WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:04.059
Speaker 1: Liebe Leute Denkende, herzlich willkommen zu einem weiteren Staffelrückblick.

00:00:04.760 --> 00:00:13.840
Speaker 1: Wir haben uns ja sechsmal ein großes Thema vorgenommen um zu sagen wir hätten das eigentlich gerne ein bisschen breiter beleuchtet aus fünf unterschiedlichen Perspektiven.

00:00:14.480 --> 00:00:20.540
Speaker 1: Vor allem wenn die Themen sehr offensiv benutzt werden oder gesetzt werden dann ist es ja wichtig zu fragen warum?

00:00:20.860 --> 00:00:26.240
Speaker 1: Zu diesem Zeitpunkt und vor allem auch wer setzt sie mit welcher Interpretation werden Sie aufgeladen?

00:00:26.980 --> 00:00:30.200
Speaker 1: Und jetzt haben wir uns das Thema westliche Zivilisation vorgenommen.

00:00:31.100 --> 00:00:50.040
Speaker 1: Vor allem, weil im Februar relativ offensiv dieses Thema gesetzt wurde und zwar von einem freundlichen US-Außenminister der den Europäern und Europäerinnen eine Partnerschaft angedeutet hat in der westlichen Zivilization mit den USA zusammenzuwirken und diese zu verteidigen.

00:00:50.960 --> 00:00:57.100
Speaker 1: Das Partnerschaftliche dabei fand ich etwas unterentwickelt und genau deshalb haben wir gedacht, wir sollten mal genauer hinschauen.

00:00:57.180 --> 00:01:03.240
Speaker 1: Was denn eigentlich die Vereinigten Staaten unter der Trump-Administration, Unterwestliche Zivilisation verstehen?

00:01:03.980 --> 00:01:06.180
Speaker 1: Wie das mit europäischen Werten zusammenhängt?

00:01:06.840 --> 00:01:15.820
Speaker 1: Und ob wir da wirklich einfach mitmachen wollen vor allem wenn die Einladung so wenig freundlich ist wie wir es inzwischen ja auch sehen in der nationalen Sicherheitsstrategie der USA zu Europa.

00:01:15.920 --> 00:01:18.240
Speaker 1: mehr so ein Sich zu unter Orten in Nawazal.

00:01:19.140 --> 00:01:24.880
Speaker 1: Und vor allem ist im Juli tatsächlich auch noch ein Funding rausgekommen vom State Department in den USA.

00:01:25.060 --> 00:01:41.760
Speaker 1: Vier Millionen Euro für Gruppen, die in Europa mal Einfluss darauf nehmen wie hier eigentlich Politik gemacht wird und zwar zu den uns bekannten populistisch aufgeladenen Themen Migration Kultur Bildung und natürlich die Frage was denn diese Zivilisation ausmachen sollte.

00:01:42.080 --> 00:01:44.240
Speaker 1: Da haben wir gedacht, da gucken wir doch mal selber rein.

00:01:44.560 --> 00:01:47.640
Speaker 1: Was denn eigentlich westliche Zivilisation ausmacht?

00:01:47.760 --> 00:01:57.460
Speaker 1: Welche unterschiedlichen Perspektiven da relevant sind und ob Europa da wirklich mitziehen möchte oder vielleicht ganz souverän sagt – eigentlich hat das für uns immer ein paar andere Dinge ausgemacht!

00:01:57.800 --> 00:02:00.100
Speaker 1: Und die würden wir auch gerne weiter hochhalten.

00:02:08.919 --> 00:02:12.860
Speaker 1: Als erstes Thema in dieser Staffel haben wir Fortschritt gewählt.

00:02:13.780 --> 00:02:21.420
Speaker 1: Denn Zivilizationen hängen durch eine Fortschutzerzählung zusammen Diese gemeinsame Reise, diese Schicksalsgemeinschaft auf dem Weg zu etwas hin.

00:02:21.680 --> 00:02:24.940
Speaker 1: Da sind natürlich dann Soziologinnen und Soziologen ganz vorne dabei?

00:02:25.480 --> 00:02:32.840
Speaker 1: Wir haben uns Andreas Reckwitz eingeladen – derjenige, der wirklich intensiv zur Fortschrittserzählung in Demokratien geforscht

00:02:32.920 --> 00:02:33.040
Speaker 2: hat!

00:02:33.740 --> 00:02:35.280
Speaker 2: Die Moderne glaubt an den Fortschritt.

00:02:35.480 --> 00:02:40.380
Speaker 2: Wenn man jetzt vor moderne Gesellschaften im Augen hat, war das eigentlich nie der Fall?

00:02:41.560 --> 00:02:46.040
Speaker 2: Man hat eher, wenn man da geschichtliche Prozesse im Auge hatte ... Das ist ganz zyklisch gedacht.

00:02:46.260 --> 00:02:52.060
Speaker 2: Es geht immer auf und ab oder dass es im Grunde immer das Gleiche ist, dass alles gleich bleibt.

00:02:52.360 --> 00:02:54.120
Speaker 2: Oder eher, dass man denkt, es geht bergab.

00:02:54.700 --> 00:02:58.420
Speaker 2: Man hatte die goldenen Zeiten hinter sich und jetzt ist es ein schleichender Niedergang.

00:02:58.680 --> 00:03:05.920
Speaker 2: Aber dass die Moderne diesen Optimismus hat sauben, es werde besser werden.

