[
  {
    "start": 0.0,
    "end": 28.44,
    "text": " Hallo und herzlich willkommen bei Ausgklaubt. Wir sind in der Staffel mit den großen Erbinnen"
  },
  {
    "start": 28.44,
    "end": 35.84,
    "text": " und Erben des Christentums und wir haben uns heute eine mögliche Kandidatin ausgesucht,"
  },
  {
    "start": 35.84,
    "end": 42.92,
    "text": " die vielleicht gar nicht so selbstverständlich klingt als Erbin oder Erbe, nämlich die Kleinfamilie."
  },
  {
    "start": 42.92,
    "end": 51.08,
    "text": " Genau, ich habe mal den professorischen Titel gewählt \"Flucht in die Kleinfamilie\", aber das"
  },
  {
    "start": 51.08,
    "end": 56.96,
    "text": " hat jetzt natürlich schon wieder etwas abwertendes und so ist es gar nicht nur gemeint, aber es ist"
  },
  {
    "start": 56.96,
    "end": 63.16,
    "text": " wir haben in der Diskussion, wir haben uns ja jetzt abgearbeitet an ganz großen gesellschaftsprägenden"
  },
  {
    "start": 63.16,
    "end": 70.36,
    "text": " Ideen, Liberalismus, Materialismus, Evolution und so weiter und sind dann im Gespräch darauf gekommen,"
  },
  {
    "start": 70.36,
    "end": 79.76,
    "text": " dass eigentlich eben auch diese Idee der Kleinfamilie ganz gut in diese Staffel passen würde."
  },
  {
    "start": 79.76,
    "end": 87.52,
    "text": " Das ist jetzt mal etwas ganz anderes, wir haben es jetzt nicht mit einer Ideologie, einer Idee zu tun,"
  },
  {
    "start": 87.52,
    "end": 95.8,
    "text": " sondern eigentlich mit einer gesellschaftstrukturierenden Form und das klingt zunächst so abstrakt,"
  },
  {
    "start": 95.8,
    "end": 101.24,
    "text": " aber wenn man sich das Ganze ein bisschen deutlich macht an der Geschichte, vielleicht an der"
  },
  {
    "start": 101.24,
    "end": 106.2,
    "text": " Wirkungsgeschichte, die das Christentum hatte, wird das vielleicht viel plausibler."
  },
  {
    "start": 106.2,
    "end": 115.0,
    "text": " Ja, vielleicht starte ich aber mit einer Umfrage, die die große Zeitung, die Zeit gemacht hat,"
  },
  {
    "start": 115.0,
    "end": 121.08,
    "text": " und zwar in diesem Bund Christ und Welt, da haben Sie Ihre, ich glaube das war unter den"
  },
  {
    "start": 121.08,
    "end": 128.12,
    "text": " Newsletterempfänger*innen, haben Sie die Frage gestellt, was ist Lebenssinn, was trägt, was hält"
  },
  {
    "start": 128.12,
    "end": 138.0,
    "text": " mein Leben, was gibt mir Sinn und fast drei Viertel der Befragten, 73,5% haben geantwortet, die Familie."
  },
  {
    "start": 138.0,
    "end": 144.2,
    "text": " Und das war für mich gar nicht so überraschend, also die Umfrageergebnisse jetzt in einer,"
  },
  {
    "start": 144.2,
    "end": 152.36,
    "text": " würde ich sagen, kirchlich, christlich, sozialisierten Bubble, dass da so viele Menschen zu Protokoll"
  },
  {
    "start": 152.36,
    "end": 159.44,
    "text": " geben, ja doch die Familie ist eigentlich so das Wichtigste, das Sinn Stiftendste in meinem Leben."
  },
  {
    "start": 159.44,
    "end": 164.84,
    "text": " Die Familie ist natürlich auch ein Container für die weiteren Begriffe, die genannt werden,"
  },
  {
    "start": 164.84,
    "end": 171.0,
    "text": " also unter den Top 3 hatten wir ja auch noch die Liebe und Freunde, und man könnte eigentlich sagen,"
  },
  {
    "start": 171.0,
    "end": 176.88,
    "text": " Familie ist vielleicht so ein Ort, an dem sich das für viele Menschen verdichtet, dass sie an Liebe"
  },
  {
    "start": 176.88,
    "end": 183.84,
    "text": " erleben, so wie sich Freundschaften pflegen, eine ganz enge, nahe, verlässliche Form von Beziehungen."
  },
  {
    "start": 183.84,
    "end": 190.48,
    "text": " Ja und ich glaube, das ist besonders in kirchlichen Kreisen, ist das verbreitet und nicht so überraschend."
  },
  {
    "start": 190.48,
    "end": 195.28,
    "text": " Ich glaube, das Christentum unserer Zeit und unserer Tage, man muss auch sagen,"
  },
  {
    "start": 195.28,
    "end": 201.16,
    "text": " wahrscheinlich das Christentum unserer Breitengrade, hat sich ganz besonders eng mit diesem Ethos der"
  },
  {
    "start": 201.16,
    "end": 207.24,
    "text": " Familie verbunden. Mit dieser bürgerlichen Kleinfamilie könnte man ein bisschen schärfer"
  },
  {
    "start": 207.24,
    "end": 214.56,
    "text": " stellen noch. Je christlicher, je former, desto familienfreundlicher, desto familienzentrierter,"
  },
  {
    "start": 214.56,
    "end": 220.32,
    "text": " könnte man vielleicht sagen. Natürlich so hochreligiöse Christ*innen würden jetzt auf die"
  },
  {
    "start": 220.32,
    "end": 224.84,
    "text": " Frage nach dem Lebenssinn nicht antworten Familie, sondern instinktiv sagen Jesus,"
  },
  {
    "start": 224.84,
    "end": 232.28,
    "text": " das ist ja immer richtig. Aber unter dem Strich muss man doch sagen, dass auch und gerade eben"
  },
  {
    "start": 232.28,
    "end": 239.48,
    "text": " unter Christen auch und gerade in hochreligiösen Glaubenswelten natürlich die Familie so als"
  },
  {
    "start": 239.48,
    "end": 246.64,
    "text": " die kleinste soziale Einheit ganz entscheidend ist für das Gemeindeleben, für die Glaubensweitergabe,"
  },
  {
    "start": 246.64,
    "end": 252.84,
    "text": " für das Selbstverständnis der Gläubigen. Man kann sagen, die Gründung einer Familie ist eigentlich"
  },
  {
    "start": 252.84,
    "end": 260.32,
    "text": " in christlichen Kreisen der Normalfall und Abweichungen davon sind grundsätzlich erklärungsbedürftig"
  },
  {
    "start": 260.32,
    "end": 268.16,
    "text": " oder sogar rechtfertigungsbedürftig. Ich habe mir überlegt, ob nicht sogar diese auch Preoccupation,"
  },
  {
    "start": 268.16,
    "end": 276.84,
    "text": " diese wie sagt man dem, dieses Gewicht, das auch auf Familien- und Sexualmoral gelegt wird"
  },
  {
    "start": 276.84,
    "end": 282.24,
    "text": " im Christentum überhaupt und ganz besonders in hochreligiösen Kreisen, ob das nicht einfach"
  },
  {
    "start": 282.24,
    "end": 288.92,
    "text": " auch daran liegt, dass man der Familie einfach einen absolut entscheidenden Stellenwert zukommen lässt."
  },
  {
    "start": 288.92,
    "end": 296.12,
    "text": " Ja, ich glaube es ist ja tatsächlich nicht zu bestreiten, dass auch für jetzt gar nicht unbedingt"
  },
  {
    "start": 296.12,
    "end": 301.48,
    "text": " du nennst es immer hochreligiös oder sagen wir in Freikirchen oder so, die Familie diese"
  },
  {
    "start": 301.48,
    "end": 307.04,
    "text": " Zentralschellung hat, ich glaube auch, dass es in der Landeskirche so ziemlich der Normalfall ist,"
  },
  {
    "start": 307.04,
    "end": 314.24,
    "text": " dass man von der Familie ausgeht. Es gibt diesen Generationenbogen, also quasi von der Wiege bis"
  },
  {
    "start": 314.24,
    "end": 322.0,
    "text": " zur Bare orientieren sich dann kirchliche Angebote an Lebensabschnitten, die natürlich immer auch"
  },
  {
    "start": 322.0,
    "end": 329.36,
    "text": " an wichtige Familienmomente gekoppelt sind, die mit Familienfesten gefeiert werden und quasi"
  },
  {
    "start": 329.36,
    "end": 335.28,
    "text": " wer jetzt nicht zu einer Familie gehört, ich sage das jetzt ein bisschen überspitzt, ist eher ein Fall"
  },
  {
    "start": 335.28,
    "end": 342.72,
    "text": " für das Diakonische, also für das Helfendehandeln der Kirche. Und weniger jetzt jemand, der so für"
  },
  {
    "start": 342.72,
    "end": 348.16,
    "text": " die normalen Angebote per se in Frage kommt. Das ist ein bisschen überspitzt, das ist natürlich"
  },
  {
    "start": 348.16,
    "end": 353.24,
    "text": " nicht überall so. Jetzt hast du die Sexual- und Familienethik angesprochen, das ist natürlich ein"
  },
  {
    "start": 353.24,
    "end": 362.0,
    "text": " ganz heißes Eisen, nicht nur jetzt zwischen, ich sage mal, Kirchen, die eher im Osten von Europa"
  },
  {
    "start": 362.0,
    "end": 368.68,
    "text": " sind und Kirchen, die so liberale westliche Werte aufgesogen haben, sondern auch noch mal"
  },
  {
    "start": 368.68,
    "end": 375.08,
    "text": " innerhalb dieser westlichen Kirchen selbst. Daran hängen dann Fragen wie gleichgeschlechtliche"
  },
  {
    "start": 375.08,
    "end": 382.08,
    "text": " Ehre, Leimutterschaft, all diese Themen kommen das sofort auf und sie sind hoch ideologisch,"
  },
  {
    "start": 382.08,
    "end": 389.16,
    "text": " sind ganz stark aufgeladen. Was ich bei beidem eigentlich erstaunlich finde ist, dass man ja"
  },
  {
    "start": 389.16,
    "end": 394.52,
    "text": " jetzt nach der Lektüre des neuen Testaments zum Beispiel gar nicht auf die Idee kommen würde,"
  },
  {
    "start": 394.52,
    "end": 403.0,
    "text": " dass das die zentralen Punkte sind, an denen sich jetzt Kirche orientieren müsste. Will das jetzt"
  },
  {
    "start": 403.0,
    "end": 409.64,
    "text": " nicht klären oder so, aber man kann jetzt nicht sagen, dass Jesus irgendwie der Großideen und"
  },
  {
    "start": 409.64,
    "end": 415.44,
    "text": " Impulsgeber war für das glückliche Familienleben der Kleinfamilie, oder? Nein, es ist ja sogar"
  },
  {
    "start": 415.44,
    "end": 422.24,
    "text": " im Gegenteil ganz erstaunlich, dass Jesus als quasi als Rapier oder Lehrer mit einer"
  },
  {
    "start": 422.24,
    "end": 428.8,
    "text": " Jüngerschaft selber nach allem, was wir wissen, nicht verheiratet war und gerade keine Familie"
  },
  {
    "start": 428.8,
    "end": 433.04,
    "text": " gegründet hat, sondern eigentlich würde man aus heutiger Perspektive sagen ein höchst"
  },
  {
    "start": 433.04,
    "end": 441.36,
    "text": " unbürgerliches Leben geführt hat, unsteht, obdachlos, immer auf der Flucht quasi, auf der Reise"
  },
  {
    "start": 441.36,
    "end": 448.56,
    "text": " zwischen den Dörfern und mit ganz vielen Menschen umgeben. Paulus war unverheiratet nach allem,"
  },
  {
    "start": 448.56,
    "end": 456.2,
    "text": " was wir wissen und das ist also zwei der wichtigsten Figuren des Christentums und mit Jesus natürlich"
  },
  {
    "start": 456.2,
    "end": 463.6,
    "text": " die zentrale Figur hat eigentlich Eheloßigkeit und Familienlosigkeit, leibliche Familienlosigkeit"
  },
  {
    "start": 463.6,
    "end": 472.48,
    "text": " vorgelebt und hat ja auch einige ganz provokative Spitzen gegen, ich sage jetzt mal, ein allzu"
  },
  {
    "start": 472.48,
    "end": 481.16,
    "text": " beschaulich romantisches und enges Familienverständnis rausgehauen. Also es gibt doch dieses... Ja,"
  },
  {
    "start": 481.16,
    "end": 487.52,
    "text": " und das ist ja wirklich zu einer Zeit, wo das echt einfach ungewöhnlich war. Es ist"
  },
  {
    "start": 487.52,
    "end": 492.48,
    "text": " nicht so wie heute, wenn man sagt, ja, ich lebe eigentlich ganz gerne alleine und hab"
  },
  {
    "start": 492.48,
    "end": 497.6,
    "text": " das quasi aus Lebensform so gewählt, wie es verschiedene mögliche Lebensformen gibt,"
  },
  {
    "start": 497.6,
    "end": 504.2,
    "text": " sondern das ist schon eine sehr schräge Lebensform zu dieser Zeit. Also keine Frau zu haben."
