62,
    "text": "Wer dort steht bekommt die Antwort jeden Monat überwiesen."
  },
  {
    "start": 617.26,
    "end": 623.76,
    "text": "Die Frage stellt sich nicht weil sie sich tagtäglich von selbst beantwortet und blickt aufs Konto und damit weitgehend erledigt ist."
  },
  {
    "start": 624.08,
    "end": 636.72,
    "text": "Rechts und links von dieser Zone sieht es aber anders aus und zwar auf eine Weise die einem zunächst einmal gar nicht auffällt Und zunächst auch nur nach einer einfachen grammatikalischen Lapalia aussieht."
  },
  {
    "start": 636.92,
    "end": 642.12,
    "text": "Wenn ihr jetzt sagen wir um die zwanzig seid, werdet ihr im Futur bewertet?"
  },
  {
    "start": 642.5,
    "end": 643.58,
    "text": "Was willst du mal"
  },
  {
    "start": 643.76,
    "end": 644.14,
    "text": "werden?!"
  },
  {
    "start": 644.44,
    "end": 651.1,
    "text": "Alles was er jetzt tut gilt als Vorbereitung auf etwas das ja überhaupt noch nicht da ist!"
  },
  {
    "start": 651.32,
    "end": 656.56,
    "text": "Ihr habt eine Zukunft und genau deshalb wird eure Gegenwart in gewisser Weise abgewertet."
  },
  {
    "start": 657.24,
    "end": 662.08,
    "text": "Ihr habt wenig Gegenwart, weil das Denken an die Zukunft sie auffrisst."
  },
  {
    "start": 662.36,
    "end": 666.72,
    "text": "Im Grunde ist es die Frage nach der Rendite dessen, wer oder was ihr jetzt gerade seid?"
  },
  {
    "start": 666.92,
    "end": 680.14,
    "text": "Wenn ihr bereits Kapital habt, dann lautet die Frage wie könnt ihr es gegen all die anderen und insbesondere gegen diese Schade Alten da behalten und im Laufe eures Lebens möglichst optimal vermehren!"
  },
  {
    "start": 680.44,
    "end": 685.66,
    "text": "Wenn ihr in meinem Alter seid, werdet ihr ganz anders bewertet und zwar im Perfekt."
  },
  {
    "start": 686.0,
    "end": 687.42,
    "text": "Ach so, sie sind Rentner."
  },
  {
    "start": 687.72,
    "end": 689.38,
    "text": "Was haben Sie denn früher gemacht?"
  },
  {
    "start": 689.58,
    "end": 695.28,
    "text": "Will sagen hast du auch was ordentliches erwirtschaftet früher oder liegst du jetzt allen nur auf der Tasche?"
  },
  {
    "start": 696.08,
    "end": 702.62,
    "text": "und man hört dieses frühe und weiß sofort dass man gerade eben in die Vitrine gestellt wird und das Altersheim wartet."
  },
  {
    "start": 702.7,
    "end": 710.14,
    "text": "klar wartet der Tod den er statistisch gesehen natürlich erheblich wahrscheinlicher geworden noch ist das höflich umklingt ja durchaus interessiert."
  },
  {
    "start": 710.2,
    "end": 711.58,
    "text": "was haben sie denn früher so gemacht?"
  },
  {
    "start": 712.2,
    "end": 716.0,
    "text": "Aber es ist eben die Vitrine später der abschließbare Schrank irgendwo im Keller."
  },
  {
    "start": 716.26,
    "end": 720.44,
    "text": "Zwei Fragen, was willst du werden und was hast Du gemacht?"
  },
  {
    "start": 720.98,
    "end": 726.82,
    "text": "Die Aussehen wie Gegensätze aber in Wahrheit exakt derselben Denkbewegung und Beurteilungen stammen."
  },
  {
    "start": 727.76,
    "end": 732.36,
    "text": "Beide Male geht es um Menschen, die als nicht ganz anwesend betrachtet werden."
  },
  {
    "start": 732.68,
    "end": 737.02,
    "text": "Jetzt könnte man sagen, das sei nun wirklich ein bisschen Lammoyant gerade jetzt aus meinem Mund hier."
  },
  {
    "start": 737.58,
    "end": 740.34,
    "text": "Ich stehe hier und rede ich unterrichte – ich habe eine Gegenwart!"
