WEBVTT

00:00:00.300 --> 00:00:01.760
Speaker 0: Was habt ihr heute gegessen?

00:00:02.680 --> 00:00:04.680
Speaker 0: Das klingt nach einer ziemlich persönlichen Frage.

00:00:05.180 --> 00:00:10.840
Speaker 0: Schließlich entscheiden wir selbst, was im Einkaufswagen und später auf unseren Tellern landet – oder?

00:00:11.960 --> 00:00:13.660
Speaker 0: Na so ganz frei sind wir dabei nicht!

00:00:14.160 --> 00:00:17.560
Speaker 0: Denn das, was am Angebot ist, bestimmt natürlich unsere Auswahl.

00:00:18.180 --> 00:00:20.680
Speaker 0: Und dieses Angebot entsteht nicht im luftleeren Raum.

00:00:21.160 --> 00:00:27.140
Speaker 0: Preise, Werbung, Verfügbarkeit und die Lebensmittelindustrie prägen jeden Tag welche Entscheidungen wir treffen.

00:00:27.780 --> 00:00:31.620
Speaker 0: Dazu gehört auch die Position im Regal, die das Zugreifen wahrscheinlicher macht.

00:00:32.500 --> 00:00:39.400
Speaker 0: Gleichzeitig hängen an der Auswahl unseres Essens natürlich große Fragen von Gesundheit, Klima, Landwirtschaft und globaler Gerechtigkeit.

00:00:40.040 --> 00:00:47.540
Speaker 0: Deshalb ist es wichtig, die freien Entscheidungen der Verbraucherinnen und Verbrauchern im Rahmen des Ernährungssystems zu verstehen – dass sie umgibt!

00:00:48.620 --> 00:01:03.780
Speaker 0: Schön wäre doch wenn dieses System uns so eine Auswahl präsentiert, Warum das schon lange ein politisches Thema ist und wer wo auf diese Veränderung einwirkt und einwirken könnte, darüber sprechen wir mit Chris Medmann.

00:01:04.420 --> 00:01:11.720
Speaker 0: Er ist Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland und beschäftigt sich seit Langem mit den politischen Rahmenbedingungen die unser Ernährungssystem prägen.

00:01:12.400 --> 00:01:13.560
Speaker 0: Mein Name ist Maja Göpel.

00:01:14.040 --> 00:01:14.740
Speaker 0: ihr hört neu denken.

00:01:15.060 --> 00:01:21.860
Speaker 0: heute zum Thema Essen und der Frage welche Machtverhältnisse bestimmen was auf unseren Teller landet und was nicht?

00:01:31.160 --> 00:01:32.900
Speaker 0: Lieber Chris herzlich willkommen!

00:01:33.680 --> 00:01:34.540
Speaker 1: Danke für die Einladung.

00:01:36.180 --> 00:01:39.200
Speaker 0: Du bist Politikwissenschaftler, Klimapolitik.

00:01:39.660 --> 00:01:43.880
Speaker 0: Ich weiß das, weil wir zusammen in der Hamburger Uni waren und uns schon vor ... Boah!

00:01:44.740 --> 00:01:45.140
Speaker 0: Sag's nicht?

00:01:45.440 --> 00:01:46.380
Speaker 0: Nee genau, sag's nicht.

00:01:46.880 --> 00:01:51.560
Speaker 0: Richtig lange zahlt ja immer so diese Fragen Globalisierung, globalisierte Wertschöpfungsketten.

00:01:51.840 --> 00:02:00.360
Speaker 0: Wer entscheidet eigentlich was bei uns normal gemacht wird und was uns einfache gemacht hat oder nicht darüber eben auch wissenschaftlich viel den Kopf zerbrochen haben?

00:02:01.240 --> 00:02:06.980
Speaker 0: Und du hast das in deiner Laufbahn dann ja vor allem auch in Richtung Aufklären darüber weitergetragen.

00:02:07.140 --> 00:02:16.200
Speaker 0: Mit deinen nächsten Stationen, dass du einmal bei Attack politische Ökonomie das ökonomische System aufklären und dann aber auch bei Kampakt zu sagen wie bringen wir das eigentlich so unter die Menschen?

00:02:16.260 --> 00:02:17.640
Speaker 0: Dass sie sich dafür einsetzen können.

00:02:18.360 --> 00:02:27.320
Speaker 0: jetzt krass hast du Buch geschrieben Das auf der Besserliste oben gelandet ist Bad Food Wie wir Kontrolle über unser Ernährungssystem zurück kriegen.

00:02:27.380 --> 00:02:28.420
Speaker 0: und darum wollen wir heute reden.

00:02:29.420 --> 00:02:35.460
Speaker 0: Also Ernährung neu denken oder Essen neu denken und warum wir da von einem System sprechen.

00:02:36.000 --> 00:02:42.580
Speaker 0: Und das finde ich in dem Fall so wichtig, weil du dich wehrst gegen diese ganze Individualisierung von Verantwortung für die Weltrettung.

00:02:42.680 --> 00:02:48.240
Speaker 0: Vielleicht steigen wir da mal einmal ein, weil es sich ja auch durch alle Nachhaltigkeitsthemen so durchzieht?

00:02:49.020 --> 00:02:53.900
Speaker 1: Ich habe aber den Eindruck dass das beim Thema Ernährungen fast noch am stärksten passiert.

00:02:53.980 --> 00:03:05.720
Speaker 1: also ich bin ja auch Das Schieben der Verantwortung auf denen und die Einzelne, das ist fast bei der Ernährung am schlimmsten.

00:03:05.980 --> 00:03:09.820
Speaker 1: Weil Ernährungsjahr was ist, was wir aus unserem Alltag gar nicht wegdenken können?

00:03:09.860 --> 00:03:14.360
Speaker 1: Also wenn wir jetzt über das Fliegen reden ... Ich nicht!

00:03:14.440 --> 00:03:16.660
Speaker 1: Aber das macht der Deutsche irgendwie ein-zwei Mal im Jahr.

00:03:17.580 --> 00:03:21.020
Speaker 1: Die Entscheidung, was ich eigentlich einkaufe, was sich esse, treffe ich täglich.

00:03:21.360 --> 00:03:22.820
Speaker 1: Und das weiß die Politik.

00:03:23.460 --> 00:03:24.840
Speaker 1: Das wissen die Konzerne.

00:03:25.400 --> 00:03:27.440
Speaker 1: Und das meinen wir auch selber alle zu wissen.

00:03:27.540 --> 00:03:29.280
Speaker 1: Das ist ja unsere Entscheidung, das unser Alltag!

00:03:29.760 --> 00:03:34.040
Speaker 0: Ja und dass diese Entscheidungen in der Summe dann entweder halt die Welt besser oder schlechter machen?

00:03:34.280 --> 00:03:37.680
Speaker 0: Die Konsumenten wollen das halt so... Was können die Produzenten denn dafür...?

00:03:38.560 --> 00:03:42.360
Speaker 1: Das ist im Prinzip eine Art Volksabstimmung an der Supermarktkasse.

00:03:42.440 --> 00:03:44.480
Speaker 1: Das habe ich schon mal gehört diesen wunderschönen Satz.

00:03:46.120 --> 00:03:54.140
Speaker 1: Ich wende mich mit dem Buch genau gegen dieser Erzählung weil ich glaube, dass es erstmal praktisch nicht stimmt.

00:03:55.040 --> 00:04:04.160
Speaker 1: Da kommen wir sicherlich auch noch ins Gespräch darüber, dass da eigentlich ein System ... Wir sind ja alle Teil eines Ernährungssystems und können uns in dem mit Nichten so frei bewegen.

00:04:04.400 --> 00:04:06.120
Speaker 1: Und entscheiden wie wir das wollen.

00:04:07.460 --> 00:04:19.120
Speaker 1: aber es ist sozusagen auch psychologisch ganz schwer auszuhalten glaube ich was da alles an Ansprüche an uns gestellt werden Mit dem Einkauf, mit dem Essen Was wir alles erfüllen sollen.

00:04:19.680 --> 00:04:20.720
Speaker 1: Das macht uns fertig.

00:04:20.820 --> 00:04:21.500
Speaker 1: buchstäblich

00:04:22.780 --> 00:04:24.120
Speaker 0: Ja, das ist ja ... Das Gefühl.

00:04:24.240 --> 00:04:36.040
Speaker 0: Warte mal jetzt soll ich mich so weit informieren, dass ich weiß bei welcher Bank ich noch was kaufen kann und soll nicht im Supermarkt oder im QR-Code und Sonderapps weil ich mich nicht mehr darauf verlassen kann ob die Information stimmt?

00:04:36.840 --> 00:04:43.700
Speaker 0: Und das ja das, was du so ein bisschen versuchst nachzuzeichnen in dem Buch wie auch die Politik da immer wieder drauf reinfällt.

00:04:44.040 --> 00:04:46.400
Speaker 0: Vielleicht kannst du das an ein, zwei Beispielen mal machen?

00:04:47.180 --> 00:04:50.660
Speaker 1: Also wir haben ja viel gerade einen ... Wir hatten Freund neulich geschrieben.

00:04:50.700 --> 00:04:52.100
Speaker 1: und sag mal, Christopher soll ich eigentlich machen!

00:04:52.200 --> 00:04:52.840
Speaker 1: Ich will grillen.

00:04:53.400 --> 00:04:55.180
Speaker 1: Soll ich jetzt Fleischersatzprodukte kaufen?

00:04:55.220 --> 00:04:59.120
Speaker 1: Die sind aber immer so in Plastik verpackt oder soll ich das Fleisch beim Metzger holen?

00:04:59.180 --> 00:05:00.880
Speaker 1: Was ist jetzt ökologisch eigentlich besser?

00:05:01.680 --> 00:05:07.740
Speaker 1: Und also in meinen Augen ist es immer noch besser, das Plastiktverpackte Fleischprodukt zu kaufen.

00:05:08.500 --> 00:05:11.240
Speaker 1: Aber Ich finde, in dieser Frage steckt schon so viel drin.

00:05:11.620 --> 00:05:14.400
Speaker 1: Und wenn du dann noch ... Du musst aus der Region kaufen.

00:05:15.320 --> 00:05:23.280
Speaker 1: Du musst dafür sorgen, dass dir den Tieren gut geht beim Bauernsäulgen noch ankommen und das alles wird ständig an dich herangetragen.

00:05:24.120 --> 00:05:26.040
Speaker 1: Und gerade eben auch von der Politik.

00:05:26.360 --> 00:05:35.100
Speaker 1: Wir erleben das ja von unserem aktuellen Ernährungsminister Alois Reiner, der ganz häufig sagt, na, da setzen wir auf den mündigen Verbraucher.

00:05:35.620 --> 00:05:40.960
Speaker 1: Der sogenannte mündige Verbraucher ist auch der Lieblings-Talkingpoint des Lebensmittelverbandes.

00:05:41.800 --> 00:06:01.380
Speaker 1: Und wir erleben das aber selbst bei beispielsweise den Grünen, die ja nun eigentlich erst mal in vielerlei Hinsicht das Richtige wollen, aber dann mit der Biostrategie am Ende auch darauf setzen, die kleben irgendwo ein Bio Siegel drauf und wir alle müssen brav das richtige kaufen im Supermarkt.

00:06:02.180 --> 00:06:03.240
Speaker 0: Was ist denn das Richtig?

00:06:03.660 --> 00:06:08.360
Speaker 0: Also wenn wir jetzt sagen, warum ist denn eigentlich unser Ernährungsdehn, wie es heute ist so schwierig?

00:06:08.940 --> 00:06:12.280
Speaker 0: Wir wollen bis jetzt den Herbst der Visionen hier machen und sagen, pass mal auf.

00:06:12.780 --> 00:06:16.700
Speaker 0: Dass man weniger von Verzüchtverbot verlustrieren, sondern eben diese Frage war.

00:06:16.780 --> 00:06:18.860
Speaker 0: ich glaube auch mit diesem Sommer haben ja viele gemerkt, wof!

00:06:19.680 --> 00:06:25.320
Speaker 0: Bei Ernteausfälle, ich glaub bis zu eine Milliarde jetzt Kompensationszahlungen soll's an die Bauern geben und solche Dinge.

00:06:25.400 --> 00:06:31.980
Speaker 0: also ein bisschen ist ja Eigenberufsteiner für da dass das was wir gewohnt sind vielleicht gar nicht so bleibt ob wir jetzt wollen oder nicht.

00:06:32.680 --> 00:06:34.660
Speaker 0: Aber die Diskussion darüber, was könnte das ersetzen?

00:06:34.720 --> 00:06:40.640
Speaker 0: Und warum könnte das vielleicht so etwas wie ein Hinzu freisetzen und einen Gefühl von hey lass es uns doch besser machen damit wieder funktioniert.

00:06:41.020 --> 00:06:42.180
Speaker 0: Das kriegen wir nicht so richtig hin!

00:06:43.460 --> 00:06:48.680
Speaker 1: Ich glaube also man muss sich einmal bevor ich jetzt sage wo's hingehen soll muss immer noch neue Probleme aufschichten.

00:06:49.080 --> 00:06:51.980
Speaker 0: Wir dürfen den Normalität als nicht besonders normal.

00:06:52.040 --> 00:06:58.480
Speaker 0: ja durch meine Raumstellen dann zu wissen warum Veränderungs Vielleicht nicht nur als Verzichtverbot, Verlust beschrieben werden.

00:06:58.520 --> 00:06:58.660
Speaker 0: Genau

00:06:58.740 --> 00:07:02.520
Speaker 1: weil ich finde wir nehmen viele Dinge einfach quasi selbstverständlich hin.

00:07:02.580 --> 00:07:11.060
Speaker 1: also wenn wir über Ernährung reden reden in meinen Augen über zwei Großprobleme sage ich mal Thema Gesundheit und das Thema Planetare Grenzen.

00:07:11.200 --> 00:07:18.920
Speaker 1: und wenn mir jetzt mal bei der Gesundheit anfangen dann hat mich wirklich eine Zahl richtig irgendwie gekriegt, als ich fürs Buch recherchiert hab.

00:07:19.180 --> 00:07:29.940
Speaker 1: Ich weiß das eigentlich auch aus meinem Alltag bei Foodwatch aber irgendwie die Tatsache, dass jeder fünfte Erwachsene in Deutschland unter Adipositas also übergewicht, also krankhaftem Übergewicht leidet.

00:07:30.520 --> 00:07:36.120
Speaker 1: Das finde ich irgendwie heftig weil es ist natürlich erst mal eine wahnsinnige Stigmatisierung, die damit einhergeht.

00:07:36.300 --> 00:07:40.340
Speaker 1: Also wird ja bei uns in der Gesellschaft als schlecht angesehen.

00:07:41.100 --> 00:07:50.620
Speaker 1: Aber da hängen ja Krankheiten dran individuelle Schicksale verlorne Lebensjahre Und ich glaube, wir alle wissen bei dem Thema ist es immer so ein bisschen schwingt mit.

00:07:51.060 --> 00:07:52.340
Speaker 1: Die Leute sind ja auch selber schuld.

00:07:52.400 --> 00:07:58.420
Speaker 1: Die sollen mal ein bisschen Maß halten und die sollen sich am Riemen reißen weniger essen.

00:07:58.480 --> 00:08:01.220
Speaker 1: Das ist leider immer noch in unseren Köpfen drin.

00:08:01.300 --> 00:08:06.740
Speaker 1: und vielleicht ganz kurz ... Ich hab das in meiner Jugend auch eingebimst bekommen.

00:08:06.940 --> 00:08:19.840
Speaker 1: also ich weiß nicht wie viele Diäten meine Mutter gemacht hat und das war selbstverständlich Dass man als Mensch dafür verantwortlich ist, dass man genau richtig wiegt und los nicht zu viel wiegt.

00:08:20.060 --> 00:08:21.520
Speaker 1: Das ist so eine Normalisierung.

00:08:22.320 --> 00:08:28.080
Speaker 1: Da können wir sich auch noch drüber sprechen, die es dringend aufzubrechen gilt, weil das überhaupt nicht war.

00:08:28.260 --> 00:08:35.380
Speaker 1: Es ist eine Krankheit durch bestimmte Strukturen im Ernährungssystem begünstigt wird.

00:08:36.700 --> 00:08:38.980
Speaker 1: Dann gibt's den anderen Teil, die Planetangrenzen.

00:08:39.120 --> 00:08:56.440
Speaker 1: Da muss man nur eine Sache wissen, die mich total fasziniert hat Selbst wenn wir von heute auf morgen den kompletten Ausstieg aus dem fossilen Energiesystem schaffen, selbst dann können wir das ... nicht mehr erreichen, wenn wir was am Ernährungssystem ändern.

00:08:57.000 --> 00:09:02.640
Speaker 1: Das zeigt, wie groß die Herausforderungen sind und wo wir hin müssen, was wir alles umbauen müssen.