  },
  {
    "start": 504.2,
    "end": 509.04,
    "text": " Genau, also man hätte damals nicht gefragt, ja, bist du verheiratet oder bist du Single,"
  },
  {
    "start": 509.04,
    "end": 515.2,
    "text": " so, das war nicht wirklich eine gleichwertige Option für die Allermeisten, es gab natürlich,"
  },
  {
    "start": 515.2,
    "end": 520.6,
    "text": " es gab immer Ausnahmen, aber insgesamt muss man sagen, eine normale Biografie,"
  },
  {
    "start": 520.6,
    "end": 526.4,
    "text": " ein richtiger Lebenslauf führt irgendwann in eine Ehe und meistens sehr, sehr früh,"
  },
  {
    "start": 526.4,
    "end": 532.04,
    "text": " also man hat ja früh geheiratet und das war eigentlich schon die Ehelosigkeit Jesu an sich,"
  },
  {
    "start": 532.04,
    "end": 537.76,
    "text": " war wahrscheinlich vielen irgendwo ein Dorn im Auge und wenn er dann noch solche Sachen sagt,"
  },
  {
    "start": 537.76,
    "end": 542.84,
    "text": " so quasi seine Mutter an einer Stelle ganz forscht zurückweißt oder seine Familie,"
  },
  {
    "start": 542.84,
    "end": 548.44,
    "text": " die zu ihm gelangen will und er sagt, die müssen jetzt nicht kommen, meine Brüder,"
  },
  {
    "start": 548.44,
    "end": 554.08,
    "text": " meine Familie, dass seit ihr, die ihr mir nachfolgt und eigentlich diese Familienbande"
  },
  {
    "start": 554.08,
    "end": 562.08,
    "text": " zurückstellt hinter die Verbindung, die zwischen ihm und seinen Nachfolgern besteht und Nachfolgerinnen,"
  },
  {
    "start": 562.08,
    "end": 569.68,
    "text": " das ist eigentlich ziemlich provokativ. Genau, und da kämpft er gegen eine ja auch in seiner"
  },
  {
    "start": 569.68,
    "end": 575.88,
    "text": " eigenen Kultur ganz stark verwurzelte Lebensform an, eigentlich die SIPP, die SIPP schafft,"
  },
  {
    "start": 575.88,
    "end": 582.68,
    "text": " also dieser ganze Ethos, der ja zum Beispiel auch in den zehn Geboten begegnet mit Ehre, Vater und"
  },
  {
    "start": 582.68,
    "end": 589.84,
    "text": " Mutter, zielt ja eigentlich darauf ab, dass man ein grundsätzliches Gesellschaftssystem hat,"
  },
  {
    "start": 589.84,
    "end": 597.0,
    "text": " in dem Kinder zu ihren Eltern schauen, Eltern zu diesen Kindern schauen, aber eben nicht im Sinne"
  },
  {
    "start": 597.0,
    "end": 603.84,
    "text": " einer kleinen Familie, sondern eher so wie wir das heute vielleicht klären oder SIPP nennen würden"
  },
  {
    "start": 603.84,
    "end": 611.2,
    "text": " und dem stellt er gegenüber diejenigen, die ihm nachfolgen. Also die, die ihm nachfolgen,"
  },
  {
    "start": 611.2,
    "end": 616.2,
    "text": " sind nicht die, die zu einer SIPP schafft oder Familie gehören, sondern sie gehören zu ihm."
  },
  {
    "start": 616.2,
    "end": 623.48,
    "text": " Ja, ja genau und eigentlich kann man sagen, dieser Trend setzt sich in der Geschichte der"
  },
  {
    "start": 623.48,
    "end": 628.6,
    "text": " Kirche zuerst einmal fort, also die Kirche auch dann bis ins Mittelalter hinein oder sogar"
  },
  {
    "start": 628.6,
    "end": 636.64,
    "text": " sehr, sehr pronossiert, im Mittelalter hat eigentlich die Familie dekonstruiert. Diese"
  },
  {
    "start": 636.64,
    "end": 644.64,
    "text": " Großfamilie, diese Klänfamilie, dieses SIPP schafft Verständnis hat dann stark dafür gearbeitet,"
  },
  {
    "start": 644.64,
    "end": 651.36,
    "text": " diese, dieses Familienverständnis aufzusprengen und das ist jetzt nicht unbedingt jedem klar und"
  },
  {
    "start": 651.36,
    "end": 657.52,
    "text": " leuchtet vielleicht auch nicht unmittelbar ein, weil sich das Christum heute mit diesem Familienethos"
  },
  {
    "start": 657.52,
    "end": 664.16,
    "text": " so eng verbindet. Aber die ganz über Jahrhunderte hinweg sind die Impulse eigentlich in eine andere"
  },
  {
    "start": 664.16,
    "end": 670.4,
    "text": " Richtung gegangen oder zumindest in Richtung von Auflösung dieser SIPP schafft, dieser Kleinstrukturen,"
  },
  {
    "start": 670.4,
    "end": 677.72,
    "text": " die in der katholischen Kirche des Mittelalters da wurden auch eine ganze Reihe von Heirats-Gesetzen,"
  },
  {
    "start": 677.72,
    "end": 685.4,
    "text": " Heirats-Verboten erlassen, die eben diese Klänbildung unterbunden hat, also diese, diese"
  },
  {
    "start": 685.4,
    "end": 693.04,
    "text": " ganzen, die, dass man seine Cousins und Cousinen heiratet, dass, dass man, ich hieß das noch mal,"
  },
  {
    "start": 693.04,
    "end": 699.56,
    "text": " die Levirats-Ehe, dass wenn jemand stirbt, dass dann, dass dann die verbliebene Person einen,"
  },
  {
    "start": 699.56,
    "end": 706.84,
    "text": " eigentlich einen Bruder, die Frau einem Bruder des Verstorbenen heiratet und so, das waren alles"
  },
  {
    "start": 706.84,
    "end": 713.44,
    "text": " eigentlich etablierte Systeme zum Erhalt dieser Kleinstrukturen, dieser Großfamilien und die"
  },
  {
    "start": 713.44,
    "end": 720.88,
    "text": " Kirche hat das ganz bewusst unterbunden. Man kann sich jetzt fragen, warum die Einsichten in die"
  },
  {
    "start": 720.88,
    "end": 729.12,
    "text": " vielleicht genetisch unvorteilhaften Folgen von, von Vetter, Ehren und so, die waren ja da noch"
  },
  {
    "start": 729.12,
    "end": 737.16,
    "text": " nicht vorhanden. Ich glaube, es ging ein bisschen noch um was anderes, oder? Weil diese ganze Idee"
  },
  {
    "start": 737.16,
    "end": 743.92,
    "text": " der Levirats-Ehe kommt, ja eigentlich daher, dass man sagt, na ja, die zurückbleibende Frau quasi,"
  },
  {
    "start": 743.92,
    "end": 750.28,
    "text": " die kann ja gar nicht für sich selbst sorgen, was soll denn mit ihr passieren und innerhalb dieser"
  },
  {
    "start": 750.28,
    "end": 756.88,
    "text": " patriarchalen Struktur kann einfach nur ein anderer Vater-Familias an diese Stelle rücken, also"
  },
  {
    "start": 756.88,
    "end": 764.84,
    "text": " ein anderer Mann. Und jetzt, jetzt haben wir im Mittelalter erstens Zünfte, die entstehen, die das"
  },
  {
    "start": 764.84,
    "end": 771.16,
    "text": " Leben der Menschen prägen, die das Wirtschaftsleben regeln. Wir haben starke Klostergemeinschaften,"
  },
  {
    "start": 771.16,
    "end": 781.04,
    "text": " die auftauchen. Also es entstehen auch Alternativen, um diese klärartig organisierte Struktur eigentlich"
  },
  {
    "start": 781.04,
    "end": 787.12,
    "text": " aufzufangen. Also die braucht es dann gar nicht mehr unbedingt. Ja, ja, und also das würde ich unbedingt"
  },
  {
    "start": 787.12,
    "end": 794.36,
    "text": " unterschreiben, dass die Idee der Levirats-Ehe natürlich auch den Schutz der Frau im Sinn"
  },
  {
    "start": 794.36,
    "end": 801.16,
    "text": " hatte. Es hatte aber für die Kirche natürlich auch zur Folge, dass Erbschaften innerhalb der"
  },
  {
    "start": 801.16,
    "end": 806.28,
    "text": " Familie immer weitergegeben wurden und dass auch in der Großfamilie hat man sich quasi immer"
  },
  {
    "start": 806.28,
    "end": 813.2,
    "text": " gegenseitig weiter vererbt und durch das Aufbrechen dieser Strukturen hat die Kirche ganz viele"
  },
  {
    "start": 813.2,
    "end": 819.72,
    "text": " Erbschaften quasi dann übernehmen können. Also hat man die Kirche dann als Erbin eingesetzt. Also"
  },
  {
    "start": 819.72,
    "end": 825.44,
    "text": " es ist jetzt glaube ich nicht wahnsinnig, nicht einfach nur misgünstig, wenn man auch solche"
  },
  {
    "start": 825.44,
    "end": 832.44,
    "text": " ökonomischen Faktoren als Motivation mit einbezieht. Aber dazu kommt wahrscheinlich auch, dass die"
  },
  {
    "start": 832.44,
    "end": 840.96,
    "text": " Kirche zumindest im besten Fall halt auch soziale Strukturen geschaffen hat, die dafür gesorgt"
  },
  {
    "start": 840.96,
    "end": 846.16,
    "text": " haben, dass Menschen vielleicht nicht gesellschaftlich zwischen Stuhl und Bank fallen, weil sie ihren"
  },
  {
    "start": 846.16,
    "end": 852.6,
    "text": " Mann verlieren, sondern dass die Kirche im besten Fall sich um solche Menschen dann auch gekümmert"
  },
  {
    "start": 852.6,
    "end": 858.92,
    "text": " hat. Also das ist natürlich ein gegenseitiges Bedingungsverhältnis. Und diese Idee, dass die"
  },
  {
    "start": 858.92,
    "end": 865.68,
    "text": " Kirche etwas ist, was eigentlich jetzt familiären, wirtschaftlich in Interessen nochmal übergeordnet"
  },
  {
    "start": 865.68,
    "end": 870.96,
    "text": " ist, also dass sie die Bezugsgemeinschaft ist, die finden wir ja schon in der Apostelgeschichte,"
  },
  {
    "start": 870.96,
    "end": 878.12,
    "text": " wenn zum Beispiel diese Geschichte von Hananias und Safira erzählt wird, die nicht alles teilen"
  },
  {
    "start": 878.12,
    "end": 885.08,
    "text": " wollen und dann quasi durch einen Fluch sterben. Das ist natürlich eine sehr drastische Geschichte,"
  },
  {
    "start": 885.08,
    "end": 892.4,
    "text": " aber die Grundidee, glaube ich, ist da schon drin. Also nicht das Blut, nicht die Blutzbande,"
  },
  {
    "start": 892.4,
    "end": 899.44,
    "text": " das Entscheidende, was uns Menschen verbindet, sondern der Glaube an Christus, die Taufe,"
  },
  {
    "start": 899.44,
    "end": 906.36,
    "text": " die Gemeinschaft vor Gott, also umsetzt man so zu sagen. Das hat eine wirtschaftliche Seite,"
  },
  {
    "start": 906.36,
    "end": 912.04,
    "text": " es hat dann auch eine Seite, die für einzelne Menschen zu einer Art Befreiungsgeschichte"
  },
  {
    "start": 912.04,
    "end": 918.12,
    "text": " werden konnte. Und das Ganze hat sich dann, ich würde jetzt mal ein bisschen nach vorne switchen,"
  },
  {
    "start": 918.12,
    "end": 926.8,
    "text": " so in der Moderne nochmal auf zwei unterschiedliche Arten ausdeferenziert, seine so diese romantische"
  },
  {
    "start": 926.8,
    "end": 935.4,
    "text": " Vorstellung von Liebe, die aufkommt. Also die Ehe ist nicht ein wirtschaftliches Zweckbündnis,"
  },
  {
    "start": 935.4,
    "end": 941.6,
    "text": " um den Wiedrigkeiten der Welt zu trotzen, sondern ganz spontan regt sich die Liebe in"
  },
  {
    "start": 941.6,
    "end": 948.8,
    "text": " zwei Menschen, die einander begegnen und sich treuerschwören ein Leben lang und jeden Tag"
  },
  {
    "start": 948.8,
    "end": 955.24,
    "text": " wieder aufstehen und denken, meine Fresse, bin ich verliebt, wie schön, dass er noch da ist."