00:03:06.320 --> 00:03:08.880
Speaker 2: Man muss ja nur mal wieder Kondorsee lesen oder Hegel

00:03:08.960 --> 00:03:09.180
Speaker 2: usw.,

00:03:09.540 --> 00:03:11.000
Speaker 2: oder die französischen Revolutionäre.

00:03:11.380 --> 00:03:14.420
Speaker 2: Also diese Fortschrittsorientierung ist wirklich außergewöhnlich.

00:03:14.600 --> 00:03:17.460
Speaker 2: Könnte auch sagen ungeheuer naiv in einer Weise?

00:03:17.640 --> 00:03:18.940
Speaker 2: Wie kommt man auf diese Idee?

00:03:19.980 --> 00:03:21.260
Speaker 2: ist ja eigentlich ungewöhnlich.

00:03:21.320 --> 00:03:24.340
Speaker 2: Warum soll das denn überhaupt morgen besser sein als heute?

00:03:25.220 --> 00:03:28.340
Speaker 2: Aber dieser Glaube, wie man ja auch sagt, versetzt ja auch Berge.

00:03:28.400 --> 00:03:35.320
Speaker 2: Das heißt der Fortschritt-Glabe ist ja auch etwas was die Gesellschaften antreibt und was dann ja teilweise wie eine Self-fulfilling Prophecy auch gewirkt hat.

00:03:35.360 --> 00:03:43.020
Speaker 2: also wenn man eben davon ausgeht dass es besser wird, dann arbeitet man auch daran dass es bester werden kann und manchmal ist es dann ja auch so.

00:03:43.120 --> 00:03:51.020
Speaker 2: Diese Fortschutzorientierung an sich hat einen blinden Fleck und zwar hat sie den blinden fleck nicht umgehen können.

00:03:51.600 --> 00:04:01.780
Speaker 2: Und das ist noch mal was anderes als zu sagen, wir brauchen jetzt eine neue Fortschrittserzählung, sondern wir brauchen auch, das finde ich fast noch anspruchsvoller, auch einen besseren Umgang mit Verlust-Erfahrungen.

00:04:02.060 --> 00:04:11.880
Speaker 2: Denn die moderne Forschung und hier bedeutet dass Verlusterfahrung, die es ja immer gegeben hat in allen Gesellschaften, dass sie eigentlich überhaupt nicht in dieses moderne Skript hineinpassen.

00:04:12.020 --> 00:04:20.279
Speaker 2: Katastrophenfälle zum Beispiel oder eben ein ganz anderer Fall also in Europa erleben wir einem Zusammenbruch der Sicherheit die wir in den letzten Jahrzehnten hatten.

00:04:20.500 --> 00:04:23.320
Speaker 2: Das ist natürlich ein Verlust, das ist tragisch.

00:04:23.840 --> 00:04:25.040
Speaker 2: Aber wie gehen wir damit um?

00:04:25.400 --> 00:04:36.180
Speaker 2: Wir werden ja mit bestimmten Verlüsten einfach konfrontiert und auch jetzt zum Beispiel was der Klimawandel angeht, dass es eben auch eine Unverfügbarkeit, einen Verluste da ist, mit dem wir umgehen müssen.

00:04:36.620 --> 00:04:45.720
Speaker 2: aber da eine klügere Umgangsweise mit Verluster zu finden würde ich sagen auf einer Metarebene wäre selber ein Fortschritt.

00:04:45.900 --> 00:04:49.900
Speaker 2: Das war natürlich die Forschungsorientierung gar nicht gemeint.

00:04:50.220 --> 00:04:55.460
Speaker 2: Es wäre aber selber ein Lernprozess, also mit Verlusten sowohl individuell als auch kollektiv klüger

00:04:55.580 --> 00:04:56.220
Speaker 2: umzugehen.".

00:04:56.920 --> 00:05:01.400
Speaker 1: Fortschritt also fort schreiten auf etwas hin zu bewegen.

00:05:01.560 --> 00:05:04.600
Speaker 1: Dieses Hinzu ist eine ganz wichtige Energie, um zu mobilisieren.

00:05:04.840 --> 00:05:17.720
Speaker 1: Das kennen wir auch aus der Transformationsforschung und deshalb ist es so wichtig und relevant in Krisen nicht aufzuhören darüber zu sprechen worum es eigentlich geht und was tatsächlich so Grundwerte sind die wir erhalten wollen.

00:05:17.780 --> 00:05:29.960
Speaker 1: weil das schwierige ist dass wir häufig in der Geschichte gewisse Dinge loslassen müssen, Strukturen verabschieden wie zum Beispiel ein fossiles Energiesystem wenn wir tatsächlich weitere Stabilität erhalten wollen.

00:05:30.600 --> 00:05:34.380
Speaker 1: Das heißt, zwischen diesem Loslassen und damit natürlich auch eingebauten Verlusten.

00:05:34.980 --> 00:05:44.060
Speaker 1: Und einem gleichzeitig festhalten daran, dass die Gesamtgesellschaft aber weiterhin eine gute Richtung läuft – das ist eigentlich die Kunst des politischen und des öffentlichen Diskurses.

00:05:44.180 --> 00:05:50.420
Speaker 1: Deshalb ist es heute ja so wahnsinnig wichtig, eine Balance zu finden zwischen den Themen, die Menschen bedrücken?

00:05:50.760 --> 00:05:54.100
Speaker 1: also wovor sie wirklich Sorge haben, nicht zu ignorieren und sagen wird schon alles.