  },
  {
    "start": 740.42,
    "end": 748.28,
    "text": "Und ja, ich genieße mein Leben durchaus weil ich alles andere für dumm halte nämlich es nicht zu tun denn ich lebe wahrscheinlich nur dieses einmal."
  },
  {
    "start": 748.5,
    "end": 748.96,
    "text": "Stimmt also?"
  },
  {
    "start": 749.26,
    "end": 752.82,
    "text": "Aber es geht nicht darum ob wir einen Gegenwart haben."
  },
  {
    "start": 753.36,
    "end": 758.52,
    "text": "Es geht in diesem Fall darum ob uns diese Gegenwart auch von anderen zugestanden wird."
  },
  {
    "start": 758.82,
    "end": 760.78,
    "text": "Das ist ein Unterschied und er ist entscheidend."
  },
  {
    "start": 761.44,
    "end": 763.8,
    "text": "Ich kann jetzt noch arbeiten, so viel ich will."
  },
  {
    "start": 764.3,
    "end": 778.34,
    "text": "Gerechnet werde ich trotzdem als Posten im Gesundheitssystem der anderen auf der Tasche liegt und in Zukunft explodierende Kosten verursacht und zwar je älter ich werde was ich ja wenn ich leben will durchaus in Kauf nehmen muss dass ich ältern werde."
  },
  {
    "start": 778.62,
    "end": 786.62,
    "text": "meine Prognose ist übrigens das wir alleine deshalb eine neue Debatte über Suizid und einer Erleichterung der Selbsttötungen im Alter bekommen werden."
  },
  {
    "start": 786.78,
    "end": 791.56,
    "text": "Wenn ihr jung seid könnt ihr ebenfalls leisten, so viel ihr wollt."
  },
  {
    "start": 791.86,
    "end": 793.86,
    "text": "Gerechnet werdet ihr trotzdem anders?"
  },
  {
    "start": 794.16,
    "end": 803.84,
    "text": "Gerechnet werdet Ihr zunächst als Investitionen die sich es noch irgendwann mal bewähren muss und die man daher auch wirklich mal ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen sollte."
  },
  {
    "start": 803.98,
    "end": 809.48,
    "text": "stichwort befristete und prekäre Arbeitsverhältnisse nicht nur an den Universitäten und Hochschulen."
  },
  {
    "start": 809.66,
    "end": 821.6,
    "text": "Apropos wenn ihr also wie ich derzeit eine Honorarprofessur an einer Hochschule oder Universität habt dann bekommt ihr für diese Arbeit kein Gehalt."
  },
  {
    "start": 821.84,
    "end": 830.8,
    "text": "Paradoxerweise heißt es der FSA-Pronomraprofessor, aber ihr macht es weil euch die Themen der Umgang mit jungen Studierenden beispielsweise Freude machen."
  },
  {
    "start": 831.68,
    "end": 842.28,
    "text": "in der Fläche stützen solche unbezahlten Jobs, aber auch viele schlecht bezahlte Jobs das ganze Wackelige in diesem Fall Universitätssystem erheblich."
  },
  {
    "start": 842.46,
    "end": 849.26,
    "text": "Aber dasselbe findet sich auch genauso bei Kehrarbeit Die im Bruttositz Sozialprodukt auch nicht wirklich vorkommt."
  },
  {
    "start": 849.84,
    "end": 856.6,
    "text": "Sie fällt nicht an, sie zählt nicht und trotzdem sitzen da wenn ich jetzt wieder in die Hochschule gehe durchaus junge Leute im Seminar."
  },
  {
    "start": 857.06,
    "end": 878.9,
    "text": "wir denken zusammen entwickeln etwas das vielleicht wirklich irgendwann verwertbar ist aber sammeln im Idealfall die ganze zeit eben auch Erkenntnisse die ihrerseits natürlich wieder an sich wertlos sind auftauchen, weil die Statistik, die am Ende des Tages zählt das ist eben die Börsenstatistik oder das was in Berlin produziert wird."
  },
  {
    "start": 886.78,
    "end": 894.12,
    "text": "Wenn ihr bisher gefolgt seid und die Überlegung nicht vollkommen absurd findet und längst abschalten wollt jetzt kommt der Clou!"