  },
  {
    "start": 955.24,
    "end": 963.4,
    "text": " Ja, ja, genau. Und das ist ja auch witzig, dass in vielen Diskussionen um Familienethik,"
  },
  {
    "start": 963.4,
    "end": 971.92,
    "text": " Ehe-Ethik, Sexual-Ethik und so weiter, dass oft dann dieses auch sehr romantisierte Verständnis von"
  },
  {
    "start": 971.92,
    "end": 979.24,
    "text": " Beziehung, von Ehe-Beziehung zurückprojiziert wird in antike Zeiten, dass man das Gefühl hat,"
  },
  {
    "start": 979.24,
    "end": 986.0,
    "text": " wenn in den biblischen Überlieferungen die Rede ist, dass zwei Menschen geheiratet haben oder es"
  },
  {
    "start": 986.0,
    "end": 991.2,
    "text": " heißt dann, er nahm sie zur Frau, das sollte eigentlich schon ein bisschen ein Indiz sein,"
  },
  {
    "start": 991.2,
    "end": 998.32,
    "text": " dass die Verhältnisse ein bisschen anders waren, aber man projiziert das dann gerne zurück und denkt,"
  },
  {
    "start": 998.32,
    "end": 1003.0,
    "text": " ach, das ist eine Love Story, die haben sich dann irgendwie hinter der großen Eiche zum"
  },
  {
    "start": 1003.0,
    "end": 1009.92,
    "text": " ersten Mal geküsst und sich dann Liebesbriefe geschrieben, jahrelang und sich annengenert und"
  },
  {
    "start": 1009.92,
    "end": 1016.48,
    "text": " so, das sind natürlich unzulässige Rückprojekzionen, natürlich heißt es nicht, dass es in der Antike"
  },
  {
    "start": 1016.48,
    "end": 1021.8,
    "text": " keine Ehepaare gegeben hat, die sich ernsthaft und authentisch geliebt haben, aber das war"
  },
  {
    "start": 1021.8,
    "end": 1027.68,
    "text": " weder der Anlass noch der tiefere Sinn einer Ehe-Beziehung, diese Liebesbeziehung, das kam"
  },
  {
    "start": 1027.68,
    "end": 1036.32,
    "text": " im besten Falle dazu, aber es waren ganz, ganz handfeste, auch existenzielle Fragen dahinter,"
  },
  {
    "start": 1036.32,
    "end": 1042.28,
    "text": " also Sicherung der Nachkommenschaftssicherung seiner eigenen, seiner eigenen Versorgen im Alter"
  },
  {
    "start": 1042.28,
    "end": 1047.36,
    "text": " und so weiter, ganz viele gesellschaftliche auch Konventionen, die damit zu tun hatten,"
  },
  {
    "start": 1047.36,
    "end": 1053.4,
    "text": " dieses romantisierte Verständnis, bei dem dann auch Kinder eigentlich eher eine Option oder"
  },
  {
    "start": 1053.4,
    "end": 1061.56,
    "text": " als Frucht der Liebe halten, das ist ein neuzeitliches Phänomen. Genau, man merkt ja auch noch in den"
  },
  {
    "start": 1061.56,
    "end": 1067.68,
    "text": " Zehen geboten, oder? Da ist das, was wir heute vielleicht eher rechnen würden, ist eigentlich"
  },
  {
    "start": 1067.68,
    "end": 1074.56,
    "text": " eine Frage des Besitzes, also wen gehört die Frau, wer hat einen Anspruch darauf und ganz ähnlich"
  },
  {
    "start": 1074.56,
    "end": 1080.84,
    "text": " ja auch in der David und Pazeber Geschichte, also das Schlimme ist ja nicht, dass er irgendwie"
  },
  {
    "start": 1080.84,
    "end": 1087.8,
    "text": " sexuell unkäusch war oder sowas, sondern das Schlimme ist, dass er jemandem, der ihm treu war,"
  },
  {
    "start": 1087.8,
    "end": 1095.36,
    "text": " etwas weggenommen hat, was dem gehört. Das ist der eigentliche Stuttgart. Jetzt haben wir ja nicht"
  },
  {
    "start": 1095.36,
    "end": 1100.12,
    "text": " nur das Aufkommen dieser Kleinfamilie mit diesen ganzen warmen, romantischen Gefühlen, sondern"
  },
  {
    "start": 1100.12,
    "end": 1108.4,
    "text": " religiös verbindet sich mit dieser Kleinfamilie plötzlich ganz viel. Also es ist der Ort religiöser"
  },
  {
    "start": 1108.4,
    "end": 1115.68,
    "text": " Bildung, es ist der Ort, an dem religiöse Tradition gelebt und weitergegeben wird. Die Kleinfamilie"
  },
  {
    "start": 1115.68,
    "end": 1123.68,
    "text": " im 19. Jahrhundert wird eigentlich zur Keimzelle religiöser Sozialisierung und Praxis. Ganz"
  },
  {
    "start": 1123.68,
    "end": 1130.44,
    "text": " stark im Pietismus, diese pietistischen Formen von Hausandachten, die durchgeführt werden,"
  },
  {
    "start": 1130.44,
    "end": 1134.88,
    "text": " können sich dann auch wieder mehrere Familien miteinander verbinden, aber es sind halt Familien,"
  },
  {
    "start": 1134.88,
    "end": 1142.32,
    "text": " die da zusammenkommen. Familien werden zu wichtigen Treibern und Zellen des Christentons."
  },
  {
    "start": 1142.32,
    "end": 1150.8,
    "text": " Ja, ja, man könnte sogar sagen, dass das zusammenhängt oder dass die Kirche sich mit dieser"
  },
  {
    "start": 1150.8,
    "end": 1158.36,
    "text": " Vorstellung der Kleinfamilie sehr stark verbunden hat, weil sie merken, dass in Zuge der Säkularisierung"
  },
  {
    "start": 1158.36,
    "end": 1165.16,
    "text": " ihre gesellschaftliche Deutungsmach immer mehr schwindet, dass sie quasi institutionell immer"
  },
  {
    "start": 1165.16,
    "end": 1174.12,
    "text": " weniger Trumfe in der Hand hat und diese Konzentration auf die Kleinfamilie stellt"
  },
  {
    "start": 1174.12,
    "end": 1179.8,
    "text": " eigentlich auch ein Stück weit den Selbsterhalt der Christienkirche sicher. Dass man sagt,"
  },
  {
    "start": 1179.8,
    "end": 1187.8,
    "text": " hier passiert jetzt eben Prägung, Weitergabe des Glaubens, hier ist die Kirche noch im Dorf,"
  },
  {
    "start": 1187.8,
    "end": 1195.32,
    "text": " und darauf hat sich das Christentum in unseren Breitenkarten zumindest dann sehr eingeschossen"
  },
  {
    "start": 1195.32,
    "end": 1200.08,
    "text": " und das führt dann eigentlich zu heute oft selbstverständlichen Vorstellungen, eben der"
  },
  {
    "start": 1200.08,
    "end": 1206.6,
    "text": " christlichen, bürgerlichen Kleinfamilie mit einem Häuschen und einer Doppelgarage und einem"
  },
  {
    "start": 1206.6,
    "end": 1212.12,
    "text": " Tomatengärtchen und einem Hund und so weiter. Das ist jetzt mit nicht den einfach einen"
  },
  {
    "start": 1212.12,
    "end": 1217.56,
    "text": " selbstverständliches Ideal des Christentums durch alle Zeiten hindurch. Nein, und genau"
  },
  {
    "start": 1217.56,
    "end": 1224.52,
    "text": " so oder wie diese Kleinfamilie Steuern bezahlt und gegenüber dem Staat ihre Pflichtleiste tut"
  },
  {
    "start": 1224.52,
    "end": 1230.24,
    "text": " sie das auch gegenüber der Kirche. Also auch aus einer ökonomischen Perspektive ist die"
  },
  {
    "start": 1230.24,
    "end": 1236.96,
    "text": " Familie ganz entscheidend, wenn nämlich die Eltern ihre Kinder nicht christlich sozialisieren"
  },
  {
    "start": 1236.96,
    "end": 1243.16,
    "text": " und diese Entscheidung liegt bei ihnen, da hat niemand sonst einen Einfluss drauf, dann werden"
  },
  {
    "start": 1243.16,
    "end": 1249.6,
    "text": " die zukünftig keine Kleinfamilien sein, die zur Kirche gehören und das ist ein ökonomischer"
  },
  {
    "start": 1249.6,
    "end": 1256.72,
    "text": " Christenschaden, oder? Ja, es gibt ja eine faszinierende These, ich habe dir das noch im"
  },
  {
    "start": 1256.72,
    "end": 1261.96,
    "text": " Vorfeld noch zugespielt von diesem Joseph Henrich heißt er, glaube ich, ein amerikanischer,"
  },
  {
    "start": 1261.96,
    "end": 1268.0,
    "text": " ich weiß gar nicht was er ist, anthropologe, sociologe, Psychologe, der ein sehr fettes Buch"
  },
  {
    "start": 1268.0,
    "end": 1274.44,
    "text": " geschrieben hat auf Englisch heißt es weird und die Anfangsbuchstaben stehen irgendwie für,"
  },
  {
    "start": 1274.44,
    "end": 1283.0,
    "text": " was war das noch mal? Western educated, western educated, industrialized, rich and democratic."