00:05:54.700 --> 00:06:04.900
Speaker 1: Und gleichzeitig aber sich nicht in die Falle ziehen zu lassen immer mehr und mehr zu erzählen dass es noch schlechter sei als es vielleicht de facto ist und vor allem was ja oft mittler verbunden wird.

00:06:05.040 --> 00:06:07.260
Speaker 1: du hättest das eigentlich besser verdient.

00:06:07.940 --> 00:06:14.280
Speaker 1: damit kommt ja noch ein anderes Element drauf was so'n Ohnmachtsgefühle von jemand anders gönnt es dir nicht mitbringt.

00:06:14.920 --> 00:06:25.940
Speaker 1: Und da ist natürlich die Einladung, wie kommunizieren wir anders und wie kommunozieren wir so dass klar wird es geht darum durch die Veränderungen eben eine Gesellschaft wieder fortschrittlich zu halten.

00:06:26.120 --> 00:06:33.920
Speaker 1: Also die besten Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu finden ohne so zu tun als wäre diese Veränderungsnotwendigkeit nicht gegeben.

00:06:34.720 --> 00:06:38.540
Speaker 1: Und daher eben die Einladung bloß nicht, die populistischen Themen zu kopieren.

00:06:38.580 --> 00:07:03.080
Speaker 1: Vor allem den Stil nicht zu kopiern und die Tonalität – und nicht Menschen anzubröhlen dafür dass es ihnen nicht gut geht sondern ihnen zu zeigen wo denn eigentlich schon Lösungen für das Neue in der Welt sind wie das funktioniert hat von wo man lernen kann und dann eben auch anders in der Gesellschaft darüber sprechen wer tatsächlich Teil des Fortschritts ist und warum für viele andere dort genauso ein Platz vorgesehen ist.

00:07:09.240 --> 00:07:17.340
Speaker 1: Als Zweites haben wir das Thema Umgangsformen gewählt, denn wie wir miteinander umgehen hat natürlich ganz viel Einfluss darauf ob Vertrauen entsteht.

00:07:17.460 --> 00:07:24.320
Speaker 1: Ob wir uns gesehen fühlen oder ob tatsächlich die Form so weit entgleist dass wir mehr oder weniger aufeinander los gehen.

00:07:25.340 --> 00:07:26.740
Speaker 1: Eingeladen haben wir uns für das Thema.

00:07:26.880 --> 00:07:35.380
Speaker 1: Ingrid Brotnik Sie guckt sich besonders das Zusammenspiel zwischen Digitalisierung, Social Media und dem Verändern unserer Umgangshormen

00:07:35.540 --> 00:07:35.640
Speaker 5: an.

00:07:36.640 --> 00:07:44.660
Speaker 5: Diese umgangsformen Thematik beschäftigt mich sehr, weil die Gefahr ist dass wir hier wirklich andere Umgangs- formen eigentlich aufgedruckt bekommen.

00:07:45.660 --> 00:07:49.320
Speaker 5: Die dadurch bestimmt werden was ist ökonomisch gut für die Plattform?

00:07:49.560 --> 00:07:58.180
Speaker 5: Nicht das es gesellschaftlich gut oder individuell sinnvoll sondern welche Art von Diskurs hat am Ende eine bessere Bottomline für das Unternehmen?

00:07:58.600 --> 00:08:01.240
Speaker 5: und das prägt dann, wie Leute glauben was Normalität ist.

00:08:01.580 --> 00:08:05.240
Speaker 5: Es gibt auch eine Auswertung von Molly Crockett einer Psychologin und Kollegen.

00:08:05.720 --> 00:08:17.620
Speaker 5: die haben sich das auf Twitter damals noch angeschaut und haben gesehen zum Beispiel Wenn Leute eher extremeren Accounts folgen, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit dass sie moralisch Empörter posten.

00:08:18.060 --> 00:08:20.220
Speaker 5: Also das ein Norm-Learning stattfindet.

00:08:20.580 --> 00:08:26.620
Speaker 5: Dass ich sehe so schreiben die anderen zu schreibe auch Ich oder das andere nennt man Reinforcement Learning.

00:08:27.000 --> 00:08:34.280
Speaker 5: wenn ich moralische Empörte poste viele Likes bekomme gutes Feedback steig die Wahrscheinigkeit dass sich am nächsten Tag wieder so poste.

00:08:34.799 --> 00:08:38.179
Speaker 5: also die Gefahr ist dass hier Leute neue Umgangsformen lernen.

00:08:39.159 --> 00:08:45.580
Speaker 1: Für mich ist das ganz spannend, wenn wir uns überlegen hier geht es ganz zivil zu oder civile Umgangsformen.

00:08:45.700 --> 00:08:49.140
Speaker 1: Da schwingt ja eigentlich mit dass wir den Eindruck haben's ist ganz gut temperiert.

00:08:49.880 --> 00:09:03.400
Speaker 1: Es ist so dass man vernünftig miteinander umgeht, dass man lösungsorientiert ist und vor allem eben die anderen Personen auch Personen sein lässt Wenn also unter westlicher Zivilisation ein totaler abgesangen auf vernünftige Umgangsmorm verkauft wird.

00:09:03.840 --> 00:09:09.120
Speaker 1: Jetzt müssen wir uns erstens fragen, hat das noch mit unserer Idee von zivilen Umgangsform zu tun?

00:09:09.220 --> 00:09:19.340
Speaker 1: Und zu welchem Ziel und Zweck kann es eingesetzt werden wenn eben Misstrauen, Attacke und sehr negative Botschaften tatsächlich unsere Wahrnehmung der Welt zunehmend prägen.