  },
  {
    "start": 894.48,
    "end": 897.04,
    "text": "Ihr müsst die Erkenntnis nur einen Schritt weiterführen."
  },
  {
    "start": 897.64,
    "end": 904.74,
    "text": "Denn das, was ich gerade als Ausschluss von der Gegenwart beschrieben habe ist zugleich ja auch eine Erkenntnisposition."
  },
  {
    "start": 905.2,
    "end": 909.16,
    "text": "Von der aus man durchaus weiterdenken kann und vor allen Dingen auch sollte."
  },
  {
    "start": 909.34,
    "end": 920.1,
    "text": "Wer mittendrin steht sich also weder Fragen noch der Zukunft noch nach der Vergangenheit ernsthaft stellen muss, muss auch nicht über den Maßstab nachdenken, über den er oder sie gemessen wird."
  },
  {
    "start": 920.18,
    "end": 920.44,
    "text": "Warum?"
  },
  {
    "start": 920.74,
    "end": 923.16,
    "text": "Weil dieser Maßstabe im Moment erfüllt ist."
  },
  {
    "start": 923.38,
    "end": 930.0,
    "text": "Deshalb gibt es auch keine große Frage Wer in der Mitte ist, der oder die – ist der Maßstab."
  },
  {
    "start": 930.6,
    "end": 933.54,
    "text": "Ist die Gegenwart und damit das was zählt!"
  },
  {
    "start": 933.92,
    "end": 940.82,
    "text": "Von da aus gesehen sind aber Jung-und Alt-Ränder auch wenn diese im Detail unterschiedlich sind."
  },
  {
    "start": 941.08,
    "end": 943.96,
    "text": "Ihr fragt euch mit zwanzig ob das was ihr da gerade studiert?"
  },
  {
    "start": 944.1,
    "end": 949.24,
    "text": "Ob eure Ausbildung auf diese Weise überhaupt noch in zehn oder zwanzzig Jahren existiert?"
  },
  {
    "start": 949.68,
    "end": 950.16,
    "text": "Was daraus"
  },
  {
    "start": 950.26,
    "end": 950.48,
    "text": "wird?!"
  },
  {
    "start": 951.02,
    "end": 955.04,
    "text": "Und ich frag mich mit über Sechzig zu weinen, ob in zehn Jahren noch existiere."
  },
  {
    "start": 955.08,
    "end": 962.84,
    "text": "Das ist normal okay und damit auch das was ich zum Beispiel jetzt auf diesem Kanal mache noch irgendwie zukunftstauglich ist."
  },
  {
    "start": 963.28,
    "end": 964.08,
    "text": "Wofür ist das?"
  },
  {
    "start": 964.44,
    "end": 977.32,
    "text": "Was ihr macht und das was Ich mache eigentlich gut womit wir wieder bei meinem Video über das wofür und den Zweck wären dass ja darauf hinaus lief gerade dieses Zweckdenken zu reduzieren."
  },
  {
    "start": 977.6,
    "end": 987.04,
    "text": "Was ich zeigen will, ist nur dass die Fragen, die ihr und ich uns stellen ernsthafte und wichtige Fragen sind – was bin ich wert?"
  },
  {
    "start": 987.06,
    "end": 990.48,
    "text": "– die in unserer Gesellschaft gerade ganz wenig gestellt werden."
  },
  {
    "start": 991.1,
    "end": 998.6,
    "text": "Und das Dumme daran ist diese Fragen sind ja weder ökonomisch noch politisch norsoziologisch einfach zu überantworten!"
  },
  {
    "start": 999.18,
    "end": 1005.56,
    "text": "Denn es geht um das, was in der philosophischen Tradition immer die Frage nach dem guten Leben genannt wurde."
  },
  {
    "start": 1005.6,
    "end": 1013.28,
    "text": "Was aus all dem folgt ist die Konsequenz, die üblichen Erzählungen und Erzählweisen mal auf den Kopf zu stellen."
  },
  {
    "start": 1013.6,
    "end": 1016.82,
    "text": "Die Mitte ist nicht automatisch die Vernunft dieser Gesellschaft!"
  },
  {
    "start": 1017.5,
    "end": 1021.78,
    "text": "Die Mitte isst im Grunde so eine Art blinder Fleck – ihr eigener Blinderfleck."