  },
  {
    "start": 1283.0,
    "end": 1289.36,
    "text": " Democratic, genau. Und er zeigt quasi, er stellt sich die Frage wie ist es eigentlich möglich"
  },
  {
    "start": 1289.36,
    "end": 1298.96,
    "text": " geworden, dass ausgerechnet dieses westliche Mindset, diese westliche Kultur sich weltweit"
  },
  {
    "start": 1298.96,
    "end": 1305.96,
    "text": " durchgesetzt hat und eigentlich zum Erfolgsmodell rund um den Globus geworden ist. Im Jahr 1000"
  },
  {
    "start": 1305.96,
    "end": 1311.36,
    "text": " nach Christus ist das überhaupt nicht selbstverständlich gewesen, da war der arabische Raum und auch"
  },
  {
    "start": 1311.36,
    "end": 1318.12,
    "text": " in China waren die Kulturen viel weiter fortgeschritten, die Kreuzritter haben in im arabischen Raum"
  },
  {
    "start": 1318.12,
    "end": 1324.48,
    "text": " gestaunt über die hoch entwickelte Kultur und Gesellschaft die sie dort angetroffen haben,"
  },
  {
    "start": 1324.48,
    "end": 1331.84,
    "text": " da war eigentlich der europäische Westen weit im Rückstand und ein paar hundert Jahre später"
  },
  {
    "start": 1331.84,
    "end": 1337.52,
    "text": " ist dieses westliche Modell eigentlich zu dem Erfolgsmodell geworden und witzig ist an dieser"
  },
  {
    "start": 1337.52,
    "end": 1344.96,
    "text": " These, ist ein dickes Buch sehr komplex und so mit tausend empirischen Belegen, aber witzig"
  },
  {
    "start": 1344.96,
    "end": 1353.28,
    "text": " an diesem Buch oder an der Hauptthese ist seine Idee, dass eben diese Entwicklung der"
  },
  {
    "start": 1353.28,
    "end": 1359.92,
    "text": " katholischen Kleinfamilie, also diese Bemühungen der Kirche, diese Klänen und Zippenstrukturen"
  },
  {
    "start": 1359.92,
    "end": 1368.52,
    "text": " aufzubrechen und eigentlich einen Individualisierungsschub anzutreiben damit, dass der einzelne oder"
  },
  {
    "start": 1368.52,
    "end": 1373.24,
    "text": " die einzelne Kleinfamilie ein Stück weit auf sich gestellt ist, dass man Geschäfte nicht"
  },
  {
    "start": 1373.24,
    "end": 1377.96,
    "text": " mehr einfach nur im Klänen und in der Sippe macht, sondern mit Leuten geschäftet, die"
  },
  {
    "start": 1377.96,
    "end": 1382.84,
    "text": " man nicht kennt und denen man einfach so auch Vertrauen schenkt oder mit denen man"
  },
  {
    "start": 1382.84,
    "end": 1387.48,
    "text": " Abmachungen trifft und so weiter, dass das der ganze er bringt, es ist vielleicht ein"
  },
  {
    "start": 1387.48,
    "end": 1393.92,
    "text": " bisschen grob gebürstet, aber es ist nicht ohne Evidenz, dass er das Erfolgsmodell der"
  },
  {
    "start": 1393.92,
    "end": 1402.44,
    "text": " westlichen Gesellschaften auf diese Aufbrechung der Klangstrukturen und diese Hervorbringung"
  },
  {
    "start": 1402.44,
    "end": 1409.44,
    "text": " der individuellen Kleinfamilie zurückführt und er hat so einen Test, den man natürlich"
  },
  {
    "start": 1409.44,
    "end": 1414.24,
    "text": " auch wirklich durchgeführt hat mit Leuten, man kann da eigentlich sehr gut so als Wasserscheide"
  },
  {
    "start": 1414.24,
    "end": 1421.52,
    "text": " kann man feststellen, ob jemand eben zu den weird people, zu diesen westlichen seltsamen"
  },
  {
    "start": 1421.52,
    "end": 1427.28,
    "text": " Menschen gehört, wenn man fragt, wer bist du, beschreibe dich und westlich geprägte Menschen"
  },
  {
    "start": 1427.28,
    "end": 1434.44,
    "text": " beschreiben sich im Rückgriff auf ihre Individualität und ihre individuellen Errungenschaften, die"
  },
  {
    "start": 1434.44,
    "end": 1439.72,
    "text": " nennen ihren Beruf, die nennen ihre Hobbys, die nennen ihre Leidenschaften, die sagen"
  },
  {
    "start": 1439.72,
    "end": 1445.4,
    "text": " irgendwie keine Ahnung wo sie wohnen und so weiter und Menschen die nicht weird, nicht"
  },
  {
    "start": 1445.4,
    "end": 1452.92,
    "text": " in diesem westlichen Mainz sich bewegen, die referieren auf ihre Familie, die sagen ich"
  },
  {
    "start": 1452.92,
    "end": 1461.44,
    "text": " bin der Groß, der Sohn, der Enkel, ich bin Teil dieser Sippe, die haben ein holistisches,"
  },
  {
    "start": 1461.44,
    "end": 1467.92,
    "text": " ein ganzheitliches und ein sehr stark auch klän orientiertes Denken, während westliche"
  },
  {
    "start": 1467.92,
    "end": 1474.48,
    "text": " Menschen ein individualistisches und analytisches Denken haben und der sagt, das ist der Schlüssel"
  },
  {
    "start": 1474.48,
    "end": 1480.24,
    "text": " zur Entwicklung der Wissenschaften, der Aufklärung der westlichen Gesellschaft überhaupt. Also"
  },
  {
    "start": 1480.24,
    "end": 1485.56,
    "text": " ein kleiner Buchtipp am Rande, das ist echt mal, wenn jemand mal eine ganz überraschende"
  },
  {
    "start": 1485.56,
    "end": 1490.96,
    "text": " These verfolgen will, dann muss er sich dieses Joseph Henrik Buch zu Gemüte führen."
  },
  {
    "start": 1490.96,
    "end": 1495.88,
    "text": " Ich glaube, wir können jetzt gar nicht auf die Details dieser verschiedenen These"
  },
  {
    "start": 1495.88,
    "end": 1502.0,
    "text": " eingehen, aber was wir auf jeden Fall mitnehmen müssen ist, dass die kleinen Familie nicht"
  },
  {
    "start": 1502.0,
    "end": 1508.36,
    "text": " die Alternative zum Individualismus ist, sondern eine Ausdrucksform, in der sich Individualismus"
  },
  {
    "start": 1508.36,
    "end": 1515.48,
    "text": " realisiert. Die Kleinfamilie gehört zu dieser Freiheitsgeschichte selbst. Und jetzt probieren"
  },
  {
    "start": 1515.48,
    "end": 1521.84,
    "text": " wir mal den großen Bogen aufzuspannen, weil wir ja eigentlich darüber sprechen wollen nicht,"
  },
  {
    "start": 1521.84,
    "end": 1527.28,
    "text": " wie hat sich Familie in Geschichte und Gegenwart entwickelt, sondern inwiefern kommt sie als"
  },
  {
    "start": 1527.28,
    "end": 1535.44,
    "text": " Erbin des Christentums in Betracht. Dann könnte man etwas zugespitzt sagen, wir haben zunächst"
  },
  {
    "start": 1535.44,
    "end": 1544.12,
    "text": " eine Bewegung, in der das Christentum die Kleinstruktur, die Großfamilie, die patriarchisch"
  },
  {
    "start": 1544.12,
    "end": 1552.84,
    "text": " organisierte Sipschaft aufbricht und das durchaus auch tut mit einem eigenen zentralen Machtanspruch."
  },
  {
    "start": 1552.84,
    "end": 1561.92,
    "text": " In einer nächsten Phase kommen dann diese Kleinfamilien zu einer vielleicht schon fast"
  },
  {
    "start": 1561.92,
    "end": 1569.6,
    "text": " bürgerlichen, mindestens bildungsmäßigen Eigenständigkeit, Werten zu wichtigen Trägerinnen,"
  },
  {
    "start": 1569.6,
    "end": 1575.56,
    "text": " Trägern von Religion, von der Weitergabe des Christentums, von der Verbindung zu Kirchen."
  },
  {
    "start": 1575.56,
    "end": 1581.12,
    "text": " Und das wäre jetzt der nächste Schritt und dann sind wir eigentlich in der Gegenwart und können"
  },
  {
    "start": 1581.12,
    "end": 1589.04,
    "text": " die These dann diskutieren. Heute ist es dann wiederum so, dass die Kleinfamilie sehr selektiv"
  },
  {
    "start": 1589.04,
    "end": 1596.68,
    "text": " auf das zugreifen kann, was das Christentum ihr an Symbolbeständen, an kulturellen Beständen"
  },
  {
    "start": 1596.68,
    "end": 1604.36,
    "text": " vorgibt und sich daraus eigentlich so etwas wie eine Familienreligion, ein Familienbrauch,"
  },
  {
    "start": 1604.36,
    "end": 1612.36,
    "text": " vielleicht auch eine Familientradition ziemmern. Ja, die, Entschuldigung, ich will nur sagen,"
  },
  {
    "start": 1612.36,
    "end": 1620.52,
    "text": " diese Familientradition, diese Familien, Kleinfamilienkultur, die kann dann diese christlichen"
  },
  {
    "start": 1620.52,
    "end": 1627.8,
    "text": " Eierschalen auch abstreifen und merkt, dass sie eigentlich, dass das eben auch so sehr erfüllend"
  },
  {
    "start": 1627.8,
    "end": 1632.72,
    "text": " und sinnstiften sein kann. Also es ist ja auch witzig, diese Umfrage, mit der ich eingestiegen"
  },
  {
    "start": 1632.72,
    "end": 1638.8,
    "text": " bin bei Christ und Welt, die ist jetzt unter kirchlich-sozialisierten Menschen sicher mehrheitlich"
  },
  {
    "start": 1638.8,
    "end": 1645.4,
    "text": " erfolgt, aber ich habe unzählige Beispiele aus meiner Umgebung, Freundes- und Bekanntenkreis"
  },
  {
    "start": 1645.4,
    "end": 1651.28,
    "text": " von Menschen, die nicht christlich oder kirchlich-sozialisiert sind und die das genauso sagen würden."
  },
  {
    "start": 1651.28,
    "end": 1656.8,
    "text": " Die genau sagen, wenn ja, das hat mir das gibt meinem Leben Sinn, dass das erfüllt mich"
  },
  {
    "start": 1656.8,
    "end": 1658.08,
    "text": " und da ist verbunden."