00:09:19.800 --> 00:09:32.900
Speaker 1: Deshalb ist es so wichtig heute nicht zu unterschätzen welche Rolle die großen Tech-Konzerne in den USA inzwischen bei der Regierungsführung spielen und wie stark ihre Rolle ist, dabei den Diskurs auch in Europa zu beeinflussen.

00:09:33.600 --> 00:09:37.580
Speaker 1: Im Prinzip haben sie ja die kommunikative öffentliche Infrastruktur in ihrer Hand.

00:09:38.340 --> 00:09:43.520
Speaker 1: Ihre Algorithmen, ihre Plattformen bestimmen mit ohne dabei besonders Transparenz zu sein.

00:09:44.260 --> 00:09:47.960
Speaker 1: wer wird angezeigt was wird angezeigt und wem wird etwas angezeigt?

00:09:48.040 --> 00:09:54.520
Speaker 1: zunehmend bemerken auch einige Akteure und Akteurinnen die kritischen Content-Posten dass sie runter geregelt werden.

00:09:54.840 --> 00:10:03.360
Speaker 1: In dem Sinne ist es auch die Frage, wie sich eine Zivilisation – wie zum Beispiel die Europäische Union – gegen so eine Übernahme in privater Hand verwehren kann.

00:10:11.640 --> 00:10:14.880
Speaker 6: Hallo ich bin Paul, Gründer und Initiator von Lemonade & Charity!

00:10:15.480 --> 00:10:24.260
Speaker 6: Angefangen hat unser Projekt vor über siebzehn Jahren mit einer Limmo aus frisch gepressten Limetten UND der Überzeugung dass Wirtschaft auch fair und anders funktionieren kann.

00:10:24.960 --> 00:10:28.820
Speaker 6: Aus seiner simplen Idee in der WG-Küche ist heute ne Bewegung geworden.

00:10:29.560 --> 00:10:38.600
Speaker 6: Es gibt uns in über dreißig Ländern und es kam bereits mehr als dreizehn Millionen Euro für den gemeinnützigen Lemonade & Charity EV, und damit Sozialprojekte zusammen.

00:10:39.300 --> 00:10:41.820
Speaker 6: Jetzt gehen wir den nächsten Schritt – und ihr könnt dabei sein!

00:10:42.340 --> 00:10:44.400
Speaker 6: Wir öffnen Lemonade vor unsere Community.

00:10:45.080 --> 00:10:49.880
Speaker 6: Als Fairholderin gestaltet ihr die Zukunft mit Für eine Wirtschaft, die allen dient.

00:10:50.500 --> 00:10:52.820
Speaker 6: Werde jetzt Teilhaberin von Lemonade&Charity.

00:10:53.320 --> 00:10:56.400
Speaker 6: Die Infos findest du auf unserer Website lemon-aid.de.

00:10:58.120 --> 00:11:00.920
Speaker 1: In der nächsten Folge sind wir dann noch etwas tiefer gegangen.

00:11:01.300 --> 00:11:10.400
Speaker 1: Denn drunter unter den Umgangsformen liegen ja Werte und eine werte Gemeinschaft ist ja häufig etwas, was noch Normen-, umgangs- formen oder dann eben Gesetzen vorgeschaltet ist.

00:11:10.640 --> 00:11:19.660
Speaker 1: Daher ist es auch wichtig zu fragen wie Wertewandel stattfindet wo er herkommt und wo der gemeinsame Raum dessen ist das vielleicht so ne westliche Zivilisation ausmacht.

00:11:19.920 --> 00:11:24.340
Speaker 1: Eingeladen haben wir dafür Andreas Pütmann, der einmal Rechtswissenschaftler und Politik-Wissenschaftler ist.

00:11:24.460 --> 00:11:38.700
Speaker 1: Dann aber auch ganz explizit sich mit Religionen, Werten und vor allem auch Konservativen wie Christsozialen unterschiedlichen Prägungen auseinandergesetzt hat um zu gucken, wie die sich verändern zusammenfinden und an welchen Zeitpunkten das jeweils relevant geworden

00:11:38.800 --> 00:11:38.940
Speaker 3: ist.

00:11:39.640 --> 00:11:48.940
Speaker 3: Werte sind zunächst mal das was wir als erstrebenswert betrachten individuell oder auch als Gemeinschaft und betreffen eine Ethik der Ziele.

00:11:50.020 --> 00:12:00.920
Speaker 3: Dazu gehören Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit, Wohlstand ... Und dieser Ethik des Ziele steht gegenüber die Ethik von Mittel.

00:12:02.600 --> 00:12:12.080
Speaker 3: Das sind Normen Tugenden und Institutionen, mit denen diese Werte sozusagen operationalisiert werden, verwirklicht werden können.

00:12:12.380 --> 00:12:15.820
Speaker 3: Solche Normen sind also geschriebene und ungeschriebene Regeln.

00:12:16.200 --> 00:12:18.960
Speaker 3: Also dass man in Rücksicht auf andere nehmen soll.

00:12:19.280 --> 00:12:22.580
Speaker 3: Dass man zuverlässig ist das Absprachen eingehalten wird

00:12:22.720 --> 00:12:22.840
Speaker 3: etc.,

00:12:23.280 --> 00:12:23.420
Speaker 3: etc.

00:12:24.060 --> 00:12:34.940
Speaker 3: Die Normen sozusagen sind vielleicht sogar das Kernstück aber die Normen müssen natürlich auch von realen Menschen vorgelebt werden und realisiert werden.