00:09:03.320 --> 00:09:06.940
Speaker 1: Und keineswegs einfach nur sagen ist da nur Ernährung zu essen?

00:09:07.400 --> 00:09:07.440
Speaker 0: Ja!

00:09:08.420 --> 00:09:10.880
Speaker 0: Ja, da sind ja auch ganz eindrückliche Zahlen in deinem Buch.

00:09:11.020 --> 00:09:16.860
Speaker 0: Also die ernährungsbedingten Krankheiten in Deutschland mehr als zweieinhalb Milliarden Euro pro Jahr.

00:09:17.640 --> 00:09:20.140
Speaker 0: und dieses Adipositas.

00:09:20.280 --> 00:09:28.380
Speaker 0: Paradox glaube ich heißt das was du angesprochen hast wo nur mit Gewicht gleich abgeleitet wird obwohl wir eben je nachdem wie wir uns bewegen ernähren usw.

00:09:28.580 --> 00:09:30.960
Speaker 0: auch mehr oder weniger Kilos gesund bleiben können.

00:09:32.140 --> 00:09:33.340
Speaker 1: Das ist genetisch vorgegeben.

00:09:33.560 --> 00:09:38.780
Speaker 1: Es gibt Menschen, die einen anderen Stoff wechseln und sind vielleicht ein bisschen schwerer.

00:09:39.020 --> 00:09:40.920
Speaker 1: Die können aber trotzdem auch gesund bleiben.

00:09:42.780 --> 00:09:47.360
Speaker 1: Da wird es statistisch gesehen, steigt das Risiko, dass du bestimmte Krankheiten bekommst.

00:09:47.960 --> 00:09:51.840
Speaker 1: Gleichzeitig gibt es Leute, die sind Spindel-Dürr und ernähren sich falsch.

00:09:52.340 --> 00:09:55.260
Speaker 1: Und sie können ganz schlimme Krankheiten wie Diabetes bekommen.

00:09:55.420 --> 00:09:56.780
Speaker 1: Das sieht bei denen anders aus.

00:09:56.960 --> 00:10:02.100
Speaker 1: Denen sieht man im öffentlichen ... Ja, viel besprochenen Straßenbild sieht man das nicht an.

00:10:03.520 --> 00:10:08.340
Speaker 0: Das sind ja im Grunde genommen so ... Also an Typ zwei Diabetes.

00:10:08.440 --> 00:10:15.140
Speaker 0: jeder zehnte Mensch haben wir jetzt inzwischen und jeder sechste Todesfall in Europa geht auf unausgewogene Ernährung zurück.

00:10:15.180 --> 00:10:16.380
Speaker 0: Wir sind hier wirklich Hammerzahlen!

00:10:16.780 --> 00:10:23.720
Speaker 1: Und dazu muss man wissen, dass sind genauso viele also diese Todesfälle die vorzeitigen wie durchs Rauchen entstehen.

00:10:24.680 --> 00:10:28.860
Speaker 1: Wir reden hier wirklich, Rauchen ist ja völlig klar wie ungesund das ist.

00:10:29.500 --> 00:10:32.940
Speaker 1: Bei ganz vielen Themen rund um Ernährung wird es immer noch so abgetan.

00:10:32.980 --> 00:10:38.600
Speaker 1: Na ja ... Dann hab ich ein paar Kilos viel auf der Waage, wo ich erst mal sagen würde, dass darf auch.

00:10:38.680 --> 00:10:48.440
Speaker 1: genauso wie ich niemandem vorschreiben möchte, du darfst rauchen oder nicht, aber man muss sich klarmachen damit geht ein gesundheitliches Risiko einher und das wird gerne so ein bisschen klein geredet habe ich das Gefühl.

00:10:49.620 --> 00:10:56.240
Speaker 0: Und der andere Teil von deinem Buch ist ja zu zeigen, warum die Angebote in den Regalen es für uns so schön leicht machen.

00:10:57.000 --> 00:11:00.940
Speaker 0: Genau diese Effekte bei uns hervorzurufen weil sie eben nicht ausreichend aufklären.

00:11:01.000 --> 00:11:14.860
Speaker 0: Zucker ist ein prominentes Beispiel über dir aber natürlich auch der Unterschied im Gesundheitseffekt ob man jetzt sehr hoch protestierte Nahrungsmittel nimmt also dreifach verarbeitet oder eben eher bei sich selber zusammenrührt.

00:11:15.480 --> 00:11:27.040
Speaker 0: Diese Unterschiede, wie stark die Industrie durch Werbung und Darstellung einfluss nimmt in eine Richtung, die uns nicht es leichter machen kann oder ist hier warum nicht?

00:11:27.140 --> 00:11:28.640
Speaker 0: Uns leichter macht gesund zu bleiben!

00:11:29.300 --> 00:11:33.660
Speaker 1: Ja ich hab auf das Buch häufig die Rückmeldung bekommen.

00:11:33.820 --> 00:11:38.600
Speaker 1: aber herrmet man jetzt mal ehrlich wenn sie schreiben wie bekommen wir die Kontrolle über unsere Ernährung zurück?

00:11:38.980 --> 00:11:41.140
Speaker 1: dann setzt das doch voraus dass wir die verloren haben.

00:11:41.480 --> 00:11:43.940
Speaker 1: Aber ich hab gar nicht das Gefühl, dass sich das verloren hat.

00:11:44.000 --> 00:11:45.080
Speaker 1: Wie kommen Sie denn dahin?

00:11:45.760 --> 00:12:04.220
Speaker 1: Und ich glaube, das ist irgendwie das Perfide wie unterbewusst passiert und da habe ich auch total viel gelernt in der Recherche zu dem Buch, dass gerade diese Sozialisierung in einem Ernährungssystem von Kindesbeinen an sehr viel dazu beiträgt, wie ... Ich mich als Erwachsener ernähre.

00:12:04.360 --> 00:12:08.440
Speaker 1: Es gibt eine total spannende Studie aus Großbritannien.

00:12:08.940 --> 00:12:13.720
Speaker 1: Die haben sich die Alterskohorten während und nach dem Zweiten Weltkrieg angeschaut.

00:12:13.800 --> 00:12:24.060
Speaker 1: Und wie die sich ernährundsmäßig entwickelt haben, denn der entscheidende Unterschied ist, dass während des Zweiten Kriegs da zuckerstreng rationiert war, weil man knapp es gut und da kriechte ja halt nur ein Büschen.

00:12:24.580 --> 00:12:27.980
Speaker 1: Und diese Rationierung wurde einige Jahre nach dem Krieg aufgehoben.

00:12:28.280 --> 00:12:38.000
Speaker 1: Die haben festgestellt das die Kinder in den ersten tausend Tagen ihres Lebens also schon im Mutterleib beginnend wenig Zucker zu sich genommen haben.

00:12:38.120 --> 00:12:55.500
Speaker 1: Die hatten auch im hohen Alter noch eine deutlich reduzierten Drang oder überhaupt Konsum von Zucker, wohingegen die, die nach Ende der Zuckeration aufgewachsen sind, die haben viel mehr Zucker auch im Laufe ihres gesamten Lebens zu sichgenommen, obwohl da nur wenige Jahre zwischen diesen beiden Kohorten liegt.

00:12:55.940 --> 00:12:59.180
Speaker 1: und das finde ich zeigt so eindrücklich dass es nicht so ist.

00:12:59.240 --> 00:13:01.820
Speaker 1: wir entscheiden das alle spontan im Supermarkt.

00:13:01.960 --> 00:13:03.360
Speaker 1: heute habe ich mal Lust auf was Süßes.

00:13:04.020 --> 00:13:07.020
Speaker 1: Das Geschmacksempfinden wird trainiert auf bestimmte Geschmäcker.

00:13:08.560 --> 00:13:13.040
Speaker 0: Ich glaube, wenn Sie richtig erinnern in den ersten thirty-six Monaten ist es am stärksten geprägt?

00:13:13.100 --> 00:13:14.520
Speaker 0: Ja genau.

00:13:14.560 --> 00:13:18.660
Speaker 1: Und ich meine ... Ich kenne auch die Gegenargumente.

00:13:18.740 --> 00:13:20.800
Speaker 1: viele sagen dann und sicher auch zurecht.

00:13:21.480 --> 00:13:23.480
Speaker 1: Also ich mach das mit meinen Kindern ja anders!

00:13:23.540 --> 00:13:32.940
Speaker 1: Die kriegen sowieso schon mal gar nix und wenn dann sowieso nix Süßes und so... also ich kenn' die Debatten alle und würde sagen, dass is doch total super, wenn du das so machst.

00:13:33.660 --> 00:13:36.380
Speaker 1: Aber es gibt ganz viele Kinder, da machen die Eltern das nicht.

00:13:36.560 --> 00:13:37.800
Speaker 1: Aus den verschiedensten Gründen.

00:13:37.880 --> 00:13:40.020
Speaker 1: Ganz sicher nicht weil sie schlechte Eltern sein wollen.

00:13:40.560 --> 00:13:50.260
Speaker 1: und ich finde die Kinder, die darf man ja nur nicht einfach quasi mit dem Bade ausschütten und sagen ja gut wir haben ein Pech gehabt ist halt Aufgabe der Eltern sondern das ist ein System in dem wir alle groß werden.

00:13:51.660 --> 00:13:55.060
Speaker 0: Ja, und ich erinnere schon auch, dass meine Kinder dann die Ökis waren.

00:13:55.360 --> 00:13:58.680
Speaker 0: Und der coolen Snackboxen hatten halt die Knoppers und so was.

00:13:58.760 --> 00:14:01.520
Speaker 0: Da haben wir dieses Möhren-Schnipsel drin!

00:14:02.020 --> 00:14:04.620
Speaker 0: Also es hat nicht unbedingt zum Beliebtheitsfaktor mit dem

00:14:05.540 --> 00:14:06.620
Speaker 1: Pausenverteidung

00:14:06.720 --> 00:14:07.480
Speaker 0: beigetragen.

00:14:07.700 --> 00:14:09.280
Speaker 1: Nee, nee und ich kann umgekehrt sagen.

00:14:09.320 --> 00:14:19.580
Speaker 1: also meine Eltern waren ausgesprochen liberal, was Ernährungen also in vielen anderen ... Hinsichten, aber was das anging und alle ich hatte wahnsinnig viele Freunde weil die alle immer zu mir wollten.

00:14:19.640 --> 00:14:25.880
Speaker 1: Weil da gab es halt Cola und keine Ahnung Cola-Kräcker und dann sind wir immer noch mal schnell zum Kiosk und haben uns so eine Tüte geholt und so.

00:14:26.060 --> 00:14:33.260
Speaker 1: also das war das Paradies und ich merke dass heute noch dass ich total unkontrolliertes Essverhalten gegenüber Süßigkeiten habe.

00:14:33.300 --> 00:14:37.600
Speaker 1: wenn irgendwas da ist muss ich's essen Und ich fang dann auch, das ist interessant.

00:14:37.660 --> 00:14:46.360
Speaker 1: Weil man ... Das muss man mal machen den eigenen Kopf beobachten wie der sich das dann, wie du mit dir selber diskutierst bei der Schokolade jetzt welcher einen Sonnenriegel?

00:14:46.880 --> 00:14:49.720
Speaker 1: aber ich meine in zweiter das ist wirklich nicht so schlimm.

00:14:49.860 --> 00:14:53.260
Speaker 1: und dann kommt bei mir irgendwann was war auch echt ein anstrengender Tag heute.

00:14:53.320 --> 00:14:55.040
Speaker 1: also hast du die auch ein bisschen verdient Chris?

00:14:55.200 --> 00:14:56.620
Speaker 1: Und dann ist die Schokoladen leer.

00:14:59.140 --> 00:15:11.480
Speaker 0: Aber ich habe auch das Gefühl... Also deshalb ist ja auch spannend Teile von dem Ernährungssystem, die heute normalisieren im Grunde genommen von der Intensität, die sie bereitstellen auf solche Krisensituationen programmiert werden.

00:15:11.700 --> 00:15:13.220
Speaker 0: Ich merke das immer wenn ich müde werde.

00:15:13.320 --> 00:15:17.160
Speaker 0: dann kommt dieser Absperrspirale, dann kommt der Kaffekonsum nach oben und der Zuckerkonsum.

00:15:17.600 --> 00:15:26.420
Speaker 0: Also dieser YAP nach irgendwelchen was eigentlich ja nicht Normalernährung sondern Putsch ist, der kommt mit Ermüdungen vom eigentlichen System zusammen.

00:15:26.620 --> 00:15:31.760
Speaker 0: Wenn du sagst, die Zuckerintensität war geringer.

00:15:32.000 --> 00:15:33.680
Speaker 0: Natürlich ist es super toll sich was zu gönnen!

00:15:34.380 --> 00:15:43.040
Speaker 0: Aber wenn wir dieses Level auf Normalität halten dann ist irgendwann fast logisch dass so ein körperliches System irgendwo aus der Balance kippt.

00:15:43.360 --> 00:15:44.960
Speaker 1: Genau das kommen zwei Sachen zusammen.

00:15:45.040 --> 00:15:50.760
Speaker 1: Das eine ist die Evolution und wir sind ja evolutionär gesehen jetzt noch gar nicht so alt, also wir modernen Menschen.

00:15:51.240 --> 00:15:56.200
Speaker 1: Und sehr vieles in unserem Gehirn passiert ja noch so wie wir es als Jäger und Sammler gemacht haben.

00:15:56.720 --> 00:16:16.280
Speaker 1: Und ein bisschen platt gesagt wenn die Jäge und Sammlers angefangen hätten zu jagen und zu sammeln, wenn sie Hunger gekriegt haben dann wären die nicht sehr alt geworden und dann werden wir wahrscheinlich heute auch nicht hier sondern das gibt das Belohnungssystem im Gehirnt was sozusagen allein die Suche nach bestimmten Nahrungsmitteln belohnt, quasi so eine Vorfreude generiert.

00:16:17.100 --> 00:16:37.420
Speaker 1: Und dieses System, dem wir tatsächlich stark ausgeliefert sind, wenn wir nicht unseren besten Tag haben oder wenn du irgendwie fertig bist mit von der Arbeit und dann bist du gestresst und so ... Das trifft dann auf eine Lebensmittelindustrie, die das große Problem hat dass der Markt im wahrsten Sinne des Wortes gesättigt ist.

00:16:37.900 --> 00:16:38.760
Speaker 1: Wir sind ja alle satt.

00:16:39.580 --> 00:16:42.120
Speaker 1: Zumindest in der westlichen Welt, wir haben genug zu essen.

00:16:42.660 --> 00:16:52.240
Speaker 1: Es kann jetzt also nicht darum gehen einen erhöhten Bedarf an Lebensmitteln zu decken sondern es muss darum gehen diesen Bedarf erst mal zu erzeugen.

00:16:52.740 --> 00:16:52.880
Speaker 1: und

00:16:53.520 --> 00:16:53.720
Speaker 0: das

00:16:54.000 --> 00:17:05.380
Speaker 1: schaffen die großen Lebensmittelkonzerne ganz hervorragend indem sie eben solche Rezepturen bereitstellen die genau dieses System ansprechen indem Sie Ich weiß nicht, in meiner Generation war Knoppers.

00:17:05.500 --> 00:17:07.680
Speaker 1: Morgens um halb zehn in Deutschland ist man Knoppers.

00:17:07.720 --> 00:17:08.740
Speaker 1: Das kennst du vielleicht auch?

00:17:10.060 --> 00:17:19.020
Speaker 1: Da wird ja quasi eine neue Gewohnheit geschaffen und das ist neurochemisch so wenn du morgens um halbt zehn eine Woche lang den Knoppers reinhaust.

00:17:19.740 --> 00:17:22.680
Speaker 1: In der nächsten Woche denkst du um zwanzig nach neun ... ah!

00:17:23.400 --> 00:17:24.339
Speaker 1: Bald ist Knopperszeit.

00:17:24.480 --> 00:17:24.599
Speaker 1: Nach

00:17:24.660 --> 00:17:25.200
Speaker 0: einer Woche schon?

00:17:25.359 --> 00:17:38.040
Speaker 1: Ja, das geht relativ schnell ... Ich lege mich da nagell nicht fest, aber es geht wirklich schnell, dass der Körper dann schon Dopamin ausschüttet, wenn du überhaupt an den Knoppers denkst und darüber nachdenkst, oh, gleich halb zehn in Deutschland!

00:17:38.080 --> 00:17:39.600
Speaker 1: Und ich kann endlich meinen Knoppers essen.

00:17:40.600 --> 00:17:41.320
Speaker 1: Das ist natürlich super.

00:17:41.400 --> 00:17:50.860
Speaker 1: Wenn man damit quasi neue Nachfragen schafft, indem man so ein Extra-Snack irgendwie allen baut im Tag, hilft einem das erst mal, den Umsatz zu steigern.