  },
  {
    "start": 1658.12,
    "end": 1665.92,
    "text": " verbindet es sich aber nicht mit einem christlich-traditionellen Glaubensbestand, sondern es gibt ja auch"
  },
  {
    "start": 1665.92,
    "end": 1670.96,
    "text": " diese witzigen, hast du bestimmt auch irgendwie Schulfreunde, wo man denkt, ja die werden nie"
  },
  {
    "start": 1670.96,
    "end": 1679.04,
    "text": " zur Ruhe kommen. Also wirklich so diese ganz wilden, die Getriebenen, die Promisken, die wirklich so"
  },
  {
    "start": 1679.04,
    "end": 1685.16,
    "text": " jeden Morgen irgendwie neben jemand anderem aufwachen und die übers Wochenende sich die Kante"
  },
  {
    "start": 1685.16,
    "end": 1690.0,
    "text": " geben, dass sie sich nicht mehr erinnern können, was sie eigentlich erlebt haben und da denkt man ja"
  },
  {
    "start": 1690.0,
    "end": 1695.28,
    "text": " - Also sie ist doch eine Freundin, aber ich habe davon gehört, ja. - Ja genau, ich habe das jetzt so"
  },
  {
    "start": 1695.28,
    "end": 1703.12,
    "text": " gezeichnet, weißt du so, ja egal, ich kenne dich ja Stefan, aber was ich sagen wollte ist, es gibt"
  },
  {
    "start": 1703.12,
    "end": 1707.92,
    "text": " solche Menschen, wo man denkt, ja die werden wahrscheinlich früh sterben oder ihr Leben lang"
  },
  {
    "start": 1707.92,
    "end": 1712.88,
    "text": " sich irgendwie da die Hörner abstoßen und dann irgendwann trifft man sie wieder und sie wohnen"
  },
  {
    "start": 1712.88,
    "end": 1720.92,
    "text": " irgendwo in Hinterpupfen, dülligen irgendwo im Kraut mit zwei kleinen Kindern und einer Ehefrau"
  },
  {
    "start": 1720.92,
    "end": 1727.24,
    "text": " und sind total glücklich und haben sich völlig bürgerlich eingelebt, gehen jeden Samstagabend um"
  },
  {
    "start": 1727.24,
    "end": 1733.84,
    "text": " halb elf zu Bett und so und man fasst es kaum und die haben sich dann in diesem in diesem"
  },
  {
    "start": 1733.84,
    "end": 1740.44,
    "text": " klein bürgerlichen Zuhause in der Kleinfamilie eingerichtet und finden da Sinn und Erfüllung,"
  },
  {
    "start": 1740.44,
    "end": 1746.92,
    "text": " aber ganz ohne Christentum eigentlich. - Und ich glaube, das ist halt das, was man zum Beispiel an"
  },
  {
    "start": 1746.92,
    "end": 1754.32,
    "text": " diesen großen christlichen Festen, was am besten ablesen kann, weil sie werden ja gefeiert und"
  },
  {
    "start": 1754.32,
    "end": 1763.28,
    "text": " aus der Perspektive der Theologie stellen wir dann immer wieder diese ganz tiefe Sinnefrage und"
  },
  {
    "start": 1763.28,
    "end": 1770.76,
    "text": " fragen uns, ist in diesem Osterfest, was wir in unserer Gesellschaft feiern, ist da wirklich noch"
  },
  {
    "start": 1770.76,
    "end": 1777.2,
    "text": " Christus drin, ist da wirklich noch Auferstehung drin und verfehlen damit völlig das Bedürfnis,"
  },
  {
    "start": 1777.2,
    "end": 1783.24,
    "text": " dass Menschen haben die das feiern, weil die fragen sich ja nicht, inwiefern drückt der Osterhase"
  },
  {
    "start": 1783.24,
    "end": 1789.24,
    "text": " den Christus adäquat aus und stehen die Eier für die Gnade Gottes, die in der Auferstehung"
  },
  {
    "start": 1789.24,
    "end": 1797.56,
    "text": " sichtbar wird, sondern die haben ja Familien, in denen areligiöse Menschen, sehr spirituelle"
  },
  {
    "start": 1797.56,
    "end": 1803.92,
    "text": " Menschen, Menschen, die ganz verschiedene Dinge glauben, sich dann um einen Tisch versammeln,"
  },
  {
    "start": 1803.92,
    "end": 1813.36,
    "text": " man bruncht zusammen und diese Oster-Eier und diese ganzen Traditionsbestände bilden ja eher"
  },
  {
    "start": 1813.36,
    "end": 1820.84,
    "text": " den Rahmen, in dem diese Individualität integriert werden kann in ein Familien-Setting, das ist ja"
  },
  {
    "start": 1820.84,
    "end": 1827.4,
    "text": " der Sinn dieser Formen, die verständigen sich ja nicht über ihren Glauben und setzen sich dann"
  },
  {
    "start": 1827.4,
    "end": 1836.56,
    "text": " zusammen und essen Frühstücks-Eier. Ja, ja, genau, da geht es um etwas anderes und eben da kann"
  },
  {
    "start": 1836.56,
    "end": 1842.56,
    "text": " man dann im Sinne unserer Staffel tatsächlich die berechtigte Frage stellen, inwiefern hat dieses"
  },
  {
    "start": 1842.56,
    "end": 1849.52,
    "text": " westlich-bürgerliche Klein-Familienmodell das Christentum auch abgelöst? Also inwiefern, man"
  },
  {
    "start": 1849.52,
    "end": 1854.44,
    "text": " könnte auch sagen, hat sich die Sache noch einmal gedreht, also das Christentum hat zuerst"
  },
  {
    "start": 1854.44,
    "end": 1861.84,
    "text": " diese Großfamilie, diese Clans, diese Sipschaften eigentlich aufgelöst und jetzt und zu einer"
  },
  {
    "start": 1861.84,
    "end": 1868.08,
    "text": " Hervorbringung von Kleinfamilien beigetragen und jetzt übernehmen diese Kleinfamilien und"
  },
  {
    "start": 1868.08,
    "end": 1873.84,
    "text": " und emanzipieren sich vom Christentum selber. Also das durchaus im Sinne der Staffelidee"
  },
  {
    "start": 1873.84,
    "end": 1879.96,
    "text": " könnte man sich diese Frage schon stellen. Oder man spürt das ja auch in der reformierten"
  },
  {
    "start": 1879.96,
    "end": 1887.2,
    "text": " Landeskirche noch, dass damit nicht allen wohl ist. Also wenn zum Beispiel Eltern kommen und sagen,"
  },
  {
    "start": 1887.2,
    "end": 1893.52,
    "text": " ja, sie möchten gerne ihr Kind haufen lassen, aber wirklich im Familienrahmen und am liebsten an"
  },
  {
    "start": 1893.52,
    "end": 1900.04,
    "text": " dieser Lichtung im Wald. Und es wäre schön, wenn die Kusine noch etwas auf der Querflöte spielen"
  },
  {
    "start": 1900.04,
    "end": 1906.68,
    "text": " kann dazu und es ist wichtig, dass man die Hunde mitnehmen kann. Es kommt ja wirklich so vor."
  },
  {
    "start": 1906.68,
    "end": 1914.04,
    "text": " Hochzeiten noch viel krasser, dann gibt es tatsächlich etwas in Fahrschaft, im Kirchen,"
  },
  {
    "start": 1914.04,
    "end": 1918.88,
    "text": " in Kirchenleitung, das sagt ja aber seid ihr eigentlich verrückt? Also wir sind doch keine"
  },
  {
    "start": 1918.88,
    "end": 1925.68,
    "text": " Event-Location, wir machen doch nicht Veranstaltungen für eure Familienfeiern, das hier ist die Kirche."
  },
  {
    "start": 1925.68,
    "end": 1934.48,
    "text": " Und trotzdem spürt man oder eins nach dem anderen Feld und passt sich an. Also die Kirche beginnt immer"
  },
  {
    "start": 1934.48,
    "end": 1941.8,
    "text": " wie mehr sich als Dienstleisterin dieser ja vielleicht kleinfamilieneren Grundstruktur zu"
  },
  {
    "start": 1941.8,
    "end": 1948.84,
    "text": " verstehen, weil sie irgendwo froh sind, dass sie damit ihren Symbol bestellen und angeboten überhaupt"
  },
  {
    "start": 1948.84,
    "end": 1954.52,
    "text": " noch andocken können. Also die Dolphinshoheit haben sich schon lange verloren darüber. Was,"
  },
  {
    "start": 1954.52,
    "end": 1961.8,
    "text": " was Taufe ist, mein Lieblingsbeispiel, da können wir noch so sehr erzählen, der alte Sünder wird"
  },
  {
    "start": 1961.8,
    "end": 1969.48,
    "text": " ersoift und mit Christus lebt, der neue Mensch, der aus dem Wasser gehoben wird, das denkt sich genau"
  },
  {
    "start": 1969.48,
    "end": 1976.4,
    "text": " keiner mehr, der sein Kind taufen lässt oder Konfirmation. Konfirmation ist so eine klassischen"
  },
  {
    "start": 1976.4,
    "end": 1982.84,
    "text": " Ritubassage geworden, wo man sagt, wow, jetzt ist mein Kind schon so groß, man verdrückt ein Tränchen,"
  },
  {
    "start": 1982.84,
    "end": 1988.16,
    "text": " ist irgendwie auch stolz, dass die jetzt da vorne in der Kirche stehen können und etwas erzählen"
  },
  {
    "start": 1988.16,
    "end": 1994.32,
    "text": " und wünscht ihnen einfach nur das Beste. Aber wer trifft sich da in der Kirche? Das sind alles"
  },
  {
    "start": 1994.32,
    "end": 2000.12,
    "text": " Familien, oder? Also man hat dann tatsächlich drei, vierhundert Leute in der Kirche, aber wenn man"
  },
  {
    "start": 2000.12,
    "end": 2006.96,
    "text": " sich anscheinend, sind einfach fünf, zehn Familien, die da sind, oder? Und mit ihrem Kind feiern und"
  },
  {
    "start": 2006.96,
    "end": 2011.4,
    "text": " ihm das Beste wünschen. Ich mache das überhaupt nicht schlecht, es ist mir nur wichtig zu sehen,"
  },
  {
    "start": 2011.4,
    "end": 2019.8,
    "text": " dass die Kirche selbst nicht mehr die Deutungshoheit hat darüber, was sie da feiert oder aufführt."
  },
  {
    "start": 2019.8,
    "end": 2026.88,
    "text": " Ja, ja, absolut. Und gleichzeitig hat die Kirche nach wie vor ein Interesse eben diese Feiern und"
  },
  {
    "start": 2026.88,
    "end": 2033.08,
    "text": " diese Symbolbestände hochzuhalten, weil es auch, also ich sage jetzt mal natürlich, bringt sie eine"
  },
  {
    "start": 2033.08,
    "end": 2039.76,
    "text": " Überzeugung mit, dass in diesen Festen, die da gefeiert werden, eben auch ganz tiefe christliche"
  },
  {
    "start": 2039.76,
    "end": 2044.52,
    "text": " Wahrheiten zelebriert werden und so, das würde ich überhaupt nicht in Apprät stellen, aber es"
  },
  {
    "start": 2044.52,
    "end": 2050.64,
    "text": " die natürlich auch dem selbsterhalt der Kirche diesen Zyklus aufrecht zu erhalten von der Geburt,"
  },
  {
    "start": 2050.64,
    "end": 2056.4,
    "text": " von der Taufe, da werden neue Kirchensteuerzahlende Mitglieder generiert und so und dann dann"
  },
  {
    "start": 2056.4,
    "end": 2064.28,
    "text": " wird geheiratet und witzigerweise ist so eine gegenseitige Verbindung, die sich nur langsam"
  },
  {
    "start": 2064.28,
    "end": 2071.64,
    "text": " löst. Also man kann schon sagen, sie löst sich schon. Es gibt einen bemerkenswerten und bedenklichen"
  },
  {
    "start": 2071.64,
    "end": 2076.76,
    "text": " Traditionsabbruch jetzt im Übergang zu neuen Generationen, das spürt man bei Taufen, bei"
  },
  {
    "start": 2076.76,
    "end": 2083.16,
    "text": " Konformation, bei Hochzeiten sicher auch, aber es löst sich langsam, weil auch man hat das Gefühl"
  },
  {
    "start": 2083.16,
    "end": 2089.36,
    "text": " auch gesellschaftlich vielleicht dieses Bewusstsein noch vorhanden ist, dass die Kirche eben eigentlich"
  },
  {
    "start": 2089.36,
    "end": 2094.92,
    "text": " die Heiligkeit dieser Kleinfamilie ein Stück weit verbürgt hat, weißt du, mit der Ehe, die"
  },
  {
    "start": 2094.92,
    "end": 2101.16,
    "text": " geschlossen wird, im Namen Gottes werden Menschen getraut und so und irgendwo. Man ist vielleicht"
  },
  {
    "start": 2101.16,
    "end": 2108.04,
    "text": " nicht mehr so kirchlich und man besucht Gottesdienste nicht wirklich regelmäßig, aber in der Kirche"
  },
  {
    "start": 2108.04,
    "end": 2117.76,
    "text": " heiraten und sich so in diesen Raum hinein zu begeben, das ist dann vielen doch noch wichtig."