00:12:35.020 --> 00:12:49.480
Speaker 3: Und deswegen kommen wir auf diesen schön verstaubten Begriff der Tugenden, ein sehr kluger Mann der Verfassungsrichter Ernst Wolfgang Böckenförder hat ja mal gesagt, der freiheitliche Verfassungsstart lebt von Voraussetzungen die er selbst nicht garantieren kann.

00:12:50.040 --> 00:13:02.840
Speaker 3: das ist das große Wagnis dass er um der Freiheit Willen eingegangen ist und deswegen braucht es ein bürgerliches Ethos weil sozusagen der Staat also dieses Ethos nicht selbst erzeugen kann.

00:13:03.560 --> 00:13:13.360
Speaker 3: Nicht nach dem Verfassungskonvent von Philadelphia wurde Benjamin Franklin von einer alten Dame gefragt, wurde kolportiert.

00:13:13.760 --> 00:13:14.920
Speaker 3: Was haben wir denn jetzt bekommen?

00:13:15.120 --> 00:13:16.860
Speaker 3: Eine Monarchie oder eine Republik?

00:13:17.620 --> 00:13:22.880
Speaker 3: und Franklin antwortete eine Republik wenn sie sie halten können.

00:13:23.660 --> 00:13:30.420
Speaker 1: was ja hier so deutlich wird ist das Zusammenspiel zwischen Akteuren und Akteurinnen, die Dinge in die Welt bringen.

00:13:30.500 --> 00:13:35.980
Speaker 1: Und auch Entscheidungen treffen wie sie sich alltäglich verhalten wollen und den Regeln, die sich Gesellschaften gegeben haben.

00:13:36.900 --> 00:13:49.180
Speaker 1: Dieses Zusammenspiel ist besonders in freiheitlichen Gesellschaften immer ergebnisoffen was ja in diesem Böckernförde-Dictum so schön rüber kommt dass der demokratische Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht schaffen kann.

00:13:49.600 --> 00:13:59.520
Speaker 1: Und da können wir natürlich nochmal einen Blick in die USA werfen, um zu sehen wie unfassbar diese Idee mit Füßen getreten wird und ob dann unbedingt von dort uns Zivilisation angedient werden sollte.

00:13:59.900 --> 00:14:06.480
Speaker 1: Also ein Präsident der ja das allerletzte macht außer sich in irgendeiner Form angemessen und regelkonformt zu verhalten.

00:14:06.880 --> 00:14:20.620
Speaker 1: damit ist natürlich der komplette Kontakt gebrochen dass eine gewisse Form eine anständige Art und Weise miteinander umzugehen dem Regel setzend vorausgehen muss und natürlich auch die Idee, dass sie die mächtigsten Positionen haben das mal vorleben dürften.

00:14:21.140 --> 00:14:30.500
Speaker 1: Im Umkehrschluss heißt also, dass wir alle in unserer Funktion als Bürgerinnen-Bürger im Unternehmen, im Alltag aber natürlich auch in den Parteien genau andersrum verhalten.

00:14:30.800 --> 00:14:34.800
Speaker 1: Dass wir sagen, nee, wir nehmen das mal ernst mit diesem Wertekompass, mit diesen Umgangsformen.

00:14:34.940 --> 00:14:40.380
Speaker 1: Deshalb auch obacht bei all denenjenigen, die euch dann vorwerfen, jetzt kommen wir hier nicht so moralisierend um die Ecke!

00:14:41.020 --> 00:14:44.180
Speaker 1: Die Moral von der Geschichte ohne Werte geht es nicht.

00:14:50.860 --> 00:15:09.060
Speaker 1: Als nächstes haben wir uns das Thema Gesellschaft angeschaut, um dieses Zusammenspiel zwischen Regeln, Werte, Normen noch mal zu reflektieren und zwar aus der ethischen Perspektive einer Person die im Ethikrat lange Vorsitzende gewesen ist und in der Medizin auch diese Perspektiven hochhält, Alena Büchs.

00:15:09.800 --> 00:15:09.900
Speaker 1: Ich

00:15:10.180 --> 00:15:14.740
Speaker 4: bin jeden Tag glücklich und dankbar, dass ich in Deutschland in der EU lebe.

00:15:15.380 --> 00:15:43.940
Speaker 4: Weil ich gucke was in den USA passiert die reißen die ganzen Einschränkungen weg Der Umweltbehörde da zum Beispiel was Luftverschmutzung Wasserverschmutzung Einfach alles an Schutz für unsere unmittelbare Lebenswelt Dann natürlich ganze infrogramme werden abgewickelt aber auch so öffentliche Gesundheit also wirklich so die absoluten Basics die uns Hundertfünfzig Jahre die doppelte Lebensspanne gegeben haben.

00:15:44.660 --> 00:15:46.160
Speaker 1: Vor hundertfünfzig

00:15:46.220 --> 00:15:49.920
Speaker 4: Jahren sind wir im Schnitt irgendwie vier, dreißig, fünf Jahre alt geworden und jetzt wären wir über achtzig.

00:15:50.320 --> 00:15:54.680
Speaker 4: Aber wenn du das saubere Wasser wegnimmst und die saubre Luft und die sichere

00:15:54.780 --> 00:15:55.280
Speaker 1: Ernährung

00:15:55.740 --> 00:16:06.820
Speaker 4: und all diesen Aufwand, den wir betreiben um das zu sichern, dem man nicht so richtig sieht ... Wenn du es als weg reißt dann denk ich mir mal Gott sei Dank lebe ich in der EU, wo wir das nicht mehr so eben wegreißen hoffe ich.