00:17:52.580 --> 00:17:54.900
Speaker 0: Und das ist ja der andere Teil mit dem Werbung.

00:17:56.340 --> 00:18:00.880
Speaker 0: Das beschreibst du auch sehr intensiv in den Buch, also diese ganze Idee der freie Konsument.

00:18:00.960 --> 00:18:03.880
Speaker 0: Ich hab das auch häufiger mit den Autokonzern jetzt gehabt

00:18:03.920 --> 00:18:04.560
Speaker 1: so ...

00:18:04.820 --> 00:18:07.320
Speaker 0: Leute, die Menschen wollen halt den SUV!

00:18:08.440 --> 00:18:10.380
Speaker 0: Na ja okay aber warum wollen sie denn?

00:18:10.420 --> 00:18:10.900
Speaker 0: Genau wo

00:18:11.000 --> 00:18:12.580
Speaker 1: kommt denn, wo kann das bloß herkommen?

00:18:12.620 --> 00:18:13.420
Speaker 0: Um das Gewolle her?

00:18:13.640 --> 00:18:15.760
Speaker 0: vielleicht von euren Postern, die überall rumhängen.

00:18:15.820 --> 00:18:24.060
Speaker 0: Vielleicht davon dass die Verkäufer sich erst dahin führen weil die eine höhere Marge kriegen wenn sie dieses Auto An die Personen bringen ist es ja nicht so, dass wir es von Gott channeln.

00:18:26.800 --> 00:18:29.800
Speaker 0: Es wäre vielleicht aber der Ernährung, wenn du müde bist noch fast einfach.

00:18:30.140 --> 00:18:30.820
Speaker 0: Da ist das Süße!

00:18:31.060 --> 00:18:33.080
Speaker 0: Aber bei Weibend gar nicht so.

00:18:33.220 --> 00:18:35.280
Speaker 0: und es ist immer wieder auch eine Diskussion.

00:18:35.360 --> 00:18:46.600
Speaker 0: Du hast einem Beispiel gemacht, Werbung zumindest Kinder nicht zu adressieren Frage ich mich auf, wie schaffen wir das denn auch endlich mal nicht von Verboten zu reden sondern von Schutzräumen.

00:18:47.300 --> 00:18:57.420
Speaker 0: Also so ein paar Analogien habe ich ja gar zu der KI-Geschichte, dass wir schon über Verbote reden anstatt zu überlegen, wenn wir wissen, dass die im Design drauf angelegt sind Kinder abhängig zu machen?

00:18:57.660 --> 00:19:05.380
Speaker 0: Warum ... Schreiben wir immer noch Verbot drauf anstatt zu sagen, es gibt gewisse Schutzräume da dürfen die Konzerne nicht rein bis ich gefestigt genug vielleicht dann bin.

00:19:05.800 --> 00:19:08.980
Speaker 1: Ja ja das ist am Ende eine Frage des Framings.

00:19:09.180 --> 00:19:12.380
Speaker 1: also wie stelle ich überhaupt bestimmte Sachverhalte dar?

00:19:14.460 --> 00:19:19.780
Speaker 1: Kurzer Exkurs, das Sprache ist ja nie neutral.

00:19:21.820 --> 00:19:27.160
Speaker 1: Gerade wenn wir über komplexe Sachverhalte reden um die zu vereinfachen nutzen wir eigentlich immer Metaphern.

00:19:27.300 --> 00:19:39.220
Speaker 1: Das beliebteste Beispiel was man so aus dem Diskurs kennt ist ja die Steueroase, die wir alle schließen wollen und es aber das Problem dass eine Oase ja ein schöner Ort ist und alles drumherum ist ja Wüste!

00:19:39.780 --> 00:19:47.240
Speaker 1: Wenn ich jetzt mal die Analogie zur Ende denke dann heißt also das Steuersystem Die Wüste und die Steueroase ist das Einzige, wo überhaupt noch was wächst.

00:19:47.700 --> 00:19:53.400
Speaker 1: Also wenn ich die schließen will sollte ich mir vielleicht ein anderes Bild suchen um darüber zu reden.

00:19:53.460 --> 00:20:09.960
Speaker 1: Und so ist es eben genauso mit beispielsweise wir sagen Werbeschranken, mit denen wir Kinder schützen wollen vor Werbung für ungesunde Ernährung weil wer Kinder hat der once you see it you can't unsee it sagt man ja so schön.

00:20:10.040 --> 00:20:17.960
Speaker 1: also wer's einmal gesehen hat dann verhält das immer wieder auf, wie viel ungesunde Ernährung eigentlich im Alltag von Kindern beworben wird.

00:20:18.420 --> 00:20:28.780
Speaker 1: Also das geht ja los mit irgendwelchen Sportstars die für bestimmte Produkte sich hergeben wo ich mich wirklich ganz oft frage Leute, warum macht ihr das eigentlich?

00:20:29.160 --> 00:20:31.660
Speaker 1: Wie kriegt ihr das mit eurem Gewissen vereinbar?

00:20:31.740 --> 00:20:35.320
Speaker 1: so eine völlig überzuckerte Brause oder ne Schoko-Creme?

00:20:35.420 --> 00:20:38.280
Speaker 1: also die Fußballnationalspieler, die für Nutella werben.

00:20:38.540 --> 00:20:41.320
Speaker 1: Oder eben auch für Knoppers oder was weiß ich?

00:20:41.980 --> 00:20:43.420
Speaker 1: Das ist doch eigentlich nicht okay.

00:20:44.080 --> 00:20:59.300
Speaker 1: und wie du sagst dass zu begreifen als wir schaffen hier einen Schutzraum wo nicht die Kinder die ganze Zeit damit bombardiert werden mein eigen Interesse als Vater, ich nicht den ganzen Tag gegen diese Werbung ankämpfen muss.

00:20:59.880 --> 00:21:03.100
Speaker 1: Das wird dann schnell auch von der Lebensmittelindustrie über.

00:21:03.180 --> 00:21:04.760
Speaker 1: hier wird die Freiheit beschränkt.

00:21:04.820 --> 00:21:09.120
Speaker 1: und so gesprochen ehrlich gesagt für mich wäre es ein wahnsinniger Freiheitsgewinn.

00:21:09.660 --> 00:21:11.040
Speaker 1: nur sind meine Kinder schon bisschen älter.

00:21:11.100 --> 00:21:12.700
Speaker 1: aber alle mit kleineren Kindern wissen das.

00:21:12.880 --> 00:21:25.600
Speaker 1: wie viel Tageszeit man damit verbringen kann denen die Idee dieses Schickel mit komik verzierte Produkt zu kaufen wieder ausredet auszureden, das ist ja wahnsinnig aufwändig.

00:21:26.160 --> 00:21:39.900
Speaker 0: Ja und gerade je höher der Zucker um so abgefahrenes Geschmackserlebnis und dann sind die auch gut positioniert, wo man an der Kasse warten muss gibt es die in der ganz kleinen Konvinienspackungsgröße dann in diese Kinderhände reinpasst.

00:21:40.440 --> 00:21:42.360
Speaker 0: und wenn du sie wieder rausholen musst, ist doch landenot.

00:21:43.680 --> 00:21:47.980
Speaker 1: Genau also ich meine letzten Endes ist die ganze Kindheit eine Quengelzone.

00:21:49.620 --> 00:21:52.820
Speaker 1: Also Quengelzone nennt man ja diese Bereiche, die du gerade beschrieben hast im Supermarkt.

00:21:53.460 --> 00:21:54.640
Speaker 1: Und letzten Endes ... Heißen

00:21:54.680 --> 00:21:54.860
Speaker 0: die so?

00:21:55.100 --> 00:21:56.240
Speaker 1: Die heißen Quengelsone, ja!

00:21:56.900 --> 00:21:57.120
Speaker 1: Ach guck!

00:21:57.200 --> 00:22:01.160
Speaker 1: Also ich glaube das ist nicht der Begriff den jetzt Lidl sich dafür ausdenken würde.

00:22:01.200 --> 00:22:10.040
Speaker 1: Stichwort Framing... Aber das kennt man also kenne ich als dem Begriff Quengelseone weil genau da passiert genau dass dieser Auseinandersetzung.

00:22:10.140 --> 00:22:11.160
Speaker 1: kann ich es noch haben?

00:22:11.720 --> 00:22:12.640
Speaker 1: darf ich so ein?

00:22:13.760 --> 00:22:14.060
Speaker 0: Ja, genau.

00:22:14.120 --> 00:22:18.740
Speaker 1: Darf ich so einen noch und Letzten ist aber doch die ganze Kindheit so.

00:22:18.920 --> 00:22:27.900
Speaker 1: Also das geht doch los, dass sie dann quetschies ... diese Dinger, die du in der Drogerie kaufen kannst, sind ja auch im Prinzip purer Zucker.

00:22:28.720 --> 00:22:30.440
Speaker 1: Die sagen halt keinen Zuckerzusatz.

00:22:31.000 --> 00:22:42.400
Speaker 1: Aber ja, der Witz ist... Das Obst was da drin ist wird halt so konzentriert und weiterverarbeitet, dass von dem was Obst eigentlich zu Obst macht kaum noch was drin ist sondern vor allem der Fruchtzucker übrig bleibt.

00:22:43.180 --> 00:22:46.460
Speaker 1: Und da geht es ja schon los, dass die Kinder ... Die finden das richtig geil.

00:22:47.160 --> 00:22:48.960
Speaker 1: Kickt voll diesen Mechanismus im Gehirn.

00:22:49.440 --> 00:22:50.740
Speaker 1: Super Zucker, ich brauch Zucker!

00:22:51.100 --> 00:22:52.500
Speaker 0: Ich hab tierisch versagt als Mutter.

00:22:53.760 --> 00:22:56.220
Speaker 0: Biologisch hergestellte Quetschies dachte ich super.

00:22:58.140 --> 00:23:02.140
Speaker 0: Keine Ahnung, also Kinderfans großartig und dachte guck da kriegen sie hier Obst.

00:23:02.220 --> 00:23:08.600
Speaker 0: und dann irgendwann kam so Moment ja ne guck mal auch heute der Smoothie waren das wir uns alle mit Smoothies ernähren sollen.

00:23:08.720 --> 00:23:19.100
Speaker 0: Wir müssen okay aber diese Konzentrationen und den ganzen Belaststoffanteil und all das was irgendwie sonst noch gesund ist weg Ja, im Grunde genommen gemixt worden.

00:23:19.460 --> 00:23:19.680
Speaker 1: Genau!

00:23:19.980 --> 00:23:23.620
Speaker 1: Das wird ja immer weiter konzentriert, das ist der totale Irrsinn.

00:23:24.920 --> 00:23:30.940
Speaker 0: Ich finde deswegen so wichtig zu fragen wie ist das System was wir aktuell normal nennen?

00:23:32.480 --> 00:23:34.380
Speaker 0: Wir hatten mal eine Debatte über Nudging.

00:23:35.260 --> 00:23:38.060
Speaker 0: Da ging es darum diese Anreizsysteme anzugucken.

00:23:38.620 --> 00:23:39.680
Speaker 0: Es kam aus England.

00:23:39.860 --> 00:23:44.680
Speaker 0: da wurde verhaltensökonomisch genau so diese Effekte eigentlich mal aufgefächert.

00:23:45.280 --> 00:23:51.800
Speaker 0: Und auch gesagt, ja die gibt es überall sowohl durch Preise, durch Positionierung, durch Sprachwahl und so weiter.

00:23:52.520 --> 00:23:55.160
Speaker 0: Das heißt der Staat sollst du damit bewusster umgeben?

00:23:55.260 --> 00:23:57.240
Speaker 0: Die haben dann so einen nudging unit auch im starken Markt.

00:23:57.640 --> 00:23:59.700
Speaker 0: als das in Deutschland kam was war dafür?

00:23:59.740 --> 00:24:01.340
Speaker 0: ein Gebrüll aus der Industrie?

00:24:01.420 --> 00:24:05.560
Speaker 0: dass das die Freiheitsberaubung der paternalistische staat der will uns alles vorgehen.

00:24:06.300 --> 00:24:11.520
Speaker 0: Ich fand das so maximal unehrlich, weil es immer so tut als wäre sonst alles ungenatscht.

00:24:12.040 --> 00:24:14.140
Speaker 1: Ja genau, der mündige Verbraucher.

00:24:14.540 --> 00:24:15.960
Speaker 1: Wir sind einfach ...

00:24:16.100 --> 00:24:16.720
Speaker 0: In der Oase!

00:24:18.220 --> 00:24:19.780
Speaker 0: Der überhaupt nicht beeindruckt wird?

00:24:20.700 --> 00:24:25.420
Speaker 0: Aber wenn Staaten das verändern wollen, dann kommen sie genau in diese Angriffszone.

00:24:25.540 --> 00:24:27.080
Speaker 0: Was legitimiert Sie dafür?

00:24:27.560 --> 00:24:29.620
Speaker 0: Und wenn es Unternehmen machen ist das ja privat.

00:24:30.000 --> 00:24:31.060
Speaker 0: Das heißt ich kann das ja machen.

00:24:31.140 --> 00:24:35.040
Speaker 0: Wenn die Leute das akzeptieren, ist das irgendwie eine marktwirtschaftliche Entscheidung.

00:24:35.100 --> 00:24:43.140
Speaker 0: Sie müssten das nicht akzeptierend und das ist grob fadenscheinlich, wenn ich weiß dass das die Alltagstrukturen sind, in denen mich gar nicht anders bewegen können.

00:24:43.180 --> 00:24:45.920
Speaker 1: Total also das fängt ja wirklich bei dieser kindlichen Prägung an.

00:24:46.120 --> 00:24:49.380
Speaker 1: aber wir alle sind ja von Werbung beeinflussbar.

00:24:50.480 --> 00:24:56.300
Speaker 1: Das ist ja total einfach, sonst würde die Industrie ja nicht Milliarden für Werbung ausgeben wenn die nix bringen würde.

00:24:57.080 --> 00:25:05.800
Speaker 1: Also ich finde das ist so ein No-Brainer dass man irgendwie denkt Ja klar natürlich und das beeinflusst uns und dementsprechend verändern wir unser Ernährungsverhalten.

00:25:06.300 --> 00:25:09.760
Speaker 1: also da kann mir keiner erzählen das lässt einen kalt.

00:25:09.900 --> 00:25:14.800
Speaker 1: und ja Ich sage immer so Professionell beschäftige ich mich mit Werbung.

00:25:14.880 --> 00:25:22.240
Speaker 1: Wir gucken bei Foodwatch ganz viel irreführende Werbeversprechen an und ich bin eigentlich ein skeptischer Mensch, was das angeht.

00:25:22.720 --> 00:25:29.900
Speaker 1: Und trotzdem gibt es Momente in meinem Leben wo ich dann denke ach aber jetzt vielleicht doch... Das kranscht so super.

00:25:30.000 --> 00:25:30.560
Speaker 1: Ja, genau!

00:25:31.980 --> 00:25:32.880
Speaker 1: Es gibt ja auch jetzt das sehr.

00:25:32.920 --> 00:25:35.920
Speaker 1: der neueste heiße Scheiß ist diese ganze Gesundheitswerbung.

00:25:36.240 --> 00:26:02.400
Speaker 1: Mir wird häufig vorgemacht wenn ich dieses Produkt kaufe oder wenn ich schöner stärker älter wattnicht alles es würde mich in eine goldene Zukunft führen und Ich würde sagen im Grunde ist dass der wichtigste marker dafür um zu sehen aha da will mir jemand an mein geld das ist nämlich darum geht's eigentlich ein sogenanntes premium produkt zu erschaffen für das ich dann mehr bezahle als fürs normale Produkt, obwohl es von der Herstellung nicht viel teurer ist.

00:26:03.580 --> 00:26:12.300
Speaker 1: Ich beobachte bei mir wie auch anfange, wenn ich mir diese Werbung angucke, irgendwann die Frage zu stellen, vielleicht bin ich ja auch unterversorgt mit Vitamin D?

00:26:13.520 --> 00:26:20.280
Speaker 1: Also möglicherweise muss sich da noch mal ran und das ist so fies weil ... Das ist ja was, was wir überhaupt nicht selber prüfen.

00:26:20.380 --> 00:26:22.400
Speaker 1: Ich kann gucken, ob ich meine, wer ist das schon?

00:26:22.480 --> 00:26:25.380
Speaker 1: Fünf am Tag die fünf mal Obst und Gemüse essen am Tag.

00:26:25.700 --> 00:26:26.540
Speaker 1: Das kann ich noch zählen!

00:26:26.600 --> 00:26:27.200
Speaker 1: Das kriege ich hin.

00:26:27.760 --> 00:26:32.520
Speaker 1: aber was weiß ich, ob i genug Vitamin C, Vitamin D, Zink, Seleneisen zu mir nehmen?

