[
  {
    "start": 11.42,
    "end": 15.26,
    "text": "Vor einigen Wochen kam eine Frau zu mir in die Praxis, ich nenne sie jetzt mal Ingrid."
  },
  {
    "start": 16.219,
    "end": 20.62,
    "text": "Anfang sechzig Lehrerin im Ruhestand sehr geordnet so im Auftreten."
  },
  {
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    "end": 25.5,
    "text": "aber sie kam gar nicht wegen sich selber sondern sie kamen wegen ihres Vaters."
  },
  {
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    "end": 28.6,
    "text": "mein Vater wird vergesslich sagte sie."
  },
  {
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    "text": "er wiederholt sich erfindet Dinge nicht mehr erzieht sich zurück."
  },
  {
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    "end": 34.74,
    "text": "der Haushalt sagt das sei normal im Alter aber ich glaube da stimmt was nicht."
  },
  {
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    "end": 40.12,
    "text": "Wir haben lange gesprochen und was ich herausstellte, war komplizierter als Ingrid zunächst dachte."
  },
  {
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    "text": "Und gleichzeitig auch vielleicht besser."
  },
  {
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    "end": 52.9,
    "text": "Es war also keine Demenz um die es sich da handelte sondern eher eine behandelbare Depressionen die sich so als Vergesslichkeit könnte man sagen verkleidete."
  },
  {
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    "end": 56.48,
    "text": "der Vater war seit dem Tod seiner Frau tief traurig."
  },
  {
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    "text": "er ars kaum schlief schlecht sah keine Freunde mehr uns."
  },
  {
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    "text": "ein Geist hatte sich gewissermaßen mit verändert."
  },
  {
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    "end": 74.56,
    "text": "Ich bin Jens Helmig, ihr hört Psychologie entdecken und diese Geschichte die ich heute so ähnlich zum dritten oder vierten Mal sogar schon erlebt habe ist der Grund warum ich diese Folge machen wollte."
  },
  {
    "start": 76.86,
    "end": 92.5,
    "text": "Wenn wir über psychische Gesundheit im Alter sprechen fällt innerhalb kürzester Zeit das Wort Demenz als ob dass die einzige psychische Herausforderung des Alters wäre also ob alles andere Angst Einsamkeit Trauer und Depression irgendwie weniger real wäre weil es im alter einfach dazu gehört."
  },
  {
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    "end": 95.1,
    "text": "und das stimmt nicht und das hat natürlich folgen."
  },
  {
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    "end": 105.14,
    "text": "George Alexopoulos an amerikanischer Psychiater hat in einer viel zitierten Übersichtsarbeit im Lancet erschienen, die Befundlage sehr klar zusammengefasst."
  },
  {
    "start": 105.68,
    "end": 112.32,
    "text": "Depression gehört zu den häufigsten psychischen Störungen im Alter und ist gleichzeitig der meisten unterdiagnostizierte."
  },
  {
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    "text": "Warum?"
  },
  {
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    "end": 115.96,
    "text": "Weil sie sich anders zeigt als bei jüngeren Menschen."
  },
  {
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    "end": 133.48,
    "text": "Es geht da nicht um offenes Weinen, keine klar artikulierte Traurigkeit sondern stattdessen Rückzug körperliche Klagen Schlafprobleme Energielosigkeit und manchmal das ist jetzt so der entscheidende Punkt in unserem Zusammenhang Kognitive Verlangsamung die wie eine beginnende Demenz aussieht."
  },
  {
    "start": 134.44,
    "end": 138.1,
    "text": "Ingels Vater war in dieser Beziehung ein Lehrbuchbeispiel."
  },
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    "end": 149.2,
    "text": "Er wiederholte sich nicht, weil Nervenzellen abgestorben waren, er wiederholten sich, weil er kaum noch aufmerksam war, schlief und hatte keine Energie neue Informationen zu speichern."
  },
  {
    "start": 149.38,
    "end": 151.7,
    "text": "Das nennt sich depressive Pseudo-Dimenz."
  },
  {
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    "end": 158.98,
    "text": "Ein Begriff, den jeder kennen sollte, der mit älteren Menschen arbeitet oder persönlich mit ihnen zu tun hat Und der Unterschied ist klinisch entscheidend."
  },
  {
    "start": 159.04,
    "end": 164.6,
    "text": "Eine Demenz ist bis heute nicht heilbar, eine Depression sehr wohl – auch mit Achtzig und Mitfümon Achtzig!"
  },
  {
    "start": 165.0,
    "end": 169.5,
    "text": "Das ist keine Flosfe, das ist eine Tatsache die im Praxisalltag zu selten ausgesprochen wird."