00:16:07.500 --> 00:16:08.280
Speaker 4: Und dann gucke ich deine Seite.

00:16:08.360 --> 00:16:14.160
Speaker 4: und okay aber das betrifft ja alle Luft kannst du schwer einschränken.

00:16:14.680 --> 00:16:16.060
Speaker 4: Auch Wasser, echt schwierig!

00:16:16.240 --> 00:16:18.500
Speaker 4: So ein Scheißkeim, wenn da mal irgendwo drin ist ...

00:16:18.840 --> 00:16:18.920
Speaker 1: Ah!

00:16:20.260 --> 00:16:21.660
Speaker 4: Wo wollen die den?

00:16:22.420 --> 00:16:24.020
Speaker 4: Irgendwer verdient damit sehr viel Geld.

00:16:24.580 --> 00:16:26.540
Speaker 4: Super für Industrie, kannst voll rein.

00:16:26.800 --> 00:16:29.360
Speaker 4: Kannst wieder alles vergiften und so großartig.

00:16:30.820 --> 00:16:33.920
Speaker 4: Das sind ja auch Leute selber betroffen, Kinder.

00:16:34.520 --> 00:16:37.240
Speaker 4: Und Familien und Freunde, was ist denn mit denen?

00:16:37.320 --> 00:16:39.140
Speaker 4: Dann kann die Logik ja nur sein.

00:16:39.840 --> 00:16:41.160
Speaker 4: Ich isolier mich davor.

00:16:41.220 --> 00:16:41.940
Speaker 4: Mit sehr viel Geld.

00:16:42.000 --> 00:16:48.660
Speaker 4: Ich lebe in irgendwelchen Enklaven ... Wo ich vielleicht meine eigene Wasserversorgung hab.

00:16:49.780 --> 00:16:54.100
Speaker 4: Da hinter muss so eine Idee stehen, ich entzieh mich dem vollständig.

00:16:54.460 --> 00:16:56.520
Speaker 4: Der Gipfel davon ist, ich geh auf den Mars!

00:16:57.160 --> 00:17:04.480
Speaker 1: Wir können also hier sehr schön beobachten, dass zivilisatorischer Fortschritt eigentlich eine gesellschaftliche Kategorie war.

00:17:05.040 --> 00:17:26.740
Speaker 1: Und wenn wir uns jetzt überlegen wer denn gerade die Regelveränderung vorantreibt sind das natürlich genau denjenigen denen der Rest der Gesellschaft ziemlich egal geworden ist dieses sich absetzen sich insinkaufen oder auf Yachten gehen technologische Überwachungsinfrastruktur aufbauen, um die anderen rauszuhalten und den Zugang für einige wenige zu sichern.

00:17:26.819 --> 00:17:33.280
Speaker 1: Dann zu den besten Technologien, zu den gesundheitlichen Entwicklungen, die wir uns noch nie haben erträumt lassen – die Unsterblichkeit steht kurz vor der Tür!

00:17:34.240 --> 00:17:36.860
Speaker 1: Aber ist das noch westliche Zivilisation?

00:17:37.120 --> 00:17:40.540
Speaker 1: Wo sind da die zivile Umgangsformen eigentlich hin und vor allem die Gesellschaft?

00:17:41.340 --> 00:17:45.380
Speaker 1: Deshalb auch da wieder die Frage, wie wir diesen Narrativ etwas entgegensetzen.

00:17:45.900 --> 00:17:48.200
Speaker 1: In dem klar wird, ihr braucht keine Sorge haben.

00:17:48.280 --> 00:18:02.740
Speaker 1: in Europa bleibt die Antwort das tatsächlich eine Gesellschaft im Fokus steht und nicht nur die spinnerten Ideen von einigen wenigen besonders reichen, die dann auch noch sagen Die Erde machen wir auf den Weg zum Mars vielleicht mindestens untertan oder einfach auch kaputt.

00:18:03.800 --> 00:18:11.840
Speaker 1: Daher mutig eben gegenüberstellen Gesellschaft ist die Voraussetzung für Zivilisation, weil es ist im Begriff schon angelegt.

00:18:18.200 --> 00:18:23.080
Speaker 1: Als Letztes haben wir uns dann die Gesellschaftsformen angeguckt, die sich westlich nennen.

00:18:23.540 --> 00:18:30.800
Speaker 1: Das ist ja was die USA vorausstehen – die westliche Zivilization und sie müsste jetzt ihre Vorreiterschaft eben neu etablieren.

00:18:31.860 --> 00:18:33.160
Speaker 1: Wo kommt denn das eigentlich her?

00:18:33.460 --> 00:18:34.580
Speaker 1: Und was macht diesen Westen

00:18:34.760 --> 00:18:34.960
Speaker 1: aus?".

00:18:35.360 --> 00:18:37.540
Speaker 1: Dazu eingeladen haben wir Sebastian Konrad.

00:18:38.120 --> 00:18:50.720
Speaker 1: Er ist Historiker und hat die gesamte Geschichte der Globalisierung aufgeschrieben, unter anderem spielt darin eine Rolle wie das Selbstverständnis des Westens sich über die Zeit verändert hat.

00:18:51.840 --> 00:19:00.140
Speaker 0: Historisch kann man sagen, dass der Begriff Westen im Grunde erst seit dem späten Jahrhundert Verwendung findet.