00:26:32.580 --> 00:26:38.900
Speaker 1: da steigt wenn ich dir das hier schon erzähle bei mir die Panik hoch dass ich es vielleicht falsch mache und da bin ich natürlich auch angreifbar.

00:26:38.980 --> 00:26:44.700
Speaker 1: und dann nächster Schritt gebe ich meinen Kindern alles, was sie für ein erfolgreiches Leben brauchen.

00:26:45.280 --> 00:26:50.500
Speaker 1: Und dann bist du da in der Spirale drin und denkst jetzt kaufe ich vielleicht doch lieber den angereicherten Joghurt hier?

00:26:50.560 --> 00:26:52.640
Speaker 1: Dann haben die schon mal eine extra Portion Vitamine!

00:26:53.560 --> 00:26:54.440
Speaker 1: So geht das immer weiter...

00:26:55.840 --> 00:27:00.640
Speaker 0: Das Fiese ist dass es ja in einigen Maßnahmen durchaus auch sinnvoll sein kann.

00:27:00.820 --> 00:27:03.300
Speaker 0: Es gab ja auch mal den Vitamin A-angereicherten Reis.

00:27:03.600 --> 00:27:03.940
Speaker 0: Total.

00:27:04.520 --> 00:27:11.980
Speaker 0: Da macht das wahnsinnig viel Sinn und das andere ist dann eben einfach dieses wie kriegen wir Ja, eine Positionierung am übersättigten Markt.

00:27:12.020 --> 00:27:13.560
Speaker 0: Das ist ja wirklich auch ein super Wort dafür.

00:27:14.480 --> 00:27:15.480
Speaker 0: oder eben die Marge hoch?

00:27:15.540 --> 00:27:18.960
Speaker 0: Also ihr habt das glaube ich an dem Bärenmarke-Milchbeispiel.

00:27:19.000 --> 00:27:28.140
Speaker 0: Vielleicht kannst du das nochmal erzählen, weil uns das zu einem anderen Thema noch mit den Kräfteverhältnissen zwischen Produzenten und den Supermärkten bringt was ja auch wichtig ist in diesem System.

00:27:28.320 --> 00:27:30.300
Speaker 0: aber diese BärenMarke Markup.

00:27:31.100 --> 00:27:39.980
Speaker 1: Ja genau also Bären Marke die werben ja damit dass es Alpenmilch ist Verlangen, also Bärenmarkenmilch ist teuer im Vergleich zu der normalen Discounter-Milch.

00:27:40.440 --> 00:27:46.020
Speaker 1: Und jetzt das ist mir auch so wie viele Schuppe von den Augen gefallen als ich dann angefangen habe darüber zu recherchieren.

00:27:46.760 --> 00:27:49.720
Speaker 1: Sag mal Chris was ist denn das eigentlich Alpenmilch?

00:27:50.460 --> 00:27:55.120
Speaker 1: Dann fängst du irgendwie an zu gucken und dann gibt es so eine Definition und so für so eine definition.

00:27:55.360 --> 00:27:59.340
Speaker 1: plötzlich ist das Alpenvorland schon mit drin und dann irgendwann ganz Bayern.

00:28:00.040 --> 00:28:01.800
Speaker 1: Dann hat, ich glaube Greenpeace war das.

00:28:01.860 --> 00:28:06.560
Speaker 1: Die haben wirklich mal nachgeforscht, wo kommt denn eigentlich die Bärenmarke Milch her?

00:28:07.160 --> 00:28:08.500
Speaker 1: Und die kam aus Hessen!

00:28:08.700 --> 00:28:10.400
Speaker 1: Die kamen aus Nordrhein-Westfalen... Das

00:28:10.440 --> 00:28:11.800
Speaker 0: ist von Bergen an.

00:28:12.160 --> 00:28:12.460
Speaker 1: Genau.

00:28:13.740 --> 00:28:21.660
Speaker 1: Und es ist halt einfach teuer und mir nicht ersichtlich außer Marketing was da eigentlich besseres dran ist.

00:28:22.480 --> 00:28:26.220
Speaker 1: Wir hatten jetzt, das kann man vielleicht an der Stelle noch mit erzählen, dass auch ein Milchbeispiel ist.

00:28:26.900 --> 00:28:32.840
Speaker 1: Wir hatten jetzt im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine, sind ja die ganzen Lebensmittelpreise gestiegen.

00:28:32.900 --> 00:28:45.280
Speaker 1: Aber vor allen Dingen auch zeitweise die Milchpreise so stark im Preis gestiegen, witziger Weise aber nur eigentlich auf den Rohstoffmärkten die Preise für konventionelle Milch.

00:28:45.840 --> 00:28:54.040
Speaker 1: Weil sie halt sehr stark auch Futtermittel aus stark gedüngten fossilen Dünger produzierten bekommen.

00:28:54.080 --> 00:28:59.100
Speaker 1: und so die Kühe Die Biomilch ist auf den Rohstoffmarkten gar nicht unbedingt teurer geworden.

00:28:59.160 --> 00:29:00.480
Speaker 1: Was haben die Supermärkte gemacht?

00:29:00.540 --> 00:29:07.460
Speaker 1: Die haben die Preise der normalen Milch angeroben und gedacht, naja, die Verbraucher wissen ja, die Biomelch ist noch teurer!

00:29:08.000 --> 00:29:19.100
Speaker 1: Also haben sie einen extra Preisaufschlag auf die Biomialch gemacht – das haben wir alles nach recherchiert – und haben quasi extra was eingestrichen für die BiOMilch und bei den Landwirten ist davon überhaupt nichts angekommen.

00:29:20.180 --> 00:29:24.620
Speaker 1: Und in einem solchen Umfeld dann den Verbrauchern zu sagen, ihr seid aber auch ganz schön geizig.

00:29:24.760 --> 00:29:30.920
Speaker 1: Ihr müsst mal mehr für euer Essen ausgeben damit man bei den Produzenten was ankommt das grenzt an Frechheit finde ich.

00:29:32.460 --> 00:29:39.180
Speaker 0: Ja vor allem wenn du es weiter denkst ist ja noch ein schlimmer weil du die Vorteile von ökologisch produzierter Milch in dem Moment nicht mal weiter gibt.

00:29:39.260 --> 00:29:42.000
Speaker 0: an die Konsumierenden also werden wir in vielen Bereichen jetzt sehen.

00:29:42.200 --> 00:29:49.260
Speaker 0: Thema die Preise für fossile Energien fossilen Düngers Du als einen Zutat in dieser Wertschöpfungskette angesprochen.

00:29:50.620 --> 00:29:56.020
Speaker 0: Wenn wir den Tankrabatt durchreichen und eine Sache subventionieren, wird nie das Alternative handeln.

00:29:56.260 --> 00:29:57.520
Speaker 0: Auch endlich günstiger.

00:30:00.180 --> 00:30:04.580
Speaker 0: Argumentation ist, warum es Sinn macht diese Normalität zu hinterfragen weil sie teuer werden wird.

00:30:04.700 --> 00:30:07.380
Speaker 1: Ja und ich meine das ist ja auch... Das Irre ist ja im Zweifel.

00:30:07.440 --> 00:30:13.540
Speaker 1: wenn du jetzt jemanden von beispielsweise von der CDU fragst die sagen immer ne dann muss das über den Preis.

00:30:13.860 --> 00:30:14.900
Speaker 1: wir brauchen ein Preissignal

00:30:14.940 --> 00:30:16.080
Speaker 0: aber dann wird er nicht weitergehen.

00:30:16.220 --> 00:30:20.400
Speaker 1: genau und dann wenn das preissignale da ist so war das auch nicht gemeint.

00:30:20.660 --> 00:30:23.780
Speaker 1: jetzt wirds ja teurer und genau Dann am Ende wäre es ja.

00:30:23.860 --> 00:30:33.220
Speaker 1: und es gab's während dieser preiskrise ja durchaus dass Beispiel das Gemüse aus ökologischer Produktion teilweise günstiger war als das aus konventioneller.

00:30:33.280 --> 00:30:45.040
Speaker 1: Das war dann ein kurzer Moment, aber das ist doch eigentlich der Moment wo auch bei den Leuten die sich vielleicht mit den Themen nicht so beschäftigen, aber die halt sehr genau auf den Kassenzettel gucken, vielleicht irgendwann mal der Klick kommt.

00:30:45.240 --> 00:30:45.320
Speaker 1: Ah!

00:30:45.960 --> 00:30:48.740
Speaker 1: Lohnt es sich vielleicht häufiger mal auch die Bio-Preise anzuschauen?

00:30:49.240 --> 00:30:51.960
Speaker 1: Vielleicht das Regal was ich sonst im Supermarkt nie angucke.

00:30:53.420 --> 00:30:55.080
Speaker 0: Womit wir bei dieser Denke sind?

00:30:55.280 --> 00:30:58.200
Speaker 0: Was sind die Kosten von dem, was wir heute normal nennen.

00:30:58.380 --> 00:31:04.880
Speaker 0: Wenn wir uns schon mal die zwei Hundert Milliarden für Krankheiten, dann eben fossile Dünger überhaupt.

00:31:04.920 --> 00:31:07.020
Speaker 0: wo gehen wie kosten für fossile Energieträger hin.

00:31:07.880 --> 00:31:11.620
Speaker 0: Bleiben ja nicht bei uns, sondern laufen in andere Länder.

00:31:11.720 --> 00:31:20.700
Speaker 0: und dann tatsächlich bis hin zu den Fragen warum ich als Produzierende ... innerhalb der Landwirtschaft so ein Problem haben, einen Einkommen zu generieren.

00:31:20.760 --> 00:31:50.320
Speaker 0: Wenn ich nicht einen großen Hof habe bei mir dann partial von der Landwirtschaftsubventionsstrategie der EU was überwiesen wird aber das ist ja auf Fläche immer noch anstatt tatsächlich zu überlegen was entsteht da an Wertschöpfung die Vergütung für Biodiversitätsehalt Grundwasser Schutz Humusaufbau Das heißt die Böden bleiben tragfähig und soweit ist nach wie vor ein Kostenfaktor den ich dann eben an die Konsumentin weiterreiche die gewillt sind, thema moralisch das mitzutragen und eigentlich ja für alle in dem Moment dazu beitragen.

00:31:50.360 --> 00:31:53.780
Speaker 0: Dass wir in Zukunft überhaupt noch was aus dem Boden rausbekommen und dass Wasser sauber bleibt.

00:31:54.800 --> 00:32:02.920
Speaker 0: Das ist auch ein bisschen diese drei Punkte aufgemacht, warum ... Also die Lebensmittelbranche auch für diese planetare Gesundheit so wahnsinnig wichtig ist.

00:32:03.120 --> 00:32:15.500
Speaker 0: Vielleicht kannst du diese Zusammenhänge noch mal machen, weil die Leute ganz oft denken das erstes ist Fliegen oder vielleicht das Plastik aber dass Ernährung also auf unserem Teller ganz viel liegt was mit diesem Globus und der Gesundheit von diesem Ökosystem zu tun hat.

00:32:15.920 --> 00:32:18.160
Speaker 0: Das sind immer in den Umfragen zumindest unterschätzt.

00:32:18.700 --> 00:32:19.020
Speaker 1: Total!

00:32:19.120 --> 00:32:25.700
Speaker 1: Und ich glaube da ist ganz viel... Die große Fleischfrage kann man sieht, man nen heißes Eisen.

00:32:26.040 --> 00:32:30.060
Speaker 1: Da wird ja auch viel drüber gestritten aber am Ende ist es so grob gerechnet.

00:32:30.120 --> 00:32:35.380
Speaker 1: Sechzig Prozent der Getreideernte in der EU geht als Futtermittel in die Fleischproduktion.

00:32:36.160 --> 00:32:40.880
Speaker 1: also wenn man da schon mal anguckt naja da gibt's eine große Nachfrage das stimmt.

00:32:40.980 --> 00:32:49.540
Speaker 1: aber da könnte man darüber redet oh ökologische Landwirtschaft ist vielleicht nicht so produktiv wie die konventionelle würde ich immer sagen Alles ganz entspannt.

00:32:49.620 --> 00:32:56.940
Speaker 1: Wir produzieren eh viel zuviel und wenn wir den Tierbestand mal ein bisschen reduzieren, dann haben wir auch genug weil dann müssen die Tiere nicht mehr so viel fressen.

00:32:57.180 --> 00:32:59.000
Speaker 1: das ist sozusagen erstmal der erste Block.

00:32:59.960 --> 00:33:04.620
Speaker 1: Und dann glaube ich gibt es aber auch ganz viele Fahrtabhängigkeiten würde ich sie mal nennen.

00:33:05.480 --> 00:33:16.420
Speaker 1: dadurch dass wir in einer hoch intensiven Landwirtschaft leben müssen alle Bauern, Bäuerinnen und Bauern ständig darauf achten, ihren Ertrag zu maximieren.

00:33:17.140 --> 00:33:41.340
Speaker 1: Wenn wir dann darüber reden, diese Sache mit der Chemie auf dem Acker also hier die ganzen Ackergifte Pestizide das ist vielleicht für die Biodiversität nicht so eine gute Idee Dann kriegen sie erst mal verständlicherweise Schnabatmung weil Sie in einem krassen Weltmarkt Mit anderen um die höchsten erträge konkurrieren und gleichzeitig halt die Preise senken müssen.

00:33:41.600 --> 00:33:45.780
Speaker 1: Deswegen wollen sie auf jeden Fall das gegenwärtige System beibehalten, ganz viele.

00:33:45.820 --> 00:33:50.740
Speaker 1: Wir haben das mal ausgerechnet beim Foodwatch für den Getreideanbau.

00:33:51.940 --> 00:33:57.400
Speaker 1: Da wird sehr viel Pestizideverbrauch oder nicht verbraucht.

00:33:57.460 --> 00:34:01.780
Speaker 1: Das wäre ja schön, sondern die werden halt auf die Acker gekippt und landen dann im Grundwasser und überall.

00:34:03.260 --> 00:34:08.880
Speaker 1: Getreidenbau braucht eigentlich ... Nicht so wahnsinnig viel Pestizide.

00:34:08.960 --> 00:34:16.699
Speaker 1: Also den Nutzen, denen das hat in Ernte begriffen der ist relativ gering.

00:34:17.320 --> 00:34:22.659
Speaker 1: man könnte also schon mal sagen Großteil zwei Drittel unserer Fläche weggetreide.

00:34:23.139 --> 00:34:30.340
Speaker 1: wenn wir da jetzt schon aus den Pestziden aussteigen ja dann wird es am Ende ein bisschen weniger Getreide wahrscheinlich bei rumkommen.

00:34:30.920 --> 00:34:40.400
Speaker 1: Und dann wird das Brot aber am Ende nur ein paar Cent teurer, weil die Rohstoffpreise einen verschwindend geringen Anteil haben an dem was so ein Brot dann im Ende kostet.

00:34:40.460 --> 00:34:43.520
Speaker 1: da sind eher Energiekosten Arbeitslöhne und so weiter mit drin.

00:34:44.060 --> 00:34:52.460
Speaker 1: also es wäre gesamtgesellschaftlich total rational zu sagen dass mit dem getreide Da lassen wir einfach mal den Pestizid-Einsatz.

00:34:52.699 --> 00:34:53.920
Speaker 1: Das wäre ein Riesengewinn

00:34:53.940 --> 00:34:55.280
Speaker 0: ... Komplett weglassen kann man den?

00:34:55.639 --> 00:35:01.120
Speaker 1: Nicht von heute auf morgen, aber du kannst theoretisch, dann musst du anders anbauen.

00:35:01.160 --> 00:35:02.400
Speaker 1: Dann gibt's auch um Fragen

00:35:03.480 --> 00:35:05.540
Speaker 0: wie ... Unterseitenfruchtfolge und so weiter.

00:35:05.780 --> 00:35:05.940
Speaker 1: Genau!

00:35:06.000 --> 00:35:08.800
Speaker 1: Und dann die Frage, wie ist mein Feld überhaupt aufgebaut?

00:35:10.020 --> 00:35:10.440
Speaker 1: Gibt es z.B.

00:35:10.740 --> 00:35:15.300
Speaker 1: so was wie einen Permakulturanteil, dass da Bäume mit auf dem Feld stehen, die Schattenspenden?

00:35:15.600 --> 00:35:17.800
Speaker 1: Dann musst du vielleicht das Ganze anders bearbeiten.

00:35:19.260 --> 00:35:27.500
Speaker 1: technisch, aber im Großen und Ganzen kann man sagen das könnten wir innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre können wir das umstellen wenn wir das wirklich wollten.

00:35:28.200 --> 00:35:37.520
Speaker 1: Und dann ist am Ende, wenn dieser krasse Wettbewerbsdruck auf den Bäuerinnen und Bauern nicht lasten würde wäre das auch völlig verträglich für uns alle.

00:35:38.000 --> 00:35:48.960
Speaker 1: nur weil die Bäuerin und Bauern halt mit den Bäueren in den USA und in der Ukraine und sonst wo noch Getreide angebaut wird im Wettbewerb stehen, können die sich das nicht leisten.