  },
  {
    "start": 170.76,
    "end": 173.5,
    "text": "Was begünstigt eine solche Altersdepression?"
  },
  {
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    "end": 176.88,
    "text": "Verluste spielen dabei die größte Rolle."
  },
  {
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    "end": 193.2,
    "text": "Der Tod des Partners, mit dem man vierzig oder noch länger Jahre zusammen war, die Kinder, die weggezogen sind, die Mobilität, die schwindet... Die berufliche Rolle, die mit dem Rentenalter wegfällt und Einsamkeit, das ist empirisch sehr gut belegt,... Das alles erhöht das Depressionsrisiko massiv."
  },
  {
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    "end": 194.86,
    "text": "Und es ist nicht romantisch!"
  },
  {
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    "end": 196.3,
    "text": "Es ist ein Risikofaktor."
  },
  {
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    "end": 204.5,
    "text": "In der ICD-Zähn findet ihr diese Diagnose unter F- Thirty und Dreiundreißig depressive Episode und rezidivierende depressive Störungen."
  },
  {
    "start": 204.86,
    "end": 218.62,
    "text": "Die Kriterien bei diesen Altersdepressionen sind grundsätzlich dieselben wie bei jüngeren Menschen, gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Antriebslosigkeit, Schlafstörung manchmal oder auch im Alter häufiger Schuldgefühl oder Gedanken an den Tod."
  },
  {
    "start": 218.98,
    "end": 225.08,
    "text": "aber die Präsentation älterer Menschen ist eben atypischer und das erfordert mehr Aufmerksamkeit und nicht weniger."
  },
  {
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    "end": 235.26,
    "text": "Kommen wir vielleicht noch mal zu dem, was Ingrid als erstes befürchtet hatte und was tatsächlich der häufigste Gedanke ist wenn ältere Menschen vergesslich werden."
  },
  {
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    "end": 236.62,
    "text": "Eine Demenz!"
  },
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    "end": 238.5,
    "text": "Lass mich das kurz einordnen."
  },
  {
    "start": 238.56,
    "end": 243.94,
    "text": "Normale Altersveränderungen betreffen vor allem die Verarbeitungsgeschwindigkeit und das episodische Gedächtnis."
  },
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    "end": 246.12,
    "text": "Man braucht länger, um auf einen Namen zu kommen."
  },
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    "end": 252.18,
    "text": "Man vergisst kurzzeitig, warum man ins Zimmer gegangen ist, dass es entärgerliche aber irgendwie völlig normale Prozesse."
  },
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    "end": 255.0,
    "text": "Sie beeinträchtigen die Alltagsfunktion nicht wesentlich."
  },
  {
    "start": 255.06,
    "end": 258.38,
    "text": "Wer sich zehn Minuten später erinnert, woher den Schlüssel hingelegt hat, hat keine Demenz."
  },
  {
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    "end": 261.839,
    "text": "Demenz ist etwas anderes."
  },
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    "end": 273.5,
    "text": "Mehrere kognitive Funktionen sind beeinträchtigt, Gedächtnis sprach Orientierung Urteilsvermögen Planungsfähigkeit und die Beeinträchung ist so ausgeprägt dass der Alltag nicht mehr eigenständig bewältigt werden kann."
  },
  {
    "start": 273.66,
    "end": 278.94,
    "text": "das ist die entscheidende Grenze nicht das Vergessen selber sondern die funktionale Konsequenz."
  },
  {
    "start": 280.62,
    "end": 285.1,
    "text": "Die häufigste Form ist die Alzheimer-Dimens in der ICD-Cin unter F-Null Null."
  },
  {
    "start": 285.62,
    "end": 289.22,
    "text": "Sie macht so sechzig bis siebzig Prozent aller Dimens aus, ne?"
  },
  {
    "start": 289.46,
    "end": 291.96,
    "text": "Sie zeichnet sich aus durch einen schleichenden Beginn."
  },
  {
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    "end": 300.0,
    "text": "Zunächst gibt es Probleme neue Informationen zu behalten oder zu speichern später Desorientierung Sprach und Verhaltensverfall."
  },
  {
    "start": 300.8,
    "end": 303.36,
    "text": "das sind so die so der typische Verlauf."
  },
  {
    "start": 303.44,
    "end": 307.38,
    "text": "So die zweithäufigste Didenz ist die vaskuläre Demenz f-null eins."
  },
  {
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    "end": 314.86,
    "text": "Das wird verursacht durch Blutungsstörungen, häufig nach Schlaganfällen und typischerweise Stufenweise fortschreiten."