  },
  {
    "start": 2117.76,
    "end": 2122.84,
    "text": " Ja, also vielleicht zwei Dinge, das erste ganz kurz, ich glaube du hast auch nicht so gemeint,"
  },
  {
    "start": 2122.84,
    "end": 2128.0,
    "text": " aber ich sehe das schon nicht so, dass die Kirche jetzt aus einem rein ökonomischen"
  },
  {
    "start": 2128.0,
    "end": 2134.8,
    "text": " Kalkül ein Interesse hat, dass diese Casualien noch gebraucht werden. Das glaube ich gar nicht"
  },
  {
    "start": 2134.8,
    "end": 2140.56,
    "text": " unbedingt, ich glaube es geht dir wirklich darum, zu irgendwo noch einen Ort zu haben, wo sie"
  },
  {
    "start": 2140.56,
    "end": 2146.56,
    "text": " gesellschaftlich anschließen kann an Menschen außerhalb einer sehr klein gewordenen Kerngemeinde"
  },
  {
    "start": 2146.56,
    "end": 2152.4,
    "text": " so. Natürlich hat das auch ökonomische Folgen, ich glaube schon der Hauptimpetus"
  },
  {
    "start": 2152.4,
    "end": 2157.36,
    "text": " darin ist tatsächlich, dass man sagt, hey, da haben wir doch noch Relevanz für Menschen,"
  },
  {
    "start": 2157.36,
    "end": 2162.36,
    "text": " die wir sonst nicht sehen etc. Ja, gut, also das habe ich auch gemeint. Nein, ich denke auch,"
  },
  {
    "start": 2162.36,
    "end": 2169.48,
    "text": " dass du so gemeint hast. Also ich habe auch gesagt, es ist der Glaube vorhanden, dass das wirklich"
  },
  {
    "start": 2169.48,
    "end": 2175.48,
    "text": " wichtig und richtig ist, weiß ich habe keinen Zweifel daran, aber es dient natürlich auch dem"
  },
  {
    "start": 2175.48,
    "end": 2180.64,
    "text": " selbsterhalt der Kirche, dass dieser, wenn das alles auseinander bricht, dann muss man die Kirche"
  },
  {
    "start": 2180.64,
    "end": 2186.04,
    "text": " wirklich neu erfinden. Ja genau, vielleicht, und da ist jetzt eigentlich mein Hauptpunkt,"
  },
  {
    "start": 2186.04,
    "end": 2189.32,
    "text": " vielleicht ist das aber genau der Punkt, vielleicht müsste man das wirklich tun,"
  },
  {
    "start": 2189.32,
    "end": 2198.68,
    "text": " oder weil wenn man Kirche als eine Anbieterin und eine Dienstleisterin für Kleinfamilien versteht,"
  },
  {
    "start": 2198.68,
    "end": 2205.32,
    "text": " dann ist es halt für sehr viele Menschen in sehr vielen Lebensphasen gar nicht relevant. Ja,"
  },
  {
    "start": 2205.32,
    "end": 2212.6,
    "text": " und es steht in einer ungeheuren Konkurrenz zu anderen Angeboten. Also wenn man sich jetzt"
  },
  {
    "start": 2212.6,
    "end": 2219.88,
    "text": " vorstellt, für wen könnte denn eine Kirche, die stark auf die Kleinfamilie abhebt, nicht interessant"
  },
  {
    "start": 2219.88,
    "end": 2225.48,
    "text": " sein, dann fallen mir ganz viele Menschen ein. Das sind alle die, die anfangen sich in ihrer"
  },
  {
    "start": 2225.48,
    "end": 2232.08,
    "text": " persönlichen Entwicklung auf irgendeine Art und Weise von ihrer Kleinfamilie zu lösen. Also Teenager,"
  },
  {
    "start": 2232.08,
    "end": 2238.8,
    "text": " junge Erwachsene, Menschen, die vielleicht diese erste Schulausbildung abgeschlossen haben. Und"
  },
  {
    "start": 2238.8,
    "end": 2244.68,
    "text": " tatsächlich merken wir ja auch, da besteht kaum eine Bindungskraft mehr zur Kirche. Also wenn du"
  },
  {
    "start": 2244.68,
    "end": 2251.44,
    "text": " jemanden aus der Kirche raus haben willst, konfirmier ihn, oder? Weil dann sind sie weg. Und"
  },
  {
    "start": 2251.44,
    "end": 2256.76,
    "text": " das hat aber nichts mit der Konfirmation zu tun. Die meisten Konfirmanden, die innern sich sehr"
  },
  {
    "start": 2256.76,
    "end": 2263.32,
    "text": " positiv an den Konfunterrichten, an die Konfirmation, sondern es hat schlicht damit zu tun, dass dieser"
  },
  {
    "start": 2263.32,
    "end": 2269.6,
    "text": " Familienrahmen rein biografisch nicht mehr der Hauptorientierungsrahmen bleibt für diese"
  },
  {
    "start": 2269.6,
    "end": 2276.64,
    "text": " Menschen in der Folge. Und dann denke ich mir, oder junge Erwachsene, die leben vielleicht gar nicht"
  },
  {
    "start": 2276.64,
    "end": 2283.0,
    "text": " mehr am Ort, wo ihre Familie war, wo die Kirchgemeinde war etc. Also müsste da irgendwie ein ganz"
  },
  {
    "start": 2283.0,
    "end": 2289.88,
    "text": " anderer Anschluss passieren können als über die Kleinfamilie. Und dann kommt der große Punkt,"
  },
  {
    "start": 2289.88,
    "end": 2295.28,
    "text": " man heiratet, ja heiratet man noch kirchlich. Die wenigsten Reformierten tun das. Also es gibt"
  },
  {
    "start": 2295.28,
    "end": 2300.44,
    "text": " mehr reformierte Paare, die nicht kirchlich heiraten als solche, die kirchlich heiraten."
  },
  {
    "start": 2300.44,
    "end": 2306.68,
    "text": " Krass, das ist ja. Und das heißt, da scheint man dann irgendwie den Zugriff doch nicht zu haben."
  },
  {
    "start": 2306.68,
    "end": 2312.72,
    "text": " Und was bedeutet das dann für Taufe etc., man könnte es jetzt immer weiterführen. Aber was"
  },
  {
    "start": 2312.72,
    "end": 2318.68,
    "text": " ich damit sagen will, ist Kleinfamilien können erstens ganz grundsätzlich sehr gut ohne Kirche"
  },
  {
    "start": 2318.68,
    "end": 2325.68,
    "text": " leben und sie brauchen gar keine wahnsinnig intensive Bindung an Kirche. Das andere Modell,"
  },
  {
    "start": 2325.68,
    "end": 2331.96,
    "text": " und das ist also das eher jetzt pietistisch geprägte Modell, ist das, wo ja diese Familien"
  },
  {
    "start": 2331.96,
    "end": 2339.36,
    "text": " selbst Kirche machen. Also ein Modell, in dem nicht Kirche ein Angebot für Familien macht,"
  },
  {
    "start": 2339.36,
    "end": 2346.72,
    "text": " sondern wo Familien selbst diejenigen sind, die Kirche gestalten zusammen. Und das wiederum"
  },
  {
    "start": 2346.72,
    "end": 2353.2,
    "text": " kann ich mir ungeheuerst Tag vorstellen, oder? Ja, und das habe ich auch immer mal wieder erlebt."
  },
  {
    "start": 2353.2,
    "end": 2358.36,
    "text": " Also ich bin zeitweise in einer charismatischen Gemeinde gewesen als Jugendlicher. Das war"
  },
  {
    "start": 2358.36,
    "end": 2364.28,
    "text": " tatsächlich, die wurde gegründet als Zusammenschluss mehrer junger Familien, die gesagt haben,"
  },
  {
    "start": 2364.28,
    "end": 2369.92,
    "text": " wir feiern gemeinsam Gottesdienste und laden Leute ein und so. Und das war auch immer ein"
  },
  {
    "start": 2369.92,
    "end": 2375.64,
    "text": " unglaubliches Kuddelmutter. Da sind die Kinder quasi im Gottesdienst während der Predigt durch"
  },
  {
    "start": 2375.64,
    "end": 2381.76,
    "text": " die Stuhl reingekrappelt und haben hinten irgendwelche Plüschtiere nach vorne geworfen und so. Also"
  },
  {
    "start": 2381.76,
    "end": 2387.12,
    "text": " wäre da nicht eine unglaublich große Frustrations- und Stress-Toleranz gegenüber Kleinkindern"
  },
  {
    "start": 2387.12,
    "end": 2392.56,
    "text": " hatte, der hat da keinen Gottesdienst überlebt. Mir fällt jetzt zu dem, was du ausgeführt hast."
  },
  {
    "start": 2392.56,
    "end": 2397.32,
    "text": " Ich finde das super interessant, auch wie du das jetzt mit Teenagern und Jugendlichen auch"
  },
  {
    "start": 2397.32,
    "end": 2404.68,
    "text": " herleitest und sagst, da findet eine Loslösung von ihrer angestammten Kleinfamilie statt auch eine"
  },
  {
    "start": 2404.68,
    "end": 2410.0,
    "text": " gesunde, natürliche Loslösung, die aber dann irgendwie auch zu einer gewissen Entfremdung von"
  },
  {
    "start": 2410.0,
    "end": 2417.6,
    "text": " einer Kirche führt, die sich auf dieses Zielpublikum derart eingeschossen hat. Was mir hier in"
  },
  {
    "start": 2417.6,
    "end": 2423.52,
    "text": " den Sinn kommt, ist auch diese Milieu-Perspektive. Also ich glaube, es ist kein Zufall, dass die"
  },
  {
    "start": 2423.52,
    "end": 2432.12,
    "text": " Kirche vor allem in jenen Milieus beheimatet ist und ihre aktiven Kerngemeinde, Mitglieder vor"
  },
  {
    "start": 2432.12,
    "end": 2441.2,
    "text": " allem aus jenen Milieus, rekrutiert oder kommen, die eben zu den bürgerlich-klein-familieeren"
  },
  {
    "start": 2441.2,
    "end": 2448.16,
    "text": " Milieus gehören, in denen quasi traditionelle bürgerliche Familienbildung und Pflege noch"
  },
  {
    "start": 2448.16,
    "end": 2455.48,
    "text": " richtig hochgehalten werden und das Milieus, in denen eher so alternative Lebenskonstruktionen"
  },
  {
    "start": 2455.48,
    "end": 2462.24,
    "text": " und Lebensmodelle vielleicht auch sich Raum verschaffen, auch ein bisschen eben expeditivere,"
  },
  {
    "start": 2462.24,
    "end": 2469.64,
    "text": " experimentellere, performativere, unstädtere, könnte man auch sagen Milieus, da ist die Kirche"
  },
  {
    "start": 2469.64,
    "end": 2474.08,
    "text": " sehr, sehr schwach verwurzelt und ich habe das, also ich habe das live in den Farben immer wieder"
  },
  {
    "start": 2474.08,
    "end": 2480.88,
    "text": " erlebt, dass Menschen sich interessiert haben für eine Kirche jetzt, in meinem Fall für eine"
  },
  {
    "start": 2480.88,
    "end": 2487.48,
    "text": " Freikirche, für eine Evangelikale Freikirche und dann so angefangen haben anzudocken und dann"
  },
  {
    "start": 2487.48,
    "end": 2492.96,
    "text": " gemerkt haben, nee, also mit ihrem Lebenskonzept oder mit ihrem Lebensentwurf, die waren dann"
  },
  {
    "start": 2492.96,
    "end": 2499.04,
    "text": " vielleicht Single und hatten auch gar nicht die Absicht über kurz oder lang jetzt grad sich einen"
  },
  {
    "start": 2499.04,
    "end": 2504.84,
    "text": " Partner zu suchen und eine Kleinfamilie zu gründen und die haben sich dann da auch wirklich nicht"
  },
  {
    "start": 2504.84,
    "end": 2510.8,
    "text": " langfristig wohlgefühlt, weil irgendwo das war wie nicht ihre Lebenswelt, weißt du? Ich glaube"
  },
  {
    "start": 2510.8,
    "end": 2519.36,
    "text": " das ist so das eine oder es ist glaube ich für Freikirchen sehr schwierig geworden, ihre eigenen"
  },
  {
    "start": 2519.36,
    "end": 2526.12,
    "text": " Dogmen und Zetsungen durchzusetzen in der Gesellschaften, der wir sind, oder? Also sagen"
  },
  {
    "start": 2526.12,
    "end": 2532.36,
    "text": " wir mal so, so die Idee, kein Sex vor der Ehe erst zusammenziehen, wenn man verheiratet ist etc."