00:35:50.060 --> 00:35:53.600
Speaker 1: Diese Einbußen hinzunehmen aber es wäre eigentlich kein großes Ding.

00:35:54.940 --> 00:35:56.200
Speaker 0: Das ist ja ein erster Faktor.

00:35:57.180 --> 00:36:01.360
Speaker 0: Also Welthandel wenn man sich überlegt wo das hin entwickelt wurde.

00:36:01.600 --> 00:36:08.340
Speaker 0: also ursprünglich war der Gedanke alle können reicher werden durch komparativen Vorteil Also, dass ich Dinge bei mir mache, wo ich gut bin.

00:36:08.540 --> 00:36:11.540
Speaker 0: Und dann vielleicht auch gute Qualität zum guten Preis oder so.

00:36:11.760 --> 00:36:15.860
Speaker 0: Dann hole ich mir die Sachen von woanders, wo die besser sind und in Summe sind alle besser raus.

00:36:15.940 --> 00:36:22.280
Speaker 0: Aber was wir im Welthand jetzt gemacht haben ist alles Zeug über die Grenzen raus rein, raus reinzuschiffen.

00:36:22.920 --> 00:36:38.160
Speaker 0: Und diese Diversität anzupreisen, das ich eben siebzehn unterschiedliche Getreidemarken hab oder Keksformen habe oder Butteranbieter hab ... Und dadurch natürlich sowohl die Emissionen als auch diesen Wettbewerb, als auch dann eben die Frage warum.

00:36:39.060 --> 00:36:48.020
Speaker 0: Exportiere ich denn Dinge, die ich gleichzeitig hier vor Ort ausreichend oder importieren nicht gleichzeitig auch vor Ort herausreichend in einer ähnlichen Geschmacksvariation habe?

00:36:48.080 --> 00:36:50.540
Speaker 0: Oder vielleicht reicht es dann fünf zu halben anstatt zwanzig?

00:36:51.420 --> 00:36:55.240
Speaker 0: Die New Economy fahrende ich schon, hatte das mal ausgerechnet für Großbritannien.

00:36:55.300 --> 00:37:07.680
Speaker 0: Wie viel dahin und her gejagt wird im Grunde genommen mehr Kekse raus als rein ... Also es hat ja so eine Frenetik entwickelt, die nicht mehr viel mit gutem Haushalten zu tun haben oder einen komparativen Vorteil.

00:37:09.060 --> 00:37:10.060
Speaker 0: Geht ihr da auch rein?

00:37:10.160 --> 00:37:16.020
Speaker 0: Hast du den Eindruck, dass hat was mit diesem industriell organisierten Landwirtschaftssystem oder Ernährungssystem zu tun?

00:37:16.680 --> 00:37:19.020
Speaker 0: Siehst du dabei Spiele wo's anders geht?

00:37:20.700 --> 00:37:23.140
Speaker 1: Ich würde von einer anderen Ecke kommen.

00:37:24.520 --> 00:37:29.480
Speaker 1: Das gibt es auch, was ich immer wieder erlebe ist das letzten Ende.

00:37:30.120 --> 00:37:32.500
Speaker 1: der Weltmarkt verhindert, dass Politik gemacht wird.

00:37:32.640 --> 00:37:36.080
Speaker 1: Weil so erlebe ich das alles, was man hier machen kann.

00:37:36.120 --> 00:37:37.500
Speaker 1: könnte im Ernährungssystem.

00:37:37.960 --> 00:37:43.660
Speaker 1: Beispielsweise höhere Tierschutzstandards, wird immer gesagt nach einem Ausland haben die das dann nicht?

00:37:43.840 --> 00:37:48.000
Speaker 1: Die können günstiger produzieren und dann geht hier die Branche kaputt.

00:37:48.360 --> 00:37:55.620
Speaker 1: Dann werden in Deutschland keine Tiere mehr gehalten sondern alles aus Polen importiert oder von woher noch.

00:37:56.800 --> 00:37:58.800
Speaker 1: Das ist dann immer schon, da hört die Debatte auf.

00:37:59.040 --> 00:38:01.540
Speaker 1: Weil da kann die Politik leider nichts mehr machen.

00:38:01.860 --> 00:38:04.640
Speaker 1: Auf EU-Ebene kann man manchmal noch hoffen, dass da irgendwas geht.

00:38:05.100 --> 00:38:19.820
Speaker 1: Aber wenn du höher gehst als EU-ebene ... Es ist ja am Ende glaubt keiner, dass wir ein globales Tierschutz abkommen oder so was verabreden, sodass die Tierschutzstandards für alle Länder gleich sind und es den Tieren besser geht.

00:38:20.280 --> 00:38:21.880
Speaker 1: Also das ist immer diese Argumentation.

00:38:22.060 --> 00:38:23.020
Speaker 1: aber der Weltmarkt.

00:38:25.240 --> 00:38:34.060
Speaker 1: Also wo ich auch wirklich ärgerlich werde ist, der Bauernverband also die Interessenvertretung vor allen Dingen der großen Landwirtschaft drängt immer auf Exportwirtschaft.

00:38:34.120 --> 00:38:41.160
Speaker 1: Wir müssen irgendwie in Deutschland und einer EU ganz viel produzieren damit wir das exportieren können weil nur so können wir Bauern überleben.

00:38:41.840 --> 00:38:48.660
Speaker 1: deswegen drängen die auch sozusagen auf ein System was zu Ende gedacht, ihnen selber eigentlich immer das Wasser abgräbt.

00:38:48.700 --> 00:38:57.780
Speaker 1: Weil es ist immer die ausländische Konkurrenz, die im Zweifel dafür verantwortlich gemacht wird, dass es den Bauern schlecht geht und dann muss die Politik wieder deregulieren damit wir irgendwie mit denen mithalten können.

00:38:57.840 --> 00:39:04.760
Speaker 1: also so ein wirklich verrückter Kreislauf wo ich sagen würde... Also das habe ich mir mit dem Freihandel irgendwie anders vorgestellt.

00:39:05.240 --> 00:39:06.860
Speaker 0: Ja, die suche danach auch.

00:39:06.920 --> 00:39:14.180
Speaker 0: Wir haben mit überlegen Resilienz ... Es kommt ja langsam zu überlegen was sind denn kritische Infrastrukturen oder auch kritische Produkte?

00:39:14.320 --> 00:39:17.780
Speaker 0: Also wir hatten das ja mit der Corona-Pandemie schon mit Medikamenten.

00:39:17.860 --> 00:39:20.060
Speaker 0: also was möchte man vielleicht auch lokal produzieren können.

00:39:20.100 --> 00:39:36.400
Speaker 0: ich glaube momentan ist es mit der Energie auch ganz eindrücklich wie viel wir vielleicht doch mal in die Erneuerbaren noch mal reingehen sollten um zu überleben wie so eine gewisse Unabhängigkeit entsteht und ich mein Nahrungsmittel würde sicher aufdrängen Gerade wenn wir uns angeschaut haben, diesmal ist es gar nicht so in den Medien.

00:39:36.620 --> 00:39:47.200
Speaker 0: Ich nehme's nicht so wahr über wie stark Getreide auch zu einem Kriegsthema zwischen Ukraine und Russland geworden ist und dass jetzt vor allem afrikanisch oder südostasische Länder wahnsinnig Leidtragende sein werden.

00:39:47.420 --> 00:39:57.040
Speaker 0: das da Odessa beschossen wird und die Exporte natürlich zum Schaden der ukrainischen Volkswirtschaft aber natürlich noch mehr zum schaden von denen, die auf dass Getreide angewiesen sind.

00:39:57.440 --> 00:40:03.720
Speaker 0: Also Exportorientierung beziehungsweise Importabhängigkeit hat ja auch diesen Verwundungsmoment, ne?

00:40:03.800 --> 00:40:06.640
Speaker 0: Dass ich leicht getroffen werden kann und genau nicht resilient bin.

00:40:07.340 --> 00:40:11.020
Speaker 0: Hast du das Gefühl so ein bisschen dreht sich da dieses Paradigma.

00:40:11.100 --> 00:40:16.380
Speaker 0: also ganz langsam rollen wir uns bei der Industrie heran aber es wäre eigentlich ganz schön wenn sagen bei Ernährung macht das mega Sinn.

00:40:17.100 --> 00:40:20.500
Speaker 1: Ja also ich erlebe das immer also in letzter Zeit.

00:40:20.560 --> 00:40:27.960
Speaker 1: Ich meine man muss erst mal sagen gerade die ganze Klimadebatte ist in den letzten Jahren Total kaputt gegangen und wir reden da kaum noch drüber.

00:40:28.520 --> 00:40:42.460
Speaker 1: Gemessen an ... Wenn das die Baseline ist, dass Klima und all diese Themen Versorgungssicherheit, ökologische Orientierung, Selbstversorgung, Unabhängigkeit, wenn das die baseline dafür ist dann würde ich sagen machen wir Fortschritte.

00:40:42.700 --> 00:40:57.560
Speaker 1: also in der EU ist glaube ich gerade angekommen, dass sowohl die Abhängigkeit von Düngemitteln Das ist ja auch jetzt gerade an der Straße von Hormuz nochmal Riesenthema, dass sehr viel des Kunstdüngers oder das Erdgas ist und also aus Erdgas wird Kunstdünger hergestellt.

00:40:59.200 --> 00:41:10.100
Speaker 1: Dass dieser Kunstdünger von da nicht wegkommt weil die Straße gesperrt ist was für die Landwirtschaft mittelbar zu einem riesen Problem wird, weil die Düngemittelpreise so hochgehen und das betrifft vor allem die konventionelle Landwirtschaft.

00:41:10.520 --> 00:41:11.980
Speaker 1: Das ist bei der EU angekommen.

00:41:12.380 --> 00:41:20.060
Speaker 1: Bei der EU ist auch angekommen, dass diese Sache mit diesem sich verändernden Klima und der Erderhitzung für die Landwirtschaft gar nicht so cool ist.

00:41:20.120 --> 00:41:24.100
Speaker 1: Wenn nämlich ein Sommer hat wie diesen und es überall Ernteausfälle gibt.

00:41:24.900 --> 00:41:29.980
Speaker 1: Die EU habe ich langsam realisiert, dass wir darüber reden müssen... Ich

00:41:30.240 --> 00:41:33.740
Speaker 0: kriege mir dann hin, dass unsere Wirtschaftsministerin unser Landwirtschaftsministers auch realisieren.

00:41:33.940 --> 00:41:37.360
Speaker 0: Also ich fand auch die State of the Union von von von der Leyen ziemlich klar.

00:41:37.420 --> 00:41:38.540
Speaker 0: Wir halten an den Zielen fest.

00:41:38.580 --> 00:41:43.120
Speaker 0: Wir müssen also dem muss fossilen Energien raus Wir müssen eben erneuerbare aufbauen.

00:41:43.420 --> 00:41:47.300
Speaker 0: Und ich denke mir so, ja aber was macht unsere Landwirtschaftsministerin gerade?

00:41:47.420 --> 00:41:49.040
Speaker 0: und was macht unser Landwirtschaftsm minister?

00:41:49.080 --> 00:41:59.100
Speaker 0: Sagt wir müssen nationalen Notstand vielleicht ausrufen eine Milliarde frei machen Aber mit den Bauern darüber sprechen wie man dann eben durch Landnutzung auch die Klimaschäden in Zukunft verringern kann.

00:41:59.380 --> 00:42:00.360
Speaker 0: der Schritt fehlt ja komplett.

00:42:00.400 --> 00:42:03.200
Speaker 1: Ja genau es geht ja nur um Klassische Subventionen.

00:42:03.320 --> 00:42:05.360
Speaker 1: können wir vielleicht beim Agrardiesel noch was machen.

00:42:05.420 --> 00:42:11.560
Speaker 1: Was ja völliger Irrsinn ist, den Agrard diesel noch weiter zu subventionieren weil das heizt der die ganze spirale wieder an.

00:42:12.160 --> 00:42:24.180
Speaker 1: Also dass es das was die regierung schafft und ich glaube wirklich Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen platt aber diese sind alle irgendwie im gestern hängen geblieben Und ich glaube das sind auch also aluis reiner als agrarminister.

00:42:24.240 --> 00:42:28.220
Speaker 1: Ich glaube das ist eigentlich irgendwie ein bodenständiger ehrlicher typ.

00:42:28.300 --> 00:42:37.040
Speaker 1: ich will denn da jetzt gar nicht irgendwie persönlich zu stark ankoffern Aber der versteht sich halt als Interessenvertretung der Bauern in der Regierung.

00:42:37.220 --> 00:42:40.020
Speaker 1: Das ist sein, glaube ich seine Selbstbeschreibung.

00:42:40.800 --> 00:42:57.140
Speaker 1: und da sitzen halt im Bauernverband Funktionäre die da schon immer sitzen und die sagen halt das was sie schon immer sagen nämlich uns Bauern geht so schlecht ihr müsst Bürokratie abbauen ihr müsst uns mehr Geld geben aus Brüssel muss mehr Geld kommen dass es halt total bei denen im Kopf drin.

00:42:58.100 --> 00:43:03.500
Speaker 1: Ich mein, Katharina Reiche ist auch eine Frau der ... Sie hat lange in der Branche gearbeitet.

00:43:03.640 --> 00:43:05.600
Speaker 1: Die denkt halt wie ne fossile

00:43:06.340 --> 00:43:06.600
Speaker 0: Frau.

00:43:07.340 --> 00:43:08.760
Speaker 0: Aber Wilberg kriegt's doch ganz gut hin!

00:43:09.260 --> 00:43:12.160
Speaker 1: Ja, aber der ist ja nun wiederum nicht zuständig für all diese Sachen.

00:43:12.200 --> 00:43:12.620
Speaker 0: Das stimmt!

00:43:12.680 --> 00:43:13.660
Speaker 0: Aber für die Digitalisierung.

00:43:13.700 --> 00:43:15.720
Speaker 0: also...der Schiff per se geht ja?

00:43:16.100 --> 00:43:19.100
Speaker 1: Genau, ich meine so alt sind die auch alle noch nicht.

00:43:19.140 --> 00:43:22.200
Speaker 1: Ich will den nicht absprechen, dass wir nicht irgendwann nochmal dazulernen.

00:43:22.320 --> 00:43:37.140
Speaker 1: Aber man merkt es auch bei den Äußerungen unseres Bundeskanzlers zu verschiedensten Themen wie sehr der eigentlich im Gestern verhaftet ist und ja oft auch noch so diese Arbeitgeberrhetorik der späten neunziger- und frühen zweitausender.

00:43:37.180 --> 00:43:39.720
Speaker 1: Die Leute feiern alle krank, wir müssen alle mal mehr arbeiten.

00:43:39.780 --> 00:43:43.620
Speaker 1: das betet er ja auch runter als wäre das irgendwie ein neuer Talking Point.

00:43:43.660 --> 00:43:49.940
Speaker 1: dabei kennen wir das jetzt ja auch schon lange und ich habe immer das Gefühl die Erkenntnis ist noch nicht so richtig angekommen.

00:43:50.460 --> 00:43:56.640
Speaker 1: und dann finde Dann reden wir auch über Machtverhältnisse, dass es natürlich mächtige Branchen gibt.

00:43:57.100 --> 00:44:00.540
Speaker 1: Die kein Interesse daran haben das sich am Status quo was ändert.

00:44:00.740 --> 00:44:14.780
Speaker 1: also wenn wir über beispielsweise Düngemittel reden gibt's eine sehr starke Chemieindustrie die in Deutschland auch Kunstdünger produziert und damit unter anderem auch zu den größten Gaskonsumenten gehört in Deutschland Erdgas-Konsomenten.

00:44:15.800 --> 00:44:18.740
Speaker 1: Die natürliche Interesse darin haben Dass das so weitergeht.

00:44:18.840 --> 00:44:20.160
Speaker 1: erstmal weil die wollen Geld verdienen.

00:44:21.460 --> 00:44:26.960
Speaker 0: Ja das ist ja das Innovators Dilemma, wenn man es strukturell verschreiben möchte.

00:44:27.180 --> 00:44:42.680
Speaker 0: Man springe ich aus etwas raus und stecke meine Investitionen, meine Power meiner Arbeitskräfte in den Aufbau des Neuen also der Transformationsforschung ist ja dieses Delta auf Doom jetzt durchaus bekannt und diese Interessensvertretungen hilft nicht unbedingt.

00:44:42.940 --> 00:44:51.200
Speaker 0: Und ich finde aber schon ... Spannend, dass sich in jedem Sektor gibt es aber Leute die eigentlich auch sehen wie das neue aussehen könnte.

00:44:51.340 --> 00:44:57.460
Speaker 0: Also etwas was einfach unter den veränderten Rahmenbedingungen des einentzwanzigsten Jahrhunderts Stabilität anbieten kann.