  },
  {
    "start": 314.98,
    "end": 315.94,
    "text": "Nicht schleichend!"
  },
  {
    "start": 317.24,
    "end": 328.98,
    "text": "In der ECD-Eilf werden diese Formen unter Sechs D'Achtzig bis Sechs Zett genauer differenziert mit einem stärkeren Fokus auf die zugrunde liegenden Ursachen wie das in der ECdEilff ohnehin ja der Fall ist."
  },
  {
    "start": 329.12,
    "end": 335.74,
    "text": "Und dann gibt es noch ein Bild, das regelmäßig verwechselt wird mit der Demenz und der Psychose."
  },
  {
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    "end": 337.54,
    "text": "Manchmal auch mit akuter Depressionen."
  },
  {
    "start": 337.58,
    "end": 341.2,
    "text": "Und zwar ist das das Delir F-null fünf in der ICD-Z."
  },
  {
    "start": 342.4,
    "end": 344.9,
    "text": "Ein Delir ist ein akuter Verwirrtheiszustand."
  },
  {
    "start": 344.98,
    "end": 348.22,
    "text": "Der beginnt plötzlich manchmal innerhalb von Stunden und schwankt im Verlauf."
  },
  {
    "start": 348.76,
    "end": 353.22,
    "text": "Der Betroffene kann am Morgen völlig desorientiert und am Nachmittag verhältensmäßig klar sein."
  },
  {
    "start": 353.28,
    "end": 358.58,
    "text": "Das ist der wichtigste Unterschied zur Demenz die sich schleichend entwickelt und stabil progredient verläuft."
  },
  {
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    "end": 360.58,
    "text": "Warum ist das klinisch bedeutsam?"
  },
  {
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    "end": 364.38,
    "text": "Weil ein Delier fast immer eine behandelbare körperliche Ursache hat."
  },
  {
    "start": 364.56,
    "end": 371.64,
    "text": "Beispielsweise Harnwegsinfektionen, zum Beispiel besonders bei älteren Frauen können ein Delir auslösen."
  },
  {
    "start": 371.74,
    "end": 376.26,
    "text": "Medikamentenverwechslungen, Elektrolytstörung, Schmerzen die nicht artikuliert werden."
  },
  {
    "start": 376.74,
    "end": 388.18,
    "text": "Wer das als Demenz einordnet oder als Alterstypisch abtut der verpasst die Möglichkeit zu handeln und die Konsequenz kann gravieren sein Für alle, die therapeutisch oder pflegerisch tätig sind und für Angehörige."
  },
  {
    "start": 388.36,
    "end": 392.08,
    "text": "Wenn ein älterer Mensch plötzlich verwirrt ist – nicht schleichen sondern plötzlich!"
  },
  {
    "start": 392.22,
    "end": 395.08,
    "text": "Ist das ein medizinischer Hinweis bis das Gegenteil bewiesen ist?"
  },
  {
    "start": 395.18,
    "end": 396.66,
    "text": "Keine therapeutische Frage."
  },
  {
    "start": 397.06,
    "end": 400.98,
    "text": "Kein Warten und Schauen, sondern hier geht es um eine ärztliche Abklärung und zwar zügig."
  },
  {
    "start": 403.06,
    "end": 405.9,
    "text": "Kommen wir nochmal zurück auf Ingrid und ihren Vater."
  },
  {
    "start": 405.96,
    "end": 408.06,
    "text": "Was ist aus ihm oder was ist aus ihnen geworden?"
  },
  {
    "start": 408.76,
    "end": 413.64,
    "text": "Der Vater wurde zum Hausarzt geschickt mit einem konkreten Verdacht klar formuliert, nicht als Waagesorgel."
  },
  {
    "start": 413.84,
    "end": 423.44,
    "text": "Der Arztveranlaster eine internistische Abklärung stellte eine behandlungsbedürftige depressive Episode fest, begann eine medikamentöse Unterstützung und parallel dazu therapeutische Gespräche."
  },
  {
    "start": 423.92,
    "end": 428.88,
    "text": "Zunächst ganz kurz, ganz niedrigschwellig, zwanzig Minuten einmal in der Woche zum Teil bei ihm zu Hause."
  },
  {
    "start": 429.42,
    "end": 437.74,
    "text": "Das ist ein wichtiger Punkt über den selten gesprochen wird das Setting Viele ältere Menschen kommen nicht in eine Praxis, nicht weil sie nicht wollen sondern weil die nicht mehr gut zu Fuß sind."