00:19:01.620 --> 00:19:08.060
Speaker 0: Es gibt natürlich so Versuche, den Konflikt zwischen Ost und West in die Antike zurückzuverlagern oder so.

00:19:08.140 --> 00:19:24.340
Speaker 0: Aber eigentlich erst im Laufe des neuen Jahrhunderts und zwar erst in dem Moment – das bezieht sich auf das Atlantische – erst in diesem Moment, indem man nicht Europa sagte sondern Europa und die USA meinte, erst in diesen Moment wird der Westen wirklich zu einer kategoriezunerstehenden Kategorie.

00:19:24.680 --> 00:19:31.460
Speaker 0: also Das ist eigentlich erst in dem Moment möglich, indem die USA auch tatsächlich ein weltpolitischer Faktor werden.

00:19:31.920 --> 00:19:35.700
Speaker 0: Also das ist ja, sagen wir mal um eighteenhundert noch längst nicht der Fall.

00:19:36.860 --> 00:19:41.620
Speaker 0: Insofern ist der Westen so wie er jetzt heute verwendet wird gar nicht mal so alt.

00:19:41.980 --> 00:19:50.920
Speaker 0: also man kann vielleicht im Mitte des neunzehnten Jahrhundert anfangen mit den Debatten in Russland über die Verwestliche und die Russophilen.

00:19:51.780 --> 00:19:57.720
Speaker 0: aber Aber eigentlich ist der Begriff, sagen wir mal, unterhört auch hundertfünfzig Jahre alt.

00:19:58.120 --> 00:20:05.240
Speaker 0: Ja würde ich sagen als Phänomen und Abendland ist schon dann eine ganz spezifische Aufladung nämlich die Aufladungen durch Religion.

00:20:05.920 --> 00:20:11.420
Speaker 0: Und wenn wir so durch die Geschichte durchgehen sehen wird dass dieser Begriff Westen sich eigentlich immer verändert hat.

00:20:11.480 --> 00:20:17.880
Speaker 0: heute also Im Jahrhundert markt es für viele noch das abendland gewesen sein.

00:20:17.920 --> 00:20:20.860
Speaker 0: da geht es um religion Christentum versus andere.

00:20:22.760 --> 00:20:28.060
Speaker 0: Am Ende des neunzehnten Jahrhunderts, als es darum ging den Imperilismus zu rechtfertigen.

00:20:28.140 --> 00:20:32.380
Speaker 0: Die Kolonisierung der Welt war der zentrale Begriff eher Zivilisation.

00:20:33.120 --> 00:20:45.040
Speaker 0: Der Westen steht für Zivilization und die rückständigen zurückgebliebenen, kolonisierten Völker.

00:20:45.120 --> 00:20:47.680
Speaker 0: Die müssen erst auf diesen Stand der Zivilisation gebracht

00:20:47.740 --> 00:20:47.900
Speaker 0: werden.".

00:20:48.000 --> 00:20:48.100
Speaker 0: Das

00:20:48.140 --> 00:20:50.420
Speaker 1: war so die White-Man's-Bird'n.

00:20:50.700 --> 00:20:51.060
Speaker 1: Also so... White

00:20:51.100 --> 00:20:52.840
Speaker 0: Man's Bird'n gehört dazu ganz genau!

00:20:53.380 --> 00:20:59.580
Speaker 0: Aber wenn ich daran denke an die Zeit in der ich in der Schule war da war Westen einfach nicht Kommunismus, ne?

00:20:59.740 --> 00:21:00.660
Speaker 0: Der Zeit des Kalten Krieges.

00:21:00.760 --> 00:21:04.060
Speaker 0: also da hatte sich das von Religion über Zivilization längst ganz woanders hin.

00:21:04.140 --> 00:21:15.120
Speaker 0: Da war ganz klar Westen steht für nicht kommunistisch und heute verbindet man häufig so was wie dem oder man suggeriert der westen stehe für demokratie das nicht.

00:21:15.160 --> 00:21:18.100
Speaker 0: kommunismus ist längst verschwunden das spielt keine roll.

00:21:18.140 --> 00:21:29.320
Speaker 0: also wir sehen wie dieser begriff im gunde eigentlich gar nicht so richtig festzunageln is geografisch ja ohne hin nicht aber auch eben konzeptionell wenig sondern sich verändert verschiebt.

00:21:30.060 --> 00:21:31.700
Speaker 0: und ja.

00:21:31.960 --> 00:21:39.240
Speaker 0: also wenn ich das zuspitzen würde würde ich sagen so eine definition die Ist eigentlich ein hilfloser Versuch?

00:21:39.420 --> 00:21:41.660
Speaker 0: Eigentlich können wir gar nicht sagen, was der Westen ist.

00:21:41.900 --> 00:21:46.880
Speaker 0: Wir müssten im Grunde eher fragen ... Was machen die Leute, wenn sie Westen sagen?

00:21:47.040 --> 00:21:48.680
Speaker 0: Also, was wollen Sie damit erreichen?

00:21:50.100 --> 00:21:51.480
Speaker 0: Was tun Sie damit sozusagen?

00:21:52.480 --> 00:21:56.900
Speaker 1: Deshalb ist es ja heute so relevant zu gucken wie verhält sich denn ein bestimmter Akteur?

00:21:57.240 --> 00:22:01.840
Speaker 1: Wann wird von wem Der Westen als Konzept in Stellung gebracht?