00:44:58.140 --> 00:45:00.700
Speaker 0: und die Frage ist ja wie kriegen wir das Vertrauen hin?

00:45:01.020 --> 00:45:10.380
Speaker 0: Dass die andere Form genauso gut schmeckt um jetzt bei deinem Sektord zu bleiben sozusagen mit der Ernährung uns genauso gut versorgen kann und vor allem vielleicht wieder sicherer versorge kann.

00:45:10.520 --> 00:45:14.320
Speaker 0: im Prinzip Ich glaub, die meisten haben keine Lust des Tiere gequält werden.

00:45:14.400 --> 00:45:18.080
Speaker 0: Aber warum ist es so schwer da loszulassen?

00:45:18.140 --> 00:45:24.240
Speaker 0: Oder wie kommen wir ein bisschen diese Vision von einem Ernährungssystem, was tatsächlich im XXI.

00:45:24.340 --> 00:45:34.120
Speaker 0: Jahrhundert ... Die Gefahr das Ernährung zur Waffe wird oder dass sie eben nicht ausreicht oder ja, dass wir unsere Flächen verlieren einfach reduziert!

00:45:36.140 --> 00:45:39.520
Speaker 1: Ich bin Verbraucherschutzorganisation.

00:45:39.600 --> 00:45:45.400
Speaker 1: Ich gucke aus der Perspektive des Verbraucher und denke mir, wie cool wäre das eigentlich?

00:45:45.500 --> 00:45:51.820
Speaker 1: Wenn im Supermarkt der Zukunft ich nichts kaufen kann, wo ich ökologisch ein schlechtes Gewissen habe?

00:45:52.380 --> 00:45:57.020
Speaker 1: Wenn einfach sozusagen das gesamte Angebot ist schon mal klar, dass es geregelt ... Das wäre

00:45:57.080 --> 00:45:57.600
Speaker 0: Freiheit ne?

00:45:58.060 --> 00:45:58.880
Speaker 1: Das wäre Freihheit!

00:45:58.960 --> 00:46:02.100
Speaker 1: Wie cool wär das wenn ich einfach kaufen könnte was da ist?

00:46:02.420 --> 00:46:06.420
Speaker 1: dann muss ich darüber nicht nachdenken, dass ich zu dem Produkt greife.

00:46:07.160 --> 00:46:13.800
Speaker 1: Genauso kann man das durchdeklinieren wenn man sagt die gesunde Wahl ist die einfache und günstige Wahl im Supermarkt.

00:46:14.200 --> 00:46:16.160
Speaker 1: also einfach mal aus der Perspektive denken.

00:46:16.620 --> 00:46:24.460
Speaker 1: Ich finde das eine wahnsinnig schöne Vision mir das vorzustellen weil dann habe ich ein Thema schon abgehakt da muss ich mich gar nicht so viel darum kümmern.

00:46:25.300 --> 00:46:39.440
Speaker 1: Und wenn man von da aus irgendwie eine Vision spinnt kann ich mir erstmal vorstellen tatsächlich mitgehen, weil wie du sagst das stellen auch immer wieder umfragen fokusgruppen fest.

00:46:39.760 --> 00:46:42.720
Speaker 1: die leute wollen ja nichts schlechtes für die welt.

00:46:43.220 --> 00:46:49.840
Speaker 1: niemand will dass es den tieren schlecht geht dass wir die erde weitererhitzen da hat ja keiner Bock drauf.

00:46:50.860 --> 00:46:54.160
Speaker 1: ich glaube viele leute sind erst mal überfordert was soll ich jetzt eigentlich tun?

00:46:54.880 --> 00:47:04.920
Speaker 1: Und dann aber auch die Frage sich zu stellen, okay mit welchem Geld soll ich jetzt eigentlich was kaufen und wo es denn wirklich sicher dass da jetzt Tierwohl drin ist usw.

00:47:06.240 --> 00:47:10.660
Speaker 1: Und wenn man das gelöst hätte glaube ich gibt's bei ganz vielen eine große Unterstützung dafür.

00:47:11.660 --> 00:47:13.360
Speaker 0: Was wären die wichtigsten Maßnahmen denn?

00:47:14.720 --> 00:47:23.800
Speaker 1: Also wenn wir jetzt auf das Thema Gesundheit gucken bin ich ja totaler Freund von ziemlich einfachen Maßnahmen überhaupt mal anzufangen und dazu zählt die Zuckersteuer.

00:47:24.860 --> 00:47:27.080
Speaker 1: Wir haben jetzt ein bisschen über Gesundheitsthemen gesprochen.

00:47:27.580 --> 00:47:38.060
Speaker 1: Man muss nur wissen, den meisten Zucker nehmen wir Erwachsene oder ich glaube auch Kinder also die wir Deutschen Über gesüßte Getränke auf Statistisch gesehen noch mehr als Übersüßigkeiten.

00:47:38.480 --> 00:47:39.600
Speaker 1: das muss man sich klar machen.

00:47:40.040 --> 00:47:47.000
Speaker 1: wenn es da einen Anreiz gäbe für die Industrie den zuckergehalt zu reduzieren wie eben eine zuckasteuer dann könnte man schon sehr sehr viel erreichen.

00:47:48.040 --> 00:47:52.920
Speaker 1: zweites Thema Nutri-Score, diese Lebensmittelampel.

00:47:53.440 --> 00:47:55.140
Speaker 1: Die kennen einige aus dem Supermarkt?

00:47:55.940 --> 00:48:16.760
Speaker 1: Wenn ich mir jetzt vorstelle die gäbe es für jedes Produkt das wäre verpflichtend Klar dann bin ich irgendwie als Verbraucher kann ich blickig mehr durch könnte da die richtigen Sachen kaufen aber Es gäbe auf einmal für die Industrie einen Anreiz bessere Produkte herzustellen weil sie halt allen grünes A haben wollen.

00:48:17.180 --> 00:48:18.280
Speaker 1: Man kennt das aus Frankreich.

00:48:18.420 --> 00:48:20.040
Speaker 1: Da ist der NutriScore weiter verbreitet.

00:48:20.080 --> 00:48:26.100
Speaker 1: oder gibt es tatsächlich diesen Effekt, dass Lebensmittelhersteller die Rezepturen verändern damit sie in den grünen Bereich rutschen?

00:48:26.680 --> 00:48:31.440
Speaker 1: und das ist dann eine systemische Veränderung und nicht nur einer auf naja du musst jetzt das Richtige kaufen.

00:48:32.220 --> 00:48:40.360
Speaker 1: also ich bin immer auf der Suche nach solchen Ansätzen die einfach umzusetzen sind aber einen systemischen Anreiz.

00:48:40.440 --> 00:48:48.060
Speaker 1: wir haben über Anreize gesprochen Nudging aber auch fürs Gesamtsystem für die Hersteller für die die Strukturen prägen Sachen anders zu machen.

00:48:49.120 --> 00:48:53.320
Speaker 0: Und das ist ja das Wichtige, also wie kommen wir dahin, dass nicht die Konsumentinnen und Konsumenten das alles rausfinden?

00:48:53.360 --> 00:49:06.040
Speaker 0: Und durch Einzelfallentscheidungen dann irgendwie versuchen in der Summe was zu drehen, sondern wie kriegt man es auf der produzierenden Seite wo Entscheidungen von großen Akteuren im Zweifel dann eben das was im Regal ist gleich auch beeinflussen kann?

00:49:06.600 --> 00:49:10.620
Speaker 1: total und weil wir jetzt so viel über Zielbilder und Visionen gesprochen haben.

00:49:10.660 --> 00:49:15.900
Speaker 1: Man kann das mal mit sich in Großbritannien angucken, Großbritanien ist gerade was diese Gesundheitsthemen angeht.

00:49:15.960 --> 00:49:18.200
Speaker 1: Gerade ziemlich weit vorne.

00:49:18.260 --> 00:49:20.820
Speaker 1: die haben so eine Limosteuer also Zuckersteuer.

00:49:20.860 --> 00:49:22.520
Speaker 1: heißt das bei uns eigentlich Limosteuern?

00:49:22.560 --> 00:49:25.720
Speaker 1: weil es eben nicht den gesamten Zucker sondern nur denen in Limos besteuert.

00:49:26.180 --> 00:49:27.640
Speaker 1: Die haben jetzt seit neuestem auch diese.

00:49:27.860 --> 00:49:35.720
Speaker 1: wir haben vorhin drüber gesprochen Werbeschranken für Kinder Und dass es total spannend wie die Industrie in Groß Britannien darauf reagiert hat.

00:49:35.980 --> 00:49:38.600
Speaker 1: Die haben nämlich nicht, wie die deutsche Industrie rumgejammert.

00:49:38.700 --> 00:49:38.980
Speaker 1: Oh Gott!

00:49:40.240 --> 00:49:42.280
Speaker 1: Wir gehen alle pleite und es ist das Ende der Welt.

00:49:42.720 --> 00:49:49.380
Speaker 1: Sondern die haben gesagt okay dann lass uns doch mal überlegen welche Produkte kann ich jetzt attraktiv und gesund herstellen?

00:49:49.500 --> 00:49:51.540
Speaker 1: Und die dann bewerben auch an Kinder.

00:49:52.200 --> 00:49:54.160
Speaker 1: damit kann ich ja möglicherweise sogar Geld verdienen.

00:49:54.780 --> 00:50:05.520
Speaker 1: Ach guck mal an Und oft ist das wirklich diese Mischung aus, es gibt einen politischen Anreiz und dann gibt es Unternehmen die aber auch erkannt haben cool hier kann ich was Neues machen.

00:50:05.740 --> 00:50:07.440
Speaker 1: Das ist am Ende sogar ein Business Case.

00:50:08.080 --> 00:50:13.060
Speaker 1: Ich glaube dass das für ganz viele der Probleme die wir angesprochen haben eigentlich funktionieren kann.

00:50:13.940 --> 00:50:26.960
Speaker 1: Denn vielleicht noch letzter Satz dazu Auch bei den Unternehmen ist es ja nicht so dass das irgendwie schlechte Menschen sind Sondern sie befinden sich in einem Wettbewerbs Darum möglichst viel Gewinn zu machen.

00:50:27.060 --> 00:50:32.060
Speaker 1: Und Gewinn machen sie, indem Sie bestimmte Produkte herstellen, Kosten drücken was weiß ich.

00:50:32.840 --> 00:50:36.940
Speaker 1: Wenn ein Unternehmen entscheidet Ich mach das jetzt anders dann fliegt es aus dem Markt.

00:50:38.240 --> 00:50:46.060
Speaker 1: wenn aber alle Unternehmen gezwungen sind das zu verändern Dann können die auf einmal ganz gut damit leben weil er ist der gleiche Bedingung für alle sind.

00:50:47.700 --> 00:50:50.200
Speaker 0: Aber ich glaube, dieser Punkt ist so wahnsinnig wichtig.

00:50:51.360 --> 00:50:54.680
Speaker 0: Das sind faire Wettbewerbsbedingungen und was sind auch faire Informationsbedingung?

00:50:54.860 --> 00:51:00.060
Speaker 0: Weil du hattest ja eben schon mal den Preis, also damit Märkte funktionieren können brauche ich ja Informationsflüsse.

00:51:01.020 --> 00:51:13.660
Speaker 0: Und wenn weder die Preise das adäquat abbilden noch ich die Chance habe mich ... Es wäre wie ein Top-Runner-Prinzip, dass du schrieben hast mit dem Nutti-Score musst dich sofort an Japan in Weißgeräten, die das mit Effizienzsteigerungen gemacht haben denken.

00:51:14.500 --> 00:51:19.280
Speaker 0: Und warum wir das nicht tatsächlich, also diesen sportlichen Wettbewerb zur besten Versorgung mit geringstem Schaden.

00:51:19.360 --> 00:51:20.820
Speaker 0: Also ich meine was ist da ein Falsch?

00:51:21.500 --> 00:51:24.360
Speaker 0: Ja genau!

00:51:24.560 --> 00:51:34.080
Speaker 0: Und trotzdem eben genau diesen Fakt... Ich habe mal einen sehr spannenden Podcast von Tristan Harris gehört der eben tatsächlich diese ganzen systemischen Perspektiven auch nach vorne bringt.

00:51:34.120 --> 00:51:42.880
Speaker 0: und das erzählt halt aus den USA wo glaube ich fünf Konzerne so ziemlich fast alles kontrollieren und da sind ja die Zuckerwerte und sowas zum Teil noch höher.

00:51:43.280 --> 00:51:47.220
Speaker 0: Also das schmecken wir auch, den Unterschied von dem was in Europa erlaubt ist reinzumischen.

00:51:48.640 --> 00:51:51.740
Speaker 0: Und dann hat eben ein größerer Konzern versucht, sich abzusetzen davon.

00:51:51.880 --> 00:51:57.620
Speaker 0: Um zu sagen wir wollen die Gesundheit der Konservantinnen stärken und ... Die anderen sagst, er ruht nicht weg.

00:51:58.000 --> 00:52:05.560
Speaker 0: Weil halt dieser Suchtfaktor dieses Beidesign drin ist und wir tatsächlich wie so ein bisschen Entwöhnung meistens brauchen.

00:52:05.640 --> 00:52:05.700
Speaker 0: Ja!

00:52:06.300 --> 00:52:14.020
Speaker 0: Das ist natürlich auch einfacher, wenn es einen Zeit lang jetzt erstmal einfach so schmeckt als wenn du genau weißt Mama, da, ich sag mal süß da so ne?

00:52:14.660 --> 00:52:24.120
Speaker 0: Also deshalb ist so ein bisschen diese Standardsetzung eigentlich immer wieder interessant, um zu überlegen wie wir das Spielfeld organisieren innerhalb derer dann natürlich auch Varianz möglich ist.

00:52:24.240 --> 00:52:30.020
Speaker 1: Ja und ich finde ja auch... also ich bin wirklich nicht... Ich möchte niemandem sagen wie er oder sie sich ernähren soll.

00:52:30.720 --> 00:52:35.800
Speaker 1: Es gibt schon Bereiche wo ich sage niemand hat das Recht mit seinem täglichen Schnitzel irgendwie den Planeten zu verbrennen.

00:52:36.240 --> 00:52:37.220
Speaker 1: da hört es irgendwo auf.

00:52:37.360 --> 00:52:43.560
Speaker 1: aber wenn du jeden Tag eine Packung Kinderriegel essen willst freiwillig, das ist der entscheidende Punkt.

00:52:43.640 --> 00:52:44.340
Speaker 1: Dann mach' das!

00:52:45.040 --> 00:53:00.740
Speaker 1: Aber ich möchte halt, dass es diese Freiheit gibt, das selber zu entscheiden und eben sozusagen ein Level-Playing-Field glaube ich, sagt man im Englischen also einfach eine, dass du nicht in irgendeine Richtung die ganze Zeit gezogen wirst sondern dass du wirklich da frei drüber entscheiden kannst.

00:53:00.780 --> 00:53:01.840
Speaker 1: was will ich jetzt eigentlich essen?

00:53:02.420 --> 00:53:02.840
Speaker 1: Was schmeckt

00:53:02.900 --> 00:53:03.020
Speaker 1: mir?!

00:53:03.800 --> 00:53:07.400
Speaker 0: Ja, irgendwann hatten wir mal so eine Gamification-Idee gemacht.

00:53:07.460 --> 00:53:09.800
Speaker 0: Wie macht man das zum Beispiel mit nicht nur Konsumkalorien?

00:53:10.000 --> 00:53:18.680
Speaker 0: Es macht es in meinem Körper, sondern die Produktionskalorien dran zu kleben und dann siehst du halt wie schwer du eigentlich bist oder wie wenige von dir auf den Planeten passen.

00:53:19.000 --> 00:53:22.100
Speaker 0: im Grunde genommen wenn dieser Lebensdienormalisiert werden sollte.

00:53:22.820 --> 00:53:30.920
Speaker 0: Und das ist natürlich direkt moralisierend beeinigend aber ist es im Grund genommen ja ein Feedbackmechanismus, von dem musst du für dich selbstverständlich in Anspruch nimmt!

00:53:31.920 --> 00:53:36.180
Speaker 0: Deshalb wollte ich mit dir zum Schluss noch mal so ein bisschen dieses Thema Kulturkampf, weil du das auch thematisiert hast.

00:53:36.220 --> 00:53:44.680
Speaker 0: Und ich glaube es treibt uns alle ja wahnsinnig um und so gehst ihr auch hinten raus nochmal zu überlegen, sagen wir, wie kriegen wir A, dass verstanden was da gemacht wird?

00:53:44.740 --> 00:53:54.680
Speaker 0: Vielleicht kannst du dann nochmal zwei drei Beispiele nehmen oder geben... ...und wie werden wir da vielleicht weniger anspielbar dafür?