  },
  {
    "start": 437.8,
    "end": 441.3,
    "text": "Kein Führerschein mehr haben sich Schämen einen Therapeuten aufzusuchen."
  },
  {
    "start": 441.72,
    "end": 451.7,
    "text": "das ist auch so eine Generationssache und die Aufsuchende Arbeit die Therapie Zuhause bei älteren Menschen keine Ausnahme die man Notgedrungen machen muss Sie es oft die einzige Möglichkeit."
  },
  {
    "start": 453.08,
    "end": 461.16,
    "text": "Und dann ist da noch was was ich für besonders wirksam halte dass in der Gerontoppsychotherapie gut belegt ist Die sogenannte Lebensrückblicktherapie."
  },
  {
    "start": 461.6,
    "end": 467.94,
    "text": "Rod Butler ist ein amerikanischer Gerontologe, hat das Konzept in den frühen sechziger Jahren beschrieben."
  },
  {
    "start": 468.94,
    "end": 473.94,
    "text": "Die Idee ist bestechend einfach – ältere Menschen tun ohnehin was die Theorie empfiehlt sich schauen zurück!"
  },
  {
    "start": 474.5,
    "end": 478.56,
    "text": "Die Lebensrückblicktherapie macht daraus einen strukturierten, therapeutischen Prozess."
  },
  {
    "start": 478.78,
    "end": 480.14,
    "text": "Was hat mein Leben bedeutet?"
  },
  {
    "start": 480.22,
    "end": 482.64,
    "text": "Welche Entscheidungen haben mich zu dem gemacht was ich bin?"
  },
  {
    "start": 483.08,
    "end": 486.72,
    "text": "Was darf ich als gelungen bezeichnen auch wenn es nicht spektakulär war?"
  },
  {
    "start": 487.46,
    "end": 491.8,
    "text": "Das ist jetzt keine Nostalgieübung sondern das ist Sinnarbeit."
  },
  {
    "start": 492.28,
    "end": 510.28,
    "text": "und für jemand wie Ingritz Vater mit dem Tod seiner Frau oder auch das Zentrum seines Lebensjahren weggebrochen war die Frage was bleibt von dem was sich gelebt habe keine rein rhetorische Frage sondern sie werde einschienen etwas, das er als Trauer und gleichzeitig aber auch als würde erleben konnte."
  },
  {
    "start": 511.12,
    "end": 515.959,
    "text": "Hier wählen wir es auch deshalb weil es direkt anschließt an das wofür ich als Therapeut arbeite."
  },
  {
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    "end": 521.179,
    "text": "Viktor Frankl hat beschrieben, dass der Mensch Sinn nicht nur durch Handlungen oder Erlebnisse findet."
  },
  {
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    "end": 527.26,
    "text": "Sondern auch durch die Haltung, die er zu unveränderlichem Leid einnimmt."
  },
  {
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    "end": 533.52,
    "text": "Für alte Menschen, die ihren Körper, ihre Unabhängigkeit oder geliebte Menschen verloren haben ist das keine abstrakte Philosophie."
  },
  {
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    "end": 536.68,
    "text": "Das ist eine sehr präzise Beschreibung ihrer Situationen."
  },
  {
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    "end": 543.839,
    "text": "Noch zwei Dinge, die ich erwähnen möchte weil sie in der öffentlichen Diskussion eigentlich zu selten vorkommen."
  },
  {
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    "end": 548.76,
    "text": "Erstens, Suizidalität im Alter wird systematisch unterschätzt."
  },
  {
    "start": 548.9,
    "end": 553.78,
    "text": "In Deutschland haben ältere Männer besonders ab fünfundsiebzig die höchste Suizidrate aller Altersgruppen."
  },
  {
    "start": 554.219,
    "end": 559.219,
    "text": "Sie kündigen es eher seltener an, sind oft sozial isolierter und kommen selten an therapeutische Versorgung."
  },
  {
    "start": 559.26,
    "end": 564.68,
    "text": "Wenn ein alter Mensch sagt ich habe doch alles gehabt ist reicht dann ist das manchmal Lebensklugheit."
  },
  {
    "start": 564.839,
    "end": 567.459,
    "text": "Manchmal ist es eine behandelbare Hoffnungslosigkeit."
  },
  {
    "start": 568.06,
    "end": 574.14,
    "text": "den Unterschied herauszufinden ist Aufgabe des Therapeuten und es erfordert dass man direkt fragt direkt ohne Scheu."
  },
  {
    "start": 576.119,
    "end": 579.359,
    "text": "Zweitens der Alkohol im Alter stark unterschätzt."