  },
  {
    "start": 1021.92,
    "end": 1028.74,
    "text": "Denn von der Mitte aus gesehen sieht es so aus als seien die Ränder das Problem also die Jungen und Alten."
  },
  {
    "start": 1029.76,
    "end": 1034.28,
    "text": "Und die arme Mitte, Stichwort Sandwichposition muss nun all das lösen."
  },
  {
    "start": 1035.06,
    "end": 1044.72,
    "text": "Dagegen ist zu sagen, dass die Ränder die Stelle sind an der die Gesellschaft über sich selber nachdenkt und das bedeutet auch in Ermitteln nachdenken sollte."
  },
  {
    "start": 1045.14,
    "end": 1046.38,
    "text": "Denn was ist die Konsequenz?"
  },
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    "start": 1046.5,
    "end": 1047.18,
    "text": "Ganz einfach!"
  },
  {
    "start": 1047.339,
    "end": 1061.24,
    "text": "Dass der Maßstab denn die eine Gruppe gegen andere versucht anzulegen oder durchzusetzen also die Jungen an den Boomern und die Rentner an den Jungen auch auf sie selbst angewendet wird nur später mit Verzögerung."
  },
  {
    "start": 1062.0,
    "end": 1076.02,
    "text": "Wer mit vierundzwanzig zustimmen, dass ein Mensch der nichts Messbares mehr produziert wie eine Menge alter Leute dem System zur Last fällt hat sein eigenes Urteil über seine eigene Zeit mit siebzig bereits unterschrieben."
  },
  {
    "start": 1076.6,
    "end": 1079.24,
    "text": "Er oder Sie weiß es nur noch nicht oder willst nicht wissen."
  },
  {
    "start": 1079.9,
    "end": 1091.42,
    "text": "und wenn siebzigerige sagen die Jungen sollten erstmal liefern bevor sie überhaupt das Maul aufmachen und mithreden bestätigen sie genau den Maßstab an dem sich selber gerade gemessen werden durchfallen."
  },
  {
    "start": 1091.64,
    "end": 1097.02,
    "text": "Also das ist jetzt kein moralischer Appel, ich sage nicht seit mal ein bisschen netter zueinander!"
  },
  {
    "start": 1097.1,
    "end": 1101.04,
    "text": "Ich sage nur denkt mal nach über den Maßstab, den ihr da anlegt."
  },
  {
    "start": 1101.3,
    "end": 1113.0,
    "text": "Ihr verhandelt in diesem Streit, in Wahrheit über euch selbst sowohl alte wie auch junge und ihr merkt gar nicht dass es so ist weil die Person über die ihr da urteilt nicht existiert."
  },
  {
    "start": 1113.4,
    "end": 1122.4,
    "text": "Die Jungen weil sie erst in der Zukunft richtig leben und die Alten, weil sie bereits in der Vergangenheit gelebt haben und ihre Zeit wie man so schön sagt verbraucht haben."
  },
  {
    "start": 1122.88,
    "end": 1131.46,
    "text": "Die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls braucht den bekannten Schleier des Nichtwissens um etwas wie Gerechtigkeiten zu konstruieren."
  },
  {
    "start": 1131.96,
    "end": 1143.38,
    "text": "Grunde geht es dabei darum ohne Ansehen der Person also man weiß gar nicht wer man vor sich sitzen hat zu urteilen Und nicht aufgrund dessen was jemand war oder was jemand sein wird."
  },
  {
    "start": 1143.62,
    "end": 1150.08,
    "text": "Der naheliegende Einwand lautet also, warum sollte mich jetzt mein Ich in vierzig Jahren interessieren?"
  },
  {
    "start": 1150.82,
    "end": 1154.9,
    "text": "Vielleicht wird Alter bis dahin ganz anders aussehen – vielleicht gibt es mich auch gar nicht mehr!"
  },
  {
    "start": 1155.22,
    "end": 1157.9,
    "text": "Ökonomen nennen das Diskontieren."
  },
  {
    "start": 1157.94,
    "end": 1165.84,
    "text": "Man rechnet den Wert einer künftigen Zahlung auf heute runter und je weiter weg, desto weniger zählt sie."