00:53:55.200 --> 00:54:05.840
Speaker 1: Ja also das war tatsächlich irgendwie der Ausgangspunkt wo ich gesagt habe, da muss ich jetzt einen Buch drüber schreiben bedrohlich finde, wie dieses Thema Ernährungssystem verhetzt wird.

00:54:06.100 --> 00:54:09.600
Speaker 1: Und man muss leider sagen gerade von rechter politischer Seite.

00:54:09.700 --> 00:54:20.280
Speaker 1: also es fängt irgendwo rechts innerhalb der CDU an und endet noch lange nicht bei der AfD die nämlich erkannt haben dass mit dem Alltagsthema Ernährung ich die Leute super aufhetzen kann.

00:54:20.880 --> 00:54:28.420
Speaker 1: Bei diesem Bratwurstpopulismus da geht's überhaupt nicht um die Bratwrust sondern das erklärte Ziel ist die Mitte zu spalten.

00:54:30.000 --> 00:54:41.200
Speaker 1: Das schreibt die AfD auch in ihren Strategie-Papieren, dass alle Themen, die im Prinzip eine Bruchlinie innerhalb der politischen Mitte, auch innerhalb der Parteien teilweise schaffen kann.

00:54:42.180 --> 00:54:44.120
Speaker 1: Die sind super geeignet, sie zu bespielen!

00:54:44.660 --> 00:54:46.720
Speaker 1: Wir hatten das jetzt gerade hier im Berliner Wahlkampf.

00:54:47.140 --> 00:54:53.140
Speaker 1: ein mini kleines Beispiel... Da gab es einen CDU Kandidaten, ich hab gerade seinen Namen nicht parat.

00:54:53.180 --> 00:54:59.520
Speaker 1: Der hat sich plakatiert mit so seinen wesentlichen Infos und hat dazu geschrieben, dass er gerne Hafermilch Cappuccino trinkt.

00:55:00.900 --> 00:55:07.060
Speaker 1: Das ging ab in den sozialen Medien ... Das ist doch nicht mehr CDU, sondern links Wokerscheiß und so.

00:55:07.700 --> 00:55:09.500
Speaker 1: Wo man denkt, hey, Leute es Hafermilch!

00:55:09.580 --> 00:55:11.780
Speaker 1: Ja wir leben im, weiß ich nicht, tief?

00:55:11.900 --> 00:55:13.200
Speaker 1: Im einundzwanzigsten Jahrhundert.

00:55:13.260 --> 00:55:14.600
Speaker 1: wie kann das noch ein Thema sein?

00:55:14.660 --> 00:55:14.780
Speaker 1: Das

00:55:14.880 --> 00:55:16.100
Speaker 0: würde mich sagen, Drink oder?

00:55:16.240 --> 00:55:16.720
Speaker 1: Ja ja stimmt.

00:55:17.020 --> 00:55:21.000
Speaker 1: Oh ja ja ja sonst... Entschuldigung, ich hoffe dass müssen wir nicht rausschneiden.

00:55:22.940 --> 00:55:27.920
Speaker 1: Genau aber das wird sofort verhetzt und all diese Themen rund um Fleisch konsumten.

00:55:27.960 --> 00:55:34.960
Speaker 1: deswegen hatte ich vorhin auch gesagt beim Thema Fleisch das ist schnellen heißes Eisen Das wird gezielt genutzt, um Ängste zu schwören.

00:55:35.420 --> 00:55:38.620
Speaker 1: Die Grünen wollen uns jetzt das Fleisch verbieten.

00:55:39.500 --> 00:55:44.920
Speaker 1: Die Grünen – das ist eigentlich mein Lieblingskapitel in dem Buch – wollen uns heimlich Insekten ins Essen

00:55:45.000 --> 00:55:45.260
Speaker 1: mischen.".

00:55:45.800 --> 00:55:46.200
Speaker 1: Ah!

00:55:46.240 --> 00:55:51.280
Speaker 1: Ja, das ist eine Geschichte die auch Markus Söder im seinem letzten Bayern-Wahlkampf stark gemacht hat.

00:55:51.960 --> 00:55:59.660
Speaker 1: und da geht es um die Geschichte... Also wie die Grünen ins Spiel kommen, das ist echt frag mich nicht.

00:55:59.860 --> 00:56:07.020
Speaker 1: Aber die EU hat bestimmte Insekten für Verarbeitung in Nahrungsmitteln zugelassen.

00:56:07.780 --> 00:56:12.680
Speaker 1: Weil wir leben im Rechtsstaat und wenn da nichts dagegen spricht dann muss die EU das zulassen.

00:56:14.160 --> 00:56:21.180
Speaker 1: Dann kommen die Rechten und sagen, ja guck von allein will uns jetzt überall hier Käfer ins Essen mischen ohne dass wir es merken.

00:56:21.240 --> 00:56:25.500
Speaker 1: Wir entdecken sie dann auf einmal ihr Herz auch fürs Thema Ernährung.

00:56:27.200 --> 00:56:37.180
Speaker 1: Und das ist alles so irre weil die Produktion von diesen Insekten ist so teuer Dass ich als Hersteller auf jeden Fall drauf schreibe Hier sind keine Ahnung.

00:56:37.240 --> 00:56:43.580
Speaker 1: Hausgrillen drin ist super ökologisch voll das Ding, aber kostet leider auch das Vierfache von dem was es sonst kostet.

00:56:44.040 --> 00:56:48.720
Speaker 1: Dass niemand davon reden kann da würde irgendwas heimlich ins Essen gemischt und trotzdem... Das

00:56:48.760 --> 00:56:51.520
Speaker 0: ist die Deluxe Variante, deshalb muss sie das rausschreiben?

00:56:51.640 --> 00:56:51.680
Speaker 0: Ja

00:56:51.780 --> 00:56:56.120
Speaker 1: genau also das wäre total irrational das nicht drauf zu schreiben weil die Produktion so teuer ist!

00:56:56.980 --> 00:57:00.040
Speaker 1: Und trotzdem wird landauf, landab das Lied gesungen.

00:57:00.120 --> 00:57:02.280
Speaker 1: Die Grünen wollen jetzt dass wir Mehlwürmer essen.

00:57:02.640 --> 00:57:04.700
Speaker 1: Irgendangeblich um in den Planeten zu retten.

00:57:05.400 --> 00:57:06.800
Speaker 1: Und diese Art der Verhetzung?

00:57:07.020 --> 00:57:10.760
Speaker 1: dann gibt's um all diese Themen Wunderbare Beispiele in dem Buch.

00:57:11.940 --> 00:57:19.620
Speaker 1: Die führt am Ende dazu, dass wir als Verbraucherinnen und Bürger uns gegenseitig beschimpfen im Kulturkampf.

00:57:19.700 --> 00:57:20.920
Speaker 1: Du willst mir das Fleisch wegnehmen?

00:57:21.020 --> 00:57:25.160
Speaker 1: Du frisst mit deinem Fleischkonsum unseren Planeten zugrunde und das schaukelt sich dann so auf!

00:57:25.820 --> 00:57:32.280
Speaker 1: Und die Industrie, die an dem längeren Hebel sitzt... was verändern könnte, die sitzt da und lacht sich tot.

00:57:32.960 --> 00:57:37.080
Speaker 1: Ich stelle mir das buchstäblich so vor, dass sie sich wundern können, sich gerne noch weiterstreiten.

00:57:37.440 --> 00:57:39.740
Speaker 1: Solange die sich streiten geht es uns nicht an den Kragen.

00:57:40.260 --> 00:57:42.100
Speaker 1: Das finde ich eine total bedrohliche Entwicklung.

00:57:42.540 --> 00:57:44.280
Speaker 1: Wir kennen das auch aus anderen Themenfeldern.

00:57:44.540 --> 00:57:48.820
Speaker 1: Heizhammer, wo Harberg persönlich kommt ... Und die Heizung aus dem Keller reist?

00:57:48.880 --> 00:57:49.740
Speaker 1: Das ist ja alles diese...

00:57:50.180 --> 00:57:50.860
Speaker 0: Der Veggie-Day!

00:57:51.120 --> 00:57:56.520
Speaker 0: Da war er nicht auf ne Kantine, gibt's einen Tag nur vegetarisch, sondern da war es auch die Comedy in der Küche vorbei.

00:57:58.880 --> 00:58:06.360
Speaker 1: Die Geschichte des Vegie Days ist total spannend, weil das nämlich seinen Ursprung hat in einem CDU-Abgeordneten.

00:58:07.840 --> 00:58:12.180
Speaker 1: Der wollte die Grünen als Verbotspartei brandmarken

00:58:12.940 --> 00:58:14.080
Speaker 0: und ... War nicht der Einzige oder?

00:58:14.140 --> 00:58:14.400
Speaker 0: Nee,

00:58:14.540 --> 00:58:16.860
Speaker 1: aber das war ... Das ist ja auch schon ein paar Jahre her.

00:58:17.380 --> 00:58:19.540
Speaker 1: Da kommt das her, ich hab das für das Buch recherchiert.

00:58:19.940 --> 00:58:21.760
Speaker 1: Es war Michael Fuchs, er lebt inzwischen nicht mehr.

00:58:21.840 --> 00:58:28.120
Speaker 1: Aber die Energiewende Menschen von uns kennen ihn, Er bittert der Gegner der Energiewende.

00:58:29.020 --> 00:58:32.320
Speaker 1: Und er hat mal eine Liste in Auftrag gegeben, was wollen die Grünen?

00:58:32.480 --> 00:58:33.260
Speaker 1: alles verbieten?

00:58:34.460 --> 00:58:40.240
Speaker 1: Und diese Liste haben sich versucht den Hintergrundgesprächen an JournalistInnen zu pitchen.

00:58:40.580 --> 00:58:46.400
Speaker 1: So schreibt doch mal Artikel über die Grüne als Verbotspartei und das hat nicht so richtig verfangen.

00:58:46.840 --> 00:58:49.420
Speaker 1: Nur die Bildzeitung hat irgendwann den Dreh rausgekriegt.

00:58:49.460 --> 00:58:55.100
Speaker 1: Die hat alle anderen Verbote weggelassen und nur diesen Veggie-Day genommen und gesagt, die Grüner wollen uns das Fleisch verbieten.

00:58:55.820 --> 00:58:59.140
Speaker 1: Und das, weil es eben so ein Alltagsthema ist hat total verfangen.

00:58:59.600 --> 00:59:01.440
Speaker 1: und ich glaube diese ganze Veggie Day Geschichte.

00:59:01.880 --> 00:59:04.620
Speaker 1: Jeder weiß ja heute noch was die Veggie day debacle war.

00:59:04.680 --> 00:59:05.040
Speaker 1: der Grün.

00:59:05.520 --> 00:59:14.980
Speaker 1: Hat so dazu beigetragen dass die Grünen dieses Verbots-Image tragen und jede Art von Regulierung des S-Verhaltens gleich einmal verbot auch wenn's überhaupt nicht um Verbot geht.

00:59:15.780 --> 00:59:18.980
Speaker 1: Das ist einfach eine politische Strategie und das muss man begreifen.

00:59:19.220 --> 00:59:20.920
Speaker 1: und dann ist man auf jeden Fall schon ein Stück weiter.

00:59:22.660 --> 00:59:30.460
Speaker 0: Womit wären noch mal einmal vielleicht so zwei, drei, vier das auch sprachlich ein paar Sachen rausgezogen die so typischerweise benutzt werden?

00:59:30.620 --> 00:59:32.480
Speaker 0: Vielleicht machen wir noch so ein kleines Obacht-Bingo.

00:59:34.040 --> 00:59:37.900
Speaker 0: Wo hat irgendwie sehr stark eingeladen wird eine Perspektive direkt einzunehmen.

00:59:38.000 --> 00:59:44.220
Speaker 0: Thema Framing also welche würdest du noch den Hörnern mitgeben sagen Kann man noch einmal nachfragen.

00:59:46.160 --> 00:59:46.600
Speaker 1: Ja, das ist gut.

00:59:46.740 --> 00:59:48.980
Speaker 1: Ich hänge natürlich sofort immer auf dem Verbot.

00:59:50.000 --> 01:00:01.780
Speaker 1: Also das ist irgendwie was wo ich sagen würde ja... also um vielleicht einmal bei dem Verbot zu bleiben wenn ich nur noch mit Tempo-Dreißig an der Schule vorbeifahren darf?

01:00:02.520 --> 01:00:03.940
Speaker 1: Ist es dann ein Fahrverbot?

01:00:04.840 --> 01:00:05.860
Speaker 1: Würde keiner sagen!

01:00:06.780 --> 01:00:13.440
Speaker 1: Wenn ich nun noch zu bestimmten Tagen in der Kandine Fleisch bekomme, ist es sofort ein Fleischverbot.

01:00:15.440 --> 01:00:16.880
Speaker 1: Das passt doch überhaupt nicht.

01:00:17.820 --> 01:00:24.440
Speaker 1: Und gerade diese sehr starken Vereinfachungen, was andere ist irgendwie da will der Staat uns erziehen.

01:00:25.040 --> 01:00:27.220
Speaker 1: das ist auch so etwas was wir ganz oft hören.

01:00:27.820 --> 01:00:32.520
Speaker 1: also Breaking sad news für all die, die da was gegen haben.

01:00:32.560 --> 01:00:35.200
Speaker 1: Wir alle werden vom Staat erzogen nämlich in der Schule.

01:00:35.360 --> 01:00:50.660
Speaker 1: es gibt ein staatliches Bildungssystem und ich finde das ist eine Errungenschaft dass das so ist, dass nicht jeder irgendwas behaupten kann und deswegen finde ich es auch überhaupt gar kein Problem wenn öffentliche Institutionen einem zum Beispiel erklären Was is ne gesunde Ernährung?

01:00:51.580 --> 01:00:53.960
Speaker 1: Was wäre gut um den Planeten zu erhalten?

01:00:54.880 --> 01:01:01.300
Speaker 1: All solche Sachen als Information oder gar Anreize dafür zu schaffen, ist ja keine Erziehung.

01:01:01.400 --> 01:01:06.560
Speaker 1: Sondern das erst mal Politik zur Rettung von Menschen und des Planeten.

01:01:07.240 --> 01:01:07.760
Speaker 0: Aufklärung?

01:01:09.500 --> 01:01:09.520
Speaker 0: Ja.

01:01:09.620 --> 01:01:10.580
Speaker 0: Das kippt immer schnell.

01:01:11.480 --> 01:01:15.460
Speaker 0: Ich will gar nicht, dass du mir sagst was die Konsequenzen sind, das ist schon moralisierend.

01:01:15.860 --> 01:01:16.060
Speaker 1: Genau.

01:01:16.840 --> 01:01:18.040
Speaker 0: Das habe ich auch öfter erlebt.

01:01:20.080 --> 01:01:25.700
Speaker 0: Die deutsche Ernährungsgesellschaft, die DEG haben ja auch irgendwann... diesen Planetary-Health Ansatz, sehr klug.

01:01:26.000 --> 01:01:27.560
Speaker 0: Und auch die Planetary Health Diet.

01:01:27.640 --> 01:01:38.180
Speaker 0: also wie könnten wir dafür sorgen dass eben wirklich ausreichend gute Nahrung für alle Menschen da ist durch einfach einen Ernährungswandel der zufällig auch der menschlichen Gesundheit hilft?

01:01:38.560 --> 01:01:41.340
Speaker 0: Also das ist eigentlich so die Win-Win-Strategie die auf dem Teller liegt.

01:01:42.600 --> 01:01:45.000
Speaker 0: und trotzdem da ging es halt ja auch nicht darum Fleisch an aus.

01:01:45.420 --> 01:01:49.020
Speaker 0: Das ist ja ganz viel sondern ein gutes Maß finden.

01:01:49.580 --> 01:01:52.540
Speaker 1: Und da würde ich jetzt, um nicht immer nur auf die Rechten zu schimpfen.

01:01:53.700 --> 01:01:59.160
Speaker 1: Da können auch viele Menschen ... Auf meiner Seite des politischen Spektrums sich manchmal eine Scheibe abschneiden.

01:01:59.860 --> 01:02:06.100
Speaker 1: Ich erlebe auch ... Ich ernähre mich selbst meistens vegan, aber ich hab nicht so einen großen Anspruch auf dieses Label.

01:02:06.680 --> 01:02:10.640
Speaker 1: Aber ich kenn dann schon auch die Veganer, die nerven mit der Frage und ist du Honig?

01:02:10.740 --> 01:02:12.360
Speaker 1: Werden die Bienen nicht ausgebäutet?

01:02:12.980 --> 01:02:16.780
Speaker 1: Also es ist dann sehr schnell auch so ein ... Ich kann das total nachvollziehen.

01:02:17.000 --> 01:02:24.200
Speaker 1: Emotional... Ich bin nicht total dabei, weil das sind meistens Leute die sehen was in der Welt so passiert und die wollen irgendwas tun.