00:22:02.760 --> 00:22:12.120
Speaker 1: von einer USA, die genau diese multilateral Ordnung ja gerade aufkündigen und sich aus allen Verträgen rausziehen, die die Kooperation über Grenzen hinweg organisieren sollte.

00:22:12.700 --> 00:22:19.560
Speaker 1: Und zwar kooperativ anstatt dass alle reihum erpresst werden durch eine Zusammenkunft von militärischer und ökonomischer Macht.

00:22:20.500 --> 00:22:26.300
Speaker 1: daher auch der Gedanke universeller Werte wie wir zum Beispiel in der Menschenrechtscharta formuliert haben.

00:22:27.000 --> 00:22:36.360
Speaker 1: Wo sind denn eigentlich Gemeinsamkeiten zwischen Menschen, die sich einmischen in Bevölkerungen ganz anderen Teilen der Welt und denen, die bei uns für Demokratie sich einsetzen?

00:22:36.440 --> 00:22:37.200
Speaker 1: Für Mitbestimmung.

00:22:37.320 --> 00:22:38.020
Speaker 1: Für Freiheit.

00:22:38.300 --> 00:22:40.240
Speaker 1: Für Gleichwertigkeit vor dem Recht.

00:22:40.760 --> 00:22:46.620
Speaker 1: Ein wichtiger Bestandteil, der für mich auch den Westen ein Stück weit ausgemacht hat – wenn man zurückdenkt ist Aufklärung.

00:22:46.840 --> 00:22:56.900
Speaker 1: aber bitte in dem Sinne dass ich immer wieder hingucken darf, immer wieder weiter lernen darf, sagen darf das funktioniert noch nicht Und so ist ja das Zusammenwirken deutlich vereinfacht.

00:22:57.080 --> 00:23:05.800
Speaker 1: Wenn wir nicht ständig gegeneinander antreten und sagen, bei uns ist alles super, aber wir sind besser als ihr alle anderen, sondern bei uns funktioniert das und jenes schon – bei euch scheint das besser zu funktionieren!

00:23:05.840 --> 00:23:09.060
Speaker 1: Lass uns mal zusammen tun und die nächste Lösung in die Welt

00:23:09.120 --> 00:23:09.340
Speaker 1: bringen.".

00:23:09.760 --> 00:23:11.900
Speaker 1: Das war der Gedanke der multilateralen Ordnung.

00:23:12.340 --> 00:23:15.980
Speaker 1: Das war Der Gedankel Kooperation als Ausweg aus Krisen zu nehmen.

00:23:16.740 --> 00:23:20.060
Speaker 1: Zu stark, zu eng Gruppen voneinander abzugrenzen?

00:23:20.120 --> 00:23:21.680
Speaker 1: Das ist der Weg der Eskalation.

00:23:22.100 --> 00:23:25.440
Speaker 1: Da ist nicht Platz für alle, sondern da ist im Zweifel Platz für wenige.

00:23:25.920 --> 00:23:35.680
Speaker 1: Und wir hören ja auch ständig dass dieses Rennen eröffnet ist wer eigentlich am Ende oben steht um den anderen vorzugeben was sie auf diesem Planeten noch machen dürfen.

00:23:36.740 --> 00:23:53.800
Speaker 1: Ich glaube das wir gerade in Deutschland eine gute Chance haben durch unsere Erinnerungskultur zu verstehen Dass diese Erzählung und diese seltsame Nichtbereitwilligkeit andere überhaupt noch zu sehen sicherlich nicht In einer zivilisatorischen Umgangsform mündet Sondern der autokratische Auseinandersetzung.

00:23:54.240 --> 00:24:09.180
Speaker 1: Und deshalb den Mut zu behalten und zu sagen, ja liebe USA wenn ihr euch gerade verabschieden möchtet aus dem was wir als westliche Zivilisation als Errungenschaft der letzten dreißigvierzig Jahre für uns als Wertekanon auch in die Europäische Union eingebaut haben ist das in Ordnung.

00:24:09.620 --> 00:24:22.520
Speaker 1: aber ihr nehmt doch uns nicht die Möglichkeit unsere eigene Zivilisationsform weiterzutragen um mit denenjenigen in der Welt lebendig zu halten die Lust darauf haben Nicht autokratisch, sondern demokratisch weiterzumachen.

00:24:29.780 --> 00:24:29.880
Speaker 3: So,

00:24:30.680 --> 00:24:32.780
Speaker 1: vielen herzlichen Dank fürs Zuhören!

00:24:33.400 --> 00:24:40.760
Speaker 1: Neudenken ist ein Projekt von Mission Wertvoll – ein Science Society-Netzwerk das sich den Chancen und Wegen in eine nachhaltige Zukunft verschrieben hat.

00:24:41.480 --> 00:24:42.160
Speaker 1: Wie wir dahin kommen?

00:24:42.320 --> 00:24:47.740
Speaker 1: Das werden wir nur gemeinsam herausfinden und deshalb freuen wir uns über eure Aufmerksamkeit und euer Feedback.

00:24:48.320 --> 00:24:54.100
Speaker 1: Besonders dankbar sind wir alle denjenigen die durch einen finanziellen Beitrag unsere Arbeit hier möglich machen.

00:24:54.720 --> 00:25:00.980
Speaker 1: Wenn auch du Lust hast, neue Denken zu fördern und aktiv mitzugestalten dann schau gerne einmal in die Show Notes wie das geht.

00:25:01.860 --> 00:25:03.940
Speaker 1: Hoffentlich bis zum nächsten Mal!