  },
  {
    "start": 2532.36,
    "end": 2539.32,
    "text": " Also jetzt so diese ganze Schiene, die ist ja schon schwierig aufrecht zu erhalten in Milieus,"
  },
  {
    "start": 2539.32,
    "end": 2545.96,
    "text": " in denen man vielleicht gar nicht heiratet oder sicher nicht, bevor man 30 ist oder und sich"
  },
  {
    "start": 2545.96,
    "end": 2553.64,
    "text": " sich dann vorzustellen, was das ja für das Leben, für das Liebesleben, für die Sexualität dieser"
  },
  {
    "start": 2553.64,
    "end": 2558.92,
    "text": " Menschen, ich meine das ist ja gar nicht auszudenken, das macht ja keiner. Also was ist dann die"
  },
  {
    "start": 2558.92,
    "end": 2566.04,
    "text": " Alternative? Die Alternative ist halt du heiratest mit 19 und dann brauchst du ganz viel Seelsorge"
  },
  {
    "start": 2566.04,
    "end": 2573.0,
    "text": " und ja ganz ganz viel geistliche Begleitung um das irgendwie in Gang zu halten, was du da in"
  },
  {
    "start": 2573.0,
    "end": 2578.68,
    "text": " Jugendlichem Leichtzinn gestartet hast oder? Und das ist natürlich auch ein eigener Markt, aber wenn"
  },
  {
    "start": 2578.68,
    "end": 2585.4,
    "text": " wenn wir es jetzt auch kritisch auf die Landeskirchen beziehen oder dann kann man sagen ja also wer aus"
  },
  {
    "start": 2585.4,
    "end": 2592.44,
    "text": " diesen ganzen lebensweltlichen Milieus hat denn überhaupt Lust sich einfach irgendwo mit ganz"
  },
  {
    "start": 2592.44,
    "end": 2598.84,
    "text": " vielen Familien zu treffen. Also es gibt ja Menschen, die das haben, die haben Lust sich da zu treffen,"
  },
  {
    "start": 2598.84,
    "end": 2603.84,
    "text": " nur was muss ich dann nochmal fragen, ja warum wollen die das gerade in der Kirche machen,"
  },
  {
    "start": 2603.84,
    "end": 2610.44,
    "text": " das wäre so das eine Ausschlusskriterium und das andere ist, gibt dann natürlich schon auch"
  },
  {
    "start": 2610.44,
    "end": 2617.0,
    "text": " viele Menschen, die zum Beispiel nicht mal gerne zu einem Elternabend gehen oder die auch ganz"
  },
  {
    "start": 2617.0,
    "end": 2623.24,
    "text": " froh sind, wenn der Tourenverein vielleicht mit einer Mitgliederversammlung im Jahr durchkommt."
  },
  {
    "start": 2623.24,
    "end": 2629.92,
    "text": " Oder weil man quasi wie sagt ja ich habe doch mein Sozialleben schon ganz anders so quasi über"
  },
  {
    "start": 2629.92,
    "end": 2637.28,
    "text": " Wahlbekanntschaften und Verwandtschaften organisiert und ich will mich nicht in eine Vereinstruktur"
  },
  {
    "start": 2637.28,
    "end": 2643.76,
    "text": " hineingeben. Und die andere Chance besteht dann für Menschen die sagen und das würde ich aber"
  },
  {
    "start": 2643.76,
    "end": 2650.76,
    "text": " dass das werden jetzt gar nicht Leute, die irgendwie kleinbürgerlich ihre eigenen vier Wände"
  },
  {
    "start": 2650.76,
    "end": 2656.72,
    "text": " heiligen wollen, sondern das andere was entsteht als Trend sind so diese Kooperativen, die die"
  },
  {
    "start": 2656.72,
    "end": 2663.28,
    "text": " Gizekular also wo ganze Überbauungen gekauft werden, wo man dann sagt okay da haben wir"
  },
  {
    "start": 2663.28,
    "end": 2668.72,
    "text": " Gemeinschaftsräume, es müssen nicht alle immer Einzelessen zubereiten, wir machen das zusammen"
  },
  {
    "start": 2668.72,
    "end": 2673.64,
    "text": " etc. Und genau so gibt es das natürlich auch noch mal christlich gestreamt oder so in dieser"
  },
  {
    "start": 2673.64,
    "end": 2684.44,
    "text": " kommunitären Lebensform. Ja und das wären dann ja ernsthafte Alternativen für Menschen, die in"
  },
  {
    "start": 2684.44,
    "end": 2692.12,
    "text": " dieses kleinen Familienmodell nicht reinpassen oder nicht reinpassen wollen oder die es auch"
  },
  {
    "start": 2692.12,
    "end": 2698.72,
    "text": " rausgekugelt hat. Also man muss sagen es ist ja also ich möchte beides sagen es ich glaube die"
  },
  {
    "start": 2698.72,
    "end": 2706.76,
    "text": " die Stärkung und Betonung der kleinen Familie durch die Kirche und durch das Christentum. Es"
  },
  {
    "start": 2706.76,
    "end": 2711.92,
    "text": " gibt übrigens dieses Buch Dominion von Tom Holland, der kommt ja jetzt dann an dieses"
  },
  {
    "start": 2711.92,
    "end": 2719.84,
    "text": " vorbegreppen wie selbst. Genau, genau. Also fahrt auf was du sagst. Ja genau, ne ich sage was"
  },
  {
    "start": 2719.84,
    "end": 2725.56,
    "text": " nettes weil ich finde das sehr faszinierend der kommt als Historiker an die Sache ran und"
  },
  {
    "start": 2725.56,
    "end": 2731.44,
    "text": " versucht eigentlich herauszufinden was quasi so wirklich im Untergrund subkutan in unserer"
  },
  {
    "start": 2731.44,
    "end": 2738.32,
    "text": " Gesellschaft die bestimmenden Einflussfaktoren sind und merkt wie sehr sich auch ganz viel"
  },
  {
    "start": 2738.32,
    "end": 2744.44,
    "text": " funktionierendes in unserer Gesellschaft und viel Bewertes eigentlich den Christentum verdankt."
  },
  {
    "start": 2744.44,
    "end": 2751.12,
    "text": " Also der Solidaritätsgedanke auch der Schutz von Schwachen, von Menschen die sonst übervorteilt"
  },
  {
    "start": 2751.12,
    "end": 2757.92,
    "text": " werden oder zwischen die Räder kommen und er weiß nach wie sehr das auf das Christentum zurückgeht"
  },
  {
    "start": 2757.92,
    "end": 2764.24,
    "text": " und bei ihm hat auch diese Vorstellung der Ehe auch der monogamen Beziehung auch der sexuellen"
  },
  {
    "start": 2764.24,
    "end": 2773.68,
    "text": " Exklusivität und so der Überwindung von Promiskuität zu Gunsten einer monogamen Beziehung. Das macht er"
  },
  {
    "start": 2773.68,
    "end": 2779.32,
    "text": " sehr stark, dass das wirklich sich dem entscheidenden Christentum verdankt und dass wir in einer ganz"
  },
  {
    "start": 2779.32,
    "end": 2785.8,
    "text": " anderen Welt leben würden, die zumindest für Frauen und Kinder ziemlich sicher keine bessere"
  },
  {
    "start": 2785.8,
    "end": 2792.48,
    "text": " Welt wäre, wenn die Familien und Sexualethik des römischen Reiches der antike oder anderer"
  },
  {
    "start": 2792.48,
    "end": 2799.44,
    "text": " Orte sich ungebrochen fortgesetzt hätte. Und ich finde, dass man kann das stark machen, das ist"
  },
  {
    "start": 2799.44,
    "end": 2807.4,
    "text": " auch eine soziale Errungenschaft, diese Stärkung der Familie, aber man muss eben das andere auch"
  },
  {
    "start": 2807.4,
    "end": 2816.04,
    "text": " sagen. Es gibt viele Gruppen von Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig nicht in dieses"
  },
  {
    "start": 2816.04,
    "end": 2822.88,
    "text": " System passen, denen das Leben dann zuweilen auch sehr schwer gemacht wurde. Also ich denke nur an"
  },
  {
    "start": 2822.88,
    "end": 2829.36,
    "text": " das Schicksal von zum Beispiel von geschiedenen Menschen über lange Zeit hinweg in christlichen"
  },
  {
    "start": 2829.36,
    "end": 2836.88,
    "text": " Kirchen, wie rechtfertigungsbedürftig ihr Leben war, das Schicksal von allein erziehenden Müttern"
  },
  {
    "start": 2836.88,
    "end": 2843.08,
    "text": " zum Beispiel, die man vielleicht sozial getragen hat, aber dann doch auch irgendwie beargwöhnt hat,"
  },
  {
    "start": 2843.08,
    "end": 2849.48,
    "text": " weil es bei ihnen dieses Modell nicht aufgegangen ist. Und da reden wir noch gar nicht von"
  },
  {
    "start": 2849.48,
    "end": 2856.52,
    "text": " Queerenmenschen oder von Menschen, die aus welchen Gründen auch immer sich diesem bürgerlich"
  },
  {
    "start": 2856.52,
    "end": 2862.04,
    "text": " klein familiären Leben nicht anschließen wollen, die hatten schon auf weiten Strecken einen"
  },
  {
    "start": 2862.04,
    "end": 2867.52,
    "text": " schweren Stand in den Gemeinden. Ich finde das ziemlich plausibel, wie Tom Holland zeigt,"
  },
  {
    "start": 2867.52,
    "end": 2875.84,
    "text": " dass Christentum viel dafür getan hat, die Familie als die wichtige soziale Einheit quasi"
  },
  {
    "start": 2875.84,
    "end": 2880.68,
    "text": " als den Kern der Gesellschaft zu etablieren. Und gleichzeitig kann man das natürlich sehr"
  },
  {
    "start": 2880.68,
    "end": 2885.92,
    "text": " leicht wieder macht, kritisch wenden und sich fragen, ja, ist es aber nicht auch Teil einer"
  },
  {
    "start": 2885.92,
    "end": 2892.52,
    "text": " vielleicht unheilvollen Partnerschaft zwischen Christentum und Patriarchat? Also in einer ganz"
  },
  {
    "start": 2892.52,
    "end": 2898.2,
    "text": " bestimmten Weise jetzt auf das Bezogen. Manu, ich finde das alles anregend und interessant,"
  },
  {
    "start": 2898.2,
    "end": 2904.76,
    "text": " aber wir können ja sagen, okay, wir sind beide nicht in einer christlichen Kommunität. Wir haben"
  },
  {
    "start": 2904.76,
    "end": 2911.72,
    "text": " uns nicht quasi einem Modell angeschlossen, dass eine ganz hohe Verbindlichkeit lebt. Trotzdem"
  },
  {
    "start": 2911.72,
    "end": 2918.36,
    "text": " gehören wir noch zur Kirche. Das heißt, die Hoffnung dieser Kirche müsste ja da drin bestehen,"
  },
  {
    "start": 2918.36,
    "end": 2926.28,
    "text": " dass wir in unseren Familien so etwas wie religiöses Sozialisierung weitergeben. Also wir"
  },
  {
    "start": 2926.28,
    "end": 2932.76,
    "text": " müssten ja eigentlich, wenn das Christentum an unserem Beispiel irgendwie überleben soll,"
  },
  {
    "start": 2932.76,
    "end": 2938.6,
    "text": " müssten wir ja eigentlich unsere Kinder, ja, ich sage jetzt mal kirchlich,"
  },
  {
    "start": 2938.6,
    "end": 2944.76,
    "text": " sozialisieren christlich prägen. Wie gut gelingt ihr das so? Ja, also ich wollte gerade sagen,"
  },
  {
    "start": 2944.76,
    "end": 2951.48,
    "text": " wenn die Kirchen an unserem Beispiel genießen soll, dann mache ich mir noch ernsthaftere Sorgen um"
  },
  {
    "start": 2951.48,
    "end": 2957.48,
    "text": " die Kirche, als ich sie ohnehin schon hege. Also ich würde jetzt mal sagen, dass ich hier nicht"
  },
  {
    "start": 2957.48,
    "end": 2962.6,
    "text": " unbedingt mit dem allerbesten Beispiel vorangehe oder dass mir vielleicht auch einfach noch die"
  },
  {
    "start": 2962.6,
    "end": 2973.8,
    "text": " Spur fehlt, auf der ich in einer Art und Weise Glauben, Leben und Christentum auch Kirchenverbundenheit"
  },
  {
    "start": 2973.8,
    "end": 2983.64,
    "text": " prägen kann, ohne die Kinder jenen zwängen und Selbstverständlichkeiten einfach zu unterwerfen,"
  },
  {
    "start": 2983.64,
    "end": 2990.96,
    "text": " mit denen ich teilweise groß geworden bin. Also es ist jetzt weniger eine Breitzeit gegen meine"
  },
  {
    "start": 2990.96,
    "end": 2997.32,
    "text": " Eltern, die haben mir eigentlich relativ viele Freiheiten gelassen, aber es war doch ein kulturelles"
  },
  {
    "start": 2997.32,
    "end": 3005.72,
    "text": " Umfeld, das sehr, sehr stark normiert war und nicht wahnsinnig viele Abweichungen erlaubt hat."