  },
  {
    "start": 579.88,
    "end": 582.92,
    "text": "Die Toleranzschwelle singt, der Metabolismus verändert sich."
  },
  {
    "start": 583.0,
    "end": 595.04,
    "text": "Wechselwirkungen mit Medikamenten nehmen zu und Alkohol wird von älteren Menschen häufig, sagen wir mal funktional eingesetzt als Einschlaffilfe oder Schmerzdämpfer oder eben auch als Mittel gegen die Einsamkeit."
  },
  {
    "start": 595.619,
    "end": 599.339,
    "text": "Das sieht dann nicht nach Sucht aus zumindest zunächst nicht."
  },
  {
    "start": 600.319,
    "end": 604.459,
    "text": "Trotzdem ist in der ICD-Zene F-Eins Null trotzdem eine richtige Code."
  },
  {
    "start": 604.52,
    "end": 611.92,
    "text": "Und im Erstgespräch mit älteren Klienten sollte der Alkohol und Medikamentenkonsum aktiv angesprochen werden, er wird nicht von selber erwähnt!"
  },
  {
    "start": 613.719,
    "end": 619.18,
    "text": "Mir fällt hierbei immer noch so eine kleine Episode eigentlich aus dem Zivildienst damals gelernt habe."
  },
  {
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    "end": 626.9,
    "text": "Ältere Frauen nehmen gerne sogenannte Nerventonika zu sich, das ich jetzt mal keine Namen nenne."
  },
  {
    "start": 626.979,
    "end": 630.64,
    "text": "Es ist hochprozentige Alkohol mit irgendwelchen Kräuterauszügen drin."
  },
  {
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    "end": 637.459,
    "text": "Das sind zum Teil Baldriaden oder irgendwelche anderen Wurzeln und Pflanzen aber es ist vor allen Dingen hochpotenter Alkohl."
  },
  {
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    "end": 650.64,
    "text": "Die Dosierungsempfehlung von wenigen Tropfen pro Liter Wasserglas kann auch höher dosieren."
  },
  {
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    "end": 668.319,
    "text": "Diese Substanzen sind zum Teil der heimliche Trosthelfer im Alter und wir reden wie gesagt von Hochprozentigen im Alkohol, das heißt da wird kein Schnaps getrunken sondern eben Ein Medikament eingenommen oder was man so als Medikament dann für sich bezeichnet."
  },
  {
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    "end": 674.04,
    "text": "Also auch da sollte nachgefragt werden, wie viel von diesen Nerventonika werden denn pro Woche so verbraucht?"
  },
  {
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    "text": "Nur so als Hinweis!"
  },
  {
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    "end": 683.26,
    "text": "Ingritz Vater um diese Geschichte zu Ende zu erzählen hat übrigens wieder angefangen Schacht zu spielen mit einem Nachbarn den regelmäßig besucht."
  },
  {
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    "text": "das klingt erst mal nach wenig aber das ist es nicht So."
  },
  {
    "start": 689.3,
    "end": 700.9,
    "text": "ich lasse euch heute Mal Mit einer einzigen Frage zurück Gibt es einen älteren Menschen in eurem Leben, Elternteil Großelternteilen Nachbar bei dem ihr letzter Zeit etwas bemerkt habt?"
  },
  {
    "start": 701.02,
    "end": 706.3,
    "text": "Rückzug Veränderung Körperlichkeit die plötzlich laut wird eine Stille die anders klingt als früher."
  },
  {
    "start": 707.18,
    "end": 713.42,
    "text": "Und wenn ja habt ihr es als Alter eingeordnet oder als Etwas das einen Namen haben und behandelt werden könnte?"
  },
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    "end": 715.14,
    "text": "Das ist keine rhetorische Frage."
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    "text": "denkt darüber nach nicht jetzt später wenn's ruhig ist."
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    "end": 728.3,
    "text": "Mein auf Peters hatten sein Buch psychodynamische Psychotherapie im Alter Grundlagen, Stürmsbilder und Behandlungsform sehr gut zusammengefasst was ich hier nur heute anreißen konnte."
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    "end": 735.339,
    "text": "Wer tiefer einsteigen möchte sowohl fachlich als auch für den Umgang mit eigenen Angehörigen dem kann sich dieses Buch sehr ans Herz legen."
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    "text": "Rückmeldungen nehme ich gerne entgegen per Mail an Infoet Online Akademie HP PDE oder auf Instagram Und wenn euch dieses Thema berührt hat weil ihr selbst gerade in so einer Situation seid schreibt mir."
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    "text": "Ich lese jede Nachricht Bis zum nächsten Mal, euer Jens."
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