  },
  {
    "start": 1166.22,
    "end": 1167.3,
    "text": "Zwei Antworten darauf…."
  },
  {
    "start": 1167.6,
    "end": 1173.2,
    "text": "Die erste ist technisch Menschen sind beim Diskontieren nachweislich sehr schlecht."
  },
  {
    "start": 1173.62,
    "end": 1176.16,
    "text": "Nicht ein bisschen schlecht, sondern systematisch schlecht!"
  },
  {
    "start": 1176.72,
    "end": 1185.66,
    "text": "Wir sind zu optimistisch wenn es um uns selber geht und zu pessimistisch, wenn es die Welt geht – das zeigende Menge von psychologischen Untersuchungen."
  },
  {
    "start": 1186.42,
    "end": 1190.08,
    "text": "Wir gewichten das nahe absurd über also unselber."
  },
  {
    "start": 1190.92,
    "end": 1198.04,
    "text": "Wenn sein künftiges Ich aber wegrechnet, kalkuliert letztlich falsch und macht einen Rechenfehler aus dem Gefühl heraus."
  },
  {
    "start": 1198.32,
    "end": 1226.56,
    "text": "Der zweite Einwand ist ein bisschen grundsätzlicher, wenn wir wie Elon Marx davon ausgehen dass Diskontinuität oder vielmehr Disruption das ist was eigentlich zählt und uns wirklich nach vorne bringen wird folgt daraus dass mir jetzt egal sein muss was in zwanzig Jahren ist Wenn es so wäre das am Ende nur geschickte Disruption Und zwar nicht nur von Industrieprodukten, sondern auch von der Wirtschaft insgesamt und von der Gesellschaft und Politik erfolgreich sind."
  },
  {
    "start": 1227.66,
    "end": 1228.46,
    "text": "Was folgt daraus?"
  },
  {
    "start": 1228.74,
    "end": 1229.16,
    "text": "Antwort!"
  },
  {
    "start": 1229.6,
    "end": 1237.32,
    "text": "Ihr sollt möglichst disruptiv sein unter brechten Generationenvertrag – am besten noch alle anderen Verträge drauf."
  },
  {
    "start": 1237.4,
    "end": 1240.82,
    "text": "Das macht übrigens jemand in Washington im Moment sehr geschickt."
  },
  {
    "start": 1241.64,
    "end": 1244.94,
    "text": "Disruption bedeutet am Ende brutaler Machtkampf."
  },
  {
    "start": 1245.64,
    "end": 1246.92,
    "text": "Wer schlägt wen am"
  },
  {
    "start": 1247.0,
    "end": 1247.54,
    "text": "härtesten?!"
  },
  {
    "start": 1248.3,
    "end": 1251.26,
    "text": "Dieser Kampf wird in der Gegenwart gerade ausgetragen."
  },
  {
    "start": 1251.44,
    "end": 1258.58,
    "text": "Wenn sich diese Ideologie durchsetzt, dann läuft am Ende alles darauf hinaus wer wen erledigt und wer wen abschreibt."
  },
  {
    "start": 1258.82,
    "end": 1265.06,
    "text": "Demokratien lehnen diesen Aufruf zur Diskontinuität aus einem sehr guten Grund ab."
  },
  {
    "start": 1265.54,
    "end": 1275.28,
    "text": "Denn sie wissen dass ohne eine Selbstverpflichtung zur Kontinuität die das Gegenteil von Disruption ist überhaupt kein Zusammenhalt existieren kann."
  },
  {
    "start": 1275.56,
    "end": 1290.38,
    "text": "Denn hinter jeder Disruption, die einen Kipppunkt bewusst und radikal überschreitet, lauert ja eine Entwicklung, die niemand – und ich betone wirklich Niemand mit Gewissheit vorhersehen oder gar mit Gewißheit steuern kann."
  },
  {
    "start": 1290.58,
    "end": 1293.64,
    "text": "Und das bedeutet höchstes Risiko, siehe Klima!"
  },
  {
    "start": 1293.92,
    "end": 1297.88,
    "text": "Disruption ist per Definition das Gegenteil von Prozessen, die nachhaltig sind."