01:02:24.720 --> 01:02:25.840
Speaker 1: Weil die Politik nichts tut.

01:02:26.000 --> 01:02:31.520
Speaker 1: also entscheiden sie sich ich ernehm mich jetzt vegan und ich finde das total gut und ich mach das ja selber ein Großteil für mich.

01:02:32.060 --> 01:02:37.740
Speaker 1: nur ich glaube dann sozusagen anderen vorzuwerfen dass Sie es nicht machen da wird's moralisieren.

01:02:37.900 --> 01:02:42.100
Speaker 1: da würde ich sagen damit leistet man auch so einem Kulturkampf vorschub und das fand ich halt bei den.

01:02:42.740 --> 01:02:55.380
Speaker 1: bei der planetary health diet am ende so schön dass die nicht sagt du musst komplett auf Fleisch verzichten Du musst halt weniger Fleisch essen und du kannst auch gerne mal zwei Currywurst dir bestellen, irgendwie die doppelte Currywurst.

01:02:55.420 --> 01:03:03.320
Speaker 1: Das ist nicht das Problem, sondern das Problem ist dass wir als Gesellschaft uns auf einen Mechanismus verständigen wie wir alle gemeinsam weniger Fleisch Essen.

01:03:03.800 --> 01:03:11.640
Speaker 1: Und ich glaube, dass bei vielen ganz anders ankommt wenn man das erklärt mit so einem Hey, das müssen wir wegen unserer Enkelkinder.

01:03:11.700 --> 01:03:13.180
Speaker 1: Damit die auch noch einen schönen Planeten haben.

01:03:13.220 --> 01:03:16.420
Speaker 1: und im Übrigen ist es besser für die Tiere wenn wir weniger Tiere besser halten.

01:03:16.920 --> 01:03:21.420
Speaker 1: Und deswegen musst du das jetzt nicht alleine entscheiden sondern wir gemeinsam entscheiden.

01:03:21.920 --> 01:03:26.460
Speaker 1: Wir verständigen uns auf solche Sachen und dann entscheiden wir gemeinsam wie in so einer echten Demokratie.

01:03:26.960 --> 01:03:31.660
Speaker 1: Jetzt machen wir weniger davon und Dann fällt auch dieser Druck vom einzelnen ab.

01:03:31.780 --> 01:03:32.940
Speaker 1: ich muss es jetzt richtig machen

01:03:34.960 --> 01:03:36.200
Speaker 0: Und ich glaube, das ist das Wichtige.

01:03:36.240 --> 01:03:41.700
Speaker 0: Also mir fällt es so auf diese Parallele mit dir was ist ein echter Mann zieht sich ja gerade durch alles eigentlich durch.

01:03:41.880 --> 01:03:44.620
Speaker 0: Du musst ein dickes Auto fahren und das muss auch richtig gasseln.

01:03:44.680 --> 01:03:47.380
Speaker 0: also es darf auch kein Elektromotor haben sondern du musst richtig brummen.

01:03:48.300 --> 01:03:51.000
Speaker 0: Du musst auch jeden Tag Fleisch essen, das gehörst du nicht dazu.

01:03:51.260 --> 01:04:01.360
Speaker 0: Und du musst auch ein bisschen dreist bis maximal unverschämt Frauen gegenüber wieder auftreten und allen die halt nicht so Männlichkeit definieren gleich absprechen dass sie ein echter Mann sind.

01:04:01.400 --> 01:04:07.860
Speaker 0: also dieses ganze Thema Menospher und wie symbolisch eigentlich genau solche Fragen aufgeladen werden das?

01:04:08.520 --> 01:04:15.720
Speaker 0: Und dann natürlich von einem Spektrum im parteilichen was wirklich absolut nur noch im populistischen rechtspopulistischen Raum unterwegs ist.

01:04:16.240 --> 01:04:18.960
Speaker 0: Das finde ich auch wichtig sich mitzunehmen.

01:04:19.200 --> 01:04:21.340
Speaker 0: Sogar wo kommen diese Botschaften eigentlich her?

01:04:21.400 --> 01:04:25.060
Speaker 0: und wie freiheitsberaubend ist es, dass du als Mann nicht anders sein darfst?

01:04:25.180 --> 01:04:31.960
Speaker 0: Also da ist das ja immer wieder spannend, dass die für Freiheit eintreten im normalen anderen Sagen und deshalb darfst du nicht abweichen.

01:04:32.600 --> 01:04:32.880
Speaker 1: Total!

01:04:32.940 --> 01:04:53.220
Speaker 1: Und ich glaube, im SWR gibt es eine schöne Doku über dieser Manusphäre, die sehr schön zeigt... Das fängt erst bei vermeintlich harmlosen Themen an, wie du sagst Fitness Ernährung, wie ernähre ich mich als Mann Gleitet dann immer weiter ab, das wie so ein Rabbit Hole wo die Leute dann am Ende irgendwie bei der AfD und beyond landen.

01:04:53.420 --> 01:04:57.260
Speaker 1: Das ist quasi so ein Einstiegsthema Und jetzt wird es total perfide.

01:04:57.960 --> 01:05:01.860
Speaker 1: Die Industrie, die Fleischindustrie hat erkannt super mit dem Marketing.

01:05:02.140 --> 01:05:05.320
Speaker 1: echte Männer essen Fleisch kann ich Geld verdienen.

01:05:07.580 --> 01:05:09.000
Speaker 1: Reichen sich dann welche die Hand?

01:05:09.520 --> 01:05:12.020
Speaker 1: Im Plizid würde ich sagen, die Explizit immer behaupten würden.

01:05:12.080 --> 01:05:14.020
Speaker 1: Nee wir haben ja mit den Rechten nichts zu tun.

01:05:14.700 --> 01:05:16.420
Speaker 0: Begreifen nur auf was für eine Gesellschaft war.

01:05:16.480 --> 01:05:17.180
Speaker 0: Cooler Diskurs

01:05:17.220 --> 01:05:17.800
Speaker 1: wie praktisch!

01:05:21.520 --> 01:05:25.680
Speaker 0: Also ich glaube diese Idee von hey es könnte wirklich anders funktionieren.

01:05:25.880 --> 01:05:28.000
Speaker 0: Die Schaden wiesen sich eigentlich reduzieren.

01:05:28.120 --> 01:05:31.180
Speaker 0: aber wie müssen wir auch sprachlich aufpassen was da passiert und wo?

01:05:32.220 --> 01:05:37.220
Speaker 0: Wird vermeintliche Interessensvertretung für die aufgeklärten Bürgerinnen eigentlich zu ziemlichen Kampagnen?

01:05:37.380 --> 01:05:37.420
Speaker 0: Ja,

01:05:38.120 --> 01:05:38.340
Speaker 1: genau.

01:05:39.560 --> 01:05:51.520
Speaker 1: Das zeigen auch alle Umfragen, zeigen immer bei den substanziellen Fragen liegen die Leute gar nicht so... Also sind wir noch gar nicht ein gespaltenes Land wie man immer annimmt weil es gibt von More and Common.

01:05:51.600 --> 01:05:52.560
Speaker 1: das ist so'n Think Tank.

01:05:54.260 --> 01:05:56.320
Speaker 1: gucken, welche Werte teilen wir eigentlich.

01:05:56.780 --> 01:06:16.900
Speaker 1: Die haben eine sehr spannende Studie zum Thema Ernährung gemacht also lohnt sich wirklich da mal reinzuschauen für alle die das Thema interessiert weil die nämlich Leuten aus ganz unterschiedlichen Milieus und politischen Gesinnungen nachgewiesen haben dass sie am Ende in ganz vielen Wertentscheidungen ziemlich ähnlich ticken.

01:06:17.060 --> 01:06:21.100
Speaker 1: zb die wollen keinen essen wo die Tiere drunter gelitten haben.

01:06:21.540 --> 01:06:24.940
Speaker 1: Die wollen nicht, dass die Industrie ... Das finde ich total spannend und habe nicht mitgerechnet.

01:06:24.980 --> 01:06:25.920
Speaker 1: Es wird geteilt.

01:06:26.480 --> 01:06:30.940
Speaker 1: Die Leute wollen nicht das die Industrien oder ihre Kinder zu Jungfood verführt.

01:06:31.120 --> 01:06:32.540
Speaker 1: Sie wollen, dass sie geschützt werden.

01:06:32.940 --> 01:06:38.140
Speaker 1: Es geht insbesondere dann, wenn es um den Schutz schwächerer geht oder die für ihre eigenen Interessen nicht eintreten können.

01:06:38.180 --> 01:06:39.380
Speaker 1: Da sind alle Leute dabei!

01:06:39.980 --> 01:06:47.920
Speaker 1: Und diese ganzen Scheindebatten um Alice Weidel, die irgendwie ruft, ich lass mir meinen Schnitzel nicht verbieten und alle gucken aber wer will dir deinen Schnitzeln verbieten?

01:06:48.680 --> 01:06:54.280
Speaker 1: Die lenken total von dem Thema ab, dass wir als Gesellschaft uns über alle Lager hinweg in ganz vielem einig sind.

01:06:54.720 --> 01:06:59.120
Speaker 1: Und ich glaube diese Schlussfolgerung lässt sich auf total viele andere Politikfelder übertragen.

01:06:59.860 --> 01:07:02.700
Speaker 1: und das Schöne ist beim Thema Ernährung haben wir eigentlich allen direkten Zugang.

01:07:02.900 --> 01:07:07.400
Speaker 1: Wir wissen ja was wir wollen, was wir mögen und wie es uns am liebsten schmeckt.

01:07:08.160 --> 01:07:15.140
Speaker 0: Ja und dass wir uns gerne als souveräne Konsumentin verhalten wenn wir wissen Das Regal hat welter Störung schon mal ausgeschlossen.

01:07:15.540 --> 01:07:19.360
Speaker 0: Sie setzen die Akzente aber nicht den Menüplan Genau.

01:07:20.040 --> 01:07:22.240
Speaker 0: Willst du uns auch einen Satz, drei Sätze mitgeben?

01:07:24.000 --> 01:07:32.320
Speaker 0: Worauf es jetzt für dich ankommt damit wir sagen hey lass uns doch mal ja das ganze wieder konstruktiv drehen oder die verbindenden Fokus nehmen.

01:07:33.140 --> 01:07:41.740
Speaker 1: Ich glaube wichtig ist psychologisch dass wir alle akzeptieren Du bist nicht schuld Diese Scham, die wir beim Thema Essen mit uns rumtragen.

01:07:42.180 --> 01:07:46.200
Speaker 1: Die steht uns oft im Weg, dass ich das Gefühl hab ... Ich mach's nicht richtig!

01:07:46.260 --> 01:07:48.060
Speaker 1: Ich ess das Falsche und zu viel.

01:07:48.160 --> 01:07:50.680
Speaker 1: Ich kauf dann doch auch die billigen Sachen.

01:07:51.380 --> 01:07:57.760
Speaker 1: Das glaub ich verhindert, dass wir uns manchmal entspannt und souverän diesem Ernährungsthema nähern.

01:07:58.300 --> 01:08:05.080
Speaker 1: Und zum Beispiel auch nicht gleich auf dem Baum sind, wenn irgendwo geschrieben steht, dass was Absurdes geplant ist?

01:08:05.760 --> 01:08:14.100
Speaker 1: sondern es ist, glaube ich, emotional viel einfacher wenn wir uns mal von diesem ganzen Schuldthema freimachen und erstmal sagen ja wir sind Teil eines Systems.

01:08:14.520 --> 01:08:17.960
Speaker 1: Chris, Maja ihr seid nicht schuld da dran wie's is.

01:08:18.479 --> 01:08:19.399
Speaker 1: Ihr seid aber die Lösung.

01:08:19.920 --> 01:08:30.180
Speaker 1: das finde ich eigentlich einen schönen schönen Gedanken weil man sich frei macht für Lösungen mag jetzt nicht kauf das Richtige Sondern ihr könnt gemeinsam euch dafür einsetzen dass wir ein anderes Ernährungssystem bekommen.

01:08:31.680 --> 01:08:32.660
Speaker 0: Da fällt mir noch einer ein.

01:08:32.899 --> 01:08:35.340
Speaker 0: Jetzt ganz kurz Das Mehrwertsteuer System ist doch völlig absurd.

01:08:35.680 --> 01:08:38.700
Speaker 0: Also gerade in dem Bereich zu sagen, wie können wir denn eigentlich?

01:08:38.819 --> 01:08:40.399
Speaker 0: Das sind richtig viele Prozent.

01:08:40.520 --> 01:08:45.359
Speaker 0: Ich meine neunzehn Prozent auf pflanzenbasierte Mittel sieben dann eben auch tierische.

01:08:45.600 --> 01:08:51.460
Speaker 0: und jetzt drehen wir einzelne die Gastronomie runter auf sieben den Tankrabatt haben sehr oft darüber spekuliert.

01:08:51.940 --> 01:08:53.560
Speaker 0: da muss es doch allein schon gehen.

01:08:53.680 --> 01:08:59.300
Speaker 0: sagen steuern steu an Dann lass uns doch bitte das im Regal begünstigen wo die Kollaterage in geringer sind.

01:08:59.440 --> 01:09:00.660
Speaker 1: Ja also dass ist ja wirklich.

01:09:00.940 --> 01:09:03.040
Speaker 1: diese Regierung hat vorgemacht wie's nicht geht.

01:09:03.560 --> 01:09:07.460
Speaker 1: Wir fordern schon lange, die Mehrwertsteuer für pflanzliche Produkte zu streichen.

01:09:08.479 --> 01:09:10.660
Speaker 1: Das ist doch gesund und das ist gut für den Planeten.

01:09:10.880 --> 01:09:12.420
Speaker 1: Lass uns dem noch einen Vorteil verschaffen!

01:09:12.880 --> 01:09:13.779
Speaker 1: Was macht die Regierung?

01:09:14.660 --> 01:09:21.279
Speaker 1: die Gastro-Mehrwertsteuer, wovon vor allen Dingen große Fastfoodketten wie McDonalds profitieren.

01:09:21.380 --> 01:09:24.680
Speaker 1: Die halt den Großteil des Umsatzes in dieser Branche machen.

01:09:25.020 --> 01:09:27.460
Speaker 1: und das ist ja nur genau die Ernährung, die wir nicht fördern wollen.

01:09:27.560 --> 01:09:36.340
Speaker 1: aber es ein wunderbares Wahlgeschenk an eine Industrie, die vorher mit sehr viel Lobbyismus dafür gesorgt hat dass sie im Koalitionsvertrag als allerallererstes bedacht wird.

01:09:37.620 --> 01:09:43.000
Speaker 0: Ähnlich wie bei den Spritpreisen habe ich auch erste Hochrechnungen gesehen, dass diese Reduktion nicht bei den Kundinnen und Kunden ankommt.

01:09:43.060 --> 01:09:43.399
Speaker 0: Nein, davon ist

01:09:43.580 --> 01:09:44.680
Speaker 1: kaum etwas angekommen.

01:09:44.720 --> 01:09:46.040
Speaker 1: Wer hätte das ahnen können?

01:09:47.720 --> 01:09:48.080
Speaker 0: All right!

01:09:48.160 --> 01:09:58.180
Speaker 0: Ich danke dir sehr herzlich für diesen Ritt und ich glaube dieser Mischung aus mal ein bisschen konstruktiv kritisch hingucken Auch in den Diskursen eher wieder das Gemeinsame suchen.

01:09:58.240 --> 01:10:00.600
Speaker 0: Das könnte vor allem die Gespräche am Essens-Tisch.

01:10:00.680 --> 01:10:03.540
Speaker 1: Oh ja, Weihnachten naht schon mit der Familie!

01:10:04.960 --> 01:10:05.560
Speaker 0: Vielen Dank Chris.

01:10:05.620 --> 01:10:07.800
Speaker 0: ich bin gespannt wo dein Buch dich noch hinführt.

01:10:08.560 --> 01:10:08.760
Speaker 1: Danke

01:10:16.240 --> 01:10:18.760
Speaker 0: So vielen lieben Dank fürs Zuhören.

01:10:19.540 --> 01:10:26.760
Speaker 0: Noldeng ist ein Projekt von Mission Wertvoll einem Science Society Netzwerk dass sich den Chancen und Wegen einer nachhaltigen Zukunft verschrieben hat.

01:10:27.120 --> 01:10:33.380
Speaker 0: Wie wir dahin kommen, das werden wir nur gemeinsam herausfinden und deshalb freuen wir uns über eure Aufmerksamkeit und euer Feedback.

01:10:33.900 --> 01:10:37.640
Speaker 0: Besonders dankbar sind wir all denen die unsere Arbeit hier durch eine Spende möglich machen!

01:10:38.480 --> 01:10:46.860
Speaker 0: Wenn auch du Lust hast, nur denken finanziell zu unterstützen dann guck gerne mal in die Show-Notes wie das geht – und hoffentlich bis auf ein nächstes Mal.