  },
  {
    "start": 3005.72,
    "end": 3011.0,
    "text": " Und da wünsche ich mir für unsere Kinder eben doch einen größeren Gestaltungsfreiraum auch."
  },
  {
    "start": 3011.0,
    "end": 3018.2,
    "text": " Und das zu verbinden mit einer doch noch vorhandenen kirchlichen Sozialisierung, also es ist bei uns"
  },
  {
    "start": 3018.2,
    "end": 3024.76,
    "text": " jeden Sonntag, ist es irgendwie quasi eine Implicit oder Explicit Diskussion. Ja, gehen wir jetzt"
  },
  {
    "start": 3024.76,
    "end": 3030.52,
    "text": " in Gottesdienst und dann oft gehe ich alleine, weil irgendwie keiner sonst mitgehen will und wir sind"
  },
  {
    "start": 3030.52,
    "end": 3035.88,
    "text": " natürlich noch aufgewachsen früher, wenn der Vater gesagt hat, jetzt ist Gottesdienst, dann war"
  },
  {
    "start": 3035.88,
    "end": 3041.48,
    "text": " Gottesdienst. Also da bin ich bis in die Teenagerzeit, bin ich da einfach mitgewatscht und hab mich dann"
  },
  {
    "start": 3041.48,
    "end": 3046.36,
    "text": " irgendwie so schräg hinter der Orgel versteckt und den Leuten irgendwelche Kaugummi-Teile haben"
  },
  {
    "start": 3046.36,
    "end": 3055.16,
    "text": " gespickt oder so wird. Ja, ich fürchte, dass ich auch da keinen ausreichenden Beitrag leiste."
  },
  {
    "start": 3055.16,
    "end": 3061.8,
    "text": " Ich glaube nicht, dass das, was es an Christentum zu lieben und zu entdecken,"
  },
  {
    "start": 3061.8,
    "end": 3067.8,
    "text": " gibt jetzt inhaltlich bei meinen Kindern über das ankommt, was ich ihnen erzähle oder mitgebe."
  },
  {
    "start": 3067.8,
    "end": 3075.72,
    "text": " Und ich bin aber auch ein bisschen gelassen, was das Ganze angeht, weil ich schon auch glaube,"
  },
  {
    "start": 3075.72,
    "end": 3082.04,
    "text": " dass sie ja merken, dass wir als Eltern das sehr wichtig finden und uns sehr stark damit auseinandersetzen."
  },
  {
    "start": 3082.04,
    "end": 3089.72,
    "text": " Und ich hoffe immer noch so ein bisschen darauf, dass gerade dadurch, dass wir das jetzt weniger"
  },
  {
    "start": 3089.72,
    "end": 3095.16,
    "text": " auf eine inhaltliche Art und Weise tun und unsere Kinder das Bibelquiz gewinnen müssten,"
  },
  {
    "start": 3095.16,
    "end": 3102.6,
    "text": " dass vielleicht in einem späteren Zeitpunkt dann so ist, dass sie relativ frei darin das finden"
  },
  {
    "start": 3102.6,
    "end": 3108.12,
    "text": " mögen, was ihnen gut tut und was sie interessiert. Aber ich würde nicht darauf wetten."
  },
  {
    "start": 3108.12,
    "end": 3115.96,
    "text": " Ja, aber ich finde es einen guten Impuls jetzt gegen den Schluss, weil das geht mir auch so."
  },
  {
    "start": 3115.96,
    "end": 3122.68,
    "text": " Ich liebe es, wenn von den Kindern eigeninitiativ ein Interesse aufflammt. Es ist nicht so, dass"
  },
  {
    "start": 3122.68,
    "end": 3128.04,
    "text": " ich die Themen völlig vermeide oder so. Ich rede ja über meine Arbeit, ich rede über Dinge,"
  },
  {
    "start": 3128.04,
    "end": 3133.8,
    "text": " die ich aufgenommen habe oder gesagt habe im Podcast und so. Die Kinder kriegen das ja alles"
  },
  {
    "start": 3133.8,
    "end": 3140.68,
    "text": " mit und so. Aber geil ist, wenn dann aus eigeninitiativer, aus Neugierde von den Kindern eine"
  },
  {
    "start": 3140.68,
    "end": 3146.12,
    "text": " Rückfrage kommt, wenn sich dann beim Abendessen am Tisch irgendeine Diskussion entfacht und die"
  },
  {
    "start": 3146.12,
    "end": 3151.56,
    "text": " wollen dann wissen, du jetzt haben wir bei uns in der Schule, haben wir im Religionsunterricht"
  },
  {
    "start": 3151.56,
    "end": 3157.0,
    "text": " über Schöpfung gesprochen oder wir haben über dies und das. Und dann gibt es eine superangeregte"
  },
  {
    "start": 3157.0,
    "end": 3162.84,
    "text": " Diskussion und die Kinder sind mitten drin. Ich liebe das. Oder auch wenn unsere Tochter nach Hause"
  },
  {
    "start": 3162.84,
    "end": 3169.4,
    "text": " kommt, sie war in einem Gottesdienst und sagt, sie wird das einfach so toll finden, wenn man diese"
  },
  {
    "start": 3169.4,
    "end": 3174.2,
    "text": " Lieder zu Gott singen könne und das wird ihr einfach irgendwie gut tun. Und so. Und dann,"
  },
  {
    "start": 3174.2,
    "end": 3180.04,
    "text": " ich liebe das dann, das auch zu bestärken, weißt du das? Wenn ich super. Aber habt ihr so etwas wie"
  },
  {
    "start": 3180.04,
    "end": 3187.56,
    "text": " eine gemeinsame religiöse Praxis? Also betet ihr zum Beispiel beim zu Bett gehen, beim Essen oder ich"
  },
  {
    "start": 3187.56,
    "end": 3194.68,
    "text": " weiß nicht was? Ja, das, also wir haben diese ganzen ritualisierten Geschichten, die sind bei uns sehr"
  },
  {
    "start": 3194.68,
    "end": 3201.56,
    "text": " stark. Also wir beten eigentlich immer vor dem Essen und beim ins Bett gehen ist das so stark auch"
  },
  {
    "start": 3201.56,
    "end": 3207.56,
    "text": " irgendwie in Fleisch und Blut übergegangen, dass die Kinder mich eigentlich holen abends, wenn sie"
  },
  {
    "start": 3207.56,
    "end": 3214.36,
    "text": " schlafen gehen wollen und damit ich für sie bete. Und dann bete ich für sie und segne sie und so."
  },
  {
    "start": 3214.36,
    "end": 3219.72,
    "text": " Und manchmal mache ich das auch morgens, wenn sie eine Prüfung haben oder sonst irgendwas, dann"
  },
  {
    "start": 3219.72,
    "end": 3225.4,
    "text": " dann dann quasi spreche ich ihnen noch einen Segen zu und so. Das machen wir sehr unkompliziert"
  },
  {
    "start": 3225.4,
    "end": 3231.32,
    "text": " und die Kinder schätzen das auch sehr. Das würde ich aber auch sofort aufhören, zumindest in diesem"
  },
  {
    "start": 3231.32,
    "end": 3236.52,
    "text": " also ich würde nicht aufhören für meine Kinder zu beten, aber ich würde aufhören das vor ihnen zu"
  },
  {
    "start": 3236.52,
    "end": 3242.68,
    "text": " tun, wenn sie sich damit nicht mehr wohl fühlen würden. Das ist mir schon wichtig. Ja, jetzt lieferst"
  },
  {
    "start": 3242.68,
    "end": 3249.96,
    "text": " du mir einen Stilpass, der etwas peinlich wird für mich. Also abgesehen vom Pürtigott gibt es bei"
  },
  {
    "start": 3249.96,
    "end": 3256.52,
    "text": " uns wahrscheinlich kaum wirklich Formen, die wir etabliert haben oder eine Praxis. Und wenn ich"
  },
  {
    "start": 3256.52,
    "end": 3264.04,
    "text": " drüber nachdenke, dann würde ich sagen, vielleicht hat bei uns Reality TV, dass wir gerne zum Essen"
  },
  {
    "start": 3264.04,
    "end": 3271.48,
    "text": " schauen, das verdrängt, was früher religiöse Praxis war. Und das ist natürlich eine tolle"
  },
  {
    "start": 3271.48,
    "end": 3277.96,
    "text": " Überleitung für unser nächstes Thema. Das habe ich jetzt gerade gedacht. Werden wir über Ablenkung,"
  },
  {
    "start": 3277.96,
    "end": 3285.16,
    "text": " über Spaß, über die Möglichkeiten, die uns Eskapismus bietet, sprechen, weil auch das könnte"
  },
  {
    "start": 3285.16,
    "end": 3291.4,
    "text": " ein möglicher Erbe, eine mögliche Erbin sein. Wir danken euch fürs dranbleiben, bis jetzt schreibt"
  },
  {
    "start": 3291.4,
    "end": 3297.72,
    "text": " uns vor allem auch, wenn ihr nicht Kinder und Familie habt, wie ihr eigentlich Kirche erlebt,"
  },
  {
    "start": 3297.72,
    "end": 3304.52,
    "text": " als Menschen, die nicht der Normalfall sind für ganz viele Gemeinden. Und dann hören wir uns wieder"
  },
  {
    "start": 3304.52,
    "end": 3307.4,
    "text": " in einer Woche. Bis denn. Tschüss, tschüss."
  },
  {
    "start": 3307.4,
    "end": 3310.0,
    "text": " [Musik]"
  },
  {
    "start": 3310.0,
    "end": 3310.8,
    "text": " Reflepp."
  },
  {
    "start": 3310.8,
    "end": 3317.8,
    "text": " [Musik]"
  }
]