  },
  {
    "start": 1298.46,
    "end": 1306.34,
    "text": "Wenn Nachhaltigkeit will, kann keine Disruption wollen Ein Rentensystem Ein Klimaziel, ein Erbrecht eine Verfassung."
  },
  {
    "start": 1306.98,
    "end": 1309.9,
    "text": "All das sind Versprechen über die Zeit hinweg!"
  },
  {
    "start": 1310.28,
    "end": 1326.38,
    "text": "Wer die Kontinuität aufkündigt kündigt nicht nur einen Argument auf oder ein Recht oder eine Generation erkündig den ganzen Laden und das ganze System auf was mich dazu bringt nach dem philosophischen Exkurs kurz wieder die politische Brille aufzusetzen."
  },
  {
    "start": 1326.62,
    "end": 1327.92,
    "text": "Was ist anders geworden?"
  },
  {
    "start": 1332.1,
    "end": 1335.8,
    "text": "KI-Natives und Die letzte Generation ohne Maschine."
  },
  {
    "start": 1336.24,
    "end": 1342.38,
    "text": "Gerade wächst mitten unter uns Alten und Jungen eine noch jüngere Generation heran."
  },
  {
    "start": 1342.72,
    "end": 1354.12,
    "text": "Und diese Generation denkt, fühlt, lebt entscheidet, liebt Hass, urteilt nicht nur mit den Kopf oder aus dem Bauch heraus sondern von Anfang an mit Hilfe vom KI-System."
  },
  {
    "start": 1354.5,
    "end": 1361.18,
    "text": "Es wird bis auf wenige Ausnahmen keine Kinder mehr in den sogenannten Industrieländern geben, und ich glaube in vielen anderen Ländern auch."
  },
  {
    "start": 1361.62,
    "end": 1364.68,
    "text": "Die nicht von Anfang an am Tropf der KI hängen!"
  },
  {
    "start": 1364.88,
    "end": 1370.9,
    "text": "Dass wir Boomer damals dem Begriff des Digital Natives für die Jungen erfunden haben ist nichts!"
  },
  {
    "start": 1371.34,
    "end": 1377.42,
    "text": "wirklich nichts im Vergleich zu der grundlegenden Transformation, die jetzt stattfindet und angelaufen ist."
  },
  {
    "start": 1377.48,
    "end": 1381.58,
    "text": "Und deren Folgen niemand und ich bedrohne niemand von uns wirklich absehen kann!"
  },
  {
    "start": 1381.74,
    "end": 1396.08,
    "text": "Ich folge da Juval Harari, der unlängst sagte dass KI-Systeme unser Denken verändern werden nicht einzelne Gedanken sondern unser gesamtes Denken und wie wir miteinander kommunizieren werden in Zukunft."
  },
  {
    "start": 1396.22,
    "end": 1399.54,
    "text": "wenn das stimmt dann folgt daraus etwas sehr Unangenehmes."
  },
  {
    "start": 1399.64,
    "end": 1410.56,
    "text": "Wir haben uns nämlich seit Dekat daran gewöhnt, uns über das Denken zu definieren und sind im Übrigen der irrigen Auffassung denken und Intelligenz sei ja im Grunde genommen dasselbe."
  },
  {
    "start": 1410.86,
    "end": 1414.8,
    "text": "Ich denke also bin ich!"
  },
  {
    "start": 1416.1,
    "end": 1433.88,
    "text": "Wenn aber das Denkenn zunehmend immer besser und immer schneller woanders und außerhalb von uns stattfindet dann ist Denken ehrlich gesagt keine besonders gute Heimat für das Menschliche kein guter Ort mehr um selbst dahin zu gehen, zu leben oder sich da irgendwie aufzubewahren."
  },
  {
    "start": 1434.06,
    "end": 1442.52,
    "text": "Der einzige Ausweg den ich sehe ist deshalb uns nicht permanent und auf Dauer mit unserem Denken in erster Linie zu identifizieren."
  },
  {
    "start": 1442.68,
    "end": 1447.6,
    "text": "Wir sind nur sehr bedingt das was wir denken Was übrigens nicht neu ist."
  },
  {
    "start": 1447.64,
    "end": 1459.42,
    "text": "es gibt Traditionen Nicht nur Daoismus oder Buddhismus sondern auch im Westen die genau dass seit über zweitausend Jahren sagen und einüben ohne dass irgendeine Maschine eine KI sie dazu gezwungen hätte."
  },
  {
    "start": 1459.7,
    "end": 1466.5,
    "text": "All das bedeutet ja keineswegs mit dem Denken aufzüllen im Gegenteil, aber es bedeutet endlich mal die Frage zu verschieben!"
  },
  {
    "start": 1466.7,
    "end": 1469.98,
    "text": "Nicht mehr was denke ich sondern wer denkt da?"
  },
  {
    "start": 1470.48,
    "end": 1472.22,
    "text": "Und wer will ich sein?"
  },
  {
    "start": 1472.72,
    "end": 1479.0,
    "text": "Und das ist keine Frage an ein KI-System, sondern die vermutlich älteste philosophische Frage überhaupt."
  },
  {
    "start": 1479.04,
    "end": 1486.46,
    "text": "Die wir uns selber stellen müssen weil sie direkt an uns selbst und an die Gemeinschaft von Menschen mit denen wir leben gerichtet sind."
  },
  {
    "start": 1486.52,
    "end": 1493.14,
    "text": "Und deshalb sage ich Wir müssen wieder philosophieren lernen nicht als Bildungsprogramm, sondern um zu überleben!"
  },
  {
    "start": 1493.48,
    "end": 1498.58,
    "text": "Die Kinder, die jetzt geboren werden, werden die Welt grundsätzlich anders erleben als wir."
  },
  {
    "start": 1498.84,
    "end": 1502.92,
    "text": "Werden anders denken, anders schreiben, anders kommunizieren und sie werden anders handeln?"
  },
  {
    "start": 1503.26,
    "end": 1503.82,
    "text": "Ich weiß nicht wie!"
  },
  {
    "start": 1504.52,
    "end": 1505.24,
    "text": "Niemand weiß das."
  },
  {
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    "text": "Was ihr aber heute bereits wissen könnt ist was das für uns bedeutet – für euch und für mich."
  },
  {
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    "end": 1526.0,
    "text": "Denn von den Jüngeren ausbetrachtet, von den KI-Natives aus betrachtet erscheint Ihr jüngeren Einschließlich der Digital-Natifs jetzt und erst recht ich als älterer wie eine einzige Generation von Hinterwäldlern."
  },
  {
    "start": 1526.34,
    "end": 1533.96,
    "text": "Wir, ihr und ich sind die Letzten, die gelernt haben, wenigstens während einer gewissen Zeit ihres Lebens auch noch ohne Maschine zu denken."
  },
  {
    "start": 1534.18,
    "end": 1538.14,
    "text": "Die noch wissen, wie sich das anfühlt wenn einem selbst nichts mehr einfällt."
  },
  {
    "start": 1538.18,
    "end": 1540.14,
    "text": "Wenn man selber was machen muss und recherchieren muss."
  },
  {
    "start": 1540.8,
    "end": 1553.92,
    "text": "zum Beispiel der Streit dem man uns gerade als den entscheidenden Streit verkauft nämlich Renten gegen Klima Alte gegen Junge wird von dort aus wie ein Streit innerhalb derselben Familie aussehen."
  },
  {
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    "text": "Ihr und ich, ihr seid die Alten!"
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    "end": 1557.68,
    "text": "Wir sind die Alte!"
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    "end": 1568.82,
    "text": "Nicht weil das was uns heute unterscheidet und uns entscheidet ja eine ganze Menge unwichtig wäre sondern weil die Linie auf dies heute anzukommen scheint hinter uns allen verläuft."
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    "end": 1572.26,
    "text": "Ich sage nicht dass wir dasselbe wollen sollen."
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    "text": "Ich sag nur bevor wir uns weiter darüber streiten wer hier wem etwas wegnimmt Wäre es vielleicht klug, kurz zu prüfen?"
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    "text": "Wer eigentlich fragt hier und was wir von einem guten aber gemeinsamen Leben erwarten."
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    "end": 1589.14,
    "text": "Und tschüss!"
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    "end": 1609.64,
    "text": "Finanziert wird dieses Projekt von der gemeinnützigen Stiftung AVE, dem Institut für Achtsamkeit, Verbundenheit und Engagement."
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    "text": "Den Link dazu findet ihr in der Folgenbeschreibung."
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